~> Der letzte Elf
"Und die Prophezeiung?", fragte sie noch. "Dein Schicksal? Das Mädchen, deren Name dem der Morgenröte gleicht?"
Yorsch zuckte die Achseln und sah sie an. Er errötete heftig und machte eine unbestimmte Bewegung.
"Unser Schicksal ist das, was wir wollen, nicht das, was in eine Wand gemeisselt wurde, es ist unser Leben, nicht der Traum, den jemand anderer geträumt hat."
Robi nickte zustimmend. Sie beugte sich hinunter und setzte ihr Schiffchen mit der kleinen Puppe darin aufs Wasser und sah ihnen zu, wie sie sachte schaukelten. Das waren die Spielsachen, die ihre Eltern für sie gemacht hatten, alles, was von ihnen übrig war, ausser einer Schleuder, ihrem Namen und ihr selbst.
"Meine Kinder werden damit spielen", sagte sie mit Bestimmtheit. Sie wusste das. Sie hatte es gesehen.
Sie fragte sich, ob sie es ihm sagen sollte, Yorsch, das mit ihrem Namen und der Prophezeiung.
Sie konnte sich das in aller Ruhe überlegen.
Sie hatte ein ganzes Leben lang Zeit dafür."
Aus "Der letzte Elf" von Silvana de Mari
