Das Leben einer Pubertierenden

05.10.2008 um 18:29 Uhr

Wochenendbericht

von: Mchen

Wow, war das ein Wochenende!

Wenn ich eins sagen kann, dann dass ich gerade aussehe wie eine Furie und am liebsten schlafen würde, aber nicht kann. Gott, oh Gott, bin ich fertig!

Donnerstag stand, wie bereits erwähnt, der Frisör-Besuch und Beste-Freundinnen-Tag an. Nun ja, mein Pony ist ein wenig zu kurz geraten und überhaupt wollte ich noch eeeetwas blonder werden, als ich es schon bin, aber die Frisur ist auch ganz in Ordnung. Danach waren meine "beste Freundin" ( ABSICHTLICH IN ANFÜHRUNGSZEICHEN ) und ich bei mir und haben ein paar Fotos mit den neuen Frisuren geschossen, war wirklich witzig. Und später ging's dann nach draußen um einen zu trinken. Gut, gut. Doch wer hat sich natürlich wieder an mich ran geschmissen, ohne dass ich das wollte? D! D ist ein Jahr jünger als ich und versucht mir weiß zu machen, er würde mich über alles lieben. Kommen aber seine Favoriten-Schlampen angelaufen, springt er hinterher wie ein Hund, damit sie's ihm besorgen. Ach, und das tun sie auch noch. Deswegen: Schlampen.

Soo, das war der Donnerstag. ;)

Am Freitag war ich in meiner Stamm-Disco, kann man fast sagen, die zwar recht klein, dafür aber immer rappelvoll ist. Und woooow, ich habe geflirtet. Holla, die Waldfee!

Wie kaputt ich gestern war, kann man sich sicher vorstellen, wenn ich sage, dass ich erst um 17:00 Uhr aufgestanden bin. :b

Tja, und was hat mein bester Freund gemacht? Mit irgendeinem Weib getanzt, das nichtmals hübsch war. Egal. Schließlich kam er dann ja doch öfter zu mir und wir haben gelacht, was das Zeug hält. Übrigens: Als wir dann um halb fünf keine Lust mehr auf Disco hatten, haben wir uns für vier Leute zehn Brötchen gekauft, auf Treppen gesetzt, und gegessen. Assis! Aber lustig.

Gestern war ich dann mit anderen Freunden bei meiner "besten Freundin", die ich ab jetzt mal J. nenne, und habe bei ihr geschlafen. Bin erst seit fünf Uhr nachmittags wieder zu Hause. Es hat wirklich Spaß gemacht bei ihr, nur nicht so sehr, dass sie mit meinem besten Freund nach oben abgezogen ist, sich mit IHM ins Bett gelegt hat, und angeblich nur "geredet". Ja, ja. Ich weiß nicht so recht ob ich das glauben soll, aber er behauptet das Gleiche. Außerdem lügt er mich nie an. Soweit ich weiß, jedenfalls. Soooo und über was die zwei geredet haben, hat sie mir dann auch erzählt.

Angeblich kann er sich nicht entscheiden. Zwischen mir und seiner Freundin.

Ich weiß nicht, ob das wahr ist, und vor allem weiß ich nicht, wieee nüchtern er war, als er das gesagt hat. Falls  es aber stimmt, hab ich gute Karten, und darüber freu ich mich.

Ich weiß, dass es nicht sehr stilvoll klingt sich darüber zu freuen, wenn der beste Freund nicht weiß ob er seine Freundin liebt. Es hätte allerdings Vorteile für mich. :b

Nun gut, das sollte für heute reichen.

Ciao, ciao.

01.10.2008 um 23:34 Uhr

Eltern sind die wahren Kinder!

von: Mchen   Stichwörter: Eltern, Trennung

Um das Desaster zu vervollständigen, berichte ich heute über meine Eltern und die Katastrophe, die sie angerichtet haben.

Das klingt ja schon sehr vielversprechend.

Nun, man könnte sich fragen, welches sechzehnjährige Mädchen noch auf die Idee kommt mit seinem Vater und Bruder ausgerechnet ins Phantasialand zu fahren. Was kann ein Mädchen in meinem Alter so weit treiben? Hat dieses arme Kind keine Freunde oder zu viel Freizeit? Oder einfach ein sehr gutes Verhältnis zu seinem Vater? Aber wo steckt dann bitte die Mutter? Gibt es eine Mutter?

Ja, die gibt es, und Herr Gott nochmal, diese Mutter befindet sich gerade auf einem Trip, der die ganze Familie und sämtliche Beziehungen zerrütellt.

