Das Leben der jungen J

15.11.2010 um 15:40 Uhr

Völlig ratlos!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Mutter, Pferdeflüsterer, Vater

Stimmung: geknickt

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Die Sache mit meiner Mutter wird immer schlimmer. Ich habe das Gefühl, wir streiten nur noch. Und immer wieder fängt sie wieder neu an. Ich komme überhaupt nicht mehr zu ihr durch und mir gehen langsam die Ideen aus, was ich sonst noch tun könnte.

Diesmal fing alles damit an, dass sie mir am Dienstag eröffnet hat, dass der Pferdeflüsterer am Sonntag bei dem Besuch nicht mehr so verliebt wäre, wie am Anfang und das wäre ja nicht gut, schließlich sind wir erst ein halbes Jahr zusammen. Das hat mich schockiert und verletzt. Aber weil ich eben das Feuerkind bin und solche Sachen IMMER auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfe, habe ich tatsächlich drüber nachgedacht. Ich weiß, dass das schon schlimm genug ist, aber ich kann einfach nicht anders. Und ja, wir waren den Tag beide nicht wirklich verliebt.

Den Dienstag zuvor hatten wir unseren ersten Streit. Der war zwar nicht hitzig, aber unglaublich emotional. Er hat tiefe Wunden geschlagen. Ich hatte den Pferdeflüsterer mit meiner Kritik sehr verletzt, aber statt dagegen zu halten, hat er sich dann völlig zurückgezogen, ist mir ausgewichen und ist sogar nicht mehr ans Telefon gegangen. Gut, wir haben dann doch noch wieder zueinander gefunden. Aber weil wir beide darüber nachgedacht hatten, ob das Ganze so überhaupt einen Sinn macht, waren wir beide deswegen noch emotional angeschlagen. Der stressige Samstag und die Familienfeier am Sonntag haben dann nicht unbedingt zur Entspannung beigetragen. Und als wir dann bei meinen Eltern saßen, war der Pferdeflüsterer so dünnhäutig, dass wir kurz rausgegangen sind, um es zu klären. Ich finde es auch wirklich total Ok. ein Problem außerhalb des Raums zu klären. Meine Mutter nicht. („Wenn ihr schon rausgehen müsst...")

Aber nach reiflicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass es nur eine Momentaufnahme war, dass unsere Gefühle immer noch so stark sind wie am Anfang und dass es gerade am Anfang völlig Ok. ist, wenn man mal eine Phase hat, die haben andere Paare auch. Meine Mutter hat sich sogar mehrfach von meinem Vater getrennt, bevor sie ewig zusammengeblieben sind. Und jetzt ist ja auch alles wieder in Ordnung, schließlich haben wir uns beide bewusst dafür entschieden, dass eben doch Sinn macht.

Jedenfalls bekam ich am Donnerstag eine sms, wann ich wieder mal Zeit für ein ungestörtes Mutter-Tocher Gespräch hätte. Ich war gerade fix und fertig von der Arbeit und bei einer Freundin, also meinte ich, Samstag oder Sonntag Nachmittag wenn der Pferdeflüsterer arbeitet. Weil sie da keine Zeit hatte und deswegen schon wieder eingeschnappt war ("Nie hast du für mich Zeit!") und es irgendwie dringend wirkte, schlug ich vor, sie Freitag vom Pferdeflüsterer aus anzurufen. „Wenn du dann frei reden kannst? Ich habe immer das Gefühl, das geht nicht, wenn er da ist." kam von ihr.

Sowas ärgert mich einfach. Ich mag eben nicht telefonieren, wenn er da ist. Jedenfalls nicht länger. Aber da ist es mir egal, wer da ist, ich mag das einfach nicht. Das sagte ich ihr auch. Und dann kam: „Wie krank ist das denn? Bei deinem Vater ging das immer" Damit war ich auf 180. Was fällt der eigentlich ein? Mein Freund ist eben nicht ihr Mann. Und natürlich ist es zwischen uns anders. Aber am besten wäre es gewesen, die Klappe zu halten, aber statt dessen hielt ich dagegen, dass es eben meine Beziehung ist und ich Dinge so handhaben kann, wie ich sie für richtig finde. Dann meinte sie nur „viel Glück." Mit einem sarkastischen Unterton.

