So, so ...
Nun bin auch ich ( nachdem ich das Buch "Anleitung zum Entlieben" von Lpunkt, ein wirklich gelungenes Buch, auch wenn es nicht ganz für Mädchen in meinem Alter geschrieben ist, gelesen habe ) auf dieser Internetseite gelandet.
Und wie die Blogleser von "Anleitung zum Entlieben" sicher merken werden, bin ich eine kleine Nachmacherin, aber - Entschuldigung - mir ist gerade nichts besseres eingefallen als "Mchen". Bitte verurteilt mich nicht deswegen. Denn außer, dass mich das Buch zum Blogschreiben verleitet hat, wird mein Blog recht wenig mit dem von Lapared, Lpunkt, Lchen... zu tun haben, denke ich.
Nun aber erst einmal zu meiner Situation und meiner Person:
Ich bin sechzehn Jahre jung und befinde mich inmitten einer Krise, die ich auf irgendeine Weise bewältigen muss, wenn es auch die ist, allen Menschen, die Interesse an dieser mittelschweren Katastrophe haben, davon zu berichten.
Meinen Freundeskreis würden wohl einige typisch deutschen Spießer ( ich hoffe, keiner fühlt sich angesprochen ) als asozial bezeichnen. Dazu muss ich aber sagen, dass ich in einer Kleinstadt wohne, in der alles, was sich nach 20:00 Uhr noch draußen trifft und jünger als 18 ist, als asozial gilt. Vielleicht mag es ja ein bisschen merkwürdig klingen, dass wir viel Zeit draußen verbringen, aber meine lieben älteren Mitbürger, ich wette, DAS haben Sie auch mal getan. Außerdem glaube ich nicht, dass meine Eltern eine große Freude bei einem Auflauf von mindestens 10 Pubertierenden verspüren würden, demnach ist das "Draußen-Treffen" wohl doch die beste Lösung. Dem muss ich noch beifügen: Wir beschädigen nichts und vor allem niemanden, ebenso wenig haben wir etwas mit Drogen oder anderen kriminellen Dingen am Hut! Wir sind jung und müssen uns beschäftigen. Das geht bei Jungen im Alter von 15 bis, ähm, für immer, am besten mit einem Bierchen und ein paar netten Damen, zu denen dann wohl ich zähle.
So viel dazu.
Jetzt, aber zu meinem Problem:
Vorgestern, Samstag, den 27.09.08, haben zwei gute Freunde, einer von ihnen mein bester, zusammen eine Geburtstagsparty in einer Hütte, etwas abgelegener, geschmissen. Natürlich ist genug Alkohol geflossen, ich meine, das gehört dazu und angeschickerte Leute gab es reichlich. Als es dann auf die 23:00 Uhr zuging, brachen mein bester Freund ( 17 ) und seine feste Freundin ( 16 ), die in einer anderen Stadt wohnt und deswegen am Bahnhof abgeholt werden musste, und ich auf, um sie in die Stadtmitte zu begleiten. Gut, das ist ja noch nichts Weltbewegendes, drei Jugendliche unterwegs. Das für mich Weltbewegende kam danach, als seine Freundin schon im Auto auf dem Weg nach Hause saß:
Zunächst muss ich mitteilen, dass ich meinen besten Freund vor circa einem Jahr von ganzem Herzen geliebt habe und es auf eine Weise immer noch tue. Den Zustand bezeichne ich als "An-jemandem-hängen", obwohl ich weiß, dass ich viel mehr für ihn empfinde, als nur das. Als ich noch im totalen Rausch des Verliebtseins war, habe ich ihm meine Gefühle gestanden und war mit seiner Reaktion zufrieden. "Solange D. ( sein "bester Freund" ) noch was von dir will, kann ich nicht mit dir zusammen kommen, M., aber das wird nichts zwischen uns verändern. Ich hab dich lieb" ... UMARMUNG.
Dieses "solange" weckte Hoffnungen in mir, die zwei oder drei Monate später aber mit Vorstellung seiner neuen Freundin begraben wurden. Bis auf winzig kleine Teile in meinem Herzen, die immer noch Tag für Tag hofften, irgendwann würde was aus uns.
Und an diesem Tag bekam ich wieder eine "Chance", ihn zu küssen, von denen ich schon so viele verpasst hatte... Als wir auf dem langen Weg zurück zur Hütte waren, erzählte er mir, wie schon am Vormittag in ICQ, von seinem Traum - wir hätten Sex gehabt - ! Sowas, sowas...
Und wie's schien, hatte er es wirklich bitter nötig. Er hielt mich fest, legte den Arm um mich, alles, nur weil er anscheinend gerade "geil drauf" war. Und ja, ich weiß, er ist nun mal auch nur ein Junge, aber wieso muss er es mir immer so schwer machen? Ich lies mich nur bedingt drauf ein. Wir gingen einen Umweg zu einer Bank, und wie das so ist, blieb es nicht beim Reden. Irgendwann fand ich mich auf ihm, STOPP, wir hatten keinen Sex, schon mal gar nicht draußen, und vor allem nicht, weil ich Jungfrau bin. Wir saßen da, ich auf seinem Schoß, Bauch an Bauch und sagten nichts. Manchmal musste ich lachen, ich sagte wenige Wörter und bedauerte in der Sekunde darauf, die Stille unterbrochen zu haben. Irgendwo genoss ich es auch für eine kurze Zeit ihm zu gehören, sich wie seine Freundin zu fühlen. Allerdings quälte mich dann doch wieder der Gedanke "Er nutzt dich gerade aus, du bist nicht seine Freundin. Er will f*cken, rumlecken, das war's. WACH AUF!" und das teilte ich ihm mit.
Leider weiß er genau, wie ich ticke, und antwortete geschickt: "Du bist meine aller-aller-beste Freundin, ich würde alles für dich tun. Und ich nutze dich nicht aus."
Wie gutgläubig ich doch bin. Nun denn, wir küssten uns nicht, denn eine Eigenschaft, die mich ausmacht, ist wohl die Vernunft. Und wenige Minuten später klingelte auch schon mein Handy, wir wurden vermisst. Aus die Maus! So war das an dem Abend und so wird es wahrscheinlich noch tausende Male sein, weil ich ihn einfach zu gut kenne und er mich.
Wie kann ich seinem Zauber entkommen? Bin ich wirklich so blöd? Ich glaube, ich sollte mich einfach mit unserer guten Freundschaft zufrieden geben. Außerdem: Ich mag seine Freundin, ja, wirklich! Pah, und das macht das alles nicht einfacher.
Ah - wenn man vom Teufel spricht, Nachricht von ihm bei ICQ.
Ich muss langsam den Schlusspunkt finden für heute, werde aber weiterhin von meinem Kampf zwischen Vernunft und GIER nach ihm berichten.
Und hier ist er, der Schlusspunkt: .