Einhornkotze

25.09.2017 um 11:54 Uhr

Gedankenkarussel

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Es gibt doch nichts schöneres, als ein sich immer schneller drehendes Gedankenkarussel - huuuiiii... Es sei denn natürlich, man dreht gefühlt die 3000 Runde und eigentlich möchte man aussteigen, weil einem schon schlecht ist...
Die 1. Woche Arbeit habe ich schon wieder hinter mich gebracht! Die Schüler haben sich alle mega gefreut, dass ich wieder da bin. Trotz neuer Kollegin ist es auch im Team sehr nett, wobei ich nicht so herzlich aufgenommen wurde, wie nach meinem letzten Ausfall. Obwohl ich ja eigentlich vom laufenden Betrieb nur zweieinhalb Wochen gefehlt habe. Na ja.
Dienstag hatte ich dann einen Gesprächstermin mit meinem direkten Vorgesetzten. Ob ich denn schon einschätzen könne, wie mein Krankheitsverlauf aussehen wird? Bin ich Jesus?! Keine Ahnung! Habe ich natürlich nicht geantwortet, hätte ich aber gern. Habe ihn dann nur darüber aufgeklärt, dass man das im allgemeinen nicht abschätzen könne und ich das auf mich zu kommen lassen müsste. Dann habe ich natürlich noch 25 Urlaubstage. Huch! Wo kommen die denn her und was machen wir mit denen? Alle nehmen ist ja quasi unmöglich, weil ich ja nur in den Ferien und dann auch nur in den ersten Wochen jeweils Urlaub nehmen kann. Man wolle mir aber entgegen kommen und mir eine Woche vor den Herbstferien genehmigen und dann auch noch die 2. Woche. Wie edel! Den Rest allerdings müsste ich ausgezahlt bekommen, da es UNMÖGLICH ist, den Urlaub mit ins neue Jahr hinüber zu nehmen. Soll mir ja auch recht sein, wobei ich das auch anders kenne, aber na ja....
Das schwierigste Part des Gespräches stand dann mir zu, wobei ich diesen Part gar nicht als so schwierig eingestuft habe. Immerhin ist man doch eigentlich sehr um seine Mitarbeiter bemüht und auch eigentlich sehr entgegenkommend. Ich habe nämlich meinem Chef erzählt, dass ich gerne ab nächstem Jahr dann nebenher studieren wolle. Eigentlich fand er die Idee gut, denn irgendwann habe er ja dasselbe vor. Weniger begeistert war er allerdings von der Aussicht, dass ich dann 2 Abende die Woche jeweils von 18.00 bis 21.15 Uhr Uni hätte. Das sei ja so schwierig und dann auch noch 2 Abende. Das müsste er erstmal mit der obersten Chefin abklären. Kann ich ja verstehen, aber was genau ist daran schwierig? Ich bin doch im Schichtdienst und wir sind gut besetzt. Die letzte Frage von ihm, war dann was ich machen würde, wenn das nicht klappen würde? Ob ich dann kündigen würde? Geantwortet, habe ich nein. Ich würde mir dann einfach ein anderes Studiensystem raussuchen. War wohl nicht meine klügste Antwort! Denn eigentlich möchte ich das nicht. Bei einem Fernstudium habe ich nämlich keinerlei Wahlmöglichkeiten bzgl. der Themen. Aber was dann? Was, wenn das tatsächlich nicht so klappt, wie ich das gerne hätte?
Zum kotzen, ehrlich

12.09.2017 um 19:46 Uhr

Online Datinge oder auch: Was zur Hölle mache ich da eigentlich?!

