4 Füße, 2 Rucksäcke und die halbe Welt

07.08.2007 um 12:30 Uhr

Rueckkehr - die Dritte -

Buna zina!
Nachdem wir nachts schon kontrolliert wurden sind, haben uns die Grenzbeamten am naechsten Morgen schnell durchgewunken. Auch die Rumaenen freuten sich ueber uns und liessen uns einfach passieren. Unseren Stopp fuer die Nacht fanden wir schon nach knapp 2 Kilometern auf rumaenischer Seite. Das Doerfchen hiess "Vama Veche" und wir konnten "Ritz" genau am Strand parken und am diesem verbrachten wir einen herrlichen Nachmittag. Schon da konnten wir ansatzweise erahnen, warum das Campen hier umsonst war. Langsam fingen unzaehlige Fliegen an uns zu nagen und in der Daemmerung gesellten sich noch Milliarden von Muecken und anderens Insektengetier dazu. An Einschlafen im "Ritz" war, trotz Fliegengitter, erst nach 2stuendiger Jagd zu denken. Am Morgen waren die Muecken zwar verschwunden, aber nachdem wir schon wieder 5 Fliegen im Kaffeebecher hatten, verliessen auch wir fluchtartig den Strand. Die folgenden Badeorte an der Kueste Rumaeniens liessen wir unbeachtet, um mit einem grossen Ritt bis hinauf ins Donau-Delta zu fahren. Dort wollten wir einen Schiffsausflug machen, um das Delta zu erleben. Den Ausgangsort "Tulcea" erreichten wir gegen Abend. Noch am selben Abend machten wir uns in die Spur, um die verschiedensten Angebote der Ausflugsdampfer einzuholen. Das dabei die Preise von 14 -100 Euro schwankten, ueberraschte uns nicht. Wie Ihr euch denken koennt, buchten wir natuerlich das Angebot fuer 100 Euro! "Ritz" wurde auf einem bewachten Parkplatz, dieser Luxus muss sein, abgestellt und am naechsten Morgen starteten wir mit einer Personenfaehre, kreuz und quer, 8 Stunden, durch das Delta. Ziel war die kleine Insel "Sfantu Gheorghe", wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. An 3 Seiten wird sie von der Donau begrenzt, an der 4. Seite liegt das Schwarze Meer. Es gibt auf der Insel nur ein kleines Dorf, keine Autos, nur mit Sandstrassen, etlichen Pferdefuhrwerken und einem Traktorshuttle.
 
Zu Fuss begaben wir uns zur Muendung des Donauhauptarmes ins Schwarze Meer. Nicht nur, dass wir dort freilebende Pelikane bestaunen konnten, wir fanden auch noch einen unglaublich langen und fast menschenleeren Sandstrand.
 
Ueberhaupt erinnerte uns das Delta sehr an das Mekongdelta in Laos. Die Insel selbst allerdings erinnerte uns stark an die kleine Insel "Olchon" im Baikalsee. Nach einer kleinen Staerkung gingen wir zu unserer "Unterkunft" zurueck. Unser "Bett" war an Deck  der Faehre, ganz umsonst, bloss ein bisschen zu hart...
Ausser einem Restaurant gab es noch 2 "Garagenlokale", die 24 Stunden geoeffnet hatten und nur Fluessiges ausschenkten. Wir wunderten uns noch, dass es bei gerade mal 200 Inselnbewohnern ueberhaupt einen Non-Stop-Betrieb gab. Als wir jedoch sehr frueh am Morgen, nach einer eher mittelmaessigen Nacht auf unserem Schiff, nach dem bitternoetigen Kaffee suchten, wohlgemerkt 5.30 Uhr am Morgen, traf uns fast der Schlag. Nur muehsam konnten wir noch einen Sitzplatz ergattern, denn die "Garage" plus dazugehoerigen Biergarten, war brechend voll. In der halben Stunde in der wir unsere 2 Kaffee schluerften, gingen mehrere Liter Hochprozentiges ueber den Tresen, und 95% waren nicht nur Fischer, sondern auch Alkoholiker.
Fuer uns ging es mit dem Morgenboot zurueck, um weiter landeinwaerts zu fahren. Nach den vielen Beachtagen der letzten Wochen, war uns mal wieder nach Bergen und Rumaenien hat da ja vieles zu bieten. In 2 Etappen fuhren wir in den Ski- und Wanderort «Sinaia», in den suedlichen Karpaten. Auf dem Weg dahin durchquerten wir abgelegenste Doerfer, manche Strassen waren noch nicht mehr befahrbar und wurden durch Feldwege, die besserer Qualitaet waren, ersetzt. Unsere Wandertour sollte uns duch "Siebenbuergen" fuehren, wem das nichts sagt, wir liefen von der "Wallachai" nach "Transsylvanien".
Die ersten Meter aus dem Ort legten wir per Gondel zurueck, dabei gab es schon das erste Highlight. Wir sahen unseren ersten wilden Braunbaeren, direkt unter uns, und er war gigantisch. Und das obwohl wir noch so nahe am Ort waren, na, das konnte ja in den Bergen heiter werden, aber es blieb bei diesem einen.
Erstes Tagesziel war "Omu", eine Schutzhuette auf ueber 2500 Meter, dort trafen wir schon am fruehen Nachmittag ein und hatten so genuegend Zeit, den herrlichen Rundumblick und das grandiose Wetter zu geniessen.
Nach einem kleinem Fruehstueck ging es tagsdrauf weiter und wie schon beim Trekking in Nepal, erwies sich der Abstieg fuer uns als wesentlich anstrengender. Doch unsere Umgebung entschaedigte fuer die Knieschmerzen. Der Weg fuehrte durch Schluchten, in denen wir klettern mussten, durch riesige menschenleere Taeler und ueber bluehende Bergwiesen. Die Wasservorraete fuellten wir an troepfelnden Gletschern auf, um 2 Kilomter weiter die klarsten Bergquellen zu finden...
Immer weiter fuehrte uns der Weg nach Transsylvanien und was sollte da anderes, als "Draculas Schloss", unser Ziel sein !? Obwohl es eigentlich nicht sein Schloss war, er lebte nur mal 5 Jahre dort, war aber Vorbild fuer die Romanfigur. Es ist ein schoenes kleines Schloss, das gut ueber die damaligen Lebensumstaende aufklaert.
Die 40 Kilometer zum Auto legten wir mal wieder, in alter Asienmanier, mit dem Bus zurueck. Naechster Reisestopp war eine Empfehlung eines rumaenischen Paerchens, die wir beim Wandern getroffen hatten. Wir fuhren in den Nordwesten, fast bis an die ungarische Grenze, zu der "Eishoehle von Sariosara". Sie hatten nicht zu viel versprochen, schon der Wanderweg ging wieder durch Berg und Tal und auch die Hoehle war etwas Neues fuer uns.
Nun fuhren wir wieder suedlich, um im letzten Ort vor der Grenze zu Serbien-Montenegro, noch einen 2 taegigen Stopp einzulegen. Wir fanden ein Schwimmbad, welches durch heisse Quellen gespeist wird und wir genossen es um 23.00 Uhr in "unserer" riesigen Badewanne zu liegen.
Ueber die serbische Polizei hatten wir schon einige Schauergeschichten gehoert, aber man weiss ja wie das ist, erzaehlt wird viel, wir wollten es uns trotzdem anschauen. Doch schon bei der Einreise war es mit dem Spass vorbei, misstrauisch beaeugten sie schon unsere vollgestempelten Reisepaesse und an der Greencard fuers Auto fanden sie dann endlich "was". Sie war zwar schon dutzende Male kontrolliert und auch nie beanstandet wurden, und auch zu Serbien haetten wir damit Einlass bekommen, wenn wir bereit gewesen waeren, 150 Euro an die Grenzer zu bezahlen. "Sorry, forget it. We go back. Bye, bye!" Schauen wir uns Serbien eben nicht an und schon befanden wir uns auf dem Weg nach Ungarn.
Da der Tag noch jung war und wir reiselustig, erreichten wir noch am selben Tag den Balaton.
 
In Ungarn sind wir uns vor ueber 20 Jahren das erste Mal begegnet, also konnte die Zeit hier nur unter einem guten Stern stehen. Und so war es auch, 2 volle Wochen verbrachten wir am Balaton, umrundeten ihn einmal, waren auf einem 4 Tage dauernden Festival und liessen mehrere Liter ungarischen Wein durch unsere Kehlen fliessen. Irgendwann ging es mal weiter nach Kroatien....
Viszontlatasra
Susi und Andi
Auch weiterhin freuen sich die Gruesser ueber Zurueckgruesser!!!!!!!!!