Damit war das Gespräch beendet, aber weil ich einfach zu nett bin, rief ich Freitag abend doch noch an. Der Pferdeflüsterer verzog sich netterweise. Das Gespräch begann damit:

Sie: „Ach du bist es, ich hatte schon gar nicht mehr mit deinem Anruf gerechnet!"
Ich: „Ich dachte, du hast ein Problem, über das du mit mir reden willst!"
Sie: „Ja das hatte ich gestern, aber nach den sms gestern hab ich vergessen was ich wollte."
Ich: „Weißt du, wenn du streiten willst, kann ich auch wieder auflegen. Ich fand deine sms auch nicht gerade nett."
Sie: „ NIE hast du Zeit für mich. Ich interessiere dich gar nicht mehr. Was hab ich denn geschrieben, was dich so aufgeregt hat?"
Ich: „Na, dass du das krank findest, dass ich nicht telefonieren kann, wenn der Pferdeflüsterer dabei ist."
Sie: „Das ist doch mein gutes Recht, Beobachtungen wiederzugeben."
Ich: „Aber das ist meine Beziehung. Du kannst sie doch nicht einfach krank finden."
Sie: „ Ich habe das Gefühl du hast dich völlig verändert. Du hast überhaupt kein Eigenleben mehr, dich interessiert deine Familie nicht mehr, du verleugnest deine Werte und ich habe das Gefühl, ich bin für dich nicht mehr wie eine Mutter!"
Ich: „Nur weil ich nicht mehr in die Kirche gehe, habe ich keine Werte mehr? Wie kommst du nur auf so was? Außerdem hatte ich noch nie eine Beziehung zu meiner Familie. Und die auch nicht zu mir. Wann melden die sich denn bei mir? Das geht doch nicht nur in eine Richtung. Warum bin ich denn da wieder daran schuld. Und ich habe sehr wohl ein Eigenleben."...

Und so ging es weiter. Sie sagte etwas, ich antwortete. Es wurde lauter und verletzender, als ob das oben nicht schon gereicht hätte. Es endete damit, dass sie mir noch an den Kopf warf, dass ich mir meinen Pferdeflüsterer GENAU ansehen sollte. Und es klang wie eine Drohung. Es würde ja nicht angehen, dass wir nach einem halben Jahr schon wegen unserer Probleme aus dem Zimmer gehen müssten. Außerdem wäre er daran schuld, dass ich keine Zeit mehr für meine Familie habe. Ich hätte mich ja soo verändert und sie würde mich gar nicht mehr wieder erkennen. Außerdem wäre meine Argumentation krank und ich müsste sie mal mit einem Therapeuten durchsprechen. Dass ich einfach nur ihre Argumente genommen habe und sie gegen sie umgedreht habe, kapierte sie nicht. Sie fand es einfach nur anmaßend, als ich die Sprache auf ihre Therapie, auf ihren nicht vorhandenen Freundeskreis und auf ihre nicht ganz so perfekte Beziehung brachte. Und als ich es wagte ihr an den Kopf zu werfen, dass sie doch auch Mitschuld an unserem Kontakt ist, kam nur ein „Du hast recht, du hast recht, du hast recht!" und dann legte sie auf.

Ich war total buff und den Tränen nahe. Wie konnte sie nur so gemeine und vor allem so unwahre Sachen sagen? Das waren doch alles Dinge ohne Bestand. Wenn man da nur ein wenig dran kratzte, merkte man, dass da nichts dahinter stand. Aber sie waren gemein. Und sie verletzten mich. Ich war froh, dass der Pferdeflüsterer mich in den Arm nahm und mich tröstete.

