Aktuelles und Erinnerungen
Stimmung: Erstaunlich optimistisch, trotz Augenschmerzen.
Musik: Leaves' Eyes.
Um 10 stand ich auf, ich fuehlte mich krank, mein Vater ging mir auf die Nerven. Den gesamten Tag ist mein rechtes Augenlid extrem geschwollen, tut weh, die Wunde naesst, aber wenn ich bedenke, dass auch mein Auge haette verletzt werden koennen, habe ich wohl noch Glueck gehabt. Auch diese Wunde wird noch irgendwann heilen, und wenns jetzt auch noch so brennt... Wieso sollte es das Ende sein? Ich hatte Kopfschmerzen und mein Vater machte nur Aerger. Meine Allergie merkte ich leider auch sehr stark. ER war sehr spaet dran, so wartete ich, bis ich erst um 11 Uhr die Wohnung verlassen konnte. Post kam heute keine, was schon sehr merkwuerdig ist. Es waren viele Deppen unterwegs, am stoerendsten ist aber immernoch das Auge... Der Busfahrer stellte sich bloed an, es war heiss, Insekten stoerten ebenfalls, dann kamen WIR zuhause an und ich sass lange am PC... Doeste ab und zu wenig, und irgendwie verging der Tag. Nachmittags ging ER alleine einkaufen. Das Mittagessen hatten wir bestellt - Wie zu viel, aber so bleibt wenigstens etwas zu Aufwaermen fuer den morgigen Tag. Bei Backkartoffeln und Aehnlichem kann man das ruhig machen. Ich werds schon ueberleben. Online waren einige Deppen unterwegs, manchmal wundert mich die menschliche Dummheit tatsaechlich noch. Wegen der Banksache hat sich noch nichts ergeben, was mich absolut nervt... Es wurde Abend. Ich hatte heute wenigstens halbwegs meine Ruhe gehabt, ich werde noch einige Tage brauchen und dann hoffentlich mit mehr Kraft mit dem Lernen fuers Abitur beginnen koennen. Ich hasse Stress ueber alles. Dummerweise kann man sich davor nie verstecken. Im Moment habe ich auch wieder Kopfschmerzen, Augenschmerzen sowieso :((
Ich war muede und torkelte vor mich hin. Es war schlimmer, als waere ich betrunken gewesen, aber so ist das immer, wenn ich uebermuedet bin. Es war muehsam, zur Bushaltestelle zu kommen, WIR waren auch spaet dran, aber das machte nichts. Insekten nervten, es war kuehl, der Bus kam immerhin puenktlich, war aber leider voll mit Deppen. Dann der Lauf nach Hause... Man hat es irgendwie ueberstanden. Da nervte mein Vater aber dummerweise wieder und es dauerte, bis ich online konnte. Eigentlich bin ich muede, aber ich habe so viel zutun und ich moechte auch so viel tun! So viele Dinge sind ueberfaellig. Dennoch habe ich zuerst in eine Community geschaut... So viele Idioten auf einem Fleck... Dann wenige Emails beantwortet, aber da komme ich nicht weiter, weil der Account spinnt :/ So ein Dreck... Hier im Tagebuch gehts so weiter. Eigentlich muesste ich auch mehr schreiben. Ich habe uebrigens auch wieder sehr viele kuenstlerische Ideen... Es ist deprimierend, dass ich viele nie in die Tat werde umsetzen koennen, weil mir die Zeit fehlt :(( Zeichnungen, Fotos, Bildbearbeitungen... Ach... Und heute Nachmittag musste ich irgendwie wieder an meine verstorbene Grossmutter denken. Oder, um ehrlich zu sein, mehr an ihr Haus. Sie lebte im Untergeschoss eines Einfamilienhauses, das Obergeschoss war vermietet. Rechts vom langen Flur fand sich zuerst ein separates Klo, dann kam die Treppe zum Obergeschoss, dann die in den Keller, der auch auf eine Terasse fuehrte, die hinter dem Haus lag, wo massenhaft Wildblumen bluehten, was wunderschoen war, bis diese ganze Wiese zerstoert wurde, betoniert fuer einige Parkplaetze :( Als Kind habe ich ziemlich darunter gelitten und auch heute stoert es mich noch. Die uralten Baeume, die Wiese - Alles plattgemacht fuer dumme Parkplaetze! Der Mensch ist doch schrecklich.
