Menschen beschraenken (sich selbst)
Ich benutze bewusst "anders" oder "unnormal" in Anfuehrungszeichen als Bezeichnung dessen, was von der "Norm" (= Masse, da die die Normen definiert) abweicht, nicht "besser" oder "schlechter". Ich finde die Haltung, andere Menschen wegen ihres Seins als besser oder schlechter zu bezeichnen, ueberheblich. Ueber Handlungen kann man es sicher sagen: "Jemand kann besser malen, als ein anderer". Oder "besser kochen" oder meinentwegen auch "besser singen". Ein Mensch kann auch moralischer handeln als ein anderer. Aber trotzdem kann man schlecht sagen, ein Mensch sei mehr Wert als der andere. Da, wo dies durch die Masse propagiert wird, wird gern geschrieen, das sei intolerant und unterdrueckend. Schlimm, dass es auch in Minderheiten genauso geschieht und die gar nicht merken, dass sie genauso schlimm sind, wie die, die sie angeblich unterdruecken! Was ich da schon alles erleben musste: Homosexuelle, die Heterosexuelle abwerten, Bisexuelle, die Homosexuelle als "pervers" bezeichnen, Kranke, die meinen, sie seien nicht krank (dabei ist das nichts Negatives sondern bezeichnet doch erst einmal nur eine Abweichung vom Norm-Organismus, die dafuer sorgt, dass dieser anders funktioniert, als ein "normaler", EVTL auch Defizite hat), sondern besser, als die Gesunden (was man da nicht, je nach Krankheit liest, bis hin zu groessenwahnsinnigen Aeusserungen wie, dass man nicht krank, sondern - Zitat - die "nächsthöhere Evolutionsstufe" und damit viel besser als alle anderen sei) - alle handeln sie genauso fanatisch, wie die, die angeblich so intolerant und schlimm sind, und erheben sich selbst zu Goettern, waehrend alles FREMDE, ANDERE als minderwertig bezeichnet wird. Und immer schoen mit anderem Masz messen. Dieses Verhalten ist meiner Meinung nach unmenschlich (im Sinne von schlimm und unsozial, denn menschlich scheint es ja leider zu sein). "Krank" kann man es daher nicht nennen, weil es scheinbar die Norm ist... also normal. Trotzdem schlecht.
Was kann man also dagegen tun? Lamentieren allein nuetzt ja gewoehnlich nichts. Und Gewalt bringt sowieso nichts, man kann Menschen nur zum Denken ANREGEN, wenn sie denken WOLLEN. Da liegt wohl das Problem ;) Wer blind durchs Leben laeuft, weil er es will, wird die Augen nicht oeffnen. Also gibt es hier wohl doch nichts, ausser immer wieder hinzuweisen und Informationen/Denkanregungen auszustreuen, damit die, die WOLLEN, sie aufnehmen und bedenken. Man kann schreiben, seine Sicht offen legen, Argumente pro und contra eine Meinung auflisten, mehr nicht. Und man sollte auf Missstaende hinweisen. Sollte Meinungen aeussern (duerfen). Und nicht zuletzt moeglichst wirkliche Probleme angehen, statt sich an Nichtigkeiten aufzuhalten (wo wir wieder bei "herstory" waeren; aber es soll ja auch Menschen geben, die haben etwas dagegen, als "blond" bezeichnet zu werden, obwohl sie blond sind, weil das "so ein haessliches" Wort sei...). Nicht wahr haben und akzeptieren wollen, wer sie sind (nicht einmal verbal, physisch schon mal gar nicht - wie viele Leute haben Komplexe, wenn sie sich im Spiegel sehen und haben Angst, vor anderen Menschen - sei es auch nur der Hausarzt oder sogar der eigene Partner - nicht voll bekleidet zu sein?!). Obwohl es nur um Worte geht. Nicht einmal um Vorurteile. Erinnert mich irgendwie an meine fruehere Geschichtslehrerin vor einigen Jahren. Es ging einmal, aus welchem Grund auch immer, um jemand Homosexuellen, und die Frau meinte, man sollte nicht "schwul" sagen, weil das Wort so negativ klingen wuerde, wegen dem "u" darin, genauso wie Woerter mit "un", denn das sei eine negative Vorsilbe. Da hat sie Recht: Wo nicht ueberall "un"s drin vorkommen! Untergang, Ungeheuer, Unfall... und Unterricht :P Ich weiss nicht, ob ich es lieber nicht haette aussprechen sollen. Aber wirklich leiden konnte sie mich ja sowieso nie.
