Dakinis Welt

31.10.2007 um 21:29 Uhr

Tief berührt

von: Dakini

 

 Die Seele der Rose, 1908 Kunstdruck von John William Waterhouse

Wenn jemand aus seiner Seele heraus,

auf irgendetwas reagiert, das ihn tief berührt,

erscheint das 'seelenlosen' Menschen

immer als überspannt.

Hans Kruppa

18.10.2007 um 07:13 Uhr

Träume

von: Dakini

 

 

Träume keine kleinen Träume,

denn sie haben keine Kraft,

dein Herz zu bewegen.

 

Johann Wolfgang von Goethe

 

13.10.2007 um 16:41 Uhr

Tod

von: Dakini

 

 

 

Das Auseinandersetzen mit dem Tod kam gestern schlagartig. Autobahnen und Flugzeuge sind meine Welt, auf ihnen bin ich beinahe ein wenig zu Hause. Es vergeht kaum eine Woche, an welcher die A3 zwischen Wiesbaden und Köln keine Vollsperrung erlebt bzw Limburg nicht im Radio zu hören ist. Gestern gab es wieder einen grossen Unfall mit Vollsperrung in beide Richtungen, wie auch am Tag zuvor. Irgendwann konnte ich über eine Raststätte der Stauung entweichen und fuhr der Umleitung entlang zur nächsten Autobahnauffahrt. Kurvenreich und immer ein wenig nebelig. Irgendwie schaurig. Selbst hier herrschte Agressivität auf der Strasse. Offenbar ein Nicht-Fertigwerden mit der Situation. Gespenstisch war der letzte Weg auf die Autobahn zurück. Einsatzwagen auf der Autobahn, Feuerwehren, Blaulichter, ein Gesamtbild das mir sehr bewusst machte, wie schnell es gehen kann. Wie oft, raste schon mein Herz, weil ich es um Haaresbreite selbst schon schaffte, zB wenn ein LKW einfach hinauszieht und es keine Möglichkeit gibt auf die linke Spur auszuweichen, nur der Weg auf die Bremse zählt. In solchen Momenten sehe ich zu, schnellstmöglich in einen Wald zu kommen, dort anzuhalten und aus Leibeskräften alles hinauszuschreien, was in mir zum Stocken kam.

Das Bild des Freundes, der im letzten Jahr, Ende 30, verstarb, nach kurzer heftiger Krankheit. Mein Cousin, der auf mysteriöse Art und Weise aus dem Leben schied. Die Menschen, die ich begleitete auf ihrem Weg, all diese waren da. In diesem Moment ein schönes Zurückdenken.

Ein Anruf meiner Mutter, deren Verzweiflung und Angst mich in das Jetzt und Hier zurückholt. Beginnt es wieder? Das was vor ein paar Jahren uns erschrecken liess? Ein CT das etwas zeigt... Ärzte die nur verrückt machen? Ein Vater der Angst hat eine Bestätigung zu erhalten. Ich gebe Stärke und habe im Bauch, dass es logisch zu erklären ist, aber was ist das schon. Was ist logisch zu erklären? Ich gebe Kraft und rolle mich zu Hause zusammen, ganz klein, mich selbst beschützend. Die Traurigkeit in mir lasse ich los. Ich die an das Leben nach dem Tod glaubt, darf ich Angst haben? Ja das darf ich. Ich darf auch schwach sein.

Diskussionen über längere LKW verfolgend, welche überhaupt keinen Sinn machen, ausser in Australien, USA und den weiten Russlands, wo sie keinen Schaden anrichten können. Diskussionen über das Abschiessen von Passagiermaschinen, wenn ein Terrorist an Bord ist.... In einer solchen Maschine möchte ich nicht sitzen und ich sitze in einigen Maschinen im Jahr. Noch die Bilder der Maschinengewehre auf den Flughäfen, letztes Jahr in London.

Eine Konfrontation mit dem Tod. Er ist Bestandteil des Lebens. Ein Teil des Kreislaufs.

Heute lief ich lange am Main entlang. Setzte mich auf einen Stein und starrte einfach auf den Fluss. Er glitzerte, nachdem der Morgennebel entschwand. Er glitzerte mich voll. Tod als Teil des Lebensflusses. Das Fliessen liess mich wieder zu mir zurückkehren und mich innehalten. Lange sprach ich gestern vor Mitternacht mit einer Freundin, heute mit einem anderen ganz lieben Menschen. Gespräche die sehr gut taten.

 

Ein Tag des Innehaltens.