04.07.2007 um 15:46 Uhr

Rueckkehr - die Zweite -

Doburden

Unser erster europaeischer Grenzuebertritt verlief kurz und schmerzlos- welcome to bulgaria. Die kurze Unwissenheit ueber die Notwendigkeit einer Vignette, liess sich mit Hilfe der Geldwechslerin schnell klaeren. Jeder braucht eine, aber kontrolliert wurde sie nie. Unser Plan war, sofort nach Sofia zu fahren. Andi fuhr und ich blaetterte im "Europafuehrer", und schon war es passiert, wir waren an der ersten schoenen Stelle vorbei. Kurz nach der Grenze liegt die kleinste Stadt Bulgariens- Melnik -. Was es uns noch wesentlich erleichterte umzudrehen, wir waren schon 40km vorbei, war die Tatsache, dass der Ort fuer seine guten Weine beruehmt ist. Der Erkundungsmarsch zu Fuss, gestaltete sich relativ kurz. Ein urgemuetliches Weingut war schnell gefunden und wir
begannen sofort mit der Verkostung. Es gab ausschliesslich junge Weine, doch dies betruebete uns nicht, schnell wechselten ein paar Flaschen den Besitzer. Ein schoenes Eckchen fuer die Nacht war auch schnell gefunden und wir schlummerten selig. Bevor wir tagsdrauf weiter fuhren, erkundeten wir ein nahegelegenes Kloster und deckten uns bei "Dorfomis" mit hausgemachter Marmelade ein. Campingplaetze nutzen wir nie, ausser in Sofia, erschien es uns wegen "Ritz" die sicherste Alternative. Erstaunt mussten
wir feststellen, wie viele bulgarische Ehepaare auf dem Zeltplatz waren. Fast alle Bungalows waren belegt. Komisch nur, wie viele Paerchen sich anscheinend einen Bungalow teilten, die Belegung wechselte stuendlich. Also es muss dann doch an uns liegen, immer landen wir in Stundenhotels und die Paerchen waren gar nicht verheiratet :-)
Besondere Sehenswuerdigkeiten hat die Stadt nicht zu bieten, in den Randbezirken, wo auch unser Zeltplatz lag, fuehlt man sich in die DDR der 70-iger Jahre versetzt und in der Innenstadt kann man keinen grossen Unterschied zu anderen
europaeischen Metropolen feststellen. Nach 2 Tagen fuhren wir weiter nach "Koprivitscha", ein idyllisches Dorf, in dem man sich viele restaurierte Haeuser des 18.Jahrhunderts ansehen kann. Hier gingen wir auch das erste Mal traditionell bulgarisch essen und trinken. Unser Schlafplatz war direkt vor'm Rathaus und somit hoechst sicher.
Unser Weg fuehrte weiter Richtung Kueste. Nach gerade mal 30 Minuten Fahrt ueberquerten wir eine Bruecke, auf deren
Mitte ein Passat geparkt war. Im Vorbeifahren sahen wir, dass Jugendliche die Bruecke zum Bungee-Jumping nutzten.
Neugierig geworden, und um schoene Bilder zu schiessen, kehrten wir doch nochmal um. Unglaublich, wie die Bulgaren drauf sind. Befestigt am Passat und der Leitplanke stuerzten sie sich 70 Meter tief in die Schlucht. Erstmal faszinierte uns die Kulisse, schnell kamen wir mit dem Veranstalter und den bereits Gesprungenen in's Gespraech. So stellte sich heraus, dass dies kein privates, sondern ein Springen fuer
jedermann war. Wie und was dann in unseren Koepfen stattfand, koennen wir nicht mehr rekonstruieren. Auf alle Faelle hatte Andi keine 5 Minuten spaeter die Einverstaendnisserklaerung unterzeichnet und stand fix und fertig hinter der Leitplanke. Besser gesagt, ich fuellte seine Erklaerung aus, seine Haende zitterten so stark, dass er nur sehr unleserlich haette schreiben koennen. Nach 30 Sekunden des Zweifels stuerzte er sich mit einem lauten "Jawohl" in die Tiefe. Waehrend Andi wieder nach oben gezogen wurde, verselbststaendigten sich meine Gedanken. Hatte ich doch bei der Diskussion um Andi's Sprung noch gesagt :"Du kannst machen was du willst, aber ich springe da niemals runter!!!!", kamen mir nun leichte Zweifel an meiner Aussage. Waere es nicht cooler dieses Erlebnis zu teilen? So kann man sich ja viel besser darueber unterhalten :-)
Und wieder keine 5 Minuten spaeter, unterschrieb ich die Erklaerung und stand hinter der Leitplanke. Ich brauchte allerdings noch 3 Minuten, um mich fallen zu lassen, doch einmal ueber die Leitplanke gekrabbelt, will man ja nicht wieder umdrehen. Beide hatten wir beim Hochziehen das gleiche Gefuehl, wir waren wie betaeubt und fragten uns, was wir da nun schon wieder gemacht haben. Auf der Weiterfahrt schlichen wir mit einem nicht enden wollenden Grinsen und 40km/h ueber die Landstrasse. Bis heute koennen wir nicht
begreifen, dass wir das getan haben. Zur Feier des Tages goennten wir uns, in der Kneipe einer Forellenzuchtanlage, 2 ausgezeichnete Fische, den obligatorischen Schopskasalat und bulgarisches Bier.
Auf zum Shipka-Pass, einer der hoechst gelegenen und noch befahrbaren Paesse des Balkans. Im Zentrum des Passes befindet sich ein Friedensmonument, welches man ueber 960 Stufen erreichen kann. Puenktlich zu unserer Ankunft jedoch, gab es Hagel und Gewitter und wir verschoben die Besteigung auf den naechsten Morgen. Leider konnte wir auch da nichts von dem grandiosen Ausblick ueber das Balkangebirge und die umliegenden Taeler geniessen. Man sah kaum die Hand vor Augen, so neblig war es. Wir warteten zwar noch 2 h, aber es gab keine Besserung, also rollten wir wieder talwaerts. Auch das Tal ist eine Besonderheit Bulgariens, es traegt den Namen "Tal der Rosen", und beherbergt ueber 250 verschieden Rosenarten, die auf riesigen Feldern angebaut werden.
  
Im Herzen diesen Tales liegt die Stadt "Kazanluk",
Austragungsort des jaehrlichen Rosenfestivals. Und welch gluecklicher Zufall, wir waren genau zum Fest in der Stadt. 3 Tage lang wurde gefeiert, mit traditionellen Gesangs- und Tanzdarbietungen, der Wahl der Rosenkoenigin und, unserer Meinung nach, mit viel zu wenig Alkohol. Den obligatorischen Besuch des Rosenmuseums liessen wir natuerlich nicht aus. Gezeigt wurde, was man alles aus Rosen herstellen kann.
Und sie machen wirklich fast alles, nur keine Autoreifen daraus.
Ein weiteres Highlight der Stadt war, fuer uns, der Sportkomplex. Hier konnte Andi endlich mal wieder seine Sucht befriedigen und die Hantel ein wenig fliegen lassen.
 
Es gab zwar keine Gewichtheber in dem Ort, dafuer trainierte er mit Speer- und Diskuswerfern der bulgarischen
Nationalmannschaft, die sich auf Olympia 2008 vorbereiten.
Unser "Campingplatz" in der Stadt war ein bewachter
Parkplatz, nachdem wir hier schon fast eine Woche
naechtigten, entwickelten wir eine herzliche Beziehung zu
Nadjo, unserem Lieblingsparkplatzwaechter. Gegenseitig verwoehnten wir uns mit kleinen Aufmerksamkeiten, von uns gab's Obst, Suesses oder ein Bierchen. Er revanchierte sich mit Hausgemachtem, jeden Morgen eine neue Ueberraschung. Mal Marmelade, mal Wein, mal Schnaps. Nach dieser Woche wurde es Zeit, mal wieder unserer Reiselust zu froehnen. Die Kueste des schwarzen Meeres rief nach uns. Quasi von ganz "unten" rollten wir die Sache auf, das bedeutete vom
suedlichsten Punkt, direkt an der Grenze zur Tuerkei. Im ehemaligen Sperrgebiet fanden wir herrliche Buchten, die meist auch noch menschenleer waren. Bei einer
Erkundungstour zu Fuss an der Kueste entlang, stiessen wir auf ein Auto. Wir dachten, es steht schon ein paar Jahre dort, so gepflegt sah es aus. Aus 20cm Entfernung erkannten wir dann sogar das Nummernschild - Leipzig. Natuerlich war der Besitzer nicht weit, "Robinson und Freitag", genannt Andre und Mogli, hatten sich hier "haeuslich" niedergelassen. Sie waren schon seit Februar in Bulgarien und seit laengerem in dieser Bucht. Wir verbrachten gemuetliche Abende  am Lagerfeuer und abwechselnd wurde thueringisch, saechsisch oder bulgarisch gekocht.
 
