Frauen Bewegen Frauen

20.10.2017 um 07:45 Uhr

PorNo - Für die Würde der Frauen

Hallo Ihr Lieben!

Heute gehts wieder zur Sache. ;-)

Wir werden überschwemmt.

Von Bildern. Von Entwürdigung.
Von Frauenverachtung in Bild u. Ton.

Vom sogenannten Herrenwitz bis hin zum brutalen, eiskalten Geschäft der Porno- u. Prostitutions Industrie. Es geht stets darum Frauen herabzusetzen. Sie nicht mehr als Menschen wahrzunehmen, sondern als Objekte.

Wer Augen hat zu sehen…

Dem sollte aufgefallen sein, dass sich über die Jahre das Frauenbild in der Gesellschaft, trotz Gleichberechtigungs Bestrebungen, leider sehr negativ verändert hat. Schleichend.

Was vor vielleicht zehn Jahren noch als entwürdigend galt, boomt heute. Die Pornografisierung der Gesellschaft. Und damit meine ich nackte Frauen, die als allzeit bereit dargestellt werden.

Aktuell schwappt gerade eine Welle des Protestes über den Teich zu uns rüber, #metoo. Frauen geben öffentlich zu, dass sie sexualisierte Gewalt in allen möglichen Formen erlitten haben. Durch Kollegen, auf der Straße, überall wo sie leben.

http://www.emma.de/artikel/das-problem-das-jetzt-einen-namen-hat-334931

Auszug:

„Die Erfahrungsberichte, die Frauen im Netz unter #metoo posten, zeigen vor allem eins: Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt gegen Frauen als normal gilt. So normal, dass sogar die Frauen sie häufig gar nicht wahrnehmen. In einer Kultur, in der Frauen als maximal verfügbar gelten, nicht zuletzt dank der Pornografie.“

Und wie begann das alles?

Schauen wir mal ein bisschen zurück.
http://www.emma.de/artikel/pornografie-264636

Auszug:

„Was 1978 für EMMA als relativ überschaubarer Fight begann – der Kampf gegen die frauenverachtenden Titelbilder des Stern – hat längst epidemische Ausmaße angenommen: Pornografie ist heute allgegenwärtig und dank der Neuen Medien auch unbegrenzt zugänglich. Experten schätzen die Anzahl allein von Kinderpornografie im Netz 2010 auf vier Millionen Seiten.

Was versteht EMMA – und verstehen Feministinnen in aller Welt – unter Pornografie? Die Darstellung von Erotik oder Sexualität? Nein. Nach unserer Definition ist Pornografie ausschließlich „die Verknüpfung von sexueller Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt“, in Text wie Bild. Alles andere hat nichts mit Pornografie zu tun.

EMMA berichtet seit der ersten Ausgabe über die zunehmende Pornografisierung von Medien, Kultur und Kunst, die für uns eine Reaktion auf die Emanzipation ist: Frauen sollen wieder vom Subjekt zum Objekt degradiert werden.“

Mal konkreter:

http://www.emma.de/artikel/pornografie-frauenhass-ist-strafbar-263674

Auszug:

Pornografie ist die Verharmlosung und Verbreitung von sexualisiertem Frauenhass. Das ist nach dem deutschen Gesetz schon heute strafbar. Nur zeigt es niemand an. Warum nicht?“

1987 – Legte die EMMA einen Gesetzesentwurf vor, wie Frauen geschützt werden könnten gegen diesen Frauenhass. Denn nichts anderes ist Ponografie.

http://www.emma.de/artikel/gesetz-gegen-pornografie-begruendung-264423

Auszug:

„Am Morgen des 25. November wurde dieser Gesetzesentwurf inklusive Begründung allen Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie Justizminister Engelhard (FDP) und Familienministerin Süssmuth (CDU) zugestellt. Darüber hinaus ging die Bitte an alle weiblichen Abgeordneten des Bundestages (also SPD, CDU, FDP und Grüne), sich - über alle Parteigrenzen hinweg - für die Durchsetzung dieses Anti-Pornographie-Gesetzes einzusetzen. Am selben Tag stellte EMMA den Gesetzes-Entwurf in Bonn den Kolleginnen und Kollegen von der Presse vor.

