Es ist bereits spaet, ich lese auch schon wieder eine Weile und beantworte eifrig einige Emails (Ich bin immernoch nicht fertig, daher entschuldige ich mich an dieser Stelle - mal wieder *re* - bei jenen, denen ich noch nicht geschrieben habe - ich gehe chronologisch vor; wer zuerst schrieb, bekommt zuerst eine Antwort), aber den heutigen Tagebucheintrag will ich auch nun, gegen 2 Uhr, nicht ausfallen lassen...
Beginnen kann man vielleicht damit, dass ich mich gestern schon um 1:30 aus dem Staub machte, weil mir das ewige Gejammer hier zu viel wurde. Ich war genau genommen wieder nah am Ausrasten, die SVV-Neigung war hoch, und mir blieb einfach nichts Anderes uebrig, als schnell diesen Ort zu verlassen, um nicht noch mehr Aggressionen anzustauen. Ehrlich gesagt frage ich mich mittlerweile auch immer wieder, wieso ich die Aggressionen, die eigentlich - zu Recht! - gegen meinen so genannten "Vater" gerichtet sind, gegen mich selbst ausuebe, nur, weil ich keinen fremden Menschen verletzen moechte. Bin ich zu weichherzig? Oder nur zu logisch - und habe einfach keine Lust, wegen Gewaltanwendung gegen einen Idioten eingesperrt zu werden?
Ich schrieb noch bis 3 Uhr ein wenig Lyrik; gestoert von Ungeziefern und der Kaelte im Raum. Am naechsten Morgen hoerte es mit dem Stress nicht auf. Um 11 Uhr wollte ich aufstehen, mein "Vater" schlief allerdings noch, wollte mich aber auch nicht einfach so gehen lassen. Es gab wieder unnoetiges Gezanke, auch ueber das Essen, was wohl niemals enden wird... (Es ist immer dasselbe: Man will mir irgendetwas vorsetzen, was ich absolut niemals essen moechte, und wenn ich meine Abneigung aeussere, rastet er aus - und versucht es am naechsten Tag wieder. Das KANN gar kein Ende haben) Generell nahm das Gejammer kein Ende. Und der Raum war noch immer voller Muecken (in meinem Zimmer fanden sich ebenfalls einige, sowie ein kleinerer Kaefer. Na toll *zyn*).
Nachdem ich endlich gehen konnte, besserte sich meine Stimmung nur kurz. Es war herbstlich draussen, der Himmel schoen, die Temperatur jedoch evtl schon ein wenig zu niedrig. ER hatte heute bekanntlich EINEN Tag Urlaub, konnte mich nun aber nicht abholen, da der Handwerker, der eigentlich bereits zwei Stunden zuvor haette kommen sollen, immernoch nicht da war. Er kam schliesslich uebrigens ueber 2,5 Stunden zu spaet. Und an der Bushaltestelle war ich wieder 20 Minuten drei Kettenrauchern ausgesetzt, die dort zum Kaffeekraenzchen sassen, erst allein BILD-"Zeitung" lasen, und dann miteinander schwatzten, natuerlich gar nicht gewillt, den Bus zu benutzen. Genau genommen sassen sie nur dort, um zu reden, alle Plaetze zu besetzen und die Luft zu verpesten. Ich habe mir uebrigens mal ausgerechnet, dass ich bei einer ueblichen Wartezeit von 20 Minuten mittags (Abends warte ich etwas weniger und meist allein ohne Rauchbelaestigung) pro Tag in einem Monat mit 30 Tagen schon 10(!) Zeitstunden passiv rauche, in einem Jahr sinds sogar ca 122 Stunden. Dazu kommen diverse andere Situationen, in denen man vollgequalmt wird, ausserdem warte ich an einigen Tagen auch mehrmals und laengere Zeiten. Und das soll der Gesundheit nicht schaden? Eigentlich ist es doch eine Zumutung.
Irgendwie geriet ich so gedanklich wieder zum Thema "Sterben" ;) Ich kann nur immer wieder betonen, dass man wohl versuchen sollte, das Beste aus der Zeit, die man hat, zu machen. Ich frage mich ausserdem haeufiger, ob ich, wenn ich wuesste, dass mein Tod (oder der Tod einer Person, die mir viel bedeutet) naht, Angst haette. Oft denke ich, das sei gar nicht moeglich, so rational, wie ich bin. Aber was, wenn der Charakter sich bis dahin wandelt? Ich koennte glatt Angst bekommen, mal vor dem Tod Angst zu bekommen - mich einer also absolut sinnlosen Handlung hinzugeben. Was werde ich wohl empfinden, wenn es mal so weit ist, dass zB ER stirbt? Ich bin mir sicher, ich werde trauern, aber werde ich es verkraften, oder wird es mich gar so eiskalt lassen, wie die bisherigen Todesfaelle in der Familie?
