Das Leben der jungen J

31.03.2010 um 16:12 Uhr

Jetzt ist es sicher: Kunstwerke machen kreativ

von: VomFeuerkind   Kategorie: Gedankengänge

Stimmung: überrascht

Ich habe gerade einen Artikel entdeckt, bei dem propagiert wird, dass Kunstwerke an den Arbeitswänden dazu führen, dass man kreativere Arbeit leisten kann. Ich finde diesen Gedanken geradezu niedlich. Da könnte man auch behaupten, dass ein roter Lippenstift zu Sex führt, man durch schöne Sitzbezüge besser Autofahren kann und die Storchpopulation mit der Geburtenrate zusammenhängt.

Ich halte viel davon, eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Wenn sich jemand auf der Arbeit wohlfühlt, geht derjenige auch gern hin. Und wenn derjenige gern auf der Arbeit ist, sind die Leistungen auch besser und die Ergebnisse kreativer. Und das ist toll fürs Unternehmen. Bilder, Pflanzen oder eben auch Möbel etc. unterstützen das natürlich. Allerdings ist Ambiente nur ein kleiner Teil.

Viel Wohlfühlatmosphäre kommt durch den Umgang, der miteinander gepflegt wird. Ob man Stress mit einem Kollegen hat oder ob man gern auch mal ein Pläuschchen hält. Kaffeeecken sind dabei unglaublich wichtig. Oder ob die Arbeit wahrgenommen und gewertschätzt wird.

In dem Artikel geht es aber nur um Kunstobjekte. Die Empfehlung lautet, man soll Kunstwerke aufhängen und dann werden die Mitarbeiter automatisch kreativ. Als würde das eine das andere bedingen.

Ich habe 2 Jahre in einem Informatikinstitut im Marketing gearbeitet. Wir hatten öfter Leihgaben von hiesigen Künstlern in den Fluren hängen. Quasi wie eine Art Ausstellung. Das war auch irgendwie nett, weil es schön bunt war. Und einige Ausstellungen waren auch wirklich schön. Dagegen fand ich andere irgendwie.. naja... nicht so toll. Ist halt Geschmacksache.

Es war also nett über einen bunten Flur zu laufen, wenn man irgendwas wollte. Aber nach einer Weile hab ich die Bilder überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Ok, vor einem Bild blieb ich immer bewundernd stehen und bei einem anderen schüttelte ich immer den Kopf. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich durch schöne Bilder kreativer oder durch langweilige weniger kreativ war.

Mir haben immer die geselligen Kaffeepausen geholfen. Aber mehr, weil es dadurch so simpel war Informationen auszutauschen. An der Kaffeemaschine (die nebenbei ein Kaffee Vollautomat war) gingen diese „hast nicht... kannste nicht" Anfragen viel besser. Bilateral sozusagen.

Außerdem hatte das Gebäude einen hammermäßigen überdachten und bepflanzten Innenhof. Total toll. Mit einem kleinen Wasserlauf, einem Teich, ein paar kleine Bäume und schön grün. Da bin ich immer hingegangen, wenn ich meine Ruhe wollte. Wenn ich eine Idee brauchte. Nicht in den 2. Stock um mich vor ein Bild zu setzen.

An sich hätte ich (wenn man dem Artikel glauben schenken würde) die kreativsten zwei Jahre meines Lebens haben müssen. Hatte ich nicht. Weil Ideen dort keinen Raum hatten. Hatte man eine und war sie anders als das, was der Chef sich vorgestellt hatte, wurde sie ignoriert und runter gemacht, ohne  überhaupt in Erwägung gezogen zu werden. Wenn so mit Ideen umgegangen wird, hatte ich jedenfalls freiwillig irgendwann keine mehr.

[Für alle die jetzt denken, dass unsere Steuergelder für Innenhöfe, Kunstobjekte und Kaffeemaschinen drauf gehen, keine Sorge! Das Institut hat viel Forschungstransfer gemacht und daher viel Gelder aus der Wirtschaft angeworben. Die Ausstellungen waren eher ein Gefallen an die Kunsthochschule, das Gebäude gemietet und die Kaffeemaschine konnte gar nicht aus Fördergeldern bezahlt werden. Außerdem kostete jede Tasse 50c. War aber dafür super lecker]

Auch jetzt, wo ich in einem anderen Gebäude sitze, hab ich nicht das Gefühl, dass ich weniger kreativ bin, weil hier keine bunten Bilder hängen oder weil es keinen Innenhof gibt.

Eher im Gegenteil. Ich war noch nie im Leben soo kreativ wie jetzt, einfach weil meine Ideen, kreativen Konzepte und Designs hier angenommen werden. Sowohl in meiner halben Stelle, als auch in meinem eigenen Unternehmen. Deswegen bin ich mit meinem Job auch so glücklich.

Ich halte also die These in dem Artikel für völlig überzogen.

Aber ich stelle das hier gern mal zu Diskussion.

30.03.2010 um 15:22 Uhr

Reden ist Silber....

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Legolas, derAlteMann, Nitida

Stimmung: leicht genervt

Da es von meinem Wochenende kaum etwas spannendes zu berichten gibt, außer meinem Besuch beim Alten Mann und von seinem unsagbaren Glück mit seiner neuen Flamme... (Mein Gott, sie schreiben sich gegenseitig romantische Liebesbekundungen auf Postkarten - und das mit über 50! Irgendwie niedlich, oder?)... komme ich gleich zu einem anderen Thema.

Es gibt wenige Anlässe oder Momente im Jahr bei denen es mir tierisch auf den Keks geht, dass ich Single bin:

  1. Wenn ich viel Stress auf der Arbeit habe, weil ich dann eigentlich mal verwöhnt und betuddelt werden will und mich irgendwie schwach fühle und einfach nur auf den Arm will.
  2. Wenn ich meine Tage bekomme. Da leide ich ein bisschen und will eigentlich auch nur betuddelt und in den Arm genommen werden.
  3. Und wenn Familienfeiern anstehen.

Tja.. und es ist nun so weit. Mein Bio-Papa feiert am 25. April seine Silberhochzeit. Und das ist leider zu kurzfristig, um bis dahin mit einen festen Freund aufzuwarten. Wenigstens bin ich überhaupt eingeladen worden.

Ich hasse es, bei solchen Anlässen allein aufzutauchen. Dann gibt es wieder die ganze Zeit ätzende Fragen, warum ich mit 31 noch nicht verheiratet bin und warum ich noch keine Kinder habe. Und danach kommen die Fragen zu meinem Beruf. Wenn ich schon keine Kinder habe, ist es schließlich unverständlich, warum ich keine reiche Juppi-Tante mit Traum Karriere geworden bin und wann ich nun endlich die dicke Kohle nach Hause bringe.

Das alles muss man an so einem Nachmittag/Abend natürlich nicht einmal ertragen, sondern min. 15x. Ich hasse es. Es nervt mich, mich ständig dafür zu rechtfertigen, dass ich einen Job habe, der mir Spaß (was ich wichtiger finde, als stumpf Kohle zu verdienen) und dass ich keine Lust habe mit dem Erst-Besten Heiopei haufenweise Kinder in die Welt zu setzen. Ich bin beziehungstechnisch nun nicht gerade einfach.

Klar grundsätzlich könnte ich Legolas fragen. Und wenn ich es ganz lieb mache kommt er auch mit. Aber allein bei dem Gedanken wird mir ganz schlecht.

Angenommen, ich würde ihn mitbringen, würde es natürlich nicht reichen Sonntags zu den Festlichkeiten anzureisen. Meine Mutter würde durchdrehen, wenn ich ihn meinem Bio-Papa aber ihr nicht vorstellen würde. Das wiederum bedeutet, dass wir Samstags kommen müssten und in meinem alten Zimmer schlafen müssten. Was meiner Mutter eigentlich hochgradig unangenehm wäre, weil ihr unsere renovierungswürdige Wohnung ohnehin irgendwie peinlich ist. Eigentlich völlig unnötig, weil Legolas auf Antiquitäten steht und er da haufenweise interessante Sachen entdecken würde.

Mir wäre es auch peinlich, weil er so sehen würde, wie ich aufgewachsen bin. Was ich in meiner Jungend gelesen habe und womit ich mich beschäftigt habe. Mein Zimmer hat sich die letzten 20 Jahre überhaupt nicht verändert.... eine 12qm große Zeitkapsel incl. Hochbett und Kletterwand!!!!! *vor Scham im Boden versink* Außerdem sind meine Eltern sehr anstrengend und mein Bio-Papa mit Frau auch. Und die restlichen Verwandten erst...!

Dann wüsste ich nicht, wie ich ihn meiner Verwandtschaft vorstellen würde. Er ist schließlich nicht mein fester Freund. Aber alles andere (nur-Freund; Affäre...) wäre null überzeugend, weil ich sonst eben niemanden mitbringe. Selbst wenn ich es betonen würde, dass wir nicht zusammen sind, würde mir niemand glauben. Das würde zu haufenweise peinlichen Momenten zwischen uns beiden führen und vermutlich unser Verhältnis nicht gerade entspannen.

Dann das Thema mit der Kleidung. Ich würde ihn eigentlich ungern bitten wollen, einen Anzug anzuziehen. Ich mag seinen Kleidungsstil nämlich. Mir wäre es auch egal. Aber die Frau von meinem Bio-Papa hat da aber einen anderen Standard. Außerdem gibt es noch eine kirchliche Zeremonie. Eigentlich will ich mir nicht wochenlang anhören, was für einen ungepflegten Typen ich da angeschleppt habe... Lange Haare, Alternative Kleidung... Man... sie ist so ätzend oberflächlich.

Meine Eltern würden ihn vermutlich sogar mögen. Die sind nicht Oberflächlich. Mein Stiefvater trinkt ein Bier oder Wiskey mit ihm und dann wäre für ihn alles geklärt. Meine Mutter ist da nicht so einfach zu überzeugen. Er müsste sich dem Kreuzverhör stellen. Dagegen ist Boston Legal Kindergarten. Alles was Ziele und Vorstellungen angeht, würde auf den Tisch kommen. Aber selbst wenn, sie ihn am Ende mögen würde, würde Sie mir die Beziehung anfangen auszureden. In den nächsten Wochen hätte ich die ganze Zeit so einen Floh im Ohr, der mir die ganze Zeit etwas von was auch immer für Gründen einreden würde.

Wenn ich jetzt noch etwas nachdenken würde, würden mir bestimmt noch 100 andere Gründe einfallen, warum ich es eigentlich niemanden antun kann, zu einer meiner Familienfeiern mitzukommen. Nur ein derartiger Anlass und der gute Mann hätte einen Kulturschock fürs Leben. Also so was muss man langsam anfangen. Immer Schritt für Schritt. Nicht die ganze Dosis. Am besten fängt man mit den Freunden an, die sind nicht so schwierig. Die ganze Dosis kann man auch nur wem antun, der es aus Liebe über sich ergehen lassen würde.

Ich hab Angst, dass der potentielle Partner sooo geschockt ist, dass er danach Reißaus nimmt. Aber meine Familie gehört nun mal zu mir. Und irgendwie sind sie mir auch wichtig.

Bei Legolas hätte ich an sich wenig Bedenken. Er kann mit sehr vielen Leuten unterschiedlichster Schichten umgehen, ist selbst ausgeglichen uns selbstsicher genug, um sich nicht unwohl zu fühlen, lässt sich nicht in die Ecke drängen und sich von sehr wenig Dingen schocken. Vermutlich müsste ich mir diese ganzen Gedanken bei ihm nicht machen - wären wir ein Paar!

Ich fänd es wirklich mal schön, meine eigene Rückendeckung dabei zu haben. Jemanden mit dem man reden kann, wenn einem die Gespräche über Kinder und diese ganzen anderen langweiligen Themen auf den Keks gehen. Jemanden, der meinen Humor versteht. Jemanden, mit dem man dann hinterher über alles mögliche lästern kann. Legolas ist aber im Moment keine wirkliche Alternative - da er eben nicht mein fester Freund ist. Vielleicht frage ich Nitida.... *fiesgrins* Man hätten wir Spaß....! Aber das gäbe dann Gerede...

Also werde ich auch dieses Mal wieder allein gehen.*seufz*

 

 

Ich hab grad einen paradoxen Gedankengang: Halte ich mich vielleicht selbst davon ab, glücklich zu werden, weil ich mich nicht traue irgendwen meinem familiären Anhang vorzustellen...?

28.03.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 12: Das Finale

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente   Stichwörter: AWL, Leogas, Susi, Strolch, Teddybär

Heute nun noch mal ein weiterer Beitrag über die Sexperimente im letzten Jahr. AWL trat nun nach 6 Wochen wieder in mein Leben. Wir hatten bisher nur zwei Dates , die auch wirklich schön waren, aber danach hatte er sich deutlich zurückgezogen. Klar hatten wir sporadischen Kontakt, aber nur, wenn ich anrief und dann war er irgendwie kühl und distanziert.

Irgendwann hatte ich auch beschlossen, dass ich auf ihn verzichten wollte. Dass er mir egal wäre. Dass ich mich nicht mehr melden würde, weil ich es einfach viel zu demütigend fand ihm derart hinterher zu laufen. Jedes Telefonat mir ihm wurde zu einem Stich ins Herz und tat einfach nur weh.

Natürlich verging kein Tag an den ich nicht an ihn denken musste, vor allem weil mir seine Denkanstöße nicht aus dem Kopf gingen, ich mich in seiner Gegenwart immer wohl gefühlt habe und ich mich dummerweise auf den ersten Blick in ihn verliebt hatte. Außerdem hatten mich diese ganzen Sexgeschichten ziemlich ins Wanken gebracht. Von Stabilität war keine Spur mehr und ich hielt AWL für meinen Retter, der mir diese Stabilität gegeben hätte, hätte ich mich beim zweiten Date mehr geöffnet.

Nach ca. sechs Wochen sah ich ihn nun in dem Forum, in dem wir uns kennengelernt haben, online und ich schrieb ihn an. Ein letzter Versuch, sozusagen. Und er reagierte überraschend. Er freute sich total, wir redeten über die Distanz zwischen uns und die beiden Dates und er fragte nach einem Treffen. Ich wollte es in meinen eigenen vier Wänden haben, weil ich hier einfach lockerer bin. Am Mittwoch, den 28.10.2009 war es so weit und davon möchte ich Euch heute berichten:

 

Er kam er ne Ewigkeit zu spät - Stau... naja... wir wollen es ihm noch mal verzeihen. Die Autobahn ist hier im Umkreis im Moment ein leidiges Thema und ein nicht einschätzbares Wesen.

