Aus dem Leben eines Taugegarnichts

22.06.2009 um 10:30 Uhr

Wochenende auf dem Bauernhof

Meine morgendliche Wortinkompatibilität hat gerade wieder neue Blüten getrieben:

"Wochenende. Großer Einkauf. Viele Reste. Dann Tisch, alles hin, jeder weg."

War meine ernsthafte Antwort auf die Frage meiner Kollegin, ob ich ein neues Frühstücksmüsli hätte. Verben gibt's erst ab acht. Aber ich denke, man erkennt auch so die Beschreibung des kleinen Basars, der am Ende jedes Usertreffens stattfindet, um Reste und zu viel Gekauftes an die User zu bringen.

Jedenfalls Wochenende. Vianne hatte ja anlässlich ihres Geburtstages, wenn auch leicht zeitversetzt, ein Ferienhaus auf einem Bauernhof in der idyllischen fränkischen Pampa gemietet und allerhand User aus nah und fern, Norden, Osten, Süden und Westen geladen. Und wenn Vianne lädt, kommt man.
Und damit sich das lohnt, war ich auch schon Donnerstag Abend da. Und habe Beri sofort um ihre Ohrstöpsel beneidet, weil wir das Zimmer direkt neben dem Aufenthaltsraum hatten und die Wände aus Papier waren.

User, Spätschicht: *erzähl, lach, gröl*
Centi: Tötentötentötentöten.
User, Frühschicht: *erzähl, lach, Geschirrschepper*
Centi: Tötentötentötentöten.

Ich bin morgens ein wenig misanthrop. Und Geräusche hassend. Daher dann den Frühstückstisch erst mal links liegen gelassen, Tee gemacht und raus zu Bäumen und Büschen, um wach und wieder sozial zu werden. Möglicherweise auf dem Weg ein paar Usern begegnet, die mir möglicherweise einen guten Morgen gewünscht haben. Hoffe, ihnen mehr als ein Grunzen entgegengebracht zu haben, bin mir aber nicht ganz sicher, da keine Erinnerung.
Bei meiner Rückkehr sprach, oder war es erst am nächsten Tag, egal, Meta die wahren Worte aus:

"Es ist noch nicht mal früh!"

Weiser, weiser Meta.

Irgendwer hatte zu dem Zeitpunkt zwei Kettcars aus dem Schuppen geholt, mit denen wir ein wenig herumgurken. Wurde allmählich wach.

Danach haben wir die bequemen Liegestühle auf die Wiese gestellt und uns ein wenig hingelegt. Sonne war zwar keine (aufgegangen war sie aber glaub ich schon), aber warm genug war es. Und die Wolken haben genug UV durchgelassen, um ungeschützter Haut einen Sonnenbrand einzubrocken. Hng.
Habe mir von Beri die Nägel maniküren lassen, Cocktails verteilender Sawyer war aber leider nicht aufzutreiben. Immerhin aber schwertkämpfende User, hier: Kosh und Alca, was mir auch fürs Erste genügte. Noch dazu vor der herrlichen Poolkulisse. (Zwischendurch immer mal wieder irgendwelches Insektenzeugs gerettet.)

Nachmittags ein kleiner Ausflug mit zwei Pferden und einigen Usern, dabei etwa fünf Minuten geritten. Um Knieschluss bemüht. Daher heute noch Muselkater. Frak.
Währenddessen waren die Männer Fleisch jagen Holz sammeln und Bier trinken, zwecks des Grillens am Abend.

Aber zunächst stand eine Abkühlung von den jeweiligen Anstrengungen an, auch wenn das Wetter eigentlich nicht wirklich warm und der Pool nicht wirklich centikompatibel geheizt war. Egal. Mit Usern, LKW-Schlauch, Poolnudel und Ball war einige Zeit genug Bewegung angesagt, dass einem nicht aaallzu kalt wurde.

Trotzdem anschließend Badminton gespielt, um nicht weiter auszukühlen. Dann wurden allerlei leckere Dinge gegrillt und zu allerlei leckeren Salaten gereicht. Anschließend genoss ich im kleinen Kreis auf einer Holzbank an der rosenumrankten Mauer den Sonnenuntergang und die Landschaft und ging dann wieder relativ früh ins Bett.

User, Spätschicht: *erzähl, lach, gröl*
Centi: Tötentötentötentöten.
User, Frühschicht: *erzähl, lach, Geschirrschepper*
Centi: Tötentötentötentöten.