Das hat sie immer schon gemacht. Sie hat immer versucht unter die Gürtellinie zu schlagen, wenn sie sauer war. Sie hat auch immer schon sehr merkwürdige Argumentationen verwendet. Und es ist nie das gleiche, wenn sie etwas sagt und wenn es jemand anderes genauso sagt.

Ihr Lieblingsspruch ist: „Ich muss mich doch nicht ändern, nur damit es dir gut geht!" Der kommt immer, wenn ich finde, dass sie einen Anteil hat oder ihr Verhalten total daneben ist. An diesem Spruch ist sicher auch ein kleiner wahrer Teil dran. Wenn man sich den anderen zu Liebe anpasst und sich selbst aufgibt, ist das sicher nicht gut. Aber bei ihr ist das Ergebnis, dass keine Kompromisse mehr möglich sind, dass sie sich nicht mehr auf den anderen einlassen kann und dann kann das doch nicht richtig sein?

Irgendwann, als mir das alles zu anstrengend wurde und mir die Ideen ausgingen, wie ich ihr noch entgegen treten könnte, habe ich angefangen diese und andere Sprüche einfach umzudrehen. Ich muss mich schließlich auch nicht ändern, damit es ihr gut geht. Wenn sie über meine Beziehung herzieht, mach ich das mit ihrer auch. Wenn sie es anmaßend findet, wie ich über ihre Beziehung rede, dann finde ich das auch und fordere für mich die gleiche Akzeptanz ein.

Das ist tatsächlich nicht anstrengend. Man muss es nur durchhalten. Dann ist sie irgendwann richtig sauer und legt auf. Aber leider leider kapiert sie nicht, dass es ihre Art nur gespiegelt ist. Leider macht es das nur schlimmer, weil sie immer wütender wird und immer schneller auf 180 ist.

Aber ich weiß nicht mehr weiter. Ich will mich mit ihr nicht mehr streiten. Schon gar nicht, weil es mir für meinen Vater leid tut, der das immer irgendwie ausbaden muss. Und mit dem habe ich am Sonntag telefoniert und er hat mir gesagt ich muss mich wieder mit ihr vertragen, sonst endet es damit, dass wir völlig den Kontakt verlieren. Also gab ich der Sache noch eine Chance und rief wieder besseren Gewissens an. Aber sie sagte erstmal gar nichts und dann legte sie nach zwei Worten von mir wieder auf. Vermutlich, weil keine Entschuldigung dabei war. Aber das wollte ich auch gar nicht. 

Ich glaube sie ist so, weil sie gerne das 12-jährige Feuerkind wiederhaben will. Das kleine Mädchen, dass nirgends beliebt war und immer zu Mama gerannt ist, wenn es irgendwo Probleme hatte. Dass davon abhängig war, dass Mama da ist und sich kümmert und Essen und Ausbildung finanziert. Aber das bin ich nicht mehr. Ich bin nun eine erwachsene Frau.

Ich habe aufgehört sie um wie-soll-ich-in-dieser-Situation-bloß-reagieren-Ratschläge zu bitten, weil ich gemerkt habe, dass ihre Tipps immer alles nur schlimmer gemacht haben. Das sie ihre sozialen Kompetenzen quasi überhaupt nicht ausgeprägt ist und es keinen Sinn macht, ihr Verhalten zu adaptieren. Also habe ich Freunde, mit denen ich meine Probleme durchspreche. Ich kann mich auch selbst versorgen. Ich bin auf dem Weg eine eigene Familie zu gründen und im Grunde muss sie langsam lernen loszulassen.

