Das Leben der jungen J

24.02.2011 um 22:19 Uhr

Neue Wege tun sich auf

Stimmung: gut.

So, jetzt noch mal für die, die den Kommentare vom letzten Beitrag nicht gelesen haben. Ich habe das Bewerbungsgespräch überstanden und mittlerweile auch einige Nächte darüber geschlafen. Im ersten Moment hatte ich ein total neutrales Gefühl. Ich wusste es einfach nicht, wie es gewesen ist. Außer anstrengend.

Es dauerte statt einer Stunde zwei und wir haben unglaublich viele fachliche Fragen diskutiert. Frau Feuerkind, wenn sie diese Webseite sehen, was würden Sie denn verändern? Frau Feuerkind, wenn sie eine Online-Kampagne für ihr jetziges Unternehmen entwickeln würden, wie würde sie aussehen? Frau Feuerkind, würden Sie dem Kunden, über den wir gesprochen haben 3D-Fotos empfehlen? Frau Feuerkind, wie gehen sie vor, wenn sie mit dem Entwickler neue Ideen diskutieren? Frau Feuerkind, was halten sie von Katalogen im Gegensatz zu Webshops? Etc etc.

Im Grunde war die Stimmung wirklich gut. Es war eher eine lockere Diskussion, als eine Abfrage von Fähigkeiten. Ich glaube auch, dass ich mich die meiste Zeit wirklich gut geschlagen habe. An der ein oder anderen Stelle fehlte mir ein wenig fachliches Wissen, wovon ich aber überzeugt bin, dass ich es mir schnell aneignen kann.

Im Nachhinein betrachtet weiß ich auch nicht so genau, wie ich es einordnen soll. Immerhin hat es fast zwei Stunden gedauert und ich hatte zwischendurch das Gefühl ich hätte sie für mich eingenommen. Und dann auch wieder nicht. Aber der eine ist auf jeden Fall darauf trainiert gewesen, sich nicht in die Karten sehen zu lassen.

Das war jetzt das erste Gespräch. Es kommt dann noch eins. Fact ist jedenfalls, dass ich 1-2 Wochen (in Worten bis zu zwei Wochen) warten muss, bis ich weiß, ob ich eine Runde weiter bin. Und der Typ schloss mit den Worten „Wir beeilen uns dann eigentlich immer!" Ja klar... beeilen. Ein bis zwei Wochen warten ist für mich nicht beeilen.

Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich dort wohl arbeiten werde. Ich würde es als „ist Interessant, hat aber noch Lücken!" einordnen und mich wieder einladen. Zumindest hatte ich das Gefühl bis gestern.

Tja.... und nun passiert etwas sehr interessantes: Die beiden Chefs bei meiner Teilzeitstelle bieten mir eine Perspektive an. Erstmal würde ich einen festen Vertrag bekommen und keinen befristet mehr. Dann würden sie die Stunden von 24 auf 30 aufstocken und mir die Möglichkeit geben, einen Marktbereich selbstständig und eigenverantwortlich zu entwickeln. Wenn sich in diesem Bereich die ersten Umsätze kommen, bekomme ich einen 40h Vertrag und, je nach dem wie gut es läuft, auch ein Team. Es sind jetzt auch schon die ersten Fast-Aufträge in der Pipeline.

Mh... jetzt wo ich darüber nachdenke, klingt es nach einem miesen Deal. Nach einer Hinhalte-Taktik. Aber ich weiß ja, wie das Unternehmen funktioniert und es funktioniert tatsächlich. Hinhalten ist nicht so ganz ihr Stiel. Wenn sie keine Zukunft sehen, sagen sie es auch. Mittlerweile ist das Produkt, was wir entwickelt haben, marktreif und ein Wow-Effekt schlägt den nächsten. Es ist wirklich cool. Außerdem gibt sogar schon Referenz-Kunden. Das Material habe ich selbst entwickelt und natürlich ist es gut. Jetzt geht es darum, das Produkt auszurollen und zu vertreiben.

Achja... natürlich schätzen sie mich und meine Meinung, auch wenn sie ihnen nicht immer passt. Und ja... ich wäre jetzt ja schon so im Thema. Das wäre doch dann blöd, wenn sie mich gehen lassen würden. Und natürlich arbeiten sie wirklich gern mit mir. Der Erfolg und vor allem der Imagezuwachs den sie in den letzten zwei Jahren hatten, war zum großen Teil auch mein Verdienst. Das wissen sie auch.

Naja...mh... also... mich reizt so was. Das klingt nach einer tollen Herausforderung. Aber andererseits würde die neue Stelle von Anfang an gut bezahlt werden. Also mal ehrlich... Wenn es mit der anderen Stelle etwas werden würde, wäre es auch genau nach meinem Geschmack und ich würde sie in jedem Fall annehmen. Aber andererseits habe ich eine brauchbare Fall-back-Lösung und vor allem wäre es ausnahmsweise mal etwas mit Zukunft in dem Laden.

Jetzt nachdem wir in das neue Büro gezogen sind, ist sowieso alles irgendwo anders. Das Büro ist toll. Es ist ruhig und weitläufig und hell und schön. Außerdem haben wir eine neue Teamassistentin und die reißt sich im Moment ein wenig den Arsch auf um MIR zu assistieren. Sie hat mich heute sogar gefragt, ob sie mir den Nacken massieren könnte. Ich fand es unfassbar und hab es eher als Scherz aufgefasst.

Aber sie ist flink und clever. Es macht Spaß mit ihr.

Unter diesen Umständen könnte ich mir sehr gut vorstellen, dort zu bleiben. Aber natürlich habe immer noch Bock auf die neue Stelle.

In jedem Fall scheine ich nun doch endlich wieder auf die Füße zu fallen.

21.02.2011 um 19:00 Uhr

Morgen ist es soweit

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer, DerTeufel, AWL

Stimmung: leicht panisch

Morgen ist mein total wichtiges Vorstellungsgespräch und ich fange langsam an durchzudrehen. Wer macht auch Termine für so was, die 3 Wochen im Voraus festgelegt werden? Da kann man ja nur durchdrehen. Ich hatte mal einen Zahnarzt wo man auf Termine immer min. 4 Wochen warten musste. Und man wusste, dass er irgendwas bohren wollte. Irgendwann hatte selbst ich, die sonst keine Panik vor Zahnärzten hat Panik.

Mein Kurzzeitgedächtnis ist völlig im Arsch. Ich verlege ständig irgendwas - was mir sonst nicht passiert. Ich habe sonst ein fotografisches Gedächtnis und kann mir leicht merken, wo ich etwas hingelegt habe.

Ich vergesse im Moment auch super oft was. Samstag zum Beispiel: Der Pferdeflüsterer und ich waren einkaufen und wir haben 4 Dinge vergessen, die so wichtig waren, dass ich noch mal los musste. Vier! Das ist wirklich unglaublich. Ist mir noch nie passiert. Klar... es kam schon mal vor, dass ich mehr nach Hause gebracht habe, als ich wollte. Aber die wichtigen Dinge vergessen...? Noch nie. Zumindest nicht in dem Maß.

