Musik: Beach House- Better times
Ich wollte eigentlich nach Hause,
Feierabend,
heute mal keine Mail an Sie,
kein zufälliges oder gewolltes Überdenweglaufen,
der Herr Elb will sich ja nicht aufdrängen,
nicht wahr?
Als ich grade im Parkhaus ankam,
um meinen Krempel im Japaner zu verstauen
und loszudüsen,
lief mir wer über den Weg?
Sie.
Ich: "Hey, sag bloss wir beide machen mal pünktlich Feierabend."
Sie: "Jaaa, was für ein Tag. Mein Bett ruft."
Ich: "Du siehst in der Tat müde aus. Wie wars heut bei Dir?"
Sie.
Holt Luft.
Will anfangen etwas zu erzählen.
Sie bemerkt das wir im Parkhaus sind.
Sie merkt dann
(wahrscheinlich, Vermutung meinerseits):
'Immer hier,
Parkhaus, Cafeteria,
Büro oder beim Sport,
immer,
das geht so nicht.
Nein.'
Und sagt dann:
"Lass uns doch rüber in die schöne Bar,
von der Du mir erzählt hast,
was trinken gehen."
Gesagt, getan.
Was soll ich sagen?
Es ist ein Genuss einen
so humorvollen,
(selbst-)kritischen,
aufmerksamen,
verständigen
Redepartner zu haben.
Die Zeit verflog,
wir redeten über
Zwischenmenschliches,
Vergangenes,
Enttäuschendes,
über unsere Schwächen und
humorvoll anekdotisches aus unserer Jugend.
Und lachten.
Ich glaube sie genoss das redlich,
genau wie ich.
Wir analysierten die aufmerksame Kellnerin,
die immer wieder ihre Runden drehte
(Aschenbecher leer, Gläser voll?),
stellten fest das unaufmerksame Kellnerin Nummer 2
zu nix zu gebrauchen war,
und das auch der DJ,
der die Gäste mit Lounge-Musik verwöhnen sollte,
sich durch seinen
Feldschlösschen- und
Telefon-Konsum,
ebenso disqualifizierte,
das die roten Sitzmöbel in der Mitte des Raumes
nicht zum gold-braunen Grundton,
der restlichen Ausstattung passte,
das eine 4 Meter hohe Tür,
in der Tat,
recht hoch ist...
Markant für mich,
war aber folgender Satz:
"Mir fiel letztens auf,
das Du schon ganz schön viel von mir weisst.
Ich bin da extrem vorsichtig geworden...
Aber irgendwie stört mich das bei Dir nicht."
Ein extrem disziplinierter mir Gegenüber,
mit einer schier unüberwindbaren Stärke
und Aura,
der sich vornahm,
niemanden mehr an sich ranzulassen,
aus Angst vor Enttäuschung,
sagt sich:
"Warum eigentlich nicht?"
Das erinnerte mich ein stückweit
an mich.
Und machte mich froh
und liess mich lächeln.
Ja.
Ich scheine ihren Panzer durchbrochen zu haben,
und sie den meinen.
Und das ist gut so.
Es fühlt sich gut an.
Mir kamen in diesem Moment wieder die
grandiosen Beach House in den Sinn
die da meinten:
"We don't need a sign to know better times..."
Und in der Tat,
braucht es keine Zeichen,
für bessere Zeiten...
.
.
Und ein Schlitzohr ist sie auch noch,
war die Rechnung
doch schon bezahlt
als wir gingen...
Keine Chance für den Gentleman.
Unglaublich!
Na warte! ;)