Klar habe ich mich verändert. Klar bin ich nicht mehr das kleine Mädchen von damals. Klar brauche ich sie nicht mehr als Mutter. Und ich kann nicht zurück, selbst wenn ich wollte. Es wäre sooo schön, wenn sie es akzeptieren würde. Wenn sie mir nicht auf der einen Seite einen Freund wünschen würde, ihn aber dann wieder verfluchen, weil er scheinbar meine gesamte Aufmerksamkeit von ihr abzieht. Ich wünschte, sie würde endlich akzeptieren, dass ich mich dagegen entschieden habe, ihre Religion zu leben, weil mein Bauchgefühl eben nicht mehr eins zu eins mit dem Christlichen Glauben übereinstimmt und nicht weil sie bei der Vermittlung des  Werteverständnis irgendetwas falsch gemacht hat. Ich wünschte, sie würde einfach akzeptieren, dass ich zwar anders bin, aber dennoch immer noch toll. Ich wünschte, sie würde nicht immer meine Art zu leben und zu lieben verurteilen, weil sie ein anderes Verständnis hat. Sie will das doch auch alles nicht. Ich wünschte, sie würde mich so behandeln, wie sie auch behandelt werden will. Ich wünschte, sie würde endlich kapieren, dass sie mit dieser Art einen noch größeren Keil zwischen uns drängt.

Samstag abend habe ich sie sogar regelrecht gehasst. Ich war völlig fertig und beim Sex mit dem Pferdeflüsterer hatte ich die ganze Zeit dieses Mantra im Ohr: „Guck ihn dir GENAU an!" „Guck ihn dir GENAU an!" Und ich fand es unmöglich, dass sie nun auch noch irgendwie den Weg in unser Sexleben gefunden hat. Auch dann liefen mir die Tränen die Wange runter.

Ich würde ja gern auch weiter mit ihr in Kontakt bleiben. Ich mag sie schließlich noch - irgendwie. Aber so wie es im Moment läuft... kann ich das nicht mehr. Und ich habe keine Idee mehr. Und sooo kann ich es einfach nicht mehr. Und je öfter wir streiten, desto egaler ist es mir, dass es jemals wieder in Gang kommt. Ich würde das ja gern wieder irgendwie kitten, auch schon wegen meinem Vater, aber ich weiß einfach nicht mehr wie. Ich resigniere. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenYaimm schreibt am 15.11.2010 um 16:16 Uhr:Ich war mit meiner Mom auch an so einer Stelle, heute habe ich verstanden, daß sie wirklich nur Angst hatte, daß ich mich selbst verliere.
    Was im ersten Moment gemein klingt, sind blöd formulierte Sorgen. Sie merkt, daß Du Dich verändert hast und findet den Grund im offensichtlichen und das ist der neue Freund.
    Ich finde „ Ich habe das Gefühl du hast dich völlig verändert. Du hast überhaupt kein Eigenleben mehr, dich interessiert deine Familie nicht mehr, du verleugnest deine Werte und ich habe das Gefühl, ich bin für dich nicht mehr wie eine Mutter!" sehr aussagekräftig, darin steckt echt viel Angst, Dich zu verlieren.

    Auch meine Mom hatte es immer gut drauf (und manchmal heute noch), mich mit einem Satz auf 180 zu bringen, eben weil sie sich oft völlig daneben ausdrückt.
    Ich habe irgendwann akzeptiert, daß sie ist, wie sie ist, ich kann und werde sie nicht ändern.
    Und sie hat gelernt, mich zu lieben, wie ich bin, ohne mich verändern zu wollen.
    Dazu gehörten aber viele Gespräche - Gespräche, kein Anschreien ;) - in dem sich ehrlich sagte, wie es einem ergeht.
    Du hast viel darüber geschrieben, welche Aussagen Dich verletzt und welche Dir sogar die Tränen in die Augen getrieben haben.
    Ich glaube aber, daß sie sich dessen gar nicht bewußt ist, daß es ihr vielleicht genau so ergeht und ihr euch das vielleicht einfach mal sagen solltet.
    Ganz ohne Vorwürfe.
  2. zitierenYaimm schreibt am 15.11.2010 um 16:18 Uhr:- Gespräche, in denen wir uns ehrlich sagten, wie es uns ergeht -
    sollte es heißen, sorry, erst lesen, dann abschicken ;)
  3. zitierenJOblogt schreibt am 15.11.2010 um 16:30 Uhr:so wie du das schilderst habe ich den eindruck, deine mom ist eifersüchtig auf den pferdeflüsterer.
    er ist in deinem leben der zentrale punkt für dich und das mag sie nicht akzeptieren. du musst ihr begreiflich machen, das das nix mit der liebe zu ihr zu tun hat.
    behalte jetzt die übersicht und verrenne dich nicht. der pferdeflüsterer tut dir gut, hab keine scheu dies auch zu zeigen.
  4. zitierenVomFeuerkind schreibt am 15.11.2010 um 16:34 Uhr:doch... Yaimm, wir hatten solche Gespräche. Ich habe ihr schon oft gesagt, was mich verletzt. Aber wenn sie sauer ist, ist es ihr egal. Ja... sie hat Angst mich zu verlieren. Aber soo ist es für mich nicht leicht, weiter mit ihr im Kontakt zu bleiben. Dabei sagt sie doch auch immer: Wer Angst hat, jemanden zu verlieren, der verliert ihn genau deswegen!

