- Gedankenfutter -

04.05.2009 um 02:23 Uhr

Aufgeschnappt.

"Ich sage mir immer wieder, dass Ereignisse bestimmt nicht grundlos passieren. Sie tragen alle zur Reifung unserer Persönlichkeit bei. Ich habe seit vergangenen Herbst - als eine Serie von schlimmen Ergnissen über mich herein brach - viel über mich selbst gelernt. Die vielen Grübeleien hinterlassen Spuren in meinem Hirn und in meinem Herz. Sie machen mich klüger. Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist – ich gewinne durch all den Schmerz an Lebensweisheit."

[zu finden als Kommentar auf anette-goettlicher.de] 

Aufgeschnappt und für Gold wert befunden. Ich sag ja immer, es hat mich stark gemacht. Es hat gemacht, dass ich verlerne zu weinen, bzw. positiv ausgedrückt, dass ich nicht mehr weinen muss.

[Seht ihr den Sarkasmus im letzten Satzteil? Weinen ist eines der wichtigesten Dinge der Welt... wie konnte man mir das nehmen?] 

24.02.2009 um 18:58 Uhr

Wir hatten den Moment

Und es wäre doch so leicht,
deine Nummer zu wählen,
mich nicht länger rumzuquälen,
doch das Telefon bleibt liegen.
Der Gedanke an dich reicht,
um Berge zu versetzen,
sich wieder zu verletzen,
ohne Fallschirm loszufliegen.
Wir hielten uns so fest,
bin komplett mit dir versunken,
bin total in dir ertrunken.
Was kümmert uns der Rest.

Wir hatten den Moment,
den uns niemand mehr nehmen kann,
und ich denke viel zu oft daran zurück.
Wir hatten den Moment.
Doch irgendjemand hielt die Zeit nicht an.
Und es bleibt nur der Gedanke
an kaum gelebtes Glück.

Zu klar, wie ich dich vor mir seh’,
ich spür’ dein Herz noch schlagen,
hör’ mich Worte sagen,
die das Ganze nicht erfassen.
Der Gedanke tut so weh,
verlor mich ganz in deinen Augen.
Nur Ideen, die nichts taugen:
Dich nie mehr loszulassen.
Wir hielten uns so fest,
vielleicht nur für ein paar Sekunden,
nicht gesucht und doch gefunden,
was uns nie mehr verlässt.

Wir hatten den Moment,
den uns niemand mehr nehmen kann,
und ich denke jeden Tag daran zurück.
Wir hatten den Moment.
Doch irgendjemand hielt die Zeit nicht an.
Und es bleibt nur der Gedanke
an kaum gelebtes Glück.

Ich möchte ganz genau jetzt
einfach bei dir sein,
und zu allerletzt
verstehen, dass es nicht geht.
Will den Moment noch mal entfalten.
Ich will dich nur noch einmal halten...

Wir hatten den Moment,
in dem uns nichts und niemand störte,
in dem ich nur noch dir gehörte, nur noch dir.
Wir hatten den Moment.
Doch irgendjemand hielt die Zeit nicht an.
Und der Augenblick ist längst
vorbei und doch so schmerzhaft hier.

 

[Wise Guys - Wir hatten den Moment] 

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Dabei bin ich eigentlich glücklich. Was hab ich nur getan. 

26.09.2007 um 23:40 Uhr

An Schatz:

