Dies und das.... der einzig Wahre!!!!

28.02.2012 um 08:05 Uhr

До свидания

von: Hedera   Kategorie: Irrenanstalt

Nun sind sie gerade gefahren, unsere Kinder. Vollbepackt auf dem 2-tägigen Weg nach Hause zurück. Wo sie hoffentlich freudig empfangen werden, alle.
Ich gebe zu, ich habe ein wenig Pippi in den Augen, muß mich gerade erstmal ein wenig ablenken um mir keine weiteren Gedanken darüber zu machen, ob sich alle Eltern wirklich freuen. Mir fällt da so jemand aus der Gruppe ein, der , ich weiß es ja nicht, evtl. nicht so vermisst wurde. Der heim fährt an einen Ort an dem alles so ganz anders ist als hier. 
Gestern beim Abschiedskaffee gab es große Augen als die voll gefüllten Ranzen verteilt wurden. Besondere Freude beim entdecken der Strickliesel ;o) Hoffentlich neidet euch das niemand ihr Süßen! 
Ich wünsch euch eine gute Fahrt in ein zu Hause mit liebenden Eltern! Man muß nicht reich sein, nur reich an Zuneigung. Manchmal vergesse ich das auch. Ich habe eine Menge dazugelernt. Bin noch mal gerade gerückt worden. Vielen Dank dafür. Mann, seine Mutter ist erst 23 und hat noch ein kleines Kind. In seiner Akte stand, das er in den letzten Jahren mehrere Autounfälle (???) hatte, mit Bauchprellungen aber es sei nichts schlimmes passiert.....er hatte nachts Albträume, dass seine Mama gestorben wäre und er hat von Lärm und Schlägen zu Hause erzählt. Ob er die bekommt oder Mama die im Streit mit Mann hatte - keine Ahnung. 
Vielleicht darfst du ja nächstes Jahr wiederkommen??? Das wäre schön. Dann bist du sicher noch mehr gewachsen als jetzt in den vier Wochen. Das waren immerhin 3 Zentimeter!

Zu Hause gestern: unser kleiner Konig erlebt wahrscheinlich sein 2. Trauma. Mein Kind war in der Pause zu Hause und hat nicht nachgesehen, wo unser Konig ist, als sie gegangen ist. Und so verbrachte der arme Kerl den ganzen Nachmittag in unserer "Abseite"  - der Abstellkammer hinter der Küche. Das arme Ding stürzte sich erstmal über den Fressnapf und dann in Kinds Bett. Eng an sie gepresst hat er da erstmal für Stunden gelegen. Vielleicht läßt er es dann auch mal endlich sein überall sein Näschen reinzustecken-.....egal welche Tür gerade offen steht....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

27.02.2012 um 10:43 Uhr

Weichei/ mit Text

von: Hedera   Kategorie: privater Wahnsinn

Wenn ich auch immer wieder behaupten würde, mein Kind hätte zumindest äußerlich so gar nichts von mir - in manchen Dingen sind wir uns sehr ähnlich.

Wir verzeihen - obwohl wir eigentlich keinen Grund dafür haben

Wir fühlen mit - oft so sehr, dass wir ob des Unglücks anderer in Tränen ausbrechen könnten, obwohl es nicht unser Leid ist

Wir geben - gerne auch alles was wir haben, ohne Nachzudenken, während andere, die sich das "leisten" könnten, nicht eine Sekunde darüber nachdenken.