Pornographie bedroht die elementarsten Menschenrechte von Frauen; Rechte, die nicht zufällig im Grundgesetz an vorderster Stelle stehen, so: das Recht auf Würde oder Freiheit, auf körperliche Unversehrtheit oder Leben. Pornographie (schon das Wort, aus dem Griechischen, bedeutet: Darstellung von Huren) schafft ein Frauenbild, das Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Bilder, die man sich von Menschen macht, haben Auswirkungen auf deren gesellschaftliche, soziale und psychische Realität - das ist bei einem sexistischen Bild nicht anders als bei einem rassistischen oder einem antisemitischen.“

Und weiter aus dem o.g. Artikel:

Pornographie ist Teil der sexuellen Gewalt - eben jener Gewalt, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts die Menschenwürde abspricht und ihre Gleichberechtigung verhindert. Der vorliegende Gesetzentwurf will die Frauen schützen. Er stellt den § 184 StGB nicht in Frage, sondern präzisiert und ergänzt ihn. Allerdings durch ein zivilrechtliches Gesetz, das die Ahndung eines Verstoßes nicht in die Hand des Staatsanwaltes, sondern in die der betroffenen Bürgerinnen selbst legt. Zu den einzelnen Paragraphen:

Zu § l: Generalklausel
Frauen fallen der Pornographie aufgrund ihres Geschlechts zum Opfer. Pornographie gefährdet und verletzt die elementarsten Menschenrechte von Frauen und ist damit verfassungswidrig. Sie verstößt gegen den Artikel l ("Die Würde des Menschen ist unantastbar.") den Artikel 3 des Grundgesetzes ("Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechts [...] benachteiligt oder bevorzugt werden."). Schadensersatzpflichtig  soll sein, wer Pornographie herstellt und wer Pornographie verbreitet…. „

Passend dazu habe ich eine Rede von Andrea Dworkin aus 1987 gefunden bei den „Störenfriedas“, echt lesenswert, wie ich finde. ;-) Denn diese Rede ist noch genauso aktuell wie vor 30 Jahren, was Pornographie u. Frauenhass betrifft, leider. Lest selber:

https://diestoerenfriedas.de/andrea-dworkin-rechter-und-linker-frauenhass/

Auszug:

„Es ist lange her, dass wir zusammengekommen sind, um zu sagen, was wir meinen, was Feminismus ist und warum der Kampf für die Freiheit der Frau so bedeutsam für uns ist, dass wir ihm unser ganzes Leben widmen… Und wir denken nicht, dass die Verbrechen, die an uns begangen werden, unbedeutend und klein sind. Das bedeutet, dass wir einen phänomenalen Fortschritt darin gemacht haben zu verstehen, dass wir menschliche Wesen sind, die Rechte haben; dass niemand uns diese Rechte nehmen darf; dass wir geschädigt werden durch eine systematischen Unterordnung von Frauen und dadurch, dass wir systematisch sexueller Gewalt ausgesetzt sind.

Die realen Erfahrungen von Frauen beinhalten Prostitution und die realen Erfahrungen von Frauen beinhalten Pornographie. … Wenn wir uns die Pornographie anschauen, dann können wir ihre Benutzung in Bezug auf die sexuelle Gewalt für Generationen zurückverfolgen. … Mädchen, junge Frau, Mutter, Großmutter. Die Pornographie musste nicht überall auf der Straße sein, um ein funktionaler Part in der sexuellen Gewalt gegen Frauen in dieser Gesellschaft zu sein. Ich möchte euch an etwas erinnern, das ihr längst wisst, nämlich, dass die meiste sexuelle Gewalt im Privaten passiert. Sie findet dort statt, tatsächlich, wo wir sie nicht sehen können. Und der erstaunliche Erfolg der Frauenbewegung war es zu sagen: „Hey, Vergewaltiger, wir respektieren deine Privatsphäre nicht länger.“

Denn der erste Schritt darin, Widerstand gegen Ausbeutung zu leisten, ist es ihn zu erkennen, ihn zu sehen, davon zu wissen und nicht zu verleugnen, wo der Frauenhass dich trifft. Ich würde mich freuen, wenn diese Bewegung sich wieder dem zuwendet, was ich primitiven Feminismus nenne. Der ist sehr einfach. Er bedeutet, wenn etwas Frauen schadet, dann sind Feministinnen dagegen. Der Hass gegen Frauen schadet Frauen. Pornographie ist Frauenhass. Pornographie schadet Frauen. Feministinnen sind dagegen, nicht dafür.“

Hach, das spricht mir aus dem Herzen!! :-)

Ich würde es positiver formulieren: Wir sind Für die Würde der Frauen!

Und wie sieht es heute aus - 30 Jahre später?

Hat sich etwas geändert, was Pornographie angeht?

