6.10.08
Danach war ich noch am Einkaufszentrum. Vom Parfuemgestank an diversen Menschen an allen Ecken habe ich ziemliche Kopf- und Nasenschmerzen bekommen. Da tun mir Hunde, die all das noch staerker wahrnehmen, richtig leid. Zudem findet dort im Einkaufszentrum(!) aktuell eine mir etwas fragwuerdig erscheinende Ausstellung exotischer Tiere statt. Es ist zwar schoen, dass Leute diese Tiere so kostenlos ansehen koennen, ohne Geld fuer den Zoo zahlen zu muessen, aber ob der Laerm, das Licht, die Gerueche und die bekloppten Menschen den Tieren nicht schaden? Ich weiss nicht, wie empfindlich Leguane und Schlangen so sind, und die Terrarien sahen auch aus, als seien sie aus ziemlich dickem Glas. Ich hoffe einfach, die Zustaendigen haben sich Gedanken ueber die Tiere und nicht nur ueber den Profit gemacht. In einer grossen Voliere hatten sie jedenfalls auch Flughunde. Worauf ich aufmerksam wurde, da eine Tussi schrill "Igitt!" schrie. So schrill, wie ich es sonst noch nie gehoert habe (und darueber bin ich froh). Dabei sind das so niedliche Tiere... Alle hingen zusammen an einer Stange und schliefen scheinbar.
Ich frage mich sowieso, was an Flughunden eklig sein soll. Dann muessten kleinere Hunde und Katzen oder auch Kaninchen und Meerschweinchen, uebliche Haustiere, auch eklig sein, aber, da bin ich mir sicher, da ist die Meinung gewisser Tussis wieder eine ganz andere. Es geht doch immer nur darum, was etabliert ist. Medien schreiben vor, was schoen und was haesslich sei, was normal und was unnormal, was "gesund" und was "krank" - obwohl die Definition der biologischen oder medizinischen gern gaenzlich widerspricht. Ich finde es schlimm, dass viele Menschen nicht mal mehr ansatzweise fuer sich selbst denken, sondern bloss Meinungen, die ihnen jemand vorgeschrieben hat, nachplappern. Menschen ermessen nicht mehr mit eigenen Gedanken, was sie von etwas halten, sondern richten sich nach "Vorschriften". Wollen ja nicht als "seltsam" gelten. Ich habe mich damals, als ich noch zur Schule ging, schon darueber aufgeregt, dass Maedchen in Sexbuechern blaetterten, in denen haarklein definiert war, was einem sexuell gefaelligst zu gefallen habe und was nicht. Wenn einem etwas "Schlechtes" gefiele, sei man pervers, wenn einem etwas "Gutes" nicht gefiele, pruede. Fuer Individualitaet bleibt kein Platz. Ich HASSE dieses Denken vor Allem nicht nur deswegen, sondern weil es dem Menschen nicht gerecht wird. Es ist WUERDELOS, Menschen zu Maschinen zu deklarieren, die alle gleich funktionieren sollten, statt einzusehen und damit zu leben, dass jeder anders ist und anders empfindet. Und diese Beeinflussung haben wir mittlerweile in allen Bereichen. Es faengt dabei an, dass "Experten" Menschen vorschreiben, welche Kleidung schoen waere und welche nicht (vgl. Mode, wobei das besonders "Perverse" dabei ist, dass Mode schnellstens wechselt und das, was eben noch als "haesslich" deklariert wurde, ploetzlich "wunderschoen" sein soll), und endet dabei, dass man mittlerweile nicht einmal mehr selbst entscheiden soll, was einem schmeckt, sondern sich auch das "lehren lassen" muss. Ich meine damit nicht das Lernen einer gesunden Ernaehrung, was ich sinnvoll finde, sondern tatsaechlich den reinen Geschmack als Streitpunkt.
Heute ist mir auch wieder aufgefallen, wie uniform gekleidet viele Leute herumlaufen, die sich fuer ach wie individuell halten. Emos... Und Hello Kitty ist auch total "in". Da waere ich ja richtig "hip", haette ich meine Hello-Kitty-Sachen noch... Aber damals war ich 5 und lebte in Thailand ;) Hier befassen sich Teenager, "Fast-Erwachsene", damit... Aber jedem das, was ihm Spass macht. Jedenfalls... Es ist laecherlich, immer als ach wie individuell gelten zu wollen. Waere die Welt nicht angenehmer, wuerde jeder einfach tun und moegen, was er MOECHTE?! Egal, ob konservativ oder modern, alternativ, wie auch immer... Einfach nur mal selbst sein koennen und moegen koennen, was man von sich aus moechte. Keinen Moden folgen. Nicht der Masse hinterherrennen, aber genauso nicht immer krankhaft alternativ sein wollen. Das ist sowieso laecherlich, weil das alle "Alternativen" machen und es dadurch schon wieder "Mainstream" ist. Ich bekomme manchmal vorgeworfen, konservative Meinungen zu vertreten. Ich koennte jetzt sagen, ich sei nicht konservativ, sondern nur alternativ-alternativ, indem ich alternativ dem gegenueber bin, was "Alternative", die doch alle gleich sind, vertreten... Aber das ist mir egal. Ich bin ich, ich tue, was ich moechte, egal, wie andere es beurteilen. Und als ich 16 oder 17 war, schrieb mir mal jemand, spaetestens nach der Schule seien die Menschen reif genug, um nicht mehr Moden zu folgen, sondern sie selbst zu sehen. Dem habe ich damals schon widersprochen. Nun aber, wo ich schon 2 Jahre aus der Schule draussen bin und sehe, dass die Leute meist genauso unreif sind, wie vorher, kann ich es sicher widerlegen.
cn P

