Kinokritiker

13.02.2005 um 18:59 Uhr

Berlinaletagebuch: 2.Tag




Sorry, viele Filme , wenig Zeit, aber jetzt kann es losgehen.

Thumbsucker
Mike Mills Regiedebüt ist gutes Hollywood-Independentkino, mit einem wirklich sehr gutem Schauspieleresemble aber mit einigen Schwächen im Drehbuch. Dabei lässt die sanfte und melancholische Stimmung des Films (grandiose Musik!), berechtigterweise an Hollywoods-Hits wie "Sideways", "Station Agent" und "Lost in Translation" erinnern. Mills schildert die Zeit des Erwachsenwerdens eines 17-jährigen Jungen Justin (super Schauspieldebüt von Lou Taylor Pucci) der immer wieder an seinem Daumen lutscht. Sein näheres Umfeld versucht ihn davon abzubringen. Darunter auch seine Eltern (Tilda Swinton ganial wie immer und ein toller Vincent d'Onofrio) die aber reichlich eigene Neurosen haben, die es ihnen unmöglich machen ihrem Sohn zu helfen. So scheint es , dass James leicht esoterisch angehauchter Zahnartzt (kleiner aber feiner Gastauftritt von Keanu Reeves) ihm helfen kann. Durch eine Hypnose hört der Junge wirklich auf an seinem Daumen zu lutschen, fängt nun aber an seine bis dahin verlorene Jugend nachzuholen und dass in vollen Zügen, was so einige Probleme mit sich führt. Es ist ein sehr liebevoller, ironischer und ein stückweit auch ein amoralischer Film. Denn seine durchaus intelligente Botschaft lautet: Auch Kiffer können mit schlechten Noten haben manchmal im Leben eine Chance, während gute Schüler den Leistungsdruck und mögliche Niederlagen oftmals nur mit hilfen von kleinen medizinischen Fruenden aushalten.

Siegchancen => trotz guter Leistungen und witzigen Ideen nicht gewichtig genug um bei den Hauptkategorien abzuräumen, aber es könnte vielleicht ein kleiner Preis für Reeves heraus springen.

Asylum
Ein mit reichlich namenhaften Schauspielern besetztes Psychodrama im England der 50. Die Frau eines Irrenanstaltsdirektors verliebt sich in einen Patitenten, der aus lauter Langeweile seine Frau umgebracht hat. Daraus entwickelt sich eine Beziehung die zu Bedrohung aller wird. SO spannend es klingt ist der Film nicht, um ganz erlich zu sein hat er mich sehr enttäuscht. Dabei lassen die ersten 25 Minuten auf ein einzigartiges Kinoerlebnis schließen. Und  dann nach einer wirklich genial inszinierten Sexszne in einer Gartenlaube  kackt der film ab. Es klingt zwar hart es ist aber so. Der ganze Erzählfluss wird zunehmends unrythmischer. Es wird die Geschichte nicht mehr weiter erzählt sonder nur das Leben des Päarchens gezeigt. GAnz ehrlich ahtte ich nicht über Lust den Saal zu verlassen, dass Ende kann ichnicht so wirklich erzählen, denn ich habe begonnen die Sitze im FIlmpalast zu zählen, was weitaus spannender war als Asylum.

Siegchancen => Laufen gegen -100

Hotel Rwanda (außer Konkurenz)
Als 1994 die ersten Bilder des Bürgermassakers der Hutu an den Tutsi um die Welt gingen, waren alle geschockt, was eine Frachheit ist, denn der Massenmord war keine plötzliche unvorhersehbare Handlung , die Nationen haben bloß ihre Augen vor dem Unheil verschloßen und ließen es zu diesem unmenschlichen Drama kommen. In genau dieser Zeit spielt der Film "Hotel Rwanda". Don Cheadle  (für diese Rolle für den Oscar  nomminiert, wird ihn aber leider nicht bekommen da Jamie Foxx ihn sich holt, dazu aber nach der Berlinale mehr), vielen bekannt aus "Boogie Nights" und "Oceans Elven", spielt einen Hotelbesitzer der durch den Bürgerkrieg alle seine Holtegäste verliert und kurz vor dem Beschluss steht sein Hotel zu schließen, als Ströme von Flüchtlingen in genau diesem Hotel ihren einzigen Schutz vor dem Tod sehen.So und nicht anders kennt man Hollywood, oder besser gesagt sollte man Hollywood kennen. Auf einer wahren Geschichte Basiert dieses wirklich packende,spannende und sehr bewegende Drama . Zum Berlinale Themenschwerpunkt "Afrika" passt dieser Film wie angegossen. Ein Film , den man jedem wirklich nur empfehlen kann. Hier passt einfach alles und ist für jeden Cineasten ein muss, schade nur dass er außerhalb der Konkurenz läuft, denn hier hätte man sich schon auf einpaar Bären freuen können.


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