Meine Bienen im April:
Und so blüht es rund um den Bienenstand:
Nach den langen Wintermonaten sind die Bienenrähmchen mit Wachs und Propolis verklebt. Das alles muss mit dem Stockmeißel abgeschabt und sauber gemacht werden:
Da sitzen sie in den Wabengängen und schauen mir entgegen:
Was tun mit den leeren Honigrähmchen nach dem Schleudern?
Man kann die Rähmchen den Bienen zu Ausschlecken zurückgeben, da immer noch Reste von Honig enthalten sind. Man kann das Wachs einschmelzen, klären und Bienenwachskerzen daraus gießen. Man kann die Rähmchen im Keller einlagern oder einfrieren und für das kommende Bienenjahr aufbewahren. Man kann alles Mögliche damit tun – man kann sie sogar vorher fotografieren und wunderbare Farbspiele einfangen. Durch die Honigreste duften die leeren Rähmchen nicht nur sehr angenehm, sondern behalten ihr bernsteinfarbenes Aussehen. Die zerbrechlich wirkenden Bauten besitzen immer noch eine erstaunliche Stabilität. Gleichzeitig sind sie so durchschimmernd, dass sie die Farbe des Hintergrunds und das Blau des Himmels einfangen. Je nachdem, ob sie bei Sonne oder im Schatten, im Gegenlicht oder unter dem Sonnenschirm fotografiert werden, ergeben sich interessante Farbenspiele, zarte oder kräftige Farbnuancen, Transparenz, Hell und Dunkel. Sehr gut kann man die beim Schleudern mehr oder weniger zerfetzten Wachswände und die zerstörten Strukturen der vormals perfekten Sechsecke erkennen.
Kleine Kunstwerke der Natur !
Mein Tausend-Blüten-Honig 2010
Zwei Birnen schälen, entkernen und in Cidre brut,
dem etwas Honig sowie Zimtstangen beigefügt wird,
weich, aber noch bissfest, kochen.
Wenn sie Birnen fertig sind, werden sie herausgenommen.
Anschließend wird noch eine in Würfelchen
geschnittenen Birne im Birnen-Cidre-Sud gegart.
Zwei Becher eiskalte Crème fraîche mit
1 Esslöffel Honig vermischen
und mit etwas Cidre glattrühren.
Wenn der Honig reif ist, d. h. der Wassergehalt auf unter 18 % gesunken ist, werden die Waben von den Bienen mit Wachs verdeckelt. Das ist das Zeichen für die Imkerin, dass er Honig bereit zur Ernte ist. Die Honigrähmchen werden entnommen und die Wachsschicht mit einem speziellen Werkzeug, der Entdeckelunggabel entfernt.
Häufig finden sich unter spätblühenden Linden viele tote und sterbende Hummeln.
Laboruntersuchungen ergaben, dass die dort verendenden Tiere einen sehr geringen Zuckergehalt im Körper haben. Diese Hummeln sind nach kurzer Zeit wieder flugfähig, wenn man ihnen beispielsweise mit einer kleinen Spritze einige Zuckerwassertropfen auf dem Boden anbietet, welche sie mit ihrem Rüssel direkt aufnehmen können. Daraus wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass aufgrund von Nahrungsmangel in der näheren Umgebung von Linden auch viele andere Hummelvölker und Bienen hier auf Nahrungssuche gehen und es daher zu einer starken Verknappung des Angebotes kommt. Der Theorie nach haben die Hummeln dann für den Anflug so viel Energie verbraucht, dass sie keine andere Nahrungsquelle mehr aufsuchen können.
