Einhornkotze

08.11.2017 um 17:31 Uhr

Achten auf die Selbstachtung

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Ich habe heute einen durchaus blöden Artikel gelesen, in der online Version von Barbara (mein Gott, dass ich diesen Satz jemals schreiben würde...). Der Artikel hieß irgendetwas mit "Lass deine innere Türkin raus" oder so. Im Prinzip ging es aber in diesem Artikel um Selbstachtung.
Letzten Sonntag sprach ich mit einem Borderline über Selbstachtung und wie wichtig diese doch sei. Ich nickte brav und stimmte zu.
Und dann liest man einen bescheuerten Artikel, in einem Klatschblatt und es fällt auf: Ja, ist wichtig, hab ich nur nicht.
Da ich ja ein Freund von denk- und merkwürdigen Wörtern und Sätzen bin, nehme ich das Wort Selbstachtung mal auseinander bzw. bringe die 2 einzelnen Wörter mal in Beziehung zueinander.
Selbst- ist ja klar. Das kommt vom allgemeinen Sein und bezieht sich auf eine eigene Person selbst, was ich mal als ganz bewerten würde. Sprich: Es bezieht sich auf die eigene ganze Person.
Achtung -kann als Warnung verstanden werden oder auch als etwas in acht nehmen, sprich etwas beschützen wollen.
Beides Wörter deren Bedeutung schon alleine gut klingeln und zusammen nahezu fantastisch. Selbstachtung ist also meines erachtens nach, "das Achten/schützen wollen der ganzen eigenen Person".
Könnte man so in den Duden drucken oder mir auf die Tapete. Da würde es vermutlich noch eher einen Sinn ergeben. Im Urlaub machen bin ich definitv nicht gut.
Ich verwechsel immer mir selbst etwas gutes tun mit mich selbst vollkommen gehen lassen und vernachlässigen.
Hört sich doof an? Glaubt mir, ist es auch. Ein paar Besipiele, damit das Ganze klarer wird?
a) Ich will mich entspannen und ausruhen im Urlaub. Im Umkehrschluss schaffe ich es nicht aus dem Bett aufzustehen und mich anzuziehen.
b) Erholen. Am besten mal nichts tun, die Seele baumeln lassen. Was ich hätte tun müssen ist: Sport! Das hilft enorm bei Depressionen und gegen eine Wampe. Ich war einmal schwimmen.
Von meinen Essgewohnheiten und Raucherpausen mal ganz zu schweigen.
Das voreilige Fazit meines Urlaubes: Ich hoffe, ich habe daraus gelernt...

07.11.2017 um 12:55 Uhr

"Best of" Sätze meiner Kindheit

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Gestern Abend konnte ich mal wieder nicht einschlafen, da ich mich in Selbstmitleid und Einsamkeit gesuhlt habe...
Um mich also abzulenken und um über das lange Telefonat (6 Minuten! Wuhuuu!) mit meinem Vater nachzudenken und dieses zu interpretieren, habe ich über die häufigsten Sätze meiner Kindheit nachgedacht.
Hier also mal eine Auswahl. Die Sätze sind nicht nach Häufigkeit geordnet...

"Da trifft dich der Blitz beim kacken!" --> Mich hat tatsächlich nie der Blitz beim kacken getroffen. Es sollte wohl eine Ermahnung sein, etwas zu unterlassen. ich würde also ganz klar sagen, mein Vater hat keine höhere Befehlsgewalt über Petrus...

"Solange du die Füße unter meinem Tisch hast..." --> Ein Klassiker. Er hat im übrigen immer noch den gleichen Esstisch.

"Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit!" --> Ein Spruch meines Patenonkels. Mein Vater war nie beim Bund. Als Flucht hat er damals einfach geheiratet und sich direkt danach wieder scheiden lassen. Meine Mutter ist also seine zweite Frau. Der Spruch hat mich nachhaltig geprägt und selbst pünktlich sein, ist für mich zu spät kommen.

"Sieh zu, dass du Land gewinnst!" --> Wenn es darum ginge, wäre ich jetzt ein Scheich...

