Stimmung: immer noch nicht wieder richtig gut
Meine gemeine Mutter hat am Sonntag den Vogel abgeschossen.
So ausgeufert war das in den letzten Jahren noch nicht. (sorry wegen dem wirklich langen Bericht)
Zuerst war es nur ein „normales" Gespräch, wo sie mir vom
Selbstmordversuch von dem dessen Namen nicht genannt wird berichtet hat, dass
er angezeigt wird und in die geschlossene Anstalt kommt und davon, dass das mit
meiner Cousine schon weit länger geht, als wir gedacht haben und dass es
vermutlich noch weitere Jungs aus der Nachbarschaft gibt die auch betroffen
sind und davon, dass meine Tante neue Kräfte in sich entdeckt und schon alles
für den Umzug und die Scheidung organisiert hat. Alles ganz schrecklich. Und
schlimmer als ich dachte.
Und dann fing sie an mich zu provozieren. Zuerst habe ich
mich nicht eingelassen bis sie dann meinte, dass ich immer Informationen
zurückhalte und mich kontrolliere, was ich sage (kein Wunder, wenn sie immer
alles gegen mich benutzt) und nur wenn ich mich aufrege wäre ich wirklich
ehrlich und sie würde Dinge erfahren, die sie sonst nicht erfahren würde. Das
wäre doch auch sehr heilsam für mich, weil ich es nun endlich rausgelassen
hätte (was ja schon ziemlich dreist ist). Aber ich habe gemeint, dass sie
sowieso nicht mit der Wahrheit umgehen kann (Nein - doch - nein - doch) und zum Beweis habe ich den
aktuellen Anlass, dass meine Cousine wegen dem Missbrauch kein wirkliches
Sexualverhalten entwickeln konnte und sie deswegen wohl auch in Swinger Clubs
geht, genutzt, um ihr zu erzählen, dass ich das auch tue und zwar mit meinem
Partner - auch ohne Missbrauch. Das war Fehler Nr. 1.
Sie meinte, dass das ja widerlich, ekelhaft und pervers
wäre, wenn man es Ok findet, dass der Partner mit einer anderen Frau "fickt" (OT), dass
es alles nur ein Alibi für Seitensprünge ist und dass der Pferdeflüsterer
überhaupt nicht der richtige Partner sein kann, wenn er nicht alle meine
Bedürfnisse befriedigen kann. (Ihr zu versuchen zu erklären, dass es Dinge
zwischen Himmel und Erde gibt, die sie offenbar nicht nachvollziehen kann und
Bedürfnisse, die nicht vom Partner gestillt werden können/wollen, schlug völlig fehl.)
Damit endete das erste Telefongespräch. Ich saß da und
konnte es nicht fassen, dass es meine Mutter schon wieder geschafft hatte, mich
einerseits aus der Reserve zu locken und andererseits das Thema auf unsere
Beziehung zu lenken und sie in den Dreck zu ziehen. Dass sie meine Wahl offen
als falsch darstellt und mich als pervers und widerlich bezeichnet. Ich war
mächtig enttäuscht. Ich saß da und schüttelte den Kopf. War völlig fertig. Und diesmal
sagte der Pferdeflüsterer nicht nur, dass er sich da wohl mal einmischen müsste,
weil er es nicht mehr ertragen kann, dass ich WIEDER EINMAL da sitze und leide und heule, nachdem
ich mit meiner Mutter telefoniert habe, weil sie WIEDER EINMAL etwas Gemeines
gesagt hat, sondern er rief sie tatsächlich an. Das war Fehler Nr. 2.
