Osteochondrosis dissecans

30.04.2013 um 18:07 Uhr

Teil 2: „Buon giorno Napoli" - Ein Abenteuer zwischen Kunst und Chaos

von: LinaMe

„Kind, aber warum denn nur Neapel?" ...Diese und sehr artverwandte Fragen durfte ich mir seit meiner Zusage im Dezember 2012 für mein Praktikum im Süden Italiens, abgesehen von meiner immer liebevoll um mich besorgten Mutter,  auch von diversen anderen Menschen anhören. Im Prinzip war mein Weg nach Neapel gepflastert von Horrorgeschichten, bei der Eine die Andere steht's übertraf, was letztlich soweit ging, dass ich Mitte Februar, also 2 Wochen vor meinem Umzug, quasi zu 100% davon überzeugt war, dass Neapel mein Grab sein würde! Und das das Ganze etwa so ablaufen würde:

Ich, mindestens 3x hintereinander in einem Zeitraum von 2 Minuten ausgeraubt und dann letztlich von 1 bis 5 Mitgliedern der Mafia aufgeschlitzt, in irgendeiner dunklen mit Müll überfluteten Gasse, eventuell durch die widerlichen Müllgase stark narkotisiert und so etwas weniger leidend liegend, während meine Gliedmaßen bereits von tollwütigen Straßenkötern angenagt werden würden, während niemand aber auch niemand meine letzten vergeblichen italienischen Hilferufe hören oder gar verstehen würde, da in Neapel jeder Italiener nur Neapolitanisch redet und das ja leider nun mal wie eine ganz eigene und völlig fremde Sprache ist. Somit würde ich dann, nach Stunden der Qualen, da der Krankenwagen der dann doch letztlich von dem wohl einzigen, etwas mitfühlenden Menschen in Neapel Namens Luigi, Mario oder Luca -aber nicht ohne vorher noch eine Runde mit mir geflirtet zu haben und nach meiner Nummer gefragt zu haben- gerufen wurde, dieser dann aber für mindestens 1-12 Std. im neapolitanischen Verkehrschaos steckenbleiben würde und dann, als er letztlich das sterbende mich erreicht, zwei Sanitäter ausspuckt, die wieder nur Neapolitanisch reden und eine Kommunikation somit ausgeschlossen ist. Aber da die beiden in ihren Erstehilfekoffern eh aus Geldmangel des italienischen Staates nichts anderes vorzuweisen haben, als eine Packung Pflaster, überreichen sie mir diese dann mit einem motivierenden Lächeln und den Worten „ciao Bella", bevor sie gegenüber zu Fabrizio dem Pizzabäcker gehen, um die beste Pizza der Welt zu essen und dabei eine partita di calcio auf dem Sportkanal zu gucken.

So und nicht anders würden meine letzten Stunden auf dieser Welt aussehen! Zumindest wurde mir das so(auch von diversen anderen Italienern) quasi fest zugesichertFröhlich. Aber was blieb mir jetzt noch anderes übrig? An dieser Stelle sollte man wissen, dass es für eine Ausländerin extrem schwer ist in Italien eine Anstellung zu finden, da die Zahlen der Bewerber die auf einen freien Arbeitsplatz kommen (ob Praktikum oder nicht, ob unbezahlt oder mit Gehalt)bereits ohne ausländische Mitbewerber ins Uferlose gehen. Und wenn dann auch noch eine Nichtitalienerin da mitmischen möchte, muss die sich erst mal gaaaaanz Hinten anstellen. In Neapel, nichts desto trotz haben mich meine Sprachkenntnisse dann letztlich das Rennen machen lassen. Da, wie ich bereits im letzten Teil erwähnte, in dieser Millionenstadt scheinbar niemand eine andere Sprache abgesehen von italienisch so gut beherrscht, dass es im Beruf anwendungsfähig wäre. Und ZACK, da war sie,...meine Chance auf Mord, Mafia und ein Müllchaos! Fröhlich

Und jetzt ratet mal was: mittlereile sind 63 Tage vergangen und ICH LEBE!!! FröhlichWohooow! Jup... und das jeden Tag aufs Neue, um diesen ganzen Klischees davon LAUFEN zu können und mehr und mehr in das schöne, bunte, laute und wirkliche Neapel einzutauchen! In den letzten zwei Monaten gab es nicht einen Moment, in dem ich mich bedroht gefühlt hätte, ich wurde weder ausgeraubt, noch aufgeschlitzt oder von Müllbergen erschlagen. Ja, es gibt ein Müllproblem und ja, der Staat hat große finanzielle Probleme und ja, jeder dritte Italiener (der eventuell auch Luigi, Mario oder Luca heißt Fröhlich)ruft dir „ciao Bella" hinterher, wenn du als Frau durch die sommerlichen Straßen Neapels gehst. Aber andererseits: JA hier gibt es wahrhaft die BESTE Pizza der Welt Fröhlich und JA man KANN hier als Frau alleine durch die sommerlichen Straßen Neapels gehen und ein Juwel nach dem anderen entdecken! Die Straße der Krippenbauer in der das ganze Jahr über Weihnachten ist, die Parkanlagen die quasi alle königlichen Ursprungs sind und in denen es sich unter Palmen wundervoll entspannen lässt. Hinter jeder zweiten Ecke hat man ein atemberaubendes Panorama auf die Stadt, den Vesuv und das Meer, in nur 40 Minuten ist man mit der Fähre auf der Sonneninsel Capri die einfach unglaublich und unbeschreiblich schön ist. In guten 30 Minuten ist es einem möglich durch die original erhaltenen Straßen und Häuser Pompejis zu wandeln, die nach einem Ausbruch des Vesuvs 79 nach Christus quasi für die Nachwelt konserviert wurden. Es ist einem möglich in die Unterwelten Neapels einzutauchen und dort hunderte und tausende von Jahren alte Grabkammern, Wandmalereien und Mosaike zu bestaunen, Luftschutzbunker des zweiten Weltkrieges oder auch alte Aquädukte oder sogar ein römisches Amphitheater zu entdecken. Und immer wieder, mittlerweile bei den besten Temperaturen, Pizza oder auch Graffe zu genießen, eine süße neapolitanische Teigspezialität, für die ich sterben könnte Fröhlich Und auch die Arbeit in meinem Museum ist wirklich unglaublich interessant und vielseitig. Ich erhalte Einblicke in das museale Geschehen und bin steht's bei allem dabei was hinter den Kulissen geschieht und wenn gerade mal wieder ein ruhiger Tag ansteht, bin ich für die Übersetzung eines Museumsguides vom Englischen ins Deutsche zuständig, der letztlich mit meinem Namen als Übersetzerin noch dieses Jahr veröffentlicht wird und in den Handel kommt.  Und das Beste: es gibt hier im Museum eine weitere Praktikantin, sie und ich sitzen jeden Tag nebeneinander in demselben Büro und arbeiten zusammen. Und jetzt kommst: ausgerechnet sie,als vielleicht eine der einzigen Neapolitanerinnen hier, ist gerade dabei Deutsch zu lernenFröhlichFröhlichFröhlich! Na wenn das kein genialer Zufall ist! Unser Praktikum endet jeweils an exakt demselben Tag, wir sind quasi gleichalt und verstehen uns ausgezeichnet! Sie verbessert mein Italienisch, ich ihr Deutsch und zusammen haben wir schon den einen oder anderen echt klassisch neapolitanischen Tag oder Abend verbracht. Es hätte mich nicht besser treffen können...UND nach 63 Tagen im Krisengebiet Neapel kann ich immer noch mit Stolz berichten: „Sono sopravvissuto"- "I have survived"!Fröhlich ...Mein Italienisch macht riesen Sprünge und mittlerweile traue ich mir auch immer mehr zu, auf dieser Sprache, die ich so ziemlich genau vor einem Jahr angefangen habe zu lernen.

Und was ist mit meinen Sprunggelenken? Wie geht es denen seitdem ich im Süden Italiens mein Unwesen treibe?... Ich denke wenn ich es realistisch sehe, gibt es keinerlei Grund zur Beunruhigung! Allerdings ist es das eine oder andere Mal wahrhaft schwer, wirklich realistisch zu bleiben. Es sind diese Momente, in denen ich ausversehen unglücklich umknicke und es wehtut-was es bei jedem anderen Menschen wahrscheinlich auch tun würde- die Momente, in denen ich den ganzen Tag unterwegs war und sich Schmerzen bemerkbar machen - was bei jedem anderen ja auch mehr oder weniger so wäre- es sind diese Momente in denen plötzlich sich der Vorhang zu meiner alten Welt einen Spaltbreit in mir wieder öffnet und ein Schein von den Gefühlen, der Besorgnis und der Angst, dass Alles wieder von Neuem beginnt sich wieder in mir breitmachen wollen. Heute ist wieder so ein Tag. Aber wie ihr vielleicht merkt, ist es genau das, was ich versuche mehr als alles Andere zu verhindern. Ich lebe jetzt und es wäre das Dümmste, sich diese Gegenwart von der Angst vor der Zukunft ruinieren zu lassen.  Jeden Tag aufs Neue mache ich hierfür einen Spagat zwischen „sich nicht daran erinnern" und „nicht vergessen ein wenig vorsichtig mit mir selbst zu sein" und darüber hinaus und eigentlich vor allem anderen: die Gegenwart zu leben. Schritt für Schritt. Es liegen noch zwei weitere Monate in Italien vor mir,...ich habe noch vieles auf meiner „to do-Liste" hier, ebenso wie wenn ich wieder zurückkehre...mein Studium beenden, noch viel mehr von der Welt sehen, mein Französisch wieder aufbessern, vielleicht sogar eine fünfte Sprache lernen und auch das Kapitel einer eigenen Familie ist langsam etwas, das näher an mich heranrückt. Doch bevor es dann wirklich soweit ist, liegen definitiv noch ein paar weitere Seiten, ja sogar Kapitel meines Lebens dazwischen.Fröhlich Doch auch in diese Richtung gehen meine Gedanken an solchen vereinzelten Tagen und nie lasse ich bei dieser Pläneschmiederei meine Krankheit ganz aus dem Sinn...in wie weit könnte eine Schwangerschaft wieder eine Ursache für einen neuen Rückfall werden...mit all dem zusätzlichem Gewicht was meine Gelenke dann tragen müssten? Oder in wie weit könnte ich damit leben, wenn die Krankheit - was man ja bis heute nicht feststellen konnte, bei mir genetisch bedingt war und nicht nur durch einen unglücklichen Vorfall in meiner Jugend hervorgerufen wurde, und durch mich dann eventuell an mein Kind weitergegeben werden würde? Soll ich mich in die berufliche Richtung bewegen die mein Herz will, oder die sich mit einer eventuellen Situation auf Krücken arrangieren ließe? Aber all das ist die Zukunft. All das ist hier in Italien, in diesem wundervollen Sommer am Meer, mit Gelato, Pizza, Sonne und Palmen irrelevant. Ich denke, dass wir früh genug eine Antwort auf all diese Fragen finden werden und wenn ihr wollt, lasse ich euch durch diesen Blog teilhaben.

Ich verspreche hier auf dieser Webseite, der ich vor 4 Jahren den Titel „Kranke Tage" gegeben habe, auch weiter zu schreiben und von meinem Leben mit einer Krankheit, die man scheinbar in manchen Phasen seines Lebens sogar fast vergessen könnte, so dezent und unterschwellig wie sie mich seit schon einer ganzen Weile nun begleitet, zu berichten. Was werden die nächsten MRTs bringen, wie lässt sich ein Leben um eine Gewissheit aufbauen, das man mit einem einzigen Fehltritt wieder vollkommen außer Gefecht gesetzt werden kann,... Stillstand als Antwort? Aber vielleicht braucht es ja auch gar keinen „Fehltritt", vielleicht wird es so oder so früher oder Später einen neuen Rückfall geben und wenn es so ist, würde ich mich dann nicht über jeden ungetanen Schritt schwarzärgern,... dann- wenn ich mich irgendwann in dieser anderen Welt wiederfinden sollte? Ich denke ich werde jetzt fürs Erste meinen Laptop der vor mir steht schließen, aufstehen und meine Beine noch ein wenig in die Sonne legen,...dazu vielleicht ein leckeres Eis Fröhlich „La dolce vita" wie es so schön und treffend heißt und ich mitten drin...FröhlichBoom Baby!

Ach aber bevor ich mich dann nun wieder ganz auslogge, fällt mir doch glatt noch ein lustiger Fakt ein (um der Linie wenigstens ein bisschen treu zu bleibenFröhlich ) Wusstet ihr, dass 111.111.111x111.111.111 = 12.345.678.987.654.321 ist? Ach ja und das Parmesan übrigens das meist geklaute Produkt in italienischen Supermärkten ist! Eines von 10 Käsestücken verschwindet! Ein herrlicher Fakt! Man merke sich also: wer nicht fälschlich dem italienischen Ladendiebstahls beschuldigt werden möchte...ABSTAND VON DER KÄSETHEKE haltenFröhlich!!! Mit dieser Lebensweisheit, die mich bisher mehr als sicher durch meinen Italienaufenthalt gebracht hat, entlasse ich euch und versichere euch, dass ihr wieder von mir hören werdet! Und das eventuell auch ein paar Bilder folgen werden,...also vorausgesetzt ich bekomme das irgendwie hier mit den Jungs von Blogigo geregeltFröhlich

In diesem Sinne:

...2 be continued...oder auch: per essere continuato Fröhlich...

  Grazie, e a dopo!

 

22.04.2013 um 19:06 Uhr

Bella Italia Part 1

von: LinaMe

 Meine Mama sagt immer: Wenn ich nichts von dir höre, dann weiß ich, dass es dir gut geht!"  Fröhlich

(Vielleicht kennt der Eine oder die Andere von euch diesen Spruch ebenfalls?!...)

Ich glaube, dass wir diese Aussage auch als Faustregel für  meine Krankheit und diesen Blog nehmen sollten Fröhlich Nichts desto trotz wird es endlich mal wieder Zeit (besonders, da immer wieder Anfragen nach einem neuen Beitrag von euch kamen, was mir jetzt letztendlich auch in meinen Hintern getreten hat wieder etwas von mir hören zu lassen Fröhlich  Danke dafür!!!

Ich weiß, es ist wieder eine EWIGKEIT vergangen seitdem ich mich gemeldet habe, doch lieber lange Nichts von mir hören und dann aber nur Gutes, anstelle oft etwas zu lesen zu bekommen  und jedes Mal  so, dass jede Geschichte die Nächste in ihrer Größe des Pechs versucht zu übertreffen. Denn so und nicht anders ging es hier ja lange genug zu! Doch mit erhobenem und von der italienischen Sonnen gebräuntem Haupt kann ich hier auf ein Neues schreiben, dass es mir gut geht! Tutto a posto! Fröhlich

Mittlerweile bin ich jetzt seit 8 Monaten in bella Italia, habe mein Studiumssemester in Siena mit Bravur hinter mich gebracht und lebe, ESSE Beschäftigt und arbeite jetzt im Süden Italiens. Meine neue Heimat: Neapel, der Geburtsort der Pizza und des Verkehrschaos FröhlichFröhlich

Doch zu Neapel komme ich etwas später... zuerst ein „kurzer" Bericht wie alles Begann:

Teil 1: „Mein Auslandsabenteuer auf zwei funktionierenden Sprunggelenken" - oder " Scusi, aber ich spreche doch gar kein Italienisch"  Fröhlich

Nachdem ich mich also nach meinem impulsiven und leicht durchgeknalltem Spontanentschluss das mir angebotene DAAD Stipendium für ein Auslandsjahr in Italien anzunehmen ohne auch nur ein Wort Italienisch sprechen zu können annahm, begann die 5 monatige Vorbereitungsphase...in der ich neben den Dingen für Italien ja auch noch mein reguläres Studium über die Bühne bringen musste, sowie das im vergangenen Jahr mühsam neu Aufgebaute zu Hause in einem kuschligen Heidelberger Studentenwohnheim, 650Kilometer von meiner Heimat entfernt, wieder in Luft auflösen musste.

Nein- das Studentenwerk erlaubt keine Untermieter. Nachdem ich diese Info nach gefühlten 18 Stunden des Wartens vor einer unbarmherzigen Bürotür  in einem sehr ungemütlichen, kalten deutschen Hausflur erhalten hatte, wandte ich mich- leicht fluchend-  wieder meinem Italienischtraining zu. Mit Tiefkühlpizza, fertiger Pastasoße aus dem Glas, Ravioli aus der Dose, einem Italienisch "Das lernt man doch im Schlaf"-Computerprogramm und einem Vokabelheft bewaffnet kuschelte ich mich bei mir auf meinem Studentenheimsparversionssofa von IKEA (für unschlagbare 79Euro inklusive Schlaffunktion, dass ich nun wieder irgendwie loswerden oder wo unterbringen musste) ein und verbrachte so quasi die nächsten 4 Monate.  Das war zumindest der Plan. Sollte mir doch alles gestohlen bleiben ich MUSSTE jetzt erstmal ITALIENISCH LERNEN! JAWOHL Fröhlich Alles Andere würde sich schon irgendwie regeln!

Am Ende lief jedoch mal wieder alles etwas anders als geplant und es  ging schließlich doch viel zu viel Zeit für all die anderen 1000 Dinge drauf und sowieso verging die Zeit ja auch einfach mal sowas von viel zu schnell, sodass es auf einmal plötzlich bereits Ende August war, ich alle meine Prüfungen und Hausarbeiten (mehr als erfolgreich) hinter mich gebracht hatte, meine Habsehligkeiten in noch mehr Himmelsrichtungen untergebracht und verstreut hatte und Zähneklappernd nun in Berlin meinen Koffer packte, immer wieder mit dem einzigen Satz Italienisch durch meinen Kopf kreisend, den ich mir definitiv geschafft hatte fehlerfrei einzuprügeln: „Scusi, ma non ho capito, non parlo italiano"...was so viel heißt wie „ähhh was?!?"

Egal, es gab kein Zurück mehr! Meinen Beinen ging es zu dem Zeitpunkt unverändert gut, was bis heute immer noch der Fall ist!!! Wohooo Fröhlich. Mit leichten Betriebsstörungen (ab und an ein stechender Schmerz in den verklebten Sehnen oder durch ein unglückliches, leichtes Umknicken verursacht) hatten sie mich seit meiner letzten OP, die mittlerweile soooo unheimlich lange her war und mir wie ein Teil eines anderen Lebens vorkam - was ja auch eigentlich fast so war, durch die Welt getragen. Jetzt sollte lediglich die Umgebung ein weiteres Mal ein wenig verändert werden :).Nach einem letzten Kontroll MRT in Hamburg, was von nun an wohl halbjährlich für beide Beine für quasi den Rest meines Lebens  Pflichtprogramm ist (allerdings in den kommenden 10 Monaten noch ein ganz klein wenig ungenau genommen werden muss) sollte es also endlich losGEHEN!!!

