Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

17.07.2010 um 06:30 Uhr

Wie kompliziert !

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Vom Stoffwechsel

Nähr dich, o Mensch, verständig!
Mit einem Wort: Erkenn dich!
Nach Liebig lern ermessen,
Was dir gebührt zu essen.

Fettbildner sind, das merke:
Fett, Zuckerstoff und Stärke;
Blutbildner sind im ganzen
die Proteinsubstanzen.

Die erstern, wie wir sehen,
Aus CHO bestehen;
Die letztern, mannigfaltig,
Sind sämtlich stickstoffhaltig.

Daß Knochen sich erneuern,
Bedarfst du Kalk und Säuren;
Drum mische klug und weise
Dergleichen in die Speise.

Und also iss und lebe,
Ersetzend dein Gewebe,
Und denk in allen Fällen;
Wie bild ich neue Zellen?

aus: Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut:
Gedichte und Lieder vom Essen und Trinken

Das also eher nicht :-)

Meringen

Foto (s): Brigitte Stolle

Der Schriftsteller Johannes Trojan wurde am 14. August 1837 in Danzig geboren; er starb am 25. November 1915 in Rostock. 1862 wurde er Mitarbeiter am "Kladderadatsch", den er 1886 - 1909 leitete. Während er dort als politischer Satiriker eine scharfe Feder führte, zeigte er sich in seinen Buchveröffentlichungen als gemütvoller humoristischer Versdichter und Jugenderzähler ("Beschauliches", 1870; "Von drinnen und draußen", 1887; "Scherzgedichte", 1893; "Für gewöhnliche Leute", 1893; "Des Edlen von Stolzach Ausfahrt", eine historische Romanze; "Hundert Kinderlieder", 1899; Der Sängerkrieg zu Trarbach", 1899). Johannes Trojan hat ferner zahlreiche Arbeiten über die deutsche Pflanzenwelt, insbesondere die deutschen Wälder, veröffentlicht.

09.01.2010 um 12:45 Uhr

Kulinarisches - Literarisches

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Ein wunderschönes Restaurant-Schild.

Hier gibt es Speisen und Lesungen.

Foto: Brigitte Stolle

26.12.2009 um 06:55 Uhr

Eugen Roth - Knoblauch

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Knoblauch

Zu rüstigem Alter führt der Lauch.
Bleib treu ihm – bis zum letzten Hauch.

gefunden in: Der Wunderdoktor
Heitere Verse von Eugen Roth

Der berühmte rosafarbene Knoblauch aus der Provence

Foto(s): Brigitte Stolle

22.05.2007 um 07:10 Uhr

Die Kartoffel (Zitat von Goethe)

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Morgens rund, mittags gestampft,
Abends in Scheiben, dabei solls bleiben,
Es ist gesund.

19.05.2007 um 07:09 Uhr

Pfannkuchen und Salat

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Wilhelm Busch:
Pfannkuchen und Salat

Von Fruchtomletts, da mag berichten
Ein Dichter aus den höhern Schichten
Wir aber, ohne Neid nach oben,
Mit bürgerlicher Zunge loben
Uns Pfannekuchen und Salat.
Wie unsre Liese delikat
So etwas hackt und zubereitet,
Sei hier in Worten angedeutet.
Drei Eier, frisch und ohne Fehl,
Und Milch und einen Löffel Mehl,
Die quirlt sie fleißig durcheinand
Zu einem innigen Verband.
Sodann, wenn Tränen auch ein Übel,
Zerstückelt sie und mengt die Zwiebel
Mit Öl und Salz zu einer Brühe,
Daß der Salat sie an sich ziehe.
Um diesen ferner herzustellen,
Hat sie Kartoffeln abzupellen.
Da heißt es, fix die Finger brauchen,
Den Mund zu spitzen und zu hauchen,
Denn heiß geschnitten nur allein
Kann der Salat geschmeidig sein.
Hierauf so geht es wieder heiter
Mit unserm Pfannekuchen weiter.
Nachdem das Feuer leicht geschürt,
Die Pfanne sorgsam auspoliert,
Der Würfelspeck*) hineingeschüttelt,
So daß es lustig brät und brittelt,
Pisch, kommt darüber mit Gezisch
Das ersterwähnte Kunstgemisch!
Nun zeigt besonders und apart
Sich Lieschens Geistesgegenwart,
Denn nur zu bald, wie allbekannt,
Ist solch ein Kuchen angebrannt.
Sie prickelt ihn, sie stockert ihn,
Sie rüttelt, schüttelt, lockert ihn
Und lüftet ihn, bis augenscheinlich
Die Unterseite eben bräunlich,
Die, umgekehrt, geschickt und prompt
Jetzt ihrerseits nach oben kommt.
Geduld, es währt nur noch ein bissel,
Dann liegt der Kuchen auf der Schüssel.
Doch späterhin die Einverleibung,
Wie die zu Mund und Herzen spricht,
Das spottet jeglicher Beschreibung,
Und darum endet das Gedicht.

aus: Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut:
Gedichte und Lieder vom Essen und Trinken

*) Schmeckt Übrigens auch ohne
"Würfelspeck sehr lecker!

Die Zeile "Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut,
holdselig sind deine Gerüche"
stammt übrigens von Heinrich Heine!

 

Und hier gibt's noch mehr von Wilhelm Busch !

