2:30 bin 3:30 geschrieben, schlafen gelegt, etwas Angenehmes getraeumt. "War" bei Tiia in Finnland, hatten n nettes Haeuschen, nen Garten, Wald und See direkt vor der Tuer. Ich war mit IHM im Urlaub dort, wir hatten eigentlich richtig angenehme Tage, haben allen moeglichen "Bloedsinn" gemacht... Ich denke, dass ich jetzt schon von Urlaub traeume, und dass ich seit Jahren keinen wirklichen mehr hatte, sagt deutlich aus, dass ich ihn mal wieder braeuchte. Wann bin ich das letzte Mal laenger als einen Tag verreist? Das war 2000, ist bald 7 Jahre her. Das letzte Mal das Ausland gesehen habe ich vor 15 Jahren. Aber was soll man machen, wenn man weder Zeit noch Geld hat? Wobei - das Geld wuerde reichen. Nur komme ich wegen meines "Vater"s nicht dazu, laenger als ein Wochenende weg von hier zu sein. Es macht mich krank.
Bin erst um 12:30 aufgestanden. Wurde 15 Minuten wegen des Fruehstuecks genervt. Der Idiot kann mich 10x fragen, ob ich nicht lieber etwas Warmes essen will, wenn ich NEIN sage, dann meine ich NEIN, verdammt! Dann beschimpfte er mich als "magersuechtig", nur, weil ich in letzter Zeit fast nichts essen wuerde. Aber was soll ich denn machen, wenn ich nie Appetit habe und mich staendig uebergeben muss?! Da kann ich nichts essen. Seit Tagen und Wochen esse ich kaum... Bzw eigentlich nur, wenn ich dazu gezwungen werde. Hunger- oder Appetitgefuehl kenne ich gar nicht mehr. Manchmal esse ich schon noch von mir aus ein wenig, aber auch nur, weil ich Angst habe, sonst wieder starke Bauchschmerzen zu bekommen. Ich WEISS, dass ich die IMMER bekomme, wenn ich einen Tag nichts oder nur sehr wenig esse. Daher MUSS ich... Will aber eigentlich gar nicht. Essgestoert bin ich so also vielleicht ein wenig. Aber nicht, weil ich es woellte; koennte das der Stress sein?
Das ganze Gemecker am Morgen besserte die Sache natuerlich nicht. Auch nicht der aggressive Busfahrer, dumm starrende Nachbarn, Kopfschmerzen oder aber die Deutsche Post... Zum Einen lag eine Notiz im Briefkasten, man solle den "anderen Abholschein" beachten. Nur war keine "anderer Abholschein" vorhanden. Aber man konnte sich ja auch ueber eine teure Telefonnummer bei der Post erkundigen... Und natuerlich wurde mein Hinweisschild am Briefkasten auch nicht beachtet. Hatte neben dem Zettel noch eine Buechersendung (Grossbiref) und zwei Postkarten im Kasten. Die Karten lagen eindeutig UNTER dem Buch... Heute zum Glueck nicht kaputtgebogen. Aber das war nur Zufall... Oh, und dann stellte sich wegen des verpassten Paeckchens noch etwas heraus, nach dem Anruf (musste ja sein): Die Abholung sei dieses Mal ganz woanders, als sonst! Und zwar schon irgendwo hinter der Stadtgrenze; da bin ich mal gespannt, wie man dort hinkommen soll. Ohne Auto und Busanbindung. Ein langer Fussweg.
Ich setzte mich eine Weile an den PC, wollte mich noch schnell beim Postcrossing-Forum fuer die neuen Karten bedanken, und habe dann doch noch ein wenig woanders gelesen. Dass viele Psychologen Homosexualitaet immernoch fuer krank halten und die Ursachen dafuer in der Kindheit erforschen wollen (Als sei Homosexualitaet keine natuerliche Neigung, sondern eine Traumafolge!) und viele behaupten, Bisexuelle seien nur verkappte Homosexuelle, die sich nicht trauen, sich zu outen, fand ich schockierend! Wenn so genannte "Aerzte", auch noch "professionelle" Psychologen, so einen Muell behaupten... Dann gute Nacht, Gesellschaft! Eigentlich bestaetigt es nur die Ahnung, die ich schon laenger bezueglich vieler Aerzte hatte. Wie kann man nur glauben, die Zuneigung zu Menschen des gleichen Geschlechts oder die Nichtunterscheidung zwischen Maennchen und Weibchen bei der Partnerwahl sei neurotisch... Und da wundern sich alle, dass es noch immer viele Vorurteile gegenueber Nicht-Heterosexuellen gibt und dass einige Angst vor dem Outing haben oder sogar noch Suizid begehen, weil sie Angst vor den Reaktionen der Umwelt haben (oder in einigen Laendern sogar strafrechtlich verfolgt werden!)...
Ich bin ja nicht der Meinung, dass man jeden moegen muss, aber was spricht eigentlich GEGEN Bisexualitaet? Es zaehlen doch angeblich immer nur die inneren Werte, heisst es, wenn man sich erkundigt... Wieso entscheiden sich viele Menschen dann also nur fuer einen Partner des anderen Geschlechts? Es gibt viele feminine Maenner, viele "burschikose" Frauen... Sollte man Maenner und Frauen wirklich anhand des Charakters voneinander abtrennen koennen? Sicher, es gibt auch Dinge, die sind wirklich nur frauen- oder maennerspefizisch, beispielsweise das Gebaeren von Kindern, u.ae. Aber es gibt auch genuegend heterosexuelle Paare, die keine Kinder wollen. Aber wie dem auch sei, jeder muss SELBST wissen, von wem oder was er sich angezogen oder eben nicht angezogen fuehlt, da bin ich tolerant. Die einzige Vorraussetzung: Die an der Beziehung beteiligten muessen ALLE damit einverstanden sein. Dann koennen sich Damen und Herren auch gerne kopfueber in Keller haengen und sich den Hintern mit nem Stoeckchen rotklatschen lassen. Wenn alle Beteiligten es wollen, wieso nicht?