Der Einstieg war komisch. Wir haben uns einfach zu lange nicht gesprochen. Ich war nervös. Er auch ein wenig. Naja, ich mehr! Weil ich immer noch nicht wusste, was ich wollte. Small Talk... Getränk... Wohnungsführung... So, nun ist meine Wohnung nicht so groß, aber im Schlafzimmer hängen zwei durchaus interessante Bilder. Ein Frauenakt (aus meiner Hand) und eine Vagina, getarnt als Blume (ebenfalls aus meiner Hand). Jedenfalls boten diese beiden Bilder ein wenig Gesprächspotential. Genauso wie die Bücher, die wir beide gelesen haben. Also tranken wir schon mal etwas Wein (die Lasagne war bereits im Ofen), saßen auf meinem Sofa und redeten über Bücher. Das war in dem Fall kein Small-Talk, das war Alibi-Talk... (Gespräche, die einen davon abhalten, die wirklich wichtigen Themen anzusprechen, aber helfen, um sich aufeinander einzugrooven)

Er raucht. Hatte ich völlig vergessen. Die Lasagne war immer noch nicht fertig. Also ging er für eine Zigarette auf den Balkon. Aber bevor er das tat, küsste er mich. Einfach so. Aus heiterem Himmel. Ohne Ankündigung. Es war fast so, wie ich es in meiner Fantasie immer vorgestellt hatte: wirklich schön. Man gut, dass ich immer noch saß, weil mir von dem Kuss ein wenig die Knie weich geworden sind. Ich wartete ein wenig bis die Gänsehaut und der Schwindel etwas abklang und ging ihm auf den Balkon nach.

Beim Essen erzählte ich ihm von den vielen Erfahrungen, die ich in der Zeit, wo wir uns nicht gesehen haben, gemacht hatte und er hörte interessiert zu. Bestimmte Ereignisse, die eine besondere Wirkung auf mich hatten, wie die Kellergeschichte, schmückte ich ein wenig mehr aus, als die anderen. Schließlich wollte ich, dass er versteht wie ich im Bett ticke.

"Willst du noch Lasagne?" fragte ich ihn.

"Nein, ich hätte gern lieber etwas mehr von dir!" antwortete er. Ja.. ne... is klar.. Typisch Mann eben.

"Aber mich kannst du gerade nicht haben. Ich esse noch." meinte ich.  

"Dann warte ich eben, bis du aufgegessen hast!" sagte er.

Ich begann schwach zu werden. Wem wollte ich denn an dieser Stelle noch versuchen zu erklären, dass ich ihn nicht wollte? Dass ich nicht rattenscharf auf ihn war? Mir selbst? Hat jedenfalls nicht funktioniert.

"Was verstehst du eigentlich unter 'wildem Sex'?" fragte ich ihn. Ich wollte nicht schon wieder einen zweiten Marko im Bett haben. Dann lieber gar nicht. Und er hatte mal erwähnt, dass gern wilden Sex hat.

"Zuerstmal gehört eine Frau dazu. Eine die willig ist. Das heißt, dass sie auch Bock auf Sex hat. Und einer der es nicht peinlich ist, dass Wort Schwanz auszusprechen. Und dann wechsle ich gern im Tempo. Ich gebe gern den Ton an, aber ich will dann auch dass sie selbst was macht. Wenn ich sie bspw. auf meinen Schwanz dirigiere will ich auch, dass sie versteht, dass sie ihn jetzt reiten soll..."

Innerlich stöhnte ich auf.. au man, dass wird schwierig. Warum sind Männer immer so unterschiedlich? Wie soll ich denn bitte wissen, wann ich aktiv werden soll?

"...dann mag ich den Wechsel zwischen Mund, Fotze und Arsch..." Moment, hat er gerade das Wort Fotze benutzt? Dieses schmutzige Wort, um meine schöne Vagina zu beschreiben, die in Acryl gebannt in meinem Schlafzimmer hing? Ja, hat er! Na, der traut sich was! Im übrigen war es schon merkwürdig, dass ein Mann mit AWLs-Format sich überhaupt so ausdrückte. Arsch... Schwanz...

Naja.. wie dem auch sei, es klang nicht so als müsste er mich blutig fingern oder mich wie einen Presslufthammer ficken. Ich hatte ja auch schon erwähnt, dass ich das doof fand, dass ich nicht auf Spermaspiele stehe und ihm erklärt wie meine Maso-Seite funktioniert.

Seine Geschichten aus den letzten Wochen kam ein wenig zu kurz. Aber ich hab ja auch den ganzen Wein fast allein getrunken - er musste ja noch fahren. Also war mir bald auch ohne Kuss von AWL schwindelig und das wirkte sich negativ auf meine Fähigkeit aus, vernünftig zuzuhören. Nach dem ich aufgegessen hatte und wir wieder auf dem Sofa saßen, war an Gespräch ohnehin nicht mehr zu denken. Es war ja viel spannender ihn zu küssen. Leidenschaftlich. Willig!

"Bist du eigentlich nur wegen dem Sex hier?" war mein verzweifelter Versuch doch noch zu ner Antwort auf die Frage zu kommen, die mich schon seit Wochen beherrschte.

"Nein. Ich bin hier weil wir beide tolle Gespräche haben und weil ich dich schon lange nicht gesehen habe. Sex wäre nur nettes schmückendes Beiwerk." antwortete er.  Ja, wer soll ihm denn das glauben? Ich war jedenfalls scharf und hatte keine Lust mehr darüber nachzudenken. Das einzige was ich denken konnte war, wie toll er sich überall anfühlt, wie toll er riecht und wie toll er küssen kann.

"Ich würde gern mit dir ins Schlafzimmer gehen!" sagte er. Und weil eine Weile von mir keine Antwort kam, weil sich die Antwort in meinem Kuselkopf einfach nicht einstellen wollte, stand er auf (genau in dem Moment, wo ich plötzlich auch fand, dass es eine brillante Idee wäre) und nahm mich einfach bei der Hand. Jaja... Timing hat der gute Mann wirklich drauf.

Klar, dass man beim Raumwechsel immer erst noch ein/zwei Dinge erledigen muss. Lichtstimmung zaubern, Licht im anderen Raum ausmachen etc... als ich ihm nachkam, wartete er schon auf mich mit nacktem Oberkörper. Ein toller Mann. Und ich konnte die Finger nicht von ihm lassen. Er zog mich im Stehen langsam aus und genoss es sichtlich alles mal anzufassen. Ich auch.

Mir wurden schon wieder die Knie weich. Lag das jetzt etwa immer noch am Wein??? Als er sich selbst die Unterhose auszog, war es irgendwie ein sehr prickelnder Moment. Ich war gespannt, wie er wohl untenrum aussehen würde. Ich schloss die Augen. Genoss es, wie seine Eichel sanft über meinen Bauch strich und mir liefen Schauer den Rücken runter. Immer noch mit geschlossenen Augen fasste ich ihn an. Er war genau richtig groß und sehr hart. Ganz sanft und weich fühlte sich die Oberfläche an. Ich kostete den Moment aus. Ich öffnete die Augen. Seiner war einfach schön. Eigentlich bekam ich sofort Lust ihm einen zu blasen, gab dem aber noch nicht nach. Stattdessen ließ ich mich von ihm aufs Bett ziehen.

Ich ließ mich von meiner Leidenschaft und meiner Geilheit mitreißen und erlebte ziemlich schnell meinen ersten Orgasmus. Dann verwöhnte ich seinen Schwanz. Ich konnte nicht mehr anders. Ich musste ihn unbedingt anlecken.. in den Mund nehmen. "Ja, saug fest dran." meinte er. (Ist gar nicht so leicht, HART zu saugen und dann den Mund auch noch auf und ab zu bewegen, besonders wenn das gute Stück nicht gerade klein ist.)

"Und jetzt mach ihn nass... komm spuck ihn an!" uuaahh... *würg* Er will, dass ich seinen Schwanz anspucke? Und ihn dann einführe? iiihhh! Aber ich tat es trotzdem. Weil er es gesagt hatte. Und ich fands geil. Irgendwie seltsam widerlich, aber wirklich geil.

Eigentlich war alles geil. Er hat es total drauf. Und ich kam. Und kam. Und kam. Dann machte er plötzlich eine Pause, zog seinen Schwanz raus und legte sich neben mich.

"Du sahst aus, als bräuchtest du eine Pause!" sagte er und wieder erwischte er genau den richtigen Moment. Tja.. und wenn genau im richtigen Moment eine Pause gemacht wird, wirkt es bei mir alles so richtig nach. Ich fange an am ganzen Körper zu zittern und konnte die Tränen, die aufstiegen, gerade noch zurückhalten. Jetzt bloß nicht anfangen zu weinen. Ist doch peinlich. Er wartet die Phase geduldig ab, beschmuste mich ein wenig und meinte dann: "Du weißt gerade nicht, was du lieber wollen würdest, ne Runde Kuschelsex oder die Gerte, stimmst?" fragte er mich. "Das weiß ich nie, aber ich hatte schon so lange keinen Kuschelsex mehr." meinte ich. Und das stimmte. Die ganzen Sexperimente hatten alles andere als Kuschelsex beinhaltet und ich sehnte mich so sehr danach.

Was er dann tat überraschte mich total. Er war total langsam beim nächsten Mal. Mit der totalen Intensität. Und sie überwältigte mich. Sämtliche Anspannung, der Frust, die schlechten Erinnerungen der letzten Wochen fielen von mir ab. Es war als hätte er einen Damm aufgebrochen, der alles rausließ, was ich so sorgfälltig dahinter verstaut hatte. Es überkam mich ein Weinkrampf, den ich Minuten zuvor noch runter kämpfen konnte. Er nahm mich in den Arm, küsste meine Tränen weg und hielt mich einfach nur fest.

"Du bist ja doch ne ganz sanfte... !" "Sag ich doch immer!" "Tja... ich kann auch Kuschelsex. Hättest du jetzt nicht gedacht, oder? Der ist zwischendurch total wichtig" Ich nickte nur. Ich genoss es, dass er genau wusste was er tat und ließ mich fallen.

Nach ner Weile sagt er: "Sag: ficken!" "ne.. mach ich nicht. Dass wirkt wie ne Aufforderung und die will ich gerade nicht aussprechen!" "Ich will dich nicht ficken, ich will nur dass du mir nachsprichst. Sag: Ficken!" "Ficken" flüsterte ich. "Sag: Schwanz" "Schwanz" wiederholte ich. "Titten" "Titten" So ging es ne Weile weiter: Fingern, Sex, harten Sex, Fotze (das kam mir fast gar nicht über die Lippen), Arsch, lecken, blasen. Ich wiederholte alles es brav. Nen bißchen komisch fand ich es schon und zwischendurch kicherte ich. "Schwanz spüren" sagte er vor. Ohja.. seinen Schwanz in mir drin spüren...! Tolle Vorstellung. Und schon bekam ich Gänsehaut. Ich schluckte, bevor ich es wiederholte und vor Erregung brach meine Stimme. "Schwanz spüren" säuselte ich. Und als wäre es sein Stichwort gewesen steckte er seinen Schwanz in mich hinein. (ich sags ja.. sein Timing...grandios!) Und wieder jagte ein Orgasmus den anderen.

Bis ich nicht mehr konnte und er mir irgendwann auf Gesicht und Hals spritzte. Und selbst das fand ich geil.

Wir kuschelten noch ein wenig. Es war schön. Ich konnte es mir nicht verkneifen, ich war nach wie vor unsicher, ob er nur wegen dem Sex da war. "Und? verschwindest du jetzt wieder für 6 Wochen?" meinte ich. "Nein!" sagte er. "Kürzer oder länger?" grinzte ich. "Wie war das? Man muss keine Aussage machen, wenn man sich selbst belastet?" grinzte er. Ich fuchtelte ihn gespielt wütend an. Naja.. so viel gespielt war das nun auch nicht. Was soll denn das jetzt schon wieder? Kann er nicht sagen, dass ich sonst für ihn nicht interessant bin? Gemein.

Er musste dann gehen. Er zog sich an und ich brachte ihn zur Tür. "Danke" sagte er. Und nach einer kleinen Pause meinte er: "Für das leckere Essen." und dann grinzte er wieder. Diesmal brauchte ich nicht viel spielen um ihn wütend anzufuchteln. "Soso... das Essen..!" Auch gemein. Und dann verschwand er. Naja.. nicht ohne mir einen wundervollen Kuss zu geben. "Wir hören von einander!" Ich nickte. Klar, würde er von mir hören. Glaubt er ernsthaft, dass ich ihn einfach so kampflos in den Untergrund verschwinden lasse? Den, dessen Gespräche und jetzt auch der Sex unter die Haut gingen? Pa...!

 

So richtig verschwand er nicht. Wir blieben zumindest im Kontakt. Wir hatten zwei Wochen später noch eine Verabredung, die aber nie stattfand. An dem Tag hab ich damals diesen Blog angefangen. Mir ging der Sex ne Weile nicht aus dem Kopf. Der war einfach weltbewegend gewesen. Und er ging mir auch nicht aus dem Kopf.

Ich wollte nicht mehr rumexperimentieren. Ich wollte keinen schlechten Sex mehr haben. Ich wollte nicht mehr mit wechselnden Partnern schlafen. Ich wollte AWL. Am liebsten jede Nacht. Und wenn nicht ihn, dann auch sonst keinen. Also brach ich es mit dem Teddybären ein für alle Mal ab und nahm auch sonst alle anderen Eisen aus dem Feuer. Ich ging nicht mehr zu „Partys" oder in „Clubs". Ich zog mich aus dieser ganzen Swinger-Szene ziemlich zurück. Nur mit Susi und Strolch lief weiter was.

Ich litt darunter, dass AWL nicht so richtig greifbar war und sich auch nicht unbedingt ein Bein ausriss, um mit mir ne Beziehung zu führen. Aber man kann hier ja auch nachlesen wie es mir in der Zeit ging. Die Kurzfassung ist, ich litt wie doof, kam ihm nie wieder so nah und dann brach der Kontakt schließlich völlig ab. Eine Woche bevor ich Legolas kennenlernte. Sicher war das nicht der richtige Weg einen Kerl für sich zu gewinnen - hat ja auch nicht funktioniert. Hätte es auch nicht, egal welchen Weg ich gewählt hätte. Außerdem hat mich damals alles überrannt. Meine Emotionen, meine Bedürfnisse, AWL und die Sexperimente. Aber das ist ja nun Geschichte.