"Wenn mich jemand fragen würde, ob ich glücklich bin, also, früher hab ich immer gedacht, auf diese Frage werde ich niemals mit "Ja" antworten können. Einfach so, weil nämlich nie alles perfekt sein kann, weil nie alles genau so ist, wie man es gerne hätte. Nie. Und doch, wenn man mich heute fragen würde "Bist du glücklich?", würde ich ohne zu zögern "Ja" sagen, aus vollem Herzen. Nicht, weil alles in meinem Leben perfekt ist. Auf gar keinen Fall. Wenn meine Mutter mit mir spricht, weine ich zu 99 % ein paar Minuten später, meist ohne Grund, unerklärlich. Manchmal schau ich Carina an, und kann den Zauber nicht mehr finden, der eigentlich in ihren Augen leuchtet, weil auch sie im Moment so oft so traurig ist. Aber trotzdem würde ich mit "Ja" antworten, und zwar voll und ganz, überzeugt. Und zwar nur wegen Dir. Du bist zu einem Teil in meinem Leben geworden, den ich nie wieder vermissen will. Du bist das, was mir hilft, den alltäglichen Wahnsinn zu überstehen, ohne noch verrückter zu werden. Du bist ein Ruhepol, wenn ich aufgelöst bin, dann schmiege ich mich an dich, hör deinen Puls, dieses unglaublich beruhigende Gefühl. Du bist ein Energieschub, wenn ich ganz und gar am Boden bin, dann kitzelst du mich, und lachst mit mir. Und wenn es mir einfach nicht gut geht, küsst du mich, schaust mich an, und dann ist da dieses Leuchten, in deinem Lächeln, in deinen Augen, überall, du strahlst, innerlich. Und das ist es, was mich so glücklich macht. Dieses Strahlen. Das ist es, weswegen ich dich liebe. Und wegen deiner Art, wegen deinem Lachen, wegen deiner Zärtlichkeit, wegen deiner Stimme, und wegen so vielem anderen. Deswegen. Weil du du bist. Und weil du es schaffst, dass ich ich bin. Du bist der erste Mensch, der mein Fernweh besiegt hat. Und trotzdem engst du mich nicht ein, im Gegenteil: Ich fühle mich nie freier als in deiner Gegenwart. Liebe."

„And if you go I wanna go with you. And if you die I wanna die with you. Take your hand and walk away.”

16.09.2007 um 14:25 Uhr

Verrückt.

Verrückt.

Jetzt, wo ich so glücklich bin, fehlt mir die Zeit um es festzuhalten.

Am 10. August hat sich meine Welt schneller gedreht als sonst, unglaublich schnell. Und dann, morgens früh, am 11. August, blieb sie stehen. Weil dieser eine Kuss, dieser Kuss, der so wunderbar war, auf dem Fenstersims, bei Sternenhimmel, nur er und ich, dieser Kuss war das höchste aller Gefühle. Und alle, die bisher darauf folgten, sind keinen Krümel weniger Wert [Stolpert ein Keks und bricht sich nen Krümel - ich liebe diesen Witz, Verzeihung]. Ich hab nun schon tausende Küsse bekommen, unendlich viele, und jeder einzelne lässt meine Welt kurz stillstehen. Seine Anwesenheit wirkt so beruhigend auf mich, egal was gerade passiert ist, solange er da ist, werd ich es überstehen, das weiß ich. Und solange es ihn gibt, werde ich auch nicht verlernen zu lächeln. Denn wenn ich in seine Augen sehe, in diese grünbraunen Augen, in denen ganz kleine dunkle Punkte zu erkennen sind, im rechten mehr, im linken nur 2, wenn ich in diese Augen sehe, dann muss ich lächeln, weil sich in diesen Augen so viel Liebe widerspiegelt. Niemand hat es jemals geschafft mich so anzusehen, wie er das macht. Niemals. Und seine Hände. Wir könnten uns stundenlang nur in den Armen liegen und unsere Hände dabei beobachten, wie sie sich gegenseitig streicheln. Es ist, als wären sie fürenander gemacht, sie passen perfekt ineinander, wie angegossen. Unglaublich. 
Er hat geschafft, was bisher noch niemand geschafft hat: Als ich in Norwegen war, diese eine Woche, hab ich mich gefreut wieder zurückzufahren. Ich hasse es, hier zu Hause zu sein, ich liebe die Ferne, ich hatte noch nie im Leben 'heimweh' - und er hat es geschafft, dass ich zu ihm wollte. Nicht nach Hause. Nur zu ihm. Trotzdem. Niemand hat je mein Fernweh übertrumpfen können. Er schon. 