Schauen wir mal rein:

https://diestoerenfriedas.de/drei-zimmer-kueche-porno-die-neue-amateurpornografie/#more-8161

Auszug:

„Deutsche“ Pornos, so sagt man, sind schon immer besonders authentisch und gerne auch mal richtig „versaut“, versaut im Sinne von Urin- und Fäkalspielen. Nach den USA ist Deutschland das Land, das die meisten Pornos produziert und konsumiert. Längst wird der Markt in Deutschland heute nicht mehr von Produktionsfirmen und Pornostars bestimmt, sondern durch rund 50.000 Amateure, die ihre Videos auf Plattformen anbieten.

Wenn alles, was Frauen noch zu Markte tragen können, ihr eigener Körper ist, den sie entweder im Laufhaus oder vor der Kamera verkaufen, wenn sie für Drehs mit 20 oder mehr Männern ein paar hundert Euro bekommen (diese Drehs dauern stundenlang und jeder darf mal dran. Die Männer können sich für ein geringes Entgeld anmelden, manchmal werden gültige Tests verlangt, oft auch nicht) und die Grenzen zwischen Porno und Prostitution endgültig verschwinden, dann ist das kein Grund zum Feiern, dann ist das auch kein Zeichen von Befreiung, sondern nur der Beweis dafür, dass unsere Sexualität immer mehr den kapitalistischen Bedingungen untergeordnet wird. Sich für Geld vollpinkeln zu lassen, bleibt, was es ist: maximale Demütigung, die immer gegen die Frauen geht, die Männer werden weder bepinkelt, noch sind sie in der Unterzahl...“

Was sich geändert hat: Es gibt zwei neue Gesetze. Die nicht nur, wie bisher den Jugendschutz betreffen, sondern allgemein gelten. Nämlich das „Zugänglichmachen u. die Gewaltdarstellungwird nun auf Grund der Umsetzung europäischer Vorgaben ins Gesetz aufgenommen, heißt, ist strafbar.

Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Rundfunk oder Telemedien; Abruf kinder- und jugendpornographischer Inhalte mittels Telemedien

https://dejure.org/gesetze/StGB/184d.html

Gewaltdarstellung (Anm.: Umsetzung der europäischen Vorgaben zum Sexualstrafrecht)

https://dejure.org/gesetze/StGB/131.html

Hoffen wir darauf, dass diese Gesetze auch zur Anwendung kommen. Was natürlich nichts an der grundsätzlichen Haltung zur Pornographie ändert, die in unserer Gesellschaft leider vorherrscht. Sie wird als (fast) normal hingenommen. So wie Sexismus u. offensichtliche Gewalt gegen Frauen.

Wir müssen also weiter kämpfen! Dazu gehört für mich, ganz besonders die Bewusstmachung. Wer lernt, dass Pornografie pure Frauenverachtung, ja Frauenhass ist, wird auch lernen davon Abstand zu nehmen. Und sie nicht weiter zu verharmlosen, schön zu reden, sondern zu ächten.

Unsere Welt wird nicht besser u. friedlicher, wenn wir die Hälfte der Bevölkerung, Frauen als Objekte ansehen, die für Männer jederzeit verfügbar sein müssen. Doch genau das Bild wird in unserer Öffentlichkeit durch alle Medien täglich vermittelt. Schreit uns von Plakatwänden zu.

Tut selber etwas! Ändert eure Haltung. Sprecht mit Freunden drüber. Bezieht Stellung. Lacht nicht mit bei sexistischen Witzen. Nehmt pornografische frauenverachtende Werbung auf Plakaten, an Bussen, im Fernsehen usw. bewusst wahr u. legt Protest ein bei den Werbefirmen oder den Rundfunkanstalten.

Wir verändern Gesellschaft, wir gestalten das Leben unserer Kinder. Wenn wir wegsehen wird genau dieses erschreckende Menschen/Frauenbild in die Köpfe u. Herzen unserer Kinder fließen. Generation um Generation. Welche Auswirkungen das hat, sehen wir heute.

Habt Mut! Habt eine Haltung! Für Frauen, nicht gegen sie.

Zum Wochenende nun wieder luftige Kost. ;-)

Vivaldi, Vier Jahreszeiten – Herbst/Autumn - kiddybox

https://www.youtube.com/watch?v=tVkI7P7IsQU

Meditationsmusik – Herbstfantasie – Schwäbische Alb

https://www.youtube.com/watch?v=B5hEGuACyu0

Herbst-Spaziergang, 7 Minuten Entspannung

https://www.youtube.com/watch?v=xaJSDWVXMVo

Liebe Herbst Grüße

Violine

20.10.2014 um 08:14 Uhr

Pornographie - Die Entmenschlichung von Frauen

Hallo Ihr Lieben!