Dann bekomme ich in der letzten Zeit so wenig mit. Auch wenn ich auf etwas reagiert habe und einen Kommentar abgegeben habe, heißt es noch lange nicht, dass ich es auch wirklich mitbekommen habe. Deswegen hab ich mich gestern ein wenig mit dem Pferdeflüsterer gefetzt. Der erzählt sooo unglaublich viel. Meist sind es Dinge wo es sich über Autos oder Musik aus den 80er'n oder um irgendwas anderes dreht, dass man es wirklich ein wenig an sich vorbeiströmen lassen kann. Und immer klingt alles gleich wichtig. Ich finde es zwar auch nicht immer toll, aber ich kann ihm ja nicht IMMER sagen, dass es mir zuviel ist. Und es interessiert wirklich einfach nicht, ob ein langer 5. Gang gut für ein Auto ist oder nicht.

Und dann fragte ich gestern noch mal nach, wann er denn nun wieder mit LKW zurück ist und er meinte - mit ziemlich zickigen Ton: „Das hab ich dir VORHIN schon ALLES erklärt und DU hast sogar gemeint, ach so früh?! Hörst du mir eigentlich NIE zu?" Doch das tue ich. Ich bemühe mich ja wirklich. Aber das ist wirklich an mir vorbeigerauscht. Und daran, dass ich geantwortet habe, konnte ich mich auch nicht erinnern „Außerdem hättest du doch selbst drauf kommen können. Ich hab dir doch gesagt wo das ist!" Aber weiß ich wie lange man die Strecke mit einem LKW fährt? Oder was ist, wenn Stau ist? Oder wie lange das Einladen und Ausladen dauert? Oder wie lange er vor Ort warten muss? Und nein... für eine solche Transferleistung war ich gestern nicht in der Lage.

Ich war jedenfalls angepisst. Vor allem wegen seinem Ton. Und dann grundsätzlich. Er bekommt nie mit, wenn ich zuhöre, er plappert einfach immer. Immer ist alles wichtig. Und selten ist es das wirklich. Und dann erwartet er, dass ich mich an jedes bisschen Gespräch erinnern kann und ist zickig, wenn nicht. Meine Güte, mein Kopf kreist momentan um etwas anderes. Der ist im Moment nicht voll da. Kann er da nicht einmal ohne Vorwurf eine Information einfach so wiederholen?

Ok... es gab ein wenig gezicke wegen dem Thema und ich war tatsächlich sauer. Sowas haben wir sonst nicht. Wir kabbeln uns, aber wir zicken uns nicht an und richtig sauer ist auch keiner von uns geworden. Meist erkenne ich den aufkeimenden Streit auch und wende ihn im Vorfeld ab. Ich muss wirklich unter Strom stehen, wenn ich das nicht hinbekomme.

Und ja.. es ist auch so. Mein Kopf kreist um DAS Gespräch morgen. Zwischendurch am Wochenende hat mich auch schon mal die Panik erwischt. Was ist denn nun, wenn das alles doch nichts wird? Oder wenn ich da sitze und keinen Ton rausbekomme? (also wenn das passiert.... dann weiß ich auch nicht mehr!) Aber das Hauptproblem ist, dass ich schon ziemlich von diesem Job abhängig bin. Im Grunde habe ich keinen Plan B. Was einerseits auch gut ist. Wer einen Plan B hat, glaubt nicht wirklich daran, dass Plan A funktioniert. Aber ich habe immer einen brauchbaren Plan B, nur diesmal nicht. Er will mir einfach nicht einfallen.

Aber ehrlich gesagt ist immer noch genügend Zeit für Plan B, wenn mir am Telefon einer der netten Herren eröffnet hat, dass es ihnen leid tut aber dass sie sich für einen anderen Kandidaten entschieden haben. Aber irgendwie ist dieser Gedanke undenkbar. Und das meine ich so. Ich kann ihn gar nicht wirklich denken. Es ist irgendwie unvorstellbar.

Vielleicht habe ich auch Angst davor, dass man mir anmerkt, dass ich den Job unter allen Bedingungen annehmen würde und dass darauf angewiesen bin. Das es sich irgendwie wie eine letzte Chance anfühlt. Und ich will ihn unbedingt haben. Nicht nur weil es geldtechnisch andernfalls ziemlich eng wird, wenn ich ihn nicht bekomme. Sondern weil ich ihn wirklich machen will.

Vielleicht sollte ich mich darauf konzentrieren. Vielleicht sollte ich eher bei der Vorstellung bleiben, dass ich den Job auf jeden Fall bekomme. Dass es im Grunde keinen passenderen Kandidaten geben kann. Diese Vorstellung scheint irgendwie einfacher. Die Vorstellung fühlt sich richtig an, dass ich dort im Unternehmen arbeite. Wie ich den Job mache, was ich anziehe, mit wem ich Kontakt habe. Diese Zukunft scheint bunter, greifbarer, detaillierter. Eine Zukunft ohne den Job scheint nicht zu existieren. Das ist wie ein schwarzes Loch.

Ok.. das versteht jetzt keiner. Es heißt nicht, dass ich mich umbringe, wenn es nicht klappt. Ich versuch es mal anders: Ich habe manchmal eine Art Ahnung, wie sich die Zukunft entwickelt. Es ist als könnte ich schemenhaft erkennen oder besser fühlen, wie der Weg weiter geht. Meist tritt es dann auch so ein. Wenn es unvorhergesehene Ereignisse gibt, die den Weg verhindern, wie damals als AWL nicht wollte oder als der Teufel mir die Kooperation kaputt gemacht hat und im Grunde das Todesurteil für meine eigene Firma ausgesprochen hat, war ich völlig überrumpelt. Und nein. In den Momenten gab es keinen Weg, der vor mir lag. Das dauert dann auch ein wenig und dann hat er sich neu gebildet. Und wenn ich in diesen Moment ehrlich zu mir selbst gewesen wäre, hätte ich auch erkannt, dass ich die Kooperationen nicht sehen kann. Bei AWL war das im Grunde auch so. Ich hatte keine Bilder im Kopf, wie wir beide Alltag miteinander erleben. Zum Beispiel einen Film ansehen. Oder Frühstücken. Das was ich gesehen habe, war nicht aus diesem Leben.

Natürlich besteht immer noch die Möglichkeit, sich wo anders zu bewerben. Oder bei meiner Teilzeitstelle weiter machen. Kopftechnisch weiß ich es. Aber fühlen kann ich es nicht. Genauso wenig, wie ich fühlen kann, dass es mit mir und dem Pferdeflüsterer in ansehbarer Zeit zu Ende ist. Es fühlt sich einfach nicht so an, als würde ich bei meiner Teilzeitstelle noch lange weiter arbeiten. Genauso, wie ich fühlen kann, dass ich bei DEM Unternehmen arbeite, kann ich fühlen, wie ich meinen derzeitigen Chefs erzähle, dass ich keinen Wert auf die Verlängerung meines Vertrages lege, weil ich einen neuen Job habe. Ich fühle förmlich, wie sie reagieren. Ich sehe mich schon meine Sachen packen, Übergabe machen und das alles nicht traurig. Sondern fröhlich. Ich freue mich, dass es hier zu Ende geht.

So habe ich damals auch fühlen können, dass wir die Förderung bekommen werden und das ich ein Diplom habe und dass es mit dem ersten Job funktioniert hat. Auch diese Zukunft war schillernd und farbenfroh, während es quasi keine Alternativen gab. Damals hatte ich Recht. Ich hoffe, dass es diesmal auch so ist.