In meinem ersten halben Jahr hier in Italien bin ich gereist, habe die großartigsten Menschen aus aller Welt kennengelernt, mit ihnen Spaß gehabt, getanzt (!!! Sì, sogar das ist drinFröhlich !!!) und gefeiert, habe mich in das italienische Studienleben gestürzt - und ja, alle Prüfungen auf ITALIENISCH abgelegt und insgesamt mit einem Notendurchschnitt von 1,3 bestanden!!! WohooooFröhlich  Ich habe meinen Gelenken wirklich viel zugemutet, sie lediglich mit meist guten gepolsterten Schuhen und Einlegesohlen geschützt, aber trotzdem auf so gut wie keinen Ausflug verzichtet. Ich bin gelaufen was das Zeug hält, manch einen Tag fast 20.000 Schritte und das alles ohne Gelenkschmerzen!(Nur das mir nach etwa 20.000 Schritten wie jedem anderen gesunden Menschen irgendwann die Fußsohlen branntenFröhlich ) Nur Sport wie Eislaufen- ja das geht auch in Italien im WinterFröhlich- oder alles was mit Rennen, Springen oder Klettern zu tun hat, habe ich konsequent nicht mitgemacht. Aber stattdessen habe ich so großartige Dinge wie den Karneval in Venedig erlebt, war zum Schokoladenfestival in Perugia, habe Florenz und seine unbeschreiblich schönen Bau- und Kunstwerke gesehen, DAS klassische Foto mit dem Schiefen Turm von Pisa und mir, wie ich mich ganz lässig gegen ihn lehne gemacht, war im Meer baden - denn Schwimmen ist nicht nur erlaubt, sondern auch ärztlich ausdrücklich empfohlenFröhlich, habe unter dem Balkon von Romeo und Julia im schönen Verona gestanden, habe mich  von dem mittelalterlichen Charme von San Gimignano bezaubern lassen, Arezzo, Lucca und natürlich vor allem Siena selbst bestaunt. Eine traumhafte Stadt, die mich mit ihren kleinen Straßen und Plätzen, ihren Märkten und atemberaubenden Kulissen, ihrem Dom und vor allem dem Campo sofort in ihren Bann gerissen hatte und mich auch nie wieder loslassen wird.

Während ich hier in der Küche meiner kleinen Wohnung in Napoli sitze und auf meinem Laptop schreibe, erinnert mich die Sonne die mir durchs offene Fenster auf den Rücken scheint an die Wärme der Steine des Piazza del Campo, auf dem wir uns in den letzten Wochen des Sommers 2012 - für viele von uns die ersten Wochen unseres Abenteuers in bella Italia- in den Abendstunden getroffen hatten, Wein getrunken hatten, gequatscht hatten - ob auf Italienisch oder Englisch oder irgendeiner anderen Sprache der Welt, denn es fühlte sich an, als ob sie alle hier vertreten waren. Die Abende wurden zu sternenklaren Nächten, die Bekanntschaften zu unschätzbar guten Freunden. Man erfuhr Dinge wie zum Beispiel von John unserem „Filandesen", dass in Finnland das Wort Kaffepause „Kahvipaussi" heißt  oder von unserem Spanier Oriol, dass Meister Propper in seinem Land „Don Limpio" genannt wirdFröhlich. Von Rebecca lernten wir die tiefen Abgründe von Teenagern im balzfähigen Alter im amerikanischen Schulsystemen in Form von den herrlichsten Anekdoten kennen und mein guter türkischer und zugleich schwuler Freund Ceyhun aus Istanbul hat es sich nicht nehmen lassen mir höchstpersönlich ungelogen den BESTEN Couscoussalat der Welt zuzubereiten. Meine französische Mitbewohnerin Sylvanie hingegen hat den Charme und die typische Leidenschaft für gutes Essen, l‘amour und vorzüglichen Wein, den man den Franzosen ja gerne mal nachsagt bestätigt und  unsere bescheidenen vier Wände, die meist Dreh und Angelpunkt von uns allen waren, da wir nur 2 Minuten vom Campo entfernt wohnten, stark bereichert. Wir lachten zusammen bis tief in die Nacht, tanzten bis in den Morgen - der ein oder andere nahm zur Abkühlung oder auch weil es sein Geburtstag war(feste Tradition in Siena, habe ich mir sagen lassen) oder auch einfach nur so ein Bad in der Fonte Gaia - dem ehrwürdigen Brunnen des Campos. Der Wein floss, immer begleitet von einem unglaublich köstlichen Stück Pizza, dass man immerhin noch frisch und heiß nächtlich bis 3:00 erhalten konnte...und das dann sogar noch mit Studentenrabatt Fröhlich Meine „Familia Senese".....ach es war einfach ein unbeschreiblich schönes Leben in dieser großen Gemeinschaft von unglaubliche tollen Menschen!!! Mein Italienisch hingegen wurde jedoch nur langsam und beschwerlich besser, da die heutige Weltsprache nun mal Englisch ist und welches bei mir auch um Längen besser ist als mein damals noch ganz frisch antrainiertes Italienisch, da ich bereits 14 Monate in Amerika gelebt hatte...damals direkt nach dem Abitur, ach war ich da noch jung Fröhlich ...je später es also wurde in diesen senesischen Nächten, desto englischer wurden die Gespräche, da so das diskutieren über Gott, Italien und die Welt dann doch etwas leichter fiel. Doch diese Ausweichmöglichkeit sollte sich dann, ab Ende Februar 2013 schlagartig für mich in Luft auflösen....als ich dann nämlich mit einem Arbeitsvertrag für ein 4-monatiges Praktikum in einem der besten Museen Italiens (und angeblich wohl auch Europas) in der Tasche morgens um 6:12 den Reisebus  von dem beschaulichen Kleinstädtchen Siena ins große „böse" Neapel verließ und mich in einer bunten pulsierenden Großstadt am Fuße des Vesuvs wiederfand - wo „Scusi, non parlo italiano" keine Lösung mehr war. Jetzt hieß es rede italienisch oder stirb, da in dieser mit 1,3 Millionen Menschen bewohnten Großstadt scheinbar NIEMAND Englisch konnte,...naja und mit Deutsch brauchte ich ja wohl erst gar nicht anfangen...das dachte ich zumindest Fröhlich...

in diesem Sinne: Fortsetzung folgt.... In den nächsten Tagen schon!!! Versprochen Fröhlich

...2 be continued...

P.S. Das es keine Fotos mehr gibt liegt an Blogigo...hab mich bereits mehrfach über den Fehler beschwert, dass sich von mir keine Bilder mehr hochladenlassen, aber es kommt keine Antwort! Leider ziemlich gemein von den Herren, weiß aber auch nicht was ich da sonst machen kann

Traurig

P.P.S Und an dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Danke an all die lieben Privaten Nachrichten, die Kommentare oder andere Einträge hier, die mich immer aufgebaut haben...Danke Danke Danke an die insgesamt über 13.400 Klicks die seit fast genau 4 Jahren hier vorbeigeschaut haben, denn genau morgen vor 4 Jahren am 23.4.2009 saß ich in einem anderen Leben, in einer anderen Welt  im weit entfernten Berlin mit den Krücken zu meinen Seiten und einem Gips um meinem Bein, nahm meinen Laptop und begann zu tippen. Danke das ihr mich nie allein gelassen habt! Fröhlich

 

06.06.2012 um 15:44 Uhr

Part 12: Endlich...

von: LinaMe

....ohh Verfluchter Mist!... Traurig

Wie fang ich dass denn jetzt bloß an? Kennt ihr das?... es ist gerade ein bisschen so, wie mit einem alten Freund bei dem man sich aus den verschiedensten Gründen irgendwie ewig nicht gemeldet hat. Meist weil man ja einfach viiiel zu beschäftigt war…Und mit jeder Woche und jedem Monat der ins Land streicht wird es dann immer schwerer den Telefonhörer in die Hand zu nehmen oder sich hinzusetzten und die vielleicht schon so sehnlichst lang erwartete Nachricht zu schreiben.

Gesessen habe ich schon oft…und überlegt wie ich all das was in den Monaten passiert ist in Worte fassen soll und dann fehlten sie mir plötzlich wieder. Und als ich mich das nächste Mal hinsetzte um es erneut zu versuchen war noch mehr geschehen und noch mehr Monate vergangen...

und plötzlich wurden die Monate zu einem Jahr.

Jetzt sitze ich hier wieder und auch wenn ich sonst nicht weiß wie ich alles aufschreiben soll, so weiß ich heute zumindest wie ich am besten anfange: Nämlich mit einer Entschuldigung! Das bin ich zumindest all denen schuldig, die so sehr auf einen neuen Beitrag in diesem Blog gehofft haben und doch immer wieder auf dieselben, bekannten Zeilen stoßen mussten.

Es tut mir leid und ich hoffe ihr seid nicht zu böse mit mir. Es tut mir wirklich leid, dass ich tatsächlich genau das getan habe, worüber ich mich seit Beginn meiner Krankheit immer aufgeregt habe…Mich nur hier melden um mich auszukotzen!....Denn es waren ganz bestimmte Worte die ich seit meiner allerersten Diagnose im April 2009 verzweifel, immer wieder, stundenlang,  nächtelang und leider zu oft hoffnungslos im Netz gesucht habe- und immer wieder war ich Erfolglos.

Doch wie sagt man so schön: Wenn einem keiner zu helfen weis, muss mans halt selbst in die Hand nehmen…und fast auf den Jahrestag genau, nach 3 Jahren des Krieges gegen die Fehlfunktion meiner eigenen Gelenke, kann ich hier endlich schreiben, dass ich den Kampf für mich entschieden habe!

Ich bin seit April 2012 offiziell OP-frei!!!

Und genau das muss verflucht nochmal jetzthier mit allen Suchenden geteilt werden!!!

Es ist einfach nur unglaublich!!! Das Leben hat mich zurückgewonnen,… oder anders gesagt und sooo viel besser: ich habe DAS LEBEN ZURÜCKGEWONNEN!Etwas an das ich in naher Zukunft niemals geglaubt hätte!

Seit drei Jahren bin ich zum ersten Mal wieder Operationsfrei. Seit drei Jahren habe ich zum ersten Mal keine panische Angst mehr wenn ich auftrete und einen Schmerz durch mein Gelenk ziehen spüre. Denn die letzte OP, die Transplantation, war erfolgreich! Das Stück aus meinem Beckenkamm ist erfolgreich und perfekt in der Stelle des ehemaligen Knochendefekts angewachsen!!!!

MOMENT…! Aber warum schreibt sie dann noch von  Schmerzen?... fragt sich jetzt sicherlich der aufmerksame Leser Fröhlich aber keine Angst, auch das ist ganz schnell erklärt: Leider hat sich in dem Gelenk durch die Komplikationen mit der Narbe damals nach der letzten OP einiges verklebt und die Narben ist während der Heilung leider letztlich mit einigen meiner Sehnen zusammen gewachsen. Ein chronisches Ödem soll da wohl auch noch sein Unwesen treiben…

Aber ernsthaft? Leute, ich kann sowas von damit leben Fröhlich

Ja, ok…dann doch immer wieder Schmerzen haben zu müssen ist schon ab und an recht belastend, aber ich weiß nicht ob ich euch das nachvollziehbar rüberbringen kann, was es für mich bedeutet die Schmerzen die ich habe endlich einordnen zu können! Und zwar in die Spalte: „Unangenehmer Mist“ ABER NICHT „selbstzerstörerischer Scheißdreck“,… der mich erneut für Monate an Krücken, Bett und co. fesseln wird und mein Leben auf der Stelle stehen lässt.

Diese Angst gehört seit dem letzten MRT der Vergangenheit an! Und das hoffentlich für eine ganz ganz lange Zeit!

Was mein anderes Sprunggelenk angeht war da ja aber auch eigentlich noch was:

Wie ihr euch vielleicht erinnert war ja die OP an der anderen Seite bekanntlich leider schon wieder missglückt. Weswegen ja…egal wie die Letzte ausgegangen wäre, eigentlich auf jeden Fall noch eine OP jeher auf mich wartete. Ja liebe Leute „Eigentlich“ und „wartetE“…denn bei meinem letzten Arztbesuch kam zwar wieder heraus , dass die OP immer noch als missglückt zu deuten ist  und das Stück nicht dort festgewachsen ist, wo es hingehört. Jedoch ist es stattdessen ein kleines Stück zu weit rechts in einer Position angewachsen und hat sich aus dieser die letzten 1 ½ Jahre nicht heraus bewegt! Und jetzt haltet euch fest: An dieser Stelle, die sich das Mistding ausgesucht hat richtete es keinerlei weiteren Schaden in meinem Gelenk an und darf somit von offizieller Seite aus seinen abgestorbenen Hintern dort belassenFröhlich !!!! Folglich: ebenfalls byebye OP rechts!!!!

Als ich an diesem Tag im April vor 2 Monaten die Praxis von meinem Doc verließ, habe ich gelächelt! Breit, über das ganze Gesicht verteilt. Ich ging durch sein Treppenhaus und musste mich plötzlich an dem Geländer zu meiner Rechten festhalten, denn mir wurde plötzlich schwindelig vor Freude.  Ich bin OP frei. Ich habe es hinter mir!!!!!......

Und das Lächeln will seit her immer wenn mir dieser Gedanken kommt, ach quatsch… ja eigentlich generell nicht mehr aus meinem Gesicht verschwinden!!! Fröhlich Ok,…ich weiß dass ich zwar auch nicht mehr ganz Fabrikneu bin und generell müsste man mich auch eher in das Regal der B-Waren einordnen ( wenn man denn müsste Fröhlich), aber hey sollen das Gewisse Leute doch tun! Es ist mir egal! Nur weil ich bestimmte Sportarten nicht mehr ausüben kann oder nach meinem Bus der mir gerade vor der Nase wegfährt rennen kann…Sollen sie mich doch zur Mangelware stecken...ich steh dann einfach aus dem Regal der B-Waren wieder auf und geht meiner Wege!!! Fröhlich

Ja und genau diese Wege sind scheinbar mittlerweile unaufhaltbar geworden! Und das zurecht! Denn kein anderer außer dem der schon einmal Ähnliches erlebt hat, kann wirklich klar verstehen,  was es bedeutet die kostbaren Momente der OP-Freiheit - der Gesundheit- sich so schmerzhaft, so langwierig wieder erkämpft zu haben. Die einfach nur logische schlussfolgerung: Leute, rumsitzen is nicht mehr Fröhlich

Ich reise wieder! Ja mehr denn je ist Distanz kein Hindernis für mich sondern zu einem Reiz geworden!!! So weit weg “gehen“ und dabei die Welt entdecken wie es mir nur möglich ist. Allein in diesem Jahr war ich bereits in München, Paris, Rom, Singapur, Bali (jaaa ihr lest richtig, BIlder kommen nochFröhlich)…und ich bekomme einfach nicht genug!

Und woher hat sie all die Zeit? Muss sie nicht wieder arbeiten, wo sie doch jetzt wieder sorglos laufen darf?! Ach ja richtig Fröhlich,  da war ja noch was!!! Das erklärt sich so:

Ich habe endlich mein Traumstudium begonnen!!! Und das sagenhafte 650 km von meiner Heimat entfernt (was während meiner Krankheit für mich immer indiskutabel gewesen war!!!). Als es im September 20011 hieß, dass man noch nicht genau sagen kann wann die nächste OP ansteht, da die linke Seite noch eine weile braucht bis sie völlig zusammengewachsen sein wird, war mir plötzlich alles egal! Kurzschlussreaktion auf der ganzen Linie!!! Fröhlich Ich musste mir selbst beweisen, dass ich noch zu Großem in der Lage bin und nicht für immer an einen Ort, an einen winzigen Umkreis gefesselt bin, aus dem ich mich nie zu weit herauswaage würde, da jman ja nie mitSicherheit wissen könne ob die Beine mitmachen würden oder nicht. Ständig das Skalpell über meinem Kopf kreisend und auf die nächste OP wartend. Nein, das lief die letzten Jahreja durchgehend so und ich waran einem Punkt an dem ich kurz davor war genau deswegendurchzudrehen...und auf gewisse Weise tat ich das ja dann in dem Moment auchFröhlich...

Innerhalb von 3 Wochen, nach einem Wochenendesuch bei Freunden im wunderschönen Heidelberg packte ich meine Sachen, schrieb mich an der ältesten Uni Deutschland ein,verpackte mein ganzes bisheriges Leben in Kisten und stellte es in meinen Keller, suchte mir einen Untermieter für meine Wohnung, sagte all meinen Freunden schmerzlich auf Wiedersehen und Zog aus um meine Unabhängigkeit und meinen Mut zurückzuerobern! Und Leute… die Rechnung ging auf !!!! Ich studiere an einer wahnsinns Universität, lebe in  einer bildschönen, märchenhafte Stadt durch die ich jeden Tag mit einem Lächeln GEHE Fröhlich und unglaublich aber war…ich habe sogar begonnen Italienisch zu lernen und (jetzt haltet euch aber wirklich festFröhlich)… als eine der besten Studentinnen meines Jahrgangs in Heidelberg habe ich vor 4 Wochen ein Stipendium des DAADs erhalten!!! Ich bin jetzt Stipendiatin und werde in 3 Monaten in Italien, in der Toskana erst für ein Semester studieren und im Anschluss ein Praktikum im wunderschönen Florenz absolvieren!!!!!

Ihr könnts nicht glauben? Ja…ich bis heute auch immer noch nicht!!! Fröhlich

 Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass mein Leben so schnell einen so krassen Wandel erfahren würde, hätte ich wahrscheinlich nur abschätzig geschmunzelt und wortlos auf meine Gelenke mit ihren offenen Narben und die Krücken in meinen Händen gezeigt.

Es lohnt sich immer zu kämpfen! Eine Lektion an die ich mich hoffentlich mein ganzes restliches Leben erinnern werde!

Es ist so lustig, irgendwie scheint nämlich alles gerade so furchtbar surreal zu sein. Und damit meine ich nicht nur gerade diesen Moment in dem ich hier sitze und versuche für euch alles aufzuschreiben….nein ich meine damit die gesamten letzten vier Jahre von dem Tag der ersten Schmerzen an bis heute, bis zu dieser Sekunde.  Bis zu genau diesem Momenten in dem ich mich gerade befinde. In einem Zug nach Berlin sitzend, an einem Laptop das vermeintliche Happy End meiner Geschichte tippend, während mir die rötlich orangene Abendsonne in mein Gesicht schein. Um dann in 3 Monaten ein neues, dieses Mal hoffentlich sehr viel weniger dramatisches  großes Abendteuer anzufangen. Toskana, Stipendium, OP-Freiheit…und ich muss schon wieder ungläubig lächeln.

