Frauen Bewegen Frauen

05.06.2015 um 10:06 Uhr

Indianerinnen - Gehör verschaffen

Hallo Ihr Lieben!

Alle Jahre wieder...
Wird bei den UN Gesprächen Ende April in New York die Rechtlosigkeit u. Diskriminierung durch die Kanadische Regierung an indigenen Frauen vorgetragen.

Alle Jahre wieder...
Werden von Kanada die verabschiedeten UN-Resolutionen ignoriert. Ebenso die Konventionen der UN-Frauen (CEDAW) zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Hier geht es zum Vortrag:
http://www.nwac.ca/press-release-immediate-release-2015-04-29-en

Auszug:
„Implementation of the United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples - Eradicating Violence against Indigenous Women and Girls.

In response to the many recommendations made in the resulting reports, including the Call for a national inquiry into the 1200+ Missing and Murdered Aboriginal women and girls, we have not seen substantial and significant action from the Government of Canada (GoC) and while the overall female homicide rates have decreased, the number of Indigenous Women who are murdered keeps rising.

Violence against Indigenous women and girls and the State's failure to respond appropriately to this problem are integrally linked to the fact that Indigenous (First Nations, Inuit and Metis) women and girls experience widespread discrimination and are amongst the most socially and economically disadvantaged groups in Canadian societya reality which is deeply rooted in colonization. Discrimination against Indigenous women and girls is also embedded in the culture of the Canadian criminal justice system. The social and economic marginalization of Indigenous women and girls not only makes them prey for violent men, but is also used by officials as a justification for failing to protect them.

In closing, I would like to direct a question to the Special Rapporteur, “What do we do now, as Canada continues to ignore, and fails to respond to the UN reports including, the CEDAW report, condemning these grave violations of the rights of Indigenous women and girls?


Wir alle wissen, dass an den IndianerInnen in USA u. Kanada Völkermord begangen wurde. Von manchen noch lebenden Indianern auch als Holocaust an den Ureinwohnern bezeichnet.
http://www.hist-chron.com/am-N-prim-nations/entw-u-chron/Palomino_indianerholocaust-N-amerika-chron-soziologisch.html

Auszug:
„Diese Chronologie zeigt Beispiele des Holocaust an den Ureinwohnern mit Schwerpunkt Kanada. Die Details der Entrechtung, des hinterlistigen Betrugs und der Folgen der Freiluft-KZs, die "Reservationen" genannt werden, sind präzise dargestellt.

Vor allem aber kommt die Dressur der Primärnationen durch "Heimarbeit" und "Zivilisierung" zu Wort, mit "Schulen" für Ureinwohnerkinder und "Kunsthandwerk" für den Verkauf und die Folgen. Die weissen Rassisten wollten aus den Primärnationen Kapitalisten machen, und als es kaum noch Ureinwohner gab, wunderten sich die Weissen, wieso es kaum noch welche gab. Die Quellen sind zumeist von 1988. Gewisse wesentliche Tabuthemen wie die Sterilisierungen an Frauen der Primärnationen bis 1985 [!] sind noch nicht erwähnt.


In Deutschland hören wir kaum etwas über die Indigenen Frauen u. Mädchen, die in Kanada der Willkür von Behörden u. Bevölkerung ausgesetzt sind. Verbrechen an ihnen werden unter den Tisch gefegt, totgeschwiegen. Sind ja „nur Indianerinnen“, wen interessierts?!

Sicher haben wir genügend notleidende Frauen, die wir hier in unserem Land unterstützten sollten, keine Frage.

Mir geht es allerdings um etwas anderes.

Wir haben viele Kunsthandwerk Läden, die Indianerschmuck, Traumfänger usw. anbieten. Doch überwiegt dabei als Aufhänger immer der Cowboystil, denn Indianerkunst gehört offiziell zu den tollen Sachen, die uns die Amerikaner bescheren oder die Kanadier. Wie rechtlos diese Indianervölker tatsächlich sind wird mit keinem Wort erwähnt.

Original hergestellt in „Reservaten“. Das hört sich originell an u. erhöht auch die Preise, aber verschleiert, dass die indigene Bevölkerung gezwungen wird dort zu leben oder besser dahin zu vegetieren.

Frauen werden wegen ihres Geschlechts und wegen ihrer Zugehörigkeit zum Volk der Indigenen diskriminiert.

Manche Städte in Deutschland haben Themenwochen oder Tierparks, in denen Kanadisches Leben vorgestellt wird. Vom Büffel bis zum Eisbär, vom Federschmuck bis zum Kanu. Alles „original kanadisch“. Selbstverständlich das Weiße Kolonial Kanada.