Denn nun hatte sie ihn endlich mal am Telefon und konnte ihm
alles sagen, was ihr nicht passte. Kramte sämtliche Begebenheiten raus, an
denen sie ihn getroffen hatte und butterte das Brot mit jedem Verhalten, dass
ihr aufgestoßen war. Sie warf ihm vor, dass er nur in der Lage wäre, sich mit
einer Person zu unterhalten, dass er alles besser weiß (obwohl er doch nur helfen
wollte, schließlich muss man auf einem 16:9 Fernseher Bilder im gleichen Format
nicht noch zusätzlich quetschen, so dass ein 16:9 Bild plötzlich 16:5 (oder so)
dargestellt wird), dass er ein zweites Gesicht hätte und es nur eine Frage der
Zeit wäre, bis ich es erkenne und mich trenne, dass ihn der Stress zwischen mir
und ihr nichts angehen würde, schließlich wäre es ja nicht sein Problem, wenn
ich nicht mit ihr umgehen könnte und dass wir dann ja noch größere Probleme hätten, als sie schon vermutet hat, wenn er nicht damit umgehen kann, dass ich so ein gutes Verhältnis mit meiner Mutter habe (achja? wo denn?), und dass er erstmal das Problem mit seiner
eigenen Mutter in den Griff bekommen sollte (mit der er nicht redet, aber das
ist aus meiner Sicht seine Sache) und dass sie erstmal seine Mutter
kennenlernen will, weil sie wissen will in welchem Umfeld unsere Enkelkinder
aufwachsen werden (Und dann was? Will sie mir den Segen für die Ehe/Beziehung
nicht geben? Und was bitte soll daran neu sein?). Das Beste „Argument" von allem
war, dass wir nach dem Urlaub ja extra einen Umweg von 400km gemacht haben, nur um
sie nicht besuchen zu müssen und wenn wir wirklich glücklich wären, würden wir
uns überall wohl fühlen, bloß weil wir uns hätten, und hätten nicht vor lauter
Langeweile früher abreisen müssen.
Der Pferdeflüsterer blieb soweit ruhig, versuchte ihr
aufzuzeigen, wo sie sich in ihrer eigenen Argumentation verstrickte und wo sie
sich wiedersprach. Aber damit kam er nicht durch, weil sie immer etwas nicht so
gemeint hatte, er sie falsch verstanden hätte oder es sein eigenes Problem
wäre, wenn er nicht mit ihrer Meinung zurechtkam. Bis sie meinte, dass er mich
ihr entfremden würde und ich völlig von ihm abhängig wäre und ich mich wieder
einmischte. Das war Fehler Nr. 3
Es schaukelte sich alles noch mehr auf. Ich versuchte ihr zu
erklären, dass es mein Leben ist, dass ich es nicht in Ordnung finde, wenn sie
mich und meinen Partner als widerlich bezeichnet, dass sie nicht zuhört alles
verdreht etc. Zum Schluss war es eigentlich ein Therapeutenstreit. Meine
Therapeutin, die mir beigebracht hat, wie ich Probleme allein lösen kann, die
mir gesagt hat, dass eine Einstellung „ich bin ok und du bist ok" (was so viel
heißt wie: Ich habe meine Meinung und die hat ihre Daseinsberechtigung und Du auch)
erstrebenswert ist, dass man auch als Sender eine gewisse Verantwortung dafür
hat, dass die Message richtig beim Empfänger ankommt, gegen ihren Therapeuten,
der ihr beigebracht hat, dass man sie sich nicht ändern muss, damit es anderen
gut geht (was sie als Freibrief auffasst, fies und gemein zu sein, wenn es ihr
beliebt), dass der andere ein Problem hat, wenn er nicht mit ihr klar kommt und
der sie als geheilt entlassen hat (was für sie ein Freibrief ist, nicht mehr an
sich zu arbeiten).
Es schaukelte sich soweit hoch, dass sie mir vorwarf, ich
hätte meine Therapie nicht beendet und hätte ihr gar nichts zu sagen - was nicht
stimmt. Ich sehe es nur eher wie ein Alkoholiker, der immer ein Abhängiger
bleibt und immer wieder neu an sich arbeiten muss, aber alleine seinen Probleme
und Herausforderungen begegnen kann und nicht wie eine abgeschlossene fertige
Sache. Und weil alles nicht mehr half, meinte ich, dass viele Aussagen doch
sehr gemein wären und dass es doch nicht notwendig ist so zu reden.
Sie meinte dazu nur, wenn mich diese Dinge, die sie sagt
verletzten würden ist es doch nur ein Zeichen dafür, dass sie den Kern
getroffen hat, dass es ein Zeichen für die Wahrheit ist und dass ich doch schon
mal selbst darüber nachgedacht hätte. Und das fand ich richtig unfair ich sagte
zu ihr, dass sie eine gemeine Frau ist und das traf sie wirklich. Das war
Fehler Nr. 4.