Ein Happy End fast schon wie es im Buche steht. Ich lehne mich in den Sitz zurück (denn ja, ich sitze wirklich und wahrhaftig in dieser Sekunde gerade in eben diesem Zug der in den Sonnenuntergang Richtung Berlin fährt) blinzele in die Sonne und wünsche mir so sehr, dass es das gewesen ist!

Das letzte Kapitel des einzigen Bandes der bittersüßen Gesichte der Osteochondrosis dissecans meines Lebens....das ich quasi meine Schuld mit diesen drei Jahren beglichen habe. Für alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige. Quasi das  Bonuspunktekonte meines Lebens, dass dank dieser hier niedergeschriebenen Geschichte vor Punkten aus all seinen Nähten platzt.

Doch keine Angst meine Lieben, es braucht keine Cyber-Pessimisten oder ähnliches dem es vielleicht bereitsgenau jetzt, an diesem Punkt meiner Geschichte, in den Fingern juckt  hier etwas Negatives reinzuschreiben, damit ich weiß, dass meine Krankheit eine nicht gerade kleine Rückfallquote hat und besonders, wenn man es in beiden Beinen hat…. Hey,…als ob mir das nicht bewusst wäre…aber HELL YEAH genau deswegen werde ich so dermaßen mein Leben rocken, genießen, voranbringen und vor allem LEBEN wie ich es nur mit jeder Phaser von mir schaffe, bis es dann vielleicht irgendwann wieder heiß: „Gehe zurück auf Los, ziehe keine 4000 Euro ein“ und mit Würfeln dann auch erstmal ganz lange jemand anderes wieder dran sein wird.

Doch jetzt bin erstmal ich am Zug Fröhlich Und wie es scheint, ist das Glück gerade offensichtlich auf meiner Seite!

Ich lebe, ich genieße, ich habe mich in einer fremden Stadt vollkommen neu erfunden, in der mich niemand nach meinen Beinen fragt oder fragt ob ich noch gehen oder stehen kann.“..., das nur allzu schmerzlich bekannte :"geht’s denn noch Süße?“. Nein, ich bin wieder ein Teil des Ganzen, fühle mich normal, und weiß dass ich nicht mehr „na die mit den Krücken“ bin. Ich habe so viele großartige neue Freunde gefunden und bin froh über all diejenigen, die mir nach der krassen Zeit immer noch als solche erhalten geblieben sind. Ich bin frei hinzugehen wo ich will UND ich habe gelernt was es bedeutet es tun zu können.

Ich hoffe und weiß so sehr, dass dieses vorläufige Happy End vielen Leuten Hoffnung geben kann. Mir hätte es das auf jeden Fall gegeben. Lasst euch nicht von den negativen Geschichten die man leider immer und überall zu finden scheint  zerstören, auch bei mir hätte das nämlich fast funktioniert. Jeder Krankheitsverlauf ist individuell, jedes Gelenk ist einzigartig. Und ich verspreche immer wieder (auch wenn es in größeren Abständen sein sollte) mich hier zu melden und euch zu berichten,…. den Freunden, den kurzzeitigen Besuchern, den Verzweifelten, den Suchenden, den Hoffnungsvollen und denen die es noch werden wollen.

Und um meiner Linie treu zu bleiben möchte ich diesen Eintrag nicht etwa mit noch mehr kitschigen Worten oder blumigen Lebensweisheiten beenden sondern mit dem ziemlich beeindruckendem Fakt, dass es in Berlin täglich bis zu 10 Tonnen Taubenexkremente regnet!

Ich sag nur: Heimaaaaat….. ick komm zu dir!!!! Fröhlich

 

26.04.2011 um 22:04 Uhr

Part 11: An all die vielen Regenschirme...

von: LinaMe

 

Es gibt keinen bestätigten Bericht nach dem Piranhas jemals einen Menschen getötet haben. Und trotzdem kam im letzten Jahr wieder einmal ein „fabelhafter“ Horrorshocker in die Kinos, unter dem Titel: Piranha 3D. Dort war es dem Zuschauer möglich in eine blutrünstige Welt des hemmungslosen Zerfleischens von braungebrannten, vollbusigen und /oder Muskelbepackten Teenagern während des Spring Breaks „einzutauchen“ und in eye-popping 3D mitzuerleben, wie der weitverbreitete Irrglaube des zähnefletschenden Killerfischs auf ein neues wiederbelebt wurde.

Ich weiß zwar nicht wodurch sich bei mir der Irrglaube daran eingeschlichen hatte, dass meine Freunde, Familie, Kollegen, und Bekannten mich und meine Krankheit langsam als „so ist es halt –kann man nicht ändern“ eingestuft hätten oder mich so gar ganz und gar vergessen haben könnten. Denn auch hier gibt es keinen bestätigten Bericht nach dem ich in den letzten zwei Jahren von irgendjemandem von euch auch nur annähernd hängengelassen worden wäre.

Und dafür, dass ihr mir diesen Fakt in den letzten 4 Wochen wieder ins Gedächtnis gerufen habt, bin ich euch einfach nur verflucht dankbar!!!

Der letzte Beitrag war mein Tiefpunkt und ich weiß, dass es sicherlich für diejenigen, die mit der selben Krankheit zu kämpfen haben das Schlimmste ist, solch negative Berichte vor sich zu sehen. Doch eines kann ich euch mit absoluter Ehrlichkeit verraten... Einmal dort unten angekommen gibt es nur noch einen einzigen Weg für dich. Den nach oben.

So abgedroschen es auch klingt und ich bin echt kein Fan von solchen Sprüchen (jeder der meinen Blog regelmäßig liest weiß dasFröhlich), aberder hier muss jetzt einfach mal sein: Nach dem Regen kommt irgendwann auch wieder der Sonnenschein!

Der Arztbesuch in Hamburg, was wahrscheinlich viele interessieren wird, war im Grunde sogar  echt positiv...leider konnte man mir beim MRT das nötige Kontrastmittel nicht spritzen, da meine beiden Venen wohl für die Kanüle zu zart waren und sie so beim Versuch des Einführens rechts, sowohl als auch links in der Armbeuge geplatzt sind. Wodurch dann das MRT leider nicht ganz so scharf und aussagekräftig wie erhofft wurde... *lol*, als ob irgendetwas bei mir mal ohne Komplikationen verlaufen würde Fröhlich

Doch konnte man dann natürlich trotz alle dem einiges auf dem MRT erkennen.

Und stellt euch vor, von der Tendenz her haben sich wohl echt ersteVerknüpfungen gebildet und ich darf in den nächsten Tagen dann sogar endlich mit der Belastung anfangen! Es sind auf den Aufnahmen wohl zwei kleine, nicht ganz so schöne Schatten zu erkennen, dochdie Aussage dazu lautet: Keine wären super, zwei sind gar nicht mal ganz so übel und nur wenn Alles mit den Dingern voll wäre, wäre die OP missglückt. Eine Aussage mit der ich recht gut leben kann!

Was die Wunde an der Narbe angeht wurde ein Abstrich genommen und 2 Tage später kam dann auch schon das Ergebnis. Schlechte Nachrichten - mal wieder Fröhlich.... hatte mir wohl im Krankenhaus nen Bakterium eingefangen„Staphylococus Aureus“, auch „das Krankenhausbakterium“ genannt. Ein Umstand zu dem sich gerade vor wenigen Wochen Philipp Rösler geäußert hatte. Allerdings hatte ich Glück im Unglück, denn bei mir handelte es sich nicht um die resistente Variante (MRSA)! Was dann dazu führte, dass ich lediglich die letzten 14 Tage ein Antibiotikum nehmen musst, das nun endlich vor drei Tagen bewirkte,dass sich die offene Wunde an meinem Sprunggelenk nach 6 Wochen des Auslaufens endlich geschlossen hat! Yeah Baby! Fröhlich

Und damit schloss sich dann auch endlich dieses miese Gefühl der Panik in mir, dass das letzte Überbleibsel meines Tiefpunktes von vor 4 Wochen war.

Schon als ich aus Hamburg wiederkam, nein bereits auf dem Rückweg von meinem Arztbesuch, zog sich langsam aber sicher die dick schwarze Wolkendecke, die über mir zu hängen schien, auf. Wurde Stück für Stück von all meinen Lieben durch ihre Anrufe, Mitteilungen und E-Mails (Danke Smartphone-Generation Fröhlich) zerrissen , die alle nur eine Frage in sich hatten: Wie liefs? Zu Hause angekommen empfing mich bereits ein Kreis von Freunden, die alle nach und nach bei mir in meiner kleinen Wohnung aufschlugen, um mich auszufragen, aufzuheitern, abzulenken oder um was auch immer in der Situation nötig gewesen wäre zu tun. Und es wirkte!

Die nächsten Tage und Wochen, bis zum heutigen Tag habt ihr mir gezeigt, wie sehr ich meine Wahrnehmung durch meine eigenen negativen Gedanken verschoben habe. Und der Höhepunkt des Augenöffnens passierte dann vor 5 Tagen, als im Rahmen von Ostern sich bei mir erst durch einen Blumenboten angekündigt, dann am Donnerstag der Osterhase in Form von drei ganz lieben Kolleginnen einfand.

Ich schreibe ganz bewusst nicht: ehemalige Kolleginnen, da sie mir an diesem Tag bewiesen haben, dass auch bei meiner Arbeit so unendlich Viele immer noch an mich denken, nach mir fragen und wissen wollen, wann "die Kleine" denn nun endlich wiederkommen würde.

Sie überreichten mir eine Karte, die wie sie sagten noch mal erweitert werden musste, damit auch jeder der unterschreiben wollte einen Platz auf ihr fand, übersät mit den liebsten Genesungswünschen,Grüßen, aufbauenden Worten und Späßen. Eine Geste, die bei mir so tief gewirkt hat, dass diese Karte einzig und allein schon ausgereicht hätte. Doch darüber hinaus überreichten die Drei mir im Namen aller Beteiligten auch noch zwei bunt geringelte Strümpfe, die den treffenden Namen „Happy Socks“ auf der Seite tragen Fröhlich , die randgefüllt mit einer Geldsammlung aller meiner Kollegen waren. Eine sagenhafte Summe, die selbst für Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen aus meiner Sicht viel zu großzügig gewesen wäre! Einfach verrückt!

Mir fiel die Kinnlade und ich war für den Rest des Tages und Wochenendes  einfach nur noch sprachlos! Und das will was bei mir heißen Fröhlich

 

Es tut mir echt leid angenommen zu haben, das auch nur einer von euch mich vergessen haben könnte oder dabei gewesen wäre, mich mir selbst zu überlassen.

Ihr alle seid mein Regenschirm, wenn die nächsten grauen Wolken aufziehen sollten. Ihr alle erinnert mich daran, dass (wie ich bereits schon ein mal hier geschrieben hatte und das wohl leider auch vergessen hatte) auch hinter den dicksten, schwarzesten Wolken die Sonne immer noch da ist.

Egal wie schwarz ich sehe, hinter all dem Mist ist eines unumstößlich –ihr seid immer noch da. Ich bin nicht alleine und Piranhas haben noch nie einen Menschen getötet! Fröhlich

Habt 1000 Dank für diese Erkenntnis!

...in diesem Sinne, auf den 10.000 Blogbesucher zusteuernd!!!...

2BeContinued

 

 Beschäftigt


 

01.04.2011 um 03:40 Uhr

Part 10: Erklärungsversuche

von: LinaMe

 Ich versuche meinen Freunden zu erklären, dass ich ja optimistisch sein will. Das ich wirklich alles gebe um mutig  zu sein, für das, was auf mich zukommt. Ich will ja für euch und für mich mir meine gute Laune wahren. Ich verspreche ja mein Bestes zu geben. Nicht zu einem verbitterten, sarkastischen Menschen zu werden. Nicht in ständiger Angst vor dem großen Unbekannten zu leben, dem "Was wird bloß mit mir passieren?". Doch alleine schaffe ich das nicht. Ich brauche euch.

Ich habe Angst euch zu verlieren, merke bereits, wie vereinzelt der Eine oder die Andere mir im Stillen begonnen haben den Rücken zukehren. Weil ich vielleicht zu pessimistisch, doch schon zu sarkastisch, oder einfach zu negativ geworden bin? Oder weil meine Krankheit langsam die Schwelle zum Alltäglichen überschritten hat? Vielleicht ist es für euch bereits "normal" geworden mich so zu erleben. Doch für mich fühlt sich meine Situation mit jeder Sekunde, mit jedem Tag immer surrealer an.

"Du musst optimistisch sein" 

"Na, wie geht es dir denn heute?"

"Irgendwie kann man dir ja auch nichts mehr sagen, was dich aufbaut"

"Lass dich nicht so hängen"

"Es kann ja auch nicht immer jemand bei dir sein"

"Ach das ist doch nur nen Arztbesuch"

"Wird schon nicht so schlimm sein"

"Du packst das schon"

Ich will hier raus, will nicht länger erklären müssen wie es mir geht. Für die, denen es zu sehr ans Herz geht, es beschwichtigen müssen. Für die, die nicht mehr wissen wie sie mit mir umgehen sollen wenn ich am Boden bin, mich aufleben zu lassen. Ich weiß selbst, dass man mir nichts mehr raten kann. So sehr ich auch verzweifelt nach einer Lösung suche weiß ich, dass sie mir keiner von euch geben kann. Ich will einfach nur, dass ihr bei mir seit, mich in den Arm nehmt und einfach nur versteht, warum es mir so geht wie es mir geht und warum ich manchmal so drauf bin wie ich es bin. Traurig, doch nicht Mutlos. Verzweifelt, doch nicht in der Position es aufzugeben. Irgendwie neben mir, aber doch immer noch ich. Immer noch hier. 

Seit 4 Wochen geht es mit mir steil bergab. Seit 4 Wochen zerfrisst mich ein so ungutes Gefühl, das wie Felsbrocken auf meiner Brust mich mehr und mehr eindrückt, mir Angst, mir Panik macht. Meine Narbe am Sprunggelenk war und ist der Auslöser dafür, dass ich mittlerweile den Tiefpunkt meiner Krankheit erreicht habe. Nichtmehr ordentlich esse, nicht mehr ordentlich schlafe, nichtmehr ehrlich lächle, da sich alle meine Gedanken immer nur noch um diese verfluchte Narbe, um diese Krankheit drehen.  Ich war in den letzten 4 Wochen permanent beim Arzt, mir wurden die sich nicht selbst auflösenden Fäden in zwei schmerzhaften Sitzungen entfernt, es hieß, den Rest macht jetzt Mutter Natur. Doch Mutter Natur scheint wohl gerade im Urlaub zu sein... Mit jedem Tag scheint es meinem Bein schlechter zu gehen und niemand will etwas dagegen unternehmen. Ich verzweifele daran und meine Freunde sind ratlos. Wissen nicht mehr, was sie mir sagen sollen. Und ich versuche euch zu erklären, dass ich doch weiß, dass man mir nichts mehr raten kann. Seit einfach bei mir und helft mir so aus diesem Loch heraus, das ich ganz dringend und ganz schnell unbedingt hinter mir lassen muss. Und ich merke, dass ich das alleine nicht schaffen kann.

In 6 Stunden fahre ich nach Hamburg, zur großen, ersten Kontrolluntersuchung des transplantierten Knochenstückes. Es wird ein MRT gemacht, eine Röntgenaufnahme und ich werde meinem Operateur die Narbe zeigen, oder vielmehr das, was aus ihr geworden ist. Und hoffen, dass seine Antwort nicht sein wird, dass man abwarten muss, bis es von alleine weg ist, denn mit absoluter Sicherheit kann ich sagen, dass es nicht so aussieht, als ob dort irgendwas auch nur annähernd auf dem Weg der Besserung ist oder sich gar zurückbildet. Heute wird der Arzt mir den Stand der Dinge mitteilen. Wächst das Stück in mir an? Darf ich vielleicht sogar bald wieder mit der Belastung beginnen? Oder war vielleicht wieder alles um sonst?

Egal welche Antwort er mir geben wird, aus meinem Loch wird sie mich nicht herausholen. Denn ein guter Heilungsverlauf bedeutet automatisch, das die nächste, die vierte OP, dann sofort in greifbare Nähe rutscht und ich mich dem nächsten Eingriff Aug in Aug gegenüber sehe, ohne auch nur ein mal richtig Luft geholt haben zu können. Ich soll mich nicht verrückt machen, es ist doch nur ein ganz normaler Arztbesuch - und wieder versuche ich zu erklären, das ich das doch auch gar nicht will. Aber ich weiß einfach nicht, wie ich diese Gefühle verhindern kann, wie ich es schaffen soll ruhig zu bleiben? Vor allem, wenn die Operation wieder missglückt ist...


 21.Februar 2011: 

 

 

 

  01. März 2011:

  

 

10. März 2011 :

  

 

15. März 2011 :

 

18. März 2011 :

   

 

 22. März 2011 :

 

28.März 2011 :

  

 

31. März 2011 :

  

 

...2BeContinued...

 

10.03.2011 um 22:10 Uhr

Part 9: Immer wieder Donnerstag...

von: LinaMe

 
 
 
Heute ist Donnerstag*
 
 
*Eine kürzlich durchgeführte Analyse von Twittermeldungen durch US-Wissenschaftler hat ergeben, dass die Menschen am Donnerstag am schlechtesten gelaunt sind.
 
Wenn mich folglich demnächst wieder einmal jemand fragen sollte "Und, wie gehts dir denn heute so?",
was ungelogen seit Beginn meiner Krankheit durchschnittlich 2 bis 10 Mal pro Tag passiert (!), wird fortan meine Antwort nicht mehr ein grummeliges Knurren oder ein gepresstes, hoffentlich optimistisch wirkendes "Na muss ja" sein, sondern : "Es geht mir Donnerstag".Fröhlich
 
Denn was soll ich euch denn sonst zu meiner Stimmung erzählen? Wie schon die beiden Male davor bin ich Mittlerweile wieder an meinem Tiefpunkt angekommen-4 Wochen nach der OP-, mein neuer, persönlicher Rekord Fröhlich, an dem jeder Tag einfach nur noch dem Nächsten gleicht.
 
Ich versuche das Beste draus zu machen, versuche mich nicht verrückt zu machen, versuche am liebsten niemandem mehr Rede und Antwort bezüglich meiner Lage stehen zu müssen, da sie sich eh auf der Stelle bewegt und versuche stattdessen jedes Mal nicht wieder so sehr zu leide, wenn mir mein Besuch von all den wahnsinnig tollen Dingen erzählt die er, sie oder andere gerade gemacht haben, oder demnächst machen werden oder gerade in dieser Sekunde, während ich hier in diesem verfluchten Bett liege dabei sind zu unternehmen
 
Wie beispielsweise eine Thailandrundreise, eine coole Party, ein Clubbesuch, im Schwimmbad abtauchen, nen Berg besteigen oder einfach nur ein Fußballspiel bei 12 Grad in der bereits warmen Märzsonne austragen.
Ich hör all den Geschichten mit Freude zu, aber spüre in mir parallel so ein gemeines Stechen. Ein Stechen, dass zu Traurigkeit, Eiversucht, und Ärger über mich und meinen unfähigen Körper wird. Ich bin 25 Jahre alt und vergammle in einem 140 x 200 cm Holzgestell das ich mein Bett nenne, vor einem PC mit einem Fenster direkt vor der Nase, durch das ich wenn die Sonne hineinscheint noch mehr spüren kann, wie die Welt sich ohne mich sekündlich weiterdreht.
 