Ich wünsche mir, dass wir hellhöriger werden. Dass wir nachfragen u. den Finger auf den dunklen Fleck legen, der immer kaschiert wird. Wieso wird die Gewalt gegen indigene Frauen nie erwähnt? Wo sind die Vertreterinnen der Indigenen Kanadischen Frauenverbände?

Wieso nicht mal Indigene Frauenverbände aus Kanada einladen zu Workshops, zu Schulveranstaltungen, Frauenfestivals, zu Benefizveranstaltungen, Filmwochen usw.? Ihnen Gehör verschaffen.

Hier nochmal die Webseite der National Women‘s Association of Canada:
http://www.nwac.ca/home

Zum Wochenende u. für die neue Woche passend zum Thema zwei Zitate:

„Du wirst nicht danach beurteilt,
was du sagst, sondern was du tust.“

Rosa Luxemburg

„Wer anderen die Freiheit verweigert,
verdient sie nicht für sich selbst.“

Abraham Lincoln

Euch wünsche ich ein friedliches Wochenende
u. viel Kraft für die neue Woche!

Liebe Grüße
Violine

15.09.2014 um 14:50 Uhr

Rechtlose Native Women in Kanada - Bewegt was!

Hallo Ihr Lieben!

Viel Protest und nichts passiert.
Zwei Jahre ist es her dass ich über die vermissten u. ermordeten Indianerinnen geschrieben habe. Bisher haben alle Proteste seitens der UreinwohnerInnen selber u. vieler Gruppen, ja selbst von UN-Beauftragten nichts gebracht.

Kanadas Regierung verweigert stur allen Ureinwohnern die Menschenrechte.
Im September 2010 hat Kanada zwar nach dreijähriger Verspätung die UN-Deklaration der Rechte der Indigenen Völker angenommen, allerdings mit Einschränkungen.

Kanada argumentiert wie gehabt, dass die Deklaration „weder den Status des internationalen Gewohnheitsrechts darstelle, noch Einfluss auf kanadische Gesetzgebung haben könne“. Solch eine Einschränkung widerspricht internationalem Recht, das sich nicht durch nationales(kanadisches) Recht einschränken lassen darf.

Im Mai diesen Jahres wurde über die „Vermissten Frauen" ein Bericht der Kanadischen Polizei veröffentlicht:
http://netzfrauen.org/2014/07/12/kanada-1-200-weibliche-ureinwohner-vermisst-oder-getoetet/

Auszug:
„Einem im Mai veröffentlichten Bericht der kanadischen Polizei (RCMP) zufolge, werden seit 1952 1.200 eingeborene Frauen und Mädchen vermisst, sind totgeglaubt oder tatsächlich ermordet worden. Die Mordrate stelle den nationalen Durchschnitt in den Schatten. Wie uns unser Kontakt in Kanada berichtet, ist das Verschwinden und Morden von Ureinwohnerinnen ein heißes Eisen in Kanada. Die Polizei habe sich oft nicht darum gekümmert, eine Untersuchung anzustrengen, weil es „nur“ arme Eingeborene – gewesen seien, manchmal Prostituierte. Die konservative Regierung unter Stephen Harper wolle die Angelegenheit möglichst unter den Teppich kehren – in der Hoffnung, dass die Menschen sich beruhigen und die Sache vergessen.“

Weshalb sich die Polizei nicht ernsthaft um die vermisst gemeldeten Frauen kümmerte wird deutlich, wenn verschiedene Aktivistinnengruppen ihre Berichte vorlegen. In einem umfänglichen Bericht vom Dezember 2002 an die Vereinten Nationen legten die Native Women’s Association of Canada (NWAC) zahlreiche Fälle dar u. belegten die systematische Diskriminierung durch das kanadische Justizsystem u. die Behörden. Wiederholte Forderungen an die Verantwortlichen zeigten bislang wenig Wirkung.

Zur Erinnerung:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/highway-of-tears-dutzende-frauen-verschwinden-im-norden-kanadas-a-837639.html

Auszug:
„Der Highway 16 in Kanada hat es zu trauriger Berühmtheit gebracht, er gilt als "Highway of Tears". Dutzende Frauen sind entlang des Weges verschwunden, viele wurden getötet - die meisten von ihnen waren Indianerinnen. Die Polizei gibt sich wenig Mühe, die Verbrechen aufzuklären.“

http://arbeitskreisindianer.files.wordpress.com/2013/11/pressemitteilung-sisters-november-20131.pdf
(Stoppt die Gewalt an indigenen Frauen in Kanada)

Die ganze Lebenssituation der indigenen Frauen zeigt ein System von Diskriminierung, das mehr als erschreckend ist u. einhergeht mit Sexismus und Rassismus.