Mit diesem Treffen endeten die Sexperimente letztes Jahr und damit endet auch diese Reihe. Ich weiß, dass ihr sie alle geliebt habt, aber ich kann mir ja nun nicht irgendwas ausdenken. Fröhlich

Nächste Woche schreibe ich noch mal ein Fazit - Versprochen. Außerdem kann es ja durchaus sein, dass irgendwann noch mal etwas spannendes passiert was hier noch reinpasst....

Fröhlich

26.03.2010 um 16:43 Uhr

Es wird Zeit.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Leoglas, AWL

Stimmung: optimistisch

Ich habe beschlossen, dass in der letzten Zeit genügend doofe Sachen passiert sind. Die Reparatur fürs Auto, die verlorenen Schlüssel, die kaputte Festplatte, der Stress mit AWL, mein selbstgemachter Stress mit Legolas. Es reicht. Es wird Zeit, dass mir wieder gute Dinge passieren.

Ich hab das öfter mal, dass ich in einer richtig üblen Krise stecke. Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich keine Ahnung wie ich im März meine Miete bezahlen sollte und wie es weiter gehen würde. Es ging mir beschissen. Wirklich. Und dann kamen die von meiner halben Stelle und retten mich. Aus heiterem Himmel. Einfach weil ich zu richtigen Zeit Kaffee trinken war und dem einen Geschäftsführer mein Leid geklagt habe.

Oder das eine Mal, wo ich ein Praktikum in München hatte und nach zwei Wochen bei meiner Unterkunft rausgeflogen war. Also stand ich von einem Tag auf den anderen auf der Straße und war kurz davor, das Praktikum abzubrechen. Doch ich hatte am Wochenende zuvor meinen persönlichen Engel kennengelernt und er nahm mich einfach so die letzten 6 Wochen bei sich auf. Es war ne wundervolle Zeit.

Meine Freundin sagt immer, es ist egal, wie schlimm es immer aussieht, ich würde immer wieder auf die Füße fallen. Und sie hat Recht. Es ist so. Immer wenn es ganz arg kommt und ich nicht mehr weiter weiß, genau dann kommt Rettung. Aus heiterem Himmel.

Dafür ist jetzt auch mal wieder Zeit. Langsam kann mal wieder Ruhe in der Sorgenkiste einkehren. Und langsam kann man wieder ein größerer Auftrag reinkommen. Diese ganzen Sonderausgaben helfen nicht meine finanzielle Situation zu retten. Außerdem würde ich gern ein anderes Büro mieten. Diese blöde Ukrainerin geht mir so was von auf den Keks.... Das lässt sich schon gar nicht mehr in Worte ausdrücken.

Ich gucke also optimistisch in die Zukunft. Es ist Zeit zum Glücklichsein.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende....

25.03.2010 um 15:14 Uhr

Top 50

Stimmung: Feierlaune

Mir ist gestern zufällig aufgefallen, dass mittlerweile 59 Bloggerinnen und Blogger aus dieser Community mich in ihre Favoriten aufgenommen haben und ich damit in den Top 50 der beliebtesten Blogs angezeigt wurde. (Stand gestern)

Ich nehme das mal zum Anlass, um über das bloggen zu bloggen. Macht man nicht - weiß ich - will ich aber trotzdem. Ich hab es damals angefangen weil ich das mal ausprobieren wollte. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so viel Spaß machen würde. Ich hätte auch nie gedacht, dass es hier so was wie ne Community gibt. Dass sich Leute auch außerhalb treffen und dass es hier heftige Auseinandersetzungen geben kann. Auch wenn man die andere Person nicht wirklich kennt, man bekommt einen Eindruck und findet sie plötzlich irgendwie sympathisch (oder eben nicht). Es macht mir Spaß zu schreiben und bei anderen zu lesen und selbst zu kommentieren, wenn es passt und Kommentare zu bekommen.

Bloggen ist anders als ein privates Tagebuch zu schreiben. Auch wenn ich hier sehr offen über Sex und Emotionen schreibe, manche Geheimnisse oder Geschehnisse behalte selbst ich nur für mich, weil es eben doch öffentlich ist. Oftmals bin ich sehr froh darüber, dass nur bestimmte Leute, aus meinem Umfeld, meinen Blog lesen. Ich glaube ich würde vor Scham versinken, wenn meine Mutter ihn in die Finger bekommen würde oder wenn Legolas lesen würde was für durchgeknallte Gedanken ich in der letzten Zeit hatte. Ich versuche meine Beiträge nicht allzu sehr auf Entertainment auszurichten, sondern eher für mich zu schreiben. Das gelingt mir auch sehr häufig.

Es hat natürlich auch etwas gutes, dass es öffentlich ist: Ihr, meine lieben Leser, reagiert auf das Geschriebene mit Euren Kommentaren. Also bin ich mit meiner guten Laune nicht allein oder bekomme in der Krise noch andere Denkanstöße, die ich sonst in der Form nicht bekommen würde. Manchmal fallen sie ehrlicher aus, als wenn wir voreinander stehen würden. Was manchmal nicht einfach ist, aber was ich auch nicht missen wollen würde. 

Dinge in weiß auf schwarz hier beschrieben zu sehen ist auch manchmal merkwürdig. Schreiben war immer schon ein Weg für mich, Dinge klarer zu sehen, aber hier ist es noch ein wenig extremer. Ich muss mich manchmal ganz schön zusammenreißen, um Gedankengänge so klar im Kopf zu haben, dass ich sie beschreiben kann und dass mir andere auch folgen können. Ich lese auch gern in meinem eigenen Blog, dadurch werden mir plötzlich Zusammenhänge oder Muster klar, die ich sonst nicht gesehen habe. Wie bei einem Denkarium aus H*arry P*otter.

Jedenfalls macht es mir Spaß. Mittlerweile sind 90 Beiträge entstanden, die von täglichen Anekdoten über Frust und Lust mit den Männern bis hin zu fast psychologischen Gedanken reichen. Meine Beiträge sind meist sehr lang. Im Schnitt zwei DinA4 Seiten. Trotzdem seit ihr so tapfer und lest sie bis zum Ende (zumindest hoffe ich das). Ihr habt bisher 800 wundervolle Kommentare geschrieben und mittlerweile hatte ich fast 4000 Besucher auf meiner Seite. Ich freue mich sehr über das Feedback und bin natürlich auch gern für Eure Anregungen offen.

Also an alle, die jetzt regelmäßig meinen Blog lesen, vielen Dank dafür. Ich hätte echt nicht gedacht, dass mich das sooo freut, aber ich könnte Euch alle knuddeln. So, jetzt nicht weglaufen, ich höre schon mit der Gefühlsduselei auf. Lass uns lieber feiern....!

*Bierfass anzapft*

*Sekt aus dem Kühlfach hol*

Und für alle Autofahrer stell ich auch Alkoholfreie Getränke.

*mit Chipstüten raschel*

Gute Musik darf natürlich auch nicht fehlen. Hat jemand Vorschläge??

 

24.03.2010 um 15:24 Uhr

Handbücher schreiben sich nicht von allein

Stimmung: ungläubig

Montag hab ich mich das erste Mal mit meinem Technik-Chef von meiner halben Stelle gefetzt. Einer von zwei. Er kam rein und meinte, dass sie für die neue Software eine Art Bedienhandbuch brauchen. Da es ein webbasiertes Programm ist, soll es eine Online Hilfe werden. Das heißt jede Seite (und das sind einige - es ist ein umfangreiches Programm) sollte eine Beschreibung bekommen, was man da machen kann und wozu die Icons da sind etc. und dass ich perfekt dafür wäre. Ich weiß schon warum. Ich gucke als Nutzer auf das Programm, nicht als Programmierer. Außerdem hab ich so was schon mal gemacht.

Und hier die Neuigkeit: Es macht keinen Spaß. Ich schreibe ohnehin sehr ungern. Naja... berufliches. Privat schreibe ich wirklich gern. Aber beruflich wird immer jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, man muss eloquent klingen und grammatikalisch korrektes Deutsch schreiben, das nicht umgangssprachlich sein darf. Ich tue mich damit ohnehin manchmal sehr schwer. Ein Handbuch schreiben ist aber der Gipfel der Langeweile. Man wiederholt sich ständig, man schreibt Dinge wie „klicken Sie hier" und „machen Sie das" und beschreibt Dinge mit Wörtern, die jeder Depp auch ohne Erklärung verstehen kann.

Für das letzte Handbuch hatte ich einen richtigen Auftrag in meiner eigenen Firma und hab mich die ganze Zeit darüber geärgert, dass ich nicht mehr Geld verlangt habe. Es ist undankbar und langweilig. Ich habe locker 50h gebraucht und fand im Nachhinein, dass ich Schmerzengeld verlangen hätte sollen. Gut, es ist wirklich toll geworden, aber es hat trotzdem keinen Spaß gemacht.

Einziger Lichtblick an dieser Geschichte war, dass ich immer dann schreiben konnte, wann mir gerade danach war. Und so lange wie ich wollte. Wenn ich nämlich einmal einen Flow habe, nutze ich den auch und dann schreibe ich auch mal 8-10h durch. (Klar mit Pausen) Außerdem hab ich mich immer über den Batzen Geld gefreut, der bald mein Konto schmücken würde - auch wenn es lange nicht genug war.

So. Und jetzt soll ich diesen langweiligen Scheiß schreiben, wo ich spannende Sachen wie Flyer, Broschüren und Blöcke gestalten könnte? Ohne extra Geld? Einfach während meiner normalen 20h die ich in der Woche bei der Firma arbeite? Das heißt 2-3 Wochen nichts anderes machen als Bedienhandbuch schreiben? Dazu hab ich keine Lust. Zum Schreiben nicht und es ohne Schmerzensgeld zu tun auch nicht. An sich hätte ich gern einen richtigen Auftrag von den beiden zum Schreiben des Handbuchs bekommen. Aber ich merkte schnell, dass das auf gar keinen Fall drin war.

Also meinte ich, dass ich in meinen 20h auch gut mit Marketing zu tun hätte und dass wir das mit dem Marketing-Chef absprechen müssten, ob er mich entbehren kann. Außerdem, wenn ich schon kein Schmerzensgeld bekommen würde dann wollte ich wenigstens auf meinem Balkon sitzen und schreiben dürfen. Und zwar wenn mir danach ist. Dem Marketing-Chef war das auch schnell klar und er hatte auch nichts dagegen. Aber der Technik-Chef wollte das nicht.

Nein, ein Handbuch wäre nicht kreativ. Es wäre einfach stumpfsinnige Arbeit. Außerdem gäbe es keine Deadline und er wollte nicht, dass ich das von zu Hause aus tue. Ich hätte gefälligst anwesend zu sein.

Ich warf nur in die Waagschale, dass ich ungern einen Flow nach 4h unterbrechen würde. (Dazu muss man wissen, dass ich immer 4h Stunden dort bin, Dienstags den ganzen Tag und Freitags gar nicht. Ich finde das unmöglich. Immer wenn man gerade richtig schön drin steckt, muss man wieder aufhören.) Außerdem würden mir solche Dinge eben zu untypischen Zeiten besser von der Hand gehen. Sprich: morgens direkt nach dem Aufwachen und vorm duschen, abends nach 22h und am Wochenende mit ner schönen Tasse Kaffee auf dem Balkon oder im Kaffee. Ich weiß ja inzwischen wann und unter welchen Umständen ich welche Arbeiten gut machen kann. Also warum soll ich mich zwingen Dinge zu Zeiten zu tun, wenn ich sie dann nicht produktiv erledigen kann? Außerdem muss man meiner Meinung nach zum texten nicht anwesend sein. Rückfragen kann man doch bündeln und sie dann stellen. Darüber hinaus ist der Hauptentwickler zu dem Programm eh gerade im Urlaub.

Der Technik-Chef lenkte nicht ein. Ich verstand ihn nicht. Ich hab schon öfter von zu Hause gearbeitet. Das war vorher nie das Problem. Warum jetzt auf einmal? Dann machte ich einen großen Fehler und sagte: „Wenn ihr wollt, dass ich das mache, hätte ich gern etwas mehr Flexibilität!" Und der Technik-Chef meinte „Gut, dann wollen wir eben nicht, dass du das machst." Er drehte sich um, arbeitete einfach weiter und ignorierte meine Anwesenheit völlig. Der Marketing-Chef guckte bei der Äußerung ebenso verdutzt wie ich und wir wechselten einen ungläubigen Blick. Aber weil ich wirklich nicht scharf auf den Job bin, verließ ich ohne weiteres Wort das Büro.

Ich bin zwar nicht immer mit den beiden einer Meinung. Aber sooo hatte ich das noch nicht. Mal passt es mit dem einen und nicht mit dem anderen und dann ist es umgekehrt. Aber ich hab mich daran gewöhnt, dass ich manche Dinge geschickt erkämpfen muss. Und ich weiß wo die Fallstricke liegen und wen ich zuerst ins Boot holen muss und mit welchen Argumenten ich was bekomme. In dem Fall fand ich es clever erst den Marketing-Chef auf meine Seite zu ziehen, weil er dann noch mal von ner anderen Seite eingreift. Er redet auch noch mal mit dem Technik-Chef. Er fand das Verhalten auch unmöglich. Puhh... und ich dachte schon, ich hätte mir damit meinen Stuhl abgesägt. Mir macht die Arbeit dort nämlich sehr viel Spaß. 

Der Technik-Chef ist mir den gesamten Tag aus dem Weg gegangen. Diese Sache schwebt jetzt irgendwie merkwürdig zwischen uns. Mittlerweile haben sich zumindest die Gemüter beruhigt und er lächelt mich auch schon wieder an. Mal sehen... ich werde es die Tage wohl noch mal ansprechen. Im Grunde haben sie keine wirklich brauchbare Alternative. Die Entwickler sind ohnehin überlastet und sie werden auch keinen Externen damit beauftragen, dazu sind sie dann zu geizig.

23.03.2010 um 14:50 Uhr

Vom Geben und Nehmen

Stimmung: ganz ok

Aquarius hat gestern noch mit einem Kommentar eine Frage aufgeworfen, die ich ihm gern beantworten würde. Allerdings ist das nicht so einfach und vor allem nicht kurz zu fassen. Also habe ich mir überlegt, dass ich einfach einen weiteren Beitrag dazu schreibe.

