Das Leben der jungen J

06.11.2013 um 09:45 Uhr

Unerwartete Veränderungen

Stimmung: wieder richtig gut

So... ich habe wieder meine Freude am Leben gefunden. Und weil jetzt Schluss ist mit dem lamentieren über Beziehungskisten und dem Vergeben und Vergessen von all dem Leid, nutze ich einfach mal die Gelegenheit über meine Mutter zu sprechen. 

Wir erinnern uns, dass meine Mutter zu der Kategorie „schwierig" gehört. Es gibt hier schon den oder anderen Beitrag, der belegt, dass mir diese Frau wirklich den letzten Nerv geraubt hat. Aber seit dem letzten riesen Streit, ist es wirklich still in unserer Beziehung geworden. Mh... wenn ich so mal drüber nachdenke, haben wir auch mal alle Sorgen und Ängste angesprochen, so wie ich das sonst immer nur mit dem Pferdeflüsterer rede. Merkwürdig. Wird mir erst jetzt klar.

Aber ich schweife ab. Also meine Mutter ist jetzt friedlich. Und sie ist noch friedlicher, seit dem sie in Rente/Altersteilzeit ist. Eigentlich hatte ich ja befürchtet, dass sie dann permanent bei mir rumhängen will und ständig telefonieren und so, aber das war nicht so. Sie ist so friedlich, dass es schon beängstigend ist. Aber ich beschwere mich nicht, ich nehme, was ich kriegen kann. Und das tollste, sie hat jetzt viele tolle Ideen. Sie näht wieder, dekoriert alles mit Pflanzen und das beste, sie denkt nach. Ja, ist echt wahr.

Letztens als ich mit ihr telefoniert habe, ist ihr eingefallen, was für eine tolle Freundin Nitida bzw. Engelchen mir doch ist, und dass sie wirklich garstig die letzten Jahren zu ihr war Es täte ihr auch leid, dass sie nicht mal bei uns schlafen durfte. Vielleicht wäre sie etwas eifersüchtig gewesen, weil ich Nitida ja immer alles erzählt hätte und ihr nicht.

Ich dachte, ich höre in diesem Augenblick nicht richtig. Meine Mutter entschuldigt sich, wirklich und von Herzen gemeint? Und begründet das auch noch vernünftig? Was hat sie denn?

„Du erinnerst dich doch noch an die Begründung, oder?" Fragte ich sie.
„Äh ne, wieso? Was hab ich denn gesagt?" meinte sie.
„Du meintest, es wäre dir zu Hause unangenehm, weil sie doch Architektin ist und dann sehen könnte, was alles falsch ist. Deswegen dürfte sie nicht kommen. Und wenn ich jemals einen Architekten nach Hause bringen würde, würden wir uns immer nur im Restaurant treffen. Hab ich eh nicht so ganz verstanden. Was ist denn bei dir zu Hause alles falsch?"
„Naja... du weißt ja, dass es hier manchmal etwas ruschelig ist." (DAS ist ja wohl die Untertreibung des Jahrhunderts.)
„Aber sie ist doch keine Innenarchitektin."
„Aber das weiß man doch trotzdem."
„Also wenn Nitida irgendwas sagen würde, wofür sie definitiv zu nett wäre, dann wäre es nur, weil sie einen guten Geschmack hätte. Willst du jetzt alle ausladen, die einen guten Geschmack haben? Sonst sagst du immer, man muss auch zu seinen Fehlern stehen. Es ist doch sehr gemütlich - auf seine Art. Irgendwie urig. Kein Grund einen Komplex zu haben."
„Grml... Ich wollte nur sagen, dass du sie mal mitbringen kannst."

Nitida fiel ein wenig vom Glauben ab, als ich ihr das erzählt habe. Ich auch.

Aber jetzt wo unser Verhältnis wieder gut ist, schreiben wir uns auch mal hin und wieder eine Mail. In der aktuellen kam dies: „Liebes Feuerkind, bist Du interessiert an einem solchen Becher [A.d.V: damit meinte sie einen pinken Coffe-to-go Becher. Pink? Pink????? Ja! Pink!] Ich könnte Dir einen oder auch mehr besorgen. [A.d.V: und jetzt haltet euch fest, die Begründung ist... nunja... unerwartet:] Ist eventuell auch eine Option für den Weihnachtsmarkt, damit man sich die Finger an den Heißgetränken nicht verbrennt."

Bei der Aussage fiel mir bisher noch nichts anderes ein, als schallend zu lachen. Wie jedes Mal, wenn ich daran denke. Allein die Vorstellung, dass ich bei einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt mit einem pinken Coffee-to-go-Becher von Glühweinstand zu Feuerzangenbowlenstand laufe, mir immer wieder den Becher auffüllen lasse und nach dem Eierpunsch frage, ob ich den zwischendurch auch mal abwaschen könnte, ist wirklich zu komisch. Allerdings wäre es mir wahrscheinlich nach dem 3 Glas auch wirklich egal ob der Becher sauber ist oder nicht.

Und noch mehr musste ich lachen, weil meine Mutter genau das vermutlich durchziehen würde. Sie würde mächtig stolz mit dem Becher rumwedeln, weil ihr so eine tolle Idee gekommen ist. Und wenn es dann einen Dummen gäbe, der es wagen würde, an ihrem Verstand zu zweifeln, würde sie ihn streng ansehen und die praktische Handhabung erklären, während der arme Mensch gegenüber (für den ich im Geiste schon mal Kerze anzünde) immer kleiner wird und am Ende vermutlich sogar den Becher kauft, nur um weg zu können. Das wäre Spaß. Dafür würde ich es echt riskieren, sie zum Weihnachtsmarkt einzuladen. Dummerweise sind sie die meiste Zeit im Urlaub.

03.11.2011 um 08:55 Uhr

Verzeihen.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: traurig

„Verzeihen." Das waren die Worte von HApart zu meinem letzten Beitrag.Verzeihen soll ich ihr.

Verzeihen? Wie zum Teufel soll ich ihr denn verzeihen, dass sie mich mit der von ihr bezahlten Ausbildung erpresst? Mit dem Auto? Wie soll ich denn verzeihen, dass sie mich ständig mit Vorwürfen und Vorurteilen konfrontiert? Wie soll ich ihr denn verzeihen, dass sie mir nicht zuhört und mich ständig verletzt? Und selbst wenn ich dafür einen Weg finden würde, wie soll ich ihr denn verzeihen, dass der Streit vom Wochenende den Pferdeflüsterer dazu gebracht hat, zu überlegen, ob ich diese Art von Stress wirklich wert bin?

Aber was noch schlimmer ist, mir geht es nicht anders. Ich denke auch darüber nach. So... jetzt hat sie also erreicht, was sie wollte. Sie hat einen Keil zwischen uns gedrängt. Wir grübeln beide, ob der Kampf mit ihr es wert ist. Ob unsere Liebe stark genug für diesen Mist ist. Ob es das wert ist, dass ich vielleicht mit meiner Mutter den Kontakt abbrechen muss, damit ich mit dem zusammen sein kann, den ich liebe.

Wie soll ich ihr denn so was verzeihen?

Der Pferdeflüsterer ist das Beste, was mir seit langem passiert ist. Er ist ein wundervoller Partner: liebevoll, fürsorglich, macht sich viele Gedanken, wie er mich glücklich machen kann. Ständig überlegt er sich irgendetwas süßes, überrascht mich nach auf dem Rückweg einer Geschäftsreise auf dem Bahnhof, bringt mir Blumen mit, kümmert sich um mein Auto und wenn ich ihn brauche ist er da. Er nimmt mich in den Arm, wenn ich traurig bin und freut sich mit mir, wenn ich mich freue. Er kann mit meinen Zickereien und Eigenarten umgehen und läuft vor Problemen nicht davon. Er ist ehrlich auch wenn es verletzend ist und wenn man Kritik äußert, denkt er drüber nach und ändert etwas. Er ist einfach wundervoll. Und ich liebe ihn.

Wir haben viel Spaß miteinander und finden immer wieder eine neue Freizeitbeschäftigung, die uns beiden Spaß macht. Wir lachen viel, wir reden viel und wir kuscheln viel. Wir können uns sagen, was wir im Moment brauchen und uns gegenseitig Freiräume geben. In vielen Bereichen scheint es einfach so zu harmonieren. Immer wenn mir jemand von seinem Partner und den Streits berichtet freue ich mich immer über die Qualität unserer Beziehung. Wir haben viele Streitthemen, die andere Paare haben, einfach nicht. Ich muss mich nicht über mangelnde Aufmerksamkeiten oder zu viel Eifersucht beschweren. Mein Partner ist das, was sich viele Frauen, wünschen.

Wie oft habe ich in der letzten Zeit schon gedacht, dass ich ihn so schnell nicht wieder loslassen werde? Wo werde ich denn so jemanden wieder finden? Jemand, der nicht perfekt ist, aber dessen Eigenarten ich wirklich gut ertragen kann? Jemand der sich so um mich kümmert? Jemand bei dem ich nach wie vor ein gutes Gefühl habe, wenn wir zusammen sind? Jemand mit dem das Leben leichter läuft? Jemand der mich glücklich macht?

Ich habe meinen Prinz zwischen den Fröschen gefunden. Und ich habe eine Entscheidung getroffen. Wenn ich mich nun zwischen meinem persönlichen Prinzen, Harmonie und dem besten Freund, den ich je hatte und zwischen Streit, Erpressung und Kampf mit meiner Mutter entscheiden müsste, dann ist das zwar schwierig, weil es schließlich immer noch meine Familie, meine Wurzel ist, aber die Wahl würde auf den Pferdeflüsterer fallen. Hauptsächlich, weil sie nicht aufhören würde, wenn ich mich trenne. Mit ihr würde sich das Verhältnis vermutlich nicht ändern. Ich hätte immer noch den falschen Job, ich würde mich immer noch zu wenig melden und ich würde sie immer noch nicht meinen Freunden vorstellen.

Und was macht der Pferdeflüsterer? Der hat ein schlechtes Gewissen, weil er dafür sorgt, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, mit meiner Mutter zu brechen. Er meint, wenn wir uns dann doch irgendwann mal trennen würden, wäre ich ganz allein. Er will dafür die Verantwortung nicht tragen. Genauso wenig, wie er nicht daran „Schuld" sein will, dass ich mein geliebtes Stadtleben aufgebe und zu ihm auf Land ziehe. Er glaubt nicht, dass er das Wert ist. Er hält sich nämlich nicht für so einen tollen Freund. Er glaubt ich übertreibe, wenn ich ihm das sage. Er hat Angst davor, dass ich es ihm eines Tages vorwerfe, was ich alles für ihn aufgegeben habe. Und ich kann es verstehen. Aber ich versuche die Entscheidung nicht von ihm abhängig zu machen, damit das nicht passiert. Normalerweise kann ich gut mit meinen Entscheidungen leben und bereue sie nicht oder werfe jemanden etwas vor. Ich entscheide mich, weil ich es gut überlegt habe. Weil sie für mich in diesem Moment das einzig Richtige war. Und ja... verdammt. Er ist es wert.

Und ich habe wirklich Angst davor, dass der Pferdeflüsterer sich gegen die Beziehung entscheidet. Vor allem überlege ich, ob ich wirklich genug getan habe. Ob ich wirklich das alles zurückgegeben habe, was er mir gibt. Ob ich zu viel gefordert habe und zu wenig selbst gegeben habe. Ob ich zu zickig und zu wenig liebevoll gewesen bin. Ob ich genug versucht habe, ihm das  Leben in einer Beziehung einfach zu machen, weil ich ja weiß, dass das alles neu und schwierig für ihn ist. Ob ich verständnisvoll genug war. Ob ich oft genug für ihn da war. Ob es genug Aufmerksamkeiten und liebevolle Gesten waren. Ob ich ein ebenso toller Partner war, wie er.

Ich hoffe jeden Tag, dass es ausgereicht hat. Dass er sich die letzten 1,5 Jahre genauso wohl gefühlt hat wie ich. Dass er das alles nicht wegwerfen will. Aber er muss sich genauso für diese Beziehung entscheiden, wie ich. Die Entscheidung kann ich ihm nicht abnehmen. Aber wenn wir uns beide für die Beziehung entscheiden, werden wir zusammen einen Weg finden, mit der Schwiegermonster Situation umzugehen. Es ist doch nur ein Test. Ein Test aus dem man nur gestärkt hervorgehen kann - wenn man ihn besteht. Und ich traue ihr durchaus zu, dass sie uns in voller Absicht in so eine Situation geschubst hat, um zu testen, ob unsere Beziehung so was überlebt.