Unseren Wohnsitz allerdings hatten wir 4 Buchten weiter
vorn, ganz in der Naehe des einzigen kleinen Ortes. Dort befand sich auch das einzige grosse Hotel, weit und breit. Hier gefiel es uns genauso gut, wie bei "Robinson", gab es doch hier alles, was man beim Camping nicht unbedingt staendig zur Verfuegung hat. Duschen, Toiletten und einen Pool mit Bar. Auch hier hatten wir unter den deutschen Urlaubern ein paar nette Bekanntschaften geschlossen. Eigentlich wollten wir uns nur das Salzwasser abwaschen, daraus wurden ein paar Stunden an der Poolbar mit erheblicher Schlagseite. Wir hatten zwar nicht das noetige All-inclusive-Baendchen am Arm, aber unsere Bekanntschaften kuemmerten sich bestens um uns. Trotz netter Bekanntschaften, den Annehmlichkeiten und dem herrlichen Stueckchen Erde, bekamen wir langsam wieder Hummeln in den A....Die Schwarzmeerkueste lag noch so lang vor uns. Der naechsten groesseren Stadt "Burgas" schenkten wir kaum Aufmerksamkeit und zogen vorbei. Da wir ja nicht nur die ruhigen Flecken sehen wollen, sondern wissen moechten, wie es ueberall ist, legten wir auch ein einen Stopp in "Nessebar" ein, eine der groessten osteuropaeischen Ferienhochburgen. Auch hier findet man, abseits der Hauptstraende ruhige Ecken, zwar keine einsamen, aber schoen. Einen Tag stuerzten wir uns in's Tourismusgeschehen, um danach doch froh zu sein, dass unser "Ritz" auf einem abseits gelegenen Parkplatz stand.
In Varna, der naechsten grossen Stadt, war ein Stopp geplant. Diesmal allerdings nur, um die heissen Quellen zu nutzen. Wir hatten den Tipp von "Robinson" bekommen, auch er duschte hier schoen oefters. Die Quellen liegen genau am Stadtstrand, an diesem verbrachten wir den Nachmittag, um uns am Abend, mal wieder warm zu reinigen. Heisse Quellen kannten wir aus Nepal, dort mischen sie es, clevererweise, mit kaltem Wasser. Hier kam es unverduennt und brachte unsere Kopfhaut zum Schreien. Die unzaehligen Zigeuner, die hier duschten, stoerte das gar nicht, fuer uns war es eine ziemliche Prozedur. Zentimeter um Zentimeter konnten wir uns nur benetzen, das Abspuelen des Schaumes war der Horror.
Frisch "gekocht" ging's weiter. Wir machten zwar noch in verschiedenen Touristenorten kurzen Halt, aber nach
 "Nessebar" waren wir vom Trubel erstmal geheilt. Boris, ein bulgarischer Bekannter, hatte uns den Ort "Balcik" empfohlen und hier landeten wir gegen Abend. Der Ort ist zwar auch ein
Tourismusmagnet, klein und sehr beschaulich, mit einem schoenen Strand, war es aber genau das, was wir gesucht hatten. Eigentlich wollten wir nur einen Tag bleiben, daraus wurde knapp eine Woche. Nun waren wir kurz vor der rumaenischen Grenze und mussten unsere letzten Leva
loswerden. Und was waere da besser geeignet, als Fisch und Wein. Gesagt, getan. Im letzten Restaurant vor der Grenze, schoen an einem See gelegen, gab es dann Fisch mit allem was dazu gehoert. Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich schwieriger, auf den 5 Kilometern bis zur Grenze bogen wir ein paarmal Richtung Kueste ab, aber eine passende Stelle fuer "Ritz" fanden wir nicht, dafuer allerdings etwas anderes. Auf einem Bootssteg lagen, unbewacht, mehrere Zentner frische Muscheln. Ruck-Zuck war unser groesster Topf gefuellt und nichts wie weg. Zurueck in den letzten Ort, unter ein Vordach der LPG. Muscheln dieser Art hatten wir noch nie gegessen, geschweige denn zubereitet. Also erstmal alle rein ins heisse Wasser, zwar kamen sie nicht, wie erwartet, rausgekrabbelt, aber liessen sich leicht mit einer Gabel aus dem Haus drehen.
 
Schon kam die naechste Frage auf. Was davon ist essbar und was nicht, waren sie ueberhaupt zum essen bestimmt?Wir waren uns einig, der Darm muss weg!!!! Der Rest flog in die Pfanne, um mit Zwiebeln und Kraeutern gebraten zu werden. Dafuer, dass wir nicht wussten, ob wir mit unserem Leben spielen, waren sie echt gut.
Mittlerweile war es Mitternacht und wir hatten beschlossen, erst am naechsten Morgen nach Rumaenien einzureisen. So bauten wir "Ritz" 100 Meter vor der Grenze auf. Wir lagen noch keine 2 Minuten, wummerte es gegen die Scheiben. "Ritz" war einem Grenzbeamten aufgefallen, der uns vom gegenueberliegenden Imbiss sah, nun kam er mit Verstaerkung zurueck. Was wir hier machen, wollten sie wissen. "Wir sind zu kaputt zum Weiterfahren und wollen hier schlafen!" Zwischenzeitlich leuchteten die Grenzbeamten den kompletten "Ritz" aus. Die naechste Frage war, wieviele Personen im Wagen sind. "Ca. 15!", damit gaben sie sich zufrieden und zogen von dannen.
Dobischdane
Susi und Andi
Freundschaft den Gruessern!!!