"Du bist wirklich dumm! Du hast den IQ von 3 und ab 2 kann eine Pflanze wachsen" --> Pflanzen können immerhin Photosynthese

"Der zweite Schlag ist Leichenschändung!" --> Mein Vater, !wenn er aggressiv war und gerne jemanden schlagen wollte. Dieser jemand aber offensichtlich unter seiner Würde war.

"Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!" --> Da habe ich manchmal Kämpfe ausgesessen, weil ich entweder etwas nicht mochte oder nicht aufessen wollte.

"Was in der Familie passiert, bleibt in der Familie. Das geht niemanden etwas an!" --> Mein Vater nachdem er uns mal wieder gezüchtigt hatte. Dieser Spruch kam so ziemlich jedes Mal. Sorry Papa, das Tabu habe ich wohl gebrochen!

"...Dann hat dein Arsch/Ärschlein, aber Hochzeit/Kirmes/..." --> Androhung von Prügel.

Ich niese. Mein Vater: "Schönheit! Gesund wirste ja von alleine!" --> Hört sich vielleicht lustig an, tut aber trotzdem weh.

Mir würden bestimmt noch einige weitere Sprüche einfallen, aber ich denke, die reichen auch schon...

04.11.2017 um 15:20 Uhr

Beziehungstipps

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Ich weiß immer nicht so genau, warum die Leute ausgerechnet mich um Beziehungstipps bitten. Das ist in etwa so, als würde man jemanden der farbenblind ist bitten, einem die Wohnung neu zu streichen. Empfinde ich jetzt nicht unbedingt als die beste Idee.
Ich kann zwar auf einige Beziehungen zurückblicken, aber ich wurde in meinen Beziehungen psychisch und physisch misshandelt. Also glücklich sieht anders aus. Zudem habe ich ja nun schon seit über einem Jahr gar keine Beziehung mehr.
Sei es wie es sei. Ich versuche natürlich trotzdem ein bisschen zu helfen und kann aber dabei immer nur davon ausgehen, was ich mir gewünscht hätte. Natürlich kann ich mich relativ gut in andere hineinversetzen, aber trotzdem macht mich das nicht zu einem Experten.
Sind wir mal ehrlich, ich bin irre. Also grundsätzlich nicht gerade die sicherste Quelle für Lebensratschläge oder Beziehungstipps.
Ich fange gerade einmal an, zu lernen mich auch im Urlaub zu entspannen. Mein Leben auf die Reihe zu bekommen läuft zumindest langsam an.
Mein ganzes vorheriges Leben macht mich höchstens zum Experten darin, wie es nicht bzw. unter gar keinen Umständen laufen sollte. Also, falls da mal einer einen Rat braucht... Ich steh zur Verfügung!
Was mich aber sehr zum Nachdenken bewegt hat, war die Aussage meine Freundes, warum man denn eigentlich Sachen die man gerne macht viel zu wenig tut und warum das Glück so verdammt zerbrechlich ist?!
Eigentlich ein einfacher Rat, einfach mehr das tun was einem Spaß macht und doch empfinde ich es manchmals als wahnsinnig schwer umzusetzen. Dann kommt Alltag oder Realität oder die Krankheit dazwischen und zack! hat man schon wieder den Tag mit Nonsens gefühlt.
Ich denke, Glück ist nur dann zerbrechlich, wenn man es als Zustand von etwas betrachtet. Für mich ist Glück mehr ein Gefühl, ein Moment. Es ist schön, wenn es da ist aber es ist nunmal nicht 24/7 da. Ich denke, viel wichtiger ist die Zufriedenheit grunsätzlich.
Das Glück ist einfach nur die Kirsche auf der Sahne...