Neulich und im nachhinein ist das schon ein seltsamer Zeitpunkt gewesen, unterhielt ich mich mit dem Kind über die Nachbarn. Und sie erzählte mir, dass sie immer noch nicht verstehen könne, wie das anfangs so nette Verhältnis auf einmal ein Ende fand (zumal sie in den einen auch noch irgendwie verliebt war....) Und just einen Tag später trifft sie beide in der Stadt. Erfährt, dass beide wohl vorhaben sich möglichst kräftig zu betrinken und der eine dann sogar noch einen finalen Sprung von der Brücke plant. Und sofort ist ihr Helfersyndrom da. Sie geht hin, sucht das Gespräch, bedrängt ihn das ja nicht zu tun, sie würde ihm auch gerne helfen, wenn er Probleme habe....(sie ist 18 und die Nachbarn so um die 27...)...und als sie dann schon zu Hause ist, klopft es gegen 5 an der Tür, sie geht hin und beide Tropfe stehen dort, fragen, ob sie langeweile habe (ja sicher, morgens um 5 ist einem immer langweilig und überhaupt wo ist mein riesig langer text hin, den ich hier schon geschrieben hatte...alles weg...) und sie geht mit. Und dann erzählt der andere, der mit Fahren unter Alkohol (seine Strafe hat er wohl jetzt  8 Monate Entzug der Fahrerlaubnis plus diverse Strafen, weil er ohne Führerschein auch schon erwischt wurde...) das er mit nichts mehr klarkomme, auch nicht mit dem Gefühl zu arbeiten und nichts über zu behalten (wenn man seine aufgebrummten Strafen nicht zahlt, wird es selten weniger. Die "dann-steck-ich-halt-mal-den-kopf-in-den-sand" mentalität ist aber sehr verbreitet, sorgt nie für ein gutes Ende, wird aber immer hübsch weiter zelebriert....), das wäre so ungerecht und überhaupt und letztendlich brach er in "bittere" Tränen aus. Als mein Kind mir das erzählte, war sie so voller Mitleid, dass sie fast selbst geweint hätte. Ach mein Kind. Ich hab versucht ihr zu sagen, dass sie das Leid der Welt und auch bestimmter Personen, die man mal sehr mochte, nicht so sehr an sich heranlassen darf, dass man sich nachher so fühlt, als ob man die Situation selbst erlebt. Irgendwo muß man die Grenze für sich finden. Wenngleich ich es manchmal wirklich auch bei Menschen im meinem Umfeld vermisse - das Mitgefühl.

Trotz dieser kleinen Annährung (als erstes haben die beiden Strategen sogar nach dem Befinden des Katers gefragt, man höre und staune!) bin ich froh, dass wir aus dem Umfeld wegkommen. Bei allem Verständnis - morgens um 5 muß niemand an meine Tür klopfen. Nicht wirlich....

Und dann hat mein Kind letzte Woche mit mir unsere russischen Kinder besucht. Sie wollte sie unbedingt kennenlernen und hätte sie am liebsten alle gedrückt (und das aus dem Mund meiner Tochter!). Morgen fahren sie. Heute gibt es noch einen Abschiedskaffee und als Überraschung gibt es neue Ranzen für alle. Ein Freund meines Chefs ist in irgendeiner "Loge" und die haben gesammelt...das find ich gut. Ich hab am Samstag noch Strickliesel-Dingens besorgt, weil sie welche geliehen bekommen hatten - aus unserem Kindergarten- und damit Spaß hatten.

Und ich denke immer, mein kleiner Liebling aus der Gruppe...wie wird es ihm wohl weiterhin ergehen? Wird sich seine Mama wirklich freuen, wenn er wieder da ist? Immerhin mußte sie 4 Wochen lang kein Essen für ihn besorgen. Und für ihn sind die Zeiten mit Obst und Gemüse zum Essen auch weitestgehend vorbei. Wenn man etwas nicht kennt, vermisst man es nicht. Werden sie das leben hier vermissen? Die warmen Zimmer. Das Essen?

Ich werde ihre freundlichen Gesichter sehr vermissen. Und die Betreuerin, eine ganz liebe Frau. Die ihren Urlaub opfert, bzw. ihr Gehalt für einen Monat. Ich weiß gar nicht, ob sie von der Organisation eine Entschädigung dafür bekommt...

Und ich ertappe mich dabei, dass man das früher hätte wissen müssen...Nein, ich muß mir auch nicht um alles einen Kopf machen. Meine Kollegen mit den höhren Bezügen denken keine Sekunde daran, ob sie was hätten geben können. Das tun, wie im richtigen Leben, komischerweise immer nur die mit den niedrigeren Einkommen. Deswegen gibt es wohl auch arm und reich. Die reicheren sitzen auf dem Geld. Wir gebens aus. für andere gerne auch.