23.06.2007 um 21:03 Uhr

Abschied und Rueckkehr

Schweren Herzens verliessen wir Bali gen Malaysia. Air Asia, der Billigflieger Suedostasiens, hat unschlagbare Preise, aber leider einen Haken, der uns diesmal voll traf. Pro Passagier sind 15kg Gepaeck erlaubt+ ein kleines Handgepaeck, normalerweise kein Problem fuer uns. Nachdem wir aber einem Kaufrausch erlagen, gab es Diskussionen an der Waage. Unglaublich, dass die sich so haben, wegen 35kg Uebergepaeck. Da das klar war, hatten wir schon so viel wie moeglich kg auf's Handgepaeck verteilt. 10kg blieben trotzdem uebrig und diese wollten sie sich richtig gut bezahlen lassen. Wohlweislich bin ich schon mit unserem "bisschen" Handgepaeck ausser Sichtweite des Eincheckschalters sitzen geblieben, und Andi checkte uns alleine ein. Es dauerte gar nicht lange, kam er mit dem Gepaeck zurueck und wir mussten die 10kg noch auf uns aufteilen. Die Wurstbuechsen in den Hosentaschen, Kaffee in der Jackentasche, Buecher im Hosenbund, Handtuecher als Schal, mit 30,9 kg durfte unser Gepaeck an Bord. Durch die 100ml Fluessigkeitsbegrenzung "mussten" wir auch noch unsere letzte Flasche "Arrack" leeren, entsprechend gut gelaunt ging es als letzte an Bord. Begleitet von den "Aerzten" liessen wir uns unsere letzte Buechse "Thueringer Leberwurst" schmecken und landeten gegen Mitternacht in Kuala Lumpur. Wir wollten eigentlich nachts gleich weiter, aber die naechste Busverbindung gab es erst am naechsten Morgen. Also blieben wir eine Nacht und erreichten Penang, den Ort, von dem wir vor 2 Monaten nach Sumatra aufgebrochen waren, erst am Mittag. Um in die Stadt zu gelangen, benutzten wir die Stadtlinie, zum Glueck, denn zum letzten Mal durften wir einen asiatischen Busfahrer, der Marke "Crazy", erleben. Er raste durch die Stadt, liess den Bus durch Kurven rutschen, um dann an einer Haltestelle, an der keiner aus- oder einsteigen wollte, ueber 10 Minuten stehen zu bleiben. Anschliessend ging die Fahrt in unvermindertem Tempo weiter. Am naechsten Stopp hielt er kaum richtig an, und die Fahrgaeste mussten, begleitet von seinen Rufen " schneller, schneller, keine Zeit" fast waehrend der Fahrt aufspringen. Doch wir erreichten die Innenstadt und hatten ueberlebt. Geschlafen wurde im Stadtteil " Little India", auch goennten wir uns ein letztes indisches Abendessen. Fuer den kommenden Tag besorgten wir uns noch die Fahrkarten fuer den Nachtzug nach Bangkok. Es kam wie es kommen mussten, nach unzaehligen Zugfahrten kreuz und quer durch Asien, verpassten wir unseren letzten. Im Bahnhof hing schon der Sommerfahrplan, doch der Zug fuhr noch nach Winterzeit. Aber in Asien gibt es fuer alles eine schnelle Loesung. Natuerlich stand fuer diesen Fall schon ein Malaye mit seinem Privatauto bereit, um Zuspaetkommer wie uns, zum 60 km entfernten naechsten Zugstopp zu fahren. Auf der Fahrt bekamen wir mit, das dies fuer ihn ein sehr eintraegliches Geschaeft ist. Durch die Fahrplanverwirrung konnte er diese Tour 4-5x in der Woche fahren. Wild hupend erreichten wir unseren Zug doch noch.
Wieder einmal zurueck in Bangkok,
war es schon fast ein Gefuehl, wie nach Hause kommen. Nochmal machten wir alle Sachen, die wir an Bangkok so schaetzen gelernt haben. Wir froehnten allen kulinarischen Genuessen und auch der Shoppingwahnsinn holte uns nochmal ein.
Und wieder mussten wir uns wundern, wie klein doch diese Millionenmetropole sein kann. Wir trafen einen Freund, kennengelernt vor ueber einem Jahr in Vietnam, wieder. Slobo war diesmal mit seiner Freundin Bine unterwegs und wir verbrachten 2 lustige Tage miteinander.
                - Hallo ihr zwei Beiden! Es war kein Zufall, dass wir
                  uns trafen. Sieht man sich nicht immer 2x im
                  Leben????Auf das 3. Mal freuen wir uns jetzt
                  schon. Vielen Dank fuer den UPS-Dienst.
                  Mfg Borat-
Fast auf den Tag genau, nach 21 Monaten, verliessen wir Asien. Der ganze Tag stand im Zeichen tiefer Trauer und wir zelebrieten unseren Abschied. Kaffee-Papa, Nudelsuppen-Mama, Chicken-Reis-Elli, bei allen verabschiedeten wir uns, auch bei "LEO" unserer thailaendischen Biermarke.
Bevor wir allerdings gen Afrika ziehen konnten, war es wieder da, unser kleines Uebergepaeckproblem. Zwar hat man auf einem Langstreckenflug 20 kg/p.P., aber wegen unserer letzten Touren in Bangkok, hatten wir unser gepaeck auf 80!!!!kg aufgestockt. Durch das Probetraining auf Bali, stellte es sich fuer uns nicht als schwierig heraus, dies ordnungsgemaess zu vertuschen und schon sassen wir im Flieger. Und dieser Flug war der komplette "Hammertransport" Asiens, nicht nur, dass es nur maennliche Flugbegleiter gab, weil es sich um eine muslimische Airline handelte, auch der Passagiermix war grandios. Wir waren die einzigen Europaer, die eine Haelfte waren Zeitarbeiter aus China auf dem Weg nach Algerien, die andere Haelfte setzte sich aus Arabern und Philippinos zusammen. Nach einem laengeren Stopp in Kairo, erreichten wir unser eigentliches Ziel Athen.
Und mit einem Schlag waren wir wieder in der europaeischen Kultur zurueck und voellig "normal". Keine Sau interessierte sich fuer uns, kein "wo kommt ihr her? wo geht ihr hin?", wir kamen uns vor, wie transparent. Uns fiel aber auch noch die weitaus geringere Konversation untereinander auf (Slobo, du hattest so Recht!!!!). In Asien wir immer und ueberall miteinander getalkt, ob man sich kennt oder nicht, es gab immer was zu quatschen. Hier beschraenkt sich das Ganze wieder auf das Wesentliche. Ich machte Andi einen 10-minuetigen Vortrag ueber die Sauberkeit der Athener Flughafentoiletten, bis er zu mir sagte:"Susi, wir sind in Europa, das ist Standard!"
Auch was das Finanzielle anging, wurden wir schnell wieder in die europaeische Realitaet zurueck geholt. Da wir bis zu unserer Weiterreise noch mindestens einen Tag Zeit hatten, wollten wir mit einem Mietwagen die naehere Umgebung erkunden, um einen schoenen Platz fuer Juergen und uns zu finden. Doch fuer ein Auto, in Smartgroesse, ohne Kilometer, 62 Euro zu berappen, waren wir nicht bereit. Es gab ja noch die Alternative des Busses, hierzu mussten wir unser "leichtes" Gepaeck los werden, aber auch dies blieb nur eine Idee, haette das Ganze fuer unsere 2 Rucksaecke und 3 Taschen mehr als 90 Euro gekostet. Es war uns schon klar, dass wir keine asiatischen Preise zu erwarten hatten, aber dies war dann doch zu viel. Aus Spass fragte Andi im Flughafenhotel nach, aber die 350 Euro fuer das billigste Zimmer, waren nicht ganz unser Budget. Kein Problem, blieben wir halt bis zu Juergens Ankunft auf dem Flughafen und wer mal auf einem indischen Bahnhof geschlafen hat, dem kommt der Athener Flughafen wie ein 5Sterne Haus vor. Als passende Raeumlichkeit entpuppte sich der Vorraum der Flughafenkapelle, denn Gott kuemmert sich ja bekanntlich um alle seine Schaefchen. 2 Tage und 2 Naechte waren wir immer mit unserem Freund, dem Gepaeckwagen, unterwegs. Ausser dem Tower kennen wir jede Ecke des Flughafens.
Dann war er da, der grosse Moment. Juergen und Caro fuhren mit unserem "Wohnmobil", fuer die naechsten Monate, auf's Gelaende. Mit den Beiden verbrachten wir eine herrliche Woche am griechischen Meer, unser Zelt und das Auto standen direkt am Beach. Und vom "Chefkoch" persoenlich gab es Rinderfilet und frischen Spargel, gekocht am Strand.
Selbstverstaendlich konnten die Griechen auch die Akropolis nicht vor uns verstecken und im Nu waren die Tage wieder rum, und die Freunde sassen wieder im Flieger gen Deutschland. Nun konnte unsere Eroberung Europas losgehen. Von Athen aus hielten wir uns westlich, Richtung Patrai. Wir hatten es uns zur Gewohnheit gemacht, die Nacht ueber in kleinen Doerfern zu verbringen. Davon gab es auf unserer Route mehr als genug, und sei es noch so klein, Cafe's gibt es wie Sand am Meer. Hier macht sich noch stark der ehemalige tuerkische Einfluss bemerkbar, sind doch diese Cafe's zu 99% ausschliesslich von Maennern besucht. Weiter ging's durch die Berge nach Thessaloniki, die abgelegene Bergregion war eine eindrucksvolle Landschaft und man sah keine Bewohner mehr unter 60 Jahren. Auch hier zieht das junge Volk in die Staedte. Wahrscheinlich waren auch wir ziemliche Exoten hier oben, jedenfalls stoppte uns die Polizei und fragte nach irgendwelchen Narkotikzigaretten. Natuerlich konnten wir ihnen damit nicht dienen. Zwei der drei Polizisten sahen dies auch gleich ein, und zeigten Andi hilfsbereit die beste Strecke durch die Berge. Der Dritte kam uns allerdings stark uebermotiviert vor. Er stellte den halben "Ritz" auf den Kopf, um nach ueber 30 Minuten zur gleichen Erkenntnis zu kommen. Einem der beiden Hilfsbereiten war die Sache wohl schon leicht peinlich, nachdem er uns auch noch erzaehlt hatte, dass er jedes Jahr nach Deutschland faehrt. Er schenkte uns jedem zum Abschied noch ein Stueck Kuchen und so konnten wir gestaerkt die Weiterfahrt antreten.
Naechstes auserkorenes Ziel waren Halbinseln, mit der Volksbezeichnung "3 Finger", suedlich von Thessaloniki. Die westlichste "Kassandra" ist die Party- und Hotelinsel, die oestlichste "Agion Oros" ist das genaue Gegenteil, hier gibt es nur Kloester und fuer Frauen ist sogar der Zutritt untersagt. Obwohl Andi fuer "Agion Oros" plaedierte, "musste" er mit mir auf den Mittelfinger, namens "Sithonia". Was uns hier erwartete, uebertraf weit unsere Vorstellungen. Unverbaute Traumbuchten, kristallklares Wasser, und wir machten nette Bekanntschaften.
Ueber eine Woche langweilten wir uns hier, einziger Wermutstropfen war die Feststellung, dass es penetrante Spanner nicht nur in Asien gibt.
Das Resuemee unserer ersten Wochen in Europa: wir essen fast nur noch Brot, meiden die "warme" Kueche, geniessen das gemaessigte Klima, schlafen sehr gut im "Hotel Ritz",
trinken wieder weniger Bier, dafuer mehr Rotwein, man braucht kein Toilettenpapier mehr bunkern, weil es auf jedem Klo, welches gibt :-), und wir finden auch in Europa traumhafte Flecken.

Trotzdem koennen wir nicht ganz loslassen von Asien, wir leben immer noch in 3 verschiedenen Zeitzonen. Die Uhr im "Ritz" zeigt die deutsche Zeit an, unser Wecker laeuft nach osteuropaeischer Zeit und unsere Armbanduhr zeigt immer noch Bangkokzeit. Mal sehen, ob wir jemals wieder zu "Einer" finden werden...
Susi und Andi
Die besten Gruesse aus dem Osten in den Osten!!!

25.04.2007 um 13:28 Uhr

Aus dem Land der 17500 Inseln

Selamat siang!

 

Erste Station Sumatras war Medan, eine sehr volle, dreckige und laute Stadt. Um sie zu umgehen, machten wir wieder mal einen Hardcore-Reisetag. Also ging es nach der 6h-igen Bootsfahrt sofort weiter in Richtung Norden. Am Rande eines Nationalparks wollten wir uns die groessten, noch in freier Wildbahn lebenden, Menschenaffen ansehen. Das Dorf liegt idyllisch an einem Fluss und nichts erinnert mehr an die Katastrophe vor 3 Jahren. Bei einem Erdrutsch wurden saemtliche Haeuser vernichtet und 300 Menschen fanden dabei den Tod. Um die Orang-Utans zu Gesicht zu bekommen, gingen wir mit einem Rancher tief in den Dschungel. Angelockt werden sie mit Bananen, da diese nicht im Dschungel wachsen, sind sie eine begehrte Leibspeise. Kaum waren die Bananen gezueckt, begannen sich auch schon die Baeume zu bewegen und die “Riesen” arbeiteten sich durch die Baumkronen zu uns durch. Eigenartiges Gefuehl wenn man diesen natuerlichen Vorgang hautnah miterleben kann. Die Blaetter rascheln, die Baeume wackeln und auf einmal hangelt sich ein 100kg schwerer Orang-Utan an einem Arm zu uns herunter. Umso faszinierender wie diese Kraftprotze eine winzige Banane mit ihrem Mund schaelen koennen.

 

 

Der Marsch durch den Dschungel war schweisstreibend, zur Erfrischung gingen wir danach in einem Fluss baden.

Da Sumatra so riesig ist, und wir keine Zeit verlieren wollten, brachen wir am naechsten Morgen auf zum groessten See Sumatras. Der Lake Toba war in den 80-ern einer der grossten Touristenanziehungspunkte Sumatras, doch nach den Terroranschlaegen, den nicht endenden Naturkatastrophen, teilen wir uns ein paar Hundert Unterkuenfte mit ca. 15 anderen Touristen. Wir wohnten direkt am Wasser, in einem traditionellen indonesischen Haus und lassen unseren Philippinenbericht fuer Blogigo entstehen. Da wir den Tag unseres 19-monatigen Reisejubilaeums im Bus verbrachten, feierten wir ihn einfach mit dem Frauentag zusammen. Zur Feier des Tages verleibten wir uns einen gegrillten 2-Kilo-Fisch ein. Am See legten wir auch einen guten Grundstein, mit taeglichen 15 km langen Extremwalkingeinheiten, fuer unser bevorstehendes Vulkanclimbing. Auf dem Weg dorthin stand uns noch eine andere Premiere bevor.