Womit wir unsere Köpfe füllen damit wird auch unser Herz, unser ganzes Leben ausgefüllt. Je mehr Schund, Gewalt, je mehr zerstörerische Bilder wir in uns einrieseln lassen, desto mehr füllt es unser Leben aus. Formt uns, unsere Lebenseinstellungen u. natürlich auch unser Menschenbild.

Ganz besonders deutlich wird dieser Einfluss bei pornographischen Bildern. Seit sie ungehindert über das weltweite Netz in jede Wohnung, jedes Kinderzimmer, jedes Handy u. damit auch alle Altersklassen erreicht, kursieren sie auch in Schulzimmern u. auf dem Schulhof.

Was vorher Erwachsene eher heimlich anguckten wird nun unter Minderjährigen verteilt. Unbegrenzte Möglichkeiten wirklich alles anzusehen, was auf dem Pornographie Markt umgeht. Kinder werden teilweise durch Pornos „aufgeklärt“.

Erwachsene, die diese Porno-Kultur unterstützen verharmlosen damit auch das desaströse Frauenbild in der Gesellschaft. Sie alleine tragen die Verantwortung für ihr Handeln u. den Schaden, den sie damit anrichten. Kinder sind dazu noch nicht in dem Maße fähig.

Der Pornokonsument fördert diesen Markt, so wie es der Freier in der Prostitution tut.

Bewusst provokant schrieb die EMMA im Sommer an den Pornokonsumenten:
http://www.emma.de/artikel/pascha-der-pornokonsument-317311

Auszug:
„Lieber Pornokonsument, was reden wir uns seit 37 Jahren den Mund fusselig. Nicht nur über die Würde der Frau. Sondern auch über dich ganz persönlich! Dass Pornos abhängig machen. Dass dein Begehren immer starrer und armseliger wird. Dass du beim Sex mit deiner Freundin keinen mehr hochkriegst. Aber das hält dich nicht davon ab, Deutschland zum Pornoweltmeister zu machen.(...)“

Frauen werden in Pornos zu Objekten gemacht.
Die vollkommene Entmenschlichung.
Jeder „Schuss“ sitzt. Frauenverachtung in Reinkultur.

Noch einige EMMA-Artikel über Pornographie:
http://www.emma.de/artikel/pornografie-264636
http://www.emma.de/artikel/gesetz-gegen-pornografie-begruendung-264423


Alles, was irgendwann zur Routine wird verliert ihren Reiz. Eine Steigerung muss her, sonst funktioniert das nicht mehr mit der Befriedigung, dem Hochgefühl. Blümchensex war gestern. Heute schaffen es nur noch brutale Gewaltvideos. Vergewaltigungsszenen um den Pornokonsumenten zufrieden zu stellen? Was ist das nur für ein Menschenbild.

Wie radikal sich die Situation verändert hat hin Richtung Gewalt-Pornos wird selbst von Herstellern bestätigt. Hier nur einige wenige Beispiele, worum es eigentlich geht:
**Bitte Vorsicht beim Lesen für Zartbeseitete!"**

http://www.emma.de/artikel/die-wahrheit-im-zentrum-steht-der-schmerz-263689

Auszug:
„Pornofilme erzählen Storys über Sex. Die Frage ist, welche Art Story? Für wen? Und aus wessen Perspektive?
Es besteht aus sechs Szenen, in denen jeweils zwei Männer Sex mit einer Frau haben, und gipfelt in der Doppelpenetration, wobei die Frau gleichzeitig vaginal und anal penetriert wird. Einer packt sie am Haar und zieht ihren Kopf immer wieder ruckartig über seinen Penis, eine Technik, die sein Kumpel den "Presslufthammer" nennt. Ihr Gesicht ist verzerrt.

Diese drei Beispiele sind typisch für Mainstream-Videos und DVDs mit Gonzo-Pornos. Entscheidend dabei ist der Schmerz der Frauen. Wenn man bedenkt, dass die überwiegende Mehrzahl der Käufer und Entleiher solcher Videos Männer sind, stellt sich die Frage: Warum empfinden manche Männer es nicht als Lust hemmend bzw. sogar Lust steigernd, wenn Frauen beim Sex Schmerz zugefügt wird?