Und ja. Ich habe Schwierigkeiten, ihr zu verzeihen, dass sie sich so in unser Leben gedrängt hat. Ich kann ihr nicht verzeihen, dass sie unsere Beziehung vor so eine Zerreißprobe stellt. Ich kann ihr nicht verzeihen, dass sie nicht mal versucht hat ihn zu mögen. Dass sie ihm nicht mal eine Chance gegeben hat. Wie kann sie den tollsten Freund der Welt so falsch einschätzen.

Ja... klar... wenn er geht, dann hat meine Mutter Recht damit, dass seine Liebe nicht ausgereicht hat... dass nur eine Mutter, wie sie kommen musste, um uns auseinander zu bringen...blabla... Aber ich wüsste es besser und ich könnte ihn verstehen und ich würde ihr bis ans Ende meiner Zeit Vorwürfe machen und würde ihr nie wieder einen Freund vorstellen. Und das würde sie am allerwenigsten verstehen.

01.11.2011 um 12:16 Uhr

Der Supergau

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: immer noch nicht wieder richtig gut

Meine gemeine Mutter hat am Sonntag den Vogel abgeschossen. So ausgeufert war das in den letzten Jahren noch nicht. (sorry wegen dem wirklich langen Bericht)

Zuerst war es nur ein „normales" Gespräch, wo sie mir vom Selbstmordversuch von dem dessen Namen nicht genannt wird berichtet hat, dass er angezeigt wird und in die geschlossene Anstalt kommt und davon, dass das mit meiner Cousine schon weit länger geht, als wir gedacht haben und dass es vermutlich noch weitere Jungs aus der Nachbarschaft gibt die auch betroffen sind und davon, dass meine Tante neue Kräfte in sich entdeckt und schon alles für den Umzug und die Scheidung organisiert hat. Alles ganz schrecklich. Und schlimmer als ich dachte.

Und dann fing sie an mich zu provozieren. Zuerst habe ich mich nicht eingelassen bis sie dann meinte, dass ich immer Informationen zurückhalte und mich kontrolliere, was ich sage (kein Wunder, wenn sie immer alles gegen mich benutzt) und nur wenn ich mich aufrege wäre ich wirklich ehrlich und sie würde Dinge erfahren, die sie sonst nicht erfahren würde. Das wäre doch auch sehr heilsam für mich, weil ich es nun endlich rausgelassen hätte (was ja schon ziemlich dreist ist). Aber ich habe gemeint, dass sie sowieso nicht mit der Wahrheit umgehen kann (Nein - doch - nein - doch) und zum Beweis habe ich den aktuellen Anlass, dass meine Cousine wegen dem Missbrauch kein wirkliches Sexualverhalten entwickeln konnte und sie deswegen wohl auch in Swinger Clubs geht, genutzt, um ihr zu erzählen, dass ich das auch tue und zwar mit meinem Partner - auch ohne Missbrauch. Das war Fehler Nr. 1.

Sie meinte, dass das ja widerlich, ekelhaft und pervers wäre, wenn man es Ok findet, dass der Partner mit einer anderen Frau "fickt" (OT), dass es alles nur ein Alibi für Seitensprünge ist und dass der Pferdeflüsterer überhaupt nicht der richtige Partner sein kann, wenn er nicht alle meine Bedürfnisse befriedigen kann. (Ihr zu versuchen zu erklären, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die sie offenbar nicht nachvollziehen kann und Bedürfnisse, die nicht vom Partner gestillt werden können/wollen, schlug völlig fehl.)

Damit endete das erste Telefongespräch. Ich saß da und konnte es nicht fassen, dass es meine Mutter schon wieder geschafft hatte, mich einerseits aus der Reserve zu locken und andererseits das Thema auf unsere Beziehung zu lenken und sie in den Dreck zu ziehen. Dass sie meine Wahl offen als falsch darstellt und mich als pervers und widerlich bezeichnet. Ich war mächtig enttäuscht. Ich saß da und schüttelte den Kopf. War völlig fertig. Und diesmal sagte der Pferdeflüsterer nicht nur, dass er sich da wohl mal einmischen müsste, weil er es nicht mehr ertragen kann, dass ich WIEDER EINMAL da sitze und leide und heule, nachdem ich mit meiner Mutter telefoniert habe, weil sie WIEDER EINMAL etwas Gemeines gesagt hat, sondern er rief sie tatsächlich an. Das war Fehler Nr. 2.

Denn nun hatte sie ihn endlich mal am Telefon und konnte ihm alles sagen, was ihr nicht passte. Kramte sämtliche Begebenheiten raus, an denen sie ihn getroffen hatte und butterte das Brot mit jedem Verhalten, dass ihr aufgestoßen war. Sie warf ihm vor, dass er nur in der Lage wäre, sich mit einer Person zu unterhalten, dass er alles besser weiß (obwohl er doch nur helfen wollte, schließlich muss man auf einem 16:9 Fernseher Bilder im gleichen Format nicht noch zusätzlich quetschen, so dass ein 16:9 Bild plötzlich 16:5 (oder so) dargestellt wird), dass er ein zweites Gesicht hätte und es nur eine Frage der Zeit wäre, bis ich es erkenne und mich trenne, dass ihn der Stress zwischen mir und ihr nichts angehen würde, schließlich wäre es ja nicht sein Problem, wenn ich nicht mit ihr umgehen könnte und dass wir dann ja noch größere Probleme hätten, als sie schon vermutet hat, wenn er nicht damit umgehen kann, dass ich so ein gutes Verhältnis mit meiner Mutter habe (achja? wo denn?),  und dass er erstmal das Problem mit seiner eigenen Mutter in den Griff bekommen sollte (mit der er nicht redet, aber das ist aus meiner Sicht seine Sache) und dass sie erstmal seine Mutter kennenlernen will, weil sie wissen will in welchem Umfeld unsere Enkelkinder aufwachsen werden (Und dann was? Will sie mir den Segen für die Ehe/Beziehung nicht geben? Und was bitte soll daran neu sein?). Das Beste „Argument" von allem war, dass wir nach dem Urlaub ja extra einen Umweg von 400km gemacht haben, nur um sie nicht besuchen zu müssen und wenn wir wirklich glücklich wären, würden wir uns überall wohl fühlen, bloß weil wir uns hätten, und hätten nicht vor lauter Langeweile früher abreisen müssen.

Der Pferdeflüsterer blieb soweit ruhig, versuchte ihr aufzuzeigen, wo sie sich in ihrer eigenen Argumentation verstrickte und wo sie sich wiedersprach. Aber damit kam er nicht durch, weil sie immer etwas nicht so gemeint hatte, er sie falsch verstanden hätte oder es sein eigenes Problem wäre, wenn er nicht mit ihrer Meinung zurechtkam. Bis sie meinte, dass er mich ihr entfremden würde und ich völlig von ihm abhängig wäre und ich mich wieder einmischte. Das war Fehler Nr. 3

Es schaukelte sich alles noch mehr auf. Ich versuchte ihr zu erklären, dass es mein Leben ist, dass ich es nicht in Ordnung finde, wenn sie mich und meinen Partner als widerlich bezeichnet, dass sie nicht zuhört alles verdreht etc. Zum Schluss war es eigentlich ein Therapeutenstreit. Meine Therapeutin, die mir beigebracht hat, wie ich Probleme allein lösen kann, die mir gesagt hat, dass eine Einstellung „ich bin ok und du bist ok" (was so viel heißt wie: Ich habe meine Meinung und die hat ihre Daseinsberechtigung und Du auch) erstrebenswert ist, dass man auch als Sender eine gewisse Verantwortung dafür hat, dass die Message richtig beim Empfänger ankommt, gegen ihren Therapeuten, der ihr beigebracht hat, dass man sie sich nicht ändern muss, damit es anderen gut geht (was sie als Freibrief auffasst, fies und gemein zu sein, wenn es ihr beliebt), dass der andere ein Problem hat, wenn er nicht mit ihr klar kommt und der sie als geheilt entlassen hat (was für sie ein Freibrief ist, nicht mehr an sich zu arbeiten).

Es schaukelte sich soweit hoch, dass sie mir vorwarf, ich hätte meine Therapie nicht beendet und hätte ihr gar nichts zu sagen - was nicht stimmt. Ich sehe es nur eher wie ein Alkoholiker, der immer ein Abhängiger bleibt und immer wieder neu an sich arbeiten muss, aber alleine seinen Probleme und Herausforderungen begegnen kann und nicht wie eine abgeschlossene fertige Sache. Und weil alles nicht mehr half, meinte ich, dass viele Aussagen doch sehr gemein wären und dass es doch nicht notwendig ist so zu reden.

Sie meinte dazu nur, wenn mich diese Dinge, die sie sagt verletzten würden ist es doch nur ein Zeichen dafür, dass sie den Kern getroffen hat, dass es ein Zeichen für die Wahrheit ist und dass ich doch schon mal selbst darüber nachgedacht hätte. Und das fand ich richtig unfair ich sagte zu ihr, dass sie eine gemeine Frau ist und das traf sie wirklich. Das war Fehler Nr. 4.

Denn nun war mein Vater auf 180, weil er es nicht ertragen kann, wenn ich meine Mutter verletzte. Also hielt er mir dann vor was für eine schlechte und undankbare Tochter ich doch wäre, die ihre Mutter beleidigt, schließlich hat man nur eine und es steht schon in der Bibel, dass man Mutter und Vater ehren sollte und er schwer von mir enttäuscht wäre. Ich hielt dagegen, dass bei mir irgendwann auch das Maß voll ist und dass ich keine andere Wahl hatte. Aber wenn ich so drauf wäre, will er nichts mehr von mir wissen und er will, dass ich ihm das Auto (was sie mir netterweise zur Verfügung gestellt haben) inklusive aller Schlüssel und Papiere auf den Hof stelle. Dann legte er auf.

Das war schon krass. Natürlich sind da mit ihm die Pferde durchgegangen. Aber bei ihm weiß man nicht, wie ernst es ihm damit ist. Wenn er wirklich stinkig ist - und das war er - meint er sowas ernst. Allerdings beruhigt er sich schnell wieder. Und dann zieht er es wieder zurück. Eigentlich will er dann nur eine Entschuldigung. Das Dumme ist nur, dass sie seit jeher erfolglos versucht haben mich mit Sanktionen zu treffen und es noch nie den gewünschten Effekt hatte. Mich kann man mit sowas nicht erpressen. Noch nie. Ich würde mich deswegen nicht entschuldigen oder zu Kreuze kriechen. Und wenn sie das so haben wollen können sie das haben. Ich ging im Kopf eh schon die Alternativen durch. Mit dem Bus zur Arbeit, mit öffentlichen Mitteln zum Pferdeflüsterer, einkaufen zu Fuß... Ich WÜRDE das Auto abstellen und würde auch ohne prima klar kommen. Es wäre zwar nicht mehr so bequem, aber ich würde da nicht dran sterben. Genauso wenig wie damals am Taschengeldentzug (dann gebe ich eben nichts aus), am Stubenarrest (ich wollte eh nicht raus), am Telefonverbot (egal, ich wollte eh keinen anrufen) oder am Fernsehverbot (dann lese ich eben). Aber dann gäbe es für mich auch kein Zurück mehr.

Aber vorsichtshalber fragte ich mal nach, ob sie wirklich diesen Weg gehen wollten. Wenn sie das Auto haben wollen können sie es haben, aber dann müssen sie auch mit den Konsequenzen leben und dann wären sie für mich gestorben. Ich bin schließlich nicht mehr von ihnen abhängig. Aber nein... ganz so wäre es ja nicht gemeint gewesen... etc.