23.02.2012 um 13:30 Uhr

und dann hat's buuuuuums gemacht

von: Hedera   Kategorie: privater Wahnsinn

Nein, wir haben nix gemacht und uns ist auch nix passiert. Ich glaube eher unseren Nachbarn, you know, der dessen Kater jetzt bei uns lebt....der scheint am Sonntag einen klitzekleinen Zwischenfall erlebt zu haben. Ich sah nur Sonntag nachmittag seinen Wagen auf dem Parkplatz stehen und dachte: irgendwie sieht die Fahrerseite aber sehr zerbeult aus...
und wie ich so durch die Stadt fahre, sehe ich ein Strassenschild fast auf dem Boden liegen und einen Stromkasten, der mit rotem Absperrband umwunden ist...mmmhhhhh, passt irgendwie zusammen.

Dann bekam ich noch einen Anruf einer Bekannten, die wohl just als das Auto erst das Schild und dann den Stromkasten rammte, in der Nähe stand und direkt dachte: den Wagen kenn ich doch....

Einen Tag später war das Auto verschwunden...seit gestern steht er wieder auf dem Parkplatz, allerdings ohne Kennzeichen...
Seltsame Sache das alles. Abgemeldet kann er ihn wohl kaum haben, da er in PL gemeldet ist.....
Der eine begeht Fahrerflucht nach Sachbeschädigung...der andere fährt seit Monaten lustig umher, obwohl die Polizeit ihn mit 1,5 Promille aufgegabelt hatten....dürfen eigentlich andere Nationen hier machen was sie wollen und nur wir selbst bekommen Strafen?
Verstehe das alles wer will...

 

 

 

 

 

 

 

14.02.2012 um 08:36 Uhr

Dr wisse Ohm

von: Hedera   Kategorie: Die Welt da draußen

= ist eine Fabelfigur in meiner Heimat und gehört zu den Dilldappen. Die wiederum gibt es in ähnlicher Form auch anderswo, bei uns , lt. Wikipedia "Dilldappen bewohnen der Sage nach den Hauberg im Siegerland. Sie werden als äußerst scheu beschrieben und ernähren sich von Kartoffeln (Duffeln). Seit 1982 veröffentlicht der Siegerländer Autor Matthias Kringe jedes Jahr einen Dilldappen-Kalender mit Comics in Siegerländer Platt. Die Comicfigur Dilldappe sieht aus wie ein aufrecht gehender Nashornhamster mit Irokesenhaarschnitt und braunem Fell."

Dr wisse Ohm ist der weise Ohm, ein ganz besonders schlaues Kerlchen. Ich würde mich nun nicht wirklich als ein Pendant dazu erklären aber wie ich die letzten Tage mit Freunden und mit meinem Töchterchen so über die Lage der Nation bzw. unsere sprach, kamen wir nicht umhin zu bemerken, dass manche Unternehmen ihr eigenes Grab schaufeln und das ganz bewußt:

  • meine Freundin z.B. arbeitet bei der Stadt und verteilt u.a. Knollen. Sie hat bereits vor 7 Jahren einen Verbesserungsvorschlag gemacht, wie man mit der Bearbeitung der Knöllchen Geld sparen könnte. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Sie hat neulich ihre Ausarbeitung wiedergefunden und überschlagen, dass man damit bis heute ca. 60.000 Euro gespart hätte. Aber egal. Die Stadt hat es ja.
  • mein Kind erzählt mir, dass ihr cholerischer Chef (sie arbeitet bei einerWerkstatt mit Tankstelle)- der Dank seines Herzinfarktes wohl immer seltsamer wird - Kunden, die einmal fremd gegangen sind - bzw. eine andere Werkstatt wagten aufzusuchen, als Kunden nicht mehr will. Dann ist er bockig. Sollen sie doch ganz wegbleiben. Was die Kunden dann auch fleissig tun. Ausländische Kunden, und der gibt es grenznah nicht gerade wenige, werden von den Meistern bedient,die glauben, wenn sie schreien, verstehen auch Ausländer deutsch. Was aber nicht der Fall ist. Mein Kind würde gerne englisch sprechen aber dann redet lieber niemand mit den Kunden und auch diese gehen. Oder aber die MA werden vom Chef so richtig schön vor den Augen/Ohren der Kunden angeschrien, so dass sogar die Kunden vor Schreck zusammenzucken und den Kopf schütteln..... Früher sagt mein Kind, gab es dort wohl auch mal Weihnachtsgeld und eine Weihnachtsfeier, jetzt natürlich nicht. Die Geschäfte laufen schlecht. Warum sie das tun, scheint dem lieben Chef allerdings völlig entgangen zu sein...wie kann man nur so blind sein?
  • ich nun wieder, bin ja auch in einem Irrenhaus beschäftigt. In dem Kollegen das Wort "Anweisung" nur widerwillig verstehen. In der Chefs sich bei ihren eigenen Untergebenen teilweise überhaupt nicht durchsetzen können und auch Abmahnungen ignoriert werden, so gut es geht. In der Kollegen, die Vorschläge machen, die dem Betrieb 10.000 Euro sparen (jährlich), ignoriert werden, weil man dafür etwas ändern müßte. Und man will es sich mit Servicekräften nicht verderben, die werden sonst sauer.  Nur wenn ich sauer werde, interessiert das keinen. Ich versteh die Welt nicht mehr...

13.02.2012 um 15:56 Uhr

PS: WTF....

von: Hedera   Kategorie: Die Welt da draußen

ist J. Allers? Was soll das? Überall geistern selbst verfasste Einträge übelster Art herum, jetzt auch noch hier? Wer soll das überhaupt sein?

Sachen gibbet...

13.02.2012 um 11:04 Uhr

Ausgebremst

von: Hedera   Kategorie: Irrenanstalt

Guter Dinge war ich zum Jahresanfang. Diesmal wird es was. Dieses Jahr ist meins. Und dann kam zumindest eine Wohnung. Ein Anfang. Arbeit wird schon noch.

Ja es ändert sich zumindest was an meiner bisherigen Stelle, noch 2 -3 Wochen Galgenfrist, dann werde ich meinen neuen Arbeitsplatz so langsam beziehen müssen. Letzte Woche gab es ein von mir initiiertes Treffen mit allen Abteilungen, die evtl. von ihren Arbeiten was an mich abgeben sollen beim Chef.

Und obwohl ich es ja schon wusste, wurde mir bei diesem Treffen erst richtig bewusst, wie völlig Banane meine Tätigkeit sein wird. Nichts gegen eine Dame am Empfang. Genauso wichtig wie ein perfekter Zimmerservice, Sauberkeit halt oder gutes Essen.  Aber eine Arbeit ohne besonderen Anspruch. Ohne kaufmännische Ausbildungsnotwendigkeit. Die habe ich aber nunmal. Und ich arbeite gerne im Büro. Und demnächst beschränkt sich mein Leben auf Töpfchen und Sitzverkleinerungen entleihen. Postvorsortierung (ist in der Eingangspost Patientenpost - dann behalten, alles andere bekommen die in der Verwaltung zum Bearbeiten), Koffertransfer, 2. Schlüsselausgabe. Evtl. irgendwann mal etwas auf der Internetseite ändern. Kein Büro mehr alleine. Ich fühlte mich damals so wichtig, als ich mein eigenes Büro hatte. Demnächst sitze ich dann also in einem winzigen Vorraum, der mittels Scheibe Sicht auf ankommende Besucher und Gäste gibt. Und verleihe dort Dinge, gebe Auskünfte. Mir im Rücken sitzen im dahinter angrenzenden Büro die beiden Damen der Terminplanung. Die Scheibe lässt sich öffnen (verschieben), so dass wir alle in der kälteren Jahreszeit in den Genuß von Zugluft kommen werden, da unweit dieses "Lochs" in der Wand die beiden Automatiktüren sind, die den Eingang/Ausgang nach draußen bilden.

