Das Leben der jungen J

28.10.2011 um 12:26 Uhr

Noch ein paar Gedanken

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Familiengeschichte

Stimmung: nicht wirklich gut

Tja... so ganz einfach kann ich es mir mit dieser Familiengeschichte doch nicht machen. Es nimmt mich doch weit mehr mit als ich dachte. Im Grunde mache ich mir Vorwürfe, weil ich nicht für meine Cousine da war.

Als wir noch klein waren, naja... bis ich 13 und die beiden Mädels 8+9 waren, waren wir fast sowas wie Geschwister. Wir hingen so viel aufeinander rum, dass es sich wirklich so angefühlt hat. Und weil ich die älteste war, wurde ich immer in die Aufpasser-Position gedrängt - die ich ziemlich bescheuert fand. Ich fand auch bescheuert, dass meine Oma uns allen immer das gleiche geschenkt hat. Es ist ziemlich blöd, wenn man mit 13 einen Micky Maus Pulli bekommt, nur weil die beiden kleinen auch einen bekommen. Mit 13 will man sowas einfach nicht mehr anziehen.

Allerdings war es auch damals schon schwer mit eben dieser Cousine. Sie hat auch damals schon nicht geredet oder sich zum spielen animieren lassen. Sie hat eben in ihrer Welt gelebt. Mit ihren Autos. Meine Mutter meint, dass sie sich schon ganz am Anfang in ihre Welt zurückgezogen hat. Ihre kleine Schwester kam mit einem Herzfehler zur Welt und musste relativ schnell operiert werden und ab dann hieß es nur noch, ach die arme Kleine... Und meine Cousine wurde vergessen. Und sie hat sich damit arrangiert, dass sie keine Aufmerksamkeit bekam. Hat sich eben ihre Welt zurückgezogen. Wurde unsichtbar. Und keiner der Erwachsenen hat versucht daran etwas geändert. Sie war eben so.

So... und dann hat sich meine Tante von meinem Onkel getrennt. Und meine Mutter hat ihr das ziemlich übel genommen. Hauptsächlich die Art wie sie das kommuniziert hat und die Begründung die sie gegeben hat, nur um dann 1 Monat später mit dem neuen aufzutauchen - dem, dessen Name hier nicht genannt wird. Also gab es Stress und meine Mutter hat 2 Jahre nicht mehr mit ihrer Schwester geredet. Anfangs habe ich versucht das zu ignorieren und bin meine Cousinen trotzdem noch besuchen gefahren. Aber irgendwann kann man das zwischen den Stühlen stehen auch nicht mehr leisten wenn man 13/14 ist. Also habe ich aufgehört sie zu besuchen und die Verbindung ist irgendwie abgerissen. Als sie wieder bestand, bin ich rausgewachsen gewesen und habe mich auch nicht mehr bemüht, wieder das Vertrauensverhältnis aufzubauen. Ich war froh, dass ich aus der Aufpasser-Nummer raus war. Bis heute. Zwischendurch habe ich es wohl mal versucht, aber so richtig wurde das Verhältnis nicht.

Und jetzt mache ich mir Vorwürfe, weil ich denke, dass ich es doch mehr hätte versuchen können. Ich hätte doch für sie da sein können. Vielleicht hätte sie dann mal mit mir geredet. Anderseits war ich jung und egoistisch und konnte auch nicht aus meiner Haut. Ich hatte damals auch genug mit mir selbst zu tun.

Und ich bin auf die Erwachsenen wütend. Auf meine Tante und meinen Onkel, weil sie sich einfach nicht bemüht haben. Es mit „sie ist eben so" abgetan haben. Hingenommen haben, dass sie unsichtbar war. Und als sie gemerkt haben, dass sie nicht genügend gelernt hat, um überlebensfähig zu sein, haben sie versucht, sie mit Druck zu verändern. Und ich bin wütend auf meine Mutter, weil sie einfach verschwunden ist, als es schwierig war. Und natürlich auf den dessen Namen nicht genannt wird, weil er ihre Charakterschwäche einfach ausgenutzt hat.

Und ja... rational betrachtet trifft mich keine Schuld. Aber es fühlt sich trotzdem so an, als hätte ich irgendetwas tun können. Tun müssen.