 

„...Könnte es auch sein, die Möglichkeit bestehen, dass du nur nimmst, jedoch nicht gibst? Also, sicherlich gibts du vordergründig. Sex zum Beispiel. Was ich aber meine, ist das nachhaltige Geben und das vermisse ich bei dir. Jeder halbwegs sensible Mensch wird das spüren und vielleicht deswegen auf Distanz zu dir gehen, wenn das Thema Beziehung auf dem Tablett steht? In einer wirklichen Beziehung wird nur gegeben und zwar von beiden Seiten. So stellt sich die Frage nach dem Nehmen gar nicht, denn es geschieht automatisch durch das Geben. Hat aber eine Seite das Gefühl, der dauerhaft alleinige Geber zu sein, wird er relativ schnell das Weite suchen...."

 

Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass das der Kern des Problems ist. Es gibt sicherlich Phasen, ich denen kreise ich ziemlich um mich selbst. Da kriege ich selten mit, was andere so bedrückt und was ich für sie tun kann, weil ich einfach zu viel mit mir selbst beschäftigt bin. So eine Phase ist gerade. Weil ich weiß, dass ich in dieser Zeit anderen nichts geben kann, meist nachdenklich, niedergeschlagen oder gereizt bin, zieh ich mich meist in mich selbst zurück und komme nur selten raus. Meist dann, wenn andere mich bitten oder bei guten Freunden, denen ich das zutrauen mag. Ich merke daran, dass diese Phase zu Ende geht, wenn ich selbst wieder aktiver werde.

Ansonsten denke ich schon, dass ich meinen Beitrag in bspw. Freundschaften leiste, die ja auch eine Form von Beziehung sind. Meine Freunde wissen, dass sie mich jederzeit anrufen können, wenn irgendwo der Schuh drückt, dass ich sie auffange wenn es nötig ist, dass ich mich ohne zu zögern mich ins Auto setze, wenn Gesellschaft notwendig ist, dass ich bei Problemen zuhöre, nach besten Wissen und Gewissen Ratschläge einbringe, ein Machtwort spreche, wenn es notwendig ist und ehrlich meine Meinung sage. Ich versuche unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten, Denkanstöße zu bringen und die richtigen Worte des Trostes oder der Aufmunterung zu finden. Ich freue mich mit ihnen, wenn was tolles passiert ist, und ich bringe haufenweise Ideen für alles mögliche ein. Ich glaube, wenn sie das Gefühl hätten, es wäre einseitig, hätte ich auch nicht so viele Freunde.

Gut... ich bin nicht so nett wie Nitida, die das wirklich bei jedem leisten kann, egal wie gemein der vorher war oder wie wenig sie ihn kennt. Ich gebe irgendwann auf, wenn ich merke, dass es nichts bringt oder dass nichts zurückkommt. Aber bei Menschen, die mir am Herzen liegen dauert es eine Weile.

Dazu kommt noch die emotionale Komponente. Ich hab meine Freunde wirklich gern und ich mache mir Sorgen und auch Gedanken, was ich tun kann, damit es ihnen besser geht. Und eine energetische Komponente. Ich hab irgendwann mal ein Buch über Energie-Vampire gelesen und seit dem achte ich darauf, dass ich niemanden die Energien abziehe und dass ich mich auch nicht aussaugen lasse. Trotzdem nehme ich den ein oder anderen gedanklich einfach mal in den Arm und schicke Gedanken des Trostes oder Kraft rüber. Versuche hinzuspüren und herauszufinden, was der andere gerade braucht. Wenn es mir gut geht, ist davon auch jede Menge da. Ein Grund mehr meine Mitte zu finden, denn wenn nicht, hab ich kaum genug für mich selbst.

Mit den Männern ist es etwas anders gelagert. Da opfere ich mich tatsächlich auf. Mache mir Gedanken, versuche an der Beziehung zu arbeiten, Dinge abzustellen, die ihn nerven, kümmere mich um den an anderen, sorge mich, versuche es dem anderen so angenehm wie möglich zu machen, krame das Muttertier mit Helfersyndrom heraus. Da tendiere ich dazu, zu vergessen, dass es mich auch noch gibt. Dass ich meine Kraftquelle pflegen muss. Dass ich mich um mich selbst kümmern muss. Meine letzten Beziehungen sind unter anderem auch daran gescheitert, dass ich so viel gegeben habe, dass am Ende von mir nichts mehr da war. Ich habe nach einer Beziehung immer viel Zeit damit verbracht, mich selbst wieder zu finden.

Ich merke auch jetzt, dass genau das passiert. Ich will lieben. Ich will mich sorgen. Ich will mich kümmern. Ich will Energie reinstecken. Um der Freude willen, die durch das Geben entsteht. Das Problem ist, dass das Gegenüber es nicht annehmen will/kann. Das wundert mich auch nicht. Ich habe auch Schwierigkeiten damit Geschenke anzunehmen, ohne dass ich mich in Pflicht fühle, ein ähnliches Geschenk zu machen. Ich bedenke dabei nicht, dass der andere überhaupt nicht bereit ist, es zu erwidern. Ich überhäufe ihn. Wenn er es annehmen würde, würde ich mich ne zeitlang kümmern und mich vergessen, bis mir auffällt, dass nichts zurückkommt. Aber der andere nimmt es nicht an. Er zieht sich zurück. Das irritiert mich. Und dann fange ich an, es in Frage zu stellen. Mich in Frage zu stellen. Und Dinge zu erwarten.

Ich glaube es ist nicht, das Nehmen, was der Tod des Gebens ist, sondern die Erwartung. Wenn ich etwas gebe, möchte ich auch, dass der andere es annimmt. Ich freue mich darüber. Ich glaube auch nicht, dass es irgendjemanden auf der Welt (nicht mal Mutter Teresa) gibt, der völlig ohne Grund etwas gibt. Irgendwas will man immer bekommen. Sei nur es zu sehen, dass der andere sich freut oder es wertschätzt oder dass es den anderen glücklich macht oder es sonst irgendeine Wirkung auf ihn hat. Aber durch die Erwartung wird das Geben zu einem Zwang und es macht keinen Spaß mehr.

Ich habe inzwischen gemerkt, dass es mir nicht gut tut, wenn ich mich selbst aufGEBE. Dass ich auch auf mich achten muss und das ich mich um mich kümmern muss. Weil ich sonst irgendwann nicht mehr geben kann. Ich habe gelernt, dass meine unerfüllten Erwartungen immer ein Warnsignal für ein Ungleichgewicht sind. Irgendwann muss es sich, meiner Meinung nach, ausgleichen, sonst geht man daran kaputt.

Wer weiß, vielleicht sehe ich das ja auch falsch.

22.03.2010 um 18:23 Uhr

Auf der Suche nach der Mitte

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: DerAlteMann, AWL, Legolas, Susi, Strolch, Stern89

Stimmung: suchend

Eigentlich sollte es ganz einfach sein, die eigene Mitte zu finden. Schließlich ist sie wie der Name schon sagt, in der Mitte. Aber irgendwie ist das ein schwieriges Unterfangen, wenn sie irgendwie nicht ganz da ist, wo sie sein sollte. Meine ist nicht mehr in der Mitte. Naja, vielleicht ja doch und ich bin nur woanders?

Wie komme ich bloß auf so was? Tja... das ist mir in der letzten Zeit vermehrt aufgefallen, dass da irgendwas nicht so ganz stimmig ist. Ich lasse mich viel schneller aus dem Konzept bringen. Ich bin merkwürdig gereizt. Ich schaffe selten das, was ich mir vorgenommen habe, weil ich schnell abgelenkt bin. Vor allem umgibt mich so eine blöde Mir-doch-egal-Stimmung.

Ich hab gestern bspw. mit Stern89 telefoniert und er hat mir freudestrahlend berichtet, dass er mit seiner Freundin, die er ein Viertel Jahr kennt, zusammen ziehen will. Bei mir sind nur Contra-Punkte im Kopf aufgetaucht. Wie z.B. dass sie sich bestimmt nicht vertragen werden, weil sie zu kurz zusammen sind, weil sie beide im Moment noch bei den Eltern wohnen, weil sie sich das eigentlich nicht leisten können... Wieso ich so negativ wäre, hat er mich nach ner Weile gefragt. Nein, es wäre nicht der übliche Sarkasmus, dass wäre schlimmer.

Ich bin es leid. Um mich herum ist überall das ultimative Glück. Der Alte Mann ist glücklich, Stern89 ist glücklich, Susi und Strolch sind gerade total glücklich, das SM-Paar ist glücklich... Frühlingsgefühle wohin man blickt. Überall wird übers Heiraten und Kinder kriegen und zusammen ziehen nachgedacht. Ich bin es leid. Ich bin nicht neidisch auf die anderen. Ich gönne es jedem einzelnen. Ich bin es leid, dass mich ständig Leute fragen, was denn mit mir und den Männern ist und dass ich doch langsam in dem Alter bin, wo man sich fest binden kann/soll. Dass ich doch so eine tolle Frau wäre, die es auf jeden Fall verdient hätte glücklich zu sein und dass sie mir einen entsprechenden Partner wünschen. Und woran es denn liegen würde, dass ich noch solo bin.

Warum muss man überhaupt eine Beziehung haben? Nur weil es gesellschaftlich gewünscht wird? Ich komme allein gut klar. Ich bin fröhlich und glücklich. Immer wenn es mir schlecht geht, ist ein Mann daran schuld. Immer wenn ich nicht in mir selbst ruhe, ist ein Mann schuld. Ständig bringen sie mich aus dem Konzept. Ständig bringen sie mich emotional zum Wanken.

(Ja sicher, dass nicht wirklich die Männer schuld sind, sondern die Art wie ich damit umgehe und das sie maximal der Auslöser sind ist mir auch klar. Aber es ist nett, einfach mal die Verantwortung abzuschieben.)

Mir sind die Wünsche von den anderen egal. Was ich mir wünsche, ist, dass ich einmal nicht den Kontakt zu mir selbst verliere, wenn ein Mann im Spiel ist. Dass ich einmal in meiner Mitte bleibe und sie nicht erst wieder verzweifelt suchen muss.

Aber das kriegt man nur durch üben hin. Dadurch, dass man in den Kontakt mit einem Mann geht und trotzdem bei sich bleibt. Aber dazu braucht man eben Kontakt zu einem Mann.

Ich mag aber nicht mehr. Ich will nicht mehr daten und Männer ausprobieren. Ich bin es leid. Ich will nicht mehr flirten, Telefonnr. tauschen, mich mit jemanden treffen und die Spreu vom Weizen trennen. Ich will nicht mehr leiden, weil ich mich verliebt habe und er nicht. Ich will keine blöden Missverständnisse aus dem Weg schaffen. Ich will keinen schlechten Sex mehr haben. Ich will nicht mehr an diese bindungsscheuen Männer Mitte 30 bis 40 treffen. Ich mag einfach nicht mehr. Außerdem frage ich mich wozu...?

Wozu soll ich mir das antun, wenn ich ohne Mann immer glücklicher war, als mit? Das grenzt an Selbstfolter. Auf der anderen Seite würden die Fragen aufhören, das Probieren, das Kennenlernen. DAS alles wäre einfach alles weg, wenn man eine Beziehung hat. Man hat dann einfach wen für Sex und für diverse andere Dinge. Auf der anderen Seite hätte ich dann andere Probleme. Probleme, die ich allein nicht hätte.

Ich sag es ja immer, bloggen ist wie ein Denkarium. Es werden ganz anders Zusammenhänge klar. Durch den Eintrag gestern, ist mir wieder eingefallen, dass ich vor den Sexperimenten eigentlich nur Männer für Sexperimente gesucht habe. Ich wollte alles ausprobieren, damit ich nicht das Gefühl habe, ich hab etwas verpasst, wenn ich irgendwann mal den richtigen treffe. Als hätte ich noch etwas zu erledigen, bevor ich eine Beziehung eingehe. Ich wollte mich damals nicht binden. Das war auch gut, sonst hätte das auch nicht funktioniert (und ihr würdet nicht die tollen Sonntagsbeiträge bekommen). Aber dann... dann hat mich das alles so emotional mitgenommen, durchgeschüttelt, ins Wanken gebracht und ich sehnte mich nach einem echten Partner.

„Geh es doch mal langsamer an." haben sie gesagt. „Lass doch mal die Erlebnisse auf dich wirken!" „Du verarbeitest es gar nicht richtig!" Ja... ich hab wirklich schlaue Freunde. Aber nein... ich muss ja immer mein eigenes Ding durchziehen. Ich hab es nicht verarbeitet. Stattdessen hab ich mich in AWL verliebt. Hat mir auch nicht gut getan. Und gleich nach AWL kam Legolas. Ich war eigentlich nicht bereit. Hatte das eine noch nicht wirklich verarbeitet. Eigentlich war ich noch viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Und das bin ich noch.

Tja... die Ironie an der Sache ist nun, dass mich ein Mann quasi zwingt meine eigene Mitte wieder zu finden. Komischerweise läuft der Kontakt mit Legolas und mir nur dann gut, wenn ich in mir selbst ruhe. Wenn ich nicht flatterhaft bin, wenn ich nicht unsicher bin. Alles andere geht in die Hose. Ansonsten bilde ich mir Streits ein, wo keine sind, habe Erwartungen, die nicht erfüllt werden, rede an ihm vorbei und kriege nicht mit, wenn ich mich unwohl fühle.

Ob es für irgendetwas eine vernünftige Basis ist, wenn er es nicht schafft, mich wieder auf den Teppich zu holen, wenn ich in der Luft rumflattere oder wenn er immer davonläuft, wenn ich wegen meiner eigenen Unsicherheit „anstregend" werde, weiß ich nicht. Vermutlich nicht. Aber die Mitte finden, täte mir mal wieder richtig gut.

Also doch wieder ein wenig mehr Meditation machen, mehr Sport machen, mehr Hobbys pflegen, mehr raus gehen, mehr Qualitytime mit Freunden verbringen und mich darauf konzentrieren, dass ich Dinge tue, die mir gut tun.

21.03.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 11: Der frivole Geburtstag

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente   Stichwörter: Susi, Strolch, Teddybär, AWL, SMPaar

So... Liebe Leute, heute ist es wieder so weit, es gibt wieder einen Beitrag in unserer Lieblingskolumne "Sexperimente". Diesmal luden Susi und Strolch am 23.10.2009 zum Geburtstag ein und alle befreundeten Swinger kamen.