Aber mal gaaaaaaanz von vorne:

Meine Mutter leidet an Hephatitis C ( keine Ahnung, wie's geschrieben wird ) und hat sich im Sommer letzten Jahres zu einer Therapie gegen die Krankheit entschieden. Dass es Nebenwirkungen geben würde, war uns allen bewusst, dass sie aber solche AUSwirkungen auf das spätere Leben von uns haben würden, hätte wahrscheinlich niemand gedacht. Die Nebenwirkungen bestanden darin, dass meine Mutter dauerdurch müde und gereizt war. Klar, deswegen lag sie den ganzen Tag im Bett und war arbeitsunfähig. Ach! Und auch ganz interessant ist ihre Sudoku-Sucht, die sich seit Anfang der Therapie zu einem Nervtöter innerhalb meines Familienlebens entwickelt hat. Meine Mama könnte Sudoku-Hefte verschlingen, wie ich Chili con Carne ( Ich liebe es! ). Außerdem hat man oft das Gefühl meine Mama wäre den ganzen Tag mit ihren Gedanken woanders, nur eben nicht bei den Geschichten, die man ihr gerade aufgeregt erzählt, oder bei den Lästereien über meine Schulfreunde. Und wenn ich eins behaupten kann, dann: KEINE Antwort zu erhalten, ist schlimmer als eine blöde Antwort!

So, damit wäre das geklärt.

Weiter geht's...

Mein Papa will viel, viel zu viel, und erwartet viel, viel zu viel, vor allem von uns. Er arbeitet den ganzen Tag, dauerdurch, ist am Abend gestresst und mies gelaunt, was man von uns bei dem Anblick von so einer entnervten Person auch behaupten kann, und glaubt dann, wir könnten uns mit dem Herummaulen zurückhalten. Nein, nein, so einfach ist das nicht! Denn nicht nur mein Papa ist derjenige, der den ganzen Tag Stress hat, die zehnte Klasse im Gymnasium verlangt auch von mir einiges ab. Und meine Mutter ist so wie so der Stress in Person, auch wenn sie gar keinen Grund dafür hat. ( Ich weiß natürlich, dass meine Mutter Gründe hat, aber ich bin im Moment einfach wütend auf sie! Übrigens: Die Therapie ist seit August zu Ende. )

Und so trafen millionen negative Aspekte, nicht nur die eben genannten, aufeinander und BOOM!

- Die Bombe ist geplatzt und meine Eltern getrennt - !

Obwohl mein Vater gegen diese "Pause" ist, wie meine Mutter den jetzigen Zustand zu nennen pflegt. Leider dauert die Pause schon sechs Wochen und passt mir so gar nicht in den Kram.

Mein Bruder verkriecht sich in seinem Zimmer, mein Papa tut alles dafür, dass er meine Mama zurückgewinnt und meine Mutter sieht es nicht. Oder will es nicht sehen.

Sie ist stur, wie ein Bock! Sie ist die Einzige, die die Trennung akzeptiert und für richtig hält.

Ja, eine Pause mag ja schön und gut sein. Aber jetzt mal ganz egoistisch: Hätte sie nicht noch drei Jahre, vielleicht auch vier, warten können? Wenigstens bis ICH aus dem Haus bin, wenigstens bis es MICH nicht mehr interessiert?

Kindische Vorstellung, wirklich, aber es hätte mein Leben um so viel einfacher gemacht.

Nun, bitte, so sieht's aus bei meinen Eltern. Und die Therapie war erfolglos. Meine Mutter ist immer noch nicht geheilt.

Aber um mich jetzt mal nicht als totalen Loser und Emo darstehen zu lassen:

Ich hoffe, dass sich meine Mutter wieder einkriegt, und dass mein Leben seinen Lauf nimmt, und zwar ohne tausend Probleme. Ich weiß sogar, dass ich es so schlecht gar nicht habe und dass alle im Moment ein wenig am Rad drehen. Es wird wieder gut, das weiß ich. Das musste hier mal erwähnt werden! (:

Tja! Außerdem liebe ich mein Leben, meine Freunde und meine Familie, egal wie sie ticken, und überhaupt bin ich gar kein trauriger Mensch. Zwar bin ich Pessimist, kann allem trotzdem noch etwas Gutes abgewinnen, wenn auch nicht auf den ersten Blick. Ich bin lebensfroh und aufgekratzt, manchmal ein bisschen bescheuert, und zuuu redegewandt. Aber all das kann ich ja hier rauslassen, genau so wie bei meinen Freunden.

Ende des Vortrags! Morgen Frisör und Beste-Freundinnen-Tag. Ich freu' mich!