Nitida meint, dass ich mir das nicht einreden soll und dass ich versuchen soll eher objektiv zu bleiben. Jetzt ist es ohnehin zu spät. Es ist ja alles schon passiert. Ich bin mir im Moment nicht mal sicher, ob sie wirklich ne Wahl gehabt hat und ob es wirklich eine freie Entscheidung gewesen ist. Wann sind Entscheidungen schon frei? Sie hat ja nun endlich ihr Schweigen gebrochen und es hat sie ja auch endlich mal jemand wahrgenommen. Im Grunde gibt es nur einen Menschen, der ihr jetzt wirklich helfen kann, einen Weg zu finden damit zu leben und das beste draus zu machen und das ist sie selbst.

26.10.2011 um 12:22 Uhr

Das Familiengeheimnis

Stimmung: kopfschüttel

Tja... gestern rief meine Mutter an und erzählte mir eine ungeheuerliche Familiengeschichte. Vermutlich will das außer mir keiner wissen, aber ich erzähle es trotzdem.

Also meine Tante hat sich vor Jahren von ihrem ersten Mann scheiden lassen, vermutlich weil der neue Mann schon irgendwie vor der Typ stand. Diese Umstände sind halt nach wie vor schwammig, was aber jetzt auch nicht so wichtig ist. Aber niemand von dem Rest kann den neuen Typ leiden, ihre Kinder eingeschlossen.

Er ist anstrengend, hat ne komische Meinung, die er lautstark vertritt, lässt sich auch durch Argumente nicht abbringen, trinkt wohl mittlerweile deutlich mehr als ihm guttäte und ist wirklich kein sympathischer oder angenehmer Mensch. Wie gesagt keiner kann ihn leiden. Mittlerweile hat nun auch meine Tante gecheckt, dass er ihr nicht unbedingt gut tut, konnte sich bisher aber nicht vorstellen sich zu trennen, weil sie dann große finanzielle Einbußen hätte und es ohnehin schon sehr knapp bei denen ist.

So und gestern kam nun meine Mutter an und meinte, dass meine Tante sich wohl doch scheiden lassen würde. Sie hätte ihn gestern wohl auch schon rausgeschmissen. Warum das so plötzlich? Wo sie sich doch seit Jahren mit diesem Gedanken quält? Ja... weil meine Cousine, die sonst nie was sagt damit rausgerückt ist, dass sie ihn als sie 16 war beim w*ichsen erwischt hätte und er sie dann gebeten hat zuzusehen - was sie auch gemacht hat. Danach ist das wohl häufiger passiert und auch so, dass sie ihm dann wohl irgendwie geholfen hat. Und jetzt hätte er sie gefragt, ob die beiden sich zusammen Pornos ansehen wollen.

Und damit hat sie sich wohl bei meiner Tante verquatscht, die natürlich gebohrt hat und sofort reagiert hat. Sie hat ihm gesagt, dass sie davon weiß, dass sie das nicht gutheißen kann und dass er gehen soll. Daraufhin meinte er: „Wann?" Sie sagte: „Sofort!" und er verschwand ohne Schlüssel, Geld, Zigaretten oder Kleidung. Kein Stress, kein Abstreiten... Nichts dergleichen.

So und nun ist er weg. Glauben wir jedenfalls. Vielleicht bringt er sich auch um, weil er irgendwann mal gemeint hat, dass ihn niemand findet, wenn er sich umbringt. Was ohnehin schon eine schräge Aussage ist. Aber was will er denn schon ohne Sachen, Schlüssel und Geld anstellen? Anderseits halte ich ihn für so clever, dass er seine Flucht irgendwie geplant hat und Vorkehrungen getroffen hat. DAS traue ich ihm durchaus zu.

Meine Mutter war total geschockt und hat den Ausdruck „Missbrauch" benutzt, dass ihr meine Cousine sooo leid tut, das arme Kind, und dann hat sie diese Begebenheit benutzt, um damit zu begründen, dass sie deswegen ihr abartiges Sexualverhalten entwickelt hat und deswegen in Swingerclubs geht. Mein Gott, Swingerclubs sind ja ach so abartig. So was macht mich schon etwas sauer. Mich hat niemand „missbraucht" und ich gehe da trotzdem hin. Ich fühle mich auch nicht abartig.Aber das nur am Rande.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so ganz, was ich davon halten soll. Irgendwas an dieser Sache ist für nicht stimmig. Ich kann mir nicht vorstellen, das der Typ, so widerlich wie ich ihn finde, meine Cousine gezwungen hat.