20.02.2011 um 15:21 Uhr

25kg Fleisch

„25kg Fleisch..." So fing die sms vom Pferdeflüsterer am Freitag an. „...und 6kg Knochen zum auskochen." Der Pferdeflüster hat ein achtel Rind gekauft. Das macht man auf dem Land wohl. Tja.. und jetzt ist der Gefrierschrank voll mit Hackfleisch, Gulasch, Rouladen, Braten, Steaks und Filet. Wir haben also super leckeres Angus-Bio-Fleisch zu Hause und das erste was wir gegessen haben war Nudeln mit Bolognesesauce. *kopfschüttel* 

Aber weil ich eine gute Freundin bin, lasse ich den Pferdeflüsterer nicht im Regen stehen und deswegen kochen gerade zwei riesige Töpfe mit Rinderbrühe auf dem Herd. Und das ist erst die erste Ladung.

Mal sehen, was wir alles mit dem vielen Fleisch anfangen. Aber uns wird schon was einfallen. Außerdem will eigentlich jeder, den wir kennen etwas vom Kuchen abhaben.  

19.02.2011 um 09:46 Uhr

Über Ungeduld und Geschwindigkeit

Stimmung: kribbelig

Tja, die Frage meiner Coaches nach meiner größten Schwäche beschäftigt mich wieder Erwarten immer noch. Natürlich steht in jedem Bewerbungsbuch, dass man sich dort etwas überlegen soll, was nicht ganz so schlimm ist und viele schlagen auch tatsächlich vor, dass man sich bspw. für Ungeduld entscheiden soll. Das finde ich ziemlich gemein, weil es bei mir wirklich meine Schwäche ist.

Es ist deswegen eine Schwäche, weil es mir eigentlich nie schnell genug geht. Weil es manchmal bedeutet, dass ich über andere hinweg fahre und nicht merke, dass ich den anderen nicht mitgenommen habe. Meine Ungeduld ist schlecht, weil ich selten abwarten kann, bis jemand oder etwas sich von allein entwickelt hat. Auf etwas zu warten macht mich sowieso wahnsinnig. Ich hasse es mit der Hand zu schreiben, weil es einfach nicht schnell genug geht und mein Kopf immer schon drei Schritte weiter ist und am Ende nur Kauderwelsch dabei raus kommt. Ungeduld verleitet mich zu Flüchtigkeitsfehlern. Mit Menschen, die zu langsam denken und mir nicht folgen können oder mit einem langsamen Sprechrhythmus langsames Denken signalisieren, kann ich schwer umgehen.

Wenn mir etwas nicht schnell genug ist, werde ich unzufrieden - mit der Gesamtsituation und vor allem mit mir, weil ich nichts tun kann. Wenn ich mich mit Stagnation konfrontiert sehe, werde ich innerlich immer unruhiger und unglücklicher. Es ist dabei selten, dass ich hektisch werde. Ich versuche immer daran etwas zu ändern, aber in solchen Situationen. Vielleicht reagiere ich manchmal impulsiv.

Ich bin jemand, der braucht Fortschritt und Vorankommen wie die Luft zum atmen. Das ist so fest in Persönlichkeit verankert. Es war immer schon so, dass mir keine Entwicklung schnell genug ging. Meine Mutter gibt gern damit an, dass ich schon so früh sprechen konnte oder dass ich so schnell laufen gelernt hatte. Ist ja auch klar: Laufen ist schneller als krabbeln. Wenn man spricht, verstehen einen die anderen und man bekommt was man will. Das Problem war immer schon, dass mein Kopf immer schnell war, aber das andere Teile eben einfach ihre Zeit brauchten sich zu entwickeln. Und ich habe es gehasst von äußeren Umständen ausgebremst zu werden.

Am schlimmsten war es, dass man meinen Eltern kurz vor der Einschulung gesagt hatte, ich wäre zu weit für mein Alter und man müsse mich ausbremsen. Schließlich würde ich es ja in der Schule lernen. Und ja... in bestimmten Dingen war ich wirklich nicht so weit. Wenn mich etwas gelangweilt hat, hab ich mich etwas neuem zugewendet. Ich hab mich also schnell ablenken lassen und es nicht geschafft mich länger auf etwas zu konzentrieren. Ich konnte auch nicht Stillsitzen. Kann ich heute noch nicht. Aber mein Kopf wollte immer gefordert werden.

Aber ich habe auch gelernt, mit der Ungeduld umzugehen. Ich musste mühsam lernen, dass nicht alle Menschen so schnell sind wie ich. Dass ich manchmal abwarten muss, bis für eine Entwicklung die richtige Zeit kommt. Ich musste lernen, dass in Langsamkeit auch was gutes liegen kann. Dass ich mir manchmal die Zeit nehmen muss, um etwas genau und richtig zu machen. Dass mir auch selbst die Zeit geben muss um etwas zu lernen und dass ich nicht von vorn herein perfekt sein kann, auch wenn ich es von mir meist erwarte. Dass es mir gut tut, wenn ich mal durchatme und runter komme.

Ja. Ungeduld ist wirklich meine Schwäche. Aber sie ist auch mein größter Antrieb. Wenn ich die richtigen Rahmenbedingungen finde, gehe ich einfach los und andere folgen mir. Ich kann Menschen mitreißen, begeistern und motivieren, einfach weil ich Visionen entwickle, mitteile und umsetze. Es drängt mich nach vorne. Es drängt mich zu Effizienz, weil Ineffizienz einfach zu lange dauert. Es lässt mich Chancen ergreifen, wenn sie sich mir bieten, weil sie Entwicklung versprechen - was mich wiederum mutig macht. Weil mein Kopf so schnell ist, kann ich mich schnell in Situationen hinein denken. Ich kann Konzepte entwickeln, während ich mit jemanden rede. Ich kann schnell Argumentationsketten entwickeln und so Gegenargumente aushebeln, bevor der andere sie ausgesprochen hat. Es lässt mich Zusammenhänge unglaublich schnell erfassen. Es sorgt dafür, dass ich erst einen Plan mache, bevor ich mich an die Umsetzung mache und nicht einfach Ziellos in der Gegend rumlaufe. Es bringt mich dazu mich weiterzubilden, zu lernen und wissbegierig zu sein. Es lässt mich unglaublich viele Ideen entwickeln und es wird nicht langweilig.

Die erste, bei der Geschwindigkeit ein Thema war, war Nitida. Wir haben zusammengearbeitet und uns gegenseitig befruchtet. Ich bin vorangelaufen und sie hat den Kleinkram gemacht, der mich wahnsinnig gemacht hat. Sie hat mich ausgebremst, wenn es zu schnell ging. Sie hat mir erklärt, dass es Menschen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gibt und dass einmal Luftholen und nachdenken nicht heißt, dass man fertig mit reden ist. Dass ich auch einem anderen Menschen Zeit geben muss seine Gedanken in Argumente zu verpacken und dass ich da nicht von mir auf andere schließen kann, weil ich das nebenbei mache. Außerdem wäre ich ja dann im Vorteil, weil ich mir so eine Antwort überlegen kann. Sie hat mir Feedback gegeben und mir gesagt, wann ich zu hektisch war. Sie hat mich zu einer besseren Geschäftsfrau gemacht. Andererseits habe ich sie aber auch gefordert, weil ich immer so schnell war. Sie hat sich auch entwickelt. Sie war Anfangs etwas graue Maus-mäßig und ist irgendwie immer unter gegangen. Sie brauchte mehr Selbstbewusstsein und Rückgrat. Und es war schön zu beobachten, wie das immer mehr in ihr hoch kam. Aber auch jetzt befruchten wir uns immer noch gegenseitig. Ich freue mich so, dass sie zu meinen Freundinnen zählt.