30.09.2008 um 21:52 Uhr

Phantasialand unter Wasser

von: Mchen   Stichwörter: Phantasialand, Regen

Ja, ganz recht!

Ich war heute im Phantasialand und es hat geschüttet, wie aus Eimern. Dafür war's schön leer und vor allen Dingen entspannter mit dem Warten. Dass mein Zimmer nach so einem Tag aber immer noch nach links und rechts schaukelt, ist wohl verständlich. Fröhlich

Dann will ich mich mal nicht zu lange bei dem Thema aufhalten, und wechsel' zu meinem "Problem" über. Mein "Problem" ( bester Freund, der Junge, an dem ich "hänge" ) hat mich gestern Abend kurzfristig mit drei anderen "Kumpels" besucht. Und prompt ist ihm aufgefallen, dass ich ein Loch in meiner ach so lockeren Adidas-Hose hatte. UND DAS IM SCHRITT.

Suuuuuuper! Das war wirklich, wirklich, das Letzte, was ich an dem Abend erwartet hätte.

Aber andererseits echt interessant, wo mein "Verehrter" drauf achtet, wenn ich es nicht merke. :b

So ist das Leben.

Ach, ja, da fällt mir ein, dass mein erster Eintrag ein wenig lang geraten ist und Fragen aufwerfen könnte. Wieso mein Problem überhaupt EIN Problem ist, werde ich in wenigen Punkten erläutern:

1. Ich hänge noch an meinen besten Freund.

2. Er ist vergeben.

3. Er hat fremd-gekuschelt, und zwar mit mir.

4. Ich mag seine Freundin, ja, tatsächlich.

5. Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr!

Was sich in den nächsten Tagen ergibt, werden wir sehen. Morgen wird meiner Cousine erstmal wieder Nachhilfe im Fach Deutsch gegeben, von mir, versteht sich.

Donnerstag: Frisör. Endlich!

Und Freitag höchstwahrscheinlich: Disko, evtl. sogar alleine mit meinem besten Freund.

Ihr werdet von mir hören, Matrosen! Und lasst euch von dem Wetter nicht die Laune verderben.

29.09.2008 um 17:32 Uhr

Kein Unschuldslamm, und doch vernünftig.

von: Mchen   Stichwörter: Anfang

So, so ...

Nun bin auch ich ( nachdem ich das Buch "Anleitung zum Entlieben" von Lpunkt, ein wirklich gelungenes Buch, auch wenn es nicht ganz für Mädchen in meinem Alter geschrieben ist, gelesen habe ) auf dieser Internetseite gelandet.

Und wie die Blogleser von "Anleitung zum Entlieben" sicher merken werden, bin ich eine kleine Nachmacherin, aber - Entschuldigung - mir ist gerade nichts besseres eingefallen als "Mchen". Bitte verurteilt mich nicht deswegen. Denn außer, dass mich das Buch zum Blogschreiben verleitet hat, wird mein Blog recht wenig mit dem von Lapared, Lpunkt, Lchen... zu tun haben, denke ich.

Nun aber erst einmal zu meiner Situation und meiner Person:

Ich bin sechzehn Jahre jung und befinde mich inmitten einer Krise, die ich auf irgendeine Weise bewältigen muss, wenn es auch die ist, allen Menschen, die Interesse an dieser mittelschweren Katastrophe haben, davon zu berichten.

Meinen Freundeskreis würden wohl einige typisch deutschen Spießer ( ich hoffe, keiner fühlt sich angesprochen ) als asozial bezeichnen. Dazu muss ich aber sagen, dass ich in einer Kleinstadt wohne, in der alles, was sich nach 20:00 Uhr noch draußen trifft und jünger als 18 ist, als asozial gilt. Vielleicht mag es ja ein bisschen merkwürdig klingen, dass wir viel Zeit draußen verbringen, aber meine lieben älteren Mitbürger, ich wette, DAS haben Sie auch mal getan. Außerdem glaube ich nicht, dass meine Eltern eine große Freude bei einem Auflauf von mindestens 10 Pubertierenden verspüren würden, demnach ist das "Draußen-Treffen" wohl doch die beste Lösung. Dem muss ich noch beifügen: Wir beschädigen nichts und vor allem niemanden, ebenso wenig haben wir etwas mit Drogen oder anderen kriminellen Dingen am Hut! Wir sind jung und müssen uns beschäftigen. Das geht bei Jungen im Alter von 15 bis, ähm, für immer, am besten mit einem Bierchen und ein paar netten Damen, zu denen dann wohl ich zähle.

So viel dazu.