Aber der Weg zu einer Art Verständigung war weit. Es kam nun endlich offen raus, dass meine Mutter den Pferdeflüsterer richtig unsympathisch findet - was auf Gegenseitigkeit beruht und eigentlich nichts neues ist - und dass sie nicht mehr will, dass er sich verstellt, denn sie möchte nicht belogen werden. Was ehrlich gesagt ein wirklich geschickter Schachzug ist. Er kann ihr nun nicht mal frohe Weihnachten wünschen, weil es dann gelogen wäre und wenn er es nicht macht, bestätigt er ihre Meinung. Klasse oder? Aber das Gute ist, dass ich auch nicht mehr zwischen den beiden vermitteln muss. Dazu sind die beiden zu stur. Wäre vergebene Liebesmühe.

Sie schlug sogar vor, dass ich noch mal meinen Therapeuten zu Rate ziehe, weil ich ja offensichtlich ein Problem mit ihr hätte und offensichtlich keinen Weg weiß, wie ich mit ihr umgehen soll.

Das ist zwar frech, aber es stimmt. Ich weiß wirklich nicht, wie ich mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten, Widersprüchlichen Begründungen, Gemeinheiten und Verletzungen umgehen soll. Völlig egal was ich sage oder mache, es wird alles gegen mich ausgelegt, oder ich habe es falsch verstanden oder ich habe ein Problem.

Ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll, dass sie mit zweierlei Maß misst. Ihre Argumente gelten nämlich nur in eine Richtung. Während sie sich nicht ändern muss, schließlich habe ich sie einfach so akzeptieren, wie sie ist, muss ich es sehr wohl und das obwohl sie behauptet, dass sie mich so akzeptiert wie ich bin. Es ist ihr völlig unverständlich, wie es mir unpassend erscheinen kann, dass sie mich auf der Arbeit anruft oder wenn sie bei Partys mit meinen Freunden dabei ist. Sie legt es so aus, als würde ich nicht wollen, dass sie meine Freunde kennenlernt. Dass sie dann alle schlecht machen würde, die ich kenne, bilde ich mir nur ein. Sie beschwert sich, dass sie keinen Anteil mehr an meinem Leben hat und von allem ausgeschlossen wird, aber dass sie sich auch nicht gerade beliebt macht und sich benimmt wie jemand, dem man gern etwas erzählt, ist eine erfundene Behauptung. Dinge, die mich nichts angehen, weil es ihre Privatsache ist, gehen sie schon was an, schließlich sind es dann etwas völlig anders. Sie behauptet, dass der Pferdeflüsterer mich von ihr entfernt, dabei tut sie alles dafür, dass weder er noch ich Lust auf sie haben.

Es ist Grundsätzlich niemals ihre Schuld, wenn wir uns streiten und sie hat auch keinen Anteil daran. Sie kann ja nicht mal zu 10% zugeben, dass sie verletzend ist. Sie darf also mit einer Axt schwingen und wenn man getroffen wird, ist man selbst schuld, weil man im Weg stand oder sich nicht schnell genug geduckt hat. Wenn ich mich provoziert fühle grinst sie und meint es wäre heilsam für mich, wenn ich mich aufrege. Wenn ich verletzt bin fühlt sie sich im Recht. Sie stellt unhaltbare Behauptungen auf und wenn ich ihr zu erklären versuche, dass es schlichtweg falsch ist, was sie von sich gibt, habe ich mir das nur eingebildet oder falsch verstanden. Ihre Meinung ist grundsätzlich richtig und sie hat ein Recht auf diese Meinung und kein Argument der Welt, sei es noch so richtig und begründet, kann sie davon abbringen.

Sie besteht nur aus Halbwissen und Vorurteilen, aber zugeben würde sie das nie. Das bilde ich mir nur ein. Natürlich ist sie sehr tolerant. Dass ich so jemanden nicht auf meine Freunde loslassen will, die alle irgendwie etwas Besonderes sind, eben weil sie anders sind, kann sie nicht nachvollziehen.

Nein... ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Meine Idee, ihr einfach nichts mehr zu sagen, um ihr keine neue Munition zu geben war offenbar nicht erfolgreich. Außerdem hat das Verschweigen selbst als neue Munition gedient. Mein Maß ist voll und ich will dieses Verhalten nicht mehr ertragen.

Aber auch ihren Vorschlag, eine gemeinsame Therapie zu machen halte ich für totale Zeitverschwendung. Da sitzt dann zwar jemand, von dem sie grundsätzlich auch etwas annehmen würde - jemand mit einem Doktortitel in Psychotherapie - aber nur, wenn diese Person ihr Recht gibt oder die gleiche Sichtweise vertritt wie ihr alter Therapeut, sonst zählt die Person nichts oder kann nichts oder so. Außerdem würde es bedeuten, dass sie auch ne gewisse Bereitschaft zeigen müsste, sich zu ändern, sich auf einen Kompromiss zu einigen oder mir entgegen zu kommen, die ich einfach nicht erkennen kann. Was bringt mir dann eine Paartherapie, wenn nur ich mich ändern soll, wenn nur ich Kompromisse machen soll?Ich muss auch gestehen, dass ich es nicht einsehe Geld zu bezahlen damit mir meine Ex-Therapeutin erklärt, wie ich mit meiner Mutter umgehen soll.

Also wie gehe ich mit so einer Frau um? Ich weiß wirklich nicht weiter. Allerdings finde ich gar nicht reden kann auch nicht die Lösung sein. Trotz allem mag ich meine Eltern (hauptsächlich meinen Vater) noch.

28.10.2011 um 12:26 Uhr

Noch ein paar Gedanken

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Familiengeschichte

Stimmung: nicht wirklich gut

Tja... so ganz einfach kann ich es mir mit dieser Familiengeschichte doch nicht machen. Es nimmt mich doch weit mehr mit als ich dachte. Im Grunde mache ich mir Vorwürfe, weil ich nicht für meine Cousine da war.

Als wir noch klein waren, naja... bis ich 13 und die beiden Mädels 8+9 waren, waren wir fast sowas wie Geschwister. Wir hingen so viel aufeinander rum, dass es sich wirklich so angefühlt hat. Und weil ich die älteste war, wurde ich immer in die Aufpasser-Position gedrängt - die ich ziemlich bescheuert fand. Ich fand auch bescheuert, dass meine Oma uns allen immer das gleiche geschenkt hat. Es ist ziemlich blöd, wenn man mit 13 einen Micky Maus Pulli bekommt, nur weil die beiden kleinen auch einen bekommen. Mit 13 will man sowas einfach nicht mehr anziehen.

Allerdings war es auch damals schon schwer mit eben dieser Cousine. Sie hat auch damals schon nicht geredet oder sich zum spielen animieren lassen. Sie hat eben in ihrer Welt gelebt. Mit ihren Autos. Meine Mutter meint, dass sie sich schon ganz am Anfang in ihre Welt zurückgezogen hat. Ihre kleine Schwester kam mit einem Herzfehler zur Welt und musste relativ schnell operiert werden und ab dann hieß es nur noch, ach die arme Kleine... Und meine Cousine wurde vergessen. Und sie hat sich damit arrangiert, dass sie keine Aufmerksamkeit bekam. Hat sich eben ihre Welt zurückgezogen. Wurde unsichtbar. Und keiner der Erwachsenen hat versucht daran etwas geändert. Sie war eben so.

So... und dann hat sich meine Tante von meinem Onkel getrennt. Und meine Mutter hat ihr das ziemlich übel genommen. Hauptsächlich die Art wie sie das kommuniziert hat und die Begründung die sie gegeben hat, nur um dann 1 Monat später mit dem neuen aufzutauchen - dem, dessen Name hier nicht genannt wird. Also gab es Stress und meine Mutter hat 2 Jahre nicht mehr mit ihrer Schwester geredet. Anfangs habe ich versucht das zu ignorieren und bin meine Cousinen trotzdem noch besuchen gefahren. Aber irgendwann kann man das zwischen den Stühlen stehen auch nicht mehr leisten wenn man 13/14 ist. Also habe ich aufgehört sie zu besuchen und die Verbindung ist irgendwie abgerissen. Als sie wieder bestand, bin ich rausgewachsen gewesen und habe mich auch nicht mehr bemüht, wieder das Vertrauensverhältnis aufzubauen. Ich war froh, dass ich aus der Aufpasser-Nummer raus war. Bis heute. Zwischendurch habe ich es wohl mal versucht, aber so richtig wurde das Verhältnis nicht.

Und jetzt mache ich mir Vorwürfe, weil ich denke, dass ich es doch mehr hätte versuchen können. Ich hätte doch für sie da sein können. Vielleicht hätte sie dann mal mit mir geredet. Anderseits war ich jung und egoistisch und konnte auch nicht aus meiner Haut. Ich hatte damals auch genug mit mir selbst zu tun.

Und ich bin auf die Erwachsenen wütend. Auf meine Tante und meinen Onkel, weil sie sich einfach nicht bemüht haben. Es mit „sie ist eben so" abgetan haben. Hingenommen haben, dass sie unsichtbar war. Und als sie gemerkt haben, dass sie nicht genügend gelernt hat, um überlebensfähig zu sein, haben sie versucht, sie mit Druck zu verändern. Und ich bin wütend auf meine Mutter, weil sie einfach verschwunden ist, als es schwierig war. Und natürlich auf den dessen Namen nicht genannt wird, weil er ihre Charakterschwäche einfach ausgenutzt hat.

Und ja... rational betrachtet trifft mich keine Schuld. Aber es fühlt sich trotzdem so an, als hätte ich irgendetwas tun können. Tun müssen.

Nitida meint, dass ich mir das nicht einreden soll und dass ich versuchen soll eher objektiv zu bleiben. Jetzt ist es ohnehin zu spät. Es ist ja alles schon passiert. Ich bin mir im Moment nicht mal sicher, ob sie wirklich ne Wahl gehabt hat und ob es wirklich eine freie Entscheidung gewesen ist. Wann sind Entscheidungen schon frei? Sie hat ja nun endlich ihr Schweigen gebrochen und es hat sie ja auch endlich mal jemand wahrgenommen. Im Grunde gibt es nur einen Menschen, der ihr jetzt wirklich helfen kann, einen Weg zu finden damit zu leben und das beste draus zu machen und das ist sie selbst.

26.10.2011 um 12:22 Uhr

Das Familiengeheimnis

Stimmung: kopfschüttel

Tja... gestern rief meine Mutter an und erzählte mir eine ungeheuerliche Familiengeschichte. Vermutlich will das außer mir keiner wissen, aber ich erzähle es trotzdem.

Also meine Tante hat sich vor Jahren von ihrem ersten Mann scheiden lassen, vermutlich weil der neue Mann schon irgendwie vor der Typ stand. Diese Umstände sind halt nach wie vor schwammig, was aber jetzt auch nicht so wichtig ist. Aber niemand von dem Rest kann den neuen Typ leiden, ihre Kinder eingeschlossen.

Er ist anstrengend, hat ne komische Meinung, die er lautstark vertritt, lässt sich auch durch Argumente nicht abbringen, trinkt wohl mittlerweile deutlich mehr als ihm guttäte und ist wirklich kein sympathischer oder angenehmer Mensch. Wie gesagt keiner kann ihn leiden. Mittlerweile hat nun auch meine Tante gecheckt, dass er ihr nicht unbedingt gut tut, konnte sich bisher aber nicht vorstellen sich zu trennen, weil sie dann große finanzielle Einbußen hätte und es ohnehin schon sehr knapp bei denen ist.

So und gestern kam nun meine Mutter an und meinte, dass meine Tante sich wohl doch scheiden lassen würde. Sie hätte ihn gestern wohl auch schon rausgeschmissen. Warum das so plötzlich? Wo sie sich doch seit Jahren mit diesem Gedanken quält? Ja... weil meine Cousine, die sonst nie was sagt damit rausgerückt ist, dass sie ihn als sie 16 war beim w*ichsen erwischt hätte und er sie dann gebeten hat zuzusehen - was sie auch gemacht hat. Danach ist das wohl häufiger passiert und auch so, dass sie ihm dann wohl irgendwie geholfen hat. Und jetzt hätte er sie gefragt, ob die beiden sich zusammen Pornos ansehen wollen.

Und damit hat sie sich wohl bei meiner Tante verquatscht, die natürlich gebohrt hat und sofort reagiert hat. Sie hat ihm gesagt, dass sie davon weiß, dass sie das nicht gutheißen kann und dass er gehen soll. Daraufhin meinte er: „Wann?" Sie sagte: „Sofort!" und er verschwand ohne Schlüssel, Geld, Zigaretten oder Kleidung. Kein Stress, kein Abstreiten... Nichts dergleichen.