Hummeln haben im Gegensatz zu den Honigbienen kein Zeitgedächtnis, welches ihnen ermöglichen würde, die morgens und abends Nektar produzierenden Bäume gezielt anzufliegen. Auch haben sie keine Kommunikationsformen, wie die Tanzsprachen, entwickelt, die eine viel gezieltere Nutzung von Futterquellen durch das ganze Hummelvolk zulassen würde. Deshalb ist dieses Anlocken der Hummeln und Bienen durch Linden trotz fehlenden Nektars nur für die Hummelvölker bedrohlich. Die viel individuenstärkeren Bienenvölker verlieren dabei nur relativ wenige ihrer sogenannten Sammlerinnen. Wenn diese nicht mehr zurückkommen, nimmt automatisch durch fehlende Tänze die Attraktivität für dieses Ziel ab.
Das Hinterbein einer Arbeiterin:
Und so sieht's aus, wenn die Körbchen
für den Blütenstaub prall gefüllt sind.
Die so genannten Pollenhöschen:
DAS ist mir in diesem Jahr zum Glück nicht passiert.
Aber im letzten Jahr hatte ich:
Das betreffende Volk hat sich übrigens SEHR gut
entwickelt und ist momentan das stärkste.
2010 ist kein gutes Honigjahr – zumindest nicht hier bei mir. Gestern hab ich bei meinen Bienen geguckt: Das eine Volk macht überhaupt gar nichts und das andere hat 7 von 10 Honigrähmchen gefüllt. Viel Honig ergibt das insgesamt nicht. Vor einem Jahr hat es um diese Zeit viel besser ausgesehen!

bei dem vorderen wurde zumindest bereits mit Wachs ausgebaut.
Das kann erst ganz vor Kurzem passiert sein,
denn nur am Anfang ist das Wachs ganz weiß.
arg viel Honig wurde noch nicht eingelagert.
Als dort die vielen Kirschbäume geblüht haben, war es eisig kalt und regnerisch und die Bienen konnten nicht hinaus. Und jetzt blühen bald die Linden (bzw. haben z. T. schon ein bisschen damit angefangen) und es ist windig und wieder kalt. Und im Sommer ist sowieso kaum mehr etwas zu finden und das Bienenjahr geht langsam seinem Ende entgegen. Ich hoffe, dass die nächsten Tage ein bisschen schöner werden und sie noch ein paar Lindennektar-Orgien feiern können.
Dringendst suche ich einen anderen Bienenstandort. Von vorne wird man vom Gras zugewuchert und von hinten von Brombeersträuchern. Seit die Gemeinde im Frühjahr gemäht hat, ist der Wuchs heftiger geworden. Ich empfinde diese Sichelei als nicht ungefährlich, wir haben ja keine Übung damit und ich hab immer Angst, dass man sich in den Fuß sichelt.
Eine Biene hatte es gestern auf mich abgesehen bzw. war pflichtbewusst und hat nicht mehr von mir abgelassen. Ich war etwas gefährdet, weil ich meinen rechten Handschuh ausgezogen hatte, um die Kamera zu halten und in die Beute hineinzufotografieren. Zentimeter um Zentimeter hat sie mich abgesucht, wo eine Möglichkeit zum Hineinstechen wäre und hat mir Störenfried aggressiv ins Ohr gebrummt. Sonderbar, dass es nur eine war, sonst kommen sie immer in ganzen Geschwadern, aber die anderen waren völlig friedlich.
Danach haben wir dort circa 2 Kilo Kirschen gepflückt. Die gehören ja niemandem und niemand interessiert sich dafür. Das Schöne ist, dass sie ungespritzt sind, denn es handelt sich um ein kleines Biotop. Trotzdem hab ich keine einzige Made gefunden.
DAS ist mir in diesem Jahr
zum Glück noch nicht passiert:
Achtung, nur für starke Nerven :-)
Victor Hugo (1802 – 1885):
"Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene,
sie fliegt von Blüte zu Blüte
wie die Seele von Stern zu Stern,
und sie bringt den Honig heim
wie die Seele das Licht."
(aus dem Roman: Dreiundneunzig)
Der Raps blüht !