Jeden Tag kommt ein Stück dieser Welt zu mir herein. Mein Besuch vor dem ich mich wahrhaft dieses Mal (nach der dritten OP) gar nicht mehr retten kann! Meine Freunde und Familie geben sich, einer nach dem Anderen, die Klinke in die Hand und ich bin quasi nie alleine, sie sind meine Welt. Sie sind meine Erlebnisse, meine Geschichten, mein Alltag und meine besonderen Ereignisse, meine Wut, meine Liebe, meine Langeweile, mein Halt und meine Abwechslung. Dank ihnen ist jeder Tag eine Abwechslung, doch letztlich verlasse ich doch nie mein Bett. Letztlich ist doch irgendwie immer Donnerstag.
 
Und heute, an einem laut Kalender wahrhaft waschechtem Donnerstag, verließ ich dann -ungeplanter Weise- doch mal das Bett. Aber wie gesagt, es ist Donnerstag und die Ursache für meinen Ausbruch war leider keine Positive.
Seit einigen Tagen haben die Schmerzen an meiner Hüfte nämlich leider wieder eingesetzt und die Ursache dafür sind die super modernen, sich selbstauflösenden Fäden, die sich allerdings irgendwie nicht auflösen wollen, die mir ja bei der letzten OP eingesetzt wurden. Heute, 4 Wochen nach der OP ist der aktuelle Stand, dass die Fäden wie gesagt immer noch vollständig vorhanden sind (zumindest die Teile, die aus meinem Körper rausgucken), nun allerdings mittlerweile fest in meiner Haut verwachsen sind und sich nun (zumindest an der Hüfte) definitiv entzündet haben.
An meinem Sprunggelenk ist ein anderes, mir nicht erklärliches Phänomen aufgetreten, nämlich eine rötliche Schattenbildung um den gesamten betroffenen Narbenbereich. Und um das Ganze  noch abzurunden habe ich seit meiner letzten Thrombosespritze eine von Größe und Festigkeit einer Murmel verdammt ähnliche Verhärtung unter meiner Bauchdecke, die ebenfalls ordentlich unangenehm ist. Ich nehme mal wieder mit was geht!
  Fröhlich
 
 
Wusstet ihr übriigens, dass man für stinknormale Schnittwunden, die man ja bekanntlich nicht nähen muss, sondern mit nem handelsüblichen Pflaster versorgt, auch ganz einfacher Sekundenkleber als Pflaster genommen werden kann? Kein Problem. Zumindest bis man das "Pflaster" dann abziehen möchteFröhlich
 
 Heut, an diesem schönene milden Donnerstag im März war, ich also bei meiner Hausärztin zu Besuch um ihr all meine neusten Errungenschaften vorzuführen.
Generell hat sie meine bisher gewonnene Erkenntnis unterstützt: Sich selbstauflösende Fäden sind eine Bitch!
Wie ich schon in zahlreichen Foren zuvor gelesen hatte, machen solche Fäden den "Besitzern" immer wieder die größten Schwierigkeiten und auch sie, meine Hausärztin, würde generell immer eher zur klassischen Variante des Fadens raten.
Generell benutzt man solche Fäden auch eher in der Schönheitschirurgie, da die verbleibenden Narben (wenn es natürlich zu keiner Entzündung oder ähnlichem kommen sollte) sehr viel schöner verwachsen und oft sehr viel dünner und saubereram Ende  aussehen. Doch leider tritt dieser "best case" viel zu selten ein. Stattdessen kommt esbei den Patienten  zuhauf zu Unverträglichkeiten, schmerzhaften Verwachsungen und unerträglich langen Phasen der Haltbarkeit dieser verfluchten Fäden. Ich habe sogar von einer Frau gelesen, die eine Schönheitsoperation im Gesicht hatte und deren Fäden nach noch über einem Jahr vorhanden waren. Im GESICHT. Folglich kann ich an dieser Stelle einfach nur jedem raten der eine sehr empfindliche oder zarte Haut hat, haut ab, wenn euch jemand mit sich "selbstauflösenden" Fäden kommt!
 
Für mich gilt, da mir leider niemand diesen Rat gegeben hatten nun: Salbenverband damit die Entzündung hoffentlich bald zurück geht, meine Temperatur und die Färbung meines Beines im Auge behalten und mal wieder: GEDULT.Traurig
Ach ja, was den Knubbel an meinem Bauch angeht, ist das eine unangenehme Nebenerscheinung der Thrombosespritze, was mir zuvor einfach erspart geblieben war. Nichts beunruhigendes, sondern eher etwas, was passieren kann, wenn man mal aus versehen mit der Spritze ne blöde Stelle trifft. Es tut einfach nur ziemlich doll weh und bleibt mir höchst wahrscheinlich noch 2 bis 3 weitere Donnerstage erhalten, bis sich das Ganze dann wieder in Luft auflöst. Na wenn das kein "Glück gehabt" verdient hat, dann weiß ich auch nicht Fröhlich !
 
Am 1. April -kein Scherz- hab ich meinen nächsten und ersten Kontrolltermin in Hamburg nach der dritten OP. Dort wird es dann ernst für mich, denn nach aller Wahrscheinlichkeit lässt sich an diesem Tag (übrigens ein Freitag Fröhlich) sagen, ob die OP geglückt ist und ich auf dem besten Weg der Heilung bin, oder eher nicht.
Also Jungs und Mädels, bitte bitte Daumen drücken, dann irgendwie hab ich das Gefühl, dass meine zwei nicht ausreichen, so wie der Geist der "Ungesundheit" über mir festhängt! 
 
In diesem Sinne und in der Hoffnung auf weniger Donnerstag in unser aller Leben
 
...2BeContinued!... 
 
 

27.02.2011 um 01:41 Uhr

Part 8: Do's and Dont's

von: LinaMe


  
 
Dinge die man tun sollte:
 
 -Stehts mit einer Maske am Hinterkopf die furchtbar große Augen hat herumlaufen, da man so die größte Chance hat nicht von einem Tiger angefallen zu werden.
-Einmal in seinem Leben mit dem Ringfinger in der Nase bohren, einfach um eine der unwichtigsten Statistiken der letzten Zeit, nämlich dass durchschnittlich  65,1 Prozent der Menschen den Zeigefinger, 20,2 Prozent der Menschen den kleinen Finger und 16,4 Prozent der Menschen den Daumen benutzen um in der Nase zu bohren, zu widerlegen.
-Sich immer für den Arzt entscheiden, bei dem man definitiv und zu 100% ein gutes Gefühl im Bauch hat, auch wenn es bedeutet sich damit eventuell ganz furchtbar viele Umstände zu schaffen, wie Transportschwierigkeiten die es gilt zu überwinden, Reisekosten oder auch ganz ganz viel Heimweh. Es lohnt sich trotzdem!
...Und wenn dann, selbst bei den einfachsten Dingen wie dem Ziehen des Schlauches 3 Tage nach der OP aus dem jeweils betroffenen Körperteil (hier Sprunggelenk), ein anderer Arzt kommt, um das "eben schnell mal zu machen", während er sich anstatt mit dir zu beschäftigen etwas zu angeregt mit deiner Bettnachbarin unterhält, die er noch aus guten alten Tagen kennt, dann SCHREI!!!
-SCHREI um seine VOLLE Aufmerksamkeit zu erhalten! Wirf ihm deine Bettpfanne an den Kopf und benutze ihn als Zielscheibe für die (hoffentlich noch in deiner Reichweite herumliegenden) Thrombosespritzen.
Denn sonst könnte dir das passieren, was mir bei meinem aktuellen KH-Aufenthalt den Tag so richtig versaut hatte.
 Er entfernte die OP-Pflaster, würdigte dem Gelenk maximal einen kurzen Blick aus dem Augenwinkel und zog mit einem ordentlichen Ruck an dem Schlauch, der schräg über meinem Knöchel aus meinem Körper raus, in eine mittlerweile mit Flüssigkeit gefüllte Plastikflasche trat.
Leider hatte der Doc bei aller "Aufmerksamkeit" nicht bemerkt, dass der Schlauch noch an mir mit 2 äußerst reißfesten Fäden festgenäht war!!!
 
Was mich zu dem Punkt: Dinge die man NICHT tun sollte, die DONT'S, bringt:
 
Zum Beispiel: seiner Frau einen Heiratsantrag machen (so wie Tony Blair es einst tat!!!), während sie gerade auf Knien das Klo putzt!
-Mit einem Spritzer des Parfums "Obsession" von Calvin Klein auf Safari gehen, da eine kleinste Menge des Zeugs genügt, um Raubkatzen aus mehreren hundert Metern Entfernung anzulocken.
-Sich eine Rückenmarksnarkose geben lassen, wenn man nicht Nerven wie Drahtseile hat und die Option wahrnehmen möchte, während einer 3-stündigen Transplantation bei vollem Bewusstsein zu sein! Ja ihr lest richtig, die Chance hat man bei der Variante!... Wobei ich hier einräumen muss, dass ich persönlich mich "bereits" nach 1 1/2 Stunden dann intravenös mit Schlafmitteln habe ausknocken lassen, nachdem ich mir jedoch noch aussuchen konnte von welchem Beckenkamm (Rechter oder Linker) sie das Knochenstück entnehmen sollen und kurz danach noch gespürt habe, wie ein Messer mir die linke Hüfte aufschnitt, meine Haut auseinander geklappt wurde und so ziemlich unmittelbar danach irgend etwas Hammer und Meißel ähnliches mir in den Beckenkamm gerammt wurde. Da dieser Prozess jedoch, ähnlich wie bei einer Spritze beim Zahnarzt mit anschließendem Bohren, völlig Schmerzfrei ablief, das Gefühl wie ein Skalpell jedoch in meine Hautschichten gleitet und ich dann aufgeklappt werde, mich echt etwas durchdrehen ließ, kann ich persönlich von dieser Variante echt einfach nur abraten!!! 
Und wenn sich jetzt einer sagt: Na gut, dann lass ich mir halt gleich zu Beginn Schlafmittel geben, dem möchte ich an dieser Stelle noch von einem weiteren Nachteil dieser Narkosevariante berichten, der rückblickend noch 100 mal unangenehmer war, als das vorhergehend Beschriebene.
Bei einer Rückenmarksnarkose, die übrigens durch zwei Spritzen einem direkt am untersten Ende des Rückenmarks bei vollem Bewusstsein verabreicht wird, spürst du, wie schlagartig dein Körper etwa ab Bauchnabel abwärts gelähmt wird (sehr erschreckendes Gefühl nebenbei bemerkt!) und diese Lähmung hält noch weit nach der OP an. Zwar spürst du verhältnissmäßig schnell wieder deine Beine, doch war ich persönlich bis hin zum nächsten Morgen nicht Herrin gewisser anderer, sehr sehr wichtiger Muskelpartien in meinem Unterleib.
Um Klartext zu reden: Obwohl meine Blase nach der OP so voll war, dass ich einen Waldbrand mit dem Inhalt hätte löschen können, waren die entsprechenden Muskeln, die dafür zuständig gewesen wären dermaßen verkrampft und außerhalb meiner Kontrolle, dass anstatt Waldbrände zu killen meine Blase scheinbar auf dem besten Weg war mich selbst zu killen und zwar in dem sie jede Sekunde drohte zu implodieren!
Es war eine einzige Qual, die sich noch die nächsten 16 Stunden nach der OP, halten sollte, bis dann endlich langsam eine Besserung eintrat und mein Unterleib sich begann wieder zu lockern und ich langsam die Kontrolle wieder zurückgewann.
 
Ihr müsst übrigens wissen, dass es heißt, dass bei solch einer Transplantation der kritischste Part der Beckenkamm ist. Nicht der eigentliche Hauptpart, das kranke Sprunggelenk. Denn laut unzähligen Erfahrungsberichten ist es immer diese Stelle, die dem Betroffenen die meisten Schmerzen bereitet. Schmerzen, die in ihrer Heftigkeit bis zu 2 bis 3 Wochen nach solch einer OP anhalten können. So zumindest laut den Stationsärzten, die es mal wieder absolut verstanden dem Patienten auf psychologisch wertvolle Art "Hoffnung" zu machen. Denn ganz ehrlich, ich hatte noch nie solche Schmerzen, wie in den ersten Tage und Stunden nach der OP und war ja, dank diesen Göttern in Weiß, in dem Glauben, dass dieser Horrorzustand mich noch weitere 15 bis 20 Tage killen würde.
-Doch man sollte nicht immer Alles glauben, was Ärzte, dank Statistiken und Berichten aus irgendwelchen Büchern und Akten, einem als Tatsachen verkaufen! Der Schmerz war die Hölle, doch nach den ersten 3 Tagen begann er sich auf ein absolut akzeptables Level zu regulieren. Besonders angesichts dessen, was einem in Aussicht gestellt wurde! Und Heute, gut 2 Wochen nach der OP, ist es die Hüfte die mir sogar die wenigsten Probleme  macht!
 
Ein Problem auf das mich niemand vorbereitet hatte und dem die Ärzte selbst in den ersten Tagen sich ratlos gegenüberstanden, war mein Bauch, der etwa nach 3 Tagen nach der OP auf das Volumen eines Bauches im etwa 4 bis 5 Schwangerschaftsmonats angeschwollen war und weh tat, als ob die Wehen bereits bei mir eingesetzt hätten. Nachdem tausend Vermutungen aufgestellt wurden, von Blinddarmentzündung über Medikamentenunverträglichkeit bis hin zu Darmproblemen, war es mein Arzt der (leider erst nach 4 Tagen das erste Mal an meinem Krankenbett erschein - der einzige kleine Kritikpunkt, den ich über den Hamburger übrigens äußern kann) - nach nur einem Blick und etwas Abtasten gleich zwei völlig andere Theorien hatte, von der Eine sich natürlich als vollkommen richtig erwies! Und für alle, die vielleicht eines Tages vor dem selben Problem stehen: Aufgepasst und mitgeschrieben, denn so spart ihr euch kiloweise Schwachsinnsdiagnosen, Schmerzmittel, eure Nerven und eine Vielzahl von  Medikamentencocktails!
A) Es kann sich um einen Bluterguss handeln, der durch die OP im Innern der Magengegend entstanden ist, aber von Außen durch keinerlei Verfärbung zu sehen ist und die Größe bis hin zu der eines Tennisballs annehmen kann und so mehr als nur unangenehme Schmerzen und einen Blähbauch verursachen kann. 
...oder...
B) Durch die Transplantation entsteht eine sehr unebene Knochenoberfläche an der Stelle, an der Knochen aus dem Beckenkamm geholt wurde. Diese, oft sehr rauhe Oberfläche kann bei jeder Bewegung so gegen die Außenseite des Magens reiben, dass sich die betroffene Stelle der Magenwand entzündet und es so bis hin zu einer Bauchfellentzündung kommen kann, die man nur durch Ultraschall und nicht durch ein Blutbild entdecken kann, da sie nicht auf Bakterien beruht.
 
Bei mir traf B zu.
Und ja, ich hab auch diese Mal einfach nichts ausgelassen Fröhlich
 
DOCH... und jetzt kommts...es hat sich gelohnt!!!
Mir ist bewusst, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis ich genaueres von offizieller Seite weiß, aber und das ist mein voller Ernst, ich bin zum ersten Mal wahrhaft optimistisch, was den Ausgang dieser OP angeht und was noch verrückter ist: selbst wenn die OP (entgegen meiner und der Erwartung meines Docs, dem Hamburger) missglückt sein sollte, bereue ich nichts. Es war die richtige Entscheidung. Hamburg, der Doc, dieses Krankenhaus, diese OP. Und auch wenn ich eher 10 weitere Anbohrungen über mich ergehen lassen würde, wenn es verhindern könnte, dass ich auch nur noch ein mal so einen Sch*** mitmachen muss, das mit dem Schlauch mir noch Heute Gänsehaut bereitet, mein Bauch jetzt von einer hässlichen Narbe verunstalltet ist...es fühlt sich plötzlich einfach so verdammt richtig an!
Es wurde endlich die Initiative ergriffen. Nach knapp 2 Jahren des Rumdrucksens, Experimentierens, des "Eventuell" und "ganz vielleicht", geldverschlingender, völlig nutzloser "Therapien" und und und wurde endlich etwas getan, das mir mit jeder Phaser meines Körpers als das Richtige erscheint. Und wenn es nicht funktionieren sollte, wenn das wirklich der Fall sein sollt, dann ist nicht die Behandlung schuld, sondern mein Körper, der es auf ein Neues nicht geschafft hat eine gesunde und normale Durchblutung meines Sprunggelenkes auf die Reihe zu bekommen. Denn das Loch in meinem Sprunggelenk -der Defekt- ist Lückenlos gefüllt, der Knorpel darüber so gut wie gar nicht beschädigt. Das Loch in meiner Hüfte wird innerhalb der nächsten Monate und Jahre wieder so zuwachsen, dass man selbst auf einem Röntgenbild 2 mal gucken werden muss, um einen unterschied zu einem "normalen" Bechenkamm zu entdecken. Der Doc hat alles richtig gemacht, ich habe alles richtig gemacht und jetzt heißt es ganz fest an sich selbst, oder besser gesagt meinen Körper glauben, denn jetzt liegt alles in seiner Hand.
Und was in diesem Fall die Do's and Dont's sind, brauche ich ihm definitiv nicht mehr erklären!
Fröhlich 
 
Hoffen wir nur, er hält sich dieses mal auch dran... 
 
in diesem Sinne 
...2BeContinued... 
 
 

18.02.2011 um 19:06 Uhr

Part 7a: Impressionen einer Transplantation :)

von: LinaMe

 Impressionen einer Transplantation 

 
Schritt 3: Ran an die Hüfte, Knochen entnehmen.
Schritt 4: Zurechtpfeilen und unten wieder reinpuzzeln
Schritt 5: Zunähen.....   

Schritt 6: Die volle Dröhnung!...

Ab schritt 7: Alles irgendwie etwas verschwommen Fröhlich...

   

    
 
Schritt 8: Regeneration durch Nahrungsaufnahme 

    
 
Schritt 8b: Regeneration durch RICHTIGE Nahrungsaufnahme Fröhlich... 
 