02.11.2017 um 10:50 Uhr

Merkwürdige Wörter, merkwürdige Welt

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Gestern schrieb ich mit einer Bekannten. Wir hatten schon ewig nichts mehr voneinander und umso mehr freut man sich ja dann, über einen kurzen Austausch.
Ich erzählte ihr also voller Enthusiasmus und Vorfreude, dass ich nächstes Jahr anfangen würde nebenberuflich zu studieren. Nach einigem Hin und Her, sagte sie auf einmal, dass ich das schaffen würde weil ich ja so ehrgeizig sei. Das Gespräch war danach gelaufen, weil ich erstmal über dieses Wort nachdenken musste.
Ehrgeizig. Auch so ein Wort, was ich nicht verstehe. Klar, verstehe ich was es bedeuten soll und trotzdem ergibt es für mich so überhaupt keinen Sinn. Nehmen wir das Wort doch mal auseinander. Ehr, so nehme ich an, kommt von Ehre. Also etwas sehr großem, wenn man einigen Menschen glauben kann. Was aber ja eigentlich auch nur ein großes Wort für nichts ist. Für mich gibt es diesen Ehrbegriff eigentlich nicht. Im meisten Falle, verwechseln die Leute nämlich Ehre mit Ego und schon nimmt das Drama seinen Lauf.
Aber, weiter im Wortsalat. Also Ehre ist schonmal Pustekuchen. Setzt man es mit Ego gleich, ist es auch nicht schöner.
Geizig klar kommt vom Geiz. Also jemand der ungern Geld oder andere Güter ausgibt. Knickerig und knauserig sind auch noch Synonyme dafür.
Setzt man also jetzt wieder Ehrgeizig zusammen, heißt das ja im Umkehrschluss und wenn man es wortgenau nimmt, dass jemand mit seiner Ehre geizt. Und das ergibt keinen Sinn. Über solche Sachen kann ich mir im übrigen stundenlang Gedanken machen.
Aber kommen wir auf die übertragene Bedeutung zurück. Ich würde mich nie als ehrgeizig bezeichnen. Früher sicherlich sehr perfektionistisch und ich habe eine große Anspruchshaltung an mich selbst, aber ehrgeizig? Hmm, nö.
Ich habe gemerkt, dass ich mittlerweile einfach wieder Spaß am Lernen habe und nicht im Schichtdienst alt werden möchte. Ich will mich weiter entwickeln und Kindern bzw. Jugendlichen so gut es geht helfen. Das war's. Hat für mich wenig mit dem Wort Ehrgeiz zu tun...

30.10.2017 um 21:46 Uhr

Backe, backe Kuchen

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Ich liebe backen und kochen! Allerdings habe ich ein großes Manko: Ich muss ständig etwas neues ausprobieren. Gerade, wenn Besuch kommt.
Morgen werde ich 28. Leiden lässt alt aussehen. Trotzdem habe ich dies zum Anlass genommen, um mich meiner Backleidenschaft hinzugeben und neue Rezepte auszuprobieren.
Ich bin gespannt. In der Küche bin ich der totale Chaot und mir passieren am laufenden band irgendwelche Pannen. Trotzdem konnte man meistens das Endergebnisse essen...
Ich bin ein bisschen traurig. Es liegt nicht daran, dass ich älter werde. Das ist vollkommen in Ordnung und hat ja auch seine Berechtigung. Jedes Jahr lerne ich mehr hinzu und entwickle mich weiter. Falten und graue Haare würden mir auch nichts ausmachen, dass ist einfach nur ein weiteres Zeichen von Reife.
Trotzdem bin ich traurig oder vielmehr ein Innenkind von mir ist traurig. Ich vermisse meine Schwester! Auch wenn wir früher nicht viel miteinander zu tun hatten, verfolgt mich eine Szene sehr. Es war Ostern und unser Vater hatte für uns eine Art Rätsel quer durch die Ländereien gelegt, was ziemlich cool war. Am Ende führte uns die Schnitzeljagd wieder auf unser gemeinsames Zimmer und dort stand für meine Schwester und mich eine neue Stereoanlage. Ich weiß noch, dass wir die Musik ganz laut aufgedreht haben und uns an den Händen gefasst und durch das Zimmer gewirbelt sind. Solche Momente waren selten, aber es gab sie.
Solche Momente und meine Schwester vermisse ich gerade sehr.
Apropos Schnitzeljagd. Das ist ja so ein traditionelles Kindergeburtstagsspiel. Auch wir haben das gemacht und entweder hat meine Mutter die Schnitzeljagden ausgelegt oder mein Patenonkel. Ich erinnere mich an Sonnenschein und Kinderlachen und daran wie mein Vater meinen damals besten Freund auf eine Hecke gesetzt hat...
Ziemlich nostalgisch alles. Und dabei werde ich morgen bloß ein Jahr älter!