Dazu muss man folgendes wissen. Meine Cousine ist nun nicht gerade eine charakterstarke Persönlichkeit die es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Wenn sie unter Druck gesetzt wird, würde sie auch einen Mord zugeben, den sie nicht getan hat. Sie macht sich auch nicht so die Gedanken über alles Mögliche. Ich will nicht sagen, dass sie nicht nachdenkt, aber sie ist schon sehr naiv. Manchmal bezweifle ich, dass sie wirklich allein überlebensfähig ist. Sie ist auch nicht so der extrovertierte Typ oder jemand der klar eine Meinung vertritt. Im Grunde redet sie gar nicht und das schon weit länger als die 12 Jahre, die das nun gehen soll. Außerdem hat sie ein mächtig angeschlagenes Selbstwertgefühl. Niemand hat ihr jemals gesagt, dass sie hübsch oder attraktiv ist und sie hat auch nichts getan um sich wenigstens so zu fühlen. Der Konsens in der Familie ist, dass sie einfach nichts aus sich macht.

So... und nun kommt zu einer Zeit, wo sie geschlechtsreif ist, ein Mann daher, mit dem sie nicht verwandt ist und sie bekommt einerseits Aufmerksamkeit und er macht Dinge, die sie vermutlich neugierig machen. Und natürlich sagt sie nicht nein, wie ihre kleinere Schwester es getan hätte. Die hätte sich hingestellt, gelacht und ihm einen Vogel gezeigt und er hätte sie nicht gezwungen. Dazu ist er nun auch wieder nicht der Typ.

Der Typ stellt also fest, dass er bei meiner Cousine leichtes Spiel hat, weil sie sich vielleicht auch einlässt und dann spinnt sich das weiter. Bis sie vielleicht irgendwann keine Lust mehr hat und keinen Ausweg findet. Das wäre ein Szenario, dass ich mir auf Basis der unterschiedlichen Charaktere vorstellen könnte.

Für mich ist das nun nicht direkt "Missbrauch". Es gab, so wie ich es rausgehört habe, nicht so direkt Zwang und sie war mit 16 alt genug es selbst zu entscheiden. Hat sie nicht. Und wenn er sie gezwungen hätte, hätte sie sich bestimmt gewehrt. Das traue ich ihr schon zu. Wenn er sie gezwungen hätte, hätte sie das nur ihrem Vater gegenüber erwähnen müssen und der hätte ihn als Polizist persönlich eingebuchtet oder eigenhändig umgebracht. Das ist klar. Das wusste sie auch.

Aber wo fängt Missbrauch an? Ich habe also mit diesem Ausdruck mühe. Schlimm finde ich es trotzdem. Hauptsächlich tut sie mir leid. Eigentlich eher deswegen, weil ihre Eltern vorher schon verpasst haben, ihr Nein-sagen beizubringen und Selbstwertgefühl einzutrichtern. Niemand hat sie beachtet und sie hat so vor sich hingemokelt. Was erwartet man dann? Eine Charakterstarke Persönlichkeit die in allen Lebenslagen ihre Frau steht? Wo soll sie es denn auch herhaben. Ihre Mutter macht ihr seit Jahren vor, dass man still hält und die Klappe hält. Aber vielleicht hat sie es auch versucht, aber stand hilflos davor, weil sie nicht wusste, wo sie Selbstbewusstsein hernehmen sollte. Und immer wenn sie eine Meinung vertreten hat, würde sie von irgendjemanden runtergebuttert. Was sie meist trotzdem nicht davon abgebracht hat, es so durchzuziehen. Dass sie nun angefangen hat, eine Therapeutin zur Hilfe zu nehmen war eine völlig logische Konsequenz. Die Ursache ihrer Probleme liegt nämlich schon weit vor dem Alter von 16.

Und ja... ein Scheidungsgrund ist es auch. Ein guter Grund.Und endlich hat meine Tante den Arsch in der Hose ihn rauszuschmeißen. Alles andere hätte mich auch schwer erschüttert. Das ist ein Grund völlig hinter der Tochter zu stehen. Dem armen Kind.

Ja... wer hat sie denn dazu gemacht?