 
Schritt 9: Genesung!!! Fröhlich
 
 

Das Erlebnis meiner 3. OP in ausführlicher Textform folgt in Kürze!

Und für alle die es vielleicht mehr betrifft als Andere da sie selbst an OD leiden,...ich denke ich habe vielleicht ein paar sehr wertvolle Tips sammeln können! ... die Do's and Dont's einer Transplantation aus dem Beckenkamm! Lesen lohnt sich!

 

In diesem Sinne:

...2BeContinued... 

 

08.02.2011 um 14:59 Uhr

Part 6: letzte Vorbereitungen...

von: LinaMe

 

Ich frag mich echt was sich die Natur dabei gedacht hat, als sie das Felsenbein als den härtesten Knochen in unserem Körper erschaffen hat. Der sitzt unsinniger Weise nämlich in der unmittelbaren Nähe unseres Innenohrs. Wirklich klasse gemacht! Also ich persönlich hätte da ja sowas wie das Sprunggelenk für sinnvoller gehalten, aber meine Meinung ist jetzt ja auch nicht ganz so neutral.Fröhlich

Morgen gegen 13 Uhr geht die Reise nach Hamburg los, so dass ich einen Tag vor der OP dort in aller Ruhe ankommen kann, nochmal die Reeperbahn unsicher machen und mir nen Musical angucken werde, um dann hoffentlich, anstatt die Minuten und Sekunden bis zum nächsten Morgen zu zählen, todmüde ins Bett fallen werde.

Wusstet ihr, dass die Angst vor Erdnussbutter, die am Gaumen kleben bleibt Arachibutyrophobie heißt? Oder das Meteorismus der medizinische Begriff für krankhafte Blähungen ist? Oder auch, das falsches Lächeln in der Wissenschaft "PanAm-Lächeln" genannt wird? In Anlehnung an die Stewardessen der Fluglinie!

 Für jeden Mist gibt es nen Fachbegriff. Doch leider konnte ich, auch nach noch so langem Recherchieren, keinen Fachausdruck für den langsam wachsenden, panisch wechselnden Gemütszustand finden, den man hat, wenn man gerade dabei ist seine Freunde und Familie das letzte Mal vor einer OP zu umarmen, seine Wohnung noch schnell behindertenfreundlich umbaut, seine Thrombosespritzen zusammen mit Wimperntusche und Deo in einem Beutel im Handgepäck verschwinden lässt und seine Krücken aus dem Schrank holt, um sie an seine Reisetasche zu stellen, damit man sie auch definitiv nicht vergisst. 

Alles ist vorbereitet und mit jedem neuen OP-Versuch merke ich, dass ich in meinen Vorbereitungen immer professioneller werde. Ihr solltet mal mein "Krankenlager Version 3.0" sehen. Echt der Wahnsinn...alles was ich definitiv oder auch nur annähern in den nächsten 3 Monaten brauchen könnte befindet sich  in einer Armlänge von mir und meinem Bett entfernt. Und trotzdem herrscht Gemütlichkeit ohne Ende! Es gibt einen Master-Versorgungsplan bezüglich Haushalt, Einkäufe und der Zubereitung von Mahlzeiten...an Alles ist gedacht. Nur die miesen Thrombosespritzen, die bleiben mir selbst überlassen.

Und, da ich ja allein in einer 1-Zimmerwohnung wohne und es so vielleicht ja dann doch zu irgendeinem Versorgungsengpass kommen könnte, gibt es sogar noch ein Ausweichlager, was innerhalb von wenigen Stunden nach Äußerung des Wunsches, in der Wohnung meines besten Freunds, bezugsfertig wäre. Wie gesagt: An Alles ist gedacht,....hoffe ich zumindest!

Morgen um 16 Uhr erfahre ich, wann ich am Donnerstag, also übermorgen, genau operiert werde. Ich kann nicht sagen, ob ich mir wünsche, dass es um 6, 8 oder 10Uhr ist. Ich wünsche mir, dass es gar nicht ist. Und ich den Hamburg-trip lieber damit verbringen könnte, den Mann zu suchen, den die Stadt Hamburg (als einzige Stadt Deutschlands) mit dem Beruf des Schwanenaufsehers bedacht hat. Mit ihm könnte ich mich dann sicherlich (höchstwahrscheinlich im Stadtpark Hamburgs) auf eine Bank am Teich setzen, über Gott und die Welt reden, mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und dabei meinen alten, mitgebrachten Brotkannten zerkrümeln und dem gierigen,langhalsigen Federvieh zum Fraß vorwerfen. 

Stattdessen setzte ich mein "PanAm-Lächeln"auf - gute Mine zum bösen Spiel - und versichere Allen, dass ich das schon packen werde. Hey und wer weiß, vielleicht werde ich ja noch irgendwann, irgendwie so ne richtige Berühmtheit, denn dann könnte mir vielleicht auch das passieren, was Marilyn Monroe passiert ist, was echt der absolute Wahnsinn wäre! Denn gerade mal drei Röntgenbilder von Marilyn erzielten ein mal bei einer Versteigerung 45 000 Dollar! Wow! So viele Röntgenbilder wie es von mir mitlerweile gibt....Jackpot Fröhlich 

 

Hm allerdings...war sie nicht schon lange Tod, als die Versteigerung lief? - Ach verdammt!

Naja, aber ich werde das schon irgendwie hinbekommen Fröhlich 

...In diesem Sinne, wünscht mir viel Spaß auf der Reeperbahn...

-und wenn sie nicht gestorben sind, dann lesen wir uns (zwar nicht morgen) aber so bald ich wieder in der Lage bin zu tippen Fröhlich ...Also wie gesagt, in diesem Sinne nun und finally:

 

...2beContinued...

 

05.02.2011 um 14:40 Uhr

Part 5b: Auf zur Schlachtbank ;)

von: LinaMe

 

... 

Bevor ich nach Brasilien fuhr hab ich mir natürlich diverse  Fakten und Informationen über mein Reiseziel durchgelesen, denn Vorbereitung ist ja das halbe Leben Fröhlich. Neben Fakten über Einreisebestimmungen, Impfungen, Klima, Geld und Preisniveau empfand ich diesen Tipp hier wohl als den „Hilfreichsten“Fröhlich

Brasilien- ein Schnellüberblick/ Rubrik „Bemerkenswerts“:

Brasilien ist Riesig!

Gut das mir das einer noch mal vorher gesagt hatte! Fröhlich Wer weiß, auf welch abenteuerliche Ideen ich sonst noch gekommen wäre. Doch so was wie „mal eben eine Wanderung von Rio nach Sao Paulo machen, weil die liegen ja quasi direkt nebeneinander“,...wäre mir ja, dank meinem Sprunggelenkszustand, eh nicht in den Sinn gekommen. Nein, der Urlaub war wohl eher ein sehr Ortsgebundener, was mir zum einen sehr sehr schwer fiel, da Brasilien einfach mal der Wahnsinn ist und einfach nach einer Rundreise schreit, aber anderer Seits (wie ihr auch schon auf den Bildern sehen konnten!) hatte ich mir ein extrem angenehmes Basislager gesucht! Und den einen oder anderen Trip haben wir ja dann sogar auch gewagt! Ob in ein nahegelegenes brasilianisches Hafendorf oder an DEN Traumstrand, den jeder einmal in seinem Leben für sich gefunden haben muss. Wir waren dort!

Doch die restliche Zeit aalte ich mich in der Sonne, planschte in diversen Poolanlagen, Resort-eigenen Buchten oder gleich ganz luxuriös in meinem kleinen aber feinen Privatpool, direkt unter meiner Bungalowveranda mit Blick auf ein Palmenmeer. Schwimmen und Sonne...alles was mein Arzt mir ans Herz gelegt hat Fröhlich. Also war ich ein ganz braves Mädchen! Und natürlich darüber hinaus noch 15 Tage einwandfreie Ernährung, vom Feinsten. Ich badete jeden Tag ,nicht nur wie ebenbereits schon erwähnt in meinem Pool, Meer und co. , sondern vor allem in einem Meer aus Früchten (von denen ich die Hälfte noch nie in meinem Leben gegessen hatte), grub mich all abendlich durch Salat, Käse und Sushiberge, verschlang ein Filet nach dem Anderen (ob Fisch, Steak oder Geflügel) und konnte es mir natürlich auch nicht verkneifen jeden Tag mit der Besteigung einer der milliarden Torten- , Mouse- oder Cremeberge zu beenden, die sich dort, auf sich unter den Massen scheinbar durchbiegenden endlosen Tafeln,  türmten. Kuchen, Suppen, frisch gepresster O-Saft solang bis man nicht mehr konnte, Joghurts, Langusten, Fisch, Fisch, Fisch, stuffed Potatos, Souffles, Quiche, Schokofondue, Garnelen, Spare Ribs, Anti-Pasti, Past, Pizza und und und!

Am Ende des Urlaubs, als wir bis zur Unkenntlichkeit entspannt, gebräunt und gesättigt auf unser Shuttle zum Flughafen warteten, war ich mir dann, als es vor uns anhielt und uns samt unserem Gepäck einlud, gar nicht mehr so sicher, ob wir jetzt nicht gleich, statt zum Flughafen gebracht zu werden, zur Schlachtbank geführt werden würden, so gemästet waren wir Fröhlich

Wenn mir nicht gerade eine OP im Nacken sitzt und es meinen Beinen irgendwann wieder besser gehen sollte, (die Hoffnung stirbt zuletzt),will ich wieder in dieses echt hammermäßig schöne Land und dann aber richtig! Rein in den Amazonas, die Iguacu-Wasserfälle besuchen (die drei mal größer als die Niagarafälle sind!!! Und bei denen stand mir damals schon der Mund sperrangelweit offen!!!) und rauf auf den Corcovade, den wohl berühmtesten Berg Brasiliens auf dem die 30 Meter hohe Erlöserstatue –Cristo Redentor- steht. All das, sagen wir mal habe ich nicht verpasst, sondern mir für später aufgehoben! So dass man schließlich auch noch mal ein paar gute Gründe hat, sich eine insgesamt 24-stündige Reisetortur erneut "ans Bein zu binden“ Fröhlich

Und jetzt bin ich wieder hier, back in good old...

Und ich werde aufgefressen von Rennereien, Stress und diesem ständig, im Hinterkopf pochenden Verlangen: „Das musst du aber noch mal gemacht haben bevor....“

Doch mittlerweile hat eben dieses Gefühl mich so mürbe gemacht, so entnervt. Denn es ist einfach mal ein verdammt beschissener Teufelskreis, den man euch glaube ich, außer ihr seid in einer ähnlichen Situation, nur schwer begreiflich machen kann.

Ich reiße mir jeden Tag aufs Neue nen Arm aus, damit dieser Tag ein geniales Erlebnis in sich birgt, etwas, dass ich ab dem 10.2. nach aller Wahrscheinlichkeit für eine unerträglich lange Zeit nicht mehr machen werden kann. Doch wenn ich dann eben so etwas auf die Beine stelle,  ein cooles Event irgendwo entdecke und meine Freund dort hin schleife, ertappe ich mich jedes mal dabei, dass anstatt das es mich „aufhellt“ es immer einen Tick dunkler in mir wird, denn mit jedem Tag, mit jedem Erlebnis, rück das Unabänderbare näher. Seit gestern heißt es nicht mehr: "Ich werde am 10.2. operiert" , sondern: „Ich werde am Donnerstag operiert“...

Und ich quetsche weiter,verzweifelt ein Erlebnis ans Nächste, jedes Einzelne von Ihnen eine weitere, runterzählende Zahl meines Countdowns. Gestern mit Freunden ins Theater, heute zum Brasilianer Essen gehen, morgen vielleicht in die Therme, oder Billard spielen, oder ins Museum, einen Club, eine Bar, eine Party... ich will diesen Shit nicht mehr, will das es soweit ist, jetzt, heute, sofort. Doch den Gefallen wir mir keiner tun. Ich bewege mich weiter, schön langsam, Schritt für Schritt, auf ein drittes Mal, ab ins offene Messer.

Wusstet ihr, dass in Paris jedes Jahr durchschnittlich 650 Personen ins Krankenhaus müssen, weil sie auf Hundescheiße ausrutschen?

Man, wünsch ich mir, dass das der Grund für meinen Krankenhausaufenthalt gewesen wäre. Fröhlich

 

Leute, wir lesen uns noch mal vor der OP, in diesem Sinne: 

 

...2beContinued... 

 

20.01.2011 um 20:20 Uhr

Part 5a: Erst die Bilder, dann das Vergnügen...

von: LinaMe

 Fernweh

 
5 Wochen vor meiner dritten OP, also am 3. Januar 2011, hab ich meine Akkus noch einmal so richtig aufgefüllt und bin nach Brasilien ausgerissen. 2 Wochen voller Sonne, Entspannung, Vitamin D (was äußerst gut für die Knochen ist! Fröhlich )
und und und. Ich war also Quasi auf Kur!Fröhlich...Seit gestern bin ich nun wieder sicher in good old Berlin gelandet. Und hier exklusiv für meine Leser, Freunde und alle Interessierten schon mal die Weltpremiere meiner schönsten Reiseaufnahmen... ein ausführlicher Bericht kommt, sobald ich mich wieder akklimatisiert habe Fröhlich
 
...enjoy...
Fröhlich 
 
                                           
 
...2BeContinued!... 

20.01.2011 um 10:08 Uhr

Einschub

von: LinaMe

 
 
Hier auf Grund der Nachfrage 
 einmal einen Vergleich zwischen (links) einem normalen MRT und (rechts) einem 3 Tesla-MRT
bei einem gesunden Fußgelenk.
 
 
 

17.12.2010 um 05:08 Uhr

Part 4: Der Hamburger

von: LinaMe

 

 

10 Tage sind vergangen seitdem ich mir den Hamburger zur Brust genommen habe.

Seitdem ich schweren Herzens mich für einen Weg entschieden habe und seitdem ich wohl einen der weisesten Ratschläge erhalten habe, den mir je jemand seit Entdeckung meiner Krankheit gegeben hatte. 

Es war Dienstag der 7. Dezember, als ich nach einer dreistündigen Busfahrt am Hamburger Omninusbahnhof auf die Straße trat und von einer “steifen Briese”, wie der Norddeutsche zu sagen pflegt, begrüßt wurde.

Es war noch Zeit bis ich mein sagenumwogenes 3 Tesla-MRT und den anschließenden Termin bei dem Hamburger haben sollte. Und so begab ich mich zu einem verspäteten Frühstück mit zwei Freunden in ein nahe gelegenes Café.

Ich persönlich verzichtete jedoch auf feste Nahrung und widmete mich einem frischgepressten Orangensaft, der dem unguten Gefühl in meinem Magen zwar nicht weiterhalf, aber zumindest einen guten Beitrag für mein Immunsystem leisten würde, so hoffte ich zumindest.

Nacht etwas Smalltalk begannen wir uns dann (unvermeidlicher Weise) über meine aktuelle Lage zu unterhalten...

Welchem Arzt sollte ich vertrauen? Welcher Aussage glauben und für welchen Weg sollte ich mich denn nun Heute letztendlich entscheiden?

Vieles wurde angedacht, von uns abgewogen und hinterfragt, so sehr, dass mir all das noch immer im Kopf umher kreiste, als ich dann nur wenige Stunden später endlich im Behandlungszimmer des Hamburgers saß.

Das 3 Tesla-MRT hatte ich gerade hinter mich gebracht.

Dazu kann ich übrigens nur sagen (als alter Profi, der zuvor bereits 6 MRTs hinter sich hatte;) einem wird nicht nur gesagt, dass das Ding das stärkste und damit hochauflösendste MRT weltweit ist. Nein, man spürt es buchstäblich in jeder Faser seines Körpers, wenn man in ihm liegt. Man hat keine Schmerzen oder so, keine Angst, aber ich bin der festen Überzeugung, dass ich wahrhaft gefühlt habe, wie jede einzelne Magnetwelle durch meine Beine “gewandert” ist! Echt heftig!

Aber noch schräger waren nun die Einblicke, die ich dank diesem neuartigen "Megateil" nun vor mir sah.

Der Hamburger hatte den Raum betreten und wir blickten nun gemeinsam auf das Resultat der Aufnahmen. Er hatte die Bilder via CD auf seinen Flachbildschirm gespielt und den Monitor mir zugedreht.

Er brauchte nicht viel zu sagen, tat es aber trotzdem. Während ich zugleich fasziniert von dieser so verflucht detaillierten, hochaufgelösten Aufnahme vor mir war, so war ich doch zugleich zutiefst erschrocken, über dieses gigantische schwarze Nichts in mitten meines Sprunggelenkes, wo doch eigentlich Knochen zu sehen sein sollte.

Der Defekt hatte sich eindeutig fast verdoppelt in seinen Ausmaßen. Der Knorpel war ganz klar beschädigt und auch die Einlagerung von Flüssigkeit an Stellen, wo diese einfach mal nicht hingehört war, ohne auch nur ein Wort von dem Hamburger gehört zu haben, für mich klar und deutlich zu erkennen.

Nachdem ich das Bild stumm fixiert hatte und mir über das Ausmaß des Schaden einen Überblick verschafft hatte, merkte ich, dass der Hamburger bereits dabei war mir das Gesehene im Detail zu erläutern. Ohne das mein Blick von dem Bildschirm weg wanderte blendete ich die Stimme des Hamburgers ganz langsam wieder ein…

“…was Sie hier ganz deutlich erkennen können.Das worüber wir bereits beim letzten Mal gesprochen hatten ist hiermit leider definitive. Aus meiner Sicht ist eine OP dringend notwendig. In einem Zeitrahmen von spätestens Ende Januar kommenden Jahres bis Anfang Februar.”

Ich sah das Selbe was auch er vor sich sah, ein zerstörtes Sprunggelenk, darüber ließ sich nicht diskutieren. Doch trotzdem kreisten all diese verfluchten, kontroversen Aussagen, all dieser "Fachleute" wie wild in meinem Kopf umher.

-Für die nächsten 3 bis 4 Jahre kostspielige Therapien und dann Daumen drücken

- Kaputt ist kaput, Arthrose bekomme ich so oder so.

-Hände in den Schoß und abwarten, bis irgendjemand bereit ist mir künstliche Gelenke einzupflanzen

-Hyperbare Sauerstofftherapien, Verklebungen abschleifen, Tee trinken, umkippen, auslaufen und verdunsten…

Und ich konnte nicht länger an mich halten. Ich schütte dem Hamburger mein Herz aus, erzählte ihm von der einen und der anderen Theorie, dass sich keine mit der Anderen deckt (seine eingeschlossen) und schloß mit der ehrlichen und offenen Frage an Ihn, nicht etwa was passiert wenn die OP schief gehen würde, sondern was passiert, was er sich davon verspricht, wenn die OPs gut verlaufen sollten.

