Forum Esoterik & Geistiges Heilen

01.09.2008 um 16:15 Uhr

Die Illusion des freien Willens - Hintergrund, Sinn und Zweck

Hirnforschung - Freier WilleDie moderne Hirnforschung (u.a. W. Singer, F. Wuketits, W. Prinz, G. Roth, M. Spitzer) kommt durch ihre Forschungen zum Ergebnis, dass unser freier Wille eine Illusion ist.
Kern dieser Betrachtung ist, dass bestimmte Gehirnareale bereits vor einer zufällig ausgeführten Tat aktiv werden: Der amerikanische Physiologe
Benjamin Libet bat Versuchspersonen, spontan einen Entschluss zu fassen - zum Beispiel einen Finger oder die ganze Hand zu bewegen. Den Moment der Entscheidung sollten sie durch Tastendruck mit einer Uhr festhalten, gleichzeitig wurde ihre Hirnaktivität gemessen. Der bewusste Entschluss trat wie erwartet zwei Zehntelsekunden vor der Tat auf. Überraschend war jedoch, dass noch einmal drei Zehntelsekunden früher das Gehirn bereits ein Bereitschaftspotential aufbaute.
Man schloss daraus, dass das Gehirn den Entschluss traf, bevor das Bewusstsein davon etwas ahnte. Als die Versuchsperson sich zu einer Handlung entschloss, waren im Gehirn die Weichen längst gestellt.

Wenn also nicht das Ich entscheidet - wer dann?

Geist und Bewusstsein unterliegen physiologischen, chemischen und physikalischen Gesetzmässigkeiten. Alles beruht auf neuronalen Aktivitäten - zumindest nach Ansicht der Hirnforschung. Wollen, Denken und Verhalten werden von limbischen Gehirnsystemen gesteuert, die grundsätzlich unbewusst arbeiten und die dem bewussten Ich kaum zugänglich sind.

"Die Idee eines freien menschlichen Willens ist mit wissenschaftlichen Überlegungen prinzipiell nicht zu vereinbaren", so Wolfgang Prinz. Die Vorstellung der Willensfreiheit ist lediglich ein soziales Konstrukt; tatsächlich werde das individuelle Verhalten unbewusst determiniert (vorbestimmt): "Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun". Was scheinbar als freie Willensentscheidung daherkommt, ist nichts anderes als das nachträgliche Ratifizieren einer Entscheidung, die das Gehirn in der gegebenen Situation schon längst getroffen hat.

Die Entscheidung, welchen Finger man bewegen will, mag noch dem Zufall unterliegen -so Kritiker- und dürfte für unser tägliches Leben eher von untergeordneter Bedeutung sein.
Doch wie sieht es -etwas lebensnaher- mit dem freien Willen bei täglichen Entscheidungen aus? Entscheiden wir -wenn überhaupt- wirklich, oder hängen wir nun an den Marionettenfäden unserer Leidenschaften?

Ist das morgendliche Zähneputzen freier Wille, eine Angewohnheit, oder geschieht es aus Angst vor Karies? Die Auswahl der Kleidung - Ausdruck des Selbst (natürlich völlig unbeeinflusst von aktuellen modischen Trends) oder eine Anpassung an die Vorschriften im Büro - warum überhaupt bekleiden? Das Frühstück: frei gewählt oder durch den Geldbeutel beeinflusst? Der Ärger auf der Fahrt ins Büro bei zu viel Verkehr - freier Wille sich zu ärgern, inneres Ungleichgewicht oder Angst vor Bestrafung beim Zuspätkommen? Ist es der freie Wille eines Depressiven, traurig zu sein? Eines Cholerikers, wütend zu sein? Kann er, der Choleriker, jederzeit und auf "Knopfdruck" ruhig, entspannt und ausgeglichen sein? Der Traurige auf Wünsch glücklich?
Kann man bspw. einem Kampfhund begegnen, ohne sich die Bilder, die durch den Medien ins Kollektiv "geimpft" wurden, bewusst zu machen?

Beispiele dieser Art ließen sich beliebig fortführen und bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass wir mehr an den Fäden unserer eigenen Wünsche, Leidenschaften und Emotionen hängen, als uns bewusst ist. Unser vermeintlicher freier Wille im Alltag also von Hunderten von Faktoren bestimmt wird, die wir nicht bewusst kontrollieren, geschweige denn, derer wir uns bewusst sind.
Der Mensch ist ein Herden- und Triebtier, der mehr von seinen eigenen Leidenschaften gesteuert wird, als im lieb ist. Aber auch der Einfluss des Kollektivs, die Summe aller Menschen mit ihren Wünschen, Ängsten, Emotionen wirkt sich auf den einzelnen aus. Die einzelnen Wirkmechanismen der morphogenetischen Felder - manche würden von Astral- und Mentalschichten oder von Psychologie der Massen sprechen - an dieser Stelle tiefer zu erläutern, würde zu weit führen. Vielmehr geht es darum, den Ursprung der Gedanken zu erläutern, was es mit dem vermeintlich freien Willen auf sich hat.