Eigentlich sollte der "Empfang" dazu dasein, für die Patienten mehr oder weniger alleiniger Anlaufpunkt zu sein. Geht dann aber doch nicht, da die Anmeldung der Telefone auf den Zimmern gezwungenermaßen doch nur durch die Verwaltung im 1. Stock bewerkstelltigt werden kann. Die Eigenanteile werden auch dort kassiert, weil ich nicht mit Geld und dem EC Lesegerät arbeiten soll - das machen die KollegInnen dann doch lieber selbst. Ich habe eine Pfandkasse. Und eine für den Verkauf von Internetzugangskarten. Die Post darf ich in Empfang nehmen aber nicht bearbeiten. Essenmarken müssen die Kollegen in der Chefetage abholen. Wäre bei mir auch einfacher gewesen, da die Kolleginnen oben auch oft nicht da sind. Und neueste Order ist: kein "Anschreiben" mehr in der Küche - keine Marke, kein Essen. In der Summe sind alle diese Arbeiten etwas, das prima jemand ungelerntes machen könnte. Nicht jemand der 20 Jahre kaufmännisch gearbeitet hat und nebenbei noch einen mehrjährigen Lehrgang zur Finanzbuchhaltung gemacht hat. Egal. Berichte darf ich noch schreiben. Das mag keiner machen. Zwischendurch evtl. mal die Internetseite bearbeiten. So viel ist das nicht - bis vor einem Jahr gab es noch eine Vollzeitstelle Marketing. Aber wir vermarkten uns ja nicht wirklich.

Ich habe letztes Jahr angeregt den Bezug von Zeitungen in den einzelnen Abteilungen zu überprüfen. Wir konnten 1500 Euro sparen. Es war nicht meine Aufgabe, ich habe mich dem aber gerne angenommen. Mit welchem Resultat? Mit keinem. Warum habe ich geholfen Geld zu sparen? Damit meine Kolleginnen in der Buchhaltung seit September statt 40 45 Stunden die Woche arbeiten und bezahlt bekommen? Auch noch im 1. Quartal 2012? Und gleichzeitig verlangen diese Kolleginnen, dass wir doch bitte Stunden kürzen, weil so wenig zu tun ist, mangels vieler Patienten. Man hätte auch arbeiten abgeben können. Aber das tut man natürlich nicht. Dann stünde ja evtl. der eigene Arbeitsplatz unter Beschuss....da machen wir das doch lieber mit dem von Frau Hedera. Wir geben ihr all das, was keiner machen will und was irgendwie auch nur den Hauch von Wichtigkeit hat, das behalten wir fein. Und meckern? Darf ich nicht. Entweder will ich den heiligen Damen der Buchhaltung was böses oder ich bin undankbar, weil mir doch die Leitung der Hausdamen angeboten wurde und ich wollte sie nicht. Wäre ja auch genau mein Ding gewesen - sicher. Dann hätte der Chef einen schönen Grund gehabt mich abzuservieren, weil ich schon vorher gewußt hätte, das ich das nicht kann. Ich habe das nicht gelernt. Die "gelernte" Dame kriegt es auch nicht hin, verdient allerdings auch ein paar Hunderter mehr als ich. Und wenn ich den Posten übernommen hätte, hätte ich es für weniger machen müssen. so oder so.

Jetzt aber darf ich froh sein, dass ich mein Geld behalte. Auch wenn ich einen niederen Job ohne Verantwortung mache.

Vielen Dank meine lieben Exchefs. Dank des Umstandes, dass sich 2 von euch feuern ließen, leide ich jetzt mit. Und werde von der Chefarztsekretärin zur Empfangsdame degradiert und muss auch noch dankbar sein.

Das fällt mir mehr als schwer. Leider finden sich immer wieder nur Halbtagsjobs. Davon kann ich nicht leben, nicht mal ansatzweise. Ich hoffe sehr, es tut sich diesbezüglich noch was auf dem freien Markt. Das kann doch nicht meine Endstation sein? Mit einer solchen Stellenbeschreibung bekomme ich nie wieder einen Bürojob, der mich fordert.