Wozu operieren, wenn mich doch scheinbar eh bereits jeder abgeschrieben hat…Arthrose so oder so, kaputt ist kaputt...?!?

Er sah mich an und tat erneut das, wofür ich diesen Arzt mehr als alles andere schätze. Er begann mit mir zu reden, mir alles zu erklären, jede meiner Fragen und Zweifel zu beantworten und auch ehrlich mit mir zu sein!

“Ich verspreche Ihnen nicht, dass dies ihre letzten beiden OP’s sein werden. Es liegt immer noch ein großes Stück daran, wie ihr Körper die Tranplantate annimmt und ob es ihr Körper schafft die entsprechenden Stücke nach den OP’s wieder anwachsen zu lassen.

Die Chancen stehen um ein Weites besser, als bei der einfachen Anbohrung, denn damals sollte totes Knochenmaterial wiederbelebt und so auch wieder von ihrem gesunden Gelenk angezogen werden und festwachsen. Totes Material. Bei einer Transplantation soll hingegen gesundes Material an gesundes Material anwachsen ,dass das einen großen Unterschied macht brauche ich ihnen denke ich nicht weiter zu erläutern. Gut, was passiert wenn es nicht funktioniert? Wir werden es mit der selben Methode erneut und erneut versuchen. Bis es irgendwann, von mir aus nach OP 8 oder sogar OP 9 funktioniert. Das mag hart für Sie klingen, aber soweit muss es ja nicht kommen. Sie sind ein junger Mensch. Je jünger desto besser die Chancen auf ein Zusammenwachsen. Ihr Stoffwechsel ist im Hochbetrieb, ihr Körper heilt noch ganz anders als bei einem älteren Menschen. Ein Grund zu hoffen.

Denn die andere Alternative wäre, wie sie selbst sagen, die Hände in den Schoß zu legen. Die vorgeschlagenen Therapien können einen Defekt dieser Art nicht heilen lassen. Die gesteigerte Durchblutung die die meisten dieser Behandlungen zu Folge hätte, kann als solches allein keine Wunder bewirken.

Doch wenn sie sich für die Variante des Nichtstun entscheiden, wird der Defekt wachsen. Anhand der aktuellen Bilder können sie sehen in welchem Tempo. Bis dann irgendwann ihr gesamtes Sprunggelenk so aussieht wie der hier zu erkennende, betroffende Bereich. Ab diesem Zeitpunkt ist dann auch eine Transplantation ausgeschlossen, denn es gäbe nichts mehr an das man transplantiertes Material befestigen könnte. Und das wäre dann auch der Zeitpunkt da dem sie nach aller Wahrscheinlichkeit eine Frühathrose haben weden. Dieser Zeitpunkt würde irgendwann zwischen jetzt und vorraussichtlich ihrem 30. Lebensjahr eintreffen.Von da an würden ihnen noch etwa 20 Jahre bleiben, bevor irgend ein Arzt in Betracht ziehen würde, ihnen dann Erlösung durch eine Sprunggelenksprothese zu verschaffen. Warum erst dann? Nun, die heutigen Prothesen haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 15 Jahren. Die Lebenserwartung einer Frau liegt derzeit bei durchschnittlich etwa 84 Jahren!

Eine Prothese einzsetzen ist ein schmerzhafter, langwieriger und hoch komplizierter Eingriff, den man nicht beliebig oft wiederholen kann. Vor ihrem 50. Lebensjahr würde es darauf hinauslaufen, dass sie zu oft in ihrem Leben eine solche OP überstehen müssten und das würde kein Arzt bei den heutigen Erkenntnissen der Medizin verantworten.

Selbst wenn es nun also nicht bei diesen beiden Ops bleiben sollte und sie die nächsten 2, 3 oder sogar 4 Jahre sich immer wieder in dieser Situation wiederfinden, bleiben ihnen bei erfolgreicher Transplantation noch mindestens 20 Jahre, die Sie, wenn sie alles so belassen würden und auf eine Prothese warten würde, niemals so leben könnten. Im besten Fall schmerzfrei und ohne eine Arthrose! Das ist mein Ziel. Denn die OP’s haben das Ziel das gesamt, zerstörte Material zu entfernen und stattdessen gesundes Material einzusetzen.Und wenn dieses lückenlos sich in das Gelenk einfügt, warum sollten sie dann noch Arthrose bekommen? Das Ziel ist es, den Defekt zu beseitigen. Meine Methode ist keine Garantie auf unmittelbare Heilung, aber ich denke sie ist eine Chance, die sie umbedingt wahrnehmen sollte. Ihnen steht nach jeder OP eine unheimlich lange und anstrengende "Auszeit" bevor,das ist richtig. Aber gemessen an der Lebenserwartung eines Menschen... und ansonsten wirken sie auf mich ja auch äußerst gesund und lebhaft, sollten sie sich diesen Weg wirklich durch den Kopf gehen lassen. Ich möchte Sie zu nichts drängen, doch wie gesagt…die MRT-Bilder zeigen mir den akuten Handlunsbedarf.”

 

Ich saß meinem Doc gegenüber.

Und meine Gedanken kehrten plötzlich noch einmal zu dem verspäteten Frühstück mit meinen beiden Freunden am Morgen zurück.

Ich saß in dem Café, hielt meinen frisch gepressten Orangensaft zwischen meinen Händen und war voller Verzweiflung und Ratlosigkeit auf der Suche nach jemandem, der mir diese verfluchte Entscheidung abnehmen würde und hoffte so sehr vielleicht wenigstens von einem der Beiden, so wie von jedem mit dem ich seither über meine Lage unterhalten hatte, DIE Antwort zu erhalten. Den Fahrplan, der mich aus dieser ganzen Scheiße rausführen sollte. Doch anstatt mir zu einer Entscheidung zu raten hörte ich stattdessen diese Worte:

“ Letztendlich ist es egal für welche Methode,welchen Arzt oder welchen Weg du dich entscheiden wirst. Du musst abwägen, dass ist ganz klar. Herausfinden welcher Weg der für dich richtigste ist. Doch das Entscheidende ist, dass egal welche Entscheidung du treffen wirst, du dann zu ihr stehe musst! Denn es wird kein Zurück für dich geben und ein “hätte ich doch bloß lieber…” würde dich nur noch mehr ins Unglück stürzen.

Bleibe dir selbst treu und entscheide dich für den Weg, mit dem du am ehesten Leben kannst.”

…Ich atmete noch ein mal tief ein und wusste dann endlich in genau diesem Moment als ich vor dem Hamburger saß, dass es nur den einen Weg geben würde, mit dem ich, auch bei Misserfolg, leben werden könne, ohne mir selbst einzureden " Hätte ich doch lieber...".

Ich blickte den Doc an: “...Gut,…dann also Februar 2011.”

 

Und nur eine knappe halbe Stunde später verließ ich die Praxis mit all den OP-vorbereitenden Unterlagen, die mir zu diesem Zeitpunkt nun schon mehr als vertraut waren, da ich sie bereits das dritte Mal innerhalb von 18 Monaten, in meinen Händen hielt und mit dem OP-Termin für meine nächste Operation im Kampf gegen eine verfluchte Geschichte, die ich bis Heute nicht ganz realisiere.

Es scheint Alles wie ein ganz verquerer Traum, aus dem ich stehtig hoffe endlich wieder zu erwachen, doch nicht recht weiß wie…

Der OP-Termin wurde auf den 10. Febraur 2011 festgesetzt.

 

…in diesem Sinne…

2BeContinued

 

12.12.2010 um 04:57 Uhr

Part 3: ...back 2 square one(Fortsetzung;)...

von: LinaMe

...  ....
 

 …die Fortsetzung…

Da war ich also. Zwischen dem einen Arzt, dessen Urteil mir die berechtigte Hoffnung auf Heilung gibt, aber zugleich die nächsten 1 ½ Jahre Krücken, Bettruhe, Rollstuhl, Thrombosespritzen, Schmerzen und vor allem Verzicht verspricht und dabei ja nicht mal versprechen kann, dass es die letzten beiden Op's sein werden.

Und auf der anderen Seite ein Doc, der der Meinung ist, dass eine Transplantation und all die Folgen daraus nicht nötig sind, oder anders gesagt: erst gar nicht zur Debatte stehen. Aber in seinen Aussagen eher verzweifelt wirkt, unsicher und nicht wirklich entschlossen.

 Natürlich war ich am Boden, denn wie kann es sein, dass zwei Ärzte der selben Fachrichtung so überdimensional unterschiedliche Ansichten haben und ich diejenige bin, die dann sich schmerzlich für den einleuchtenden, aber so viel schwereren Weg entscheiden muss?!?

 Doch The Flash hin oder her, wenn ich die kleine Stimme in mir ignorierte, die mir einreden wollte, dass ich doch eigentlich ganz gut laufen kann und deswegen eine OP Schwachsinn ist, wusste ich der Hamburger war der Arzt dem ich vertrauen sollte.

Doch dann kam, ohne das ich es beabsichtigte, Meinung nummer Drei. Und wie sollte es anders sein, sie warf wieder alles in mir über den Haufen. Und das kam so...

Seit Oktober bin ich Mitglied in einem medizinischen Fitnesstudio. Dort bin ich zusammen mit meiner Mum eingetreten, um meine Beine wieder zu stärken und aus meinen dürren Stöckern (so bezeichne ich das, was nach 1 ½ Jahren immer wiederkehrender Entlastung und Schonung von meinen Beinen noch übrig gebleiben ist) wieder richtige Waden zu machen und dazu kann man dort auch ein Trainingsprogramm ausarbeiten, mit dem der Focus auf eine Arthroseprävention gelegt wird. Ebenfalls sehr sinvoll bei einer OD!

Nach dem 10. Training hat man dort dann regulär eine ärztliche Untersuchung vor Ort bei einem Sportmediziner, der überprüfen soll ob das von den Trainern zusammengestellte Programm auch nicht gesundheitlich bedenklich für einen ist.

Also mal wieder ein weiterer Arztbesuch auf meiner 2Do-Liste. “Aber was sollts”,dachte ich mir und betrat das Behandlungszimmer des  Pessimisten(wie ich ihn an dieser Stelle taufen möchte...).

Nachdem er mich nach Alter , Größe und Gewicht gefragt hatte, folgte die vierte offensichtliche Standardfrage seinerseits. Doch sollte er dies bezüglich von mir leider keine Standardantwort erhalten:

“Und warum sind sie denn zum Kieser-Traininggekommen?”

Normalerweise saßen wohl dort vor ihm eher Bürohengst, Hausfrauen oder auch der eine oder andere Senior, die mit Nackenschmerzen, Altersathrose und Rückenproblemen zu ihm kamen, doch ich hatte da ja leider eine bisschen andere Story wie Ihr ja wisst…

Als diese dann erzählt war, schien der schon etwas ergraute Doc aus seiner Routine gerissen. Er war plötzlich voll da und begann richtig lebhaft zu werden.

Nach diversen Fragen zu meinem bisherigen Krankheitsverlauf, erklärte er mir, (Berlin ist eben doch ein Dorf!) das TheFlash bei ihm als Assistensarzt unter anderen gelernt hätte und dass das noch gar nicht sooo lange her sei!

Er sagte es nicht gerade heraus, doch ließ er seine Meinung von Flash eindeutig durchscheinen. Und es war leider keine Gute. Ein Fakt, der den Pessimisten mir gleich sympatischer werden ließ.

Und ich hörte ihm gespannt und voller Aufmerksamkeit zu, ohne zu ahnen, das ich innerhalb der nächsten 20 Minuten, noch verwirrter, noch verzweifelter und von jedem Optimismus verlassen seine Behandlungsräume verlassen würde.


“Meine Liebe, Sie sind noch sehr Jung und sie stehen jetzt vor der Entscheidung, sich womöglich immer und immer wieder operieren zu lassen. Ohne Erfolg. Da will ich gar nichts beschönigen. Und Sie sind gerade dabei zu einem Arzt nach Hamburg zu fahren und Vertrauen aufzubauen,  bei dem das hohe Risiko besteht, dass sie wenn sie nach ihrer Rückkehr hier nachträglich Probleme haben und schnell etwas bei ihnen gemacht werden muss in Berlin von den behandelnden Ärzten abgelehnt werden,weil sie die Arbeit eines Anderen nicht weitermachen wollen oder hineinpfuschen wollen…

Finden sie sich damit ab, egal was sie machen, Arthrose bekommen Sie so oder so. Kaputt ist kaput und eine OP kann da auch nichts dran ändern. Seien sie nicht enttäuscht. Ich sage ihnen wies ist.

Aber der Bereich Prothesen wird ja von Jahr zu Jahr immer besser. Sie würden wahrscheinlich gar nicht glauben, was die schon alles leisten können! Nun sind sie ein wenig zu jung für eine Prothese. Aber ich will damit sagen, dass es ja dann auch noch eine Perspektive gibt. Passen Sie mal auf, ich geb ihnen die Nummer von einem Kollegen hier in Berlin. Er wird als der Sprunggelenksguru hier und sogar in ganz Deutschland gehandelt! Machen Sie einen Termin bei ihm, versprechen Sie es mir. Und er wird ihnen das Alles ganz genau erklären und sie können sich sicher sein, dass sie da an der richtigen Adresse sind was Prothesen und Ähnliches bezüglich Sprunggelenkserkrankungen angeht. Der Mann ist einfach genial auf seinem Gebiet…..(Kurze stilistische Pause seinerseits, dann ein tiefer Athmer und ein betroffener,durchdringender Blick, den ich gekonnt an mir vorbeigleiten ließ)… Tja, da hat ihnen das Schicksal schon echt übel mitgespielt. Da haben sie wohl etwas zu oft hier gerufen, als verteilt wurde….(weitere dramaturgische Pause)….und es kann natürlich auch sein, das noch weitere Stellen in ihrem Körper betroffen sind, so was lässt sich da ja leider nicht ausschließen. Aber gehen sie erstmal zu dem Kollegen und wenn sie irgendetwas brauche gebe ich ihnen noch die Adresse meiner Praxis. Überweisungen jeder Art, einfach bei mir vorbeischauen und wir helfen ihnen da gerne weiter!”...

WOW, was zum Teufel war das denn?!?! Das altbekannte Rauschen in meinen Ohren war wieder da..was hatte er gesagt?

Arthrose bekomme ich in jedem Fall? Kaputt ist kaput???? WAS?

Da kann ich mich ja gleich einsargen lassen.Warum denn dann all dieser Mist in den letzten 18 Monaten? Wozu die Ops was soll denn der ganze Scheiß? Wie kann denn das sein, dass der eine Arzt sagt: OP innerhalb der nächsten 12 Wochen! Definitiv, da führt nix dran vorbei. Der Nächste sagt: OP is nicht, aber Therapien bis zum Abwinken und dann wirds in ein paar Jahren “vielleicht” etwas besser. Und der Dritte sagt mir allen Ernstes da gabs von Anfang an keine Hoffnung, das mit der Arthrose ist eh ein gelutschter Dropsund ich muss es halt irgendwie schaffen die nächsten 20 Jahre durchzuhalten, bis mir dann DER Gelenkguru Deutschlands nen künstliches Sprunggelenk einpflanzen kann.

Das konnte doch alles nicht war sein. Ist mein Leben denn nen schlechter Film?

 

Da war ich also, BACK 2 SQUARE ONE…

Da wo ich im Prinzip vor 1 ½ Jahrene bereits stand. Mit einer Knochenkrankheit und diversen Ärzten, die mir alle zu Dingen rieten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Und ich, als die Unwissende in der Position der entscheidenden Kraft.

Nur das mittlerweile sich das Drama scheinbar mehr als multipliziert hatte.

Es handelte sich nicht mehr nur um ein, sondern um beide Sprunggelenke und nicht mehr um Grad 2 oder 3 der Krankheit,sonder um das Endstadium mit beginnendem Knorpelschaden und einer Verdopplung der Größe der Abgestorbenen Knochenbereiche.

Alle meine Gedanken kreisen nur noch um diesen verdammten Mist. Wem glauben, wem trauen, auf welche innere Stimme hören? Wie nicht verzweifel? Woher Optimismus nehmen und die Kraft eine Entscheidung zufällen?

Am 7.12 sollte ich nochmals auf den Hamburger treffen, um dort ein extrem hochauflösendes 3 Tesla MRT (Genaueres siehe Linksammlung) zu erhalten.

Egal, zu welcher Entscheidung ich kommen würde, diese modernste Art des Magnetresonaz Tomographs konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.

Und was soll ich sagen, in der anschließenden Auswertung zusammen mit dem Hamburger konnte ich meine Klappe bezüglich der aktuellsten Erkenntnisse seiner Kollegen bezüglich meines Zustandes natürlich nicht halten. Warum auch?

Und mit welchem Ergebniss ich im Anschluss dieses Gespräches die Praxis und Hamburg wieder verließ, werde ich euch hier in den nächsten Tagen niederschreiben!

 

Also bleibt gespannt und in diesem Sinne

…2BeContinued…

 

P.S. Wusstet ihr, dass es Menschen gibt, die sich als Lebensabschnittsaufgebe die Erstellung einer “Monopoly-Aufenthaltswahrscheinlichkeitstabelle”selbst auftragen?!

Ja, es gibt sie und hier ist das Ergebniss:

http://www.michas-spielmitmir.de/spieleklassiker/monopoly.php

…und wer hätte es gedacht, gleich nach demGefängnis ist das “Square one”, als “Los”, das am meißten besuchte Feld!

 

 
 
  

10.12.2010 um 01:22 Uhr

Part 2:...back 2 square one...

von: LinaMe

 

 

...gehen Sie zurück auf Los, ziehen Sie keine 4000DM ein...

 

Wusstet Ihr, dass das längste Monopolyspiel, das in einer Badewanne gespielt wurde, 99 Stunden gedauert hat? 

Echt krank, oder? man stelle sich nur die Schrumpelhaut vor...

 

Apropos...das mit dem "echt krank sein" kann ich wohl auch irgendwie nicht lassen.  

Doch fangen wir am Besten am Anfang an.

Nachdem ich also vor ein paar Wochen die erschütternde Botschaft des Doc`s aus Hamburg erfahren hatte, hatte ich trotzdem immer noch den Termin bei meinem guten alten Freund "The Flash", den ich nun noch viel gespannter wahrnehmen wollte. Voller Spannung, was denn seine Deutung der mehr als eindeutigen MRT-Bilder sein würde.

Es kam also, das ich mit meinen MRT-Bildern unterm Arm, nur wenige Tage nach Hamburg, wartend im Vorraum von The Flash saß und  endlich nach einer Ewigkeit aufgerufen wurde. Zu meiner Begleitung sagte ich noch kurz bevor wir das Behandlungszimmer betraten (in einem zugegeben zu dem Zeitpunkt noch sehr sarkastischen Ton): "Na um wie viel wollen wir Wetten, das ich nachher die Praxis als geheilt verlassen werde"... (Natürlich war das lediglich eine überspitze Anspielung darauf, wie wenig ich nur noch zu diesem Zeitpunkt von The Flashs Diagnosekünsten hielt,...aber ihr werdets nicht glauben, mein sarkastischer Kommentar sollte sich fast zu 100% bewahrheiten).