Wegen dieser ganzen Ungeduld und Geschwindigkeit die mich antreibt, finde ich es auch unglaublich wichtig, einen Menschen wie den Alten Mann zu meinen Freunden zu zählen. Er erinnert mich immer regelmäßig daran, dass Langsamkeit auch seine Qualität hat. Er entschleunigt mich und das auf eine angenehme Art. Er strahlt Ruhe und Gemütlichkeit aus und steckt mich damit an. Ich habe gelernt, dass wenn ich abwarte, bis er einen Gedanken formuliert, dass dieser mich oft weiter bringt. Nicht dass ich das immer kann. Aber ich strenge mich an. Ja.. er ist langsamer als ich, aber wir sehen das nicht als Nachteil, sondern ziehen da unsere Stärke raus.

Ich kann auch sehr froh sein, dass ich mit jemanden, wie dem Pferdeflüsterer zusammen bin. Er ist nämlich meistens genauso schnell wie ich. Er denkt schnell und vor allem mit, was selbst mich manchmal überrascht. Er ist clever und findig, was mir gut gefällt. Außerdem ist er herrlich Lösungsorientiert und außer in der Küche oder im Haushalt sehr effizient. Manchmal muss ich ihn auch ausbremsen, weil er es noch nicht gelernt hat, dass man in Beziehungen eine gewisse Entwicklung abwarten muss. Dass man einfach nicht unüberlegt und Hals über Kopf zusammen zieht oder Kinder bekommt. Aber ebenso wie seine Geschwindigkeit schätze ich an ihm, dass wir auch Ruhezeiten genießen können. Dass wir auch einfach mal so dasitzen können und die Zeit verstreichen lassen können. Dass nicht immer alles schnell gehen muss. Und es freut mich mal die Rolle wechseln zu können und ihm hin und wieder zu sagen, dass für etwas noch nicht die Zeit gekommen ist.

Aber auch mein Freund aus München, meine Freundin aus Brüssel, meine längste Freundin aus Frankfurt, CopyCat oder Stern89 sind sehr helle Köpfchen und überhaupt nicht langsam. Es freut mich immer mit ihnen angeregte Unterhaltungen führen zu können. Ich mag clevere Menschen, die auch noch vielseitig interessiert sind. Das macht jeden einzelnen für mich wichtig.

Wieso hatte ich das jetzt noch mal alles aufgeschrieben...? Achja! Ich konnte nicht schlafen, weil ich total aufgedreht war und mein Kopf die ganze Zeit um das Thema kreiste.

Die Boutique in der ich arbeite schließt zum Ende des Monats und wir hatten gestern unser Abschiedsessen. Und da war ein Mädel dabei, dass ich noch nicht kennengelernt hatte.

Sie ist etwas jünger als ich und super süß und eigentlich total nett. Sie ist auch erfolgreich, weil sie bei einem Textildicounter Betriebsleiterin ist. (Ich wusste gar nicht, dass so was ein Ausbildungsberuf ist.) Ich glaube, sie macht ihre Sache auch gut. Sie hat nur in unserer Boutique gearbeitet, weil sie gerade ein Kind bekommen hat und etwas nebenbei machen wollte und mal Erfahrung im Verkauf sammeln wollte.

Aber ich fand sie anstrengend. Erst nur nervig und dann anstrengend. Aber weil ich so was nicht einfach in der Luft stehen ließ, überlegte ich warum. Sie ist auch unglaublich schnell. Sie denkt sehr schnell und redet sehr schnell. Sie hat ihr Herz genauso auf der Zunge, wie ich.

Ja... sie ist mir ähnlich und doch anders. Sie ist nämlich tatsächlich hektisch und strahlt eine innere Unruhe aus. Aber nur in bestimmten Momenten. Es gab Momente, da war sie ganz ruhig.

Aber mich machte sie kribbelig. Ich merkte regelrecht, wie mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Wie ich meine innere Stabilität verlor und ich brauchte fast die ganze Nacht, um meine Ruhe wieder zu finden. Diesmal fiel es mir wirklich schwer. Vielleicht machte es diese Aufbruchstimmung noch schlimmer. Und die Tatsache, dass ich gerade wegen der Jobsituation leicht aus dem Gleichgewicht bin. Aber nun endlich habe ich erkannt, wie sich der Alte Mann hin und wieder in meiner Gegenwart fühlen muss und warum er es manchmal als anstrengend betrachtet.

 

16.02.2011 um 18:16 Uhr

Noch 6 Tage *ist ein bißchen aufgeregt*

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: DAS, Unternehmen


Heute war das Bewerbungscoaching, wo wir das Bewerbungsgespräch bei DEM Unternehmen noch mal durchgespielt haben. Und meine Kritiken waren durchweg gut. Zwar hätte ich öfter am Anfang einer Frage leicht geschwommen, hätte mich aber dann immer schnell gefangen und mich souverän und überzeugend geäußert. Überhaupt hätte ich sehr souverän und sicher gewirkt, was wohl sonst bei anderen Choachees nicht so der Fall ist. Sie verstehen nicht so ganz, warum ich mir Sorgen mache.

Ich fand's wichtig. Es ist immer soo... schwierig, wenn man nicht weiß, ob das was man erzählt gut ist oder einen gerade reinreitet. Aber ich bin ja auch keine 16 mehr. Es fällt mir deutlich leichter zu erkennen, was der andere hören will und wie ich es verpacken muss. Zu blöd, dass es mir schriftlich so selten gelingt. Aber verbal bin ich unschlagbar.

Sie haben mir noch ein paar Fallstricke aufgezeigt und mir gesagt, welche Frage ich vielleicht nicht stellen sollte, weil sie zu sehr in die Tiefe geht oder zu sehr signalisieren, dass ich meine Chefs zu sehr fordern würde. Das hat mir eingeleuchtet.

Aber es ist schon cool, wenn man richtig merkt, dass man mit der was-ist-mein-größter-Erfolg-Geschichte nicht nur die Frage beantwortet, sondern auch die Kompetenzen in dem Bereich unterstrichenhat.

Ich glaube ich kann es schaffen. Ich war wirklich souverän. Aber manchmal wenn ich aufgeregt bin, versuche ich witzig zu sein und es geht dann richtig in die Hose. Oder ich rede mich um Kopf und Kragen. Aber ich weiß ja wo Fallstricke liegen. Die gilt es geschickt zu umschiffen. Ich pack das schon.

Es war eine gute Idee, sich noch mal ein Feedback zu holen.

15.02.2011 um 12:06 Uhr

Valentin oder Tag der Blumenverkäufer

Stimmung: riesig

Das letzte Wochenende war wirklich toll. Ich hatte mir Freitag beziehungsfrei genommen, weil ich mal wieder überall Ordnung reinbringen und sauber machen wollte. Seit meine Putzfrau gekündigt hat steh ich wieder da und muss all die ätzenden Dinge wieder allein tun. Und nein... trotz aller Vorsätze... ich bring es trotzdem nicht so wie meine Putzfrau.