Wo wir schon mal wieder bei SchwUlen und der gender-Frage sind... (Ja, das Thema wieder! Wer mittlerweile gelangweilt ist, moege die naechsten (Ab)Saetze einfach ueberspringen ;) ) Neulich las ich einige erschreckende Zeitungsartikel ueber einen Geistlichen namens "Peter Mullen". Er forderte online auf seiner Homepage, dass man Homosexuellen auf die Wange und auf das Gesaess "Sodomie toetet!" zwangstaetowieren solle. Die darauf folgende Entruestung konnte er nicht nachvollziehen und behauptete dann, es habe sich bei der Aussage doch bloss um einen "Scherz" gehandelt. Nun sollte man meinen, wer ein abgeschlossenes Studium hat (wenn auch nur der Theologie :P), sollte ein wenig Bildung haben und auch die Reife, zu wissen, was sich nicht als Scherz eignet... Waehrenddessen untersuchen Soziologen erstmalig das Phaenomen der "schwulen Maedchen" - Frauen, die sich von "sich schwul verhaltenden Maennern" angezogen fuehlten. Darin sehe ich nur zwei Schwierigkeiten... 1. sind die etlichen Jungen/Maenner, die sich Pornografie von miteinander taetigen Frauen ansehen (die nicht zwangslaeufig lesbisch sein muessen), jetzt alle "lesbische Jungen"? 2. Wer definiert "schwules Verhalten"?! Das sind wieder nur Vorurteile - grausig! Eine naechste Schwierigkeit der offiziellen Definition: Genauso koennten "schwule Maedchen" auch ihres eigenen Geschlechtes unsicher sein (genderqueer) oder sich gar als maennlich empfinden, also transsexuell sein. Nur, wieso sind das dann noch "schwule MAEDCHEN"? Das sind dann doch schon "schwule Ungeschlechtliche/Intersexuelle/Pansexuelle/Maenner"? Oder darf man Frauen, die sich als Mann empfinden, ihren Koerper aber nicht operativ umwandeln wollen, verbieten, sich als Mann zu sehen, nur, weil sie nicht an sich schnipseln lassen wollen?! Waehrend die, die an sich schnipseln lassen, sogar juristisch erzwingen koennen, dass sie fortan als Mann behandelt werden.
Unsere Gesellschaft sollte bestenfalls ganz davon abkommen, dass alles nach den Geschlechtsorganen, die man besitzt, gehen muss, wenn man es nicht so will. Wenn sie es schon erlaubt, dass man sein Geburtsgeschlecht rechtlich aufgeben kann, dann bitte aber auch komplett frei, ohne Operationszwang! Dann moechte ich aber auch eine Alternative zu Mann/Frau, naemlich etwas, was beides oder nichts bezeichnet. Ich persoenlich wuerde mich fuer eine der Alternativoptionen entscheiden. Schon als Kind habe ich auf alle Fragen, die eine fuer mich unsinnige Unterscheidung erforderten, negativ reagiert: Ob "Fuehlst du dich deutsch oder asiatisch?" oder "Wuerdest du lieber ein Maedchen oder ein Junge sein?" - Meine Antwort war, das habe ich als Kind schon stur gesagt, "Ich bin ein MENSCH und mehr will ich nicht sein!" (auch, wenn es pathetisch klingt, genau das habe ich auch mit 7 Jahren schon gesagt und bin bis heute der Meinung). Ich bin damit immer auf Unverstaendnis getroffen. Man muesse sich doch entscheiden. Verstehe ich nicht. Wieso muss man sich bsp. ueberhaupt einer Nationalitaet zugehoerig fuehlen? Mir ist es egal, was fuer einen Pass jemand hat. Ich kann auch gern meinem Ausweis gemaess sagen "Ich bin Deutsche". Ja, ich BIN deutsch - aber ich FUEHLE mich nicht deutsch, nicht asiatisch, nicht sonstwo zugehoerig, sondern einfach nur als Mensch! Denn ich lehne es ab, in Klischees zu denken, da der Begriff "deutsches (alternativ auch "tuerkisches", "asiatisches", "afrikanisches", etc) Denken" suggeriert, ein Volk wuerde bestimmte Eigenschaften haben. Es werden wieder Normen definiert, Vorurteile kreiert. Dabei sind alle Menschen anders und denken anders. Egal, woher sie kommen. Es gibt kein "deutsches Gefuehl". Ausser vielleicht, man ist patriotisch und redet es sich ein. Davon halte ich fuer mich persoenlich nichts, ich will mich nicht beschraenken, indem ich mir einrede, ich koenne nur auf eine bestimmte Art und Weise sein, da ich einem bestimmten Volk angehoere, und anders koenne/duerfe es nicht sein. Ich bin ich. Ich bin einer von Milliarden von unterschiedlichen Menschen. Punkt.
