Auf der Suche nach dem Leben

29.04.2009 um 08:55 Uhr

Die Welt ist so laut

von: Haibara   Stichwörter: Welt, Menschen, Stille, Lärm, Schmerzen

Stimmung: ganz gut, aber etwas aufgeregt, etwas beklommen
Musik: Haus am See

Heute ist der Tag des Lärms oder so ähnlich wurde gerade im Radio gesagt.

Ich habe es aber nicht richtig verstanden, denn das Gerät läuft leise und ich genieße meinen Kaffe und schaue in den Morgenregen hinaus. Dieses trübe Morgengrau bricht meine gute Laune aber nicht, denn auch das muss sein und durch die Tropfen hindurch sehe ich mitunter einen weißen Flockenfall. Nein, es ist kein Schnee, sondern es sind die weißen Blüten, die nun nach und nach fallen.

Der April war enorm dieses Jahr...

Ach ja,: zurück zum Lärm.

Die Welt ist echt zu laut. Aber ich meine nicht nur den Lärm an sich, den die Menschen begründet haben und mit ihrer Industrialisierung immer weiter verschärfen. Dieser Lärm ist ja auch meßbar. Und viele heben den Zeigefinger. Man wird krank davon. Ärzte können das behandeln.

Ich aber werde auch krank bzw. bekomme regelrecht Schmerzen von dem "Lärm", den der Mensch indirekt erzeugt, durch seine Hektik, seinen Stress, durch die "Immer-Erreichbarkeit" und die Überbanspruchung der Tages - und Nachtzeit usw.

Manchmal habe ich das Gefühl, selbst die Erde krümmt sich vor diesem dauernden Lärm.Nie, tritt Ruhe ein!

Ich bin immer froh, wenn ich einen Moment finde, wo es ruhig ist: also still, im wörtlichen Sinne oder wenn mich keiner was fragt, was sagt, mich anruft und...

Ja, jetzt fällt es mir wieder ein: ein neuer Lärm bedroht mich: das Internet!

So gern, ich surfe, chatte und lese....manchmal denke ich schon, ich bin süchtig.

Aber manchmal wird es mir auch zu viel.

Anfangs waren es Minuten, Stunden und jetzt sind es schon Tage, wo ich eine Auszeit brauche.

Es ist eine neue Last...nichts gegen meine liebe Internetfreunde, denen ich gern lausche und mit ihnen plausche und bin ich längere Zeit "Inet-los" habe ich auch Sehnsucht und warte ganz kribbelig darauf, chatten und bloggen zu können, aber...

... es ist mir manchmal doch irgenwie zu viel.

Wir Menschen haben uns nicht nur ausgelastet, sondern überlasten uns dauernd selbst.

Ich glaube nicht, dass es ursprünglich so gedacht war, dass der Tag so überfüllt wird und dass die Menschen sich voll Tätgikeiten und Handeln packen, dass für das eigentlicher "Erleben der Welt" und sich selbst, keine Zeit mehr bleibt.

Sicher, jeder ist anders, mancher einer braucht so eine vollgepacktes Rucksäckel und ist stolz auf seine Überholspur, auf der er am Leben vorbeirauscht und doch denkt, er lebe.

Aber ich sehe in der Ruhe mehr Leben, als in alledem Handeln und der Transparenz, welche wir uns selbst  aufbürden.

So, jetzt verschwinde ich ganz leise und lass euch in Ruhe diesen Tag angehen...

 

 

 

 

23.04.2009 um 22:28 Uhr

Wenn ein Frühlingsglück einem kleinen Wunder gleicht

von: Haibara   Stichwörter: Mensch, Natur, Frühling, Sonne, Bäume, Wiesen

Stimmung: gut
Musik: Silbermond

Hallo!!!!!!!

... Noch jemand da?

... Ja, meine lieben Gäste, Freunde und Stammleser, ihr habt noch oft hier hereingeschaut, so wie ich das hier sehe!

Danke!

Und ich habe euch gar nichts mehr Neues dazu geschrieben!