Ich ging mit dem Teddybären hin. Mittlerweile ging der Teddybär schon ziemlich auf den Keks, ebenso wie die vielen Sexperimente die ich nun in vorangegangenen 5 Wochen gemacht hatte. Ständig lernte ich Männer kennen, die mit mir schlafen wollten. Aber niemals wollte jemand ne Beziehung. Mhhh, vielleicht war es ein wenig das falsche Umfeld..? Aber mich hatte die Zeit schon ziemlich emotional aufgewühlt und mitgenommen. Und ich muss immer wieder mit meinen Emotionen kämpfen, die mich regelmäßig mit ihrer Intensität überraschten. Ein ewiges Hoch und Runter.

Tja anfangs wollte ich mit dem Teddybären Sex haben. NUR Sex. Das hatte sich für mich auch nicht geändert. Und dann fing es an eine emotionale Komponente zu bekommen. Er fing an täglich anzurufen. Ich hatte den einen Abend, an dem ich in der Sauna war 5 Anrufe in Abwesenheit (alle ohne Nachricht) und 2 bei mir zu Hause, ebenfalls ohne Nachricht, und noch 3 Versuche anonym. Ich war ziemlich pissig. Er meinte er könnte sich mehr mit uns beiden vorstellen. Aber mir reichte das Gefühl nicht. Und immer wenn ich versuchte eine Ebene für das Gefühl zu schaffen, wollte er Sex. Sex stand immer im Vordergrund und es hatte sich nur minimal etwas an seinem Einfühlungsvermögen geändert. Ich war also mit dem Sex nicht wirklich zufrieden. Dazu kam noch, dass wir die ganze Zeit aneinander vorbei redeten. Er verstand mich nicht. Und er ging mir auf den Keks. Überhaupt hatten wir viel zu viel Kontakt und wenn, dann den falschen. Für mich war es maximal eine Affäre, aber ich will nicht täglich mit meiner Affaire reden.

Mir fiel auf, dass mir das alles nicht wirklich gut tat. Ich litt, weil es einfach zu schnell zu viel geworden war. Mit dem Sex, den neuen Erfahrungen und mit dem Teddybären auch.

Mir wurde langsam klar, dass ich etwas anderes brauchte - etwas anderes wollte. Dass ich unbedingt einen emotionalen Ankerpunkt bei diesen ganzen Experimenten brauchte. Irgendwas mit Gefühl. Mit wirklich echtem Gefühl. Mit Zukunft. Jemand der mich danach in den Arm nimmt und mich emotional auffängt. Dem die ganze Sache irgendwie etwas bedeutet. Jemanden mit dem ich darüber reden kann. Jemanden bei dem ich einschlafen kann, mit dem ich aufwachen kann und mit dem es auch noch anderes gibt, als Sex. Und Sex-Treffen. Mit dem ich mich auch einfach mal so treffen kann. Und mit dem ich haufenweise interessante Gespräche führen kann. Und nebenbei auch noch Sex haben. Außerdem fehlte mir jemand wie AWL. Jemand der mich versteht. Der mir Denkanstöße liefert. Mir kamen ständig seine Worte vom ersten Date, über den emotionalem Ankerpunkt in den Sinn. Ich fing an mich total instabil und wie ein totales Wrack zu führen. Ich wollte eine Beziehung. Und Nähe. Und das am liebsten sofort.

Aber nicht mit dem Teddybären. Lieber mit AWL, der ganz nebenbei so plötzlich wieder aus der Versenkung aufgetaucht war, wie er dahin verschwunden war. Ich wollte meine Ruhe haben. Über alles nachdenken. Aber so viel stand fest: Ich musste dringend mit dem Teddybären darüber reden.

Trotzdem ging ich mit ihm zu der Geburtstagsfeier. Meine Neugierde war einfach sooo viel größer als mein Wunsch in Ruhe gelassen zu werden. Zu was man sich so alles überreden lässt... aber es waren ja auch seine Freunde und zu Susi und Strolch wollte ich gern engeren Kontakt haben.

Besonders neugierig war ich auf das lebende Buffet. DAS kannte ich noch nicht. Es war weit besser als ich erwartet hatte. Strolch zauberte ein paar wunderbare Partyhappen (für ihn als Koch ne Kleinigkeit) und platzierte sie sorgfältig auf Susis nackter Haut. Das war nicht nur süß anzusehen sondern wirklich ein Highlight, die Happen direkt von ihr runterzuessen. Vermutlich lag es speziell an Susi, dass ich da total drauf abfuhr und bestimmt nicht ausschließlich an den wirklich guten Kochkünsten von Strolch, dass ich nicht genug bekommen konnte. Mein Gott war das ein Spaß.

Mit dem Teddybären hatte ich ne Wette laufen, dass er es nicht mal bis 0h aushalten würde, niemanden an sein bestes Stück zu lassen. Das fiel im sichtlich schwer, da alle um ihn herum durchaus in Swing-Laune waren. Überall gab es Pärchen oder mehr Personen, die sich miteinander vergnügten. Irgendwie stand er es aber durch. Zumindest soweit ich das beobachten konnte. Wirklich große Lust hatte ich nicht, mich an den Spielen zu beteiligen. Trotzdem ließ ich mich herab mich mal zu guter Musik ein wenig sexy zu räkeln.

Das Sitzen in einer Liebesschaukel fand ich dagegen eher befremdlich. Man ist da völlig ausgeliefert. Man kann überhaupt nicht mehr aktiv mitmachen. Und weil ich besonders die anwesenden Männer überhaupt nicht einschätzen konnte, wollte ich da so schnell wie möglich wieder raus. War ja eh nur ein Test gewesen...

Ich fand es wäre irgendwie eine Art Pflicht, dem Gastgeber zum Geburtstag einen Blow Job zu geben. Trotzdem hätte ich fast gekotzt, als irgend so ein Typ der gerade daneben stand und das beobachtete meinte (Vorsicht O-Ton): "Ey, Schlampe, mach hier mal weiter!" und hielt mir mit diesen Worten sein bestes Stück vor die Nase. Mir fehlten die Worte, ob eines derart ordinären Verhaltens. DAS ging gar nicht und es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte ich ihm eine gescheuert.

Es fing an, mir so dermaßen auf den Keks zu gehen, dass mich da alle Männer als Freiwild betrachtet haben (eben nur durch meine pure Anwesenheit bei der Party) und mich überall ungefragt anfassten. So sehr, dass es mir ziemlich die Lust verdorben hat. Das schürte meine Berührungsängste, die ich die letzten Wochen fein säuberlich in irgendeiner Schublade verstaut hatte und es wurde über den Abend hinweg immer schlimmer. Ich ließ gar keinen mehr an mich heran und jeder der es versuchte wurde entsprechend zurecht gewiesen.

Nur einer checkte das nicht. Der Typ kam immer wieder an und der ließ sich nicht mit „Ich hab keine Lust, lass mich in Ruhe, ich will nicht!" abwimmeln, also fing ich an vor ihm zu flüchten. Das funktionierte auch einigermaßen, weil er nicht der hellste war.

Ich hatte dann noch ne kleine Nr. mit den Teddybären fernab der Öffentlichkeit. Nur wir beide. Fast hinter verschlossenen Türen...Wie niedlich... er wollte Kuschelsex... Hihi... ich machte ihn zum Kuschelbären! Handzahm, sozusagen! Das fand ich sogar ausgesprochen gut. Schmusend konnte ich ihn nämlich äußert gut ertragen. Und er genoss es auch sehr. Tja... vielleicht hätte ich doch nicht nach dem ersten Treffen als "M... Schmusebär" im Handy ablegen sollen...Stichwort: selffullfilling Prophecy!

Irgendwie war der Abend doch ziemlich nett. Allerdings hätte ich die Nacht gern Gesellschaft gehabt. Ich war einsam. Ich wollte kuscheln. Ich wollte Nähe. Meinetwegen auch vom Teddybären. Aber ausgerechnet diese Nacht wollte/konnte er nun nicht bei mir schlafen. Das war vielleicht auch besser so, weil ich sonst in Richtung Beziehung sicher schwach geworden wäre. Wer weiß, wie das ausgegangen wäre... Sicher nicht gut.

Tja.. Ich hatte ja schon erwähnt, dass AWL nun wieder aufgetaucht war. Und ja, es gab auch noch ein Treffen. Bei mir zu Hause. Und mit Lasagne. Aber davon erzähle ich Euch beim nächsten Mal.

19.03.2010 um 04:04 Uhr

Freunde... oder so.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Ich glaube, es ist offiziell. Leoglas und ich sind vom Fast-Beziehungs-Level auf das NUR-Freunde-Level runtergefallen und haben das NUR-Sex-Level nicht mal angekratzt. Er war eben hier. Es hat nicht geknistert, es gab keine Nähe und rumgemacht haben wir auch nicht, obwohl ich unglaublich sexy aussah. Ich war scharf und er ist nicht drauf angesprungen. Wir haben sogar P*ornos gesehen und es ist nichts passiert.

Das geht doch nicht? Man kann doch nicht mit nem kurzen Rock im Schlafzimmer neben einem Kerl sitzen und P*ornos gucken und nichts passiert? Doch! Ich kann so was. Das erinnert mich an damals wo ich mit diesem einen Typen, auf den ich scharf war, in der Badewanne gesessen habe und nichts passiert ist (aber das ist eine andere Geschichte). Hat mir damals auch niemand geglaubt. Aber so war es.

Ich hätte ja nicht gedacht, dass das Nähe-Gequatsche von ihm heißt, dass jetzt gar nichts mehr geht. Nicht mal Rummachen. Ich dachte, das wäre das was er will. Naja... jedenfalls schien es mir logisch. Er will dass es nicht zu dicht ist, ergo bleiben wir beim unverbindlichen Sex. Also hab ich mich in Schale geworfen. Hab sogar die Stiefel angezogen, die er so sexy findet. Aber nichts. Es hat ihn nicht mal interessiert. Und ich war schon den ganzen Tag so rollig. Das mir mal ein Typ widerstehen kann, obwohl ich es drauf anlege...? Ist schon lange nicht mehr vorgekommen. Naja.. ehrlich gesagt war auch irgendwie die Stimmung nicht zum drauf Anlegen da.

Wir sind NUR-Freunde! So das war es jetzt. Es gab eine Umarmung. Zum Abschied. Naja.. wenigstens das. Toll. Jiepie...

Zu blöd, dass man nicht die Zeit zurückdrehen kann. Ich fand die Zeit am Anfang echt nett. Dieses umeinander Rumgeschleiche, die lockeren Gespräche, die nette Atmosphäre, das Knistern, die Spielereien im Schlafzimmer... Das ging ja diesmal echt schnell, dass das alles verblasst ist. Ich find's schade, aber scheinbar kann man nichts erzwingen.

Man kann keine besondere Situation schaffen, damit das Gefühl vom Anfang wieder aufkommt. Jedenfalls nicht, wenn einer nicht will. Und dann war ich auch noch dumm genug zu sagen, dass ich mir den Abend irgendwie anders vorgestellt habe. Das hat er wohl irgendwie falsch verstanden. Ich meinte damit die Stimmung und Atmosphäre (die eben nicht mehr so ist, wie am Anfang) und er hat, glaube ich, verstanden, dass ich enttäuscht bin, weil nichts zwischen uns gelaufen ist. Ich glaube er hat mich so manches Mal falsch verstanden. Im nachhinein betrachtet zumindest. Ich hab auch keine Chance es ihm zu erklären, weil ich ohnehin die Sachen nicht so erklären kann, dass er sie versteht. Geht irgendwie immer schief. So wie heute.

Das schlimme ist, ich weiß nicht mal ob ich jetzt traurig bin, weil ich ihn verloren habe, oder weil ich niemanden mehr habe mit dem ich in Zukunft mein Spielzeug benutzen kann. Es ist schwer jemanden zu finden mit dem das SM-Spiel funktioniert und den man auch noch mag. Und das hatte es und ich mochte ihn. Aber jetzt ist es vorbei.

Hab ich Euch erzählt, dass wir zeitgleich, ohne dass wir es von einander wussten, Hand- und Fußfesseln gekauft haben? Die werden wir wohl nie mehr miteinander ausprobieren. Und ich hatte alles fein säuberlich an Haken im Schlafzimmer aufgehängt. Die Peitschen, die Seile, die Fesseln... damit es auch alles griffbereit ist.

Nachdem er weg war, hab ich das alles eingesammelt und weggeräumt. Vergebene Liebesmühe. Und es anzusehen macht mich nur traurig. Vielleicht sollte ich es wegwerfen? Ich brauch es bestimmt nicht wieder. Ich bin auch schon kurz davor, die Nägel wieder zu entfernen.

Das nächste Mal wenn ich Legolas treffe, ziehe ich wieder was Hochgeschlossenes an, bin ganz brav und mach keine Annäherungsversuche. Wie es sich eben für FREUNDE gehört. Das Gute ist, dass ich mir in Zukunft keine Gedanken mehr machen muss, wenn ich fremdflirte.

An Tagen wie heute überlege ich mir, ob ich mir das alles nur eingebildet hab? Dass er sich für mich interessiert hat? Dass er mich sehen wollte? Dass wir einen Draht zu einander hatten? Dass es ihm nicht unwichtig war, ob ich mit anderen was habe? Naja.. vermutlich nicht. Aber er hat seine Meinung geändert. Ist sein gutes Recht. Passte wohl nicht. Ach Mensch, es war aber trotzdem nett. Ich mochte Legolas.... Sau blöd.

Also geht die Suche weiter. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja beim nächsten Kerl mal einen Schritt weiter.

16.03.2010 um 16:12 Uhr

Wochenend und Sonnenschein...

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Susi, Strolch

Stimmung: ziemlich gut

Also mein Wochenende war toll - und das obwohl ich bei meinen Eltern war. Und dabei sah es Freitag um 21h noch nicht danach aus. Da war ich nämlich noch im Büro und frickelte noch an meiner Webseite rum (Firmenhomepage... nicht hier). HTML kann schon ziemlich nervig manchmal sein. Aber auch das war dann irgendwann so, wie ich es wollte und dann ging es los.

Strolch's Blues Brother Cover Band hatte zu einer Jam Session eingeladen. Das war echt witzig. Ich war ja nun extrem zu spät dran, aber ich hatte trotzdem noch meinen Spaß. Es waren erstaunlich viele Musiker da und die taten sich dann spontan zusammen und machten gemeinsam Musik. Einiges davon konnte man sich wirklich ganz gut anhören. Ich war total fertig und einfach nur froh, dass ich da rumsitzen durfte und nichts machen musste.

Außerdem war es schön Susi und Strolch mal wieder zu sehen. Die beiden waren irgendwie so in ihrem Element... Die beiden sind ein wenig mit der Gastroszene verbandelt. Susi war hinter der Theke ne Wucht und Strolch hatte alles als Gastgeber und Organisator voll im Griff. Die beiden waren super drauf. Hat Spaß gemacht, sie so zu beobachten. Schließlich waren dadurch beide sehr sehr sexy...