    Es ist, als hätten wir den Zugang zueinander verloren. Und das ist wirklich schade.

    Jo, ich habe auch das Gefühl sie ist eifersüchtig. Aber nicht nur auf den Pferdeflüsterer sondern auch auf meine anderen Freunde. Es hat ja schon vorher angefangen, aber seit er da ist, ist es besonders schlimm. Und es fällt mir schwer, weil ich das Gefühl habe, ich muss mich entscheiden. Aber diesmal wird die Entscheidung nicht für sie fallen. Eben weil er mir gut tut.
  5. zitierenameamagao schreibt am 15.11.2010 um 18:11 Uhr:Mein Eindruck: du hast keine Chance zu "gewinnen". Die hast du einfach nicht bei ihrer "Argumentation". Eigentlich kannst du nur resignieren... Das Schlimme daran: sie verhält sich - meinem Gefühl nach - wie ein Kind in der Trotzphase und du musst den Erwachsenenpart einnehmen. Das ist schrecklich, das kann nicht sein, eigentlich müsste es anders herum sein (klar, wenn ein Kind erwachsen wird, haben beide diesen Part, aber das Kind bleibt dennoch immer das Kind und die Mutter immer die Mutter).

    Was mir spontan einfällt, als mögliche Lösung und falls das für dich irgendwie machbar wäre: eine Familienaufstellung oder ein Rollenspiel. Hatten wir in der Klinik, war unglaublich gut, um solche festgefahrenen Konflikte zu lösen. Der Betroffene konnte schaun, was er brauchte, damit er mit dem Konflikt - für sich - gut umgehen konnte, ohne dem anderen zu schaden.
    Ich glaub irgendwie nicht, dass du diese Beziehung alleine kitten kannst...
  6. zitierenVomFeuerkind schreibt am 15.11.2010 um 18:26 Uhr:langsam glaube ich das auch nicht mehr. Aber sie wird nie mit mir zu einem Berater gehen. Schließlich sind alle Therapeuten/Coaches außer ihrem Quacksalber. Und ich würde nie zu ihrem gehen... ich hab nicht unbedingt eine hohe Meinung von ihm, wenn man berücksichtig, was er aus meiner Mutter gemacht hat... Dieser Satz "ich muss mich nicht ändern..." kommt ja von ihm.

    Aber Aufstellungen helfen ja auch, wenn man nicht mit dem anderen hingeht. Wenn man so versucht, das Problem für sich zu lösen. Meist löst es sich dann ja ganz von allein...

    Du hast schon recht. Wie ein Kind. Aber wie geht man mit einem Kind in der Trotzphase um? Oder meinetwegen auch in der Pupertät. Da können Eltern es einem doch auch nie recht machen.
  7. zitierenameamagao schreibt am 15.11.2010 um 18:46 Uhr:Aufstellung allein - das definitiv, und das meinte ich auch. Denn ich gehe stark davon aus, dass eine Aufstellung mit ihr zusammen nichts bringen würde.