So und nun ist er weg. Glauben wir jedenfalls. Vielleicht bringt er sich auch um, weil er irgendwann mal gemeint hat, dass ihn niemand findet, wenn er sich umbringt. Was ohnehin schon eine schräge Aussage ist. Aber was will er denn schon ohne Sachen, Schlüssel und Geld anstellen? Anderseits halte ich ihn für so clever, dass er seine Flucht irgendwie geplant hat und Vorkehrungen getroffen hat. DAS traue ich ihm durchaus zu.

Meine Mutter war total geschockt und hat den Ausdruck „Missbrauch" benutzt, dass ihr meine Cousine sooo leid tut, das arme Kind, und dann hat sie diese Begebenheit benutzt, um damit zu begründen, dass sie deswegen ihr abartiges Sexualverhalten entwickelt hat und deswegen in Swingerclubs geht. Mein Gott, Swingerclubs sind ja ach so abartig. So was macht mich schon etwas sauer. Mich hat niemand „missbraucht" und ich gehe da trotzdem hin. Ich fühle mich auch nicht abartig.Aber das nur am Rande.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so ganz, was ich davon halten soll. Irgendwas an dieser Sache ist für nicht stimmig. Ich kann mir nicht vorstellen, das der Typ, so widerlich wie ich ihn finde, meine Cousine gezwungen hat.

Dazu muss man folgendes wissen. Meine Cousine ist nun nicht gerade eine charakterstarke Persönlichkeit die es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Wenn sie unter Druck gesetzt wird, würde sie auch einen Mord zugeben, den sie nicht getan hat. Sie macht sich auch nicht so die Gedanken über alles Mögliche. Ich will nicht sagen, dass sie nicht nachdenkt, aber sie ist schon sehr naiv. Manchmal bezweifle ich, dass sie wirklich allein überlebensfähig ist. Sie ist auch nicht so der extrovertierte Typ oder jemand der klar eine Meinung vertritt. Im Grunde redet sie gar nicht und das schon weit länger als die 12 Jahre, die das nun gehen soll. Außerdem hat sie ein mächtig angeschlagenes Selbstwertgefühl. Niemand hat ihr jemals gesagt, dass sie hübsch oder attraktiv ist und sie hat auch nichts getan um sich wenigstens so zu fühlen. Der Konsens in der Familie ist, dass sie einfach nichts aus sich macht.

So... und nun kommt zu einer Zeit, wo sie geschlechtsreif ist, ein Mann daher, mit dem sie nicht verwandt ist und sie bekommt einerseits Aufmerksamkeit und er macht Dinge, die sie vermutlich neugierig machen. Und natürlich sagt sie nicht nein, wie ihre kleinere Schwester es getan hätte. Die hätte sich hingestellt, gelacht und ihm einen Vogel gezeigt und er hätte sie nicht gezwungen. Dazu ist er nun auch wieder nicht der Typ.

Der Typ stellt also fest, dass er bei meiner Cousine leichtes Spiel hat, weil sie sich vielleicht auch einlässt und dann spinnt sich das weiter. Bis sie vielleicht irgendwann keine Lust mehr hat und keinen Ausweg findet. Das wäre ein Szenario, dass ich mir auf Basis der unterschiedlichen Charaktere vorstellen könnte.

Für mich ist das nun nicht direkt "Missbrauch". Es gab, so wie ich es rausgehört habe, nicht so direkt Zwang und sie war mit 16 alt genug es selbst zu entscheiden. Hat sie nicht. Und wenn er sie gezwungen hätte, hätte sie sich bestimmt gewehrt. Das traue ich ihr schon zu. Wenn er sie gezwungen hätte, hätte sie das nur ihrem Vater gegenüber erwähnen müssen und der hätte ihn als Polizist persönlich eingebuchtet oder eigenhändig umgebracht. Das ist klar. Das wusste sie auch.

Aber wo fängt Missbrauch an? Ich habe also mit diesem Ausdruck mühe. Schlimm finde ich es trotzdem. Hauptsächlich tut sie mir leid. Eigentlich eher deswegen, weil ihre Eltern vorher schon verpasst haben, ihr Nein-sagen beizubringen und Selbstwertgefühl einzutrichtern. Niemand hat sie beachtet und sie hat so vor sich hingemokelt. Was erwartet man dann? Eine Charakterstarke Persönlichkeit die in allen Lebenslagen ihre Frau steht? Wo soll sie es denn auch herhaben. Ihre Mutter macht ihr seit Jahren vor, dass man still hält und die Klappe hält. Aber vielleicht hat sie es auch versucht, aber stand hilflos davor, weil sie nicht wusste, wo sie Selbstbewusstsein hernehmen sollte. Und immer wenn sie eine Meinung vertreten hat, würde sie von irgendjemanden runtergebuttert. Was sie meist trotzdem nicht davon abgebracht hat, es so durchzuziehen. Dass sie nun angefangen hat, eine Therapeutin zur Hilfe zu nehmen war eine völlig logische Konsequenz. Die Ursache ihrer Probleme liegt nämlich schon weit vor dem Alter von 16.

Und ja... ein Scheidungsgrund ist es auch. Ein guter Grund.Und endlich hat meine Tante den Arsch in der Hose ihn rauszuschmeißen. Alles andere hätte mich auch schwer erschüttert. Das ist ein Grund völlig hinter der Tochter zu stehen. Dem armen Kind.

Ja... wer hat sie denn dazu gemacht?

Und jetzt bin ich verdammt dazu, Mitleid zu haben und den Typen die Pest an den Hals zu wünschen. Also ja.. ich finde es schlimm. Wie gesagt, dass sie nicht nein sagen kann und dass der Typ das ausgenutzt hat. Schließlich war sie eine hilflose Schutzbefohlene. Aber wenn ich anfangen würde, in der Familie zu äußern, dass ich vermute, dass es kein direkter Zwang war, sondern eine Mischung aus Freiwilligkeit und nicht mehr Zurückkönnens, kann ich meine Sachen packen und genau dahin verschwinden, wo sich der Typ auch hin verkrochen hat.

Das macht mich auch wütend.

03.08.2011 um 14:41 Uhr

Langsam treibt sie mich in den Wahnsinn

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: fassungslos

Es gibt schon wieder was neues von meiner Mutter. Ich habe nämlich gestern mit ihr telefoniert und sie hat auf ne super fiese Art Dinge gesagt, dass mir im ersten Moment nicht klar war, was sie da eigentlich von sich gelassen hat. Aber jetzt nachdem ich drüber geschlafen habe, könnte ich mich mega darüber aufregen.

Also erstmal ging es um das Zusammenziehen. Sie kann nicht glauben, dass ich freiwillig von der Stadt aufs Land ziehe und da auch noch glücklich werden soll. Wo ich doch schon als Kind gemeint hätte, dass die Kleinstadt zu klein ist und dass ich später mal in eine Großstadt ziehe. (Jaja... es fällt mir schwer. Aber es gibt keine andere Möglichkeit und ich finde mich damit ab und fange an, die Idee auch irgendwie gut zu finden. Außerdem... kann man die Meinung nicht mal ändern?)

Als nächstes soll ich berücksichtigen, dass ich durch die viele Fahrerei auch mehr Kosten habe als jetzt und selbst wenn wir uns die Miete teilen vermutlich noch was drauflegen muss. (ja... weiß ich auch. Deswegen überlegen wir schon ne Gasanlage in mein Auto einzubauen, um die Kosten zu minimieren)

Als nächstes fragte sie, ob ich schon einen Plan hätte, wie ich Karriere machen will. (Daraufhin folgte eine abgeschwächte Version von der Karriere und Verdienst-Diskussion von neulich.) Schließlich muss ich Karriere machen, wenn wir uns eine Familie leisten wollen. Schließlich gibt es in seinem Job kaum noch finanzielles Entwicklungspotential. Er kann also keine Familie ernähren. Und weil MEINE (Ja, sie betonte meine! Nicht unsere!) Kinder ja clever werden würden, müsste ich damit rechnen, ihnen Studium zu bezahlen. (Ja... das ist mir auch klar.)

Außerdem und jetzt kommt O-Ton: „Sollte Dein Bestreben dahingehen, so viel zu verdienen, dass du dir ne Kinderfrau leisten kannst!..." (Äh... Wieso?? Der Pferdeflüsterer hat doch kein Problem damit zu Hause zu bleiben...?!) „...Weil der Pferdeflüsterer bei DEINEN cleveren Kindern schnell an seine Grenzen kommen wird und ihnen in der Schule nicht genug helfen kann!". (Halloo???? Der Pferdeflüsterer ist nicht blöd! Und wenn er damals jemanden gehabt hätte, der sich um ihn gekümmert, ihn gefördert und gefordert hätte, hätte er bestimmt noch was anderes gemacht oder er hätte studiert oder so. Er ist sehr clever und er kann sich super viel merken. Gut vielleicht keine Pferdestammbäume, aber dafür soo viel anderes. Und außerdem hab ich es doch auch geschafft, obwohl mir meine Mutter in Englisch und Mathe nicht helfen konnte.) Aber ich wäre ja auch von allein schon sehr clever gewesen. (Aha!)

Und dann meinte sie noch, dass ich mir das schon alles gut überlegen werde und das es wichtig ist, die Vorhaben mal mit anderen zu diskutieren und sich die Bedenken anzuhören. (Ok... echt jetzt. Es reicht. Nicht von ihr. Wenn ne Freundin sagt, überleg mal dies und jenes, versucht sie mir trotzdem nicht die gesamte Beziehung auszureden.)

Ich weiß auch nicht was mit mir los war. Ich habe es überhaupt nicht geschnallt, was sie da eigentlich alles gesagt hat. Klar habe ich gegen gehalten, aber nicht so, wie sie es verdient hätte. Eigentlich verdient sie es nicht mehr, dass ihr irgendwie mit ihr rede. Ich mache ihrer Meinung nach einen Fehler, wenn ich mit ihm aufs Land ziehe. Dass kann ihrer Meinung nach allein schon deswegen nicht gut gehen, weil ich ein Stadtkind bin. Außerdem habe ich mir den totalen Versager ausgesucht, weil er nicht in der Lage ist, eine Familie zu ernähren und blöd ist er auch noch. Naja.. jedenfalls offensichtlich unter meinem Niveau.

Was bildet diese blöde Kuh sich eigentlich ein? Wie kann man so eine schlechte Meinung von meinem Weltbesten Freund haben? Kann sie nicht sehen, dass er gut für mich ist? Vielleicht nicht in den Aspekten, die sie für wichtig hält, aber dafür in anderen? Er liebt mich, er respektiert mich und er achtet mich. Was kann ich denn noch erwarten? Soll ich ihn verlassen und mit irgendjemanden, der viel Geld hat, der mich aber nicht liebt zusammenkommen? Das kann doch nicht ihr Ernst sein.

Ich weiß noch überhaupt nicht, ob und wie ich eine Familie haben will. Oder ob Karriere das richtige für mich ist. Ich muss meinen Weg gehen und nicht den, den sie sich für mich erträumt hat. Ich könnte sie gerade erwürgen, weil sie so gemeine Sachen wieder von sich gegeben hat und ich es diesmal nicht mal sofort bemerkt habe. Sie macht das geschickt und versucht es, es clever zuverpacken. Zu blöd, dass ich clever genug bin, um es immer zu durchschauen. (Auch wenn es manchmal etwas dauert)

Und dann wundere ich mich, warum der Pferdeflüsterer sie nicht leiden kann?

Ich weiß nicht, was ich da noch machen soll. Eigentlich verdient sie es nicht mehr, Teil meines Lebens zu sein. Wo ich es doch in ihren Augen ohnehin verpfusche.

08.07.2011 um 14:16 Uhr

Wer sind Sie? Und was haben Sie mit meiner Mutter gemacht?

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: müde

Ich weiß nicht ob der Tod meiner Oma oder die Tatsache, dass meine Mutter im Urlaub jemanden getroffen hat, der scheinbar einen bleibenden Eindruck mit seiner Sichtweise bei ihr hinterlassen hat, der Auslöser war, aber meine Mutter ist gerade wie ausgewechselt.