Irgendwie hab ich mich dann auch noch bis ca. 3h rumgedrückt, bis allgemeine Aufbruchsstimmung aufkam und ich allein nach Hause gefahren bin.

Dieses Wochenende war das erste, an dem ich nicht schon am Freitag zu meinen Eltern gefahren bin, sondern erst am Samstag. Das war toll. Ich hatte also noch einen Abend normales Wochenende, konnte einigermaßen lange schlafen und dann völlig entspannt losfahren. Also kam ich auch nicht gestresst dort an. Meine Eltern waren auch entspannt und so wurde es zu einem wirklich angenehmen Samstag Nachmittag/Abend.

Sonntag hatte meine Oma Geburtstag und der verlief auch entspannt. Sie war bei uns zum Mittag. Es gab lecker Hühnerfrikassee. Mmmhjam. Selbstgemacht. Früher hat Mutti das nie gekocht, aber da wusste ich auch nicht, dass ich es wirklich gern esse.

Zum Kaffee hatten wir alle ihre Bekannten und Verwandten eingeladen und natürlich war das nicht mehr bei uns, sondern im Restaurant. Ich setzte mich nicht zu meiner komischen Cousine mit ihrem komischen Freund (die mich nicht leiden können und es offen zeigen), sondern an den Tisch mit dem Besuch aus USA. Zwischen alten Leuten zu sitzen ist immer etwas befremdlich, finde ich. Diesmal waren sie schließlich wirklich alt. 75 und aufwärts. Trotzdem ist es unglaublich witzig, wenn man sich mit einer 80 Jährigen Frau über Männer und Sex unterhält. „Also so kann ich mit meiner Schwester nie reden!" meinte sie und ich schmunzelte.

Nach dem Kaffee waren meine Eltern und ich noch bei meiner Oma zu Hause. Wir lösen ihren Hausstand auf, weil sie nun doch dauerhaft im Heim bleibt. (Das hat nichts mit abschieben zu tun. Es ist ein wirklich tolles Heim. Eigentlich eher eine WG mit Betreuung. Außerdem holt meine Mutter sie jeden Sonntag zum Essen ab. Aber wir können uns eben alle nicht in der Form um sie kümmern.) „Guck mal, was du noch so brauchen kannst, damit wir das nicht alles wegschmeißen müssen" war meine Anweisung. Der kam ich auch mit Freude nach.

Das war ein bisschen wie Flohmarkt, nur dass es trocken war, man ewig Zeit hatte und man nicht um die Kosten feilschen musste. Ich hatte sooo viel Spaß und meine Oma hatte soo viel unmögliches, über das man sich soooo lustig machen konnte...! Ich packte ein paar Vasen ein, ein bisschen unechten Schmuck, eine alte Fußbank, ein paar Gläser, Tischdecken, Halstücher... Manche Sachen waren so dermaßen retro, dass sie schon wieder modern sind. Sie hatte doch tatsächlich echte Nylons in meiner Größe und original verpackt. Für die Verpackung allein lohnt es sich schon diese Dinger aufzuheben. Voll 60er.

Ich hatte also total viel Spaß und hab damit meine Eltern und meine Tante mit angesteckt. Die hatten wohl alleine nicht so viel Spaß. Also als Fazit von dem Wochenende ist super.

 

PS: Ich denke die ganze Zeit über eine TV-Serie nach, die vor einigen Jahren mal lief. Allerdings weiß ich kaum noch was von ihr. Ich versuch es mal, vielleicht kann ja jemand von Euch damit was anfangen. Also ich glaube es war entweder ne Familien oder eine Teenie-Serie. Jedenfalls spielte ein Teenie Mädel eine Hauptrolle. Und dieses Mädel hatte eine Freundin: Margo. Und Margo war ziemlich speziell. Sie trug immer Sachen aus den 20ern, obwohl sie erst 16 war (Kleider, Kostüme und passende Hüte), war sehr intelligent, hatte wenig Freunde (weil sie immer so anders war), ne Problem-Mutter und redete immer sehr geschwollen/altertümlich. Aber sie war der Protagonistin eine wirklich gute Freundin und die Ratschläge waren immer super. Jetzt muss ich die ganze Zeit über Margo nachdenken und mir will einfach der Titel der Serie einfallen. Kann mir jemand von Euch helfen?

14.03.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 10: Der Vierer - Version II

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente   Stichwörter: Susi, Strolch, Teddybär

Tja, nachdem ich sträflicherweise eine Woche mit meinem Bericht ausgelassen habe, hier endlich ein weiterer Beitrag in der Sexperimente-Reihe. Wir erinnern uns, dass es in der Woche im Oktober 2009 heiß her ging. Sex mit dem Teddybären am Dienstag, Sex in der Klinik am Donnerstag.

Dann hatte ich so was wie Zwangspause, weil ich das Wochenende bei meinen Eltern war. Anstrengend war das Wochenende. Naja, erstens weil die Wochenenden zu Hause immer anstrengend sind, aber dieses besonders, weil meine Eltern sich total blöd über verschütteten Kaffee gestritten hatten (aber das ist ne eigene Geschichte und gehört hier nicht her).

Ich fuhr Sonntag wieder zurück, aber nicht ohne mich auf dem Weg noch mit jemanden aus dem Internet-Forum auf ein Abendessen zu treffen. Das Date war ganz nett, aber er wollte mich gleich ins Bett ziehen. Wie gesagt er war nett. Vielleicht ein wenig zu nett, um direkt mit ihm zu schlafen. Außerdem vermisste ich den Teddybären doch tatsächlich ein wenig.

Keiner war über diese Tatsache überraschter als ich. Aber ich fand ihn ja immer noch ein wenig süß und ich wollte ihn den Abend gern noch sehen. Ich fühlte mich nur total gestresst, völlig fertig von diesem Date und dem Wochenende und dem Stress zu Hause, und meinte zu ihm, dass ich mich gern mit ihm treffe, aber dann hätte ich gern das Super-Sonder-Wohlfühlpaket. Ich wollte auch mal abchecken, ob er auch die Romantik und Gefühlvoll Nummer beim Sex durchziehen könnte. Er war noch bei Freunden, also verabredeten wir, dass ich ihn dort treffen würde.

Tja... und so lernte ich Susi und Strolch kennen.

Ich fand die beiden vom ersten Moment an ziemlich nett. Wobei es irgendwie keine wirkliche Kennenlernphase gab. Ich weiß nicht mehr, ob es der Teddybär oder Strolch war, jedenfalls wies einer der beiden Susi kurz nach meinem Eintreffen an, dass sie mich doch massieren sollte. Wir beide sahen uns an und fanden, dass das doch ne super Idee wäre. Also zog ich mir mein Oberteil aus und legte ich mich auf den Bauch und Susi legte los.

Die beiden Jungs, einer wuschiger als der andere, versuchten auch dann noch ruhig auf ihren Sesseln sitzen zu bleiben, als Susi fand, sie könnte mal mit dem Busen weiter machen. Die beiden machten uns wahnsinnig. Ständig gab es irgendeinen schlauen Spruch und ständig stand der Teddybär auf, um dann von Strolch wieder zurückgepfiffen zu werden. Also sie noch auf dem Sofa saßen, hatte ich ständig irgendwelche Männerhände dazwischen. Deswegen hatten wir sie auf Sessel verbannt. ;)

Die Chemie zwischen Susi und mir stimmte. Und sie fing an mich zu verführen. Das war super, weil ich mich so auch richtig fallen lassen konnte. Der Busen war der Anfang und eh ich es mich versah, lagen wir eng umschlungen und leidenschaftlich knutschend nakt nebeneinander und gingen in Extase total auf. Wir ließen uns beide völlig fallen und nach ner Weile waren auch alle Bedenken und Hemmnisse, die ich noch irgendwo hatte, verschwunden. Es war wundervoll.

Frauenhaut ist so viel weicher... Susis Haare sind so toll und sie hat einen wundervollen Körper. Es ist auch anders eine Frau zu küssen. Ungefähr so, wie es mir vorgestellt habe: viel sanfter und inniger. Ich konnte auch viel zärtlicher sein, als sonst, weil ich gemerkt habe, dass sie erwartungsgemäß stark darauf reagierte. Aber obwohl man es eigentlich kennen sollte, ist es doch was anderes. Ich fand es erstaunlich schwierig die richtigen Knöpfe zu drücken, um sie so richtig scharf zu machen, aber ich glaube ich schlug mich ganz gut. Es ist auch anders, sich von einer Frau lecken zu lassen. Sie weiß ja, wo die sensiblen Stellen liegen und wie man die reizen muss. Etwas was man nie einem Mann erklären könnte, musste man ihr eben nicht erklären. Wow... es war toll und ich hatte meinen ersten Orgasmus von der Frau. Ich wurde weggetragen von der Erotik und von der Extase und ging völlig darin auf.

Aber dann war für die Männer wirklich kein Halten mehr, sie kamen dazu und wir hatten noch viel Spaß zu viert. Ich bin ja nicht so der Spermaspielereityp, aber ich muss gestehen, dass selbst ich das unglaublich sexy fand, als Susi Strolchs Sperma genüsslich von meinem Hintern leckte. Der Teddybär war zwar immer noch nicht für Romantik und Kuscheln ausgelegt, aber grob sein konnte er ja auch zu wem anderes. Es stimmte zwischen uns vieren und es machte unglaublich Spaß.

Das beste an dieser ganzen Aktion war (klammern wir mal die konkurrenzlose Frauensache aus), als wir hinterher noch schmusend zusammen saßen und uns unterhielten. Es war plötzlich so, als würden wir uns schon Jahre kennen. Es gab ne erstaunliche Vertrauensebene, die wir ohne Sex sicher so schnell nicht erreicht hätten.

Zuerst reflektierten wir das Gewesene und Strolch meinte, dass es wirklich scharf gewesen wäre zuzusehen und dass wir uns wirklich auch anders angefasst hätten. Außerdem erzählte er, dass ich ihm schon auf der Party vom SM-Paar aufgefallen wäre. Susi meinte, dass sie zwar schon öfter mal was mit ner Frau gehabt hätte, aber soooo intensiv, wäre es vorher noch nie gewesen. Aber dann erzählten wir uns plötzlich Dinge, die eigentlich untypisch für ein erstes Treffen waren.

Es war wirklich schön. Und es war auch toll, dann allein nach Hause zu fahren und noch ein wenig im Kopfkino Spaß zu haben. Susi wollte ich unbedingt noch mal wieder sehen. Am liebsten auch allein. Ohne Männer.

Strolch hatte wenige Tage später Geburtstag und den wollte er frivol feiern. Und weil der Abend so super verlaufen war, hatte ich mir doch ne Einladung "erarbeitet". ;) Aber von dem Geburtstag erzähle ich Euch nächstes Mal.

12.03.2010 um 10:39 Uhr

Ver-rückte Sichtweise

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Stimmung: Kopfschütteln und grinsen über so viel Wahnsinn

Ich hoffe ihr habt heute morgen alle ne Mütze voll Humor gefrühstückt. Anders kann man das ja nicht ertragen. Es ist doch gestern Abend das unglaublichste passiert: Ich hab Legolas angerufen. Einfach weil mir dieser Zustand auf den Keks ging, aber noch viel mehr, weil es langsam anfing mir egal zu werden, ob wir uns wieder vertragen. Seht selbst, was dabei rausgekommen ist:

 

Ich: „Hi Legolas, hier ist Feuerkind!" *ein wenig kleinlaut und vorsichtig*

Er: „Oh Hi!" *ehrliche Freude* „Schön, dass du anrufst. Wie geht es dir denn? Hast du die Messe gut überstanden?"

Ich leicht irritiert: „Klar, war halt anstrengend." Es folgte ein wenig Geplänkel über die Messe als solches und die letzten Tage im besonderen. Nach ner Weile meinte ich dann: „Bist du noch sauer auf mich?"

Er sichtlich irritiert: „Wieso? Was war denn?" Wie? Was war denn!

Ich: „Naja, diese Aktion am Donnerstag von mir. Die war doch voll daneben. Wenn es umgekehrt gewesen wäre, wäre ich irgendwie sauer gewesen."

Er: „Achso das..! Mhhh...!" Es folgt eine lange Pause. „Moment ich muss mich eben sammeln." Dann kommt gespielt ernst: „Ja klar, ich bin voll sauer auf dich...!" *muss fast loskichern* „Aber mal im Ernst, das ist doch schon so lange her. Da hab ich überhaupt nicht mehr drüber nachgedacht. Ich war doch eh schon fast zu Hause. Wie kommst du nur darauf, dass ich sauer sein könnte?" Häähh? Och menno...

Ich: „Naja, Du hast mich Sonntag weggedrückt!"

Er: „Was hab ich getan? Ne... ist doch quatsch. Och man, dieses verdammte neue Handy. Ich glaube es hat ein Eigenleben! Also was war da los? Ich bin rangegangen und du hast deinen Namen gesagt und dann hab ich aufgelegt?" (Er hat wirklich ein neues Handy und wir hatten es schon mal, dass er wirklich aus Versehen auf die falsche Taste gekommen ist.)

Ich: „Ne, du bist gar nicht rangegangen. Es hat dreimal geklingelt und dann war plötzlich besetzt. So ist das wenn man auf Anruf ablehnen drückt."

Er: „Ne... so was hab ich nicht getan. Jedenfalls nicht bewusst. Eigentlich hab ich versucht dich anzurufen, aber das hat irgendwie nicht funktioniert."

Ich: „Freitag? Stimmt da war das irgendwie komisch. Ich konnte dich nicht hören."

Er: „Ja, ich dich auch nicht. Und du glaubst ich bin sauer auf dich, wegen der Aktion am Donnerstag?"

Ich kleinlaut: „Ja...?"

Er: „Ne, wirklich nicht. Ist schon lange her. Ich kann mich da schon fast nicht mehr dran erinnern. Und es ist doch blöd da im Nachhinein noch irgendetwas reinzuinterpretieren. Ist doch jetzt vorbei." Er vertritt die Meinung, dass man die meisten Dinge aus dem Affekt heraus tut und nicht unbedingt geplant vorgeht und dass man dann hinterher versucht, den Handlungen einen Sinn zu geben und etwas reinzuinterpretieren. Er findet das blöd. Ich glaube, dass ich schon viele Dinge bewusst und geplant tue und dass der Sinn, den man Dingen hinterher gibt auch nicht verkehrt ist.