Denn nun war mein Vater auf 180, weil er es nicht ertragen
kann, wenn ich meine Mutter verletzte. Also hielt er mir dann vor was für eine
schlechte und undankbare Tochter ich doch wäre, die ihre Mutter beleidigt,
schließlich hat man nur eine und es steht schon in der Bibel, dass man Mutter
und Vater ehren sollte und er schwer von mir enttäuscht wäre. Ich hielt
dagegen, dass bei mir irgendwann auch das Maß voll ist und dass ich keine
andere Wahl hatte. Aber wenn ich so drauf wäre, will er nichts mehr von mir
wissen und er will, dass ich ihm das Auto (was sie mir netterweise zur
Verfügung gestellt haben) inklusive aller Schlüssel und Papiere auf den Hof
stelle. Dann legte er auf.
Das war schon krass. Natürlich sind da mit ihm die Pferde durchgegangen.
Aber bei ihm weiß man nicht, wie ernst es ihm damit ist. Wenn er wirklich
stinkig ist - und das war er - meint er sowas ernst. Allerdings beruhigt er
sich schnell wieder. Und dann zieht er es wieder zurück. Eigentlich will er
dann nur eine Entschuldigung. Das Dumme ist nur, dass sie seit jeher erfolglos
versucht haben mich mit Sanktionen zu treffen und es noch nie den gewünschten
Effekt hatte. Mich kann man mit sowas nicht erpressen. Noch nie. Ich würde mich
deswegen nicht entschuldigen oder zu Kreuze kriechen. Und wenn sie das so haben
wollen können sie das haben. Ich ging im Kopf eh schon die Alternativen durch.
Mit dem Bus zur Arbeit, mit öffentlichen Mitteln zum Pferdeflüsterer, einkaufen
zu Fuß... Ich WÜRDE das Auto abstellen und würde auch ohne prima klar kommen. Es
wäre zwar nicht mehr so bequem, aber ich würde da nicht dran sterben. Genauso wenig
wie damals am Taschengeldentzug (dann gebe ich eben nichts aus), am
Stubenarrest (ich wollte eh nicht raus), am Telefonverbot (egal, ich wollte eh
keinen anrufen) oder am Fernsehverbot (dann lese ich eben). Aber dann gäbe es
für mich auch kein Zurück mehr.
Aber vorsichtshalber fragte ich mal nach, ob sie wirklich
diesen Weg gehen wollten. Wenn sie das Auto haben wollen können sie es haben,
aber dann müssen sie auch mit den Konsequenzen leben und dann wären sie für
mich gestorben. Ich bin schließlich nicht mehr von ihnen abhängig. Aber nein...
ganz so wäre es ja nicht gemeint gewesen... etc.
Aber der Weg zu einer Art Verständigung war weit. Es kam nun
endlich offen raus, dass meine Mutter den Pferdeflüsterer richtig unsympathisch findet - was auf
Gegenseitigkeit beruht und eigentlich nichts neues ist - und dass sie nicht
mehr will, dass er sich verstellt, denn sie möchte nicht belogen werden. Was ehrlich gesagt ein wirklich geschickter
Schachzug ist. Er kann ihr nun nicht mal frohe Weihnachten wünschen, weil es
dann gelogen wäre und wenn er es nicht macht, bestätigt er ihre Meinung. Klasse
oder? Aber das Gute ist, dass ich auch nicht mehr zwischen den beiden
vermitteln muss. Dazu sind die beiden zu stur. Wäre vergebene Liebesmühe.
Sie schlug sogar vor, dass ich noch mal meinen Therapeuten
zu Rate ziehe, weil ich ja offensichtlich ein Problem mit ihr hätte und
offensichtlich keinen Weg weiß, wie ich mit ihr umgehen soll.
Das ist zwar frech, aber es stimmt. Ich weiß wirklich nicht,
wie ich mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten, Widersprüchlichen
Begründungen, Gemeinheiten und Verletzungen umgehen soll. Völlig egal was ich
sage oder mache, es wird alles gegen mich ausgelegt, oder ich habe es falsch
verstanden oder ich habe ein Problem.
Ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll, dass sie mit
zweierlei Maß misst. Ihre Argumente gelten nämlich nur in eine Richtung.