Auf der linken Seite befand sich zuerst das Wohnzimmer. Eingerichtet mit einer alten Couch, einem Fernseher auf einem Tischchen, einem Sessel, einer nussbaumfarbenen Schrankwand. Auf den zwei Fensterbrettern standen Seidenblumen in kleinen, schwarzen Vasen. Es ist gut 10 Jahre her, dass ich das letzte Mal dort war und ich werde nie mehr dorthin kommen, denn meine Grossmutter ist verstorben und in dem Haus lebt laengst eine andere Familie. Und dennoch sehe ich alles noch voller Details vor mir, spuere noch den kalten Linolfussboden des Flures unter meinen zarte, bunte Baumwollsoeckchen tragenden Fuessen. Ich bin 9 Jahre alt, trage das Haar offen und habe ein hellgelbes Poloshirt an und eine graue Jeans. Ich blicke hinein in das Wohnzimmer, meine Grossmutter sitzt auf dem Sofa und isst Pralinen. Vor Kurzem war ihr Geburtstag. Sie ist nun schon 90 Jahre alt. Sie ist ziemlich senil, manchmal aggressiv, manchmal aber auch ruehrend nett. Sie sieht mich an, gibt mir eine Praline. Ich solle meinen Vater rufen. Ich nehme die Praline, stecke sie mir schnell in den Mund und gehe hinueber zur Kueche, wo mein Vater am Fenster steht und raucht. Die Fensterlaeden sind halb offen und dunkelgruen. Rechts in der Ecke befindet sich die Dusche, in der anderen Ecke ein Esstisch mit drei Stuehlen, eine Anrichte, ein Regal an der Wand. Auf der anderen Seite stehen die ganzen Kuechengeraetschaften: Ofen, Spuele, Kuehlschrank, Muelleimer daneben auf dem Boden, dann noch Anrichten... Das letzte Zimmer, das ich noch nicht beschrieben habe, ist das Schlafzimmer. Ich verbinde damit einige Erinnerungen, ich habe dort oft abends beim Nachttischlampenlicht gelesen. An der rechten Wand befindet sich das Doppelbett, in dem noch mein Grossvater geschlafen hatte, der nun schon seit vielen Jahren tot war. Alles hatte einen altertuemlichen Charme. Die grosse Lampe an der Decke liess sich mit dem Ziehen an einer Schnur, die direkt am Kopfende des Bettes hinunter ragte, an- und ausschalten. Links neben der Tuer in den Raum hinein war aber auch noch ein Lichtschalter. Links neben dem Eingang befand sich ein weisser Schrank im Barockstil, mit Goldapplikationen. Ich habe ihn als Kind sehr bewundert. Im Zimmer befanden sich an der anderen Ecke ausserdem andere Schraenkchen, viel Bettzeug, das Bett hatte auch einen Kasten, in dem unter Anderem dicke Wolldecken lagen. Ueber dem Bett hingen zwei Bilder mit Jagdszenen. Hunde, die Enten apportierten. Die weissen Gardinen waren schon leicht vergilbt und das Licht schien seltsam, so leicht, dort hindurch... Teppichboden, wie auch im Wohnzimmer, nur ein anderes Muster. Neben dem Haus stand eine Biotonne, ekelhaft. Auf der anderen Seite war ein kleiner Platz fuer das Auto der Besitzer des oberen Stockwerks. Bei ihnen war ich auch schon einmal in den Raeumen, als meine Grossmutter ihre Blumen pflegen sollte, waehrend sie im Urlaub waren. Ich erinnere mich an sehr dunkle Holzmoebel, ein Harmonium, das ich jeden Morgen hoerte, was mir nicht missfiel, etliche Pflanzen... Alles sah so anders aus. Sehr teuer, edel, schoen. Ich fand es fast schon schade, dass ich diese Wohnung nur wenige Male betreten konnte. Soweit dazu. Ich denke, das reicht erst einmal.
cn P