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Ich habe mal wieder, kaum in der Realität angekommen, mich beim Online Dating wieder eingeloggt. Nachdem ich jetzt schon mit einigen Männern geschrieben habe, stelle ich mir die große Frage, warum genau ich mir das eigentlich antue...
Ja natürlich hätte ich schon gerne einen Partner, aber unbedingt auf diesem Wege? ich weiß ja nicht.
Ich meine, wenn ich ganz ehrlich wäre, müsste ich ja direkt angeben, dass ich etwas "besonderes" bin. Immerhin bin ich ja nicht wirklich leicht zu händeln und auch gerade was positive Beziehungen und vor allem auch positive Sexualität angeht ja nun definitv unerfahren.
Das was ich suche bzw. mir wünsche ist vermutlich auch eh total utopisch. Ich meine, welcher stabile Mann unter 40, sucht eine Frau die so ist wie ich?? Also, ich habe bis jetzt noch keinen gefunden. Weder im Internet noch draußen in der Welt. Und jedesmal wenn mich irgendwelche Spacken (verzeiht den Ausdruck) anschreiben, bekomme ich innerlich eine mittelschwere Krise.
Ich meine, würde das ganze ehrlich ablaufen müsste ich in mein persönliches Statement schreiben, dass ich chronisch depressiv bin unter posttraumatischer Belastungsstörung leide und viele innere Kinder habe, die sehr gerne einfach Kinder sind und total begeistert von allem was glitzert, blinkt und Unsinn. Desweiteren müsste dann darein, dass ich keinen Helden brauche, der mich errettet, sondern jemanden der stabil ist und mich (aus-)hält. Oh ja und irre dürfte er natürlich auch nicht sein. Ich brauche ja niemanden mit dem ich Pillen tauschen kann, sondern jemanden der mal hin und wieder mit der Realität winkt. 
Gar nicht so einfach, zumal es auf so ehrliche Beschreibungen hin eh keine Sau melden würde, die keinen Helferkomplex oder aber selbst irgendeine psyische Störung hat, egl ob diagnostiziert oder nicht.
Merkt man, dass ich so langsam verzweifelt bin? Die letzte Beziehung ist jetzt schon über ein Jahr her und mittlerweile würde ich mir wirklich jemanden wünschen, der da ist und mich so akzeptiert wie ich bin.
Beim letzten Anwärter auf diesen Posten, war ich zu langsam bzw. nicht offensiv genug, wie mir scheint. Und zack! hat er jetzt eine Freundin und ich hocke immer noch hier und führe Gespräche mit meinen Wellensittichen.

08.09.2017 um 13:46 Uhr

Back to live, back to reality...

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Ich bin wieder zurück an meinem Wohnort. Na gut, schon seit einer Woche wieder, aber irgendwie war ich viel zu sehr damit beschäftigt mich zu sortieren, die Wohnung nach zwei monatiger Abwesenheit wieder auf Vordermann zu bringen und Termine zu vereinbaren und Telefonate zu führen...
Ganz schön viel, was liegen bleibt in dieser Zeit. 2 Monate, ist eine lange Zeit. Rückblickend jedoch kamen mir diese 8 Wochen jedoch viel zu kurz vor und so, als wären sie auch viel zu schnell umgegangen.
Ich hatte wirklich vor, diesen Blog auch während meines Aufenthaltes weiterzuführen, aber die Internetverbindung war zum einen echt beschissen und zum anderen war mein Tag viel zu sehr mit anderen Dingen gefüllt gewesen.
In der nächsten Zeit werde ich sicherlich mehr von meinem Aufenthalt erzählen, aber nicht heute. Heute wollte ich nur Bescheid geben, dass ich wieder da bin.
Und für alle Überneugierigen, hier im Schnelldurchlauf einige Fragen und meine Antworten darauf:

Und, geht's dir jetzt besser? Hat es was gebracht?
Ja, zurzeit geht es mir gut. Ob es jetzt allerdings besser ist, wird sich zeigen. Ich weiß nicht, ob es was gebracht hat. Ich konnte auf alle Fälle viel mitnehmen und hoffe, dies in Krisenzeiten einsetzen zu können.

Hast du dich gut erholt?
Nein, verdammt! Das war KEIN Wellnessurlaub und es gab weder einen Strand noch Cocktails. Tatsächlich war es wirklich harte Arbeit und viele haben die Therapie vorzeitig abgebrochen, weil es zwischendurch einfach nur krass war.

Und, wie geht's jetzt weiter?
Tatsächlich habe ich mich erstmal bis zum 17.9 weiter krankschreiben lassen. Ich muss erstmal im Alltag wieder ankommen und natürlich noch einige Termine wahrnehmen. Mein Chef ist darüber "not amused", aber immerhin fehle ich nur zwei Wochen des laufenden Betriebs und kein ganzes Halbjahr. Ansonsten habe ich mich in der letzten Woche viel mit dem Besuch eines Studiums auseinandergesetzt und habe dazu Anfang November einen Beratungstermin. Privat ist es gerade eine ganz andere Frage. Ich weiß es ehrlich gesagt, nicht. Ich weiß nur, dass ich MEHR möchte.