Jetzt, aber zu meinem Problem:

Vorgestern, Samstag, den 27.09.08, haben zwei gute Freunde, einer von ihnen mein bester, zusammen eine Geburtstagsparty in einer Hütte, etwas abgelegener, geschmissen. Natürlich ist genug Alkohol geflossen, ich meine, das gehört dazu und angeschickerte Leute gab es reichlich. Als es dann auf die 23:00 Uhr zuging, brachen mein bester Freund ( 17 ) und seine feste Freundin ( 16 ), die in einer anderen Stadt wohnt und deswegen am Bahnhof abgeholt werden musste, und ich auf, um sie in die Stadtmitte zu begleiten. Gut, das ist ja noch nichts Weltbewegendes, drei Jugendliche unterwegs. Das für mich Weltbewegende kam danach, als seine Freundin schon im Auto auf dem Weg nach Hause saß:

Zunächst muss ich mitteilen, dass ich meinen besten Freund vor circa einem Jahr von ganzem Herzen geliebt habe und es auf eine Weise immer noch tue. Den Zustand bezeichne ich als "An-jemandem-hängen", obwohl ich weiß, dass ich viel mehr für ihn empfinde, als nur das. Als ich noch im totalen Rausch des Verliebtseins war, habe ich ihm meine Gefühle gestanden und war mit seiner Reaktion zufrieden. "Solange D. ( sein "bester Freund" ) noch was von dir will, kann ich nicht mit dir zusammen kommen, M., aber das wird nichts zwischen uns verändern. Ich hab dich lieb" ... UMARMUNG.

Dieses "solange" weckte Hoffnungen in mir, die zwei oder drei Monate später aber mit Vorstellung seiner neuen Freundin begraben wurden. Bis auf winzig kleine Teile in meinem Herzen, die immer noch Tag für Tag hofften, irgendwann würde was aus uns.

Und an diesem Tag bekam ich wieder eine "Chance", ihn zu küssen, von denen ich schon so viele verpasst hatte... Als wir auf dem langen Weg zurück zur Hütte waren, erzählte er mir, wie schon am Vormittag in ICQ, von seinem Traum - wir hätten Sex gehabt - ! Sowas, sowas...

Und wie's schien, hatte er es wirklich bitter nötig. Er hielt mich fest, legte den Arm um mich, alles, nur weil er anscheinend gerade "geil drauf" war. Und ja, ich weiß, er ist nun mal auch nur ein Junge, aber wieso muss er es mir immer so schwer machen? Ich lies mich nur bedingt drauf ein. Wir gingen einen Umweg zu einer Bank, und wie das so ist, blieb es nicht beim Reden. Irgendwann fand ich mich auf ihm, STOPP, wir hatten keinen Sex, schon mal gar nicht draußen, und vor allem nicht, weil ich Jungfrau bin. Wir saßen da, ich auf seinem Schoß, Bauch an Bauch und sagten nichts. Manchmal musste ich lachen, ich sagte wenige Wörter und bedauerte in der Sekunde darauf, die Stille unterbrochen zu haben. Irgendwo genoss ich es auch für eine kurze Zeit ihm zu gehören, sich wie seine Freundin zu fühlen. Allerdings quälte mich dann doch wieder der Gedanke "Er nutzt dich gerade aus, du bist nicht seine Freundin. Er will f*cken, rumlecken, das war's. WACH AUF!" und das teilte ich ihm mit.

Leider weiß er genau, wie ich ticke, und antwortete geschickt: "Du bist meine aller-aller-beste Freundin, ich würde alles für dich tun. Und ich nutze dich nicht aus."

Wie gutgläubig ich doch bin. Nun denn, wir küssten uns nicht, denn eine Eigenschaft, die mich ausmacht, ist wohl die Vernunft. Und wenige Minuten später klingelte auch schon mein Handy, wir wurden vermisst. Aus die Maus! So war das an dem Abend und so wird es wahrscheinlich noch tausende Male sein, weil ich ihn einfach zu gut kenne und er mich.

Wie kann ich seinem Zauber entkommen? Bin ich wirklich so blöd? Ich glaube, ich sollte mich einfach mit unserer guten Freundschaft zufrieden geben. Außerdem: Ich mag seine Freundin, ja, wirklich! Pah, und das macht das alles nicht einfacher.

Ah - wenn man vom Teufel spricht, Nachricht von ihm bei ICQ.

Ich muss langsam den Schlusspunkt finden für heute, werde aber weiterhin von meinem Kampf zwischen Vernunft und GIER nach ihm berichten.

Und hier ist er, der Schlusspunkt: .