Vom See ging es 15 Stunden mit dem Bus suedwaerts. Der Bus liess uns 3.00 Uhr nachts an einem Check-Point raus, dieser schickte uns in irgendeine Richtung, in der sich angeblich die Hotels befaenden. Also zuckelten wir los, nach einer halben Stunde und mehreren Kilometern durch die Dunkelheit machten wir eine kleine Keks- und Wasserpause, um zu beschliessen, das hat doch alles keinen Sinn, wir drehen um. Der Posten am Check-Point war nicht ueberrascht uns wieder zu sehen und bot uns wiederholt an, bei ihm zu bleiben. Da wir mittlerweile ueberall schlafen koennen, kamen uns diese zwei Holzbaenke unter freiem Himmel gerade recht. Damit war “unser” Posten aber nicht einverstanden und ohne zu zoegern, bot er uns das “Bett” der Wachleute an. Vom Liegekomfort her, kein Unterschied zu einer Holzbank, auch das Bett bestand nur aus zusammen genagelten Brettern, aber dafuer lagen wir im Trockenen und unter schaerfster Beobachtung. Sei liessen uns so lange schlafen, wie wir wollten und auch die sich langsam einfindenden Zuschauer wurden zurueck gehalten. War das fuer alle, einschliesslich uns, ein Fest, als wir mit unseren Zahnbuersten aus der Huette der Polizei kamen. Mit der Frage, ob wir duschen woellten, zeigten sie uns den Waschplatz. “Ne, ne Zahnbuerste muss heute reichen!”, ich haette beim besten Willen auch nicht direkt neben der Moschee geduscht, zumal sich unsere Zuschauer ja immer mit uns bewegten. Wir erklaerten, dass wir ins naechste Dorf mit Namen “Bonjol” wollten, dann ging alles ganz schnell, doch fuer das obligatorische Erinnerungsfoto musste Zeit sein.

 

 

Sie stoppten den naechsten Bus, tausendmal bedankt und schon ging es weiter. 30 Minuten spaeter waren wir am Ziel und bereicherten unsere Reise um ein weiteres unvergessliches Erlebnis. Wir ueberquerten das erste Mal in unserem Leben den Aequator und setzten unsere Fuesse auf die Suedhalbkugel der Erde.

 

 

Die eigentliche Anlage ist ziemlich baufaellig, was aber auch verstaendlich ist, da der indonesische Staat immer dringendere Probleme hat. Allein in den ersten 2 Wochen unseres Aufenthaltes gab es einen Grossbrand, einen Flugzeugabsturz, einen Erdrutsch und mehrere Beben. Das staerkste Beben erlebte der Ort Bukittingi, welcher unser naechster Anlaufpunkt war. Einige Haeuser waren total zerstoert, viele hatten tiefe Risse, wie auch die gesamte Strasse. Hunderte Menschen schliefen unter Planen oder in Zelten vor ihren Haeusern, um bei moeglichen Nachbeben nicht im Haus verletzt zu werden.

Nach dem groessten See wollten wir uns nun auch noch den schoensten See Sumatras ansehen, den Lake Maninjau. Und es ist wirklich der Schoenste, auch hier gab es wieder nur ein paar Touristen, doch die spielten eher eine nebensaechliche Rolle, waren nicht Haupteinnahmequelle, was ein sehr angenehmes Gefuehl war. Hatten aber auch wieder eine wahnsinnig nette “Unterkunftsmutti”, die uns mit saemtlichen indonesischen Geschmackshighlights ueberraschte. Auch an diesem See lief unsere “Vulkanvorbereitung” auf hoechsten Touren. Mit “modernsten” Mountainbikes ausgeruestet, umrundeten wir den See, die 50 Kilometer waren beste Radstrecke in sehr geiler Umgebung.

 

 

Am Tag unserer Weiterreise konnten wir auch wieder die regulaere Strasse befahren, der durch das Erdbeben verursachte Erdrutsch war wieder beseitigt.

Zurueck in der naechstgroesseren Stadt durchquerten wir diese mit verschiedensten innerstaedtischen Taxen. Ein Taxi ist eine Art Minibus, welches nach festgelegten Routen kreuz und quer durch die Stadt faehrt. Aber das ist nicht die Besonderheit. Gesteuert von jungen Fahrern, glaubt man, man sitze direkt vor einer Box in einer Diskothek. Die Scheiben vibrieren, die Sitze ebenso, wir wundern uns, dass ueberhaupt noch ueber 40-jaehrige dieses Verkehrsmittel benutzen, war fuer uns ja schon sehr grenzwertig. Um genug Geld einzufahren, wird der Bus vollgestopft bis zum geht nicht mehr, doch der Platz fuer die 2 riesigen Boxen wird gerne geopfert.

Da uns die Berge schon immer magisch angezogen haben, suchten wir auch auf  Sumatra eine “bergige” Herausforderung. Was waere dazu besser geeignet, als den hoechsten noch aktiven Vulkan Sumatras zu besteigen? Gegen Mitternacht kamen wir in “Kesic Tua”, das Dorf am Fusse des Vulkans Kerinci, an. Der Busfahrer liess uns gleich vor einer Bleibe fuer die Nacht raus. Die guenstigste Art der Uebernachtung in Indonesien nennt man “Homestay”, bei uns nennt man das Fremdenzimmer, doch hier bezahlt man selten mehr als 2-3 Euro pro Zimmer. Gleich am naechsten Morgen kam ein Guide, der unerlaesslich zum Besteigen des Vulkans ist, zum Fruehstueck vorbei. Wir besprachen die Lage, den Weg, die Bezahlung, bis auf das Wetter konnten wir alles planen. An diesem Tag besorgten wir nur noch Futter und Regenplanen, ansonsten stand er ganz im Zeichen des Koerperns. 6.00 Uhr morgens sprach alles fuer eine Besteigung, zum ersten Mal hatten wir vollen Blick auf den ganzen Vulkan. Ohne von Wolken verhangen zu sein, sah er ganz schoen gewaltig aus.

 

 

Nach einem Riesenomlette starteten wir mit “En” unserem Guide gen Berg. Die ersten Kilometer waren sehr entspannend, fuhren wir doch mit einem Moped zum beginnenden Dschungel. Die ersten Stunden fuehrten uns durch dichten Regenwald, und mehr als einmal waren wir dankbar, uns fuer einen Guide entschieden zu haben. Wir sahen etliche Tiere, verschiedenste Orchideenarten, riesige Baeume, auch uns beeindruckte unser “1.Mal” echter Regenwald. Die ganze Tour erinnerte wenig an das Trekking, welches wir kannten, immer wieder mussten wir richtig klettern, durch, von der Natur ausgespuelte Tunnel, die uns an die Vietcongs erinnerten, kriechen. Trotzdem erreichten wir in einem Minimum der Zeit den Schlafplatz auf 3000 Metern Hoehe. Genauso schnell stand unser Zelt, waren die Suppen vertilgt und dann sollte es noch eine Feuershow der besonderen Art geben. Der Guide und 4 junge Indonesier, die den Gipfel schon an diesem Tag bestiegen hatten, versuchten wegen der aufkommenden Kaelte, ein Lagerfeuer zu entfachen. Wir dachten natuerlich, na wenn die kein Feuer in Gang bringen, wer denn dann, also hielt sich Andi erstmal zurueck. Sie faellten einen gruenen Baum, hackten ihn, samt den Blaettern klein, und schichteten alles inklusive Stamm, auf einen grossen Haufen. Wir, als Thueringer Grill- und Feuermeister, sahen uns nur fragend an, und zweifelten am Erfolg des Unternehmens. Unser Guide war jedoch nicht zu beirren und opferte 2 Liter vom kostbaren Brennspiritus, den er eigentlich zum Kochen hoch geschleppt hatte. Die indonesische Freude ueber die Stichflammen war riesig, wir waren froh, schon gegessen zu haben. Das Endergebnis war eine Rauchwolke, dass man dachte, der Vulkan sei ausgebrochen. 2 Stunden spaeter kuschelten wir uns in unsere Schlafsaecke und schliefen seelig bis zum Wecken 3.30 Uhr. En hatte nicht so gut geschlafen, ob es nun daran lag, dass er als Moslem mit einer Frau im selben Zelt geschlafen hatte oder ob er sich ueber die 2 Liter vergeudeten Spiritus aergerte, haben wir nicht raus bekommen. Kurz vor 4.00 Uhr brechen wir auf, um die letzten 800 Hoehenmeter bis zum Sonnenaufgang zurueck zu legen. Und wir haetten es auch locker geschafft, waere unser Guide bei besserer Kondition gewesen und haette sich nicht bei ca. 3500 Metern und Temperaturen knapp ueber Null die Schuhe und Struempfe ausgezogen und angefangen gen Mekka zu beten. Als wir gegen 6.00 Uhr die Spitze und den Kraterrand erreichten, wurden wir mit einem spektakulaeren Blick ueber das Land bis zur Westkueste Sumatras belohnt. Im Krater selbst konnten wir leider nicht viel sehen, durch die Aktivitaet und die staendigen Schwefelwolken war uns ein Gesamteinblick verwaehrt. 1,5 Stunden warteten wir bei klirrender Kaelte und andauerndem Hustenreiz, ausgeloest vom Schwefel in der Luft, bekamen aber nie mehr als einen kleinen Kraterausschnitt zu sehen.