Woher kommen die Gedanken?


Die Erde schwingt bei knapp 8 Hertz nach Schumann, also dem unteren Spektrum des
elektromagnetischen Wellenbereiches. Dies entspricht hinsichtlich der Gehirnfrequenz des Menschen dem Alpha-Bereich, also der Grenze zwischen Schlafen und Wachen. Wer sich bewusst konzentriert, aktiviert beispielsweise die Beta-Wellen (13-21 Hertz), beim Wachträumen sind vor allem Alpha-Wellen vorhanden (8-12 Hertz), bei innerer Unruhe Theta-Wellen (4-7 Hertz) und im Tiefschlaf Delta-Wellen (1-3 Hertz).

Was haben nun Hirnforschung und Gehirnfrequenz gemein? Die Forschung besagt, dass wir nicht wirklich denken, die Schwingungslehre, dass wir fast schlafen.
Dies gedeutet, dass unser menschliches Bewusstsein zur Zeit gerade so wach ist, um sich seiner bewusst zu sein, aber lange noch nicht als erwacht bezeichnet werden könnte.

Ja, alles was wir zu sehen und wahrzunehmen glauben ist ein Traum.

Um dies zu vergegenwärtigen, muss man sich die Forschungen der Quantenphysik ansehen. In der Welt der kleinsten Teilchen verhält es sich nicht immer so, wie einst Newton meinte. Das in der Welt der
Esoterik wohl bekannteste Phänomen ist, dass das sich winzige Photonen (Lichtteilchen) durch Beobachtung anders verhalten, als wenn man sie nicht beobachtet. In der Praxis reichen die Erkenntnisse der Quantenphysik aber bei 99,9% der Menschen aber nicht einmal dazu aus, auch nur ein winziges Staubkorn zu verändern oder schweben zu lassen.
Betrachtet man die Ergebnisse der Quantenphysik aber noch ein wenig tiefer, so stellt man fest, dass sich zwischen den einzelnen Teilchen und Wellenüberlagerungen quasi unendlicher Raum befindet, das große Nichts.

Wir befinden uns also in einem großen Nichts - und dennoch sehen wir die Welt mit unseren eigenen Augen und fühlen dies vermeintlich auch.

Sinn und Zweck werden deutlicher, betrachtet man die Photonen-Versuche des Physikers John Wheeler (Zitat): "Die Natur arbeitet auf der Quantenebene nicht wie eine Maschine unaufhaltsam auf etwas Bestimmtes hin. Welche Antwort wir erhalten, hängt immer davon ab, welche Frage wir stellen und wie wir das Experiment arrangieren, (...)."
Auf der Ebene und Argumentationskette der Quantenforschung müsste man nun zum Ergebnis gelangen, dass der Mensch somit immer auch einen Einfluss auf das Ergebnis ausübt.

Aber - vergegenwärtigen wir uns den Ausgangspunkt: Schon bevor wir eine Entscheidung treffen, werden im Gehirn die entsprechenden Areale aktiv! Nach Argumentation der Quantenforschung müsste hier also ein weiterer Faktor vorhanden sein, der uns beobachtet, beeinflusst oder gar lenkt - wie sonst wäre die "Präkognition" des Gehirns sonst zu erklären? Auch die Forschungen von
Bruce Lipton hinsichtlich der "Antennen-Funktion" der DNA bestätigen die Hirnforschung, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel heraus.