Eine Orgie in Gelb
Leuchtend gelbe Flecken in der Landschaft
Nektar-Schlaraffenland
Raps - eine altgermanische Kulturpflanze
Raps-Honig ist von mildem Aroma, cremiger Konsistenz,
weiß-gelber Farbe. Typisch ist sein schnelles
Auskristallisieren schon wenige Tage nach der Ernte.
Bienen können alle Farben unterscheiden - außer dunkelrot.
Das sieht für sie genauso aus wie Schwarz.
Den Raps, dem wir gelb sehen, sehen Bienen ultraviolett,
eine Farbe, die wir nicht erkennen können.
Allerdings sehen Bienen die Farben nur,
wenn sie sich langsam um sie herumbewegen.
Im schnellen Flug sind sie dagegen völlig farbenblind.
Der Lorscher Bienensegen
Im 10. Jahrhundert hat ein unbekannter Mönch in Lorsch auf den unteren Rand eines lateinischen Folianten (mit Predigten des Kirchvaters Augustinus) kopfständig den so genannten Lorscher Bienensegen gekritzelt. Wahrscheinlich war dieser Mönch 'nebenher' mit der Imkerei beschäftigt und befand sich in großer Sorge, dass seine Bienen – es muss Schwarmzeit gewesen sein! – entweichen könnten.
Die Lorscher Handschrift
Althochdeutsch:
Übersetzung:
'Christus, das Bienenvolk ist heraußen (= ausgeschwärmt)!
Jetzt fliegt, meine Tiere (mein Vieh), wieder herbei,
damit ihr im Frieden des Herrn, im Schutz Gottes,
gesund heimkommt.
Sitz, sitz, Biene. Das gebot dir die heilige Maria.
Du sollst keine Erlaubnis (= Urlaub) haben,
zum Holz (= in den Wald) zu fliegen,
du sollst mir weder entwischen noch entweichen.
Sitz ganz still und tu, was Gott will (wirke Gottes Willen)!'
uihu – Vieh, Tier(e)
ind-rinnan (n = Negation) – entrinnen, entwischen
int-uuinnan = entweichen
Auch in Frankreich glaubt man an die Magie der Worte; dort skandierten die Imker-Mönche immer wieder den gleichen Spruch, wobei die Biene (frz. abeille) etwas respektlos als 'mouche' = Fliege, Mücke bezeichnet wurde:
'Mouche, que Dieu a créé
Pour l’église illuminer
Je te conjure par la Sainte-Trinité
De t’arrêter!'
Biene, die Gott geschaffen hat
um die Kirche zu erleuchten (Wachskerzen!)
Ich beschwöre dich bei der Heiligen Dreifaltigkeit:
dich zu setzen!
In meinem Wildbienenhotel
haben sich erste Gäste eingefunden:
Gesehen hab ich sie nicht persönlich, denn leider
schlupfen sie immer nur während meiner Abwesenheit
flugs in die Hotelzimmerchen hinein und verkleben
die Tür anschließend mit einer lehmartigen Masse.
So:
Ich lauere mit meiner Kamera :-)
Irgendwann erwisch ich mal jemanden !
Schnell noch ein paar Wachsplatten
in die Bienenrähmchen einlöten !
Und sich nicht wieder in den Finger löten !
Rudolf Steiner:
Mensch und Welt. Das Wirken des Geistes in der Natur.
Über das Wesen der Bienen
"... den Honig saugt sie ein mit ihrem Saugrüssel. Ein Teil davon dient ihr zur eigenen Nahrung, aber den größten Teil behält sie in ihrem Honigmagen. Den speit sie wiederum aus, wenn sie zurückkommt. Also wenn wir Honig essen, dann essen wir ja in Wirklichkeit Bienengespeie. Dessen müssen wir uns ja wirklich klar sein. Aber es ist ein sehr reinliches und süßes Gespei, was sonst das Gespei nicht ist, nicht wahr."