Indiz 1: Meine Mutter ist sehr streng gläubig und so bin ich auch erzogen worden. Als ich für mich feststellte, dass das in der Kirche vermittelte Verständnis von Gott nicht meinem entspricht und ich deswegen nicht mehr hingehen möchte, hat sie das als persönliche Beleidigung aufgefasst. Offenbar hat nun im Urlaub der Mensch an der Kanzel genau ihren Nerv getroffen. ‚Wir hätten nicht das Recht, darüber zu urteilen, warum jemand zur Kirche kommt oder nicht!' meinte er und plötzlich ist es OK für sie, dass ich nicht mehr zur Kirche gehe. Schließlich ist es ja meine Entscheidung! (Achja? Das versuche ich ihr seit Jahren zu vermitteln!)

Indiz 2:Auf der Karte, die sie aus dem Urlaub geschrieben hat, stand der Pferdeflüsterer mit vollen Namen in der Adresszeile drauf. Er wurde nicht nur am Ende mitgegrüßt, sondern explizit in der gesamten Karte mit angesprochen. Die Karte war an uns beide gerichtet. So was hat sie noch nie gemacht.

Indiz 3:Offenbar hat die Tatsache, dass der Pferdeflüsterer mir und meiner Tante zur Seite gestanden hat, als meine Oma im Sterben lag, auch einen Anteil, an ihrer Verhaltensänderung. Jetzt steht er als Angehöriger in der Zeitungsanzeige und sie kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus, wie toll er denn nun ist. (????)

Das ist schon auffällig. Sie ist anders. Rege ich mich darüber auf? Nein. Ich wäre ja schon schön blöd. Ich wundere mich bloß. Natürlich weiß ich nicht, wie lange es anhält, aber es würde mich schon freuen, wenn es möglichst lange wäre.

Ansonsten hängt sie wegen dem Tod ihrer Mutter sehr durch. Sie hat sich auf Grund von Depressionen bis nächsten Freitag (da ist die Urnenbeisetzung) krank schreiben lassen. Sie meint, sie kriegt überhaupt nichts auf die Reihe und ist mit allem überfordert. Es nimmt sie doch stärker mit, als wir alle gedacht haben. Dass meine Tante durchhängt war klar, aber dass es meiner Cousine auch so schlecht geht, hätte ich nicht erwartet Sie kann überhaupt nicht mehr allein schlafen und bricht ständig in Tränen aus. Ist mit mir irgendwas falsch, weil ich mich irgendwie normal fühle und Spaß am Leben habe?

Naja... ganz normal ist es dann nun auch wieder nicht. Ich bin im Moment schon wieder super schnell gestresst. Gestern hab ich morgens am Telefon angefangen zu heulen, weil der Pferdeflüsterer wissen wollte, ob wir denn nun in zwei Wochen nach München fahren, weil er sonst einer anderen Sache zusagen würde und ich es einfach nicht wusste.

Ich war total überfordert. Mit allem. Vor allem damit, dass ich Abends zu diesem Businessding sollte, dass bei mir zu Hause ein schier unüberwindbares Chaos herrscht, dass ich dem Frisör absagen muss weil ich zur Beerdigung muss, dass Auto so viel kostet, dass es keine günstige Zug-Verbindung nach München mehr gibt, weil das alles super spontan ist und schon die Vorstellung 7 Stunden im Auto zu sitzen mich unglaublich anstrengt. Auch damit, dass auf der Arbeit ständig jemand kommt, der ne Grafik will oder ich muss zig mal hinter meinem Chef hinterher laufen, damit er endlich eine Freigabe macht. Das Messsystem ist auch schon wieder an einem neuen schier unlösbaren Problem angekommen und raubt mir derzeit super viel Kraft. Und als wäre das nicht schon alles genug, kommt meine Mutter noch an und will dass ich wildfremde Menschen im Ausland anrufe um ihnen zu sagen, dass meine Oma gestorben ist. Ich wusste es war ein Fehler Englisch zu lernen. Ich hasse es mit fremden Menschen zu telefonieren. Ich habe da regelrecht Panik vor.

Das schlimme ist, dass ich wirklich gern nach München fahren würde, aber der Zeitpunkt gerade unglaublich schlecht ist. Und dann ist ein Wochenende auch einfach zu kurz. Besonders wenn die 1,5 Tage, die man dann da ist, schon fast völlig verplant sind. Und dann 7h Autofahrt! Warum kommen Leute auch immer so super kurzfristig mit ihren Geburtstagseinladungen rüber. Deswegen fiel mir die Entscheidung auch so unglaublich schwer. Aber als ich mich dann gestern abend gegen dieses Businessding entschieden habe und lieber zu Hause geblieben bin und dagegen nach München zu fahren, um das Geld für einen anstrengenden 2 Tages-Trip lieber in eine nette kleine Ferienwohnung auf einer Ostfriesischen Insel im September zu investieren, ging es mir besser.

Schon komisch, wie einen manchmal das was man gern machen würde, so weit davon weg bringt, was gut für einen ist.

24.06.2011 um 13:52 Uhr

Die böse Schwiegermutter

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: nachdenklich

Muss mir das zu denken geben, dass mein Partner meine Mutter für eine typische böse Schwiegermutter aus dem Märchen hält?

Ich finde es wirklich furchtbar. In meiner Wunschvorstellung nimmt meine Mutter meinen geliebten Freund wie ihren Sohn auf und wir sind ein große glückliche Familie, wo jeder jeden gern besucht und mag und überhaupt. Leider ist die Realität nicht ganz so.

In Realität ist meine Mutter ein furchtbare Ziege, die sich in alle Entscheidungen einmischt und nicht viel Herzlichkeit ausstrahlt. Manchmal. Nicht immer. Sie kann auch wirklich sehr umgänglich sein. Oder möchte sie jedenfalls. Ich glaube ihr gefällt die Rolle auch gerade nicht, die sie inne hat, aber sie kommt eben auch nicht aus ihrer Haut raus. Und ja wir streiten uns öfter. Im Moment ungefähr jedes Vierteljahr über meine Arbeit, meinen Partner, meine finanzielle Situation und mein Leben im Allgemeinen.

Wir streiten uns, weil ich eben nicht zu der Wusch- und Vorzeigetochter mit Vorzeige-Mann  und Vorzeige-Familie geworden bin, die sie sich vorgestellt hat. Sie hätte gern eine Tochter die jetzt in einem großen Unternehmen mindestens im mittleren Management arbeitet, zwei Kinder hat und irgendeinen gutsituierten Anwalt, Bänker oder Manager geheiratet hätte, in einem schönen Häuschen im Grünen wohnt um mit dem BMW zur Arbeit fährt. Dann hätte ich in ihrer Vorstellung ausgesorgt und sie müsste sich keine Sorgen mehr machen.

Aber im Grunde geht es mir gut und ich führe das Leben, was ich für mich richtig halte. Es ist nicht ganz so leicht, sich immer von den Idealen der Mutter loszusagen und den eigenen Weg zu wählen und dabei nicht aus Trotz einfach das Gegenteil zu machen. Ich habe auch keine Lust einen Partner zu haben, der wegen seines Jobs keine Zeit mehr für mich und meine Familie hat und ein spießiges Leben passt sowieso nicht zu mir. Für Kinder fühle ich mich ohnehin noch nicht reif und in großen Unternehmen kann man niemals so viele Freiheiten wie in diesem kleinen.

Ok... ein bisschen mehr Geld wäre schon schön. Aber meine Arbeit macht mir Spaß und der Pferdeflüsterer ist ein wirklich toller Freund. Das sehe ich immer dann, wenn mir andere von ihren Partnern erzählen.

Trotzdem fände ich es schöner, wenn er meine Mutter nicht komplett verteufeln würde. Ihr eine Chance geben würde. Nur weil ich mich immer beschwere, mich öfter streite heißt es nicht, dass er in dem Punkt solidarisch sein muss. Aber nein... nach der Geburtstagsfeier bei meinem Papi ist sie wohl scheinbar komplett unten durch. Da hat sie nämlich versucht ihn abzufüllen. Nicht dass ich ihn nicht gewarnt hätte und ihm nicht gesagt hätte, dass es bei unseren Feiern dazu gehört. Aber er wollte ja nicht hören.

Zuerst fand ich es total blöd, dass er versucht hat, sich durchzuschummeln. Dann dachte ich aber, dass es doch nicht schlecht ist, wenn mein Partner weiß wann bei ihm mit Alkohol Schluss ist. Weil meine Mutter (wieder mal) ein „Nein" nicht gelten ließ und er sie nicht verletzen wollte (wohl meinetwegen), hat er Wasser in sein Schnapsglas gefüllt. Blöd ist nur, dass er aufgeflogen ist.

Tja.. und jetzt wirft mir der eine Teil vor, dass es doch total albern ist, sich durchzumogeln und der andere dass es doch total bescheuert ist, sich derart betrinken zu müssen. Was soll man da machen? 

30.05.2011 um 11:51 Uhr

Der harte Boden der Tatsachen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: mies

Tja... die einzige, die findet, dass ich beruflich etwas falsch mache, ist doch tatsächlich (aber wen wundert es?) meine Mutter. Sie konnte sich am Wochenende natürlich nicht darüber freuen, dass ich beruflich festen Boden unter den Füßen finde. Dass meine finanziellen Probleme nun eine reele Chance haben, sich aufzulösen. Dass ich es schaffe, Erfahrungen zu sammeln, die mich wirklich (auch karrieretechnisch) weiter bringen. Dass ich ein Unternehmen gefunden habe, dass an mich glaubt und mir wirklich eine Chance gibt. Dass mein Potential erkennt und fördert.

Nein... das konnte sie leider nicht. Ihr Kommentar dazu war: „Und? Hast du schon eine Gehaltserhöhung verhandelt? Schließlich war das damals nicht Gegenstand deines Arbeitsvertrages!"

Ich fand das so unglaublich unpassend... Ich habe diesen neuen Vertrag jetzt 2 Monate und ich fange erst an mich in die neue Rolle einzufinden. Klar muss ich noch viel lernen und ich bin froh, dass ich jemanden an der Seite habe, den ich fragen kann. Dass ich noch nicht alles allein machen muss. Ich freue mich, über diese Chance, weil ich mit dieser Erfahrung tatsächlich belegen kann, dass ich mich in schwierige Themen eindenken kann und dasUnd ja... ich mag mein kleines Unternehmen. Ich arbeite hier gern. Ich weiß, dass sie mir nicht so viel zahlen können, wie ein großes Unternehmen und ich habe das Gefühl beim alles rausgeholt zu haben, was ging. Wie sieht das denn aus, wenn ich nun 2 Monate später gleich mehr Geld verlange?

Aber meine Mutter sagt, dass ich mich unter Wert verkaufen würde. Dass selbst Arbeiter am Band mehr verdienen würden, als ich. Dass ich doch für so was nicht studiert hätte. Warum ich mich immer mit so wenig abspeisen würde....

Ich will auch gar nicht in einem großen Unternehmen arbeiten. Ich will nicht meinen Lebenslauf in irgendwelche Online-Formulare quetschen und rein aus statistischen Gründen ausgesiebt werden, weil ich eben nicht das perfekte Abi habe oder das Häkchen an der falschen Stelle gemacht habe.

Mich macht es sehr traurig, dass meine Mutter offensichtlich nicht hinter mir stehen kann. Dass ihr nur wichtig ist, was am Ende auf dem Konto landet. Dass es scheinbar egal ist, welche Chance mir hier geboten wird.

Diesmal habe ich das Gespräch beendet. Ich habe ihr gesagt, dass wenn das alles ist, was zählt, hätte ich ihr für den Moment nichts weiter zu sagen.

Ich war so froh, dass der Pferdeflüsterer gerade da war und mir bestätigt hat, dass ich nichts falsch mache. Im Gegenteil. Was wüsste eine Frau schon, die seit 30 Jahren im selben Unternehmen in einer ähnlichen Position arbeitet, über den hetigen Jobmarkt und über das Nutzen von Karrierechancen. Außerdem hätten sich die Zeiten geändert, seit dem sie die Ausbildung gemacht hat. Wie viele Akademiker sind ganz ohne Job und wie viele fangen erst 5 Jahre nach dem Studium an, wirklich erfolgreich zu sein? Ich kenne haufenweise.