 

Wir nahmen Platz, ich breitete die MRT-Bilder auf dem Tisch aus und Flash betrat die Bühne.

Ein Kurzer Blick, seine Lesebrille lag neben ihm auf dem Tisch, ein Stirnrunzeln und dann verzweifeltes Ausschauhalten nach der noch fehlenden Arzthelferin. Schon jetzt schien er sich in seiner Haut nicht mehr ganz wohl zu fühlen. Doch er sagt nichts, wartete und endlich kam seine helfende Hand.

Doch auch sie konnte an der Situation ja nichts ändern. Flash wusste natürlich nicht, dass ich ihm, was die aktuelle Diagnose anging schon einige Schritte voraus war

 und das war mir genau recht. Ich wartete, ließ ihn den ersten Schritt machen, der nach einer gefühlten Unendlichkeit so aussah:


Er legte die aktuellen MRT-Bilder von dem von ihm im April diesen Jahres operierten, linken Beins bei Seite.

Und was dann folgt konnte ich einfach nicht glauben. Die nächsten 5 Minuten begann er im Prinzip zu 100% das gesamt Gegenteil von dem zu erzählen, was mir der Hamburger erzählt hatte. Laut Flash sei zwar das Linke Bein nicht geheilt, aber er vermied es auch mir auch nur annähernd zu sagen, in wie weit es denn überhaupt kaputt sei. Er meinte die Bilder seien recht schwammig und man könne nichts Konkretes daraus lesen. "Aber gesund sieht natürlich anders aus", ergänzte er. "Wie schaut es denn mit dem Rechten aus?"

Ein tonloses"Vom Gefühl her identisch" brachte ich hervor.

"Hmhm"..."Ja...also...gut sieht das ja nicht aus, aber damit musste man ja auch rechnen, dass das so passieren kann...hm... (es folgten mehrere lange kunstvolle Pausen)...ja... also... mein Vorschlag wäre weiterhin Magnetfeldtherapie, Hyaluronsäurespritzen,.... machen Sie Sport? Immer schön heiß-kalt-Kneipkuren? Oder man könnte auch eine Hyperbare Sauerstofftherapie in betracht ziehen. Da müssen sie (leider auf eigene Kosten, wie auch all die anderen Therapien) 2 Wochen Stationär in ein Therapiezentrum und dann täglich in eine Luftdruckkammer, die sich unter Wasser befindet. Ob das hilft kann man halt auch nicht garantieren, aber es erscheint mir auf jeden Fall den Versuch wert. Und dann in 3 oder 4 Jahren (!?!? WTF???), könne man vielleicht mit einer deutlichen Verbesserung rechnen. Aber man steckt halt nicht so drin.

 "Mir viel die Kinnlade herunter und ich konnte ihn nur noch fragen, wie zur Hölle ich denn 3 bis 4 Jahre in dem Zustand meinen Alltag bewältigen soll? Versteht mich nicht falsch, ich kann derzeit laufen und relativ oft auch ohne Schmerzen, aber sobald es sich um größere Strecken handelt bekomme ich immer (spätestens im Nachhinein) die Rechnung. Die Gelenke schmerzen, schwillen an, pochen und lassen sich nicht mehr richtig bewegen. Aber das Kernproblem liegt darin, das sich beide Gelenke, ohne das ich auch nur annähern abschätzen kann wann, wie oder wodurch, sich urplötzlich "verkeilen", oder eher das tote, freie Knochenstück (Die Gelenkmaus) sich in ihm verkeilt und das sind Schmerzen, die nicht ertragbar oder gar unterdrückbar sind. Sie knocken das entsprechende Bein von einer Sekunde auf die andere völlig aus und ich kann es nicht mehr benutzen, ziehe es quasi nur noch humpelnd hinter mir her, bis ich einen Ort finde, wo ich mich hinsetzen kann. Solch ein Moment der Unbrauchbarkeit hält dann von 10 bis 30 Minuten. Dann löst sich das Stück wieder und zurück bleiben den restlichen Tag unangenehme Schmerzen, mit denen man jedoch wieder “normal” laufen kann.

Wie zur Hölle sol lich denn so meine Beruf ausüben? Wenn es zu einer Verhakung kommt an Ort und Stelle meine Mittagspause einläuten und das am besten 3 bis 4 Mal am Tag? Wie soll ein Studium so machbar sein, meinen Alltag (Einkaufen, Haushalt etc.) so zu händel ist ja schon besch**** genug. Und was, wenn es irgendwann mal in beiden Beine gleichzeitig passieren sollte und ich gerade irgendwo auf der Straße, weit weg von meiner Wohnung bin? Sol lich dann umkippen, auslaufen und verdunsten?

Und wer würde mir denn all diese wahnsinnigen Therapien (die bisher ja auch kein Stück geholfen haben) bezahlen? Besonders wenn ich ohne Job dastehe. Das Krankengeld reicht für solch einen Gesundheitsluxus bei weitem nicht aus!  Letzten Winter habe ich fast 400 Euro für 8 Spritzen bezahlt!


The Flash wirkte  zu diesem Zeitpunkt einfach nur noch ratlos, wollte nicht zugestehen, dass seine OP nicht die richtige Lösung war und das es eine Transplantation damals im April vielleicht schon gewesen wäre…Anstatt nun aber, an diesem Punkt auf das Thema Transplantation einzugehen, unterbreitete er mir als einzige Antwort auf meine Schilderungen die Option auf eine weitere OP…für Rechts!?!!

Und zwar eine OP, mit der die entstandene eventuelle Verklebungen, die auch eventuell mit eine Ursache für meine Schmerzen sein können, entfernt werden könnten. Eine Abschleifung, wie er es nannte. Nach diesem stationären Eingriff 2 Wochen Krücken und natürlich 1 Woche Krankenhaus und vielleicht gehts ja dann etwas besser. "Aber man steckt ja eben nicht drin"

Rechts? Was? Verklebungen? Hä?

"Und im Anschluss machen wir dann noch Physiotherapie, damit es zu keinen neuen Verklebungen kommen kann." Er strahlte mich an, scheinbar über seinen eigenen kreative Einfallsreichtum überrascht, der immer wieder für neue "na versuchen kann man's ja mal-Ideen" gut ist.

WHAT???? Jetzt war der Punkt erreicht, wo ich echt einen zuviel bekommen hatte. Physiotherapie gegen Verklebung??? Ich glaube ich hatte Flash bestimmt 10 mal angefleht mir Physio zu verschreiben, doch er verneinte damals strickt und jetzt, wo die Verklebungen entstanden sind, soll ne weitere OP dagegen gemacht werden und DANN ist Pysio die Standardprozedur???

Ich hatte Genug gehört.

Nahm meine Sachen, lächelte und nickte noch ein mal zu den letzten Worten die er von sich gab und verließ die Praxis des Flash zum letzten Mal in meinem Leben. Das schwor ich mir zumindest, als ich die Tür nachdrücklich hinter mir zuzog.


Doch da stand ich nun. Verunsichert durch einen Doc, der mir nach meinem Gefühl scheinbar bisher nur Mist erzält hatte, aber immerhin doch ein ausgebildeter Arzt war. Und der Zweifel begann in mir hochzukriechen…Wie konnte es sein, dass er und der Hamburger so unterschiedliche Ansichten hatten???

Laut dem Hamburger hat nicht eine von Flash vorgeschlagene Therapie Sinn, laut dem Hamburger ist der Defekt eindeutig zu erkennen, im Ultraschall, auf dem Röntgenbild und auch durchs MRT.. Laut dem Hamburger ist eine OP in den nächsten 12 Wochen DRINGEND notwendig. Laut dem Hamburger hat sich Flüssigkeit im Gelenk gebildet und ein Knorpelschaden ist entstanden, alles eindeutig von dem MRT was Flash in der Hand hatte abzulesen... Wie konnte das also verdammt noch mal sein? Es schien, als ob die beiden zwei unterschiedliche Krankengeschichten vor sich hatten, doch ich war mir ziemlich sicher, dass es in beiden Fällen um mich und MEINE Krankengeschichte ging. Sie blickten auf die selben MRT's, sie hatten die selbe Person vor sich und trotzdem das. Und ich merkte wie eine verfluchte Wut gepaart mit Verunsicherung und Ratlosigkeit in mir hochzusteigen begann.


Doch dies sollte nicht der einzige Arzt bleiben, der mir in den nächsten Tagen bis zu meinem erneuten Termin in Hamburg, den Kopf verdrehen würde…

 

Doch dieser Part folgt Morgen…für heute ist der Artikel lang genug geworden ;)

…in diesem Sinne…

2BeContinued

 

20.11.2010 um 01:01 Uhr

Kapitel 3: Ich geh mich mal eben kurz umbringen….soll ich jemandem was mitbringen?

von: LinaMe

 
   
 
Wie beginne ich? Erst mal mit einem: WoW Leute!!!!

…in denletzten gut vier Monaten, in denen ich es vermieden hatte meinen Blog mit aktuellenNachrichten weiter zu füttern habt ihr trotz alledem  bald die 7000er Besuchermarke überschritten! Leute das ist der Wahnsinn… und auch der Grund warum ich mich nun entschlossenhabe zurückzukehren...einer der Gründe. Doch dazu gleich mehr.

Warum  war ich eigentlich plötzlich nicht mehr da?

Würde ich sagen: Beim Schach gibt es mehr Zugmöglichkeiten,als es Atome im Universum gibt und ich wollte jeden eimal gespielt haben“…und das dauert eben seine Zeit, wäre es eine Lüge. Würde ich euch erzählen, dass die Wahrscheinlichkeit beim Lesen dieses Textes von einem abstürzenden Flugzeug getötet zu werden  etwa bei 1:7 Trillionen(1:7.000.000.000.000.000.000) liegt und ich nicht weiter dazu beitragen wollte unschuldige Lebewesen einer tödlich-realistischen Gefahr auszusetzen, wäre das wohl auch überspitzt.

Der Fakt war viel simpler. Ich wollte verdrängen. Mit dem Kapitel Osteochondrosis dissecans abschließen. Nach der zweiten OP genesen, alles Erdenkliche tun, was mich so schnell wie möglich wieder auf die Beinebringen würde und mit meinem Leben weitermachen. Da anknüpfen wo ich vor 1 ½ Jahren herausgerissen wurde. Schließlich wurden beide Beine, beide Sprunggelenke durch jeweils eine OP behandelt und was sollte mich jetzt noch aufhalten, nachdem ich die Monate im Bett hinter mich bringen würde. Die Thrombosespritzen überwinden würde,  den zweiten Sommer in Folge aus meinem Bett heraus beobachten  würde, die Schmerzen  ertragen und die Erfolgsmomente der ersten Schritte ohne Hilfe dann endlich Erleben würde…

Doch all das dauerte nach dieser  zweiten OP sehr viel länger als ursprünglich geplant. Mein als erstes operiertes Bein wollte einfach nicht so wie ich es wollte, machte immer wieder Stress, wenn es doch all mein Gewicht halten sollte, um das frisch operierte Bein zu entlasten. Es half alles nichts… die Schmerzen waren da, nicht daran zu denken mit dem Lauftraining und dem Belasten links anzufangen…stattdessen Schonung und Rollstuhl.

„Ping-Pong-Effekt“ nannte es mein Doc. Versuchte mich zu beruhigen, schwatzte mir eine Magnetfeldtherapie für 250 Euro auf, die die Durchblutung unterstützen sollte, riet mir zu Kneipkuren und Bewegungstraining…all das obwohl er schon längst viel mehr wusste als er mir gestehen wollte.

Die Schmerzen hielten an, doch ich begann endlich mit der Belastung, wie von ihm angeordnet. Vorsichtig, aber stetig steigernd. Die Krücken sind mittlerweile weg, der Rollstuhl schon längst im Keller verstaut –ich hasse dieses gottverdammte Teil!   In wenigen Wochen wäre ich nun endlich bereit in meinen Job zurückzukehren und sogar der unterschriebene Ausbildungsvertrag für meinen lang ersehnten Berufsweg liegt neben mir unterschrieben auf dem Tisch. Im Januar ist die Einführungsveranstalltung.  Doch wird sie ohne mich stattfinden.

Ich wollte die anhaltenden Schmerzen nicht ohne weiteres akzeptieren. Mein Doc „The Flash“ hatte jedoch immer noch je Arztbesuch nie mehr als maximal (!) 10 Minuten Zeit für mich, verließ dann nach dieser extrem knapp bemessenen Zeit blitzartig das Behandlungszimmer und hinterließ mich meist mit genauso vielen Fragezeichen über meinem Kopf wie eh schon zuvor da gewesen waren.

Die Unruhe in mir wuchs. Es konnte so einfach nicht weitergehen und ich erinnerte mich an das Angebot eines Freundes mir einenTermin bei einem absoluten Spezialisten in Hamburg auf dem Gebiet der Knorpel- und Knochenschäden zu besorgen. Bisher schreckte mich die Distanz immer etwas ab, doch nachdem ich in meiner Stadt nun bereits den 5. Arzt durch hatte und keine Motivation auf gut Glück und Bauchgefühl mir einen Neuen zu suchen, folgte ich vor 5 Tagen der Empfehlung, setzte mich in einen Bus und pendelte nach Hamburg. 3 Stunden hin und am Abend 3 Stunden zurück.

Neben dem Ausbildungsvertrag auf meinem Tisch liegt seit 4 Tagen auch ein Kündigungsschreiben für eben diesen und auch ein weiterer Zettel, auf dem ein Termin für ein MRT steht, dass ich am 10.Dezember in Hamburg aufnehmen lassen werde, um danach ein OP-Aufklärungsgespräch mit meinem neuen Arzt zuführen.

„Der Hamburger“- ein Arzt für den ich von nun an 6 Stunden An- und Abfahrtszeit habe, um  mich von ihm behandeln zu lassen.  Doch mit gutem Grund! Er ist jeden Kilometer wert, den ich zurücklegen muss. Ich bin Kassenpatient,sein Wartezimmer war zum zerbersten voll und trotzdem hat er mich eine gute Stunde lang (!) behandelt. Neue Röntgenbilder anfertigen lassen, Ultraschall gemacht, einfach nur zugehört mir JEDE Frage beantwortet die ich hatte und endlich nach 1 ½ Jahren mit mir Klartext geredet. Das was sich „the Flash“ nie getraut hatte.

Die Nachricht war zerschmetternd. Meine Beiden Sprunggelenke sind kaputt - immer noch. Die Defekte schlimmer als vor den ersten beiden OPs. Um das linke Bein steht es so mies, das sofort Handlungsbedarf besteht, da das kaputte Knochenstück bereits die Knochendecke durchstoßen hat und den Knorpel beschädigt. Und eben dieser Schaden mit jeder Belastung größer werden kann. Ein Fakt der unbedingt verhindert werden muss, da so die Knochen/Knorpeltransplantation noch größer ausfallen würde, als sie es jetzt schon sein wird. Auf der rechten Seite befindet sich das Gelenk ebenfalls bereits im Endstadium, jedoch noch ohne Knorpelschaden. Da ich jedoch nur ein Augenzwinkern von diesem Schaden entfernt bin, muss  sobald das Linke operiert und nach Monaten wieder einsatzfähig ist, das Recht unters Messer.

Im Klartext bedeutet das für mich, dass ich mit dem Startschuss der nächsten (dritten) OP für die nächsten 1 ½ Jahre (Minimum, wenn alles glatt läuft) ans Bett, an Gehstützen und meinen Rollstuhl gefesselt sein werde.

Ob ich danach dann alles überstanden haben werde? Nicht voraus zu sagen. Die OPs haben zwar eine sehr viel bessere Erfolgsquote als die ersten kläglichen Versuche mich zu reparieren, (hätte ich das so konkret gesagt bekommen, hätte ich diese beiden OPs nie zugelassen!!!) aber man steckt nicht in meinem Körper drin und deswegen kann niemand mir garantieren, ob und für wie lange die transplantierten Knochenstücke ihren Platz halten werden.

Wie ich mich jetzt fühle?

Konfrontiert. Eine Verdrängung ist nicht mehr möglich. Wird niemehr möglich sein, das ist mir jetzt bewusst geworden. Es wird kein Leben nach der Krankheit geben. Etwas woran ich bisher fest geglaubt hatte. Hatte ich das Ganze doch nur als verdammt miese Episode meines Lebens betrachtet, durch die ich mich einfach durchbeißen muss. Es stimmt nicht. Es wird kein Leben nach der Krankheit geben. Nur ein Leben mit der Krankheit. Dem bewusst zu werden, es versuchen zu begreifen und zu akzeptieren tut unsagbar doll weh. Und ich merke,dass ich dazu noch gar nicht in der Lage bin.

Es wird gute Phasen geben, daran glaube ich noch immer und ich weiß es. Und mit viel Glück wartet solch eine gute Phase auf mich, wenn ich die nächsten beiden OPs hinter mich gebracht haben werde. Dann werde ich 27 sein. Und vielleicht gönnt mir das Leben dann ja ein paar wertvolle Jahre, die ich wie kein anderer zu nutzen werden weiß.

Die nächste OP wird erst im neuen Jahr stattfinden. Nicht weil mein Arzt es so will, sondern ich. Nach seiner Aussage wäre eine OP in dennächsten 8 bis 12 Wochen nötig und ratsam, doch ich kann es einfach nicht.  Ich bin gerade dabei mir mehrere Reiseziele zu stecken und diese bis spätestens Ende Januar abgeklappert zu haben. Danach darf der Hamburger mich aufschneiden, keine Sekunde früher. Ich plane quasi direkt vom Flughafen ins Krankenhaus zu gehen. Bevor ich dann im Rollstuhl wieder heraus geschoben werde.

Ich werde euch hier, wie schon zuvor, über meine Reisen berichten und versprechen, dass es dieses Mal auch nach der OP Berichte von mir geben wird. Alles was für euch an Erfahrungen wichtig ist, Tipps, Ratschläge und was mir sonst noch durch den Kopf geht. Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

In diesem Sinne drückt mir die Daumen für meinen nächsten Trip nach Hamburg…und falls jemand nen genialen Reisetipp hat, immer her damit! In der Hoffnung, dass mein Flugzeug nicht von einem Terroristen in die Luftgesprengt wird

 

…2BeContinued…!

30.06.2010 um 03:17 Uhr

Part18: Fotostrecke: Me@the Hospital

von: LinaMe

 

Warten auf die OP....Eigentlich angesetzte Zeit:11:30

Realer OP-Start:15:20!!! Und das Auf nüchternem Magen und mit Panik im Blut...