Wir leben in einer Kultur, in der Männer vor Fernsehern und Computerbildschirmen masturbieren, auf denen Sex mit immer mehr Grausamkeit gegenüber Frauen stattfindet. Was niemanden sonderlich zu beunruhigen scheint. Jedes Jahr werden 11.000 neue Pornofilme produziert. Und in diesen Filmen sind Frauen keine Menschen. Sie sind nichts als drei Löcher und zwei Hände.“


**Entwarnung für Zartbeseitete**

Diese Gewaltpornos sind inzwischen auch bei Minderjährigen u. in den Schulen angekommen.  Alice Schwarzer schrieb 1987(!) diesen aufschlussreichen Artikel:
http://www.aliceschwarzer.de/artikel/pornografie-propagiert-gewalt-264817

Auszug:
„82 Prozent aller Männer zwischen 18 und 65 kennen Pornos. Zwei Drittel aller SchülerInnen einer Frankenthaler Hauptschule sehen wöchentlich elf und mehr Porno- und Gewaltvideos. Jedes dritte ausgeliehene Video ist harte Pornografie.

Es geht bei Pornografie nicht um Lust. Es geht um Macht. Mehr noch: Sie macht den Geschlechterkampf zum Geschlechterkrieg. Pornografie ist Kriegspropaganda gegen Frauen.

Bilder, die Menschen sich von Menschen machen, haben Auswirkungen auf deren gesellschaftliche, soziale und psychische Realität - das ist bei einem sexistischen Bild nicht anders als bei einem rassistischen oder einem antisemitischen.

Wir leben in einem Land, in dem die Propagierung eines plumpen Antisemitismus auf Protest stößt: Wer Bilder von hakennasigen, raffgierigen, kinderschändenden Juden veröffentlichen würde, bekäme Ärger. Wir leben in einem Land, in dem die Propagierung eines plumpen Rassismus auf Protest stößt: Wer Bilder von trolläugigen, dummen, allzeit dienstbaren Schwarzen veröffentlichen würde, bekäme Ärger. Doch wir leben auch in einem Land, in dem die Propagierung eines plumpen Sexismus eine Selbstverständlichkeit ist, Teil der "Meinungsfreiheit".


Das hat Alice Schwarzer vor über 27 Jahren geschrieben. Und wo stehen wir heute? Gewaltpornos auf Kinder Handys u. Computern. Sexpraktiken, die jeden normalen Menschen an Folter erinnern u. Würgereiz hervorrufen. Wie z.B. Gang Bang(Gruppenvergewaltigung), die bei Pornokonsumenten nur noch ein müdes Gähnen hervorrufen. Die Gewalt ist ins Unermessliche gestiegen u. kein Ende in Sicht.

Die letzten aktuellen Studien zeigen: Männer, die regelmäßig Pornos konsumieren stumpfen immer mehr ab. Das Belohnungszentrum im Gehirn nimmt Schaden u. normaler Sex mit einer Partnerin funktioniert nur - wenn es überhaupt zu einer Erektion kommt - wenn sie während des Aktes Pornobilder im Kopf abrufen. Hier nachzulesen:
http://www.porno-sucht.com/weitere-studie-uber-pornografie/

Auszug:
„Das Ergebnis ist demnach eine unterdrücktes Empfinden von Freude, oder auch Desensibilisierung genannt. Versuchsleiterin Kühn dazu: „Das könnte bedeuten, dass regelmäßiger Konsum von Pornos das interne Belohnungssystem nach und nach beschädigt“. Die Nervenbahnen zwischen dem Belohnungszentrum und dem präfrontalen Kortex verschlechtern sich mit zunehmendem Konsum von Pornos. Anders gesagt: Es beweist eine Verbindung von Pornokonsum und beeinträchtigter Impulskontrolle. Dies erklärt, dass Dauerkonsumenten mehr und intensivere Reize benötigen, um die gleiche Befriedigung und Belohnung zu empfinden. Auch das ist ein weiteres Indiz für die in der Pornosucht auftretende Desensibilisierung, die Abstumpfung der Empfindung von Freude.“

Die Cambridge-Studie:
http://www.porno-sucht.com/cambridge-studie-uber-internetpornografie/

Auszug:
„Demnach hatten mehr als 50% der Teilnehmer gravierende Probleme, beim echten Sex eine Erektion zu bekommen. Worauf auf unserer Seite schon an vielen Stellen hingewiesen wurde, erweist sich nun als tatsächliche und einschneidende Gefahr.“