Klar... hätte ich damals die Firma nicht gegründet, würde ich vielleicht auch besser da stehen. Aber die großen Firmen wollten mich doch gar nicht. Was hätte ich denn anders machen sollen? Hätte ich mich selbst verraten sollen?

Ich bin immer noch den Tränen nahe und könnte mich ohrfeigen, weil ich ihr überhaupt erzählt habe, dass sich mein Leben endlich wieder nach ca 1,5 Jahren erfolgreich anfühlt. Blöde Kuh. Warum muss sie mir immer alles mies machen?

15.11.2010 um 15:40 Uhr

Völlig ratlos!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Mutter, Pferdeflüsterer, Vater

Stimmung: geknickt

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Die Sache mit meiner Mutter wird immer schlimmer. Ich habe das Gefühl, wir streiten nur noch. Und immer wieder fängt sie wieder neu an. Ich komme überhaupt nicht mehr zu ihr durch und mir gehen langsam die Ideen aus, was ich sonst noch tun könnte.

Diesmal fing alles damit an, dass sie mir am Dienstag eröffnet hat, dass der Pferdeflüsterer am Sonntag bei dem Besuch nicht mehr so verliebt wäre, wie am Anfang und das wäre ja nicht gut, schließlich sind wir erst ein halbes Jahr zusammen. Das hat mich schockiert und verletzt. Aber weil ich eben das Feuerkind bin und solche Sachen IMMER auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfe, habe ich tatsächlich drüber nachgedacht. Ich weiß, dass das schon schlimm genug ist, aber ich kann einfach nicht anders. Und ja, wir waren den Tag beide nicht wirklich verliebt.

Den Dienstag zuvor hatten wir unseren ersten Streit. Der war zwar nicht hitzig, aber unglaublich emotional. Er hat tiefe Wunden geschlagen. Ich hatte den Pferdeflüsterer mit meiner Kritik sehr verletzt, aber statt dagegen zu halten, hat er sich dann völlig zurückgezogen, ist mir ausgewichen und ist sogar nicht mehr ans Telefon gegangen. Gut, wir haben dann doch noch wieder zueinander gefunden. Aber weil wir beide darüber nachgedacht hatten, ob das Ganze so überhaupt einen Sinn macht, waren wir beide deswegen noch emotional angeschlagen. Der stressige Samstag und die Familienfeier am Sonntag haben dann nicht unbedingt zur Entspannung beigetragen. Und als wir dann bei meinen Eltern saßen, war der Pferdeflüsterer so dünnhäutig, dass wir kurz rausgegangen sind, um es zu klären. Ich finde es auch wirklich total Ok. ein Problem außerhalb des Raums zu klären. Meine Mutter nicht. („Wenn ihr schon rausgehen müsst...")

Aber nach reiflicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass es nur eine Momentaufnahme war, dass unsere Gefühle immer noch so stark sind wie am Anfang und dass es gerade am Anfang völlig Ok. ist, wenn man mal eine Phase hat, die haben andere Paare auch. Meine Mutter hat sich sogar mehrfach von meinem Vater getrennt, bevor sie ewig zusammengeblieben sind. Und jetzt ist ja auch alles wieder in Ordnung, schließlich haben wir uns beide bewusst dafür entschieden, dass eben doch Sinn macht.

Jedenfalls bekam ich am Donnerstag eine sms, wann ich wieder mal Zeit für ein ungestörtes Mutter-Tocher Gespräch hätte. Ich war gerade fix und fertig von der Arbeit und bei einer Freundin, also meinte ich, Samstag oder Sonntag Nachmittag wenn der Pferdeflüsterer arbeitet. Weil sie da keine Zeit hatte und deswegen schon wieder eingeschnappt war ("Nie hast du für mich Zeit!") und es irgendwie dringend wirkte, schlug ich vor, sie Freitag vom Pferdeflüsterer aus anzurufen. „Wenn du dann frei reden kannst? Ich habe immer das Gefühl, das geht nicht, wenn er da ist." kam von ihr.

Sowas ärgert mich einfach. Ich mag eben nicht telefonieren, wenn er da ist. Jedenfalls nicht länger. Aber da ist es mir egal, wer da ist, ich mag das einfach nicht. Das sagte ich ihr auch. Und dann kam: „Wie krank ist das denn? Bei deinem Vater ging das immer" Damit war ich auf 180. Was fällt der eigentlich ein? Mein Freund ist eben nicht ihr Mann. Und natürlich ist es zwischen uns anders. Aber am besten wäre es gewesen, die Klappe zu halten, aber statt dessen hielt ich dagegen, dass es eben meine Beziehung ist und ich Dinge so handhaben kann, wie ich sie für richtig finde. Dann meinte sie nur „viel Glück." Mit einem sarkastischen Unterton.

Damit war das Gespräch beendet, aber weil ich einfach zu nett bin, rief ich Freitag abend doch noch an. Der Pferdeflüsterer verzog sich netterweise. Das Gespräch begann damit:

Sie: „Ach du bist es, ich hatte schon gar nicht mehr mit deinem Anruf gerechnet!"
Ich: „Ich dachte, du hast ein Problem, über das du mit mir reden willst!"
Sie: „Ja das hatte ich gestern, aber nach den sms gestern hab ich vergessen was ich wollte."
Ich: „Weißt du, wenn du streiten willst, kann ich auch wieder auflegen. Ich fand deine sms auch nicht gerade nett."
Sie: „ NIE hast du Zeit für mich. Ich interessiere dich gar nicht mehr. Was hab ich denn geschrieben, was dich so aufgeregt hat?"
Ich: „Na, dass du das krank findest, dass ich nicht telefonieren kann, wenn der Pferdeflüsterer dabei ist."
Sie: „Das ist doch mein gutes Recht, Beobachtungen wiederzugeben."
Ich: „Aber das ist meine Beziehung. Du kannst sie doch nicht einfach krank finden."
Sie: „ Ich habe das Gefühl du hast dich völlig verändert. Du hast überhaupt kein Eigenleben mehr, dich interessiert deine Familie nicht mehr, du verleugnest deine Werte und ich habe das Gefühl, ich bin für dich nicht mehr wie eine Mutter!"
Ich: „Nur weil ich nicht mehr in die Kirche gehe, habe ich keine Werte mehr? Wie kommst du nur auf so was? Außerdem hatte ich noch nie eine Beziehung zu meiner Familie. Und die auch nicht zu mir. Wann melden die sich denn bei mir? Das geht doch nicht nur in eine Richtung. Warum bin ich denn da wieder daran schuld. Und ich habe sehr wohl ein Eigenleben."...

Und so ging es weiter. Sie sagte etwas, ich antwortete. Es wurde lauter und verletzender, als ob das oben nicht schon gereicht hätte. Es endete damit, dass sie mir noch an den Kopf warf, dass ich mir meinen Pferdeflüsterer GENAU ansehen sollte. Und es klang wie eine Drohung. Es würde ja nicht angehen, dass wir nach einem halben Jahr schon wegen unserer Probleme aus dem Zimmer gehen müssten. Außerdem wäre er daran schuld, dass ich keine Zeit mehr für meine Familie habe. Ich hätte mich ja soo verändert und sie würde mich gar nicht mehr wieder erkennen. Außerdem wäre meine Argumentation krank und ich müsste sie mal mit einem Therapeuten durchsprechen. Dass ich einfach nur ihre Argumente genommen habe und sie gegen sie umgedreht habe, kapierte sie nicht. Sie fand es einfach nur anmaßend, als ich die Sprache auf ihre Therapie, auf ihren nicht vorhandenen Freundeskreis und auf ihre nicht ganz so perfekte Beziehung brachte. Und als ich es wagte ihr an den Kopf zu werfen, dass sie doch auch Mitschuld an unserem Kontakt ist, kam nur ein „Du hast recht, du hast recht, du hast recht!" und dann legte sie auf.

Ich war total buff und den Tränen nahe. Wie konnte sie nur so gemeine und vor allem so unwahre Sachen sagen? Das waren doch alles Dinge ohne Bestand. Wenn man da nur ein wenig dran kratzte, merkte man, dass da nichts dahinter stand. Aber sie waren gemein. Und sie verletzten mich. Ich war froh, dass der Pferdeflüsterer mich in den Arm nahm und mich tröstete.

Das hat sie immer schon gemacht. Sie hat immer versucht unter die Gürtellinie zu schlagen, wenn sie sauer war. Sie hat auch immer schon sehr merkwürdige Argumentationen verwendet. Und es ist nie das gleiche, wenn sie etwas sagt und wenn es jemand anderes genauso sagt.

Ihr Lieblingsspruch ist: „Ich muss mich doch nicht ändern, nur damit es dir gut geht!" Der kommt immer, wenn ich finde, dass sie einen Anteil hat oder ihr Verhalten total daneben ist. An diesem Spruch ist sicher auch ein kleiner wahrer Teil dran. Wenn man sich den anderen zu Liebe anpasst und sich selbst aufgibt, ist das sicher nicht gut. Aber bei ihr ist das Ergebnis, dass keine Kompromisse mehr möglich sind, dass sie sich nicht mehr auf den anderen einlassen kann und dann kann das doch nicht richtig sein?

Irgendwann, als mir das alles zu anstrengend wurde und mir die Ideen ausgingen, wie ich ihr noch entgegen treten könnte, habe ich angefangen diese und andere Sprüche einfach umzudrehen. Ich muss mich schließlich auch nicht ändern, damit es ihr gut geht. Wenn sie über meine Beziehung herzieht, mach ich das mit ihrer auch. Wenn sie es anmaßend findet, wie ich über ihre Beziehung rede, dann finde ich das auch und fordere für mich die gleiche Akzeptanz ein.

Das ist tatsächlich nicht anstrengend. Man muss es nur durchhalten. Dann ist sie irgendwann richtig sauer und legt auf. Aber leider leider kapiert sie nicht, dass es ihre Art nur gespiegelt ist. Leider macht es das nur schlimmer, weil sie immer wütender wird und immer schneller auf 180 ist.

Aber ich weiß nicht mehr weiter. Ich will mich mit ihr nicht mehr streiten. Schon gar nicht, weil es mir für meinen Vater leid tut, der das immer irgendwie ausbaden muss. Und mit dem habe ich am Sonntag telefoniert und er hat mir gesagt ich muss mich wieder mit ihr vertragen, sonst endet es damit, dass wir völlig den Kontakt verlieren. Also gab ich der Sache noch eine Chance und rief wieder besseren Gewissens an. Aber sie sagte erstmal gar nichts und dann legte sie nach zwei Worten von mir wieder auf. Vermutlich, weil keine Entschuldigung dabei war. Aber das wollte ich auch gar nicht. 

Ich glaube sie ist so, weil sie gerne das 12-jährige Feuerkind wiederhaben will. Das kleine Mädchen, dass nirgends beliebt war und immer zu Mama gerannt ist, wenn es irgendwo Probleme hatte. Dass davon abhängig war, dass Mama da ist und sich kümmert und Essen und Ausbildung finanziert. Aber das bin ich nicht mehr. Ich bin nun eine erwachsene Frau.

Ich habe aufgehört sie um wie-soll-ich-in-dieser-Situation-bloß-reagieren-Ratschläge zu bitten, weil ich gemerkt habe, dass ihre Tipps immer alles nur schlimmer gemacht haben. Das sie ihre sozialen Kompetenzen quasi überhaupt nicht ausgeprägt ist und es keinen Sinn macht, ihr Verhalten zu adaptieren. Also habe ich Freunde, mit denen ich meine Probleme durchspreche. Ich kann mich auch selbst versorgen. Ich bin auf dem Weg eine eigene Familie zu gründen und im Grunde muss sie langsam lernen loszulassen.