Aber das restliche Wochenende war super. Ich fühlte mich wie gewohnt dick, aber der Pferdeflüsterer war trotzdem so richtig scharf auf mich. Das fand ich wirklich schön. Kann ein Mann einem ein schönes Kompliment machen, als dass er trotz zusätzlicher Pfunde scharf auf einen ist?

Wir hatten das Wochenende sowieso sehr viel und sehr guten S**. Weit mehr als sonst. Aber es war eben auch immer stimmig. Wir waren beide nicht müde, hatten keine Schmerzen und vor allem hatten wir Zeit.

Weil ich seit gestern faste und wir nicht wussten, ob der Pferdeflüsterer wegen der trächtigen Stute am Montag weg kann, haben wir den Valentinstag schon ein wenig vorverlegt und sind schon am Sonntag lecker essen gewesen. Auch das war total schön. Einfach nur ein Abend mit uns beiden und gutem Essen.

Er konnte dann aber doch weg und wir waren im Kino. „Black Swan". Ok... hier muss ich mal einen Einschub machen. Der Film ist einfach der Hammer.

*Einschub Anfang*

ACHTUNG! Spoilerwarnung!!!! Ich weiß nicht, wie ich die Faszination von dem Film erklären soll, ohne wenigstens etwas vom Ende zu erzählen.

Es geht also um dieses wirklich brave, perfekte, zurückhaltende, stille Mädchen, dass davon träumt eines Tages die Schwanenkönigin zu tanzen. Und dann kommt endlich der Tag, an dem der Regisseur ihr tatsächlich die Rolle gibt. Aber sie steht vor einer großen Herausforderung. Während ein Teil der Rolle (der weiße Schwan) genau ihrem Charakter entspricht (sanft, brav und zurückhaltend) ist der andere Teil der Rolle (der schwarze Schwan) das genaue Gegenteil. Sie sieht sich nun damit konfrontiert, den schwarzen Schwan oder die dunkle Seite in sich zu entdecken. Und zunächst scheint die dunkle Seite, ein Mädchen, dass das genaue Gegenteil von ihr ist, in der Tanzgruppe aufzutauchen. Und sie lässt sich von der anderen anstecken, mitreißen aber auch sabotieren.

Als Zuschauer beobachtet man nun die Metamorphose von hell zu dunkel. Man sieht, wie der dunkle Schwan immer mehr in ihr erwacht. Wie sie sich immer wieder mir Aspekten ihres eigenen Charakters konfrontiert sieht, kann diesen Teilen zunächst nicht nachgeben. Bis zu dem Tag, an dem großen Auftritt ist, wo sie bis zur Perfektion mit ihrer Rolle verschmilzt. Und am Ende fragt man sich, ob sie sich die andere Person, die sie sabotiert hat vielleicht nur eingebildet hat.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass einen Film gibt, der jemals die beiden Seelen, die in einer Frau schlagen, Engel und Hure, derartig provokant präsentiert hat. Er zeigt den Kampf, den ich zumindest immer wieder mit mir kämpfe und von dem ich auch weiß, dass ihn auch andere Frauen kämpfen. Die sanfte Seite vs. die forsche Seite, weiß vs. schwarz, hell vs. dunkel. Und dabei ist der Film nicht langweilig. Er überrascht immer wieder mit neuen Wendungen. Man hätte auch kein besseres Medium als Schwanensee wählen können, weil auch da der Kampf zwischen weiß und schwarz das Thema ist.

Ich kann nur sagen, dieser Film hat mich beeindruckt, mich gerührt, mich bewegt, mich erschüttert und mir Gänsehaut verschafft. Ich habe schon lange keinen Film gesehen, der so unter die Haut ging. Dieser Film ist weit mehr, als ein kuschel wuschel Tanzfilm wo ein bisschen hinter den Kulissen gezickt und gemobbt wird. Er ist nicht mal unbedingt ein Frauenfilm und vor allem ist er nichts für schwache Nerven, weniger wegen dem Blut was fließt, sondern eher wegen der Stimmung. Ich würde ihm definitiv 10 Punkte geben und ihm jedem empfehlen zu sehen.

*Einschub Ende*

Und so endete der Valentinstag mit einem Film, der nicht wirklich romantisch aber dennoch großartig war.

Es war wirklich schön diesen Tag mit dem Pferdeflüsterer zu verbringen. Wenn ich nur ein Jahr zurück denke, war der Tag wirklich traurig, weil ich da gedacht habe ich hätte jemanden und der war nicht da. (hier noch mal zum nachlesen) Aber dieses Jahr hatte ich jemanden, in dessen Armen ich mich zum schlafen einkuscheln konnte und für den die Liebe jeden Tag ein bisschen mehr wird. Und so fühle ich mich auch ohne Blumen wie ein Blumenkind.

11.02.2011 um 20:45 Uhr

Noch 11 Tage *hibbel*

Stimmung: überwälltigt und aufgeregt

Naja.. genau genommen ist in 11 Tagen schon alles vorbei. Dann weiß ich schon, ob das Bewerbungsgespräch bei DEM Unternehmen gut war oder nicht. Aber weil ich ja noch ein wenig Zeit habe, nutze ich sie eben auch. Gute Vorbereitung ist hier das Stichwort.

Ich werde mir auch dieses Mal ein Coaching gönnen. Nein... vermutlich kann man nicht alles durchspielen. Vor allem kenne ich meine Gegenüber nicht. Ich weiß gar nicht, wie die Jungs so ticken. Aber alle, mit denen ich aus DEM Unternehmen schon mal telefoniert habe, waren super nett.

Tja.. und was auch zur Vorbereitung gehört, ist dass man genau weiß, wie man dort hinkommt. Nein, sie sitzen doch nicht mehr in dem Gebäude, in dem ich dachte. Sie sind ungezogen. (Scheiß Copy und Paste. Hab gar nicht auf die Adresse geachtet.)

Also bin ich heute abend dort mal eben vorbeigefahren. Schon mal üben...! Und ich war überwältigt. Ich hab das Gebäude bisher nur aus der Ferne betrachtet, aber wenn man direkt davor steht ist es unglaublich cool. Ich fing schon an aus Erfurcht zu zittern, als ich um die Ecke bog. Aber das Auto abzustellen und physisch davor zu stehen, hat mir schlicht den Atem geraubt.

Das Gebäude vereint Erfolg und Transparenz, Filigranität und Stabilität, Andersartigkeit und Moderne wie kein anderes. Man will hoch hinaus. Und trotzdem verleugnet es nicht die Wurzeln, auf denen es steht. Dieser Bau IST Design. Er lebt Design. Vermutlich werden dort täglich viele richtig gute Ideen geboren. Beeindruckend. Einfach nur Beeindruckend. Das letzte Mal war ich so hin und weg, als ich in New York das erste Mal a*merikanischen Boden betreten habe und wusste, dass das Jahr, das vor mir lag, toll werden würde.

Und noch toller ist die Vorstellung, nicht nur als Besucher die heiligen Hallen betreten zu dürfen, sondern täglich mein Auto im Parkhaus abzustellen, mit Kostümchen, eleganter Handtasche und schicken Trittchen über den Platz zu schreiten, den gläsernen Fahrstuhl hochzufahren, dann entweder den Sonnenaufgang (zumindest im Winter - wir erinnern uns, ich bin nur mäßig der Frühaufsteher) oder den Sonnenuntergang vom Schreibtisch aus beobachten zu können und sich davon inspirieren zu lassen. Hammer.