Wir plänkelten noch ein wenig weiter. Irgendwann meinte er dann: „Du, ernsthaft. Du musst nicht immer Probleme reininterpretieren, wo keine sind. Wenn ich ein Problem habe, kann ich darüber sprechen. Ich hab einen Mund, ich kann mich da ausdrücken. Du musst da keine Vermutungen drüber anstellen, womit ich vielleicht ein Problem haben könnte!"

Zum Schluss kam er noch mit dem Vorschlag, dass wir ja Sonntag Abend, wenn ich wieder von meinen Eltern zurück bin, noch mal telefonieren könnten.

 

So. Toll. Ich glaube ich werde langsam verrückt. Ich hab mir das alles eingebildet? Wer war das gleich noch mit dem „let it flow"? 100 Punkte! Und wer mit dem „bleib bei dir selbst"? Auch 100 Punkte. Gerade jetzt finde ich es ein wenig peinlich, dass meine ganzen Gedankengänge der letzten Tage jetzt weiß auf schwarz hier im Blog stehen. Ich meine, ich habe die letzten Tage damit zugebracht einen eingebildeten Streit zu verarbeiten. Ich bin über Wut und Traurigkeit bis hin zur Resignation gelaufen und am Ende bei Milde stehengeblieben.

Wie sagte mein Ex-Kollege immer? Man kann Dinge auch einfach mal lustig finden. Ich sitze nun da und schüttle über mich selbst den Kopf. Wobei ich gestehen muss, dass ich auch ein bisschen über „wer keine Problem hat, macht sich welche" schmunzele. Aber ich sag ja auch immer, dass Blogschreiben wie ein modernes Denkarium ist. Mir sind so viele Dinge durch das Aufschreiben und Eure Kommentare klar geworden, dass es eigentlich nicht verschwendet war. Danke an alle, die etwas dazu beigetragen haben.

Man! Hab ich da noch viel Arbeit vor mir!

Also erstens muss ich wirklich mehr darauf achten, dass ich im Gleichgewicht  und im Reinen mit mir selbst bin. Besonders wenn ein Mann in greifbare Nähe rückt. Außerdem muss ich aufhören, mir wegen jedem Scheiß Sorgen zu machen und den Weltuntergang in einer Mücke zu sehen. Dann kann ich langsam mal lernen, dass Legolas sehr wohl in der Lage ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und Konflikte anzusprechen. Da muss man sich nicht auch noch drum kümmern. Ich kann mich also voll darauf konzentrieren, wie es mir mit Dingen geht und ich muss nicht mutmaßen, wie es ihm gehen könnte und ob man irgendetwas tun muss, damit es ihm gut geht. Dafür bin ich nicht verantwortlich. Sehr gut!

Ich kann mir auch selbst noch wesentlich mehr Wert zusprechen. Ich muss mich nicht immer klein machen. Da hat keiner einen Vorteil von. Ich meine damit nicht, dass ich mich mehr mit Erfolgen rühmen muss. Sondern mich selbst mehr achten und wertschätzen. Eben weil doch ein toller Mensch bin.

Gut war auch, dass ich mir über meine Bedürfnisse nach Nähe klar geworden bin und dass dieses Gespräch zwar den vermeintlichen Streit auflöst, aber nicht das grundsätzliche Problem. Es gab einen Grund für mein Verhalten am Donnerstag. Ich war auf ihn fokussiert und ich war verbissen. Diese ganze Verbissenheit ist echt Gift für mich. Und irgendwann werde ich das Nähe-Thema mal ansprechen müssen und kommunizieren, dass ich während ich meine Tage habe ein erhöhtes Bedürfnis nach Streicheleinheiten habe.

Aber in der Zwischenzeit kann ja mal versuchen ein bisschen mehr im Hier und Jetzt leben. Die Zeit genießen, wie sie gerade ist. Und vor allem, mir weniger Sorgen zu machen und mich auf mich besinnen.

Klar hat es etwas verrücktes sich so über Nichts aufzuregen. Aber auf der anderen Seite hat es doch meine Sichtweisen etwas ver-rückt.

11.03.2010 um 11:54 Uhr

Ich werde glaube ich vom Pech verfolgt

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Auto, Legolas

Stimmung: hin und her gerissen

Also im Moment steckt irgendwie echt der Wurm drin. Es laufen gerade sooo viele Sachen schief... Unglaublich. Das kenn ich gar nicht von mir. Nach der blöden Geschichte mit Legolas, der super teueren Umweltplakettenrechnung, der kaputten Time Capsule (= W-LAN und Externe Festplatte in einem) und dem Schaden kürzlich am Auto, jetzt eine neue kostspielige Geschichte:

Gestern hab ich auf dem Weg zur Arbeit kurz angehalten. Ich bin nur mit meinem Portemonnaie bewaffnet zum Geldholen in die Bank reingesprungen und dann gegenüber in den Bäcker geflitzt und stand dann kurze Zeit später mit einem dampfenden Kaffee vor meinem abgeschlossenen Auto zu stehen und fand den Schlüssel nicht mehr.

Es ist mir wirklich ein Rätsel wie man auf 150 m Fußweg die Autoschlüssel verlieren und es nicht bemerken kann. Aber er war nicht mehr da. Er war auch nicht im Auto oder unter dem Auto. Ich bin also wieder in die Bank und hab geguckt, ob er da vielleicht irgendwo am Automaten rumliegt. Nö. Er wurde auch nicht abgegeben. Das gleiche Spiel beim Bäcker. Auch nichts.

Ich schob also die ultimative Panik. Funkschlüssel sind super praktisch, aber im Moment verfluchte ich ihn ungemein. Es lief also gerade jemand mit meinem Schlüssel rum und könnte einfach durch Drücken des Knopfes mein Auto öffnen und damit wegfahren. Und meine gesamte Existenz lag im Auto. Laptop mit den ganzen Businessdaten, Telefone (incl. privater und beruflicher Telefonnummern), Haustürschlüssel, Papiere... Wenn das alles auf ein Mal wegkommt, ist das gestohlene Auto wirklich das kleinere Problem. Meine komplette Existenz....!

Ich lief also schnell nach Hause. Zu Hause war ungefähr 5min weit weg und hoffte dass meine Vermieter zu Hause wären um mich ins Haus reinzulassen. Waren sie. Glücklicherweise. Wenige min später kam ich mit dem Ersatzschlüssel zurück. Und Glücklicherweise stand mein Auto noch da. Jetzt nur schnell wegfahren.

Unterwegs sank es bei mir ein. Ich brauche einen neuen Schlüssel. Nein, nicht einen Ersatz, einen neuen! Also fuhr ich als erstes zu Seat. „Ja, kein Problem, wie bestellen einen neuen Schlüssel. Haben Sie Fahrzeugschein, Personalausweis und Fahrzeugbrief dabei?" Ich war leicht irritiert. „Fahrzeugbrief?" „Ja klar, könnte ja jeder kommen!" Stimmt auch wieder dachte ich und wurde blass. Natürlich ist das Auto nicht geklaut. Aber der Brief liegt bei meinen Eltern im Safe. Das hielt ich für eine gute Idee, aber in dem Moment schien sie mir irgendwie nicht mehr so toll.

Außerdem reichte ein Ersatz ja nicht.

Der nette Werkstattleiter meinte noch, dass ne neue Schließanlage 700€ kostet. Ich schluckte und war mittlerweile vor Verzweiflung den Tränen nahe. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Wer hat denn eben mal 700€ rumliegen, die man nicht braucht?

Also rief ich erstmal meine Eltern an. Typisch mein Vater: Rentner und trotzdem nie zu Hause und ausgerechnet dann, wenn man mal was braucht. Meine Mutter meinte, dass das doch alles kein Problem ist und das wir das schon irgendwie lösen werden. Ich fahre am Wochenende eh nach Hause und dann kann ich auch den Fahrzeugbrief mitbringen und Montag reicht es schließlich auch noch.

„Wie Montag? Ich dachte ich krieg jetzt sofort hier einen neuen!" „Nö, das dauert ein paar Tage." Ich schluckte wieder. Ich sollte mein Auto dort abstellen wo ein Irrer mit meinem Schlüssel rumläuft? Ich wohne sehr dicht an der Fundstelle dran. Das ging nicht.

Ich also einen Plan gemacht. Das Wochenende ist kein Problem. Da bin ich eh zu Hause bei meinen Eltern. Tagsüber auch nicht, da hab ich ja meinen Parkplatz beim Büro und da kommt man so ohne weiteres auch nicht drauf. Nicht, wenn man nicht den Schlüssel hat. Ratet, welcher Schlüssel auch an dem Schlüsselbund dran war? Richtig der Büroschlüssel.

Also diese kleine Geschichte kostet mich nun 160€ für den neuen Schlüssel, den Einbau einer neuen Sendeeinheit und das umkodieren des Schlüssels. Ich fand das reicht. Jetzt kann man zwar immer noch den Schlüssel ins Schloss stecken, aber ich fahre hier mit einem ortsfremden Kennzeichen rum. Da muss man schon sehr akribisch rumprobieren... dazu hat doch keiner Lust. Besonders weil die Leute, die hier ein Auto klauen wollen, meist eh die Scheibe einschlagen.

Der neue Büroschlüssel liegt bei 35€. Da gibt es einfach einen neuen und ne neue Programmierung und der alte wird gesperrt. Ich liebe die moderne Technik.

Solange ich noch auf den Schlüssel warte, parke ich mein Auto nachts im Parkhaus. Das ist erstaunlich praktikabel. Das ist zwei Stationen mit der Bahn weg (Stichwort Kurzstreckenticket) und steht dort sauber und trocken. Über Nacht kostet es 2,50 und man ist genötigt morgens früh loszufahren, weil sonst die Parkgebühren zu hoch werden. Ich sollte mir überlegen, ob ich da nicht einfach einen Parkplatz miete. Mal sehen was das kostet.

Also eigentlich alles nicht so schlimm, würden mich die eben mal in Luft geblasenen 200€ nicht so nerven. Ich könnte echt mal wieder etwas mehr Umsatz machen. Ich bereite da gerade was vor und brauche einfach mal ein bisschen Zeit am Stück um das auch umzusetzen. Und den Kopf frei. <- Was im Moment irgendwie etwas schwierig ist.

Mir geht die blöde Zwischensituation mit Legolas nicht aus dem Kopf. Gestern hab ich mit einer von ihrer Beziehung gefrusteten Freundin telefoniert und es ist mir klar geworden, dass die Sache zwischen uns doch nun wirklich nicht das endgültige Aus bedeuten müsste. So schlimm kann es doch nicht gewesen sein. Ich würde gern noch mal mit ihm drüber reden. Aber hinterher laufen will ich ihm auch nicht. Verdammte Ungeduld ewig. Außerdem bin ich ja überzeugt davon, dass er sich wieder meldet. Konflikten aus den Weg zu gehen, passt irgendwie nicht zu ihm.

Wir hatten schließlich wirklich eine schöne Zeit miteinander. Und das kann sie auch wieder sein, wenn ich mich nicht so versteife oder verkrampfe und aus Unsicherheit Blödsinn tue.

Aber so ganz bin ich mir noch nicht über die Strategie klar. Einerseits sollte ich ihm so ein Verhalten, wie neulich am Telefon nicht durchgehen lassen oder dass er mich nicht auffangen wollte/konnte oder dass er meinte dass er generell nicht der Typ für enge Geschichten ist. Ich könnte sauer sein und ihn in Zukunft abblitzen lassen. So jemand könnte mir egal sein. Ich könnte ihn vergessen und mich anderen zuwenden. Aber es hat wirklich Spaß mit ihm gemacht...

...denn auf der anderen Seite hab ich wirklich Mist gebaut. Ich habe mich darauf versteift und ich habe die blödeste Aktion aller Zeiten durchgezogen. Im Grunde hat er nur auf mich und meine Signale reagiert. Wenn es andersherum wäre, wäre ich auch genervt und bräuchte Zeit um mir zu überlegen, ob ich noch weiter Kontakt will. Ich würd es ihm gern erklären. Ihm sagen, dass ich das eigentlich nicht so will. Dass ich mich eigentlich nicht auf ihn versteifen möchte. Ich will es aus der Welt schaffen - sofort!

Dazu muss ich mich aber selbst wieder finden. Wieder mit selbst im Reinen sein. Wissen, was ich will. Mir selbst wieder genug sein. Und das braucht Zeit. Eigentlich ist das eine gute Sache. Er braucht Zeit, um sich abzuregen und ich brauche Zeit um mich zu sortieren. Diese Zeit brauchen wir beide. Wenn es irgendwie funktionieren soll, muss ich einen Weg finden, mein Bedürfnis nach Nähe in den Griff zu kriegen und meine Unsicherheit nicht überhand nehmen zu lassen.

Muss ich das wirklich? Sollte ich nicht lieber ihn abblitzen lassen und vergessen? Muss ich mich anpassen? Nein, nicht wirklich. Aber es wäre gut, wenn ich den Teil mit der Nähe lernen könnte. Und die Sache mit der Geduld. Und dann ist da ja noch diese unerträgliche Disharmonie....

Verdammt. Verzwickt...

10.03.2010 um 09:21 Uhr

Ich werde alt und einsam sterben

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Stimmung: Resignation

Erst war ich nur stinkig auf Legolas und auf den Rest der Männerwelt. Aber dann traf mich die Resignation. Ich habe gestern den ganzen Tag heulend im Bett verbracht und mir jede Menge Dharma und Greg Folgen reingezogen. An sich würde ich das heute auch gern machen, aber ich hab dafür keine Zeit. Ich hab auch noch ein Leben um das ich mich kümmern muss.

Inzwischen bin ich verzweifelt. Ich werde wohl alt und einsam sterben. Ich hänge in diesem Kreislauf drin und es gibt kein Entkommen. Hauptsächlich weil ich nicht weiß an welcher Stelle der Ausgang wäre. Es war in der letzten Zeit immer so:

Ich hatte Dates und fing an denjenigen toll zu finden. Das ist ja auch legitim - spricht ja nichts gegen. Dann fange ich aber an, eben weil ich ihn toll finde, Gefühle zuzulassen und rauszulassen. Das mache ich seit meiner Therapie. Finde ich auch nach wie vor gut, weil ich keine Lust habe wieder zu einem emotionalen Kühlschrank zu werden. Außerdem ist ja auch wirklich viel davon da. Aber damit können die Männer, die ich treffe, nicht umgehen und kommen dann mit diesem „ich will keine Beziehung eingehen"-Kram an.