Mir war irgendwie nicht danach. Irgendwie war ich wie gelähmt.

Dabei sehe und beobachte ich meine Umwelt ganz intensiv und die Menschen insbesondere, ganz genau. Manchmal bin ich in diesen Zeiten sehr aufgewühlt und wütend.

Aber manchmal bin ich auch froh und erleichtert und ...glücklich?

Ja...glücklich!

Was ist das eigentlich?

Wie oft wird das Glück strapaziert und wie oft sprechen wir dieses Wort aus.

"Glück" ist so unterschiedlich und jeder empfindet es auch anders.

„Glücklich" war ich zum Beispiel vor Ostern und um Ostern herum, als es ca.10 Tage plötzlich so wunderschön war:

Auf einmal waren Farben da! Plötzlich aus dem Grau geplatzt! Die Sonne hat die Tristesse einfach beiseite geschoben und mit ihren langen Strahlenfingern die Natur gestreichelt. Diese bedankte sich umgehend mit leuchtenden Farbenkaskaden! Alles blühte plötzlich! Mein Atem ging tief und langsam. Ich saugte die frische Luft in mich hinein und meine Augen konnten sich am Frühling nicht satt sehen!

Die Blättchen der Bäume lockten mich mit einem grünen Lächeln und winkten mir mit ihren Zweigen zu.

Die Bäche waren mit weißen  Blütenlaken zu gedeckt. Ihre Bachläufe wogten weiß!

Buntgetupfte Wiesen feierten mit meinen Augen ein kleines Fest: es war mir, als würden Primeln, Osterglocken, Veilchen und viele andere Frühlingsblumen vor mir einen geheimen Schönheitstanz aufführen. Ihr vermischter Duft umhüllte mich, und es schien, als hätte die Natur ihr schönstes Festkleid angelegt und sich mit ihrem verführerischstem Parfüm besprüht, um mit uns Menschen zu kokettieren, uns zu zuwinkern, uns zu sagen und zeigen:

„Seht her, ihr Menschen, noch bin ich da! Ich die Mutter Natur. Ich habe noch Kraft und bin stark! Ich allein wähle, wann ich neu erblühen will, ich allein schaffe es! Noch habt ihr mich nicht ganz zerstört. Noch blühe ich jedes Frühjahr wieder auf! Ich brauche euch Menschen eigentlich nicht. Ich kann auch ohne euch existieren...aber ihr könnt mich zerstören. Hört auf damit! Seht ihr denn nicht, wie gut ich euch bin? Und wie eure Seele sich nach mir sehnt? Und wenn ihr wollt und sehen könnt, dann kann ich für euch und mit euch da sein, auf dieser Welt. Reißt euch zusammen, ihr Menschen, lasst mich blühen und den Sturm und Regen nach meinem Willen starten und wieder verschwinden. Lasst mich euch schwitzen lassen in der Sommersonne und genießt die Kälte des Schnees im Winter! Achtet mich, dann achte ich euch auch! Zusammen können wir gut existieren! Gemeinsam können dann meine „Kleider" mit euren Menschenkleidern die Farbtupfer diese Planeten sein."

Und wie um diese Worte zu bestätigen, kam schon wieder ein laues Lüftchen. Die Zweige bewegten sich immer noch im Wind. Weiße Blütenblätter sanken sanft wie Schnee zu Boden. Die Vögel zwitscherten dazu ihren Frühlingskanon. Die Blumen und Gräser nickten stolz mit ihren zarten Köpfchen im Frühlingswind.

Ich stand am Rand einer Straße und warf den Blick genau in das bunt getupfte Grün, welches mir die Natur entgegenstreckte...und war... glücklich!

Für einen Moment...

Bevor ich wieder eintauchen musste, in die Menschenwelt, und ihre selbstgemachten Probleme.

Aber ich hatte gerade sehr viel Kraft getankt und konnte nun gut, weiter existieren....leben?

Und ich hoffe und wünsche mir, dass es euch ähnlich ging und heute noch geht.