Aufgestanden und erneut alle Geräusche irgendwie ausgeblendet. Vermutlich wieder an grüßenden Usern vorbeigeschlurft, größtenteils weil mein Gehirn um die Zeit einfach auch die Geräusche noch nicht verarbeiten kann und erst mal überlegen muss, was genau "Guten Morgen!" eigentlich bedeutet und ob und wie man darauf zu reagieren hat. Als es zu einem Schluss gekommen war, lag ich aber schon mit meinem Tee in der Hand ("Wo kommt der denn her?") auf der Liege und las mein Buch ("Hab ich das mit rausgebracht?").

Nach und nach füllte sich die Liegewiese mit Usern, die ich allmählich auch erkannte. Dann leerte sich selbige wieder, weil es zu regnen anfing. Ich blieb eine Weile auf der Liege sitzen, weil ich mich unter dem Sonnenschirm sicher wähnte, bis es stärker regnete und das Wasser vom Fußende her allmählich Richtung Sitzfläche lief. Habe das Wasser böse angefunkelt, aber das hat sich nicht davon beirren lassen. Kurz überlegt, durch den Regen zu den anderen zu laufen, und mich dann hingehockt und weitergelesen.
Dem Regen kein Triumph!

Nach Ende des Regens noch ein bisschen Badminton gespielt, später Volleyball. Aber nicht zu viel, weil der Muskelkater vom Reiten sich schon bemerkbar machte. Dann auf der Liege gedöst. Nebenbei eine panische Anwohnerin nach dem Hund suchen gehört. Die liebe treue schwarze Hündin hatte schon zwei Ziegen gerissen, recht zielgerichtet, wie es hieß. Hu.

Weil mir vom Herumliegen jedenfalls nicht sonderlich warm wurde, sind Beri und ich kurz in die Sauna, so mit Klamotten, zwecks kurzem Durchheizen. Hach. Trockene 80°C. So lässt sich's leben.

Für ein Studienprojekt fotografierte danach Órin User in bunten Farben und weißen Kleidern. Schaute alles recht sektisch und suspekt aus und ich wurde genötigt, kurz in einem knappen Top bei etwa -10°C mit Blümchen zu posieren. Mein bemüht strahlendes Lächeln kommt auf dem Foto etwas gequält.

Anschließend Forumsmob-Bilder gemacht:

Mob

Forumsmob. Schwerter, Äxte, Äste, Poolnudel und Schneebesen.


Nach dem Soeverein-Memorial-Pie dann ein paar Minuten Twilight geschaut, aber noch vor dem Tod durch Langeweile ins Bett gegangen. Diesmal sogar ohne Mordgelüste, weil ein großer Teil der User ein Stockwerk höher Boxen ansah. Also den Sport, nicht die Lautsprecher.

Am Sonntag dann nach dem üblichen Restebasar und der Verabknuddelung aller User früh aufgebrochen, um den Sonntagsstau zu umfahren.


Bilbo verreckt an der Ausfahrt vom Hof und springt auch nicht mehr an. Tot. Frak.
Schutzbrief-Anruf, danach die Decke am Straßenrand ausgebreitet und gelesen. Fünf hilfsbereit anhaltende Userautos weitergewunken.

Kurz darauf kam auch schon ein netter Autowerkstattbesitzer angefahren und lud Bilbo auf die Ladefläche und mich auf den Beifahrersitz seines Abschleppwagens. Eine angenehme Fahrt durch die idyllische fränkische Landschaft, an blühenden Mohnfeldern und prallgrünen Bäumen vorbei wird begleitet von Gesprächen über Obama, neumodische Schnickschnack-Autos und den Status Bayerns als Freistaat. Werkstattbesitzer erzählt auch von seinem 25-jährigen Betriebsjubiläum und dass seine 8 Mitarbeiter bei der Geldverteilung ganz selbstverständlich immer vorgehen, ehe er sich selbst irgendwas aus dem Topf nimmt. Hach.

In der Werkstatt bekomme ich einen Kakao und Bilbo einen Check und anschließend eine neue Batterie, da die alte wohl einfach spontan den Geist aufgegeben hatte. Werkstattbesitzer zeigte sich überrascht genug, dass das billige Ding sieben Jahre überlebt hatte.
Eine anderthalbe Stunde nach meinem Telefonanruf fahre ich auch schon wieder auf der Autobahn herum, stehe dann zwar noch mal eine anderthalbe Stunde im Stau, komme aber immerhin abends tot aber glücklich zuhause an.

PC fährt noch langsamer hoch als sonst. Hng.


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