Ego Shooter

11.11.2007 um 17:30 Uhr

Ego-Shooter – Eine Gefahr oder nur Spaß?

von: Ego_Shooter   Stichwörter: Ego, Shooter, Gefahr, oder, nur, spaß

Der Horrortrip für jede Mutter oder Ehefrau: Im abgedunkelten, muffigen Computerzimmer fläzt sich der geliebte Sohn oder Ehemann auf dem Stuhl und hackt hektisch auf der Tastatur herum. Auf dem Bildschirm sind nur Gewehrlauf mitsamt Hubschraubern, Terroristen oder Monstern zu sehen, je nach Spiel ein anderes Szenario. Es scheint, als wäre dieser geliebte Mensch in eine andere, virtuelle Welt abgetaucht, in der Zeit und Raum völlig bedeutungslos geworden sind. Nach dem Amoklauf von Blacksburg in Virginia vom 16. April 2007 flammt neben der Frage nach dem erlaubten Waffenbesitz nun auch wieder die Diskussion um die Gefahr von den so genannten „Killerspielen“ auf. Die seit Jahren andauernde Debatte um die Auswirkungen der dargestellten Gewalt dieser Spiele hat bisher noch zu keinem Konsens geführt, bis heute lässt sich noch keine klare Aussage zu den Spielen treffen. Sind diese Spiele wirklich mitverantwortlich für Amokläufe? Oder ist an den positiven Argumenten aus der Spielergemeinde doch etwas dran? Fördern sie tatsächlich unterschiedliche Fähigkeiten ihrer Spieler? Wie gefährlich sind Ego-Shooter wirklich? Gewaltspiele führen zu Amokläufen? Bei genuerer Betrachtung des Themas stellte sich heraus, dass es nicht nur vereinzelte positive Studienergebnisse zu Counter-Strike und Co gibt. Tatsächlich widerlegen einige Studien sogar einen direkten Zusammenhang zwischen der Gewalt der Spiele und den Amokläufen. Offensichtlich ist eine oberflächliche Verurteilung der Killerspiele zu einfach. Zudem wäre ein Verbot sowieso nur teilweise realisierbar. Wie sind also diese Spiele einzuordnen, um deren Einfluss und Auswirkungen sich so viele Meinungen entzweien? Ego-Shooter stellen eine Kategorie von Computerspielen dar, die den Spieler in eine dreidimensionale Spielwelt führen. Da die Spielwelt erscheint, als sei sie mit dem eigenen menschlichen Auge wahrgenommen, werden sie auch First-Person-Shooter genannt. Aus dieser Egoperspektive kann der Spieler seinen Charakter drehen, mit ihm springen und kämpfen. Die meisten Spiele haben den Kampf als Spielziel, wobei mit unterschiedlichsten Waffen gegen menschliche oder tierähnliche Gegner gekämpft wird. Früher nur im Einzelspieler-Modus, können die Spiele heute auch im Mehrspieler-Modus gespielt werden. Dieser Mehrspieler-Modus ist heute durch Internet oder auf LAN-Partys möglich, bei denen bis zu 400 Spieler mit PC unterm Arm anreisen, alle Computer miteinander vernetzen und in „Clans“, früher auch Mannschaften genannt, die Stunden damit verbringen, sich gegenseitig ab zu „ballern“. Auch positive Effekte Was auf den ersten Blick wie eine hirnlose Zeitvergeudung aussieht, hat aber auch positive Aspekte, so unterschiedliche Studien. So fördern diese Spiele nicht nur das Gemeinschaftsgefühl und begünstigen Freundschaften, sie ermöglichen durch die LAN-Partys, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen an großen Happenings teilzunehmen. Natürlich steigert dies auch den Teamgeist der Spieler, und ermöglicht ihnen vor allem im Internet, interkulturelle Kontakte zu knüpfen. Neben den internationalen Kontakten sind auch Kommunikation und aktive Partizipation ein bedeutender Vorteil. Dies sind aber nicht die einzigen Pluspunkte, die Ego-Shooter vorweisen können. Tatsächlich konnte nachgewiesen werden, dass durch die Bedienung der Tastatur bei gleichzeitiger Bildschirmbeobachtung die Hand-Augen-Koordination deutlich gesteigert wird. Zudem lässt sich neben einem signifikanten Anstieg der visuellen Aufmerksamkeitsleistung auch eine Verbesserung der Reaktion nachweisen. Eingefleischte Spieler werden auch nicht müde, die gesteigerte Geschicklichkeit und die großen PC Kenntnissen der Mitspieler zu loben. Ego-Shooter werden als eine Sportart angesehen wie Schach. Und genauso wie die europäischen Fußballmannschaften sind auch die „Clans“ in internationalen Ligen organisiert. Es gehe nicht hauptsächlich ums „Ballern“, sondern um Taktik und die Aufgabenlösung im Team, so die viele Spieler. Außerdem sollen die Gewaltspiele beim Aggressionsabbau helfen, statt sie zu fördern. Immerhin sei ja noch keiner vom Bildschirm aufgestanden und Amok gelaufen. Natürlich ist dies sehr kurzsichtig argumentiert, tatsächlich aber konnte in einigen Studien ein direkter Zusammenhang zwischen den Gewaltspielen und der Aggressionsbereitschaft widerlegt werden. Zusammenfassend können den Ego-Shootern viele Vorteile zugesprochen werden. Wie alle Spiele fördern sie verschiedene kognitive Fähigkeiten, Freundschaften und Teamfähigkeit. Sie dienen zur Stärkung des Selbstwertgefühls und zum Ausleben verschwiegener Fantasien. Soziale Isolation Bei Ego-Shootern gilt es allerdings abzuwägen, ob die Nachteile eventuell doch überwiegen. Dem Argument, die Spiele seien gemeinschaftsfördernd, muss entgegen gehalten werden, dass die Spieler sich von ihrer realen Umwelt isolieren. Das betrifft nicht nur die engste Familie, sondern oft auch den Bekannten- und Freundeskreis aus Schule oder Beruf. Durch diese Bevorzugung der Computerspiele kann es zu einer sozialen Isolation inmitten der realen Umgebung kommen. Gleichzeitig haben Studien gezeigt, dass Schüler aus Mangel al Konzentration und Zeit die schulische Talfahrt beginnen. Auch im Berufsleben führen Übermüdung, Fehltage oder Desinteresse teilweise zum Verlust des Arbeitsplatzes. Körperliche Auswirkungen der Ego-Shooter sind derzeit nur bedingt auszumachen, wobei Haltungsschäden sowie Übergewicht auf Grund mangelnder Bewegung und einseitiger Ernährung sowieso zur Microsoft-Generation gehören. Das volle Ausmaß der Langzeitschäden kann bislang nur erahnt werden. Neben der offensichtlichen Wechselwirkung zwischen Killerspielen und Aggressionsbereitschaft bei Schülern konnten Forscher erst vergangenen Dezember die sinkende Empathiebereitschaft von Spielern belegen. Sie wiesen auf die Gefahren der emotionalen Verarmung und auf Verringerung von Mitgefühl hin. Bei der Fülle von abgetrennten Körperteilen, Blut, sexistischen Gewaltszenen oder frauenfeindlichen Sprüchen verwundert das nicht. Durch eine Desensibilisierung mit solchen Bildern ist die Gefahr der Abstumpfung groß. Gefahr der Abhängigkeit Ein bislang wenig beachtetes Problem birgt die Spielsucht, die teilweise schon bei Teenagern festgestellt werden konnte. Wie bei anderen „nicht-stoff-gebundenen Süchten“ handelt es sich hier um ein Belohnungssystem des Körpers. Der „Kick“ wird durch das Hormon Dopamin ausgelöst, das ein Glücksgefühl erweckt. Um dieses Glücksgefühl immer wieder zu empfinden, benötigt der Ego-Shooter regelmäßiges „Input“, das heißt ständig neue Spiele. Die Grenzen zwischen „normalen“ und süchtigen Spielern sind fließend. Wie viele Jugendliche schon heute abhängig von der „Droge“ Computerspiel sind, kann nur ungefähr angeführt werden, wobei Zahlen zwischen 10% und 15% genannt werden. Während die Anhänger der Ego-Shooter-Spiele den Spaßfaktor immer wieder hervorheben, haben die Gegner der Ego-Shooter dafür allerdings wenig bis kein Verständnis. Sie sehen nur die teils schlecht ernährten, bewegungsfaulen Zocker in ihrem muffigen Computerzimmer hocken, bekommen das „Geballer“ auf dem Bildschirm mit und hören in den Nachrichten von Amokläufen. Die Zusammenhänge scheinen nicht zwingend, zwingen sich aber doch auf. Vermutlich ist es wie mit vielen Dingen im Leben: Eine Frage der Balance, der richtigen Dosierung.

