Stimmung: irgendwie kuhfladig
Meine Wohnungsidylle hat
sich nun endgültig erledigt, aber es fällt immer noch schwer loszulassen, mein
Herz hängt noch an diesem Ort.
Meine Vermieterin geruhte
neulich, wieder einen Fuß auf den heimatlichen Boden zu setzen, und ihr Besuch
galt zunächst dem Inschenör. Man erinnert sich an diesen ungehobelten, wenig
einfühlsamen Kerl, der unter anderem für 2 Tage Stromausfall sorgte, weil er
mittels eines Nagels, den er in die Wand hauen wollte, eine Hauptleitung lahm
legte. Selbiger planierte auch den Gartenboden dort, wo vorher noch drei
riesige Blaubeersträucher gestanden hatten, die er wohl für Unkraut hielt. Mit
einer Dreistigkeit, die mir unheimlich ist, bestreitet er auch noch seine
Fehltritte.
Â
Ich glaubte an eine
optische Täuschung, als ich plötzlich eine ältere Dame, (nicht seine Daueraffäre)
durch den Garten laufen sah.
Die Dame klingelte dann
irgendwann bei mir, betrat meine Wohnung und teilte mir mit, dass sie das Haus
verkaufen würde. An wen wohl? Richtig, an den Herrn Inschenör und seine
Gespielin. Das ist alles schon in trockenen Tüchern, es ist nicht nötig, mich
schon mal telefonisch zu informieren. Nein, absolut nicht. Die Dame ist
wahrscheinlich froh, dass sie den Klotz am Bein los ist, auch noch etwas Geld
(den symbolischen Euro) dafür bekommt, und er ist wahrscheinlich froh, dass
seine Schlampe, erfahren im Umgang mit Alzheimerpatienten, einiges davon
versteht, alten Menschen die Last des Vererbens ohne leibliche Verwandte ein wenig zu erleichtern. Was
sollen sie auch damit? Ein Haus bekommt man schlecht in einen Sarg.Â
Â
Sie fragte mich sogar, ob
ich mir nicht vorstellen könne, mit denen in Frieden zu leben? IN Frieden? Mit einem
solchen Lügner, der hier aufgetreten ist, als wäre er John Wayne. Das
sei sein Schutzwall, hörte ich da, der Mann habe sein Kind allein großgezogen,
seine Frau habe ihn nach der Geburt verlassen. Tränendrüse? Psychogeschwafel. Habe
ich meine Tochter nicht ebenfalls allein durchgebracht? Â
Es beweist mir nur mal
wieder, wie einfach es ist, gut lügen und protzen zu können, um andere zu
beeindrucken oder ihnen zu schaden. Mir läuft es kalt den Rücken runter, denn
sind nicht auch Menschen wie der Amstetter Fritzl genau solche Blender und
Lügner, die im Keller nur deswegen jahrelang ihre Töchter missbrauchen können,
weil sie eben nach außen aalglatt wirken und keiner sie wirklich kennt. Niemand
weiß, wie viele Menschenleben diese schwarzen Seelen in weißen Westen zerstören.
Â
Auf Wohnungssuche bin ich
schon länger, aber bisher passte nichts. Meistens fehlt der Garten, und der
bedeutet mir nun mal sehr viel. Ich brauche diese Erdung und Entspannung als
Ausgleich zum stressigen Leben. Es muss kein Areal sein, ich will auch nichts
dort anbauen oder züchten, ich will nur eine kleine Oase, in die auch nicht
jeder von rechts, links und oben reinschauen kann. Ich nenne es Totalrückzug,
ich brauche das, es ist die Quelle, aus der ich Kraft schöpfe. Immer und immer
wieder. Außerdem habe ich viel angeschafft an Kübeln, Pflanzen etc., das ich
weder dem Inschenör überlassen noch verschenken möchte.
Entweder ist aber ein
Garten da, dann ist die Wohnung nichts, oder die Wohnung ist zwar schön, aber
weder Terrasse noch Garten dabei.
Â
Die Zeit drängt, denn ich
möchte nicht erleben, meine Unterschrift unter einen Mietvertrag mit diesem
Ekel setzen zu müssen, nur weil meine Vermieterin panikartig ihr Haus abstößt.
Â
Â