Und wer hätte gedacht, dass so etwas passiert? Nachdem ich sicher war, dass ich ihn nicht will, nicht als Partner, nur als Freund, als einen sehr guten zwar, aber nicht 'mehr'. Und dann sowas. Innerhalb von 12 Stunden wechseln Gefühle doch eigentlich nicht, oder? Aber wie er mich so wärmte, hinter unseren Lieblingsdisco,wir waren zu viert, ich fror, und dann wärmte er mich, und ich lag in seinem Arm, vielleicht 3 Stunden, und es kribbelte, überall, es war einfach zu schön. Und dann, im Auto, berührten sich unsere Hände. Zufällig. Und sie ließen sich nicht wieder los. Ich glaub, da passierte etwas. Und auf dem Fenstersims dann, diese Perfektion [der besten Art und Weise]. Wahnsinn.

So viel Liebe und Glück und Wunderbarheit. Und dann fährt er mit mir nach Hamburg, in die Zauberstadt, weil ich in den Ferien keine Zeit hatte. Er läd mich ein, verzaubert mich, lässt sich von mir die Stadt zeigen und erfüllt mir einen großen Wunsch: Mit einer Person, die ich liebe, an der Spitze von Steinwerder zu sitzen, dort, wo es eigentlich abgesperrt ist, und auf Hamburg zu schauen, auf den Ort, der nicht in Worte zu fassen ist. Genau wie unsere Liebe. 

Wenn ich bei ihm übernachte, kann ich nicht schlafen. Höchstens ein paar Minuten. Es ist schon so, dass ich schlafen will, bzw. schlafen muss, damit ich nicht zu müde bin am nächsten Tag. Aber irgendwie will ich nicht. Weil es so schön ist in seinem Arm zu liegen und seine Nähe zu spüren. Es wäre einfach zu schade, wenn ich diese Momente verschlafe.

Liebe. Endlich. Und so schön. Danke. 

05.08.2007 um 22:13 Uhr

Du kannst nichts dafür, dass du so süß bist.

["Du kannst ja nichts dafür, dass du so süß bist!"]

Wir waren tanzen, am Freitag, wir alle, wunderbare Leute und wunderbarer Abend. Auch mit ihm. Und er war lieb und witzig und perfekt und voll Sanftheit und vorsichtiger Zuneigung und ich... und ich wurde immer trauriger, je näher er mirkam, weil ich merkte, wie sehr er sich immer weiter von mir entfernte. Und dann ging ich und er blieb zurück und fluchte und verzweifelte.

Ich verbrachte einen wunderbaren Sonnensamstag am Meer, aber das Meer machte nicht glücklich, weil ich fühlte, wie er litt. Und er litt sehr, so sehr, wie ich es gar nicht erahnt hatte. Und als ich heimkam, so euphorisch, aber innerlich so traurig, blickte das ICQ-Fenster. Eine Nachricht, empfangen um 4:23 Uhr in der Nacht.

timomo (4:23 AM):
egal
timomo (4:27 AM):
ich bin übelst in dich verliebt..
timomo (4:28 AM):
i'm sorry
timomo ist Abwesend: extrem schlechte Laune. Warum muss eig alles schief laufen?

Es zerriss mir das Herz, er litt so sehr, so unendlich.

Aber ich wollte ihn sehen, mit ihm sprechen, direkt. Nicht über Tasten. Ich wollte, dass er sieht, das ich ihn nicht verlieren will. Dass er mir nicht böse ist. Dass er merkt, wie sehr ich ihn mag.
Er kam mit, nochmals tanzen. Mit unbeschreiblich traurigen Augen, wie ich sie (an ihm) noch nie sah. SO viel Traurigkeit. Und ich war so hilflos. 2 Stunden lang. Erst dachte ich, er betrinkt sich. Aber er saß nur da, schaute umher, schloss wieder eine Weile die Augen, und er schwieg. Und ich trank. Nicht viel. Erst dachte ich, ich betrinke mich. Aber ich saß nur da, schaute umher, lachte zwischendurch, damit die anderen nicht nachfragten, und damit die anderen lachen konnten. Ich hatte schon einen Menschen traurig gemacht.
Er saß da. Ich saß da. Er allein, ruhig. Ich unter anderen, lachend, weil lachen das beste Schutzschild ist. Und weil ich die Kunst der Schauspielerei beherrsche. Lachend. Und innerlich schreiend, alles herausschreiend. Aber eben nur innerlich.
Dann stand ich auf. Und ging auf die Toilette. Nur um kurz nicht lachen zu müssen. Nur um kurz ehrlich zu sein. Ganz kurz. Dann wollte ich zu ihm.
Er kam mit raus. Schweigend. Unglücklich.