Die Kaelte trieb uns dann wieder abwaerts, wir waren gerade mit Zeltabbau fertig, begann es zu regnen. Eine Stunde kauerten wir unter den Planen, bevor wir den endgueltigen Rueckweg antraten. Auf direktem Weg stuermten wir bergab, liessen uns und dem Guide keine Atempause, wir brauchten 5h bis in unser Zimmer. Die Belohnung war eine eiskalte Dusche, die “Oma” aber mit einem sagenhaften Abendessen wieder wett machte. 20.00 Uhr lagen wir bereits im Bett und schlummerten seelig. Und was war wohl angesagt nach dem Aufwachen? Einen ganzen Tag lang koerpern, mit unserem Ganzkoerpermuskelkater blieb uns auch nichts anderes uebrig.

Am Montag ging’s zurueck nach Padang, von hier aus hatten wir unseren Weiterflug nach Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, gebucht. Der Flughafen war der bisher einzige Ort an dem Rauchverbot herrschte und dieses auch beachtet wurde. Dazu muss man wissen, dass in Indonesien ueberall geraucht wird, in der Schule, im geschlossenen Bus oder in der Arztpraxis.

Erwartungsgemaess fanden wir uns in einer der groessten Staedte, mit 15 Millionen Einwohnern, Asiens wieder gut zurecht. War es Zufall oder nicht, dass wir gerade hier einen Bekannten aus Ilmenau trafen? Er war genauso erschrocken wie wir, und um den “Schock” zu mildern, kuehlten wir uns mit Bier ab. Wir profitierten von seinen zahlreichen Indonesienreisen und bekamen viele Tipps fuer unsere Weiterreise. Unseren Jakartaaufenthalt beschraenkten wir allerdings auf ein Minimum. Essen, trinken, schlafen, schei…, Zugtickets besorgen und Fussball spielen.

 

 

Wobei ich beim Fussball immer alle Haende voll zu tun habe und mich um die Fans kuemmere. 50 Bilder und noch mehr sind keine Seltenheit, asiatische Kinder lieben es sich fotografieren zu lassen, um sich koestlich ueber das Ergebnis zu amuesieren.

Naechste Station war Yogjakarta, 2.groesste Stadt Javas und im Besitz einiger schoener Tempelanlagen, die wir uns ansehen wollten. Wie bei vielen Sehenswuerdigkeiten Asiens war der Eintrittspreis fuer Auslaender um ein vielfaches hoeher. Um dies zu umgehen, hatten wir aber schon einen Tipp bekommen. Also bewaffneten wir uns mit 2 Schachteln filterloser Nelkenzigaretten, unter die Folie schoben wir ein angemessenes Trinkgeld, damit ging’s dann zur Security vom Ausgang. Wir glaubten uns zu verhoeren, als sie unsere Frage, ob sie rauchen wuerden, verneinten. Da hatten wir sie, die 2 einzigen nichtrauchenden indonesischen Maenner. Nun mussten wir genauer werden und zeigten unsere gespickte Schachtel. Sie lachten herzlich und schickten uns zum Eingang. Der Tipp war eine Finte und wir hatten fest dran geglaubt, doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wenigsten verhalf uns unser Studentenausweis aus Bangkok zu einer Ermaessigung. Aber ganz glatt ging das auch nicht, fiel dem Kassierer doch tatsaechlich auf, dass diese schon im Dezember abgelaufen waren. Unglaublich, normal kann man da seine Tankstellenpunktekarte vorzeigen und sie wird akzeptiert. Wir erklaerten schon so lange unterwegs zu sein und bekaemen erst bei der Rueckkehr eine neue, damit gab er sich dann zufrieden und wir bekamen endlich den ersehnten Einlass. Der Eintritt fuer das Ereignis am darauffolgenden Tag gestaltete sich nur halb so schwierig. Der Eintritt war fuer alle gleich, wir kauften uns 2 Karten und setzten uns mit unserem kalten Bier auf die Tribuene. Zu sehen gab es Yogjakarta-Surabaya, ein Spiel der ersten indonesischen Liga. Das Spiel war nicht berauschend, doch es gab einen Heimsieg und gute Stimmung. Obwohl es ein Spiel der 1.Liga war, mussten sich die Spieler neben dem Spielfeld auf der Aschebahn umziehen. Eigentlich haetten wir auch mit dem Gaesteteam fahren koennen, denn unser Weg fuehrte am naechsten Tag, allerdings per Zug, auch nach Surabaya.

 

Hier war es uns mal wieder vergoennt, eine Nacht auf dem Bahnhof zu verbringen, eh wir die letzte Etappe, eine 16 Stunden Busfahrt nach Denpasar auf Bali, auf uns nahmen.

Am Bahnhof mussten wir mal wieder feststellen, dass es, wie schon in Malaysia und Sri Lanka, auch hier Wichser gab. Wir hatten es uns gerade auf einer Bank bequem gemacht, als sich 2 Baenke weiter ein Indonesier legte. Allerdings nicht um zu schlafen, wie ich kurz darauf merkte. Er bedeckte seinen Koerper von Brust bis Knie mit seiner Jacke und genau in der Mitte konnte man eine ruckartige Auf- und Abbewegung sehen. Ich weckte vorsichtshalber Andi, falls es unerwartete Schwierigkeiten geben sollte. Aber nach 2 Minuten war alles erledigt, er nahm seine Jacke, ging und wir schliefen weiter. 5.00 Uhr morgens stiegen wir auf und erreichten am Abend Denpasar auf Bali. Erstmal suchten wir uns eine voruebergehende Bleibe, bis wir das Hotel unserer Eltern ausfindig gemacht hatten. Die naechsten Tage verbrachten wir mit Auskundschaften der Gegend, baden und Info’s ueber Ausfluege einzuholen. Beinahe haetten wir einen Tag zu frueh am Flughafen gestanden, das waere ja ein Aprilscherz geworden. Da wir so unerwartet einen “freien” Abend hatten, beschlossen wir mal wieder tanzen zu gehen. Niemand geringeres als Carl Cox wurde seit Wochen angekuendigt, um im Double Six-Club fuer gute Stimmung zu sorgen. Schon fuer deutsche Verhaeltnisse waere der Eintritt unverschaemt gewesen, erst recht fuer indonesische. So blieb uns keine andere Wahl, als die Hintertuer zu benutzen. Diese gab es wirklich und sie war nicht mal abgeschlossen. Aber wozu das Ganze? Carl Cox hatte seinen Auftritt einfach abgesagt. Naja, wir blieben trotzdem bis frueh um 6.00 Uhr. Als Andi jedoch mitbekam, dass der DJ nur eine CD laufen liess und ihn mehrfach zur Rede gestellt hat, war es an der Zeit zu gehen. Den ganzen Heimweg, immerhin 7km, regte er sich noch darueber auf.

24h spaeter, als von uns erwartet, kamen endlich unsere Eltern an und wir waren alle gluecklich uns wieder zu sehen.

 

 

Wie auch schon im letzten Jahr erlebten wir eine Menge zusammen und der Spass kam nie zu kurz.

 

-         Hallo liebste Bali Hai-Seasheller! Wieder war es wunderbar mit Euch und wir  freuen uns auf naechstes Jahr. Kusssssssss –

 

Wir testeten viele Restaurants, von der umgebauten Doppelgarage bis zur Nobelspeisung. Machten mehrere Ausfluege, bei denen wir auf Schildkroeten ritten, mit Schlangen schmusten, mit Delfinen schwammen und uns wieder waghalsig beim Rafting in die Fluten stuerzten.

Ausserdem wurden wir zu einer traditionellen balinesischen Hochzeitszeremonie eingeladen und erlebten das groesste Tempelfest des Jahres. Auch eine Schwarzbrennerei nahmen wir unter die Lupe, mussten aber feststellen, dass der gewonnene Tropfen aus Kokosnussmaische fast nicht geniessbar ist. Blind ist zwar niemand geworden, doch gefehlt hat bestimmt nicht mehr viel.

 

-         Bedanken wollen wir uns natuerlich auch beim Team des Bali Hai, die uns schon wie das Team vom Seashell Negombo, als vollwertigen Gast bedient, umsorgt und verwoehnt haben. Danke, wir kommen gerne wieder.-

 

Puenktlich zu Andi’s Geburtstag kam unsere befreundete Familie aus Oesterreich auf Bali an. Leider hatten wir diesmal nur einen Tag zusammen, sie machten gleich am naechsten Morgen weiter auf eine andere Insel.

 

-         Hallo, ihr Lieben! Kurz, aber heftig!!!!!!!!! Viel Spass auf Flores!

-         Bis bald, wir denken an euch! Nice to miss you J

 

Nur eine Sache war nun noch zu erledigen, die romantische Kuduku. Und als wir es vor Romantik kaum noch aushalten konnten, buchten wir unseren Rueckflug nach Malaysia fuer den 27. April.

