~> Frau im Labyrinth
"'Ja', sagte Hugo. 'Endlich ist sie gefunden.'
Er wandte sich zu meiner Mutter und nahm sie in die Arme."
Aus: "Frau im Labyrinth " von Caroline Llewellyn .
"'Ja', sagte Hugo. 'Endlich ist sie gefunden.'
Er wandte sich zu meiner Mutter und nahm sie in die Arme."
"Ich schloss die Augen und liess mich fallen.
Einige Sekunden, und einige Jahrhunderte später, hörte ich das dumpfe Knallen des sich öffnenden Fallschirm. Und die unglaubliche Stille der Leere - das Flugzeug war bereits weit weg.
Ich hielt noch immer die Augen geschlossen, als ich ein seltsames und doch vertrautes Geräusch vernahm. Ich brauchte eine Weile, bis ich begriff, dass es mein eigener Atem war, der aus der Tiefe der Stille, des Fluges, der Angst emporstieg.
Ich hielt die Augen noch immer geschlossen, als ich meinen Namen rufen hörte. Erst in diesem Moment öffnete ich sie und sah, wo ich war. Sah die Welt unter mir, sah, dass ich flog, ohne Angst zu haben. Und sah Margherita, dreissig oder vierzig Meter von mir entfernt, die mir zuwinkte.
Ich fühlte etwas, was man nicht beschreiben kann, während auch ich die Hände hob.
Während ich beide Hände hob und winkte wie früher, als kleiner Junge, wenn ich sehr glücklich war."
"Und das war der Moment, in dem ich mir sicher war. Ich musste im Garten bleiben. Ich hatte vielleicht nicht den besten aller Jobs, doch der Garten brauchte jemanden wie mich. Jemanden, der sein Bestes gab, um auf kleine Kerle wie Billy aufzupassen. Es war so einfach: In diese unkrautverwüsteten Blumenbeete gehörte ein aurechter, ehrlicher Käfer. Ich gehörte hierher.
Ich wandte mich Wilma zu. "Ich bin hungrig", sagte ich. "Lass uns etwas essen gehen..."
An dieser Stelle einige Worte über den Pillendreher: Er ernährt sich von Pferdemist, den er zu kleinen Bällchen zusammenrollt, bevor er sie auffrisst. Glücklicherweise bin ich kein Pillendreher.
Während wir zurückgingen, sagte Wilma: "Weisst du eigentlich, dass du mir nie erklärt hast, warum du "Wanze" genannt wirst?"
"Wilma", sagte ich, "das ist eine lange Geschichte. Lass uns in Dixies Bar gehen, uns zwei Hübschen. Ich denke, dort werde ich sie dir erzählen..."
"Sie kamen über den Bach, der nur noch wenig Wasser führte. Der wilde Sommerflieder hatte sich von der Überschwemmung erholt. Bienen und Schmetterlinge klebten an den lila Blüten.
Jeannot sass mit seiner Frau beim Kaffee, sie hatte Apfelkuchen gebacken. Sie setzten sich dazu, assen und tranken mit.
Dann gingen sie in den Schweinestall. Die Sau lag auf frischen Stroh, ihre Zitzen waren abgeschwollen. Die neun Ferkel waren gewachsen, die Schwänzchen noch etwas mehr gewunden, die Augen listiger und frecher.
"Welche drei willst du haben?", fragte Hunkeler.
Hedwig wartete lange, bis sie sich entschieden hatte.
"Das da", sagte sie, "das ist Hilda. Das da ist Hanna. Und das da ist die Stephanie. Aber ich gebe sie nicht mehr her. Darauf kannst du dich verlassen."
Als er wegfuhr, schwor er sich, öfter herzukommen. Messina war die einzige Heimat, die er hatte. Hier hatte er die besten Jahre seines Lebens verbracht. Er würde herkommen und sich am Freitagabend ein Spiel der Spartans anschauen, mit Paul und Mona und ihren zahllosen Kindern zusammensitzen, sich mit Silo und Hubcap amüsieren, im Refrow frühstücken, mit Nat Sawyer Kaffee trinken.
Und wenn der Name Eddie Rake fiel, würde er lächeln oder vielleicht auch lachen und eine eigene Geschichte erzählen. Eine Geschichte mit einem Happyend.
Bärlach saß die ganze Nacht im Lehnstuhl, ohne aufzustehen, ohne sich zu erheben. Die ungeheure, gierige Lebenskraft, die noch einmal mächtig in ihm aufgeflammt war, sank in sich zusammen, drohte zu erlöschen. Tollkühn hatte der Alte noch einmal ein Spiel gewagt, aber in einem Punkte hatte er Tschanz belogen, und als am frühen Morgen, bei Tagesanbruch, Lutz ins Zimmer stürmte, verwirrt berichtend, Tschanz sei zwischen Ligerz und Twann unter seinem vom Zug erfassten Wagen tot aufgefunden worden, traf er den Kommissär todkrank.
Mühsam befahl der Alte, Hungertobel zu benachrichtigen, jetzt sei Dienstag und man könne ihn operieren.
"Nur noch ein Jahr", hörte Lutz den zum Fenster hinaus in den gläsernen Morgen starrenden Alten sagen. "Nur noch ein Jahr."
Das rote Notizbuch ist natürlich nur die halbe Geschichte, wie jeder empfindsame Leser verstehen wird. Was Auster angeht, bin ich überzeugt, dass er sich in der ganzen Sache schlecht benommen hat. Wenn unsere Freundschaft zu Ende ist, so ist er selber Schuld.
Was mich betrifft, so bleiben meine Gedanken bei Quinn. Er wird immer bei mir sein. Und wohin immer er verschwunden sein mag, ich wünsche ihm Glück.
Er kippt zur Seite, ins Wasser, treibt mit dem Gesicht nach unten, hilflos, von der Droge seines Verstandes beraubt. Langsam schwindet sein Bewußtsein, so wie das Licht einer Lampe in der Ferne schwächer wird, bis es schließlich erlischt...