DAS will ich haben. Jeden Tag.

Und nein... dieses Gebäude werde ich nicht als Bittsteller betreten. Ich gehe mit stolzgeschwellter Brust rein - und wieder raus. Nein.. es geht mir nicht um das Statussymbol. So was brauche ich nicht. Ich will es erLEBEN.

Der Alte Mann hat vorhin schon versucht mich wieder auf den Boden zu holen. Es sind doch noch 11 Tage, meinte er. Ich hätte doch noch genug Zeit abzuheben, wenn ich den Job bekommen sollte - wobei es auch dann noch schön wäre, wenn auch dann noch auf dem Boden bleiben würde. Es macht mir Mut, dass er an mich glaubt und daran, dass ich dorthin passen könnte. Aber es fällt mir schwer, auf dem Boden zu bleiben. Ich bin schon ein kleines bißchen aufgeregt. Das Fieber ist noch nicht ganz ausgebrochen und ich arbeite daran, es konstruktiv zu nutzen.

10.02.2011 um 21:10 Uhr

Beste Freundin

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Nitida

Stimmung: richtig gut

Man... es ist so toll gute Freunde zu haben, bei denen man sich mal über alles was nervt auskotzen kann. Ich bin wirklich ein Glückspilz, weil ich davon doch einige habe. 

Ich war gerade mit Nitida essen. Seit sie so viel arbeitet und wir beide in festen Beziehungen stecken schaffen wir es nicht mehr so oft wie früher, uns regelmäßig zu treffen oder miteinander zu reden. Ich glaube, das letzte Treffen ist bestimmt schon einen guten Monat her und da war noch ne andere Freundin (die auch toll ist) dabei. Aber nur wir beide ist sehr selten geworden... und ja... ich habe es schon fast vermisst. Aber heute abend hat es spontan funktioniert. *freu*

Sie ist eine tolle Zuhörerin und wirft immer wieder irgendwelche schlauen Kommentare ein. Sie ist schon toll. Plötzlich ist alles nur noch halb so nervig. Der Job in der Boutique, wo sie auch arbeitet und wo es ständig irgendwelche komischen Probleme mit meiner Chefin gibt und haufenweise unglückliche Umstände, die mir das Leben schwer machen, der Teilzeitjob der plötzlich nicht mehr so doof ist oder die Figursituation die mich nicht mehr ganz so tierisch unglücklich macht. Und es ist klasse mal so richtig über die Mutter, den neusten Familienklatsch und den Freund ablästern zu können (der schon oft nervig ist) ohne gleich die Beziehung in Frage stellen zu müssen. Es ist klasse es einfach mal aussprechen zu können.

Außerdem ist es toll sich mal wieder gegenseitig auf den neusten Stand zu bringen. Über Anekdoten zu lachen, sich gemeinsam aufzuregen und Lösungen zu überlegen. Toll. Es hat so viel Spaß gemacht und meine Laune ist besser als die letzten Tage zusammen. Ihre auch (was wirklich schön ist). 

Und was lernen wir daraus: Ein fester Freund ist zwar schon ziemlich toll, ersetzt eben noch lange keine beste Freundin.

09.02.2011 um 14:23 Uhr

Kunterbuntes

Stimmung: ganz gut

Tja... das Problem, wenn man nicht regelmäßig seinen Blog pflegt, ist dass dann unglaublich viele spannende Dinge nicht erzählt werden, weil es immer wichtigeres als die kleinen Anekdoten im Leben gibt, die erzählt werden wollen. Und das letzte Wochenende hat einige dieser kleinen Dinge parat gehabt und ich will einiges davon mal erzählen.

 

Der Weinkauf:

Der Pferdeflüsterer und ich waren letzten Sonntag beim Bauern, der so aussieht, wie der Nominator, zum Brunchen eingeladen und natürlich musste auch ein Geschenk her. Ne Flasche Wein geht immer. Wir waren also im Supermarkt unseres Vertrauens und weil es ein riesiger Supermarkt ist, haben sie da auch eine große Weinecke mit Beratung. Weil wir beide keine Ahnung haben, stürmte ich also los und suchte mir einen charmanten älteren Herrn, der bereitwillig Auskunft gab. Aber schon die ersten Fragen brachten uns an unser Limit:

„Rot oder Weiß, trocken oder lieblich, welches Anbaugebiet, welche Rebsorte, welche Tagestrinkzeit, zum Essen oder danach, welche Preisvorstellung...?"

Wir sahen uns ratlos an und der Pferdeflüsterer rief beim Bruder des Nominators an. Ich fing schon mal mit Vermutungen an: „Also rot ist immer gut. Und trocken bestimmt auch. Ich würde jetzt einen Wein für abends vorm Kamin verschenken, Anbaugebiet egal, ca. 10-15€." Und wir stiefelten los. Der nette Herr machte Vorschläge und uns verschiedene Weine schmackhaft, bis der Pferdeflüsterer wieder zurückkam und meinte: „Also doch eher lieblich. Und derjenige ist gar kein Weinkenner. Er trinkt gern so was wie einen Dornfelder!" Bei dem Wort „Lieblich" und „Dornfelder" zuckte der nette Herr ein wenig aber doch merklich zusammen.

„Also dann sind wir hier in diesem Anbaugebiet völlig falsch. Und ich weiß dann nicht, ob es nicht übertrieben ist ihm einen so teuren Wein zu schenken!" Also entschieden wir uns für zwei günstigere Flaschen, dafür aber auch Dornfelder. Und der nette Herr lief mit uns von Anbaugebiet zu Anbaugebiet und erzählte uns etwas über diese Rebsorte und über diesen Winzer. Wir waren dann tatsächlich auch davon überzeugt, dass wir selbst mal wieder einen schönen Wein kaufen könnten und suchten ein paar Flaschen für uns und als Geschenk aus.

...Bis der Pferdeflüsterer einen Anruf von weiteren Gästen bekam: „Ja... wir sind gerade im Geschäft... wir schenken Wein und ihr?... ach, ihr wollt auch!... ja, bringen wir mit!.... was soll es denn für ein Wein sein...ahso... aha!

Wir liefen also wieder mit dem netten Herrn (der nebenbei ultra höflich und überhaupt nicht genervt war) durch die Gänge und suchten die nächsten zwei Flaschen Wein für den gleichen Bauern aus und kamen uns dabei schon ziemlich blöd vor.

...Bis dem Pferdeflüsterer einfiel, er könnte dem Kollegen, der netterweise auf Abruft stand, damit wir abends weg konnten, obwohl ein Fohlen kommen sollte, auch noch ne Weinflasche als Dankeschön schenken könnte. Ihr erratet es sicher: Ja... auch diesmal gab uns der nette Herr einige gute Tips und am Ende standen drei Flaschen für uns, vier für den Nominator und eine für den Kollegen in dem Wagen. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt dreimal mit dem Bruder und zweimal mit den anderen Gästen telefoniert, es war uns schon unendlich peinlich weil wir so schwierige Kunden waren und hatten nun endlich das Gefühl ein tolles Geschenk zu haben.

