Situationskomik
Ich stand heute auf einem Kirchturm..
Und was lese ich?
Also ich fand's lustig.
Ich stand heute auf einem Kirchturm..
Und was lese ich?
Also ich fand's lustig.
Eigentlich würde ich jetzt gern das ein oder andere witzige Anekdötchen der wochenendlichen Verheiratung zum Besten geben, denn davon gab es tatsächlich welche, aber da müsste ich Hippocampus und frontalen Cortex anstrengen. Wesentlich präsenter knallt mir Fräulein Amygdala ihre Geschichten aufs mental-emotionale Tablett. Nicht ohne Platzdeckchen selbstverständlich. Gefühlsträchtige Erinnerungen krümeln nämlich.
Ach, aber vielleicht doch was harmloses vorneweg. Mein Englisch war zwar nicht Oxford-like geschliffen und glitzernd, aber smalltalk-tauglich und somit völlig ausreichend. Immerhin habe ich jetzt einen potentiellen (reichen!) Verlobten überm großen Teich. Der Gute weiß nur noch nichts von seinem Glück. Aber Blinddates mit Typen aus derselben Stadt sind ja auch langweilig.
Ja, für die restliche Zeit könnte man mal grob zusammenfassen: Ich war nicht ich selbst. Oder gerade doch. Oder immer abwechselnd, tip top, ja nein, rein aus, zugucken mitmachen, lachen heulen.
Warum? Ja, frag mich mal. Schlechtes Timing. So würde ich es nennen und damit trotzdem nichts aussagen. Große Liebe, viel Wärme, Einsamkeit, Schuldgefühl, Romantik, irre Komik, Verlust, Sehnsucht, Angst. Ein paar Stichpunkte zum Nachtisch. Das ganze Spektrum also, immer schön häppchenweise, garniert mit dicker Tränensoße im Überfluss.. bäh, ich bin satt.
Sach ich da mal.. Lauter glückliche Menschen an diesem Wochenende, überall in der Republik verteilt. Tolle Aussichten. Aber was entdecke ich? Mein Lieblingsfilm in der ARD? Governing Dynamics.. yeah, baby, das rockt doch wohl. Allerdings nur im Original. Ich könnt schon wieder Klaus begrüßen. Ja, in der Tat, es kotzt mich einfach an. So. Das musste einfach mal gesagt werden. Was, und für wen auch immer.
Aber die Synchronstimme vom Herrn Crowe.. also die ist doch echt unter aller Sau. Punkt.
Cause all I want is to be with you
It's all I want
Hoping that you say you love me too
Cause all I want is to be with you
Old Nicola again. Ich trainiere nur mein Englisch für's Wochenende.. Klar. Da bin ich nämlich wieder mal aushäusig und darf verwandtschaftlicher Hochzeiterei beiwohnen. Natürlich freue ich mich für die beiden. Wirklich. Wie könnte ich auch anders? Und vielleicht kann ich aus mangelnder Vokabelkenntnis aktuell-sensible und würgereizbedingende Themen tatsächlich ausklammern. 3 Tage lang. Also wenn das nicht nach blankem Optimismus klingt..
Was haben wir gelacht an diesem Wochenende! Was haben wir besichtigt, besucht und fotografiert! Was war dieser Ausflug phantastisch! Was bin ich phantastsich unglücklich..
Ich denke, so bald werden hier keine neuen Einträge zu finden sein.
Ich!
Aufgrund des bevorstehenden Wochenendes. Ja, jetzt merke ich es ganz deutlich. Ich freu mich! Obwohl, oder gerade weil ich nicht weiß, was mich erwartet. Könnte der totale Reinfall werden, türlich, aber wer will denn unken? Es sind nicht irgendwelche Hoffnungen, die mich grad wach halten, vielmehr imaginäre Checklisten. Mückenspray? Hab ich. Schlafsack? Liegt bereit. Kochutensilien? Dank Kollegenfreund S. sicher verpackt in einer großen Kiste fertig zum Mitnehmen. (hach!) Ich glaube, das letzte Mal campen war ich mit Ex-LAG D.. Lange her. Zeit, den Kuli in die Hand zu nehmen, und neue Kapitel in Sachen Urlaub zu schreiben.