11.11.2007 um 17:28 Uhr

Call of Duty 4-wie realistisch darf ein Spiel noch sein?

von: Ego_Shooter   Stichwörter: Call, of, Duty

Das Gestern war gestern: Erstmals in der Seriengeschichte kämpft ihr euch in Call of Duty 4 durch aktuelle Konflikte, statt ein weiteres Mal den virtuellen Zweiten Weltkrieg zu überleben. Doch mit der Frischzellenkur kommen auch die Probleme: Der Activision-Shooter wird die Diskussion um Gewaltspiele neu entfachen. Wir beleuchten kritisch ein spielerisch einwandfreies, moralisch aber fragwürdiges Schützenfest - wie realistisch darf ein Spiel noch sein?

11.11.2007 um 17:23 Uhr

Ego Shooter Allgemein

von: Ego_Shooter   Stichwörter: Ego, Shooter, allgmeint

Als Ego-Shooter (gr. und lat. ego = „ich“; engl. shooter = „Schütze“ bzw. „Schießspiel“; ein Scheinanglizismus) oder First-Person-Shooter (FPS) bezeichnet man eine Kategorie der Computerspiele, bei der die Darstellung einer frei begehbaren, dreidimensionalen Spielwelt durch die Augen eines menschlichen (oder humanoiden) Spielercharakters, also in Egoperspektive erfolgt und der Spielverlauf schwerpunktmäßig geprägt ist durch den Kampf mit verschiedenen Schusswaffen gegen eine Vielzahl von unterschiedlichen Gegnern bzw. Monstern.