Diese Tage gab es auf 3sat eine interessante Dokumentation unter dem Titel „Porno im Kopf“. Der britische Journalist Martin Daubney macht sich auf zu einer Forschungsreise in die Pornographie. Unter die Haut geht das Outing eines jungen sexsüchtigen Mannes in der Doku, der selbst während des Interviews - ausgelöst durch vorbeilaufende Frauen in Hot Pens - aus dem Auto springt u. in einer öffentlichen Toilette masturbieren muss. Danach geht es ihm sehr, sehr schlecht. Denn die „Erleichterung“ dauert ja nur einige Minuten an, bevor ihn die Realität - noch viel härter - wieder einholt.
http://www.3sat.de/page/?source=/wissenschaftsdoku/sendungen/178675/index.html

Auszug:
„Die meisten Jugendlichen scheinen kein Problem mit Pornografie zu haben. Und sie glauben, dass sich ihr Sexualverhalten durch das Anschauen von Pornos nicht verändert. Aber es gibt einen deutlichen Hinweis darauf, dass gerade für Jugendliche der regelmäßige Konsum nicht ohne Nebenwirkungen bleibt.“

Eine wirklich sehenswerte Doku, die auch geeignet ist für Eltern u. ihre Kinder zum gemeinsam Ansehen um das Thema mal ganz konkret anzusprechen.

Wir können an diesem Verhalten, nein wohl eher an diesen frauenverachtenden Zuständen nur etwas verändern, wenn wir zum einen natürlich mit unseren Kindern offen über diese Thematik sprechen, nicht wegsehen.

Zum anderen ist es an der Zeit, dass unsere Regierung diesen Frauenhass - denn etwas anderes ist es nicht - u. diese Gewaltdarstellungen von Frauen auf das Schärfste verurteilt u. die entsprechenden Gesetze auch anwendet u. mit unterstützenden Kampagnen begleitet.

Laut § 131 StGB sind Gewaltdarstellungen eine Straftat.
http://dejure.org/gesetze/StGB/131.html

Auszug:
„(1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,(...)“

Worunter auch Mediendienste fallen(2). Heißt, es gibt Gesetze, die aber nicht angewendet werden um diese entsetzlichen Darstellungen zu stoppen.

Wer dem Bundesjustizministerium mal auf die Füße treten möchte, kann das hier tun:
https://www.bmjv.de/DE/Service/Kontakt/kontakt_node.html

Traut euch u. nehmt diese Entmenschlichung von Frauen nicht hin!
Wir haben eine Stimme!

Jetzt wünsche ich Euch einen guten Wochenstart
u. liebe herbstliche Grüße
Violine

04.07.2014 um 07:35 Uhr

Pornographie - Das System der Entmenschlichung

Hallo Ihr Lieben!

Deutschland ist Pornoweltmeister.
Ohne es zu merken verliert der Pornokonsument Hirnvolumen. Das kann doch nicht gesund sein?!

Die Print-EMMA hat den Pornokonsumenten zum Pascha des Monats gekürt. Damit sind die kaum zu zählenden Uneinsichtigen gemeint. Nicht etwa die Internetsexsüchtigen. Die sind wirklich krank u. brauchen professionelle Hilfe.

Hier der provokante EMMA-Artikel:
http://www.emma.de/artikel/pascha-der-pornokonsument-317311

Auszug:
"Lieber Pornokonsument, was reden wir uns seit 37 Jahren den Mund fusselig. Nicht nur über die Würde der Frau. Sondern auch über dich ganz persönlich! Dass Pornos abhängig machen. Dass dein Begehren immer starrer und armseliger wird. Dass du beim Sex mit deiner Freundin keinen mehr hochkriegst. Aber das hält dich nicht davon ab, Deutschland zum Pornoweltmeister zu machen. Nirgendwo sonst werden so viele Pornoseiten aufgerufen wie hierzulande.(...)“

In Deutschland regiert ein mächtiger Porno-König, der den Internet-Markt bestimmt.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article109255611/Das-Porno-Imperium-Ein-Deutscher-erregt-die-Welt.html

Auszug:
„Fabian Thylmann ist in kurzer Zeit zum mächtigsten Unternehmer der Internetpornografie aufgestiegen: Seine Firma Manwin revolutionierte das Geschäft mit dem digitalen Sex – mit fragwürdigen Methoden. Und noch etwas macht den Gesprächspartnern Angst: Das Geschäft mit virtuellem Sex hat eben doch auch mit dem Rotlichtmilieu zu tun, wo Prostitution, organisierte Kriminalität, Menschenhandel und Missbrauch an der Tagesordnung sind.