    Spontane Antwort: _du_ gehst damit gar nicht um, da dann die Rollen vertauscht werden und das geht einfach nicht. Es ist nicht deine Aufgabe, sie vernünftig zu machen und sie zu erziehen (moment mal, schreibst du mir das nicht immer...?). Das ist es einfach nicht. Du bist da nicht in der Verantwortung.
    Ich würde daher den Blickwinkel anders richten: was kannst du machen, um weiterhin Tochter zu sein und dich gut zu fühlen? Was brauchst du für dich dafür, wenn du mit deiner Mutter redest? Nicht, was sie verändern sollte - sondern was du an "Handwerkszeug" oder "Schutz" brauchst.
  8. zitierencopycat schreibt am 15.11.2010 um 21:34 Uhr:Es sind noch Wunschnüsse da :) Wie wärs? Sag bescheid.
  9. zitierenVomFeuerkind schreibt am 15.11.2010 um 21:52 Uhr:@ copycat: ich komme drauf zurück.
  10. zitierenlagune schreibt am 16.11.2010 um 11:18 Uhr:hallöchen feuerkind,

    es ist sehr interessant zu lesen das man nicht allein in solch einer situation ist (war). mitlerweile bin ich selbst mutter und ich denke jetzt mit abstand kann ich sagen das es wohl dieses " abnabeln", selbstständig werden ist, was deine mutter nicht akzeptieren kann. dabei sollte sie stolz auf dich sein das du dein leben selbst in den griff bekommst. aber ihre angst und der abstand zwischen euch wird natürlich grösser. natürlich wird die zeit für mama knapper aber das ist auch gut so, gut für dich! ich weiss das mütter sich damit schwer tun das zu akzeptieren. die eifersucht zu deinem pferdeflüsterer ist vorprogramiert und würde sich auch nicht ändern, egel ob er es jetzt ist oder ein anderer.
    deine mutter braucht das gefühl gebraucht zu werden, von dir, das kenne ich nur zu gut. ich habe gemerkt das wenn ich meine mutter anrief um sie um ein kochrezept oder ein haushaltstipp zu fragen, das sie sich voller begeisterung bemühte mir zu helfen.
    vielleicht solltest du deine mutter daran erinnern wie es bei ihr war. wieviel zeit sie für ihre mutter hatte als sie jung verliebt war.

    ich wünsche dir alles gute und lass das alles nicht zu nah an dich ran ( ich weiss, das ist leicht gesagt).

    :o) kopf hoch!!
  11. zitierenVomFeuerkind schreibt am 16.11.2010 um 16:29 Uhr:@ ame: vermutlich hast du recht. Diesmal muss ich mal nicht den Fehler nur bei mir suchen. Aber ehrlich gesagt habe ich gar keine Lust wieder zur Tochter zu werden. Trotzdem ist es eine gute Methode. Danke für den Hinweis.
  12. zitierenVomFeuerkind schreibt am 16.11.2010 um 16:37 Uhr:@ lagune: Danke für deinen Kommentar. Es ist ja nicht so, dass ich gar keinen Kontakt mehr will (obwohl sie immer versucht mir das in den Mund zu legen), aber ich will sie auch nicht mehr so brauchen, wie damals.

    Wenn ich meine Mutter an ihre Mutter erinnern würde, würde sie sagen, dass sie sich ohnehin nicht viel um meine Mutter gekümmert hat. Meine Tante war da das Lieblingskind. Sie trägt meiner Oma nach, dass sie nie da war und will das vermutlich bei mir anders machen. Besser - aus ihren Augen.

    Außerdem haben die anderen Mütter ja so einen tollen Kontakt zu ihren Kindern. Und sie hat keinen. Wenn ich sage, dass andere Kinder überhaupt keinen Kontakt mehr haben, stellt sie die Qualität meiner Kontakte in Frage (es ist doch traurig, was du alles für Leute kennst)

    Nein, das Loslassen hat sie überhaupt nicht drauf. Und für mich wird es immer mehr zur Quälerei einmal wöchentlich mit ihr zu telefonieren. Egal was ich ihr gebe, es ist nie genug. Sie will immer mehr.