Weitere Fragen dürfen natürlich gestellt werden :)

08.07.2017 um 10:38 Uhr

Nägel mit Köpfen!

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Warum heißt das Sprichwort eigentlich Nägel mit Köpfen machen? Egal, beschreibt es doch ganz gut, was ich sagen möchte:
Ich gehe ab Montag auf die Traumastation! Es ist jetzt quasi amtlich. Immerhin wollte ich diesen Schritt irgendwann mal gehen und ich denke, dafür gibt's keinen perfekten Zeitpunkt. Monster bleiben immer Monster und all die Dinge aufzuarbeiten, ist wichtig.
Also, denke ich bzw. habe ich mal gedacht. Meine Ängste und Unsicherheiten sind immer noch immens und die leise Stimme in meinem Kopf, singt mich mit Schreckgespensten in den Schlaf.
Die wichtigsten Dinge habe ich allerdings schon erledigt: Die Vögel werden am Samstag abgeholt und verbleiben über meinen Aufenthalt bei meiner Mutter. Blumen und Post werden von meiner Nachbarin versorgt und die kleine Meerjungfrau fährt mich am Montag früh zur Klinik. Als Gegenleistung darf sie den Maxi (mein Auto) über meinen kompletten Aufenthalt nutzen. So weiß ich, dass er in guten Händen ist und auch mal zwischendurch bewegt wird.
Jetzt gilt es "nur" noch zu waschen, packen und sich von den Wellensittichen zu verabschieden.
Waschen und packen erledige ich quasi im Schlaf. Immerhin habe ich mindestens einmal die Woche Nachtdienst und war auf Ferienfreizeiten mit. Außerdem habe ich nicht so viele Klamotten. Zum Glück kann man da auch waschen.
Der Abschied von meinen zwei Herren wird jedoch echt schwer für mich. Immerhin sehe ich sie jetzt auf unbestimmte Zeit nicht mehr, auch wenn ich weiß, dass sie bei meiner Mutter gut aufgehoben sind. Trotzdem bleibt ein nagendes Gefühl. Außerdem reist am Sonntag die geballte Erziehungskompetenz (Mutter UND Vater) an, um die beiden abzuholen. Meinen Vater plagt wohl doch das schlechte Gewissen...
Ein großes Problem ist die Zeit, wie sooft. Donnerstag Nachtdienst, gestern vollkommen fertig aus der Nacht gekommen und heute auch noch Dienst von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Da kommt Freude auf!
Egal, weniger Zeit zum denken. Ist vielleicht auch besser so...

05.07.2017 um 19:29 Uhr

Erdbeermarmelade

von: Ai_ne   Stichwörter: Depression

Heute mal einen verrückten Titel, für einen na ja... verrückten Post. Ich mag Erdbeermarmelade, vor allem wenn sie aus frischen, reifen Erdbeeren ist und von meiner Mutter eingekocht wurde. Dies hat jetzt allerdings herzlich wenig mit dem übrigen Post zu tun. Nur mal so, by the way quasi.
Ich weiß nämlich gerade nicht so wirklich, wo ich anfangen sollte. Denn wie immer passiert bei mir immer alles auf einmal und das Leben überrollt mich. Vielleicht gehen wir chronologisch vor.

I Ich habe es eigentlich tatsächlich recht zuverlässig geschafft, mich während der Woche nicht ins Bett zu legen. Dafür dann aber auf einmal viele andere Dinge: ich war im Fitnessstudio (gefühlt das erste Mal seit 1000 Jahren wieder), habe meine Wohnung geputzt und aufgeräumt, Serien geschaut, gelesen, Freunde getroffen, ... Kurzum es hat trotz einiger Komplikationen gut geklappt und ich konnte die Zeit für mich sinnvoll nutzen und mich sogar entspannen!
Wenn das nur auch so weitergehen könnte. Denn just in dieser Woche kam wieder der Einbruch bzw. Rückfall und das sogar schon an 2 Tagen - wohlgemerkt wir haben erst Mittwoch! Gefühlt bin ich jetzt schon ein Wrack!