Lassen wir an dieser Stelle den lieben Gott mal außen vor und gehen einfach davon aus, dass jeder Mensch eine Seele hat - was den meisten geläufig sein dürfte. Diese Seele hat sich (vlg. Erkenntnisse der Reinkarnationsforschung) das Leben, welches wir zu leben meinen, ausgesucht und ist nach verbreiteter esoterischer Meinung hier auf der Erde inkarniert.
Wie diese Inkarnation in der Praxis geschieht oder was eine Seele eigentlich ist, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Gehen wir der Einfachheithalber davon aus, dass die Seele sich selbst erfahren und lernen möchte. Und genau dieser Teil der Erfahrung sind WIR. Alles, was wir meinen wahrzunehmen ist eine Projektion unserer Seele, die durch uns "sieht" und sich gewisser Entscheidungen bewusst wird. Da die Seele sich in einem zeitlosen Bewusstseinszustand "befindet", erlebt sie alles gleichzeitig. Dies ist für die Findung von Erkenntnissen nicht immer optimal, weswegen sie sich auf eine lineare Zeitebene begibt, auf der sich alles -aus unserer Sicht- recht langsam abspielt.
Um es vereinfacht auszudrücken: Die Seele entschließt sich, bestimmte Punkte in einem Leben zu erfahren, entwickelt also eine Art Lebensplan. Dann begibt sie sich (bildlich gesprochen) ins Kino "Sonnensystem" und legt den Film für ihr Leben in den Projektor "Erde" ein. Nun "inkarniert" sie einen Teil von sich auf einen der Sitzplätze und schaut sich -quasi als Mensch, der nicht bemerkt, dass er im Kino sitzt- den bereits abgedrehten Film auf der Leinwand an. Da die Seele mehr oder minder weiß, was Sie tut, weiß sie auch zum Zeitpunkt der Inkarnation, was genau im Kino gezeigt werden soll. Damit das Ganze aber einen Sinn macht, gibt es den großen Schleier des Vergessens, der sich über das Bewusstsein legt, bevor der Film beginnt. Die Seele (nicht ich, oder Sie, als geneigter Leser) beobachtet sich nun selbst, wie sie in dem vorgefertigen Film selbst reagiert. Wie sie -als Mensch- Entscheidungen trifft und wie sie auf Probleme reagiert, wie ihr Geist funktioniert. Wir erleben uns als uns selbst im Kino - derzeit z.B. einen Artikel auf einer Internetseite lesend. Wir meinen nur, dass das wir gerade lesen - in Wahrheit lesen wir nicht wirklich sondern es ist unsere Seele die "zusieht", was mit ihrem Geist geschieht, wenn Sie darüber nachdenkt, was wäre und mit ihr geschieht, wenn Sie einen Artikel auf einer Webseite lesen würde.
Zugegeben - ziemlich verwirrend.
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es bei der Kinovorstellung noch gewisse "Störfaktoren" gibt, die den Lernplan der Seele beeinflussen. Vereinfacht und bildlich gesprochen ist es ein multidimensionales Kino, bei dem knapp 7.000.000.000 Vorstellungen gleichzeitig auf einer Leinwand ablaufen, die sich gegenseitig beeinflussen und in Wechselwirkung stehen - erdrelevante (
vgl.), galaktische, morphogenetische Felder, usw. Interaktionen noch nicht mitgerechnet.
Dies genannten Gründe erklären zum einen die Möglichkeiten einer seriösen Zukunftsschau (also keine Abfrage des Unterbewusstseins des Gegenübers), zum anderen, warum die Zukunft eben auch nicht zu 100% festgeschrieben ist und wir unseren vorbestimmten Weg teilweise auch ein wenig verlassen können. Unser Ego ist es, dass uns permanent "einflüstert", den Weg zu verlassen und ihm zu huldigen - denn es würde sich gerne mit Gott gleich setzen, einer sehr antichristlichen Idee.

Für unser tägliches Leben mag diese Erkenntnis keine oder auch eine riesen Bedeutung haben - je nach Blickwinkel.
Manche werden vermutlich weiterhin denken, das wir die Entscheidungen treffen und sich selbst für wahnsinnig (im wahrsten Sinne des Wortes) wichtig oder etwas ganz besonderes halten. Sie werden sich vermutlich auch weiterhin mit ihrem Nachbar streiten und an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht geschieht tatsächlich etwas durch die Schwinungserhöhung der Erde und das Gehirn hat die Möglichkeit auf 13-40 Hertz getaktet zu werden, glaubt man
Frank Bludorf. Zwar werden wir dadurch immer noch im Kino sitzen, doch vielleicht werden wir uns als Kollektiv etwas bewusster, warum wir eigentlich hier sind und was Sinn und Zweck der ganzen Traum-Vorstellung ist - eben etwas weniger egoistisch, dafür mehr altruistisch ausgerichtet. Das dieser Weg nicht einfach ist und mit vielen Tränen verbunden ist, mag vorweg genommen sein.

Der geneigte Leser mag sich die Frage stellen, was Final nun relevanter ist? Dem Ego der Traumfigur zu huldigen und ein Schloss auf Sand zu bauen (wobei weder Sand noch Schloss wirklich existieren), oder sich der Führung des Heiligen Geistes,der eigenen Seele (die übrigens auch ein Ego besitzt, wenn auch nach anderen menschlichen Maßstäben begriffen), dem geistigen Führer/Schutzengel, oder wem auch immer anzuvertrauen. Das hierbei weise und überlegt gehandelt werden sollte, dürfte klar sein. Wir übernehmen keine Haftung für einen evtl. Irrglauben - nicht das jemand auf die Idee käme, Gott habe ihm befohlen, in den heiligen Krieg zu ziehen und zu töten oder er vertraut sein Seelenheil seiner Wunschvorstellung eines Erzengels an und landet in der Psychiatrie. Im Grunde sind die beiden Möglichkeiten Egoismus und Altruismus die Einzigen, die wirklich von Bedeutung sind. Ob selbige nun wiederum dem eigenen freien Willen entsprechen, ist eine andere Frage. Bedenkt man aber, dass wir den Willen unser Seele (meistens) leben, so ist unser Wille (als menschliches Ego) in gewisser Weise dann auch tatsächlich unser Wille (als Seelenbewusstsein), denn auch die Trennung ist eine Illusion.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierendkoha schreibt am 09.09.2008 um 10:07 Uhr:sehr interessanter beitrag...
    vielen dank.
    lg glenn

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