Und jetzt bin ich verdammt dazu, Mitleid zu haben und den Typen die Pest an den Hals zu wünschen. Also ja.. ich finde es schlimm. Wie gesagt, dass sie nicht nein sagen kann und dass der Typ das ausgenutzt hat. Schließlich war sie eine hilflose Schutzbefohlene. Aber wenn ich anfangen würde, in der Familie zu äußern, dass ich vermute, dass es kein direkter Zwang war, sondern eine Mischung aus Freiwilligkeit und nicht mehr Zurückkönnens, kann ich meine Sachen packen und genau dahin verschwinden, wo sich der Typ auch hin verkrochen hat.

Das macht mich auch wütend.

25.10.2011 um 15:49 Uhr

Feuerkind und das Telefon

Stimmung: gut

Ok... auf Wunsch einer einzelnen kommen hier die beiden auf Partys beliebtesten Anekdoten zum Thema: "Das Feuerkind und das Telefon".

Kleiner Exkurs:
Irgendwie habe ich manchmal Schwierigkeiten mich am Telefon auszudrücken und als ich noch mit Nitida zusammengearbeitet habe, hat sie schon extra die Ohren gespitzt, wenn ich zum Telefon gegriffen habe, weil es meistens mit dem Reinspringen und Suhlen in verschiedenen Fettnäpfchen endete. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass es einem nicht einfach mit dem Telefonieren gemacht wird, wenn jemand neben dir sitzt und darauf lauert, dass du einen Fehler machst. Aber nun ja...

Beide Begebenheiten sind schon ne Weile her, aber Nitida wird nicht müde sie hin und wieder als Anekdote rauszukramen und CopyCat amüsiert sich nun so köstlich darüber, dass sie sich nun extra gewünscht hat, dass ich das hier mal aufschreibe, schließlich sollen andere auch mal lachen. Und beide Begebenheiten sind mit Leuten passiert, mit denen ich zwar geschäftlich zu tun hatte, aber mit denen ich mich wirklich gut verstehe.
Exkurs Ende.

 

Es begab sich zu dem Jahr, an dem Pfingsten und Muttertag auf einen Tag viel und ich wollte das Telefonat noch mit guten Wünschen beenden (Ungefährer O-Ton):

"So... dann telefonieren wir nächste Woche nochmal und ich wünsche dir noch einen schönen Muttertag. Warte... Hast du überhaupt Kinder?... Nein? Oh... Tut mit leid. Aber dann mach dir nen schönen Tag mit deiner Mutter?... Nein? Ach die ist schon tod! Oh tut mir leid... *nach Worten ring*... Ähm... ja... dann... Ähm... ja... wünsche ich dir schöne Pfingsten." Puh... schnell auflegen! 

 

Das nächste passierte, nachdem ich noch Rückfragen wegen einem Text hatte und dummerweise den AB erwischte, was manchmal schon schwierig genug ist, wenn man auf ne reale Person eingestellt ist und dann nur die Maschine dran hat:

Mechanische Stimme: "Sie haben den Anschluss [beliebige Nr. einfügen] erreicht, der Mitarbeiter:
(und jetzt sollte nur der Name vom Mitarbeiter kommen, aber statt dessen kam:)
Männliche Stimme: "Sie haben den Anschluss von [belieben Namen einfügen] erreicht. Leider kann ich gerade persönlich nicht ans Telefon gehen. Bitte hinterlassen Sie Namen und TelefonNr. und ich rufe Sie umgehend zurück."
Da konnte ich mich schon fast nicht mehr auf dem Stuhl halten, weil ich das schon so lustig fand. Aber statt aufzulegen, war ich wie hypnotisiert, wie bei einem Autounfall und konnte einfach nicht weg. Also versuchte ich mich zusammenzureißen, aber es ging noch weiter:
Mechanische Stimme: "..ist gerade nicht erreichbar. Bitte hinterlassen Sie nach dem Piepton eine Nachricht!"

Und dann konnte ich nicht mehr. Ich fing so unglaublich an zu kichern und zu lachen und natürlich piepte es und der AB nahm alles auf. Und Nitida stand daneben und fing auch noch an zu lachen und ich konnte überhaupt nicht mehr aufhören. Aber wie gesagt auflegen ging irgendwie nicht. Diese Rezeptoren waren nicht einsatzbereit. Also stammelte ich in etwa folgendes:

"Au man... dein AB-Spruch *kicher* *lach* der ist ja so daneben *kicher* *lachflash* Das ist ja so lustig *versucht die Tränen zu unterdrücken* Da sagt die Maschine... und dann sagst du... und dann musste ich lachen... und jetzt kann ich nicht mehr aufhöhren zu lachen. *kicher noch mehr* Ich glaub ich hab nen Lachflash *kicher* *liegt fast unterm Tisch* *versucht sich zusammenzureißen und macht nen Anlauf* Also hier ist Feuerkind *Kicher* *Tränen tropfen auf den Tisch* ... das ist mir so unangenehm... *kicher* und ich wollte mit noch mal über den Text reden *kicher* *lach* *kriegt schon wieder voll den Lachflash* Ruf mich doch bitte zurück *lacht noch mehr* vielleicht habe ich mich dann auch berühigt. *kicher* tut mir wirklich leid *muss schon wieder loslachen*" *legt auf*

Ich habe es mir verkniffen noch mal anzurufen und die Sache klarzustellen. Es wäre ja dann doch eher der AB rangegangen und ich hätte für nichts garantieren können. Außerdem bin ich so schon im Erdboden versunken. Er rief am nächsten Tag auch zurück und alles war gut. Er fands auch lustig und hat dann den AB-Text verändert. Aber das ist ihm auch nicht wieder passiert. 

 

PS @ CopyCat: Ich freue mich übrigens dass es dir scheinbar irgendwie besser geht und ich hoffe du machst tapfer weiter so.

24.10.2011 um 14:21 Uhr

Krankengeschichte

Stimmung: geht so

Manmanmanman... Wenn Männer krank sind, leiden sie wie ein Baby, aber wehe es hat noch keiner diagnostiziert, dann machen sie auf großen Macker und großen Held und kommen mit dem Arztbesuch nicht in die Pötte. Ist doch noch nicht so schlimm. Kann doch noch warten.

Om...Er ist alt genug... Er kriegt das alleine hin... Om.... Bevor er mich kannte musste er das auch alles alleine schaffen... Om... Er ist alt genug...Ich muss mir keine Sorgen machen...

Aber es muss doch möglich sein, mal die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, oder? Also der Pferdeflüsterer hat Probleme mit seiner Achillessehne. Die ist dick, gereizt und tut weh. Nachdem ich nun schon seit Wochen rede, dass er damit mal zum Arzt muss, bevor es wirklich schlimm ist, ist er heute auch endlich gegangen. Vor allem weil es offensichtlich wirklich schlimm war. Außerdem hatte er nun auch kaum noch geltende Argumente, weil ich sie erfolgreich wegargumentiert hatte. Aber die brauchen mich doch, ich kann doch jetzt nicht krank feiern... Erstens Schatz, nutzt du denen gar nichts wenn du nicht laufen kannst und zum anderen feierst du nicht, du erholst dich und du kurrierst dich - das ist ein Unterschied. Und wenn dein Arbeitgeber es nicht auf die Reihe bekommt so viele Leute einzustellen, dass sie einen Ausfall mal abfangen können, ist das nicht dein Problem. ER muss sich da irgendwas einfallen lassen. Loyalität schön und gut, aber Gesundheit sollte vorgehen. Dann werden die Weiden eben mal zwei Wochen nicht gepflegt. Dann merkt er wenigstens, warum du wichtig bist.

Also kommt er vom Arzt, der ihn tatsächlich auch bis Donnerstag krankgeschrieben hat. Bis Donnerstag? Ja.. dann gucken wir mal, ob es mit Schonen besser geworden ist. Achja? Und was bitte soll sich an einer Sehnenreizung in drei Tagen bessern? Als ich sowas hatte, hatte ich tagelang Verband/Schiene und es hat 4-6 Wochen gedauert. Ja, das wüsste er ja auch nicht. Aber er guckt mal. Und er kann ja nicht 4 Wochen krank sein. Ach nicht? Soso...

Ist jetzt nicht sein Ernst! Dann geht er nach drei Tagen Ruhe wieder hin und zieht wieder eins der Paar Schuhe an, die die Probleme verstärken (Sicherheitsschuhe sind eben vorgeschrieben und entsprechend schwer) und macht dann den ganzen Tag was? Keine Pferdearbeit, keine Stallarbeit und keine Weidenarbeit, weil er dafür seine Füße braucht? Und was bleibt dann noch? Alles beaufsichtigen? Nun, das ist nicht gerade seine Aufgabe. Dann kann er auch gleich zu Hause bleiben. Schongang bei seiner Arbeit... dass ich nicht lache.