Mit Sicherheit war dies nicht unser letzter Besuch auf den Inseln Indonesiens, wir haben ein neues “Traumreiseland” fuer uns entdeckt.

  

Sampai jumpa lagi!

Susi und Andi  

Aus dem Traumland, vertraeumte Gruesse an vertraeumte Gruesser von vertraeumten Gruessern!!!!!!!!!

09.03.2007 um 11:22 Uhr

Aus dem Land der 7000 Inseln

Mabuhay!

 

Der guenstigste Flug, um auf die Philippinen zu gelangen, ist ein Flug von Kuala Lumpur/Malaysia. Um nach KL zu kommen, setzt man sich nur in den Nachtzug von Bangkok und in 24h ist man in Malaysia. Nur noch eine kurze Ueberfahrt mit der Faehre und wir waren auf der Insel Penang. Keine Insel im Thailandstil, sondern eine ganz normale Grossstadt, mit ein bisschen Wald und ein bisschen Beach. Um einen Ueberblick zu bekommen, liefen wir kreuz und quer durch die City, tranken da mal was, essen dort mal was und weil wir mal wieder Lust auf Film hatten, gingen wir abends ins Kino. Bei 1,50 Euro pro Vorfuehrung, schauten wir uns gleich 2 Filme an. Im thailaendischen Horrorfilm, den wir gruselig fanden, begann als erstes jemand sehr laut zu schnarchen und hinter uns begann einer zu wichsen. Nachdem sich das Paerchen neben ihm weg gesetzt hatte und wir uns 3x umgedreht hatten, verliess er den Saal und wir konnten uns weiter bei dem Film gruseln. Am naechsten Morgen fuhren wir mit dem Bus nach KL und machten wieder mal eine neue Reiseerfahrung. Wir hatten jeder einen Sessel fuer uns, auf dem mindestens 7 Inder Platz gefunden haetten, sehr komfortables Reisen. Im Gaestehaus in KL wurden wir gleich vom heimischen Dialekt ueberrascht, mit Tina aus Eisenach verbrachten wir die naechsten 2 Tage und machten KL unsicher.

 

-          Hallo Tina, beste Gruesse nach Australien. Schoen, dass Du Dich so gut eingelebt hast. Wir denken an Dich, bis naechstes Jahr zu Hause!!-

 

Nach einem 3,5 Stunden Flug landeten wir mal wieder, ohne rechten Plan, auf den Philippinen. Im Internet hatten wir vorher ein Gaestehaus ausfindig gemacht, so waren wir wenigstens schon mal im richtigen Stadtviertel. Das das Gaestehaus dann voll war, kam uns gar nicht ungelegen, es kam uns so vor, als ob da eh nur Bumser wohnten. Genauso voll wie die Unterkuenfte, war ganz Manila, und die Stadt kam uns vor wie eine Mischung aus Bangkok und Delhi, bloss ohne Kuehe.

 Nach ein bisschen rumgucken, war aber eine Herberge schnell gefunden. Wir wohnten ueber einer “Bar”, die auch unser Eingang war, dort kuemmerten sich 24h rund um die Uhr, 25 “Bedienungen” um ca. 4-5 “Kunden”. Aber egal, Zimmer war schoen und ruhig, was uns sehr wichtig war in Manila. In diesem Stadtteil, in dem sich die meisten Touristen aufhalten, steht ein Hotel am anderen und dazwischen immer 2 Spelunken, eine Hochburg der kaeuflichen Liebe. Trotzdem war es nicht so schlimm, wie wir befuerchtet hatten, uns wurde nie etwas geklaut und mit Messer oder Pistole kam auch keiner auf uns zu, um sich mit uns zu unterhalten. An der Strandpromenade eroeffnen abends dutzende Kneipen und etliche Livebands geben ihr Bestes. Dort tranken wir unser erstes philippinisches Bier, gut und guenstig.

Beim Wechsel in ein anderes Gaestehaus, lernten wir 2 Berliner kennen, uebernahmen ihr Zimmer und trafen uns ab und an zu einer gemuetlichen Bierrunde. Nachdem wir alles fuer unseren ankommenden Besuch vorbereitet hatten, mussten wir erstmal weg aus Manila. Auserkoren wurde die Insel Mindoro, gerade mal 5 Stunden suedlich von der Hauptstadt. Und wo sind wir gelandet? Am 2.groessten Hot-Spot der kaeuflichen Liebe, Sabang-Beach, das hat man davon wenn man sich auf die Tipps von Maennern verlaesst. Die Bucht an sich war schoen, sie zaehlt zu den schoensten Naturhaefen der Philippinen, wenn da nicht die 40 Tauchshops, 50 Bars und die unzaehligen “Tanzlokale” waeren.  Weil wir sehr spaet ankamen, mussten wir hier eine Nacht verbringen, die verfeierten wir mit den Berliner Jungs Luis und Geffi, die uns auch ein paar “Insidertipps” zukommen liessen. Leicht verkatert machten wir uns man naechsten Tag auf, um eine ruhige Ecke zu finden. Und siehe da, 20 km weiter, ganz am Ende des letzten Beaches fanden wir das Richtige fuer uns. Hier verbrachten wir noch eine ruhige Woche, eh wir zurueck nach Manila fuhren. Die einzige Aufregung gab es in Form eines kleinen Diebstahls. Bei Ankunft versicherte man uns alles im Zimmer lassen zu koennen, normalerweise deponieren wir alles wichtige im Safe der Besitzer. Und schon am 2.Tag war meine Hose, frisch gewaschen, von der Waescheleine vor’m Bungalow verschwunden. Da es um meine Hose ging, blieb Andi sehr ruhig und beauftragte 2 Strandverkaeufer, sich auf die Suche zu machen. Belohnung waere ein Einkauf bei ihren Souvenirs. 2 Tage musste ich bangen, dann wurde sie, sorgfaeltig zusammen gelegt, zu uns zurueck gebracht. Und die Moral von der Geschicht: “Waesche wird auch drinnen trocken”.

Traurig waren wir nicht, diesen schoenen Platz verlassen zu muessen, wollten wir doch nochmal wieder kommen und ausserdem bedeutete dies, dass endlich unser Besuch ankam.

Bewaffnet mit Rotwein, Kokosnusskuchen und leuchtenden Fussbaellen auf dem Kopf (es war doch WM) erwarteten wir sie fast mit einem ganzen Tag Verspaetung. Haetten sie gleich gesagt, dass sie noch einen Zwischenstopp in China einlegen wollten, waeren wir doch einen Tag laenger auf der Insel geblieben J. Die Verspaetung war die eine Sache, dass sie aber auch noch ihr Gepaeck in Amsterdam liegen lassen haben, war die andere.

   

Zur Einstimmung gingen wir zur erwaehnten Strandpromenade und zelebrierten unser Wiedersehen. Damit sie gar nicht erst zur Ruhe kamen, ging es am naechsten Morgen um 5.00 Uhr, nach 3 Stunden Schlaf, gleich mit einem Inlandsflug weiter. Gelandet auf der Insel Cebu, waren wir aber nicht am Ziel, es folgte eine 3 Stunden Busfahrt, bei der keiner schlief.

 

Dann, bei beginnender Daemmerung und starkem Seegang, setzten wir mit dem Boot auf die kleine Insel Malapascua ueber. Fuer die 30-minuetige Strecke brauchten wir ueber eine Stunde, am Ende warteten schon unsere Huetten direkt am Strand. Aber noch immer war nicht alles gut, war ja das Gepaeck der 3 irgendwo verschwunden. Normalerweise haette uns das ja herzlich wenig interessiert, allerdings befanden sich in den Rucksaecken unsere Mitbringsel: diverse Hausmacherwurst, Knacker, Bratwuerste, Rostbraetel, Brot, Nutella, Schnaps und Thueringer Kloesse mit Ente und Rotkraut! Wir brauchten dieses Gepaeck!!!!Also machte sich Andi frueh am naechsten Morgen wieder auf, zurueck nach Cebu, um am Abend mit allen Koestlichkeiten gluecklich zurueck zu sein.

 

-          An alle Spender, Sender und Transporteure dieser Gaumenfreuden! Nochmal ein grosses Dankeschoen, wir werden uns revanchieren! Kussssssssss –

 

Die Zeit verging wie im Flug, mit baden, sonnen, Neuigkeiten austauschen, essen, Volleyball spielen, trinken und gemuetlichen Rommeerunden.

   

Irgendwann hiess es dann schon wieder Sachen packen, und mit Boot und Bus ging es zurueck nach Cebu. Die Suche nach einer Unterkunft nahm nicht viel Zeit in Anspruch, allerdings liess es vom Standard her schon ein wenig zu wuenschen uebrig. Aber eigentlich nicht weiter verwunderlich, war es ja ein Stundenhotel. Dagegen kam uns unser Gaestehaus in Manila, welches auch eher schlicht war, schon wie eine Luxusherberge vor. Von Cebu ging es fruehs mit dem Flugzeug nach Manila. An Bord dieser Maschinen wurde bei jedem Flug ein kleines Quiz veranstaltet, wir kannten das ja schon von Hinflug. Also bewaffnete sich Andi mit allem moeglichen Utensilien, fuer die man, bei rechtzeitigem hochhalten, einen Preis bekam. Utensilien waren: Bordkarten, Bustickets, Schwiegermutterbild! usw. Das Quiz begann, Andi in heller Aufregung. Sie wollte als erstes einen schwarzen Guertel sehen, diesen hatten wir zwar, aber noch in der Hose. Er riss in affenartiger Geschwindigkeit seinen Hosenbund hoch und hielt der Stewardess sein  Geschlechtsteil entgegen, aber das liess sie kalt.  Ein anderer Mitreisender hatte seinen Guertel schon in der Hand und hob ihn nach oben. Mist, ein Gegner und er kannte auch noch das Spiel! Doch dann schlug Andis Stunde, 556 Peso passend. Mit zittrigen Fingern kramte er das Geld raus, gewonnen. Und wofuer hatten wir uns so ins Zeug gelegt? Nein, kein Freiflug, aber einer schoene CD-Tasche, fuer 12 CD’s.