Einige moegen mich antipathieunfaehig nennen, aber als meine Grossmutter - die ich wirklich mochte - starb, dachte ich mir nur ganz rational, es sei "schade", dass das passiert sei, und ich haette sie vorher gerne noch einmal getroffen. Aber nun sei eben passiert, was in der Natur immer geschieht, und das sei in Ordnung so. Sie hat ein gutes Leben gehabt, und das freute mich. Mehr empfand ich in dem Moment nicht, mehr empfinde ich bis heute nicht. Soll das "herzlos" sein? Es ist ja nicht so, dass ich gleichgueltig gewesen waere, ich hatte mich nur sofort damit abgefunden, trauerte und weinte nicht.
Aber bevor es UNS trifft, werde ich - hoffentlich(? ich weiss, wenn ich dies nun schreibe, klingt das sicher missverstaendlich) - noch einige andere Abschiede erleben. Hoffentlich daher, dass ich meine, ich sei noch ein gutes Stueck juenger, als - logischerweise - beispielsweise meine "Eltern". Und da ich doch hoffe, einen Altersschwaechetod zu sterben, bin ich ganz einfach nicht frueher "dran", als sie. Wie werde ich wohl reagieren, wenn mein "Vater" nicht mehr lebt? Mich freuen? Es genauso gleichgueltig annehmen, wie bei anderen Menschen auch? Oder werde ich gar trauern, nur, weil ich bis dahin ueber 20 Jahre meines Lebens mit ihm verbringen musste? Weinen, weil all die Gewohnheit fort ist? Aber ich bin mittlerweile doch auch kaum mehr hier und ich vermisse nichts... Generell ist dieses Siechtum nicht wirklich etwas, nachdem ich mich sehnen wuerde. Das Gejammer, der Stress, die Insekten, der Dreck, der Gestank... Wieso sollte ich das vermissen? Auch, wenn ich im Jahr 122 Stunden zugequalmt werde, gaebe es keine Raucher mehr, wuerde ich sie auch nicht vermissen - Rauchgestank und staendig ascheverdreckte Kleidung.
Ich fuhr nach S., dort habe ich eigentlich nur noch am PC Bilder bearbeitet, einige neue Fotos hergestellt, Emails beantwortet, all das. Aber hinaus gegangen bin ich nicht mehr. ER hingegen war nachmittags mal einkaufen. Habe uebrigens noch einige Sachen fertig genaeht, Fotos muessen noch gemacht werden, online stelle ich sie dann demnaechst. Und es gibt, generell, so viele Dinge, die ich in diesen Ferien gerne machen wuerde, und nun ist bereits eine Woche um, und was habe ich geschafft? Auch nach dem Reisen sehne ich mich sehr, aber ohne IHN habe ich keine Lust, und ER hat keine Ferien :( So werde ich wohl doch weiter zuhause vor dem PC sitzen, zeichnen, schreiben... Morgen muss ER dann wieder arbeiten gehen *seufz* Urlaub wird es im August wohl leider nicht mehr geben. Genau genommen gab es dieses Jahr noch gar keinen. Und das Urlaubsgeld ist auch noch nicht da. Aber vielleicht ist ER ja wieder einige Tage krank... Mal sehen, was sich wegen der Mobbing-Sache machen laesst, ich bin mir sicher, die Verantwortlichen muessen mal zur Rechenschaft gezogen werden!
Abends schien der Mond wieder wunderschoen weiss... Es war kuehl, jedoch nicht unangenehm (bisauf Motten und Konsorten *re*). Zuhause stoerte ich mich jedoch wieder am offenen Fenster - auch wegen der Temperatur, schliesslich laufe ich drinnen gewoehnlich nicht mit Jacke oder Mantel herum. Muesste ich nun aber wohl, denn vorhin war es dort genauso kalt, wie draussen. Also knapp 10 Grad, wenn ueberhaupt. Und dort soll ich schlafen? Von der Universitaet habe ich uebrigens noch keine Email bekommen, was nicht bestandene Pruefungen betrifft. Aber das wird sich sicher alles noch haeufen, wahrscheinlich bekomme ich dann an einem Tag alle 4 Emails und soll dann in zwei Tagen alle 4 Klausuren nachholen. Das wuerde mich nicht wundern... (Wobei ich doch glaube, zumindest eine der Klausuren bestanden zu haben, aber wer weiss das schon, bei einem vollkommen willkuerlichen Bewertungssystem?) Wie lange ich nun noch online oder wach bleibe, weiss ich nicht. Genervt bin ich schon durch das ewige Gemecker...
cn P