Ich fühle mich total ausgebrannt. Von jetzt auf gleich. Ich könnte gerade nach Hause gehen und mich zu Hause hinsetzen und in die Luft starren. Und niemand hier würde mein Unbehagen verstehen, weil jede froh ist, damit nichts zu tun zu haben. Was habe ich mich für andere Leute eingesetzt, wenn sie auf Posten eingesetzt wurden, die mit ihrer Ausbildung nichts zu tun hatten. Tolle Wurst. Wenn es mich trifft, interessiert es keine Sau.

03.02.2012 um 11:08 Uhr

1.500

von: Hedera   Kategorie: Irrenanstalt

1500 km - so weit sind unsere jetzigen kleinen Gäste wahrscheinlich mit dem Bus aus dem Umland von Minsk zu uns gefahren. Mit 5 Pannen, weil im Bus der Diesel eingefroren war. 6 Kinder im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Einige waren schon 1 oder 2 mal bei uns. Leider immer im Winter (wäre doch im Frühling/Herbst viel schöner hier...) - aber dort sind es - 26°C - da ist unser Wetter doch ein Klacks. Die Kinder kommen seit einigen Jahren durch eine Organisation, die sich den "Kindern von Tchernobyl" verpflichtet fühlt und die Reisen durch Spenden organisiert. Wir spendieren den 3-wöchigen Aufenthalt inklusive ärztlicher Behandlungen.

Ich muß zugeben, wir hatten auch schon oft Kinder hier, die gut genährt und nicht krank aussahen, schick gekleidet etc. Dieses Jahr sind die 4 Jungs und 2 Mädchen aber viel jünger und sehen teilweise auch noch jünger aus als sie sind.

Zur offiziellen Begrüßung hat jedes Kind sich kurz vorstellen müssen (war nicht unsere Idee, die armen Knirpse), entweder auf deutsch (das konnten 2) oder französisch (das hat nur eine Ärztin verstanden) oder englisch. Der Kleinste hat russisch gesprochen, das verstehen immerhin 2 Kolleginnen. Sie haben allerdings auch eine sehr nette Betreuerin dabei, Lehrerin von Beruf, die alles für die Kinder übersetzt und immer dabei sein muß.

Jedenfalls als der Kleinste sich vorstelle, ergänzte die Lehrerin seinen kleinen, nervösen Vortrag (wie er heißt, das er eine Schwester hat, wie seine Mama heißt...) und wir haben uns einen Moment lang nur stumm angesehen. Er trägt das Haar kahlgeschoren - sieht auch für unsere Augen "richtig russisch" aus. Er lebt mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester in einem kleinen Dorf, die Lehrerin, die für eine Organisation schonmal Spenden durch die Lande fährt, lernte ihn vor 3 oder 4 Jahren kennen. Sein Vater ist vor Jahren mit irgendwelchem Geld durchgebrannt und die neue Beziehung der Mutter hat auch nicht gehalten. Sie lebt jetzt wieder mit ihm und der kleinen Schwester alleine. In einem Haus, dass die Lehrerin als unvorstellbar schmutzig und kalt bezeichnete. Und das es für den Kleinen das Beste wäre, dass er sich hier 3 Wochen lang sattessen kann. Obwohl man sagen muß, dass unser Essen für die russischen Kinder nicht wirklich das Größte ist. Sie essen mehr Suppen und das Frühstück ist wohl dort auch ganz anders.

Jedenfalls hat es uns allen der Kleinste sehr angetan. Alle Kinder waren ordentlich angezogen aber er hat wohl nur wenig Wäsche, keine T-Shirts, trug gestern eine Sweatjacke, hat aber nichts für darunter. Mein Chef hat 2 Mädchen, seine Frau erwartet das 3. Kind - er hat auch schon alles durchforstet. Wir haben vor Weihnachten erst Säcke voller Kleidung weggegeben und meine Fundstücke sind viel zu groß für den Jüngsten. Am liebsten würde ich ihn nehmen und mit ihm Wäsche kaufen gehen, wenn ich selbst genug zum abzwacken hätte.

Dieses Jahr bin ich wirklich erschüttert. Das waren wir alle. Wie gut haben wir es doch. Wir vergessen das nur immer wieder.