Klar habe ich mich verändert. Klar bin ich nicht mehr das kleine Mädchen von damals. Klar brauche ich sie nicht mehr als Mutter. Und ich kann nicht zurück, selbst wenn ich wollte. Es wäre sooo schön, wenn sie es akzeptieren würde. Wenn sie mir nicht auf der einen Seite einen Freund wünschen würde, ihn aber dann wieder verfluchen, weil er scheinbar meine gesamte Aufmerksamkeit von ihr abzieht. Ich wünschte, sie würde endlich akzeptieren, dass ich mich dagegen entschieden habe, ihre Religion zu leben, weil mein Bauchgefühl eben nicht mehr eins zu eins mit dem Christlichen Glauben übereinstimmt und nicht weil sie bei der Vermittlung des  Werteverständnis irgendetwas falsch gemacht hat. Ich wünschte, sie würde einfach akzeptieren, dass ich zwar anders bin, aber dennoch immer noch toll. Ich wünschte, sie würde nicht immer meine Art zu leben und zu lieben verurteilen, weil sie ein anderes Verständnis hat. Sie will das doch auch alles nicht. Ich wünschte, sie würde mich so behandeln, wie sie auch behandelt werden will. Ich wünschte, sie würde endlich kapieren, dass sie mit dieser Art einen noch größeren Keil zwischen uns drängt.

Samstag abend habe ich sie sogar regelrecht gehasst. Ich war völlig fertig und beim Sex mit dem Pferdeflüsterer hatte ich die ganze Zeit dieses Mantra im Ohr: „Guck ihn dir GENAU an!" „Guck ihn dir GENAU an!" Und ich fand es unmöglich, dass sie nun auch noch irgendwie den Weg in unser Sexleben gefunden hat. Auch dann liefen mir die Tränen die Wange runter.

Ich würde ja gern auch weiter mit ihr in Kontakt bleiben. Ich mag sie schließlich noch - irgendwie. Aber so wie es im Moment läuft... kann ich das nicht mehr. Und ich habe keine Idee mehr. Und sooo kann ich es einfach nicht mehr. Und je öfter wir streiten, desto egaler ist es mir, dass es jemals wieder in Gang kommt. Ich würde das ja gern wieder irgendwie kitten, auch schon wegen meinem Vater, aber ich weiß einfach nicht mehr wie. Ich resigniere. 

12.07.2010 um 11:26 Uhr

Auf-Lösungen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdefüsterer, Nitida, Mutter

Stimmung: irgendwie glücklich

Es ist immer noch warm im Büro. Aber irgendwie bilde ich mir ein, dass es heute besser erträglich ist. Vielleicht, weil es noch keine 35° sind. Vielleicht ist auch die Luftfeuchtigkeit niedriger als sonst. Vielleicht gewöhne ich mich auch langsam dran. Egal. Heute finde ich geht es.

Mein Wochenende war auch super. Ich hatte eine fast vernünftige Aussprache mit meiner Mutter und sie war fast nicht beleidigt, dass ich es angesprochen habe. Ich hab ihr gesagt, dass ich mir seit 4 Jahren anhöre, dass sie mir einen passenden Partner wünscht und dass ich jemanden gefunden habe, mit dem es in vielen Bereichen passt und auch wenn er nicht IHR Traumpartner ist, dass ich sehr glücklich bin. Ich habe ihr auch gesagt, dass mich ihre Antihaltung verletzt und dass ich mir wünschen würde, wenn er ihr Vorurteilsfrei gegenüber treten könnte.

Sie meinte, dass sie sich Sorgen macht, dass ich mir jemanden mit finanziellen Problemen raussuche, schließlich hat sie gehört, dass Pferdewirte doch irgendwie mies bezahlt werden. Und wie soll man denn dann so ne Familie finanzieren. Ich meinte daraufhin, dass es wirklich ein großes renommiertes Gestüt ist und dass er Stellvertreter des Chefs ist und für seine Zunft gut bezahlt wird und dass ich mich ja auch gerade für gute Jobs bewerbe.

Irgendwann war sie dann auch überzeugt. Auch davon, dass es uns scheinbar beiden ernst ist und dass ich wirklich glücklich bin und dann war sie schon gar nicht mehr so derartig anti.

Super, ein Problem weniger. Im Grunde stimmt es, dass es mir egal sein kann, was sie sagt. Dass ich einfach mein Ding machen kann, soll und muss. Aber sie kann einem das Leben ziemlich schwer machen und das wollte ich zumindest versuchen zu verhindern. Im Moment ist mein Leben wegen meiner beruflichen Situation schwer genug und da muss ich nicht auch noch Stress in meiner Familie haben. Und schon gar nicht, solange es noch eine Chance gibt, dass ich nicht die ganze Zeit gegen meine Mutter kämpfen muss. Besonders weil das Leben eben so viel einfacher sein kann, wenn ich sie auf meiner Seite habe. Klingt blöd, ist aber so.

Besonders schön war das Geburtstagsgrillen mit Nitidas Freund am Freitag. Nicht unbedingt wegen des Grillens, aber das muss ich hier ja nicht noch mal hervorheben, sondern wegen den Leuten. Wenn ich mir überlege, dass genau vor einem Jahr Nitida und ich auf diese Feier gegangen sind und wir beide Single waren, aber Nitida und er schon anfingen um einander herumzuschleichen... da hat sich schon einiges verändert. Außerdem waren damals viele komische Informatikerfreunde von ihm da und diesmal waren auch noch die inzwischen gemeinsamen Freunde von Nitida dabei, die alle durchweg klasse sind. Ich kenn die ja schon seit längerem und wir Mädels machen öfter mal was zusammen.

Und der Pferdeflüsterer hat sich wirklich gut geschlagen. Aber ist eben einfach sympathisch und aufgeschlossen und nicht auf den Mund gefallen. Es hieß dann auch von dem einen Pärchen am Ende: „Wenn ihr Mädels das nächste Mal etwas zusammen macht, dann bringste ihn einfach mit. Uns Männern fällt dann auch schon was ein." Das fand ich wirklich super und mir fiel ein Stein von Herzen. Ich finde ja nichts schlimmer, als wenn die Freunde nicht mit dem Partner kompatibel sind. Das war ja mein letzter Freund. Der ist bei Freunden in München sogar offiziell ausgeladen worden. Es ist eben super anstrengend, wenn er die Leute nicht mag und nie mit will und wenn die ihn nicht mögen und er nirgends mitdarf. Dann braucht man eigentlich auch keinen Freund, wenn man dann doch überall allein hin muss.

Und das andere Päarchen meinte dann noch, dass sie sich so für mich freuen, dass ich nun endlich jemanden gefunden habe, dass ich so glücklich wirke, wir beide sehr harmonisch rüber kommen und er wirklich sympathisch wäre. Ich freu mich dann immer über so was, besonders weil es bei denen vom Herzen kommt. Das ist für mich immer ne kleine Bestätigung, dass ich mir das doch nicht alles einbilde und dass es sogar für andere sichtbar ist.

Wir beide haben dieses Wochenende sogar ein bisschen gelitten. Ich war ja nun bei meinen Eltern und er war nicht mit. Das war das erste Wochenende, dass wir nicht komplett miteinander verbracht haben, an dem er sogar frei hatte und an dem wir mal länger als 30min Fahrt von einander entfernt waren. Zwar waren es mal gerade 30 Stunden, aber ich habe ihn vermisst wie noch nie zuvor. Wir sind ja auch unter der Woche oft mehrere Tage getrennt, aber irgendwie war es diesmal besonders schlimm.

Dabei hatte ich keine Langeweile. Ich hab mir beim Kaffee mit meiner Tante am Sonntag ein paar Gartenideen abgegriffen und der Abend mit den Mädels am Samstag war wirklich klasse. Wir hatten unglaublich viel Spaß zusammen. Nebenbei lief auch noch ein bisschen Fußball.

Achja.. Fußball. Tja, die WM ist nun leider vorbei, wobei man das Finale gestern auch nicht hätte sehen müssen. Ich finde dass es auf keinen Fall weltklasse war und es eigentlich keine Mannschaft verdient hatte den Pokal zu bekommen. Wenigstens haben wir gegen den Weltmeister verloren. Mir hat es trotzdem 50€ eingebracht. Ich habe das interne WM-Tippspiel gewonnen. Juhu!! Mal sehen, was der Pferdeflüsterer und ich damit anstellen.

Aber was macht man denn jetzt ohne WM? Ohne mitfiebern und tippen und wetten??? Keine Ahnung. Bestimmt wird es jetzt ziemlich langweilig. Gähn...

Naja ganz so ist es nun auch nicht. Die nächsten Wochenenden sind schon ziemlich verplant und ich freue mich über jede Minute, die ich mit dem Pferdeflüsterer verbringen kann.

08.07.2010 um 23:06 Uhr

Ich will keinen Floh im Ohr haben!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdefüsterer, Nitida, Mutter

Stimmung: traurig bis sauer

So richtig gut geht es mir heute nicht. Ich hänge irgendwie durch. Ich bin irgendwie traurig und froh mal einen Abend für mich zu sein. Und ich weiß nicht so richtig was los ist. Natürlich zieht mich meine momentane finanzielle/berufliche Situation runter. Und vielleicht ist es auch, weil mal wieder ein Besuch bei meinen Eltern ansteht.

Meine Freundin hat vor fast einem Jahr geheiratet und wir Mädels fanden den Junggesellinnen Abend so toll, dass wir den unbedingt wieder holen wollten. Und das ist nun Samstag. Ich freu mich auch riesig drauf. Genauso wie auf den Geburtstag von Nitidas Freund morgen abend. Aber zu meinen Eltern zu fahren und mich vermutlich mit meiner Mutter darüber auseinander zu setzen, dass sie schon wieder anfängt gegen meinen Freund zu intrigieren, finde ich schon fast unerträglich. Ganz abgesehen davon, dass sie ohnehin rumzetern wird, dass ich wieder einmal nur zum schlafen nach Hause komme und dass sie so was schnipisches sagen würde, wie „ICH kenn ihn ja nicht. MIR hast du ihn ja noch nicht vorgestellt." Wir sind 1,5 Monate zusammen. Es ist doch nicht das erste was man macht, wenn man frisch verliebt ist. Und mögen wird sie ihn ja eh nicht.

Nein sie kennt ihn nicht. Aber das was sie sagt ist auf eine derart subtile Art und Weise gemein, dass es mir wirklich zuwieder ist. Klar ist er Pferdewirt und hat so viel mit Landwirtschaft zu tun. Aber muss man dann so Sachen fragen, ob wir beide Gesprächsthemen haben oder ob er Tischmanieren hat? Sie tut ja so, als wären alle Bauern Trampel mit nem IQ von 50 und einer Einstellung zu Frauen die vor 40 Jahren vielleicht aktuell war.

Und das ärgert mich. Sie kennt ihn nicht und versucht nicht mal ne gute Meinung zu haben. Er ist eben nicht der gutaussehende, golfspielende Yuppi mit dem Traum-Job, der dicken Kohle und dem Porsche, den sie sich für ihre Tochter vorgestellt hat. Aber so einen will ich auch nicht. Wollte ich nie. Aber sie schon. Und scheinbar ist dieser Wunsch noch größer, als mein wirkliches Glück. Jemanden mit dem sie angeben kann. Sie hat sogar schon mal den Vorschlag gemacht, dass ich mir doch mal in einem dieser angesagten Clubs mal einen der Fußballspieler aus der ersten Liga suchen soll, die man hier teilweise trifft. Mit der Begründung - und jetzt kommt es: DIE hätten wenigstens Kohle.

Erstens habe ich diese Typen sowieso NIE erkannt, sondern bin immer erst darauf aufmerksam geworden wenn meine männliche Begleitung ganz wuschig geworden ist und hyperventilierend und im Ultrabereich quitschend meinte „ohh... guck mal das ist XY" und ich dann gelangweilt antwortete „Wo? Ach DER? Das ist nen Fußballspieler, richtig?" weil mit die Bundesliga überhaupt nicht interessiert. WM und EM schon.

Zweitens wüsste ich überhaupt nicht, was ich mit denen reden sollte. Ich hatte schon mal überlegt, ob ich nicht einfach mal zu einem hingehe und frage, was er so macht und wenn er antwortet „Ich spiele in der ersten Mannschaft von XX" hätte ich einfach ein „aha" gesagt und dann ein nach anderen Smalltalkthemen suchendes „und...? hast du irgendwelche interessanten Hobbies?" hinterher geschoben. ICH hätte so was sehr lustig gefunden.

Drittens interessieren sich Berühmtheiten niemals für eher unscheinbar aussehende, kleine, etwas pummelige Mädchen, die eher auf den zweiten Blick durch ihre inneren Werte überzeugen. Die werden eh die ganze Zeit von diesen Tussis umschwärmt. (ich hoffe ich beleidige hier niemanden)

Und viertens kann ich mich überhaupt nicht als Fußballtussi vorstellen. Und dann muss ich mich womöglich die ganze Zeit mit den anderen Fußballtussis abgegeben und den ganzen Tag über Maniküre, Frisöre und Nasenkorrekturen reden. Nein danke. So groß kann Liebe gar nicht sein.