    Und wenn mein Vater nicht wäre, der das alles irgendwie ausbaden müsste, wäre es mir mittlerweile auch wirklich egal.

    Ich versuch es. Es nicht so sehr an mich ran zu lassen.
  13. zitierenameamagao schreibt am 16.11.2010 um 18:11 Uhr:Ich frage mich gerade: welche Funktion erfüllst du für sie? Was braucht sie eigentlich wirklich?
  14. zitierenVomFeuerkind schreibt am 16.11.2010 um 18:34 Uhr:mh... wenn ich das wüsste. Besizt? Freundin? K.A.
  15. zitierenameamagao schreibt am 16.11.2010 um 18:38 Uhr:Was ist mir ihrem Selbstwert?
  16. zitierenVomFeuerkind schreibt am 16.11.2010 um 18:40 Uhr:sie hält ihn für gut. Sie braucht auch keinen. Sagt sie. Nicci erinnert mich immer so an sie.
  17. zitierenameamagao schreibt am 16.11.2010 um 18:47 Uhr:Manche müssen sich um andere kümmern, damit sie sich gut fühlen. Nur wenn sie gebraucht werden, fühlen sie sich "wertvoll".

    Ich weiß nicht, ob das ihr "sinn" ist - aber irgend einen Zweck erfüllt für sie die Beziehung zu dir. Aus irgend einem grund kann/will sie dihc nicht gehen lassen.
  18. zitierenTigerschnute schreibt am 17.11.2010 um 11:56 Uhr:Liebes Feuerkind,
    Dein Eintrag hat in mir für ganz viel Bewegung gesorgt.
    Ich habe mich sehr lossagen müssen, um meine innerer Freiheit zu erlangen. Das hat nicht mit Worten funktioniert. Schon gar nicht mit Worten, die aus der Verletzung heraus entstanden sind. Es funktioniert mit dem bei-Dir-bleiben und dem Vorleben, dass Du bei Dir bleibst. Dafür muss man sich erst selbst erkennen. Sich in dem anderen erkennen. Ihr spiegelt euch gegenseitig genau dasselbe Muster. Ihr beide wollt einfach nur gesehen und verstanden werden. Es geht gar nicht darum alles zu bejahen oder hinzunehmen, sondern um das gegenseitige Erkennen. Darum, dass hinter jedem gesagten Wort eine Angst steht. Und sich hinter der Angst Liebe verbirgt. Hass ist auch Liebe. Nur gespiegelt. Solange Du hasst, brauchst Du noch. Wenn Du erkennen kannst, dass Deine Mutter ein liebendes Wesen ist, kannst du auch deine Liebe erkennen und die Härte dir gegenüber lösen. So funktioniert in etwa Familienstellen. Ich finde die Idee von ameamago wirklich überdenkenswert. Denn in diesem Rahmen geht es eigentlich nur darum zu erkennen, was ~ist und zu lösen, was nicht ist. Vielleicht hilft es dir ein Stück loszulassen. Es ist auf jeden Fall eine Chance für euch…
  19. zitierenVomFeuerkind schreibt am 17.11.2010 um 12:39 Uhr:Ich finde es ja total erstaunlich, dass ich scheinbar nicht die einzige bin, die ein Problem mit der Mutter hat. Dieses Loslassen ist scheinbar doch unglaublich schwierig, nicht nur für meine Mutter.

    Liebe Schnute, wie immer, wenn du etwas schreibst, hinterlässt es Spuren. Im ersten Moment dachte ich: Meine Mutter ein liebendes Wesen? Niemals. 'Gegenseitiges' Erkennen?? Wie soll das denn gehen, wenn sie nicht hinsieht. Ich hasse sie und deswegen brauche ich sie?? nenene...

    Aber vielleicht fängt es wirklich damit an, Verständnis für sie aufzubringen. Sie wahr zu nehmen, mit ihrer Angst mich zu verlieren. Vielleicht muss ich erstmal bei mir gucken, was ich will. Was ich wirklich noch brauche. Und vielleicht muss ich erstmal loslassen. Bei mir bleiben.