...Bis wir an den Präsentkörben vorbeikamen. „Ach guck mal Schatz, die sind ja toll! Lieblicher Wein, und dann auch noch nett verpackt mit Korb und noch ein bisschen was zu knabber. Das ist ja super. Eigentlich genau das richtige. Und schau an... das gibt auch noch mit unterschiedlichen Biersorten. Bier trinkt er doch viel lieber als Wein. Ich frag mal die anderen, ob sie sich daran beteiligen!" Und so entschieden wir uns nach langem hin und her und weiteren 2 Telefongesprächen (was hat man bloß damals ohne Handy gemacht) dazu doch den Präsentkorb mit dem Bier zu kaufen.

Aber wir hatten ja nun den Geschenk-Wein im Korb und der nette Herr lief genau da rum, wo der Wein hingehörte. Also das war doch der Gipfel der Peinlichkeit. Erst so lange brauchen und dann den Wein wieder zurückbringen wollen...? Wir waren schon kurz davor, den Wein selbst zu kaufen. Aber dann gab ich mir einen Ruck. Ist doch nicht schlimm, wenn man sich umentscheidet.

Der nette Herr begrüßte uns wie der Fisch vom Fischer und seiner Frau: „Was ist denn nu? Was wollt ihr denn jetzt? Doch nicht der richtige?" „Doch doch... aber wir haben überlegt, dass wir doch keinen Wein an jemanden verschenken wollen, der es nicht zu würdigen weiß. Uns ist etwas anderes eingefallen. Tut uns leid, aber vielen Dank für die Beratung!"

Und ja.. der Wein, den wir abends gleich geöffnet haben, war wirklich lecker.

 

Wir haben Zahnschmerzen!

Langsam wird es unwirklich. Nach „WIR sind müde", „WIR sind krank" und „WIR haben keine Lust auf Sex", hier eine neue Episode aus der Beziehung vom Feuerkind mit dem Pferdeflüsterer:

Ich habe mir ein Stück Zahn abgebrochen. Das tat zwar nicht doll weh, war aber unglaublich unangenehm, weil es eine scharfe Kante gab, an der sich meine Zunge immer aufrieb. Und so saßen wir beim Frühstück und erzählten uns gegenseitig etwas über unsere Zähne und die Erfahrungen mit Zahnärzten. Und als wir dann auf dem Geburtstag waren und der eine Nachbar auch ein Stück Zahn verloren hat, fiel es dem Pferdeflüsterer auch auf, dass er Zahnschmerzen hat. Und dann war es wirklich schlimm. Wir mussten zu einer Notapotheke, weil er überhaupt keine Schmerzmittel im Haus hat. Den ganzen Sonntag war er zu überhaupt gar nichts zu gebrauchen und litt vor sich hin. Also hatten WIR Zahnschmerzen.

Was ist denn wenn WIR schwanger sind? Ich will es mir gar nicht vorstellen.

 

Die Fohlengeburt

Tja.. Freitag Abend war es nun endlich so weit. Wir standen im Bad und machten uns Bettfertig, als plötzlich der Alarm losging. Und nein, ich wäre davon nicht wach geworden. Ich hätte den eintönigen Piepton in meine Träume integriert und lustig weiter geschlummert. Das ganze letzte Wochenende war schon so gelaufen, dass ich ständig wach geworden bin, weil wir dachten die Stute könnte fohlen. Tat sie aber nicht. Und so startete ich schlecht erholt in die letzte Woche. Aber letzten Freitag war es nun so weit. Und weil ich neugierig war, wollte ich dabei sein. Wir zogen uns also wieder an und gingen runter zum Stall.

Muss ich die Geburt in seinen Einzelheiten beschreiben? So spektakulär ist es nun auch nicht. Das Fohlen steckt in einer Blase, die teilweise mit den Vorderläufen des Fohlen raushängt. Es dauert ziemlich lange, bis so ein Fohlen wirklich ganz draußen ist und es ist nicht ganz so romantisch, wie man denkt. Es ist viel Blut da, viel schwabbeliges Zeug, was ehemals die Fruchtblase war, die Stute macht tiefe grollende Geräusche und die anderen Stuten antworten ebenso grollend und die beiden Jungs zogen schon heftig an den Vorderbeinen. Irgendwann war es raus und die Stute fix und fertig. Also lag das kleine im Heu und bekam als erstes einen Einlauf und das Fruchtwasser aus der Nase mit einer Saugglocke gezogen. Toller Start ins Leben. Aber dann ließ man die beiden weitestgehend in Ruhe.

Die Stute guckte total verzückt das kleine an und rrrte leise. Dann stand sie auf und fraß erstmal. Es dauerte ein bisschen, bis das Fohlen auf wackeligen Beinen stand und der erfolgreiche Versuch glückte nur deswegen, weil es erst gegen die Stute und dann gegen die Wand prallte, bis es das mit dem Gleichgewicht raus hatte. Dann dauerte es noch ein kleines bisschen, bis es das erste Mal trank und die Mutter die Nachgeburt los war. Das muss man alles abwarten. Alles in allem waren es gute zwei Stunden.

Der Akt endete mit einem Schnaps auf neue Wesen. Also wie gesagt nicht so romantisch und keine Ultraschalltöne (Oh guck mal wie niedlich!) von mir. Obwohl so ein tapsiges Fohlen schon sehr niedlich ist. Und auch wie es das erste mal sich an Mama rangesoftet hat um zu trinken, war sehr süß. Auch wie es sich dann erfolgreich zusammenrollte und schlief... herzallerliebst. Wirklich schön.

 

Die Bewerbung

Es ist nun doch das Wunder passiert und ich bin zu einem Bewerbungsgespräch bei DEM Unternehmen eingeladen worden. *grins* Also es geht doch. Nach meiner Panik letzte Woche hab ich mit dem Alten Mann telefoniert, der mir auch den Tip gegeben hatte, und er meinte, dass man mit denen ein wenig geduldig sein muss. Also doch passende Qualifikationen für die Stelle und diesmal auch passend präsentiert. Und natürlich gehen mir jetzt haufenweise Gedanken durch den Kopf. Einerseits weiß ich, dass ich der Aufgabe gewachsen bin, aber andererseits habe ich Angst, dass ich ne ähnliche Selbstüberschätzung an den Tag lege, wie Sarah Dingens. Ich habe haufenweise Fragen zur Art der Einarbeitung, der Qualitätssicherung, zum Aufgabenumfang...

Aber am Schlimmsten ist, dass ich innerlich gekündigt habe. Meine Teilzeitstelle geht mir so was von auf den Keks, dass ich mich jeden morgen aus dem Bett quälen muss. Allerdings geht es mir an den Boutique-Tagen nicht anders. Aber dort muss ich nur noch 6mal hin, dann ist das auch vorbei.

Ich habe keine Lust mehr. Ich bin kurz davor zu resignieren. Ständig hakt es an allen Ecken und Enden und es sind Dinge wie Briefkasten- und Klingelschilder die unglaublich wichtig sind, aber Flyertexte für die Messe oder Visitenkarten eben nicht. Es kotzt mich an. Und es fängt an mir egal zu werden. Wenn es nicht läuft, liegt es wenigstens nicht an mir.

Tja.. jetzt muss es etwas mit dem neuen Job werden, weil ich dort wirklich nicht mehr arbeiten will. Selbst wenn sie mir ne Vollzeitstelle anbieten würden, würde ich sie nur kurzfristig annehmen.