25.12.2006 um 08:30 Uhr

Matthias Claudius - Die verdammten Ochsenbraten

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Die verdammten Ochsenbraten

Die Römer, die, vor vielen hundert Jahren,
Das erste Volk der Erde waren,
Doch wenigstens sich dünkten, es zu sein;
Die großen Schreiber ihrer Taten
und Dichter auch, und große Redner hatten,
Und Weise, groß und klein;
Die stolz auf ihrer Helden Scharen
Auf ihre Regulos und Scipione waren,
Und Ursach hatten es zu sein;
Die fingen endlich an und aßen Ochsenbraten,
Frisierten sich, und tranken fleißig Wein -
Da war's geschehn um ihre Heldentaten,
Um ihrer Dichter edlen Reihn,
Um ihre Redner, ihre Schreiber;
Da wurden's große dicke Leiber,
Und Memoirs- und Zeitungsschreiber,
Und ihre Seelen wurden klein;
Da kamen Oper und Kastraten,
Und Ehebruch und Advokaten,
Und nisteten sich ein.
Oh, die verdammten Ochsenbraten!
Oh, der verdammte Wein!

aus: Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut:
Gedichte und Lieder vom Essen und Trinken

Matthias Claudius, geboren am 15. August 1740 in Reinfeld (Holstein), verstorben am 21. Januar 1815 in Hamburg. Dichter und Journalist, bedeutend ganz besonders als Lyriker mit volksliedhafter, aber durchaus eigentümlicher Verskunst.

15.10.2006 um 07:20 Uhr

Vieh

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

"Vieh"

Du kannst lustvoll schnauben,
vor Lebenslust und Kraft vibrieren,
lässt man dir ein Stück Freiheit.
Solch imposantes Meisterwerk
des Schöpfers!
Menschen können es
soweit reduzieren!
Abgewertet bis auf ein Stück
geschundenes Leichenteil,
kiloweise verkauft an Menschen,
die sich streiten um Fragen, wie:
"Hast du Gefühle, wie wir?
Was für Fragen!
Sie lassen dir nicht einmal
deine Namen,
"Kuh", "Kalb", "Kind"!

Bettina Jung

Das Gedicht "Vieh" kann man im
Vegetarier-Handbuch von Bernd Höcker
nachlesen.

Jetzt hier bestellen!

Tierliebe Rezept-Ideen finden Sie auf den Kuh-Seiten.

04.06.2006 um 07:26 Uhr

Mein Rührei-Gedicht

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Mein Rührei-Gedicht

Wie? Nach Rührei ist euch heute?
Steht euch eben grad der Sinn?
Das ist gar nicht schwierig, Leute
Begebt euch flink in die Cuisine!

Stellt eine Schüssel auf den Tisch
Oder irgendeinen Pott
Da hinein muss das Gemisch
Glaubt es nur: es geht ganz flott.

In die Schüssel kommt das Ei
Ohne Schale – das ist klar
Habt ihr Hunger, nehmt gleich zwei
und viele für 'ne ganze Schar.

Ein Rührei ist etwas Vermischtes
drum heißt’s die Eier kräftig schlagen
Im Schweiße eures Angesichtes –
Ein Rührei kann dies gut vertragen!

Auf dass das Gelbe und das Weiße
– dies sind die Farben eines Eis –
Sich einheitlich zusammenschweiße
Auch hier gilt: Ohne Fleiß kein Preis!

Mit Milch vermischen, rühren, manschen
Auch Salz und Pfeffer kommt hinzu
Hier darf man mal so richtig panschen
Danach gönnt euch ein bisschen Ruh!

Habt ihr recht schlau vorausgedacht
Ist in der Pfann schon Butter hitzig
Jetzt kippt ihr da hinein ganz sacht
Die Eiermasse, das spritzt witzig.

Jetzt rühren – wie’s schon heißt im Namen
Dieser schlichten Eier-Speis
Das schafft euch Muskeln in den Armen
Doch jetzt stellt schnell das Feuer leis!

Weiter rührend muss es stocken,
und zwar solang als bis es richtig
Nicht zu weich und nicht zu trocken,
'Ne zarte Konsistenz ist wichtig.

Jetzt werft Schnittlauch, fein zerteilt
Drüber – so will es der Brauch.
Holt die Teller schnell und eilt
Denn euch knurrt gewiss der Bauch.

Brigitte Stolle © 2005

Aus meiner Reihe: Gereimte Rezepte

Leckere Abwandlung:
Rührei mit Basilikum

27.04.2006 um 04:30 Uhr

Berühmte Vegetarier - Eugen Roth

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Eugen Roth (1895 – 1976),
deutscher Schriftsteller:

Es denkt der Mensch, zufrieden froh:
Ich bin kein Schlächter, blutig roh;
doch da der Mensch kein Wurstverächter,
so trägt die Mitschuld er am Schlächter.

09.04.2006 um 08:49 Uhr

Wilhelm Busch

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Bis auf weiters das Messer blitzt,
die Schweine schrein,
man muss sie halt benutzen.
Jeder denkt:
"Wozu das Schwein,
wenn wir es nicht verputzen?"
Und jeder schmunzelt, jeder nagt
nach Art der Kannibalen,
bis man dereinst "Pfui Teufel!" sagt
zum Schinken aus Westfalen.

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

24.02.2006 um 05:40 Uhr

Berühmte Vegetarier - Karlheinz Deschner

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Eine Gesellschaft, die Schlachthäuser
und Schlachtfelder verkraftet,
ist selber schlachtreif.

Karlheinz Deschner (geboren 1924),
Historiker, Philosoph, Autor

03.02.2006 um 04:09 Uhr

Auf Möhren versessen

von: buchzeiger   Kategorie: Kulinarische Poesie

Eine Köchin aus Lorsch in Hessen
Die wollte kein Würstchen mehr essen
Denn drin steckt vom Schweine
Der Kopf und die Beine
Jetzt ist sie auf Möhren versessen.

Brigitte Stolle © 2005

 Lust auf weitere Limericks?

Hier: Leseproben

Tierfreundliche Rezept-Ideen
finden Sie auf den
 Kuh-Seiten.