Aber mich ärgern solche Vorschläge von meiner Mutter einfach. Das zeigt eben, dass sie überhaupt nicht weiß, wer ich bin und was zu mir passt. Und dabei musste ich mir die letzten Wochen, Monate, ach was sag ich, Jahre anhören, dass sie mir doch auch mal jemanden wünscht, mit dem ich so richtig glücklich werden kann. Bei dem das so richtig passt. Und vermutlich hat sie in Gedanken hinterher geschoben, das er auch noch dies, das und jendes mitbringen soll.

Und was sie nun seit Jahren immer gemacht hat, wenn ich ihr jemanden vorgestellt habe, sie hat mir immer wieder tröpfchenweise einen Floh ins Ohre gesetzt, dass derjenige nicht gut (genug) für mich sei. Sie hat nie direkt gegen ihn gekämpft, sondern immer nur an mein Gewissen appelliert. Der eine hatte ne unmögliche Familie (was stimmte; reich, aber unmöglich), würde mich absichtlich klein halten und mich unterdrücken und der andere würde einfach nicht mit soviel geben wie ich. Er würde mir sogar Energie absaugen. Noch schlimmer ist das Schlechmachen im Nachhinein, á la „Ich hab es dir ja gesagt!"

Das schlimmste ist, dass ich es irgendwann auch geglaubt habe und mich getrennt habe.

Ich habe Angst, dass mir das jetzt mit dem Pferdeflüsterer nun ebenso geht. Aber ich will mich nicht mehr von meiner Mutter beeinflussen lassen. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

Aber diese Frage, ob er denn Essen könnte und ob wir was zum reden hätten, lässt mich fast würgen.

Letztens fing schon wieder was anderes an. Es kam einfach die ganz subtile Frage von ihr, ob ich mir das überhaupt leisten könnte, immer zu ihm raus zu fahren. Diese ganzen zusätzlichen Spritkosten, wären doch ne ziemliche Belastung.... Mich ärgert, dass ich es nicht vernünftig gekontert habe. Es ist nämlich nicht so, dass NUR ich die 40km hin und zurück fahre. (Was ich nebenbei nicht mal viel finde. DAS fährt sie mindestens zwei bis dreimal in der Woche nur um zum Sport zu kommen!!!!!!!!!!!) Wir wechseln uns ab. Außerdem ist es so unglaublich praktisch wenn ich da bin. Dann können wir morgens gemeinsam frühstücken, weil ich nicht so früh da sein muss wie er.

Und dann hab ich ihr erzählt, dass ich auf der Suche nach nem Job wäre und mir etwas rausgesucht habe, dass bei ihm in der Nähe ist. Klar interessiert mich der Job, sonst würde ich mich nicht bewerben. Aber es ist auch ein Grund dichter bei ihm zu arbeiten. Schließlich könnte es ja mal vorkommen, dass wir zusammenziehen. Und er kann nicht weg. Sein Job hängt daran, dass er bei den Pferden wohnt. DAS ist meiner Mutter mal so richtig ein Dorn im Auge.

„Kind... du hast doch schon mit 6 gemeint, dass du mal nach Hannover oder in eine andere große Stadt ziehst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du in ein Dorf ziehst, dass kleiner ist, als dein Heimatdorf." Und sie hat nen Punkt. Klar kann ich es mir noch nicht vorstellen, wirklich mit Leib und Seele ins Niemandsland zu ziehen. Dorthin, wo es schon ein Happening ist, dass der Postbote kommt. Meinen Fuß so richtig aus der Stadt rauszunehmen. Aber ich ziehe es in Betracht. Wobei wir sein Wohnkonzept noch etwas weiblicher machen müssten, damit ich mich so richtig wohl fühlen könnte. Es ist im Moment alles so funktional und nicht unbedingt einfach nur sinnlos schön (wie Bilder oder Vorhänge).

Das ist ja immer das schlimme. Sie hat ja meistens recht. Und irgendwann komme ich zu dem Schluss, dass es das doch nicht wert ist. Das es doch nicht richtig ist.

Aber ich habe nun jemanden gefunden mit dem das Leben Spaß macht. Mit dem ich reden kann. An den ich mich anlehnen kann. Der ähnliche Vorlieben bei Freizeitgestaltung und Sex hat. Der Blödsinn mitmacht. Mit dem man Probleme lösen kann. Mit den ich zusammen sein will. Mit dem ich eine Familie planen will. Und der das auch will.

Ich will mir das von meiner Mutter nicht zerreden lassen. Ich will, dass sie ihm ne faire Chance gibt. Ich will nicht immer dagegen kämpfen müssen. Ich will, dass sie ihn akzeptiert. WEIL ICH IHN LIEBE. Nicht weil er das ist was sie sich vorgestellt hat.

Er kriegt das natürlich auch alles mit und kann dem auch nicht mehr Vorurteilsfrei begegnen. Aber so will ich das nicht. Ich will, dass sich mein Freund mit meiner Mutter versteht und dass meine Mutter ihn auch mag. Aber das werde ich wohl erstmal nicht bekommen.

Also werde ich wohl mit ihr reden. Und davor graut es mir schon. Es kommt dann sicher so was wie „Was hat dir denn der Pferdeflüsterer für Flausen in den Kopf gesetzt? (Logisch ist er schuld, dass ich solche ketzerischen Gedanken habe) Jetzt bin ich schuld, dass deine Beziehungen nicht gehalten haben? Klar logisch, gibt mir ruhig die Schuld an allem. Und weißt du was? Ich will ihn gar nicht mehr kennen lernen. Und zur Hochzeit komme ich auch nicht. Sie findet ja eh nicht in unserer Kirche statt, dann kann ich auch gut darauf verzichten...Und wenn du uns irgendwann mal brauchst, brauchst du gar nicht wieder ankommen."

Nebenbei lassen mich solche Sätze auch würgen.

Manipulierendes, eingeschnapptes und erpressendes Miststück.

24.11.2009 um 15:21 Uhr

Mama, ich komme dieses Jahr Weihnachten NICHT nach Hause!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Heimatstadt

Stimmung: Sonnig

Ja. Genau das hatte ich ihr gesagt. Hab all meinen Mut zusammen genommen und hab es getan.

Weihnachten bei meinen Eltern nervt mich schon seit langem. Das endet immer im puren Stress. Und da hab ich einfach keine Lust mehr zu. Außerdem bin ich jetzt 30 (bald 31), da finde ich, muss man das auch eh nicht mehr so eng sehen. Andere Kinder reden in diesem Alter überhaupt nicht mehr mit ihren Eltern.

Aber das Problem sind nicht meine Eltern. Naja... jedenfalls nicht die ganze Zeit. Meine Mutter ist dann irgendwann, wenn Heilig Abend der Baum steht und geschmückt ist und der Rotkohl fröhlich vor sich hin köchelt, auch entspannt. Mein Vater ist auch nicht das Problem, weil er einfach irgendwie immer total entspannt ist und ihn nichts aus der Ruhe bringen kann. Ich hab auch kein Problem damit, mir auch dieses Jahr wieder irgendwas kreatives einfallen zu lassen, was ich den beiden schenken könnte und das, obwohl wir uns ja eigentlich nichts schenken wollen.

Das Problem sind die vielen anderen Leute, die sonst noch in meiner Heimatstadt wohnen und irgendeinen Teil von mir abhaben wollen. Eben, weil ich seit 10 Jahren nicht mehr zu Hause wohne und definitiv nicht mehr zurück kommen werde (was ich nebenbei immer noch regelmäßig gefragt werde). Ich wohne jetzt in einer Großstadt, habe eine kleine Wohnung ganz für mich allein und ich fühle mich hier wohl. Hier gibt es alles was ich will. Und vor allem Abstand zu meiner Mutter. Für nichts in der Welt werde ich wieder in die winzig kleine Stadt ohne Kultur, ohne Kino und ohne vernünftiges Nachtleben zurückgehen. NIEMALS... NEVER EVER!!!!!

Aber eben weil ich mich hier so wohl fühle, ist es im Laufe der Zeit immer seltener geworden, dass ich nach Hause gefahren bin. Besonders seit meine beste Freundin ihre Zelte dort abgebrochen und in Frankfurt aufgeschlagen hat. Weit ist es nicht. Nur 160km oder 1,5 Stunden. Das könnte man mal zwischendurch machen. Aber ich mag eben nicht. Da wohnen nämlich alle, bei denen ich froh bin, dass ich sie nur selten sehen muss. Mein Bio-Papa mit Frau, meine Oma, mein Onkel mit Familie, meine Tante mit Familie und jede Menge Freunde meiner Eltern.

An sich fand ich alle ganz nett (außer meinem Bio-Papa, den ich immer schon anstrengend fand), bis ich angefangen habe zu studieren. Das hat mich wohl in eine andere Kategorie gehoben. Plötzlich war ich so was, wie eine Aussätzige, die sich für was besseres hält. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich mir darauf bei Leibe nichts einbilde. Aber es ging sogar soweit, dass ich zur Konfirmation meines Cousins ausgeladen war, weil ich immer so arrogant wäre. Das muss man sich mal vorstellen!

Aber an Weihnachten ist das plötzlich alles vergessen. Da wollen sie plötzlich alle, dass ich sie besuchen komme. Erwarten es förmlich. Und weil ich scheinbar unverbesserlich nett bin, mach ich das auch noch. Naja.. meinen Bio-Papa muss ich wohl besuchen und dann ist da der Familienkaffee bei meiner Tante, da kann ich ja wohl nicht zu hause bleiben (O-Ton meiner Mutter: Kind, wenn du schon mal da bist, dann kannst du dich auch wenigstens mal überall blicken lassen!) ... etc etc....

Also enden mein Weihnachten damit, dass ich von Mittagessen zu Kaffeetrinken, von Kaffeetrinken zu Abendessen reise. Um ja alle zu erwischen. 3 Tage lang. In den Jahren, in denen ich einen Freund hatte, war es noch schlimmer, weil man ihn ja auch noch irgendwie unterbringen musste. Wenn ich dann wenigstens in der Zeit dazwischen meine Ruhe hätte...! Ist aber nicht so. Es ist eben einfach nicht möglich irgendwo bei meinen Eltern zu sitzen und ein Buch lesen. Oder mal ne Mail in Ruhe zu schreiben. „Kihhhhnd...! was machst du denn? Wo steckst du denn immer? Kannst du mal gucken, ob genügend Äpfel auf dem Kuchen sind?" „Kannst du mal kommen und gucken, ob ich die Kugeln vernünftig verteilt habe??" Natürlich nur, wenn es nicht gerade irgendein merkwürdiges Problem mit dem Computer gibt. „Kannst du mal gucken, warum das Fenster da nicht weggeht?" „Weiß ich nicht. Keine Ahnung. Ich hab seit 2 Jahren einen Mac. Da gibt es das nicht!" „Warum weißt du das eigentlich nie! Hättest halt doch nicht BWL studieren sollen! Sondern mal was richtiges."

Aber nicht dieses Jahr. Dieses Jahr fahre ich nicht nach Hause. Dieses Jahr werde ich mich weigern. Dieses Jahr setze ich keinen Fuß in meine Heimatstadt. Also sagte ich zu meiner Mutter: „Mama, ich komme an Weihnachten nicht nach Hause!"

Die Reaktion war, wie ich sie erwartet hatte. Meine Mutter war den Tränen nahe. Wie konnte ihr einziges Kind ihr so was antun. „Aber das ist das Fest der Familie. Ich finde es sehr sehr schade... dass wir dir alle so wenig wert sind...Und dabei bist du doch nur noch so selten da. Telefonieren tun wir auch nur noch so selten (Also ich finde 1 mal pro Woche nicht selten). Wer weiß, wie viele Weihnachten wir noch miteinander haben. (Und als alles nicht half, weil ich diesmal wirklich hartnäckig blieb, fragte sie: ) Was willst du denn sonst machen?"

Tja... das weiß ich noch nicht. Aber im Grunde ist alles besser, als sich diesen Stress anzutun.