Er ist tot, Jim.
Stimmung: Weltuntergang
Musik: Kate Rusby
Jawoll, das letzte Wochenende war genial. Und um das kosmische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, war ein herber Rückschlag nötig.
Und weil ich ja immer so für Harmonie bin, hab ich das direkt selbst in die Hand genommen, mein Internet abgeschossen und damit in meinen vier kleinen Wänden für die größte anzunehmende Centistrophe gesorgt.
Ich hatte es schon mal. Diese klicken-wir-doch-mal-hier-Momente. Und dabei wollte ich doch gar nichts Böses.
Ausführliche Geschichte (wen's nicht interessiert: runterscrollen.):
Ich sollte vorher noch warnen: Es spricht hier eine Blinde von Farben. Mein Halbwissen ist wirklich ein impossantes Flickwerk, das dafür sorgt, dass ich wichtige Dinge gekonnt kaputtmachen, aber nicht wieder reparieren kann. Das schlägt sich auch in meinem Vokabular nieder, be ye warned!
Vorgeschichte 1:
Ich habe DSL, natürlich. Das Modem kann man entweder an den USB-Anschluss anstöpseln oder an die Netzwerkdingsschnittstelle.
Vorvorgeschichte: In meiner letzten Wohnung hab ich Internet über Netzwerk empfangen, das wollte diesmal nicht so recht, es gab irgendein Problem mit dem Treiber und da ich schnellstens ins Internet wollte, bin ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und habs ins USB-Steckdichein eingeklickt.
Es lief, über ein Jahr lang ohne Probleme, in letzter Zeit begann es dann, rumzuzicken. Ich wurde öfters aus dem Netz geworfen, bekam beim Wiedereinwählen sinnlose Fehlermeldungen und letztendlich funktionierte es dann nur wieder, wenn ich das Modem ausschaltete, die Kabel abstöpselte, bis fünf zählte und alles wieder anschloss. Dann hielt die Verbindung einen Zeitraum lang, der gewöhnlich zwischen zwanzig Sekunden und zehn Stunden lag.
Es begann übrigens am Tag nach meinem Irlandurlaub, das nur am Rande.
Vorgeschichte 2:
Auf Arbeit komme ich in jedwede Internetseite (es sei denn sie ist zentral gesperrt). In den letzten Tagen mit einer (weiteren) Ausnahme: Das Forum. Pulsierendes Leben, Kontakt zu allen Leuten, Schnittstelle von sechs Online-RPGs, Treffpunkt, Frustablegestelle, Wochenendplanung. Von der Arbeit aus unerreichbar.
Aber damit könnte ich ja leben.
Gestern Abend kam ich dann auf eine saublöde Idee. Wenn ich Probleme mit dem Internet habe, das Modem aber anscheinend in Ordnung ist, kann es eigentlich nur mit dem USB-Gedöns zusammenhängen, dachte ich mir, und beschloss, es einfach noch mal mit der Netzwerkkarte zu versuchen.
Modem ans Netzwerklöchlein angeschlossen, und dann erst mal überlegt (na immerhin!).
Weit haben mich die Überlegungen nicht gebracht, außer, dass das so einfach natürlich nicht sein könnte, da muss man bestimmt was installieren. Nehmen wir also noch mal die Providersoftware. Gesagt, getan, es tat sich nichts.
Jajaja, der Treiber. Da war was. Na schön.
Treiber-CD? Wo? Habe das halbe Zimmer auf den Kopf gestellt und ein paar CDs ausprobiert. Eine hatte dann offenbar den passenden Treiber und es hat mich fast gar nicht stutzig gemacht, dass das der Provider von vor meinem letzten Umzug war. (Und Fehlermeldungen, die angeben, dass eine gewisse uninstall.exe nicht kopiert werden konnte, kann man ja getrost ignorieren.)
Das Ausrufezeichen war weg, der Treiber war drauf, das Modem ward nicht gefunden.
Leicht resigniert beschloss ich, es dann doch weiter übers USB-Kabel zu versuchen.
Man ahnt es. Es ging nichts.
Damit hab ich ja Erfahrung. Also Abstöpseln, Anstöpseln, neu starten, Modem an und aus, Zugangsdaten überprüfen und das alles mehrmals in unterschiedlicher Reihenfolge.
Nichts. Er behauptete weiter, es läge ein Hardwarefehler im Modem oder wo auch immer (so etwa hat ers ausgedrückt) vor. Was ich bezweifelte und noch tue.
Man gerät in Panik und ruft die Hotline an. Für 1,19 die Minute. Für über zwanzig Minuten. Was tut man nicht alles. Noch hab ichs ja. (Ich werf mal das Wort "Beschaffungskriminalität" ein, ohne damit irgendwas bezwecken zu wollen.)
Blablubb Treiber deinstallieren blablubb runterfahren (Sanduhr: *riesel*) blablubb im gesicherten Modus hochfahren (*Fingertrommel*) blablubb Treiber blablubb neustarten blablubb anmelden
...
"Ja, dann kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen, das Problem liegt irgendwo bei Ihrem Rechner. Treiber, Windows, irgendwas."
Danke.
Irgendwann frustriert ins Bett gegangen. Ist es nicht ein wunderbarer Zufall, dass ich mir just das kommende Wochenende frei gehalten habe, um mal Zeit für mich, Bücher, Spiele und - verdammt! - Internet zu haben? Wer auch immer: Ich teile deinen Humor nicht.
Werde noch ein wenig rumprobieren, Treiber löschen, installieren, hoffen, fluchen, bangen und vermutlich wieder frustriert ins Bett gehen.
Ich habe wirklich, wirklich keine Ahnung, was ich dann tue. Außer mir einen Platz im Internetcafé zu reservieren zu fragen, ob sie Monatskarten verkaufen. (Bei meinem Grad der Abhänigkeit kauf ich mir in drei Wochen doch einen neuen Laptop. Ziehe um. Zettele einen Weltkrieg an. Wechsle zu T-Offline.)
(Wen's nicht interessiert hat:
Kurze Geschichte:
Ich hab mir irgendwelche Treiber zerschossen und habe keine Ahnung, ob ich mit diesem Laptop je wieder online gehen kann.)
Das ist kein guter Zehntag.

ich hab auch keine Ahnung, ich möchte dir nur sagen, du bist nicht allein auf der Welt mit dem Problem.
Wir kamen gerade vorgestern von einem Urlaub zurück (unter anderem waren wir ein paar Tage in Eisenach) und der Rechner zeigte einen Bluescreen! Noch ein Versuch und wieder. Mein Männlein bekommt gleich noch ein paar graue Haare dazu. Noch ein paar Versuche, kurz ins Internet, wieder das Gleiche. Diesen Abend gefrustet ins Bett.
Am nächsten Morgen: Schraubendreher und erstmal das Gehäuse auf und Staubsauger in den PC und alle Steckdingens raus und vorsichtig hochfahren. Nach und nach hat er dann wieder die Dinger eingesteckt und eine defekte Karte gefunden (irgendso ein Zusatzspeichersoundso). Nun geht er wieder. Rechnet zwar langsamer, aber er rechnet.
Und das hatten wir schon mal, als wir aus dem Urlaub kamen. Das scheint die Rache zu sein weil man sich so lange nicht mit dem guten Rechenknecht beschäftigt hat.
Also, viel Erfolg!