cn P


Und zwar gebahr eine Frau maennliche Zwillinge und bei der in den USA ueblichen Beschneidung im Alter von paar Wochen (die Amis machen das, weil das angeblich viel unkomplizierter und sauberer sei; Sauberkeit hin oder her, ich finds trotzdem abartig, Babies ohne ihren Willen zu kennen "aus Sauberkeitsgruenden" und ohne medizinische Gruende zu verstuemmeln) wurde dem einen Jungen versehentlich nicht nur die Vorhaut, sondern gleich alles abgeschnitten O_O
Da mischte sich der "Wissenschaftler" John Money ein, der in dem Fall ein gefundenes Fressen fuer seine These "Geschlechter sind bloss anerzogen und koennen durch Erziehung beliebig angepasst werden" sah. Er schlug vor, dem verstuemmelten Jungen auch noch den Rest seiner Geschlechtsorgane zu entfernen und ihn dann von den Eltern als Maedchen erziehen zu lassen. Weibliche Hormone sollte er auch bekommen und spaeter auch noch kuenstliche weibliche Geschlechtsorgane. Und diese Eltern haben es, aus welchen Gruenden auch immer, mitgemacht...
Und obwohl das Kind in der Pubertaet begann, sich eben nicht mehr als Maedchen wohlzufuehlen und sich als Erwachsener zum Mann umwandeln liess, haben weder Dr. Money noch andere Anhaenger seiner Thesen (u.a. auch Alice Schwarzer...) diese je in Frage gestellt, geschweige denn als revidiert gesehen. Das Kind, das als Erwachsener unter dem Namen David Reimer lebte, hat sich relativ frueh das Leben genommen, weil er nicht mehr ertragen konnte, dass man an ihm Experimente durchgefuehrt hat. Sein Zwilling ist uebrigens auch depressiv geworden und hat sich ebenfalls das Leben genommen.
Nun schliesse ich daraus weder, dass das Geschlechtsempfinden physisch angeboren ist, noch, dass es das nicht ist. Aber ich finde es einfach nur schlimm, wie man Menschen so fuer Experimente, bzw die angebliche Bestaetigung der eigenen Meinung, missbrauchen kann - indem man sie ohne ihr Wissen, gegen ihr Willen, verstuemmelt. Wo wir wieder bei den Hermaphroditen waeren, die ihr Geschlecht zumindest hier in Deutschland auch nicht behalten duerfen, selbst, wenn sie es woellten.
Nur in den USA (und einigen anderen Laedern) darf man mittlerweile wohl auch als "geschlechtlich unbestimmt" oder "intersexuell" leben, ganz offiziell. Eine Sache (vielleicht die einzige ;) ), die ich an den USA mal ganz gut finde.
das würde ich auch so sagen - ich denke in der kindheit wird sich eh im laufe der zeit herausstellen, in welche "richtung" das wesen des kindes eher geht...zumindest sollte man so lange mit einer operation warten, bis das kind selbst wählt ob es männlich oder weiblich sein möchte. am besten wäre es natürlich noch, wenn es "es" bleiben könnte, wenn ihm danach ist...aber in der heutigen "gesellschaft" scheint so ein gedanke ja eher unmöglich...