"Timo.."
"Mh."
...
"Ich wusste das schon lange..."
"Wars so auffällig?"
"Ja."

Ich sagte ihm, dass ich es merkte, dass ich es schon lange wusste, aber das ich so Angst hatte. Ich sagte ihm, wie sehr ich ihn mag, wie wichtig er mir war, wie unbeschreiblich toll ich ihn fand. Aber dass ich einfach nicht verliebt bin. Und er weinte. Er ist der erste Mann, der je wegen mir weinte. Der erste. Und der letzte, dem ich es wünschte. Wir haben uns in den Arm genommen, und lange so da gestanden. Ich sagte ihm, wie leid es mir tut. Hunderte Male. Er sagte mir, ich solle mir keine Gedanken machen. Es sei nicht meine Schuld. "Du kannst nichts dafür, dass du so süß bist."
Und ich erklärte ihm, dass ich einfach gehoft habe, es gehe weg, alles werde gut. Dass ich mich schlecht und egoistisch gefühlt hab, aber doch so wohl bei ihm. Dass ich bei ihm das erste Mal 2 Stunden redete ohne auch nur ansatzweise über meine Worte nachdenken zu müssen. Weil ich mich sicher fühlte. Und die ganze Zeit lag ich in seinen Armen, er hielt mich, ließ mich nicht los, ich ließ ihn nicht los, nichts war da außer er und ich. Ich sagte ihm, wie ungerecht es ist, dass ich mich nicht verliebt habe. Was für eine Laune der Natur, dass wir zwei, obwohl wir so gut zusammenpassen, obwohl wir uns so gut ergänzen, obwohl wir uns ohne Worte verstehen und das gleiche sagen und denken und über das gleiche lachen...obwohl wir einfach perfekt füreinander sind, dass es uns zwei nicht gegönnt ist, miteinander glücklich zu werden. Er piekste mich in die Seite und fragte, mit Galgenhumor: "Gibts da denn keinen Knopf zum Anschalten?"
Wir waren beide so traurig.
Und ich bat ihn, mich nicht allein zu lassen. Ich sagte, dass ich so Angst habe, dass wir uns verlieren. Dass ich so Ansgt hatte, ohne ihn zu sein und es deswegen nie angesprochen hab. Ich sagte immer wieder, dass es mir leid tut. Und er sagte, muss es nicht. Ich könne ja nichts dafür. ich sagte: "Du ja auch nicht." Wir schwiegen. Und hielten uns fest. Weil er so toll und wunderbar lieb ist.
Er versprach mir, sofort etwas zu sagen, wenns nicht mehr geht. Und er sagte, ich könne immer zu ihm kommen, immer. Es werde gehen. Und er werde bei mir bleiben.
Und dann sagte er: "Jetzt gehts mir schon viel besser. Danke, kleine." Und ich hab ihn weiter festgehalten, weil ich nicht wollte, dass er geht. So viel Glück und so viel Traurigkeit an einem Ort.
Doch dann kamen zwei Typen, fast am prügeln. Er nahm mich in den Arm, führte mich an ihnen vorbei. Sicherheit. Vollkommen sicher. Und mein Herz war wieder leicht, es flog, und er flog mit, in Gedanken. Es war nichts in Ordnung. Und doch war alles wieder gut, denn wir wussten, dass wir uns hatten. Nicht so, wie wir es uns vorgestellt hätten, aber trotzdem hatten wir uns. Nicht allein. Trotz allem. Und dann lächelte er, zum ersten Mal an diesem Abend.
Wir haben uns. Egal was passiert.

timomo (4:23 AM):
egal