Und dann will der HAUSARZT ihn NÄCHSTE WOCHE FREITAG mal so richtig durchchecken.  Der Hausarzt? Was bitte soll das bringen? Was soll der machen? Blutabnehmen und ihm sagen das seine Cholesterinwerte in Ordnung sind? Ist ja ne nette Info, aber wie hilft das bei seinem Sehnenproblem? Und gleichzeitig soll er zum Ortopäden. Ja.. das macht er dann... er kann ja mal gucken, was dann FREITAG bei der Untersuchung rauskommt. *Gna*

Es ist ja nicht so, als wäre er am laufenden Band krank. Er ist nie krank, vor allem wegen seines Pflichtbewusstseins. Was ihn ja auch wirklich ehrt, aber ernsthaft von seinem Arbeitgeber null gewertschätzt wird. Im Gegenteil  - er wird nicht für voll genommen, seine Ideen und Kompetenzen weder gewürdigt noch genutzt. Wozu dann bitte dieses Pflichtgefühl?

Aber irgendwie kriegt er das schon hin.... Om... er ist alt genug.... ich muss mich nicht darüber aufregen... Ich bleibe gaaaaanz ruhig....Nur nicht aufregen... hat gar keinen Sinn...

20.10.2011 um 16:54 Uhr

ich bin gerade explodiert.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Weihnachstfeier

Stimmung: bombig

Es ist doch unfassbar. Ich kann es ja verstehen, wenn ein Restaurant zur Zeit der Weihnachtsfeiern feste Menüs zur Auswahl stellt. Ich kann auch verstehen, dass man sich im Vorfeld für ein Menü entscheiden soll. Das hat alles etwas mit der Organisation und der Planung zu tun. Einkauf und Vorbereitung. Ja... das verstehe ich. Was ich nicht verstehe ist, dass man sich dann als eine Firma auf ein Menü einigen soll.

Es war ohnehin schon ein Akt für sich, dass sich alle Leute auf die vordefinierten Menüs einigen sollten. Und jetzt rief meine Kollegin an und meinte, sie hätte gern 3x Menü eins...! Und dann wurde sie schon je unterbrochen. Nenenenene... das ginge nicht. Wir müssten uns schon auf eins einigen. Wie bitte? Wie sollen sich denn 12 Leute auf ein Menü einigen? Der eine ist super mäkelig und ist fast gar nichts, jemand anderes isst kein Schwein, die jemand anderes nichts was er/sie nicht schon kennt. Wie soll das denn bitte funktionieren?

Und dann war ich am Telefon. Warum ist das bitte ein Problem 3 Menüs auf 180 Leute aufzuteilen? Das ist doch ne Frage der Organisation. Der Planung. Das muss doch möglich sein. Andere Restaurants kriegen das auch hin. Deswegen bestellt man es doch vor. Deswegen gibt es doch die Menüauswahl und man bestellt nicht à la Carte. Ich könne mir anscheinend nicht vorstellen, was in eine Küche los ist, wenn man 180 Essen kochen soll. Kam als Antwort. Nein... stimmt kann ich mir nicht. Aber entweder nimmt man dann nicht 180 Reservierungen an, oder man organisiert sich besser. Wie gesagt, andere Restaurants bekommen es auch hin. Darauf kam als Antwort: Dann müssen wir eben in diesen Restaurants essen, die dies bieten. Ja. Meinte ich, dann machen wir das. Wir hätten ja gern dort gefeiert aber unter diesen Bedingungen können wir die Reservierung nicht aufrecht erhalten.

Meine Kollegin hat tatsächlich schon woanders einen Tisch bestellt. Im Oktober eine absolute Leistung.

Aber wir beide haben uns eben völlig aufgeregt. Und mal ehrlich, was soll denn sowas?

17.10.2011 um 20:10 Uhr

Erntezeit

Stimmung: Glücklich. Einfach glücklich.

Seit einigen Tagen trage ich ein wunderbares Gefühl von innerer Zufriedenheit in mir. Ich sitze abends nach der Arbeit im Auto und merke, wie mich eine Woge voll Glück durchströmt. Als hätte ich gerade meinen Frieden gefunden. Eine Art wundervoller Entspannung. Als würde ich gerade total in mir selbst ruhen. Dabei liegt es nicht daran, dass wirklich alles gut ist.

