Geschriebene Gedanken

19.04.2008 um 11:31 Uhr

Spezielle Rundungen

 

Ich genieße sie zurzeit, diese ganz besonderen Rundungen, die nichts mit bloßer Körperlichkeit zu tun haben.

Langsam aber stetig fügen sich hier Einzelteile zusammen, die vorher ein echtes SingleDasein geführt haben und so gar nicht zueinander zu passen schienen. Spürbar war, dass ihnen noch etwas fehlt, etwas, das sie rund und stimmig macht. Und jetzt greifen sie ineinander und verzahnen sich miteinander – wie ein Puzzle, das plötzlich nicht mehr nur aus Teilen besteht, sondern ein abgerundetes Bild darstellt, mit Ecken und RandErscheinungen.

Es sind mal wieder eigenartige Gefühle, die mich beim Rückblick auf diese Entwicklung beschleichen: Haben wir monatelange Trockenübungen gemacht, damit wir jetzt mit gekonnten Ruderschlägen das Boot auch durch schwierige WasserStraßen (mit beflügelnder Leichtigkeit) steuern können?

 

Es ist mal wieder die RückSicht, die den Blick auf die vorhandenen Zusammenhänge ermöglicht. Mittendrin, belastet durch gefühlte Zerrissenheit, wild rudernd, um immer wieder den Kopf frei und über Wasser zu kriegen, da konnte ich das Ufer nicht sehen, die Wege hatten ein Ziel, aber es war zu weit weg, als dass es wirklich erreichbar schien und jeder Plan schien immer nur neue Umwege und Hürden aufzuzeigen.

 

Plötzlich und sehnlich erwartet hat sich etwas gelichtet, aus den vielen Bäumen ist ein Wald geworden, der von begehbaren Wegen durchzogen ist, Ruhe auf Licht durchfluteten Lichtungen verheißt und seinen Schrecken verloren hat, sich darin zu verirren wie in einem mächtigen Labyrinth.

 

Nichts davon ist uns in den Schoß gefallen, aber allein die Tatsache, dass wir die Hände nicht in den Schoß gelegt haben, hat das alles nicht bewerkstelligt – wir haben dieses Ergebnis nicht ge-macht, wir haben dafür und daran gearbeitet, aber den Roten Faden, an dem wir uns manchmal nur mühsam entlang gehangelt haben, den haben wir nicht selbst geknüpft.

 

Das Runde hat noch eine weitere Dimension, es geht über Kreis und Kugel, über Fläche und Raum hinaus. Mein Erstaunen darüber ist ebenso groß wie meine Dankbarkeit und beides ist unbegrenzt.

Was ich vorher als Einschränkung und Begrenzung erlebt habe, bahnt mir jetzt einen Weg in eine schier unendlich scheinende Weite und ich bin dabei, mich auf diesem Gelände zu bewegen, vorsichtig tastend, Schritt für Schritt – im stützenden Vertrauen darauf, dass es ein schützendes Geländer gibt, wenn ich vor einem Abgrund stehe.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSchussel schreibt am 19.04.2008 um 15:39 Uhr:Öhm.....für mich etwas kompliziert zu verstehen...aber ich deute einfach mal, dass du in deiner Beziehung etwas gemerkt oder vielleicht auch gesehen hast, was euch zu einem Ganzen werden lasst.
  2. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 19.04.2008 um 16:39 Uhr:*lach* ... ach, Schussel, ja das ist sicher von außen schwer zu verstehen, aber "klarer ging es nicht, sorry... diesmal also keine 100 Ratepunkte für Frau Schussel-Pirat (Herzliche Glückwünsche übrigens nachträglich!!!!!)

    Nein, es ist nichts Beziehungsmäßiges gemeint, sondern beschreibt meinen Eindruck zu unserer gesamten Lebenssituation, die sich in beruflicher Hinsicht in den letzten Monaten ziemlich chaotisch angefühlt hat. Viele unterschiedliche, kleine und größere Baustellen, ein Wühlen im Untergrund, um Fundamente zu errichten und man konnte doch nichts sehen und jetzt erscheinen die ersten "Aufbauten" und wachsen "einfach".

    Ein irritierendes Gefühl - und insofern wirkt vielleicht auch der Text so.

    Liebe Grüße!
  3. zitierenShadowfax schreibt am 19.04.2008 um 21:01 Uhr:der versuch gedanken zu ordnen und selbst mal aus einer anderen perspektive zu betrachten?
  4. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 19.04.2008 um 21:52 Uhr:Aus einer anderen Perspektive ja, aber noch ein bisschen mehr, als nur der Versuch, Gedanken zu ordnen, Shadowfox: Es ist mehr der Versuch, in Worte zu fassen, was ich fühle. Hinter den Einzelteilen, die allein betrachtet nutzlos oder überflüssig zu sein scheinen, verbirgt sich ein System, ein Schema, eine Richtung, etwas Sinnvolles und ich kann daraus Kraft schöpfen.

    Liebe Grüße
  5. zitierenShadowfax schreibt am 19.04.2008 um 21:57 Uhr:klingt gut
  6. zitierenSchussel schreibt am 21.04.2008 um 09:23 Uhr:Danke für die Erklärung :-))) (und vielen Danke für die Glückwünsche)
  7. zitierensternenschein schreibt am 26.04.2008 um 00:29 Uhr:Und ich glaube der rote Faden lag schon immer da. Nur konnte man ihn oftmals nicht sehen oder er hob sich nur sehr schwach von der Umgebung ab.
    Aber liegt da. Ich glaube sogar für jeden von uns.
    Und wenn wir ihn benutzen um uns daran entlangzuhangeln, dann wächst wirklich aus dem Grund etwas was für uns bestimmt ist. Selbst wenn es manchmal uns Anfangs noch als fremd und nicht uns zugehörig passend erscheint, so ergibt sich mit der Zeit daraus doch ein stimmiges ganzes..und beim umdrehen oder dem Blick in den RückSpiegel, wundern wir uns, weshalb wir es erst jetzt erkennen.
    Viel Spass beim Gang durch deine Ländereien und etwas Erholung uns Besinnung wenn du auf den Lichtungen stehst oder dich für eine Pause dort niederlässt. Im Wissen die ganzen Wege des Waldes werden dort bleiben und sich nicht wieder verschliessen. Selbst wenn das Kraut an den Wegesrändern manchmal beginnt zu wuchern.
    Zora schrieb bei sich, der Weg wurde vorbereitet..du warst dein eigener Vorreiter der den Weg passierbar machte, selbst wenn er vorher schon da war.
    Aber jetzt ist er gangbar und zeigt deine Spuren.
    Auch verwirrend, aber ich weiss, du weisst und verstehst.
    Liebe Grüsse und alles Gute
    sternenschein
  8. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 07.05.2008 um 20:01 Uhr:Lieber Sternenschein,
    es ist nun schon eine Weile her, dass du den netten Kommentar bei mir hinterlassen hast - aber ich bin erst heute wieder mal bei den "Geschriebenen Gedanken" - herzlichen Dank für deine einfühlsamen Worte und "ich habe verstanden" *lach*!

    Es ist einfach ein eigenartiges Gefühl, wenn man im Rückblick den langen Faden ganz klar erkennt, der wie eine Eisenbahnschiene die Landschaft durchkreuzt und sich mittendrin doch immer wieder darin zu verheddern schien... Ich bin sicher, du verstehst und weißt, was ich meine!

    Ich grüße dich herzlich zurück und hoffe, du kannst das herrliche Frühlingswetter genießen!

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