Und was mir auch immer auffaellt: Wie oberflaechlich grosse Teile der Bevoelkerung doch sind. Da heisst es, ein Mensch wuerde nur zB blonde Partnerinnen moegen, und alle andershaarfarbigen schliesse er kategorisch aus. Oder Menschen beiderlei Geschlechts schustern sich irgendein Traumbild des Partners zusammen, und stellen dabei eine Wunschliste auf, die kaum erfuellt werden kann. Und dann verstehen sie nicht, wieso sie nie einen Partner finden. Aber wie denn auch, wenn sie nichts auf sich zukommen lassen! Wenn sie keine Kompromisse finden koennen, wenn sie eine charakterlich "perfekte" Person nicht annehmen, nur, weil sie nicht die gewuenschte Haarfarbe hat oder die Nase zu krumm ist. Ich meine zwar auch nicht, dass man jeden als Partner waehlen sollte, natuerlich, Ansprueche sind wichtig. Aber gerade im koerperlichen Bereich sollte man doch auch einige Dinge lockerer betrachten koennen, und eine Beziehung nicht davon abhaengig machen (Ich weiss, ich habe mit IHM, der auch aeusserlich sehr meinem "Idealbild" nahe kommt, gut reden).
Neulich (okay, einige Tage ist es schon her), hatte ich auch mal ein kurzes Gespraech mit einem Gehbehinderten, in einer Community. Er war deprimiert, dass keiner sich fuer ihn interessiere, weil er eben unterschenkelamputiert sei. Ob das stimmt, sei mal dahin gestellt. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass viele Menschen solchen Koerperbehinderten gegenueber distanziert sind. Selbst, wenn sie mit Prothese oder Kruecken einigermassen gut laufen koennten. Und ich meine ja auch nicht, dass man Amputationen unbedingt sehr aesthetisch finden muss, aber andererseits - Muss man denn einen ganzen Menschen von der Anzahl seiner Beine abhaengig machen? Ist ein ansonsten huebscher Mensch mit gutem Charakter denn ein anderer Mensch, ob er nun eins oder zwei Beine hat? Aber ob man nun mit einem Behinderten eine Beziehung eingehen woellte, oder nicht - das ist natuerlich wieder eine individuelle Entscheidung. Da will ich niemandem irgendwelche Vorwuerfe machen oder ihm etwas einreden. Ich finde es nur schade, dass es wohl viele Behinderte gibt, die sehr deprimiert darueber sind, durch ihre Behinderung keinen Partner finden zu koennen. Denn auch ein behinderter Mensch ist auch nur ein Mensch und braucht nicht mehr oder weniger Waerme als ein nicht-Behinderter (von den individuellen Abweichungen von Person zu Person mal abgesehen).
Es wurde Abend. Um 18 Uhr sollte ein Elektriker kommen, um die Tuerklingel auf Kosten des Vermieters zu reparieren. "Natuerlich" kam er schon eine halbe Stunde zu frueh, als ich gerade badete. Ich bin natuerlich schnell heraus gerannt, habe mir etwas ueber gezogen und wollte dann an die Tuer, da war er aber auch schon weg. Und kam erst nach Anruf wieder, und dann endlich puenktlich... Danach hat er insgesamt eine gesamte Zeitstunde an der Klingel herumgefummelt! Was er da so lange gemacht hat, weiss ich nicht. Ich fand es nur ein wenig stoerend, in der Zeit nichts online unternehmen zu koennen, weil der Strom abgeschaltet werden musste. Die neue Klingel klingt uebrigens sehr "gewoehnungsbeduerftig", aber was solls. Es gibt schrecklichere Dinge... ZB dass SEIN toller Arbeitgeber mal wieder vergessen zu haben scheint, Urlaubsgeld zu ueberweisen (wie in eigentlich ALLEN Vorjahren... Dann gabs das Geld gewoehnlich zwei Monate spaeter gezahlt, Ersatz fuer die so verloren gegangenen Zinsen gab es aber natuerlich nie - gilt uebrigens nicht nur fuers Urlaubs-, sondern auch fuers Weihnachtsgeld jedes Jahr).
Abends hatte ich wieder starke Kreislaufprobleme und Bauchschmerzen. Es scheint sich bei Stress zu verschlimmern. Das begruendet auch, wieso ich besonders morgens direkt nach dem Aufstehen (bevor ich also meinen "Vater" wieder sehen und zur Uni fahren muss) und abends auf dem Nachhauseweg (bevor ich meinen "Vater" wieder sehen muss :/ ) daran leide. Draussen nieselte es. Es waren erstaunlich viele Menschen dafuer unterwegs und der Bus war voll. Was danach "zuhause" geschah, habe ich schon berichtet. Nun frage ich mich, ob ich morgen zur Uni komme. Ich MUSS! Aber es deprimiert mich dermassen, dass ich nicht die Kraft dazu habe. Allein beim Gedanken daran schon koennte ich heulen. Es erscheint mir dermassen sinnlos. Und dieser ganze Muell, bsp die Sache heute mit dem Referat wieder! Es ist das reinste Chaos, verursacht zusaetzlich immer mehr Arbeit als noetig, und es erscheint mir nicht, als haette das je ein ordendliches Ergebnis... Nur leider interessiert es meinen "Vater" nicht, dass ich das Studium abbrechen moechte. Aber das Thema hatten wir schon mehr als einmal...
cn P