Stimmung: sehr gut, weil ich bald zu Zucker fahr
Musik: The Mission
... eine wunderbare Sache
Mir ist doch mal aufgefallen, wie man sich durch sein Haupthaar verändern kann. Auch wenn man es vielleicht nicht will, so verändert sich für Mitmenschen, die die betreffende Person nicht kennen automatisch auf den ersten Blick auch der Charakter.
So war ich früher eher wuschelig und schwarz. Auch mal gekreppte Haare oder zu 100 Zöpfen gezutzelt, die man dann wieder öffnete, für den ultimativen Engelslook. Sicher wirkte ich damals für Menschen, die mich nicht kannten verrückt, drogensüchtig, nuttig, oder sonstwie. Ich hatte damals ja auch die entsprechenden Klamotten dazu getragen ;-)

Ja und was geschah dann? 1998 ging mir plötzlich ein Pups durch den Pops und ich wollte kurze Haare haben. Wie lange hatte ich sie schon lang, hüftlang? Ich wollte mal was anderes. Also brachte ich ne Schere mit zur Arbeit und bat eine Kollegin, sie mir in der großen Pause abzuschneiden. Die Kollegen haben vielleicht doof geschaut! Vielleicht machten es die Haare, aber mein ganzer Look war damals dann den Haaren angepasst. Eher unschuldig und französisch. Hat mri eigentlich ganz gut gestanden, denk ich.

Danach hab ich keine Schranken mehr gesehen. Ich wollte irgendwann blonde Haare haben, hatte bis dato immer pechschwarze Farbe reingehauen....ich färbe seit ich denken kann. Der Friseur meinte, das ginge nicht, denn die schwarz gefärbten würden nur rot werden. Toll sagte ich, dann machen wir sie eben so lange richtig rot. Weiß nicht, wie das jetzt nun wieder auf meine Mitmenschen wirkte, aber ich fand es erst mal toll. Im nachhinein finde ich, es hat mir nicht gestanden, sah zu hausbacken aus.

Dann waren sie recht lange orange, denn mir war egal, ob sie nun halb rot sind oder nicht. Ich finds im Nachhinein ganz witzig, doch je blonder der Ansatz wurde, desto mehr haben die roten Spitzen genervt.

Ja und dann waren sie endlich blond. Ich war damals begeistert, aber jetzt find ich, dass ich damals nicht ich selbst war. Man müsste mal meinen besten Freund Ingo fragen. Er hat mich mit den schwarzen kurzenn Haaren kennengelernt und miterlebt, wie ich mich in blond und dann wieder zurück gewandelt hab. Jedenfalls hab ich die roten Spitzen abgeschnitten, ich wollt endlich richtig blond sein, also waren sie mal wieder richtig kurz :-(
Irgendwann nach meiner 5 jährigen Beziehung, die eigentlich zuende gehen musste, das war vorprogrammiert, nur ich hatte es lange nicht gemerkt, bin ich dann mit Ingo mal wieder "schwarz" weggegangen in den legendären Schwimmbad Club nach Heidelberg. Ein paar Wochen in der Szene und ich hab mich sofort wieder wohl gefühlt. Das war auch die Zeit, in der ich Zucker zum ersten mal sah. Ja und je öfter ich schwarz ausging, desto schwärzer wurden auch wieder meine Haare. Zuerst eine zeitlang blond/Schwarz, was nur gut aussah, wenn das blond ganz frisch war.
Nach gefühlten 100 Jahren war ich dann irgendwann wieder schwarz von oben bis unten. Und so bleib ich jetzt auch, so lange ich einen Färbepinsel in der Hand halten kann. Ich glaube wirklich, dass es am besten zu mir passt, findet Zucker irgendwie auch und das ist der zweitbeste Grund es so zu lassen. Der beste ist, dass ich mich so wie sie jetzt aussehen, pudelwohl fühle. Ich züchte auch schon ne ganze Weile wieder an der Länge.
Ich wünsch euch ein schönes Wochenende...Bis Montag!