Trotz des Wissens um Geschlechtskrankheiten und Aids wollen die Pornohersteller dabei bleiben ihre Darsteller ohne Kondome arbeiten zu lassen. Was kümmert die Profiteure auch die Gesundheit, es geht hier um ein Milliardengeschäft.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/kondome-in-sexfilmen-us-pornoindustrie-klagt-fuer-recht-auf-sex-ohne-gummi-1.1571448

Auszug:
„Die US-Pornoindustrie läuft gegen ein neues Gesetz Sturm, das Pornodarsteller bei Dreharbeiten zum Tragen von Kondomen verpflichtet. Führende Produktionsfirmen haben vor einem Gericht in Los Angeles Klage eingereicht.“

Vor nicht all zu langer Zeit hat eine ehemalige Pornodarstellerin mal bei den EMMAs ausgepackt und aus der Pornowelt geplaudert. Ihr Bericht ist ein erschütterndes Zeugnis wie Frauen entmenschlicht u. zu Dreck gemacht werden.

Nicht nur, dass die Pornoindustrie sämtliche Menschenrechte mit Füßen tritt, auch jeder Pornokonsument unterstützt das System der Entwürdigung von Frauen.

Hier geht es zum Artikel. Nichts für Zartbesaitete, will ich vorweg schicken:
http://www.emma.de/artikel/der-traum-vom-porno-star-265351

Auszug:
„Die Darsteller können mit einem machen, was sie wollen. Und die Produzenten genau so. Man bespricht zwar vorher, was man macht, aber im Vertrag steht, dass man sich allem zur Verfügung stellt, was der Produzent verlangt. Und so sehen die Verträge alle aus. Im Moment des Unterschreibens gibt man das Menschsein ab. Man ist einfach nur noch ein Stück. Ein Loch.
Es kamen mir immer diese Gerüche von Wichse hoch, und von Krankheiten. Viele Frauen hatten Pilze, Chlamydien und Tripper. Wenn man seine Tage hat, muss man natürlich trotzdem drehen und bekommt dann Schwämmchen. Die meisten Frauen in der Branche kiffen und koksen. Oder nehmen Ephedrin. Drogen sind völlig normal in dieser Branche.“

Die systematische Entmenschlichung der Frauen. Was das für ein Frauenbild hinterlässt können wir nur erahnen.

In Deutschland sehen sich schon Kinder in der Schule solche Pornos an. Internet u. Handys machen es möglich. Da ist es kein Wunder, dass auch Prostitution als „normal“ angesehen wird. Die Frau als Ware, als Gegenstand zum Machtmissbrauch u. zur Lustbefriedigung. 

Eigentlich grenzt das alles fast schon an Volksverhetzung, wenn ein ganzes Geschlecht zum Sexobjekt erklärt wird.

Zum Glück gibt es auch Männer, die ihren Verstand einsetzen:
http://www.emma.de/artikel/england-maenner-gegen-pornografie-265408
http://www.emma.de/artikel/pornografie-ist-gefilmte-prostitution-312969

Wer noch mehr lesen möchte, wird hier fündig:
http://www.emma.de/artikel/pornografie-264636
http://www.emma.de/artikel/pornografie-outside-deep-throat-263174
http://www.emma.de/artikel/pornografie-die-wuerde-der-frau-ist-antastbar-264425


Welche Folgen ein regelmäßiger Pornokonsum hat wird hier erklärt:
http://www.emma.de/artikel/titelgeschichte-sexsucht-online-263759

Zurückdrehen können wir die Zeit nicht mehr. Unsere (vorwiegend) männliche Gesellschaft ist durch u. durch auf Sex sells eingestellt.

Wir sprechen hier nicht von ein paar Hundert Menschen, sondern von Millionen Männern, die regelmäßig Pornos konsumieren, sich diese Filme runter laden, sie weiter reichen u. deren Sexualität u. Frauenbild/Menschenbild dadurch massiv verändert wird.

Dahinter steckt ein Porno-Imperium u. Frauen die psychisch u. körperlich kaputt gehen. Alles ist darauf ausgerichtet die sexuellen Wünsche u. Fantasien von Männern zu befriedigen.

Es geht bei Pornographie u. Prostitution nie um die Frau. Der Sex ist männlich u. auf Penetration in sämtliche Körperöffnungen fixiert. Mit der Zeit u. dem regelmäßigen Konsum steigt auch die Gewalt u. der Wunsch nach „härteren“ Pornos.

Wie so ein Frauenbild unsere Gesellschaft verändert ist bekannt. Frauen werden als Sexobjekte wahrgenommen, nicht als Menschen. Sexualität dreht sich nur noch um die Lust des Mannes. Gleichberechtigte Sexualität u. Partnerschaft wird durch einseitige u. an Pornos ausgerichtete Praktiken ersetzt.