Während sie sich nicht ändern muss, schließlich habe ich sie einfach so
akzeptieren, wie sie ist, muss ich es sehr wohl und das obwohl sie behauptet,
dass sie mich so akzeptiert wie ich bin. Es ist ihr völlig unverständlich, wie
es mir unpassend erscheinen kann, dass sie mich auf der Arbeit anruft oder wenn
sie bei Partys mit meinen Freunden dabei ist. Sie legt es so aus, als würde ich
nicht wollen, dass sie meine Freunde kennenlernt. Dass sie dann alle schlecht
machen würde, die ich kenne, bilde ich mir nur ein. Sie beschwert sich, dass
sie keinen Anteil mehr an meinem Leben hat und von allem ausgeschlossen wird,
aber dass sie sich auch nicht gerade beliebt macht und sich benimmt wie jemand,
dem man gern etwas erzählt, ist eine erfundene Behauptung. Dinge, die mich
nichts angehen, weil es ihre Privatsache ist, gehen sie schon was an,
schließlich sind es dann etwas völlig anders. Sie behauptet, dass der
Pferdeflüsterer mich von ihr entfernt, dabei tut sie alles dafür, dass weder er
noch ich Lust auf sie haben.
Es ist Grundsätzlich niemals ihre Schuld, wenn wir uns
streiten und sie hat auch keinen Anteil daran. Sie kann ja nicht mal zu 10% zugeben,
dass sie verletzend ist. Sie darf also mit einer Axt schwingen und wenn man
getroffen wird, ist man selbst schuld, weil man im Weg stand oder sich nicht
schnell genug geduckt hat. Wenn ich mich provoziert fühle grinst sie und meint
es wäre heilsam für mich, wenn ich mich aufrege. Wenn ich verletzt bin fühlt
sie sich im Recht. Sie stellt unhaltbare Behauptungen auf und wenn ich ihr zu
erklären versuche, dass es schlichtweg falsch ist, was sie von sich gibt, habe
ich mir das nur eingebildet oder falsch verstanden. Ihre Meinung ist
grundsätzlich richtig und sie hat ein Recht auf diese Meinung und kein Argument
der Welt, sei es noch so richtig und begründet, kann sie davon abbringen.
Sie besteht nur aus Halbwissen und Vorurteilen, aber zugeben
würde sie das nie. Das bilde ich mir nur ein. Natürlich ist sie sehr tolerant.
Dass ich so jemanden nicht auf meine Freunde loslassen will, die alle irgendwie
etwas Besonderes sind, eben weil sie anders sind, kann sie nicht nachvollziehen.
Nein... ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Meine
Idee, ihr einfach nichts mehr zu sagen, um ihr keine neue Munition zu geben war
offenbar nicht erfolgreich. Außerdem hat das Verschweigen selbst als neue
Munition gedient. Mein Maß ist voll und ich will dieses Verhalten nicht mehr
ertragen.
Aber auch ihren Vorschlag, eine gemeinsame Therapie zu
machen halte ich für totale Zeitverschwendung. Da sitzt dann zwar jemand, von
dem sie grundsätzlich auch etwas annehmen würde - jemand mit einem Doktortitel in
Psychotherapie - aber nur, wenn diese Person ihr Recht gibt oder die gleiche
Sichtweise vertritt wie ihr alter Therapeut, sonst zählt die Person nichts oder
kann nichts oder so. Außerdem würde es bedeuten, dass sie auch ne gewisse
Bereitschaft zeigen müsste, sich zu ändern, sich auf einen Kompromiss zu
einigen oder mir entgegen zu kommen, die ich einfach nicht erkennen kann. Was
bringt mir dann eine Paartherapie, wenn nur ich mich ändern soll, wenn nur ich
Kompromisse machen soll?Ich muss auch gestehen, dass ich es nicht einsehe Geld zu bezahlen damit mir meine Ex-Therapeutin erklärt, wie ich mit meiner Mutter umgehen soll.
Also wie gehe ich mit so einer Frau um? Ich weiß wirklich nicht weiter. Allerdings finde ich gar nicht reden kann auch nicht die Lösung sein. Trotz allem mag ich meine Eltern (hauptsächlich meinen Vater) noch.