Wir hatten noch einen Extratag in Manila eingeplant und dieser wurde mit Extremshopping verbracht. Am Abend goennten wir uns ein besonderes Abschiedsdinner und konnten dabei unsere kulinarischen Kenntnisse um Japan erweitern. Ehe wir uns versahen, sassen wir schon wieder im Taxi und brachten Stefanie und Thomas zum Flughafen.

 

-          Hallo, schoen war es mit Euch!!!!!!!!!! Bis bald…..-

 

Unser Gepaeck hatten wir auch gleich dabei, fuhren wir doch mit Juergen zurueck nach Mindoro, um seine letzte Urlaubswoche zu versuessen. Das Programm blieb das Gleiche, ausser, dass wir jetzt nur noch zu dritt Rommee spielten. Natuerlich war auch diese Woche wieder im Nu rum und wir waren wieder alleine.

 

-          Hallo, netter aelterer Herr! Auch fuer Dich nochmal atommaessige

Extragruesse, war wie immer Weltklasse!!!!!!!!!-

 

  Da nun unser Luxusreisen per Flugzeug passé war, machten wir uns mit dem Bus auf gen Sueden. Wir wussten ja schon gar nicht mehr, wie es ist zu traveln. Aber es kam uns und unseren Aerschen sofort wieder in Erinnerung – mit einer 40 Stunden Hardcorebusfahrt. Auf jeden Fall haetten wir im Bus nicht verschlafen koennen, die Haehne, welche auf den hinteren Sitzen verstaut waren, waren die halbe Nacht am kraehen. Nach fast 2 Tagen im Bus, waren wir aber immer noch nicht ganz auf unserer Zielinsel. Wir machten gemuetlich Abendbrot im Hafen und suchten uns eine Bleibe fuer die Nacht, da das Boot erst am naechsten Morgen ging. So konnten wir uns endlich in einem Bett lang machen, doch die Freude waehrte nur kurz, wir wohnten direkt am Markt und da war frueh um 5.00 Uhr schon wieder Hochbetrieb. Um 9.00 Uhr ging unser Boot und nach 2 Stunden ankerten wir vor der Insel Bohol. Nun nur noch 2 Stunden Bus fahren, endlich mal wieder Bus, und wir erreichten die Chocolate-Hills. Dies sind ueber 1200 Huegel, deren Gras sich zum Ende der Trockenzeit braun faerbt, wie weisse SchokoladeJ

 

Bei uns waren sie eher gruen statt braun, aber trotzdem schoen anzusehen. In dem Komplex lernten wir noch ein deutsches Paerchen kennen, Steffi und Christian, mit ihnen machten wir noch Abendbrot, dadurch wurde es etwas spaeter. Da leider kein Zimmer mehr frei war, mussten wir von dem Komplex, der auf dem hoechsten Huegel untergebracht war, im Dunkeln ins naechste Dorf laufen. Passend dazu gab ich Gruselgeschichten zum Besten, heulte wie ein Werewolf und bereitete uns in dem dunklen Wald ganz schoen Herzklopfen.

Angekommen an der Hauptstrasse hielten wir Ausschau nach 2 Mopedfahrern, die uns in naechste Gaestehaus bringen sollten. Die ersten beiden mussten/wollten wir hoeflich ablehnen, sie hatten zu ausgiebig das Wochenende gefeiert und konnten nur schlecht sprechen und wahrscheinlich auch fahren. Die 2, die uns schliesslich fuhren, hatten zwar auch eine “leichte” Fahne, aber waren noch sicheren Fusses und Bikes unterwegs. Aber am Sonntagabend jemand nuechtern auf den Philippinen zu erwischen, ist wirklich eine Kunst.

Beim Aufwachen aus tiefen Schlaf mussten wir feststellen, dass wir fuer diese Art des Reisens langsam zu alt sind, unsere Aersche hatten sich immer noch nicht von der Busfahrt erholt. Nach ausgiebigen Nescafegenuss stellten wir uns an die Strasse um auf die naechste Transportmoeglichkeit zu warten. Ziel war ein herrlich gelegenes Resort, mitten im Dschungel, direkt an einem Fluss. Eigentlich wollten wir nur 2 Naechte bleiben, am Ende war es eine Woche. Wir schwammen jeden Tag im Fluss, haben viel gelesen und machten Mopedausfluege. Einer davon fuehrte uns zu den kleinsten Primaten der Welt, die Tarsier-Affen. Sie gibt es nur auf dieser Insel und sie sind gerade mal so gross wie ein Hamster und haben riesige Augen.

 

Ab dem 3.Tag im Dschungel musste ich alleine schwimmen gehen. Ein Kilometer weiter flussaufwaerts gab es einen Wasserfall, beliebtes Ausflugsziel, zu dem taeglich mehrere Boote fuhren. Die kleinen einheimischen Jungs haengten sich oft an diese Boote und liessen sich mitziehen. Andi musste das natuerlich auch mal ausprobieren, haengte sich an ein Boot und liess gleich wieder los. Mit schmerzverzehrtem Gesicht schwamm er auf mich zu :”Meine Fingerkuppe ist ab, meine Fingerkuppe ist ab!” Natuerlich hatte er sich das einzige Boot ausgesucht, an dem unzaehlige scharfe Metallkanten waren. Mit einem Touristenpaar fuhren wir ins naechste Dorfkrankenhaus, die Wunde musste genaeht werden. Auf die Frage nach dem Arzt bekamen wir von den Schwestern zur Antwort, er waere die naechsten Tage bei einem Notfall in der Stadt. Sie schickten uns zum privaten Dorfarzt und obwohl wir zu den regulaeren Sprechstundenzeiten kamen, war die Praxis verriegelt und verrammelt.So schnell gaben wir nicht auf, und fanden ihn einige hundert Meter die Strasse hoch, an einem Kiosk. Gemuetlich gingen wir in die Praxis zurueck und die “OP” wurde vorbereitet. Zuerst musste er mal die Patientenliege frei raeumen, dann die sterilen Instrumente holen, und was er die anderen 5x oben in seiner Wohnung wollte, wissen wir bis heute nicht. Bevor er die Wunde das erste Mal ansah und Andi die erste Spritze bekam, waren schon mehr als 1,5 Stunden vergangen. Gespraechsthema Nummer 1 in dieser Zeit war, wie so oft in Asien, Adolf.  Ich war Assistent und musste halten und verkleben und hatte von Andi die Hauptaufgabe bekommen, alles genaustens zu ueberwachen, wehe er schneidet zu viel weg. Er machte seine Sache gut und mit 4 Stichen war alles erledigt.

Jetzt war nur noch heilen und entspannen angesagt, bis unsere erste kleine “Kreuzfahrt” auf dem Plan stand. Es ging mit der Superferry ueber 2 Tage zurueck nach Manila, es war ein riesiges Schiff und wir hatten eine schoene Kabine. Sie war so schoen, dass noch 958 andere Passagiere darin Platz fanden.

 

 

War aber nicht schlimm, wir hatten ohne Klimaanlage gebucht, dadurch war ringsrum alles offen und es gab genuegend Frischluft. Wieder mal eine neues Reisegefuehl, eines das uns sehr gefaellt. Es war schoen, bei ruhigem Seegang, mit dem Dampfer zwischen den Inseln zu kreuzen und in den Sonnenuntergang zu fahren.

In Manila angekommen, ging es diesmal ganz schnell. Uebernachtet haben wir 2,5 Stunden entfernt, in Angeles. Von diesem abseits gelegenen Flughafen startete unsere Luxusfluggesellschaft. Im Vergleich zu Metro Manila ist es hier sehr gemutlich und sauber. Zum Abschied goennten wir uns einen fetten Broiler und wegen Juergens Geburtstag unterbrachen wir sogar unsere Alkoholabstinenz und tranken eine Menge Bier.

Der Flieger am naechsten Tag startete puenktlich und 3,5 Stunden spaeter waren wir wieder in Malaysia. In Kuala Lumpur hielten wir uns gar nicht lange auf und fuhren wieder mit dem “Riesensesselbus” nach Penang. Hier bekamen wir innerhalb von 2 Tagen unser Indonesienvisa, ganz ohne Probleme. Im “Little India” von Penang waren wir noch einmal indisch essen und es war richtig gut. Wenn man es nur mal isst, weil man Appetit drauf hat, ist es richtig geil. Wenn man es aber immer essen muss, weil es nichts anderes gibt, ist es eher nicht so lecker.

10.00 Uhr fruehs sitzen wir auf dem Boot gen Indonesien: “Sumatra wir kommen”.

    

Liebe Gruesse

 

Susi und Andi

  

PS. Spezialgruesse von Spezialgruessern an Spezialgruesser!!!!!!!!!!