Natürlich könnte ich das auch einfach akzeptieren und gehen, aber nein, es stachelt mich immer noch extra an. Denn jetzt will ich es wirklich wissen. Gut, hier wäre ein Ausgang, aber der Jagdinstinkt ist Bestandteil meines Charakters. Und weil ich es dann extra will, springe ich mit einer Zielsicherheit, die ihres gleichen sucht, in das nächste Fettnäpfchen. Nicht nur ein bisschen. Nein. Komplett mit Haut und Haaren und zerstöre damit das letzte Fünkchen Hoffnung, dass ich doch noch mit jemanden glücklich werden könnte.

Ich bin am Boden zerstört. Weniger wegen der Person als solches, sondern weil ich mich wieder einmal auf dieses Spiel eingelassen habe. Dass ich nichts daraus gelernt habe. Und weil ich mir wieder einmal selbst dolle leid tue und weil mich wieder einmal die Erkenntnis trifft, dass es da draußen niemanden gibt, mit dem ich glücklich werden könnte.

Ich bin ne zeitlang komplett Anti-Männer und lasse gar keinen an mich ran, aber dann habe ich es wieder vergessen und das Spiel geht von vorne los. Am Ende ruiniert mir mein Bedürfnis nach Nähe meine Chance auf Beziehung. Ich kann es auch nicht abstellen, weil für mich eben schon etwas dazu gehört, diese Nähe auch zuzulassen. Das kann ich nicht bei jedem. Susi und Strolch hätten ganz gern, dass ich da mehr Nähe zulasse, aber da kann ich nicht. Und bisher hab ich noch niemanden gefunden, der damit umgehen kann.

Und selbst wenn ich die Hürde Kennenlern- und Zusammenkommphase endlich mal überstehen sollte, hätte ich immer noch keine Ahnung, wie man wirklich eine Beziehung führt. Also hab ich mir mit Sicherheit einen Mann ausgesucht, der nicht zu mir passt und mit dem ich nicht glücklich werde. Einfach nur, weil ich das Muster durchbrechen wollte. Weil es mir schon fast egal ist, wer es ist, wenn ich doch endlich mal diese Hürde überspringen könnte. Es ist zum verrückt werden.

Natürlich könnte ich mir auch im Vorfeld Männer aussuchen, die eher auf Beziehungen aus sind, aber die finde ich meist langweilig und sie gehen mir sehr schnell auf den Keks. Die tun das, was ich sonst bei den Männern tue und welch ein Wunder, es nervt mich.

Dabei heißt es noch nicht mal, dass ich keine Freiheit mehr will oder keine dem anderen gewähren kann. Freiraum ist für mich extrem wichtig. Genauso wie Vertrauen. Ich will eigentlich nicht kletten, brauch ich auch nicht, wenn ich mich wohl fühle. Das beste ist, ich bin nie eifersüchtig. Wenn man mir sagen kann, was einen nervt und wann man Raum braucht, kann ich das auch gut akzeptieren. Es ist auch leicht mich wieder loszuwerden. Man muss es nur sagen, vielleicht noch einen Grund anfügen und ne halbe Stunde heulendes Elend ertragen. Dann geh ich und heule allein weiter.

Ich will einfach nur Nähe spüren und geben. Ich will jemanden anrufen können, wenn mir danach ist und ihm sagen, dass ich ihn lieb habe und vermisse. Ich will jemanden anrufen können und sagen, dass ich jemanden brauche, der mich in den Arm nimmt. Ich will für jemanden da sein, wenn er jemanden braucht und mich kümmern wenn er krank ist. Ich will kleine Nettigkeiten auf den Frühstückstisch legen und nach außen zeigen dass man zusammengehört. Ich will eine Begleitung für Urlaubsreisen und Familienfeiern und jemanden mit dem man mal was unternehmen kann aber auch genauso still nebeneinander auf dem Sofa sitzen kann. Jemand der meine vielen verrückten Ideen mitmacht, mit dem es nicht langweilig wird, bei dem ich mich wohl- und gut aufgehoben fühle und auf den man sich verlassen kann. Das muss nicht mal einen bestimmten Rhythmus haben. Einfach so, wie es einem passt.

Ich wünschte, Legolas hätte nicht gesagt, dass er Nähe generell nicht will, sondern gesagt, was ihn an meinem Verhalten nervt und dass er mich sonst nett findet. Dann hätte ich es einfach abstellen können und hätte nicht meinen verhassten Jetzt-erst-recht-Charakterzug rausgepackt.

Aber selbst wenn Legolas wieder ankommen wird, es kann nicht funktionieren. Ich brauche Nähe und er ist nicht bereit sie zuzulassen. Und vielleicht wäre es besser, wenn ich es akzeptieren würde. Wenn ich akzeptieren würde, dass es keine Chance gibt das Muster zu verlassen und jemanden zu finden mit dem ich glücklich sein werde und dass es auch Legolas nicht sein wird.

Meine Freunde werden heiraten und Kinder haben und ich werde nicht mal ne Begleitung für die Hochzeit haben. Und keiner von ihnen wird es verstehen, weil ich in ihren Augen eigentlich ein wirklich toller Mensch bin, der glücklichsein tatsächlich verdient hat. Ja, ich bin toll. Aber eben die typische alte Jungfer - nur dass ich selbstverständlich trotzdem Sex haben werde.

09.03.2010 um 10:29 Uhr

Ich bin wieder da...

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Leogolas

Stimmung: irgendwie sauer

So, die Messe ist vorbei. Natürlich fiel denen auf der Arbeit am Donnerstag vor der Messe noch ein, dass sie gern noch einen Faltflyer hätten. Am Donnerstag. Einen Faltflyer! Die sind aufwendig. Da muss man sich ein Konzept machen und vernünftig umsetzen. Schließlich soll es nicht hingehuscht aussehen. Das geht nicht so schnell. Naja.. das Kozept hatte ich schon in der Schublade liegen, aber ich hatte mir eine grafisch leicht aufwendige Geschichte überlegt, die ich komplett unterschätzt hatte. Also ich hab das gesamte Wochenende daran gearbeitet, genauso wie an einer Blickfänger Power Point. Der Flyer ging dann Montag in Druck und Mittwoch hatten wir ihn dann auf der Messe.  Eine Glanzleistung. Fanden alle.

Ansonsten war die Messe unglaublich anstrengend. Schlagfertigkeit wird nach einigen Tagen eben immer schwieriger. Dann muss man mit den anderen Jungs noch was trinken gehen und dabei ne einigermaßen gute Figur abgegeben. Wie immer eben. Aber ich glaube wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Mit dem geschäftlichen Teil nicht mit dem sozialen (wobei mit dem auch, aber der steht ja nicht im Fokus). Sonntag hab ich dann den ganzen Tag verschlafen und gestern ging es schon wieder mit Arbeiten los. Es bleibt halt immer ne Menge liegen, wenn man ne gute Woche einfach mal nicht anwesend ist.

Hier ist leider auch ne Menge liegen geblieben. Ich habe keine Blogs gelesen und auch selbst nicht geschrieben. Tut mir leid. Besonders wegen meiner Kolumne, die sicher schon einige vermisst haben.

Das Frühstück mit Legolas am Montag fiel aus. Dafür haben wir uns am Donnerstag abend getroffen. Ich glaube, ich weiß langsam was er mit „zu dicht" meint. Ich hatte Stress und meine Tage und aus dem Grund ein erhöhtes Bedürfnis nach Nähe, dem er nicht nachgekommen ist. Entweder hat er es nicht gemerkt oder er wollte nicht. Ich vermute eher mal letzteres. Es war klar, dass den Abend nichts mit uns passiert, weil ich ja so unendlich früh aufstehen muss. Der Zug ging jeden morgen um 7h. Aber dass er ohne Abschiedskuss geht, hätte ich nicht erwartet.

Diesmal tickte es aber bei mir aus. Ich brach in dem Moment in dem er ging in Tränen aus. Und ich dachte, dass ich den ganzen nächsten Tag schlechte Laune haben würde und tat etwas ziemlich dummes. Ich rief ihn noch mal an, ob ich noch einen Abschiedskuss bekommen würde. Aber er meinte, er wäre schon an der Ecke und kam nicht zurück. Ich fand das unmöglich und tat das nächste unglaublich dumme. Ich schrieb noch ne sms hinterher, dass ich es mir diesmal wirklich gewünscht hätte.

Am nächsten Tag, hatte mich die Vernunft wieder und ich erkannte, wie blöd das gewesen war. Wie konnte ich bloß so etwas tun? Also versuchte ich ihn anzurufen und erreichte ihn nicht. Hat der Typ keine Mailbox? Scheinbar nicht. Also noch eine verdammte sms mit einer Entschuldigung. Es kam keine Reaktion. Sonntag (zwei Tage später) fand ich, dass wir wirklich noch mal drüber reden könnten als er meinen Telefonanruf weggedrückt hat. Tja.. jetzt ist wohl der Status gerade, dass er nicht mit mir redet.

Diesmal weiß ich ja woran es gelegen hat. Wie kann man nur so bescheuert sein? Wenn es anders rum wäre, würde es mich auch zu Tode nerven. Dann würde ich auch keinen Kontakt mehr wollen. Zumindest vorerst. Ich glaube (oder hoffe) ja immer noch, dass ihm irgendwann einfällt, dass wir beide wirklich auf einer Wellenlänge sind und dass er das nicht komplett wegwerfen will.

Aber es ist doch zum Haare raufen. Diese Geschichten bekommen langsam ein Muster. Wir tauschen Telefonnr., wir gehen 1-2 Mal essen, lernen uns näher kennen, alles ist gut und dann irgendwann legt sich bei mir ein Schalter um und ich will den anderen besser kennenlernen. Ich fange an ihn auf Beziehungstauglichkeit abzuklopfen. Und in dem Moment muss irgendwas passieren. Ich werde wohl von frech und unabhängig zu lieb und anhänglich. Dabei will ich das gar nicht. Ich will nicht anhänglich sein. Das geht auch wieder weg, wenn ich mir der Situation sicher genug bin. Das ist nur eine Phase. Ich will nur mal antesten, was passiert, wenn ich Nähe zulasse. Früher hab ich das nie gemacht und hatte dann Beziehungen in denen Nähe gar nicht vernünftig ging.

Aber meistens hat der Mann dann schon ne Bremse gezogen und irgendwas von er wolle sich nicht Binden gefaselt. Was mich natürlich noch unsicherer macht und - anhänglicher. Aber was soll ich denn machen? Ich kann doch nicht einfach meine Gefühle in eine Kiste sperren und sie nie wieder rauslassen. Ich kann mich in dieser Phase auch nicht verstellen, weil mich das noch unsicherer macht. Das bin ich eben auch.

Ich will überhaupt keine Beziehung, wo der eine am anderen klebt. Wo keiner mehr Freiheiten hat. Wo keiner sagen kann, was ihm wichtig ist. Aber ich verhalte mich in einer bestimmten Phase schlichtweg so. Ich habe so ein Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung, außerdem will ich auch endlich wieder jemanden Liebe schenken, dass es den anderen förmlich überrennt.

Aber ernsthaft mal. Dieses dämliche Gequatsche von Männern (hier lesende mal ausgenommen), dass sie keine Verantwortung übernehmen wollen, dass sie ihre Freiheiten behalten wollen und dass sie sich nicht fest binden wollen, ist doch echt zum kotzen.

Wann übernehmen Männer denn Verantwortung für ihr Tun? Sie kriegen es noch nicht mal hin, Verantwortung für ihren eigenen Samen zu übernehmen. Verhütung? Frauensache. Sich um Kinder kümmern? Frauensache. Wie viele Kinder wachsen ohne vernünftige Vaterfigur auf, weil Männer sich nicht um ihr eigenes Fleisch und Blut kümmern können? Sie können sich ja nicht mal vernünftig um sich selbst kümmern. Was passiert, wenn ein Mann einen harmlosen Schnupfen hat? Er leidet, als wäre es der Weltuntergang. Sie übernehmen doch ohnehin keine Verantwortung und wir Frauen haben gelernt damit zu leben. Also warum sich da so gegen sträuben?

Aber nein, sie kommen mit so einem dämlichen Spruch an und damit ist für sie alles geregelt. Wieso, ich hab doch gesagt, dass ich mich nicht binden will, jetzt sieh zu, wie du mit deinen Gefühlen klar kommst. Oder, ich hab doch gesagt ich will keine Kinder, also kümmere dich um eine Abtreibung. Ja... aber wenn sie wirklich mal Verantwortung für ihr Tun übernehmen würden, würden sie nach diesem dämlichen Spruch auch konsequenter Weise gehen. Oder sie würden sich auch mal um Verhütung kümmern. Aber nein. Sie geben die Verantwortung einfach so ab und beschweren sich, dass die Konsequenzen nicht das sind, was sie erwartet haben.

Hier ist die Neuigkeit: Man hat immer Verantwortung. Und wenn man sich mit jemanden trifft und sich eine wie auch immer auch immer geartete Beziehung entwickelt, kann man sich nicht mit einen Spruch, man wolle nichts Festes aus der Affaire ziehen. DAS GEHT NICHT. Man kann Gefühle nicht mit einem „ich hab es dir doch vorher gesagt" abwenden. Sie entwickeln sich trotzdem.

Ich finde ein solches Verhalten auch noch unglaublich feige. Weil sie sich nicht trauen zu sagen, dass es zu schnell geht, oder das man nicht der richtige Partner ist. FEIGE!!! Das ist Rosinenpicker Mentalität. Sie versuchen sich so das beste rauszusuchen und ohne den Rest leben zu können. Aber im Leben gibt es nicht nur Sonne.

In Zukunft werde ich den Spieß umdrehen. Ich frage die Männern in Zukunft nachdem sie ihren Namen genannt haben, ob sie grundsätzlich bereit wären sich zu binden und wenn nicht, will ich sie auch gar nicht mehr kennenlernen. Ich bin es leid! Dann nagele ich sie hinterher darauf fest. Wieso, du hast doch gesagt, dass du dich binden willst, dann kannst du jetzt nicht mehr mit dem Freiheit- und Verantungsmüll kommen.

Ehrlich gesagt hätte ich es von Legolas am wenigstens erwartet. Jemandem der so ungern in Schubladen reinpassen will, hätte ich dieses klischeehafte Verhalten echt nicht zugetraut. Und hoffentlich meldet er sich nicht heute, weil ich heute stinksauer auf ihn und alle Männer, die diesen Spruch schon mal gebracht haben, bin. Das muss sich jetzt erstmal wieder beruhigen.