Das kanadischen System hat den Indigenen nicht nur das Land geraubt das ihnen ein autonomes Überleben ermöglichen würde, sondern auch ihre Würde und Identität zerstört. Kanada hat also „mit gutem Grund“ die UN-Konvention gegen die Gewalt gegen Frauen nicht unterzeichnet. Denn: Die kanadische Verfassung steht im krassem Widerspruch zu den Grundsätzen der Menschenrechte, weil sie den Indigenen die ihnen zustehenden Rechte u. einen angemessenen Schutz verweigert.

Das geht soweit, dass Kanada auch keine Gelder dafür aufwendet um den indigenen Frauen Beratungsstellen oder Frauenhäuser aufzubauen, damit sie schnelle Hilfe erhalten.

Indigene Frauen werden als Frauen und als Indigene doppelt diskriminiert in Kanada.

Wer mehr wissen möchte, wie IndianerInnenrechte seit Jahrzehnten, nein Jahrhunderten mit Füßen getreten werden u. das heute noch, kann sich hier ein wenig umsehen:
http://www.indianer-web.de/gegwart/today.htm

Auszug:
„Seit 1980 fliegt die deutsche Luftwaffe in Labrador, am Ostrand Kanadas, mit Phantom-Jägern, Alpha-Jets und Tornados. Geprobt wird das Unterfliegen des feindlichen Radars - 30 Meter über dem Waldboden. Das Land, daß Berlin/Bonn für seine Manöver für Millionenbeträge gepachtet hat, ist Ntesinan, das Land der Innu, ein Jägervolk wie die Cree. Die regelmäßigen Beschallungen durch die Jagdbomber haben die Wanderwege der Karibus verändert und die Familien der Jäger so verängstigt, daß sie ihre Dörfer nicht mehr verlassen wollen. Langsam zerbricht die traditionelle soziale und kulturelle Struktur. Die Innu haben ihr Land nie abgetreten; die Bundesregierung macht sich einer Verletzung des Völkerrechts schuldig. Das Verteidigungsministerium rechtfertigt sich mit der Erklärung, es habe einen Vertrag mit Kanada zu erfüllen. Sprecher der Innu wurden in Bonn nie zu den Verantwortlichen vorgelassen.“

http://www.taz.de/!108144/
(Indianer in Kanada: Die Wut ist wieder da)

http://www.geschichteinchronologie.ch/am-N-prim-nations/entw-u-chron/Palomino_indianerholocaust-N-amerika-chron-soziologisch.html

http://arbeitskreisindianer.wordpress.com/

Doch endlich tut sich was:
http://www.fr-online.de/politik/kanada-un-setzt-sich-fuer-kanadas-indianer-ein,1472596,27129822.html

Auszug:
„Ein Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen prangert die Armut der Ureinwohner und weitere Missstände an. Die Vereinten Nationen forderten jetzt die öffentliche Aufklärung der Vermisstenschicksale, denen sich die Behörden nach Meinung vieler Ureinwohner bislang nur halbherzig widmen. Zudem sprachen sich die UN für mehr Mitspracherechte der Ureinwohner bei der Erschließung von Rohstoffen aus, also auch beim Bau von Kanadas Pipelines.“

Wer den kanadischen Indianerinnen oder besser den Native Women helfen möchte kann sich direkt an deren Organisation wenden. Zur Zeit läuft dort eine nationale Petition: 
http://www.nwac.ca/nwac-petition-national-inquiry-needed

Zur Hauptseite der National Women‘s Association of Canada geht es hier:
http://www.nwac.ca/home

Dank dem weltweiten Netz können wir auch von Deutschland aus diesen Frauen Unterstützung zukommen lassen. Ob durch Spendenaufrufe oder Kampagnen in euren sozialen Netzwerken oder durch eigene Petitionen.

Bewegt was Ihr Lieben!