Mein Job ist gerade super anstrengend, weil immer noch kleinere Berechnungen für das Messsystem notwendig sind, ständig etwas anderes schief läuft und wir in zwei Wochen Abgabe haben. Eigentlich ein Grund total in Panik auszubrechen und hibbelig und kribbelig zu werden, aber ich bin ruhig. Mir geht es gut. Ich habe einen tollen Kollegen mit dem die Arbeit doppelt Spaß macht und wir auch sonst humortechnisch auf einer Wellenlänge liegen. Ich mache eine Arbeit die mich zwar wirklich sehr fordert aber auf eine merkwürdige Art auch sehr befriedigend ist.

Meine Diät-Pläne sind gerade so was von zu Nichte, da der Urlaub ziemlich reingehauen hat und ich quasi wieder ganz am Anfang bin, aber auch das scheint gerade kein Grund zu sein, sich aufzuregen. Ich fühle mich wohl in meiner Haut und das ist doch das einzige was zählt. Was sagt schon so eine dämliche Zahl auf der Waage über einen aus?

Der Herbst steht an und normalerweise ist das die Zeit, in der ich frustriert aus dem Fenster sehe und es blöd finde, dass es schon wieder dunkel ist. Oder mich darüber ärgere, dass die Zeitumstellung wieder mein komplettes Leben umwerfen wird. Aber dieses Jahr ist es anders. Ich freue mich über den typischen Herbstgeruch, die sich verfärbenden Blätter und auf die besinnlichen Abende mit Kuscheln bei lecker Tee und Kerzenschein.

Ich freue mich gerade darüber, das ich gerade keinerlei Geldsorgen habe. Natürlich könnte es immer etwas mehr sein und wenn es nach meiner Mutter ginge, wäre selbst das nicht mal genug, aber mir reicht es. Ich habe den Urlaub bezahlen können, haufenweise Investitionen am Auto vornehmen können und auch die Winterreifen werden mich nicht in den völligen Ruin treiben. Ich komme über die Runden und kann gut schlafen, weil keine Katrastrophen am nächsten Tag im Briefkasten auf mich warten werden. Und dieses Jahr werde ich das erste Mal in meinem Leben ein halbes Monatsgehalt als Weihnachtsgeld bekommen.

Ich habe einen wundervollen Freund, mit dem es zwar manchmal etwas stürmisch ist, aber immer noch so toll wie am Anfang. Und ich freue mich darüber, dass wir manchmal in einen Club gehen können und er es genießt, sich mal von einer anderen Frau den Rücken zerkratzen zu lassen und ich es genieße, dass ein gutaussehender Mann mit einer nahezu göttlichen Zungenfertigkeit nur scharf darauf ist, mich zur Ekstase zu bringen. Und nein, ich bin meinem Freund nicht böse, wenn er in den Gedanken an eine andere Frau schwelgt und dabei einen niedlichen verzückten Gesichtsausdruck aufsetzt. Ich freue mich einfach darüber, dass diese Art der Bereicherung in unserer Beziehung möglich ist und wir diese Momente die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern gemeinsam erleben können.

Es fühlt sich so an, als wäre dieses Jahr ein Herbst, in dem ich dieses Mal auch etwas ernten kann: Zufriedenheit und Glück. Und das ist irgendwie gut so.

06.10.2011 um 13:27 Uhr

Ein Visionär

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Steve, Jobs

Stimmung: tatsächlich traurig

"Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen einengen - dem Resultat des Denkens anderer. Lasst den Lärm der Stimmen anderer nicht eure innere Stimme ersticken. Das Wichtigste: Folgt eurem Herzen und eurer Intuition, sie wissen bereits, was ihr wirklich werden wollt."

Dies ist ein Zitat aus einer Rede von Steve Jobs für einen Abschlussjahrgang an der Stanford University. Aus meiner Sicht ist war Steve Jobs wirklich ein großer Denker und Visionär. Er hat die Computerwelt revolutioniert und neue Standards für Software und Design gesetzt. Aus seinem Kopf sind Erfindungen gekommen, die die Welt tatsächlich verändert haben. Er hat sich durch Rückschläge nicht von seinen Ideen abgehalten lassen und der Erfolg gab ihm recht. Mich hat immer schon die etwas andere Art zu Denken, von Jobs beeindruckt. Er gehöhrt zu einem meiner großen Vorbilder. Ich wünschte es wäre mehr von ihm in jedem von uns.