    Mir hat irgendwann mal jemand gesagt, dass meine Mutter vielleicht nur geliebt werden will. Aber es fällt mir wirklich schwer, vor allem, wenn sie mir nicht leicht macht. Ich mag sie. Aber lieben? Ich weiß nicht, ob ich das jemals getan habe. Und das hat sie mir leider auch nicht beigebracht. Ich habe sie noch nie als 'liebendes Wesen' wahrgenommen. Während meiner Therapie hab ich erkannt, dass ich ihr genau das wirklich übel genommen habe.

    Ich finde diese Aufstellungen auch immer großartig. Man arbeitet allein an einem Problem und es löst dann plötzlich, wie von Zauberhand, den gesamten Konflikt. Ich glaube ich muss mir dafür noch mal jemanden suchen. Ich kann zwar viel allein, aber das ist einfach zu sehr in mir verwurzelt.
  20. zitierenTigerschnute schreibt am 17.11.2010 um 13:03 Uhr:Ich glaube genau das ist der Punkt. Der Punkt an dem Du Dich verlässt. Siehst Du denn hin? Ganz ehrlich, siehst Du sie wirklich? Als Menschen? Oder siehst Du sie als Mutter, die Dies und Das mit dir gemacht hat? Siehst Du das worauf sie reagiert oder kannst Du vielleicht einen Blick weiter riskieren? Ich meine, hier Deine Aufmerksamkeit auf sie zu dir zurückzuziehen, indem Du Dich selbst beobachtest. Indem Du Dir Fragen stellst und nicht ihr. Indem Du zuerst Dich wahrnimmst. Sie hilft Dir dabei… unbewusst… Aber sie hilft Dir gerade Dich zu erkennen, genauso wie Du ihr hilfst sich zu erkennen. Das passiert einfach. Die Frage ist nur, ob ihr euch erneut im Kreise dreht, oder die Chance erkennt euch zu heilen… Vielleicht ist Abstand gerade gut um wieder mehr zu euch zu finden, um euch dann wieder neu zu begegnen. Ohne Vorwürfe… sondern indem Du bei Dir bleibst. Mit jedem Gefühl, welches da ist und Dasein darf. Weißt Du was ich meine?
  21. zitierenVomFeuerkind schreibt am 17.11.2010 um 13:24 Uhr:ja ich glaube schon. Vielleicht sollte ich mit verzeihen anfangen. Ihr vergeben, dass sie Fehler gemacht hat. Wenn meine Frustration weniger wird, kann ich sie vielleicht auch als Mensch sehen. Und ich kann mich sehen und wahrnehmen, was bestimmte Dinge bei mir auslösen. Und diese Dinge wollen wahrgenommen werden und haben ihre Daseinsberechtigung.

    Tja.. und das bei sich bleiben ist nicht einfach. Das mich erkennen. Zu mir finden. Und ja, dazu brauche ich den Abstand. Eigentlich ist das gerade irgendwie gut. Ich merke auch, dass ich ncoh nicht bereit bin, mich dieser Auseinandersetzung wieder zu stellen. Das ich noch Zeit brauche um meinen Weg zu finden.
  22. zitierenTigerschnute schreibt am 17.11.2010 um 13:53 Uhr:Das klingt wunderbar! Verzeihen – ja! So schön, dass Du das geschrieben hast! :)
    Die Frustration ist ok, wenn sie da ist… sie ist genauso wichtig um sich zu finden.

    Und wir alle brauchen diese Zeit um uns zu finden… Ganz klar!

    Ich wünsche Dir den Mut und die Kraft, die schon in Dir steckt, weiter auszuleben und zu erkennen und dass Du eben auch durch das Schwachsein zur Stärke zu finden darfst!

    Alles Liebe Dir :)
  23. zitierenVomFeuerkind schreibt am 17.11.2010 um 15:00 Uhr:danke.

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