Der Tod der Kunst
Realitaet und Traum verschwimmen immer zu einem Brei, in jenem Traum besonders. Ein Wunschtraum muss es nicht unbedingt sein. Ich wollte nie ein Star sein, das muss ich ehrlich sagen... Dieser ganze Rummel, das Trara, tausende kleiner, kreischender Kinder, die mich ach wie toll finden, dabei aber... Nicht wirklich an der Musik interessiert sind, sondern nur an meiner Kleidung oder was weiss ich. Nee danke. Auf Beruehmtheit lege ich keinen Wert, dazu bin ich eigentlich zu introvertiert. Wenn ueberhaupt, dann moechte ich nur kuenstlerisch Arbeiten, um mein Geld mit etwas zu verdienen, was ich wirklich liebe. Um Spass an der Arbeit zu haben, und das sind eben Lyrik, Fotografie, Graphik und Gesang. Mehr als jeder andere Beruf wuerde mir ein kuenstlerischer gefallen, doch verdient man damit leider nicht genug Geld... So wird es wohl ein daemlicher Buerojob werden. Ich hoffe, ein ertraeglicher... Ich wollte, im Gegensatz zu den ganzen anderen tollen Girlies, nie Popstar werden, Rockstar auch nicht, genau genommen gar kein Star. Ich sehe es immer wieder, wie die Medien die Musik und die Kuenstler soweit zerreissen, dass einem der gesamte Spass an der Arbeit verschwinden koennte, und das waere ziemlich schade. Woellte ich irgendwann Musik machen... Gern, aber nur, wenn dann nicht taeglich kleine Kinder vor meiner Haustuer stehen und mich um Autogramme anbetteln... Aber es wird ohnehin nicht geschehen. Selbst wenn ich musikalisch aktiver werden sollte, ich bin weder 1,80 gross, noch bin ich blond oder laufe vor Publikum halb nackt herum... Ich habe also Null Prozent Chance, in die Charts zu kommen, zwischen den ganzen hirn- und stimmlosen Hupfdohlen mit ihrer Wespentaille und den knappsten Kleidern. Musik zaehlt im heutigen Musikgeschaeft ja leider gar nicht mehr. Nur noch Schein, bloeder Schein, und nackte Haut.
cn P

