
Mit einem Lächeln aud den Lippen steige ich in die Bahn. Syntagma ist mein Ziel. Mag die Menschen sehen, die Stadt erkunden. Meine Zeit geniessen in der ich alleine bin, um Klarheit zu erlangen.
Angekommen steige ich aus, sehe einem Wachwechsel vor dem Parlamentsgebäude zu, sauge die Sonne auf und gehe Richtung Plaka über einen grossen Platz.
Wilde Trommelklänge dringen in mein Ohr, Zelte stehen herum und eine lustig spielende Menge Menschen demonstriert für freies Camping.
Ich spüre, dass ich nicht alleine bin und drehe mich um. Ein Mann, noch nicht mal an seinen Namen kann ich mich erinnern, lächelt mich an und sagt er zeigt mir Athen. Ich erwidere, dass ich gerne die Tage für mich alleine verbringen möchte, da ich über einiges nachdenken muss. Er weicht nicht.
So gehen wir gemeinsam Richtung Plaka, durch eine Gruppe Menschen, die gegen Hunger in der Welt demonstrieren und sprechen über tiefgründige Themen. Er beharrt auf seinem Standpunkt, dass man nicht so einfach seinen Beruf wechseln kann. Das geht einfach nicht. Man muss bleiben was man ist. Ich sehe dies anders... wenn es Zeit ist die Richtung zu wecheln, liegt es an jedem Einzelnen für sich in die richtige Richtung zu gehen. Meine weiter folgende Begleitung erklärt er sei Baggerfahrer und bleibe es auch, weil es eben nichts anderes gibt und es der erlernte Beruf ist. Punkt.
Ich habe Schuhe entdeckt und möchte sie kaufen. Mein Schatten schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: "39 Euro, crazy, I show you some shoes, but different place." Es macht mich auf der einen Seite ärgerlich, denn ich möchte genau diese Schuhe, auf der anderen Seite grinse ich wieder in mich hinein, denn ich gebe kein Geld aus, auch nicht im vorgeschlagenen chinesischen Schuhladen, denn dort sind die Schuhe auch "very different"
Mein Magen knurrt, Aprikosen sind fokusiert und ich gehe zum Markt. Schon schnappt sich mein Schatten eine Aprikose vom Stand, beisst rein und verkündet, dass diese wirklich nicht gut seien und ausserdem seien sie schlecht für den Magen. ....... ICH BIN RUHIG UND GELASSEN. In mir spreche ich Mantren und atme ein und aus.....und genau in dieser Situation höre ich die Stimme eines sehr lieben Freundes immer und immer wieder " Man muss loslassen können....."....Ja wie denn, wenn es einen selbst nicht loslässt. Wieder äussere ich den Wunsch gerne alleine weiter zu gehen. Vergebens.
In den Geschäften um Plaka treffen wir auch viele gleichgültige, z.T. sehr unfreundliche Verkäufer. So kenne ich diese Landsleute gar nicht. Ein Laden an der Ecke lockt mit vielen bunten Tüchern, Taschen und einem lustigen Sortiment mit indischen Räucherstäbchen, arabischen Shishas, afrikanischen Trommeln, australischen Bumerangs und T-Shirts. Der Inhaber mit abstehend, gelocktem Haar und geweiteten Pupillen beginnt mir noch das 'übrige' Sortiment zu erläutern: Pilze, Gras usw. Schnell winke ich ab, wünsche dem 'fliegenden' Mann noch einen schönen Tag und gehe weiter.
Mein Schatten äussert, dass er nicht verstehe warum es dort Pilze gäbe, der Obst u Gemüsemarkt sei wo anders. Wieder muss ich grinsen und schlage nun den Weg zur Strassenbahn ein. An der Haltestelle wünsche ich dem Schatten viel Glück und schlage dankend das Angebot ab noch mehr von Athen zu sehen.
Die Bahn kommt, Türen gehen auf und bevor die Ankömmlinge auch nur annäherend den Versuch starten können auszusteigen, drängen sich die Einsteigenden in die Bahn. Wow welch Kampfgeist. Auch ich ergattere noch einen Platz links neben mir ein älterer Mann, dessen Odeur mir Tränen in die Augen treiben, rechts neben mir eine Frau mit ca. 5 übriggebliebenen Zähnen und gegenüber eine Mutter mit drei Kindern. Das Kleinste bohrt sich konzentriert in der Nase und isst jedes ergatterte Stück sofort auf. Was bin ich froh, auf die Aprikosen verzichtet zu haben.
Ein Ruck durchzieht die Bahn. Ein LKWfahrer fährt auf den Schienen, wild wird gestiguliert und geschimpt. Dann geht es weiter.
Nach 40 min Ankunft, nur noch über die Strasse und dann eine heissersehnte Dusche. Strassenüberquerung ist hier Andrenalin pur. Rote Ampeln sind doof und so haben Fussgänger sehr viel Spass bei grün über die Strasse zu gehen. da immer wieder ein Auto vorbeischiesst.
Zum Abschluss gönne ich mir eine Mahlzeit direkt am Meer.
Die Gedanken kommen ins Fliessen.