Nun wünsche ich Euch einen guten Wochenstart
u. liebe Grüße
Violine

12.10.2012 um 08:16 Uhr

Unterstützung für die Indianerinnen in Kanada

Damit das Thema nicht in Vergessenheit gerät möchte

ich Euch gerne noch auf verschiedene Webseiten

hinweisen. Einmal die Seite mit den Fotos der vermissten

Frauen u. Mädchen:

http://www.highwayoftears.ca/

(sie wird nicht mehr aktualisiert)

 

Dann eine Seite, die aktiv(!) daran arbeitet, dass die Regierung

konkret etwas tut gegen die Rechtlosigkeit der Indianerinnen

und die Verbrechen an den vermissten, vergewaltigten u.

getöteten Frauen aufklärt:

http://www.missingjustice.ca/

 

Auszug:

"The purpose of this event is to honour the memories of

missing and murdered women and girls, raise awareness,

and demand that the government support the actions of

families and communities and restore research funding to

Sisters in Spirit (SIS), an initiative of the Native Women’s

Association of Canada which was responsible for conducting

groundbreaking research between 2004 and 2010 on the now

known-of cases. Although their work is far from finished.

Approximately 600 Native women have gone missing or have

been murdered since roughly 1980 according to the Native

Women’s Association of Canada. Other organizations and

activists suspect that the actual number is as high as 3000.

The reality is that Native women in Canada are at least five

times more likely to die of violence than non-Native women.

Racist and sexist government policies, stereotypes of Indigenous

women, a lack of media attention, and police negligence all

contribute to, and indeed perpetuate this violence as well as

the general lack of data–also a form of violence in itself.“

 

Wer selber etwas tun möchte, kann sich mit dieser

Bewegung in Verbindung setzen.

Kontakt: justiceformissing@gmail.com

 

Außerdem gibt es noch zwei weitere wichtige Infoseiten

von Indianerinnen, die sich zusammen geschlossen haben

um gemeinsam etwas zu tun, um ihre Lebens-Situation zu

verbessern  u. sich auch gegenseitig besser unterstützen zu

können:

http://www.unitednativewomen.net/

 

Native Women's Association of Canada

http://www.nwac.ca/home

 

Auch wenn diese Indianerinnen weit weg leben, so sehe ich es

als Solidarität unter Frauen an, mich auch für deren Anliegen

einzusetzen. Wir Frauen erleben viel zu viel Unrecht-meistens

durch Männer-und es ist wichtig, dass wir nicht die Augen

verschließen vor der Not dieser Frauen.

 

Wer von Euch politische Beziehungen hat u. in einer Position ist,

um mehr erreichen zu können: Tut es bitte!

 

Liebe Grüße

Violine

03.08.2012 um 13:10 Uhr

Für die Indianerinnen und gegen die ungestraften Gewalttaten an ihnen!

Ich möchte Euch gerne auf die Indianerinnen

in Kanada aufmerksam machen.


In den letzten 20 Jahren sind fast 600 Indianerinnen
verschwunden, vergewaltigt und ermordet worden. Die kanadische Polizei u. Regierung ist untätig oder fühlt sich nicht zuständig.


Dazu sollte jede/r wissen, dass das kanadische System den Indianerinnen zum

einen das Land geraubt hat u. außerdem die kanadische Verfassung im krassen Widerspruch steht zu den Grundsätzen der Menschenrechte, weshalb Kanada

auch NICHT die Konventionen gegen die Gewalt gegen Frauen unterzeichnet hat und somit den Frauen das zustehende Recht verweigert.


Genau diese Rechtlosigkeit führt dazu, dass Indianerinnen in der Gesellschaft Kanadas massiv sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind und oft danach ermordet u. irgendwo verscharrt werden.

 

Indianerinnen, die von Männern sexuelle Gewalt erleiden haben keine Anlaufstelle, wo sie Schutz finden können. Frauen, die z.B. häusliche Gewalt erfahren, sehen wenig Sinn darin, die Polizei zu verständigen, denn bis die Behörden vor Ort sind, kann viel Zeit vergehen.


Ihnen bleibt häufig keine andere Wahl, als mit ihren Kindern das Reservat zu verlassen, doch in den Städten erwartet sie oft nur weiteres Elend.


Die Verantwortlichen in den Behörden ignorieren die Situation und greifen höchstens kurzfristig mal ein aber auch nur, wenn sie durch Schlagzeilen in der Presse

gezwungen werden.

 

Es ist Folge der Ignoranz der Regierung, dass indigene Frauen nicht den gebührenden Respekt in der Gesellschaft erfahren, wenn nicht einmal das Gesetz ihre Rechte achtet.

 

Dazu noch ein Link einer Aktionsgruppe, die sich für diese Frauen einsetzen:

http://www.aktionsgruppe.de/abteilung4/5398559763100b201/index.html

 

 

Wir sollten uns weltweit mit den Opfern/den kanadischen Indianerinnen solidarisieren!!

Wenn Ihr Ideen habt, meldet Euch bitte!

 

Liebe Grüße

Violine