II Die Sache mit meinem Körper und der Übung ist wieder eine ganz andere Sache. Das habe ich einmal geschafft und es war mir so unangenehm! Ich habe mich in Unterwäsche betrachtet und innerhalb von 2 Minuten so viele Defizite und eklige Sachen gefunden - sehr uncool.

III Therapie diese Woche: Meine Therapeutin meinte zu mir, dass wir noch einmal eine Verlängerung beantragen können und dass danach Ende sei, weil man eine nochmalige Verlängerung wohl kaum bewilligt bekommen würde. Ich solle mir doch überlegen, wie ich das Ganze bis zur Aufenthalt auf der Traumastation strecken mag und ob wir aussetzen sollten, um danach noch einige Termine zu haben, aber vielleicht würde ich die danach ja nicht mehr brauchen. Ich war schockiert! Klar, ist Therapie eine endliche Sache. Das war mir auch schon vorher klar, aber nicht dass das Ganze jetzt dann doch schon so schnell enden soll. Ich meine, wir machen doch gerade erst kleine Fortschritte und eigentlich hänge ich doch so an ihr. Was soll ich denn machen? Ich bin ja immer noch irre! Solcher Art waren dann gestern meine Gedanken und dementsprechend mies drauf, war ich. Und dann stand da mein Bett und lächelte und eine innere Stimme flüsterte mir: "Danach geht's dir besser. Nur eine Weile vergessen." Weiteres brauch ich ja wohl nicht zu sagen.

IV Der Tag heute. Ich war ganz normal arbeiten und mit meiner Schülerin in der Stadt unterwegs. Irgendwann gegen Mittag läutet dann mein Handy und voller Unschuld gehe ich ran und dann WHAM! DIE Klinik, mit DER Traumastation. Sie hätten jetzt kurzfristig einen Platz frei und ob ich nicht am Montag aufgenommen werden könne. Komplette Verwirrung. Unter Vorbehalt zugesagt und morgen noch einmal genaueres Absprechen. Renne seitdem panisch im Kreis und telefoniere meine Familie und Freunde ab. Erstelle To-Do-Listen und packe gedanklich schon. Im Hinterkopf während ich einerseits Dinge erledige oder panisch im Kreis rennen, wieder eine sehr leise Stimme. "Willst du das wirklich? Es wird dir wehtun und du wirst alles noch einmal durchmachen müssen. Du hast da kein eigenes Zimmer. Alles wird wieder hochkommen und wenn du einfach zu irre bist? Vielleicht geht es dir danach gar nicht besser. Vielleicht bist du zu schwach. mach einfach weiter wie bisher. Dann studierst du eben nicht. Es gibt keine Garantie für dich. DU. BIST. IRRE!"
Ich mag die Stimme nicht, weil es meine eigenen Zweifel sind, die mich da plagen. Ich habe Angst, wahnsinnig große Angst. Und ich kann sie keinem erklären. Und ich weiß einfach nicht, ob ich diesen Schritt wirklich gehen soll und ob es etwas hilft. Ich hasse mich und diese Gedanken, aber es ändert halt nichts. Am liebsten würde ich mir die Decke über den Kopf ziehen und mich einfach nicht mehr rühren. Vielleicht war mein ganzes, bisheriges Leben ja nur ein Traum? Und morgen wache ich auf und es ist alles... gut. Bis jetzt habe ich dem Bett allerdings tapfer widerstanden.

V Kurzes Telefonat mit meiner Schwester, bezüglich der Klinik. Sie hat jetzt auch einen Psychoarzt gefunden und mit dem hatte sie schon eine Sitzung. Da offenbart sie mir gerade, dass sie sich gar nicht erinnern kann, ob ich als Kind geschlagen wurde. Ich bin verwirrt, weil ich jeden Schlag den sie bekam, spürte als hätte er mich getroffen und sie sooft versucht habe, vor Strafe zu retten. Und sie hat es nicht mitbekommen?! Ich versteh es nicht, mein Kopf ist zu voll...