Also bin ich jetzt richtig kribbelig.

01.02.2011 um 12:35 Uhr

Auf der Suche nach dem Glück

Stimmung: unglückich

Heute ist so ein richtig doofer Tag. Heute traf mich die Erkenntnis, dass ich eigentlich total unglücklich bin. Nicht wegen etwas speziellem, sondern so allgemein.

Ich bin unglücklich in meinem Job, weil sich doch nichts geändert hat. Ich warte immer noch ewig auf Rückmeldungen und Feedback und meine Chefs hängen sich unmöglich an Winzigkeiten auf. Von wegen 80-20. Haben die wohl noch nie gehört. Jetzt kommt diese tolle Mitarbeiterin an und meint, sie hätte sich von ihrem Freund getrennt, braucht nun eine Auszeit und fliegt erstmal 2 Monate nach Neuseeland. Und ich stehe wieder allein da mit den Texten für die Messevorbereitung. Eigentlich hätte ich auch gedacht, dass sie vielleicht auch mal Standdienst macht. Aber nein... ich muss es doch wieder allein machen. Und dann rückt sie auch noch damit raus, dass sie ab April nen neuen Job anfängt und gar nicht wieder kommt. Das ist mein Job. Ok ok... das ist gelogen. Den Job würde ich auch gar nicht haben wollen.

Ich bin unglücklich, weil es mit den Bewerbungen nicht läuft. Ich habe von DER Stelle immer noch nichts gehört, was im Grunde nur heißen kann, dass ich WIEDER nicht in der engeren Auswahl bin. Scheiß doch auf Bewerbungsberatung, wenn sie eh nichts bringt. Und nein.. das ArschAmt übernimmt nicht die Kosten für die Beratung, weil ich sie nicht im Vorfeld angemeldet habe. Mist.

Ich bin unglücklich mit der finanziellen Situation. Irgendwie ist doch keine Besserung in Sicht. Ständig kommen neue Rechnungen in schwindelerregender Höhe. Letzten kam das Finanzamt an und wollte USt für März und April 2009 i.H.v. 250€ haben. Zweitausend NEUN. Das ist nun 2 Jahre her. Nein... es hätte ihnen nicht auffallen können, als ich meine Steuererklärung abgegeben habe...! Von dem kleinen Auftrag im Dezember habe ich immer noch kein Geld gesehen. Das sind auch 600€. Verdammt. Ich will das so nicht mehr. Es kotzt mich an...!

Ich bin unglücklich mit meinem Nebenjob, weil er total anstrengend ist (körperlich und emotional) und mich die Fahrerei so unglaublich annervt.

Ich bin unglücklich wegen der Gesundheit. Ich war letzte Woche schon wieder krank. Irgendwann nervt es echt. 

Ich bin unglücklich, weil ich es nicht schaffe, mit meinen Freunden in dem Maß in Kontakt zu bleiben. Ich liebe ja den Pferdeflüsterer, aber geistig fordern tun mich unsere Gespräche nicht. Sie laugen mich höchstens manchmal aus. Auch im Job bin ich auch notorisch unterfordert. Ich will endlich wieder Stern89 treffen und mit ihm hochragende Gespräche führen. Aber der ist mal wieder vom Erdboden verschwunden. Jetzt habe ich heute versucht ihm eine Mail an die Adresse zu schreiben, die im Nov. Noch funktioniert hat, aber sie kam ungeöffnet zurück. Anscheinend hat er die Mailadresse gelöscht und hat nicht bescheid gesagt. Letztens hab ich sogar gehört, dass er geheiratet hat. Wenn das stimmt finde ich das ziemlich arschig von ihm, weil er nichts gesagt hat.

Nitida, der Alte Mann und Susi fehlen mir auch. Susi ist seitdem sie in einer neuen Beziehung steckt auch wie vom Erdboden verschwunden, Nitida arbeitet sich gerade um Kopf und Kragen und ich komme nicht ausreichend dazu mich beim Alten Mann zu melden. Alles ist doof.

Ich bin unglücklich mit meiner Figur, weil es mit dem Abnehmen nicht schnell genug geht. Ständig kommt irgendwas dazwischen, wo ich meine Diät nicht durchhalten kann. Das kotzt mich auch an. Vielleicht sollte ich wirklich mal das kotzen anfangen... vielleicht wäre das dann wenigstens gut für die Figur.

Eigentlich würde ich gern ne Fortbildung machen (erstens weil ich glaube, dass es mir beruflich helfen würde und zweitens, weil ich wieder was mit meinem Kopf anstellen muss, sonst verkümmert er), aber wegen der doofen finanziellen Situation habe ich nicht die finanziellen Mittel um das zu tun.

Ich weiß nicht mal ob das Gefühl, unglücklich zu sein, mit einem neuen Job weggehen würde. Ich glaube mittlerweile, ich bin nicht dafür geschaffen glücklich zu sein. Ich bin und bleibe eine unverbesserliche Mäkeltante.

Und da treffe ich gestern nach dem Tanzen meine ehemalige Qigong-Lehrerin. Sie hätte in der letzten Zeit öfter an mich gedacht. Ob ich einen Freund hätte, wollte sie wissen. Ja, meinte ich. Und ob es etwas richtiges wäre, fragte sie. Ja, meinte ich, das schon. Und ob ich einen Job hätte. Ja, meinte ich. Zwar Teilzeit aber er ist ok. Tja... dann hätte ich wohl alles erreicht.

Hab ich das? Ist das schon das Ende? Ein mittelmäßiger Job, der mich überhaupt nicht fordert, ein Freund, mit dem ich wohl zusammenbleiben will? Das ist alles? Sollte ich mal anfangen, mit dem was ich habe zufrieden zu sein? Sollte ich mich damit abfinden? Wo ich ja eh keinen neuen Job finde? Sie laden mich ja nicht mal zum Gespräch ein.

Ich glaube, das nagt am meisten an mir. Ich kann doch was. Ich habe doch Erfahrungen. Ich habe doch Fähigkeiten. Warum zum Teufel kann ich niemanden davon überzeugen?

So.. mal langsam. Ich habe mir Lösung für die Jobsituation für Ende Februar bestellt. Bis dahin ist noch ein bisschen Zeit. Wunder brauchen eben manchmal. So.. jetzt mal durchatmen und sich nicht stressen lassen. Der Job kommt schon noch.

Trotzdem bleibt da noch etwas: Als ich Therapie gemacht habe, habe ich haufenweise Wenn-Dann-Verknüpfungen im Kopf festgestellt. WENN dies oder jenes passiert, DANN bin ich glücklich. WENN ich schlank bin, DANN fühle ich mich in meiner Haut wohl. WENN ich einen guten Job habe, DANN fühle ich mich erfolgreich usw. Ich habe mir damals vorgenommen, dass ich das so nicht mehr denken will. Ich wollte mich jetzt schon wohl in der Haut fühlen oder jetzt schon erfolgreich. Ich wollte es nicht mehr von irgendwelchen Dingen abhängig machen. So ein Mist. Da hat sich wieder ziemlich etwas eingeschlichen.

Aber irgendwie habe ich das Glück verloren. Und dabei sollte es mir doch gut gehen. Also muss ich mich wohl auf die Suche nach dem Glück machen.