 

Fröhlich Das verwirrte Erwachen...

  

...und die Folgen der Bewegungslosigkeit Traurig

Krankenhauskoch vs. meine umsorgende Freunde Fröhlich...ganz klar wer da meine stimme bekommen hat!!!

     

Holfe mir steckt ein Schlauch im Bein!!!....Auswirkunden der Arthroskopie ...

...und tägliche Bewegung musste auch sein! Meine Motorschine (Baujahr 1877), mein alter Freund das Tens-Gerät and Me Fröhlich

und hübsch verpeckt gings dann mit nem stabilisierten Kreislauf nach einer Woche ab nach Haus!...

...doch war da nicht noch was? Na klar! Erst die Fäden dann das Vergnügen.Traurig

Fäden unter Panik gezogen, fast keinen Pieks gespührt, Narben für extrem gelungen befunden und dann ab auf die wohl verdiente Sonnenterrasse!!!

 Fröhlich
  

28.05.2010 um 15:36 Uhr

Part 17: Ich komme vom Arzt...

von: LinaMe

...und bin leider nicht wirklich schlauer als zuvor Traurig

Vorgestern war also der lang ersehnte erste Arzttermin seit dem Fädenziehens. Und vor allem, der erste Termin, bei dem sich mein Doc das operierte Bein genauer ansehen konnte. Denn im Krankenhaus ließ sich ja nichts bewegen oder gar auch nur annähernd unter die Lupe nehmen, da mein geschundenes Gelenk unter Tonnen von Pflastern und Verband, quasi in Gedanken an die alte und hohe Kunst der Mumifizierung, direkt auf dem OP-Tisch verhüllt worden war.

Wusstet ihr übrigens, dass die Ägypter ein wahnsinnig fortgeschrittenes Volk waren? Sie waren beispielsweise die Erfinder vom Eyliner sowie dem Toilettensitze (zwei Dinge für die Frauen wahrscheinlich mehr als dankbar sindFröhlich) Ich für meinen Teil bin den Ägyptern ebenfalls sehr verbunden, denn sie waren die Ersten die anästhesierten und gebrochene Knochen wieder richteten! Ein Hoch auf die Ägypter Fröhlich …allerdings waren sie nicht in allen Dingen so cool drauf, denn ratet mal was die armen Kerle zur damaligen Zeit als Verhütungsmittel benutzten?!? Widerlich aber wahr: Krokodilmist Beschäftigt !!!!

Oh, ich merke ich bin etwas von meinem eigentlichen Thema abgeschweift…aber für ein paar wissenswerte Fakten lohnt sich das ja immer Fröhlich

Also, wo war ich? Ja genau! Nach 6 Wochen hieß es dann also Vorgestern endlich für mein linkes Sprunggelenk: Lets have a look...doch mein Doc „The Flash“ hätte sich ja seinen von mir erteilten Spitznahmen nicht verdient, wenn er nicht (wie es zu erwarten war) die von mir so lang ersehnte Untersuchung in etwas weniger als 10 Handgriffen abgetan und mich mit einer mehr als schwammigen  und mal wieder frei interpretierbaren Aussage entlassen hätte.

Was ich ihm entnehmen konnte, nachdem er ein Ultraschallbild von dem Gelenk gemacht hatte, drei Mal an den Narben gezupft hatte und den Fuß minimal nach rechts und links bewegt hatte war, dass es wohl zu keiner erkennbaren Flüssigkeitsbildung bisher im Gelenk kam (TopFröhlich). Darüber hinaus, dass die Narben etwas verhärtet sind (nich so cool)  und die Schmerzen und das Taubheitsgefühl in meinen Zehen von einer Verklebung der Nerven die durch die Vernarbung der Bohrkanäle entstanden ist, herrührt. Keine beängstigenden unerklärlichen Schwellungen, aber ob die OP geklappt hat und alles so chic ist, wie es sein soll, können wir erst nach einem MRT erfahren und das wiederum ist frühestens erst nach 1 Jahr nach der OP möglich.

Und das war mein Satz, the Flash hatte mir unwissender Weise den Ball zugespielt und aus dem Ding würde er nicht so einfach wieder rauskommen! Fröhlich Gerade als er sich nach diesen nicht wirklich weltbewegenden Aussagen von mir verabschieden wollte, war mein Moment gekommen!

"MRT nach einem Jahr?…Herr Doc, raten sie mal was!" Fröhlich

The Flash geriet ins Stocken „Ja mein Kind?“…

„Ich hab nächste Woche mein JubiläumFröhlich…“

„Aha???“

„… und deshalb denke ich es ist Zeit, dass sie mir endlich die Überweisung ausstellen, nach der ich schon seit ziemlich genau einem Jahr in regelmäßigen, von Ungewissheit zernagten Zeitabständen sie permanent frage. Das MRT für mein rechtes Bein!“

Er zögerte eine Sekunde…“Die OP ist wie lange her?“

„11 Monate und 2 Wochen Herr Doktor“ ich lächelte triumphierend. Dieses Mal würde er kein Gegenargument parat haben!

Zögernd antwortete er mir dann schließlich: „Gut,… dann stellen wir Ihnen eine Überweisung aus und wenn sie einen Termin hatten, kommen sie bitte mit den Bildern wieder zur Auswertung zu mir.“

Er gab mir die Hand und ich versprach ihm genau das, so schnell es nur möglich sein würde, zu tun Fröhlich !!! Yeah baby!

Also sofort zu Hause angekommen schnappte ich mir den Telefonhörer und die entsprechende Nummer, schon darauf eingestellt, dass es frühestens im Juli zur Stunde der Wahrheit kommen würde. Doch 5 Minuten später legte ich den Hörer auf und hatte meinen Termin, der in genau 2 Wochen, am 16.6.2010 um 6.50 Uhr stattfinden wird!!! Wow, damit  hatte ich echt nicht gerechnet!

Und plötzlich verschwand jedes triumphierende Lächeln von meinem Gesicht und es blieb nur noch die pure Panik und das alt bekannte „Was-wäre-wenn-Spiel“ übrig. Was wenn mir in 2 Wochen gesagt wird, dass es rechts schief gegangen ist? Was, wenn die Schmerzen die ich immer wieder rechts habe nicht „normal“ sind und zum Heilungsprozess gehören? Was wäre, wenn es nicht geklappt hat und ich so jede Hoffnung verliere?

… Ja, genau….und was wäre, wenn die Berliner Mauer nie gefallen wäre? Und was wäre, wenn ein anderer Regisseur „Herr der Ringe“ gedreht hätte? Ja und was wäre, wenn ich damals in der Schule einfach mal einen größeren Hang zur Mathematik als zum Kunstunterricht gehabt hätte???

 Lasst euch Eins gesagt sein…mit diesem verfluchten Spiel kommt man einfach nicht wirklich weiter!!! Und deswegen wird damit jetzt auch erstmal schluss Sonstige

...Ich werde mir nicht ausmalen welche Lawine losgetreten wird, wenn es schief gegangen sein sollte, denn es ist nicht schief gegangen! Die Möglichkeit eines Fahlschlags ist nicht existent. Es hat geklappt zu habenFröhlich, denn eine andere Option ist nicht annehmbar und steht deshalb auch nicht zur Diskussion! Basta, ich habe gesprochen!!! Dem entsprechend, meine Lieben, rufe ich euch dieses Mal auch nicht zum Daumendrücken auf, denn wir wissen alle, dass alles im Grünen Bereich ist! Fröhlich

Die Zeit verstreicht und ich werde Stück für Stück immer „mobiler“. Nicht das ich Bäume ausreißen könnte, oder gar in nächster Zeit auf 2 Beinen durch die Weltgeschichte wandern werde…aber es sind die kleinen Handgriffe und Schritte durch die ich mir langsam aber sicher mein Selbstwertgefühl und den Gedanken „Das bekommst du auch allein hin“ wieder zurück erobere! Es geht Bergauf… und am 16.6. erlange ich die Gewissheit, dass es sich gelohnt hat, um jeden Schritt zu kämpfen und dies auch weiterhin mit aller Kraft zu tun!

In diesem Sinne, bis zum nächsten Zwischenbericht Fröhlichund passt auf euch auf!

 

…2BeContinued….

 

11.05.2010 um 21:18 Uhr

Part16 : Neue Fakten und furchtbar viel Langeweile!!!

von: LinaMe


Mir ist langweilig!

Mir ist so verdammt langweilig, dass es mir vorkommt als würde ich auf der Venus leben! Jawohl, denn wusstet ihr, dass ein Tag auf der Venus ca. 243 Erdtagen entspricht?!

Die Zeit zieht sich wie Gummi und ich hab absolut jedes Gefühl für sie verloren...würde man meine Fenster verdunkeln wüsste ich nicht einmal mehr ob gerade Tag oder Nacht ist.... Wäre ich eine Raupe, wäre das natürlich kein Problem! Denn wusstet ihr, dass Raupen riechen können, ob es gerade Tag oder Nacht ist!?! Genial oder? Nur blöd bei Schnupfen, da verpasst man wahrscheinlich permanent das Frühstück Fröhlich

Oh ja, mir ist sooooo langweilig, dass ich mittlerweile die verworrensten Gedankengänge habe, wie  (abgesehen von dem Raupegeruchsorgan) zum Beispiele diese knifflige Frage zum Thema "freier Fall"... vielleicht könnt ihr mir ja da weiterhelfen:

Also ich frage mich, wenn eine Katze immer auf ihren Pfoten landet und ein Marmeladentoast immer auf seiner klebrigen Seite aufkommt, was mag dann passieren wenn man ein Marmeladentoast auf den Rücken einer Katze bindet und die beiden dann fallen lässt???

Falls mir jemand helfen kann, bitte!!! Ich zerbreche mir schon seit Tagen den Kopf daran (denn man hat ja nix wirklich besseres zu tun!) und meine Katze hält aus irgendeinem Grund seither auch permanent einen gewissen Sicherheitsabstand von mindestens 2 Metern zu mir ein. Hat die ein Glück, das ich ihr nicht hinterher laufen kann Fröhlich!

Apropos "Laufen", wusstet ihr, dass die Wahrscheinlichkeit auf dem Weg zu einem Lottoscheinkauf zu sterben größer ist, als mit eben diesem zu gewinnen!!! Tja, hat auch Vorteile ans Bett gefesselt zu sein, nicht wahr Fröhlich. Zum Einen wird kein Geld bei sinnlosem Glücksspiel verschwendet und zum Anderen bringe ich mich auch nicht unnütz in akute Lebensgefahr...wobei ich ja gehört habe, dass statistisch gesehen die meisten Unfälle zu Hause passieren...jährlich kommt man da angeblich sogar auf eine Zahl von 5,36 Millionen deutschlandweit!

Und weil mir genau das schlagartig bewusst wurde, musste etwas unternommen werden...ich brauchte DRINGEND Freigang Fröhlich Zwar etwas frühzeitig und ohne wirkliche Erlaubnis meines Arztes, aber hey, für die Hochzeit meines großen Bruders kann man schon mal ne Ausnahme machen, richtig Fröhlich?!

Und letzten Freitag war es dann endlich soweit! Ich hatte zwar schon arge Befürchtungen, dass ich mittlerweile, nach etwa 1 Monat Isolationshaft eine Sozialphobie oder ähnliches entwickelt haben könnte, aber dem war dann letztlich doch nicht soBeschäftigt. Allerdings muss ich sagen, spürte ich dann doch sehr schnell meine Abneigung der menschlichen Rasse gegenüber, die einfach keine Gelegenheit auslässt frei nach dem Motto: "Stop an stare" mir das Leben schwer zu machen Traurig Rollstuhlgaffer, einfach echt top!

Als ich dann am Abend nach den Feierlichkeiten wieder in meine blickdichten 4 Wände zurückkehrte, bekam ich leider die Quittung für meinen etwas verfrühten Frei"gang". Mein linkes Sprunggelenk sah quasi aus, wie am Tag nach der OP...auf das doppelte seiner Größe angeschwollen und grün und blau! Obwohl ich es ja überhaupt nicht belastet hatte. Aber leider hing es dann doch die meiste Zeit irgendwie runter, anstatt permanent in der Horizontalen gewesen zu sein. Mein Fehler, war aber auch echt nicht anders zu machen.Traurig Naja und das rechte Bein hat auch ganz schön viel Anstrengung wegstecken müssen.

Aber hey, wenigstens weiß ich, dass ich noch keine Agoraphobie entwickelt habe... das ist nämlich die Angst das eigene Haus bzw. die Wohnung zu verlassen Fröhlich

Ach übrigens, wusstet ihr, dass man lustigerweise

die "Hippopotomonstrosesquippedaliophobie" die Angst vor exztem langen Wörtern nennt?!

Fröhlich... Ich lach mich kaputt!!! Das war übrigens noch son verrückter Fakt, den ich neulich, lediglich auf Grund von EXTREM eintöniger und absoluter Langeweile recherchiert hatte...

Ach und wo wir schon mal beim Thema sind:

Fakt ist: je mehr Zahlen in einem Fakt aufgezählt werden, desto interessanter und plausibler sieht das Ganze aus!

Hier ein Beispiel:

Wenn im Jahre 1689 123.434.556 Menschen genau 123432 Brote gegessen hätten, hätten sie wohl innerhalb von 24 Stunden, oder auch einem Tag, eine  unbestimmte Menge an Verbrechen begangen. Die Wahrscheinlichkeit für diesen Umstand liegt bei 16:1000
--> Klingt irgendwie toll. Is aber vollkommen frei erfunden und aus purer Langeweile entstandener Schwachsinn
Fröhlich !!!

Ein weiterer Fakt, dessen Zahlenangabe aber angeblich stimmen soll, ist dieser:

 Wenn man den Abstand von seinem Bauchnabel bis zum Boden mal PI = 3,1415 nimmt bekommt man seine genaue Körpergröße!

Das Maßband liegt bereit und es ist mein offiziell erklärtes Ziel, sobald ich wieder freihändig und ohne Krücken auf 2 Beinen stehen kann, nachzumessen!

Wünscht mir Glück! Und  bis dahin verdammt noch mal ne gescheite Beschäftigung! Denn ich beiß gleich in meinen Laptop!!!

In diesem Sinne, falls die Tastatur es überlebt Fröhlich

...2BeContinued... 

P.S. Was wahrscheinlich helfen würde: Einen Flaschengeist treffen und 3 absolut spannende  und aufregende Dinge gegen chronische Langeweile herbei zu wünschen...aber was genau würde das bloß sein?.....

Fröhlich

03.05.2010 um 11:30 Uhr

Part 15: Ein Hoch auf das Gesundheitssystem :)

von: LinaMe

Fröhlich

Es ist Montagmorgen. Soeben hat mich ein Mitarbeiter meiner Krankenkasse angerufen. Er stellte mir genau 4 Fragen, in genau dieser Reinfolge:

1. Ihnen wurde der Antrag auf ein Tens/EMS-Gerät kürzlich abgelehnt, richtig?

- Jawohl Sir, der Widerspruch ist zu ihnen unterwegs!Fröhlich

2. Das Gerät soll dem Muskelschwund vorbeugen. Leiden sie unter soetwas?

-Ich würde mal sagen bei 14 Wochen Totalentlastung...äh Ja Sir!!

3. Wurde ihnen denn Pysiotherapie verordnet?

-...Tja sobald ich mich wieder bewegen kann steht das ganz ganz oben auf meiner 2Do-ListeFröhlich, ick freu mich schon drauf, wa!

...Und dann zum Abschluss die wohl genialste Frage des Tages, auch wenn die anderen Fragen es ja auch schon in sich hatten, wenn man bedenkt, dass all seine benötigten Antworten aus dem ihm vorliegenden OP Bericht und Arztbrief von Anfang an zu entnehmen waren, was diesen ganzen bürokratischen Kram von wegen Ablehnung, Widerspruch etc. hinfällig gemacht hätte, wenn mein Gegenüber  auch nur minimal die Fähigkeit irgendwann ein mal erworben hätte, lesen gelernt zu habenFröhlich. Dem war jedoch scheinbar nicht so, denn dann kam die alles in Ignoranz bisher dagewesene übertreffende Frage Nummer 4....

4. Und um was für eine Beschwerde geht es denn bei ihnen eigentlich genau?

Ich dacht mich tritt ein Pferd, der Brüller!!!Fröhlich... diese Leute bombardieren mich mit Ablehnungsbescheiden für für mich mehr als wichtige medizinische Hilfsmittel, damit es zur Abwechslung vielleicht mal die Option auf einen Sommer ohne OP, Krücken und Rollstuhl, Thrombosespritzen, Medikamenten, "Isolationshaft" und Depressionen geben könnte und die wissen nicht mal welche "BESCHWERDE" ich habe? Eine Beschwerde? Ich hab doch keinen verfluchten Schnupfen oder so was, übrigens danke für die feinfühlige Wortwahl KumpelFröhlich Gut das er es wenigstens nicht als "Angelegenheit" oder ähnliches bezeichnet hat. "Und um welche Angelegenheit geht es eigentlich bei ihnen?"

"Ich habe eine Knochenkrankheit! Osteochondrosis dissecans,..." und gerade als ich tief Luft holte und anfangen wollte, dem Schreibtischhengst am anderen Ende der Leitung zu erklären, was das denn genau für eine Beschwerde sei, wie sehr sie mit dem ganzen Mist wertvolle Behandlungszeit verstreichen lassen und das es eigentlich das Beste wäre seinem ganzen Verein eine Klage wegen unterlassener Hilfeleistungen an den Kopf zu schmeißen, denn nichts anderes ist es doch eigentlich, wenn man das mal genau betrachtet, schnitt er mir abrupt das Wort ab und nuschelte nur irgend etwas von wegen " Bewilligung wird raus geschickt" in den Höhrer, verabschiedete sich und legte auf.

Boom Baby, das Tens-Gerät darf nun doch zu mir zurückkehren. Medizinischer Nutze offiziell bestätigt. Von der Motorschiene habe ich bis jetzt jedoch noch Nichts gehört und wie gesagt, die bringt auch nur in den ersten 2 bis maximal 3 Wochen direkt nach der OP etwas und dank der Bürokratie meiner Techniker Krankenkasse, sind diese ja genau morgen verstrichenFröhlich. Na weenn das mal nicht vielleicht sogar alles so geplant war. aber mit dem naiven und hilflosen gesetzlich Versicherten kann man das ja machen. Wäre ich, neben bei gesagt, privat Versichert wären mir übrigens anstandslos alle Hilfsmittel inklusive der nötigen Hyaluronsäurespritze auf Anhieb bewilligt worden. Denn wenn du privat Versichert bis ist komischer Weise der "medizinische Nutze" dieser Hilfsmittel erwiesenFröhlich.

Einfach genial dieses System, findet ihr nicht?!

Der pure WahnsinnFröhlich


...2BeContinued...