Auf der Suche nach dem Leben

03.06.2012 um 13:59 Uhr

Wenn Gedanken streichelnde Worte werden

von: Haibara   Stichwörter: Leben, Kraft, Versprechungen, Mut, Hoffnung

Stimmung: ruhig, nachdenklich
Musik: X-Files(TV Classic)

Lange Zeit habe ich nur ab und zu hier gelesen. Selbst da blieb ich oft in Starre verharrend vor dem Monitor sitzen. Ich staunte über eure Gedanken. Oft seufzte ich, träumte vor mich hin oder klickte mich raus und ging zurück in mein wirkliches Leben.

Irgendwie suche ich nicht nur nach dem Leben, sondern auch nach meiner Kraft, es zu finden...zu gestalten.Sie strebt zur Zeit gegen Null. Eigentlich habe ich immer gekämpft und wollte doch nur ein einfaches Leben: Ruhe, Frieden, einen Tisch und einen Stuhl, Natur, ....

... als Basis eine Tätigkeit, von der man existieren kann, die einen im Selbstbewusstsein stärkt und bei deren Ausführung  man fair behandelt wird.

Aber alles ist eine Wechselwirkung: Passt das Fundament nicht, geht das andere kaum.

Es ist so schwierig, das Einfache zu erreichen.

Ich habe immer gekämpft und gehofft, eines Tages würde es besser. Die Menschen würden wieder mehr aufeinander zugehen. Aber da habe ich mich geirrt. Falsche Versprechungen werden mit loser Zunge gegeben: sie lähmen mich.

Es wird schlimmer: Egoismus und Geldgier nehmen zu: im Großen, wie im Kleinen:

Haben sich unsere Regierungsformen überlebt? Parteien? Sie sind nur noch mit sich selbst beschäftigt.

Werden die Bürger noch regiert? Die "Bürger" vielleicht. Aber ich habe festgestellt, dass es unter der Bürgerschicht noch eine andere Schicht gibt:  sie erinnert mich an die Sklaven. So, wie ich es erst neulich in einem Buch über das alte Rom las. Vieles kam mir sehr aktuell vor. Gut, noch wird man heute nicht geschlagen und ausgepeitscht. Aber manchmal wird man behandelt, da schluckt man ganz schön. Aber man nimmt es hin. Man benötigt ja das dumme Geld, um seine Rechnungen bezahlen zu können.

Ich schweife ab:

Lange Rede, kurzer Sinn: ich denke, ich habe resigniert. Ich versuche Tag für Tag meine Existenz abzusichern, in dem ich fleißig meiner Arbeit nachgehe. Anschließend setze ich mich irgendwohin, hole Luft und warte bis ich etwas zu Kräften komme, erledige meinen Kram, gehe ins Bett und hoffe, dass meine Gesundheit noch lange anhält.

Manchmal hab ich die Hoffnung, dass dieses Leben ein Traum ist und mein Traum vom besseren Leben in der Nacht, das echte Leben ist. Wenn ich aufwache und wieder im Hier angekommen bin, schlucke ich viel Bitterkeit hinunter, stehe auf und funktioniere wieder.

Nun: als ich gestern wieder mal den Mut fasste und hier rein schaute, las ich eure Meinungen, Gedanken, Ideen. Das fand ich toll. Es war, als würden sie mich wie ein zarter Windhauch berühren.Dann lockten sie mich: schreib auch was! Ich holte tief Luft und fing an. Ja,es ging noch!

Vielleicht ist es ja die Hoffnung, die immer wieder im Menschen durchbricht und uns weitermachen lässt...

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenKey1 schreibt am 03.06.2012 um 16:03 Uhr:Die Menschen werden immer rücksichtsloser, immer weniger interessieren sie sich was mit anderen passiert, was mit anderen geschieht. Jeden Tag hören wir: Dort und dort ist jemand gestorben, wurde jemand brutal niedergeschlagen. Und dann schalten wir das Radio aus, klappen die Zeitung zu oder sonstiges,und verschwenden keinen weiteren Gedanken an den Menschen, der da irgendwie irgendwo verunglückt ist. "Es betrifft uns ja nicht". Jeder scheint irgendwie, irgendwo so sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein, all die Bitterkeit hinunterzuschlucken, zu funktionieren, sich nichts anmerken zu lassen, dass man anderes schnell übersieht. Es beseite schiebt, nicht weiter darüber nachdenkt. Und irgendwann, irgendwann öffnet man seine Augen und sieht,was um einen herum passiert. Nichts als ignoranz scheint sich noch auf den Straßen zu bewegen. Man muss überleben, und wie? Einzig und allein mit Geld. Es gibt immer weniger Arbeitsplätze, doch alles andere wird immer teurer, und manche dabei bleiben auf der Strecke. Doch es scheint die, die Arbeit zu haben, und die es schaffen "über die Runden zu kommen" nicht zu interessieren.
    Diese Welt scheint kaputt zu gehen, dass ist meine Ansicht dazu. Man MUSS funktionieren, sonst wird man einfach verlassen. Das ist schrecklich.
  2. zitierenHaibara schreibt am 03.06.2012 um 21:56 Uhr:Hallo Keyl,
    du sagst es: schrecklich.
    Das Wort ist passend.
    Es ist irgendein schlimmer Kreislauf: Wenn man anders sein möchte, z.B. nett,hilfsbereit usw. ,alles die alten Werte, dann wird man sofort ausgenutzt, benutzt usw. Einer wird gegen den anderen "eingesetzt". So schnell kannst du gar nicht gucken, bist du weg vom Fenster.
    Warum haben wir unsere Welt nur so eingerichtet. Es macht mich so traurig und hilflos.
    Ist das Geld vielleicht der Teufel? Oder hat er es in Umlauf gebracht? Oder können wir nur nicht damit umgehen? Es sollte doch eigentlich nur ein Zahlungsmittel sein. Aber alles wird an ihm gemessen.
    Ja, überleben ohne Geld, geht das hier überhaupt? Ich glaube nicht.Würde ich mein Häuschen zu sperren und in den nächsten Wald wandern, mir eine Hütte bauen und einfach so vor mich hinleben, Ginge das? Wohl kaum.Sicher kämen irgendwelche Leute und verlangten wieder irgendwelche Gebühren.
    Und die Arbeiter?Ja, vielleicht wird man stumpfsinnig oder verrückt.Ich weiß es nicht. Vielleicht schafft sie ihr täglicher Existenzkampf so, dass Körper und Geist kaum noch können und sie froh sind, wenn sie die Straße heimwärts stapfen und dann die Türe zu sperren und Luft holen , für den nächsten Tag: denn die Schufterei ist arg und der Lohn ist karg.
    Und wer keine Arbeit hat: fühlt sich minderwertig, nicht gebraucht, ist ausgelaugt. Auch das kenne ich. Auch ein schlimmer Kampf: gegen sich selbst, gegen die Gesellschaft.
    Wie du sagst: es ist schrecklich. Man kann es drehen und wenden, wie man will.
    Und weil man das eine nicht sein will, akzeptiert man das andere.Und schon ist man erpressbar.
    Aber trotzdem: lass den Kopf nicht hängen. Ich danke dir für deine Worte und wünsche dir eine gute neue Woche!

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