Ich!
In die Stimme von Claus Kleber. Und wenn ich nur lange genug aufs Fernsehbild starre, verschwindet sogar die irritierende Asymmetrie seines Gesichts und ich seufze: Wow, was ein Mann!
Ich geh erstmal ne Runde an die frische Luft.
Ich neige zu bizarrer Träumerei des nachts. Das ist nicht neu. Heute jedoch habe ich mich, zur Entspannung meiner forschungsgebeutelten Nerven, und um der Frage ' Was will mir meine Psyche da eigentlich sagen?' nachzugehen, auf einer Traumdeutungsseite im Netz umgesehen. Nicht aufgrund eines konkreten Kopfkinos, nein, vielmehr so allgemein. Manche Dinge tauchen ja gern immer mal wieder auf. Lustig lustig, was einem da so verkauft wird. Oder auch nicht. Beispiele? Schwangerschaft. Immer wieder mal gerne geträumt. Auszug aus der Symboldeutung: Hält sich eine Frau für schwanger, verheißt dies eine unglückliche Beziehung zu ihrem Mann und eher hässliche Kinder. Hässliche Kinder aus einem Traum zu prophezeien, halte ich doch für sehr gewagt. Aber nun gut. Zähne. Wenn jemand im Traum fürchtet, ihm könnten die Zähne ausfallen, geht es um die Angst, alt und nicht mehr begehrenswert zu sein oder um die Angst vor dem Erwachsenwerden. Und wenn man schon erwachsen ist? Nicht, dass das auf mich zuträfe.. rein hypothetisch gefragt. Spinnen. Sehr beliebt! Das ist eine Mahnung zur besonderen Vorsicht im Umgang mit Frauen, auch sind Gehirnreizungen möglich. Was bitte sind denn Gehirnreizungen? Da stehen auch Deutungen zu Makrelen, Raupenschleppern und Freimaurern drin. Schonmal davon geträumt? Also ich nicht.
http://deutung.com Da gibt's mehr davon..
Ich hatte meinen Eintrag für heute so gut wie fertig. Aber ich hab mich umentschieden. Exercising the right not to write!
Thank you Ms. D., You just illustrated the point.
Zwei Jahre dümpeln M. und ich nun an unserer Forschungsarbeit herum. Zwei Jahre Kampf mit Protokollen, Hirnströmen und undurchsichtigen Daten. Um heute mit drei Rechenvorgängen festzustellen, dass wir im Grunde nichts vorzuweisen haben. Keine Signifikanz ist auch ein Ergebnis, ja ja, business as usual, deprimierend ist es trotzdem. Irgendwie.
Ich denke, ich sollte jetzt schlafen. In ein paar Stunden rückt schließlich meine Familie hier an.
Mit A., Apfelschorle und Cola im Kino gewesen. "Tsotsi". Beeindruckend. Anrührend. Unerwartet. Wohl ungleich mehr, wenn man einige Zeit dort unten gelebt hat. Was ich von mir (zum Glück?) nicht behaupten kann.
Anschließend Bierchen trinken. Weil bis zu meiner Haustür die Emotionen zum Film noch nicht ausdiskutiert waren und ein kleines Schwarzes plötzlich besser passte als alkoholfrei. Ich lausche Abenteuern aus Südafrika, gescheiterten Träumen aus Israel und weiche dem überall schwebenden Make your life extraordinary mit geschickten Gedankenbewegungen aus. Berührung hieße Wahnsinn oder wenigstens Verlust der Ratio. Wir haben solches Glück. Unendliche Optionen und noch einiges an Lebenszeit. Wenn alles gut läuft, natürlich. Meine (neue) Sicht auf Existenz und Lebenshunger scheint A. zu verunsichern. Sollte ich die Gelegenheit nutzen? Mal so ganz selbstsicher, mutig und Knall auf Fall, quasi von hinten durch die Brust ins Auge, ad hoc und total spontan? Ach, ich war ja so kurz davor. Das mit der Offensive überdenke ich aber lieber noch mal.
Oder: Tag der Überraschungen.
Hach.. ein gelungener Tag. Einer, der dem angestrebten Carpe Diem sehr sehr nahe kommt.