Der unbedarfte u. freundschaftliche Umgang unter beiden Geschlechtern ist kaum noch möglich. Alles dreht sich fast nur noch um Sex, männliche Vorstellungen von Sex.

Von daher weht auch der Wind, wenn bei Vergewaltigungsprozessen Frauen unterstellt wird, sie würden sich gewalttätigen Sex „wünschen“. Die Frau wird nicht mehr als Mensch mit eigenem Willen wahrgenommen, sondern als allezeit bereites Sexobjekt. Und wenn sie sich wehrt u. Nein sagt, dann wird das als Aufforderung gesehen, weiter zu machen.

Wer diese erschreckende Entmenschlichung der Frauen nicht mehr mitmachen will sollte sich trauen den Mund aufzumachen u. Haltung zu beziehen.

Pornographie zerstört unsere Gesellschaft!
Wir können zumindest ein Bewusstsein schaffen, das von Respekt u. Würde geprägt ist. Das schließt Sexismus, Pornographie u. Prostitution aus, die ein ganzes Geschlecht entwürdigen.
Traut Euch Ihr Lieben!

Zum Wochenende nun ein wenig leichte u. amüsante Kost aus dem von mir so geschätztem Britblog:
http://britblog.blog.de/2012/04/13/schatzi-mausi-schnuckelputz-13499315/

Auszug:
„Noch nie hatten mich so viele Menschen so lieb, wie hier in England. Deshalb gefällt es mir hier ja auch so gut.
Wenn ich morgens am Bahnhof eine Flasche Wasser kaufe wird sie mir gereicht mit den Worten: „Here you are, luv’“. Wenn ich im Café an der Reihe bin, fragt die Bedienung: „What can I get you, darling?“, und wenn ich einmal jemanden nach dem Weg frage, dann mag die Antwort sein: „That’s just down there to your right, sweetie.“ Also, wenn einem da nicht warm ums Herz wird... „

Nun wünsche ich Euch ein entspanntes
u. fröhliches Wochenende
und liebe Grüße
Violine

16.07.2012 um 07:48 Uhr

Für die Würde der Frauen und deshalb gegen Pornografie


Fürs erste möchte ich mal zur Begrifflichkeit etwas sagen,

wie ich u. wie es auch andere Feministinnen verstehen:

Pornografie ist sexuelle Lust gepaart mit Gewalt u.

Erniedrigung von Frauen.

Die Frau wird als allseits bereit u. verfügbares

Stück Fleisch dargestellt.

 

Inzwischen werden Frauen fast schon in allen Medien als

Sexobjekte pornografisch dargestellt. Und nicht genug, dass

uns auf sämtlichen Werbeflächen lasziv räkelnde halb oder

ganz nackte Frauen entgegen springen. Nein, nun wird

Sadomasochismus als „normal“ in der Sexualität verbreitet

auch unter Jugendlichen. Je brutaler, je besser.

 

Trotz eindeutiger Gesetzeslage, die besagt, dass pornografische

Darstellungen nicht an öffentlichen Orten, in Filmen etc.

verbreitet bzw. hergestellt, beziehbar, lieferbar oder vorrätig

gehalten werden dürfen die Personen unter 18 Jahren zugänglich

sind. Hier der Link zum Gesetzestext:

http://dejure.org/gesetze/StGB/184.html

Kinder u. Jugendliche tauschen inzwischen die schlimmsten Gewalt

Pornos über ihre Handys oder Computer aus. Warum das so ist?

Weil sie jederzeit über das Internet verfügbar sind.

 

Es wird ein Frauenbild vermittelt,

was reine Frauenverachtung ist.

Was dabei oft vergessen wird ist, dass regelmäßiger Pornokonsum

das Gehirn der Männer verändert. Die Sexualität wird brutaler u.

die Empathie geht verloren. Der Mann stumpft ab u. ohne W..-Vorlage

in Form von Pornoheften oder Filmen geht oft gar nichts mehr.

 

Und was ist mit den Pornodarstellerinnen?

Hierzu möchte ich Euch diesen Artikel von EMMA-online

empfehlen zu lesen:

http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2011/winter-2011/der-traum-vom-porno-star/

 

Pornografie ist die pure Herabsetzung

und Entwürdigung der Frau!

Wer noch mehr darüber wissen möchte, hier noch ein Link:

http://www.emma.de/kampagnen/grosse-themen-pornografie/

 

Solange Frauen immer noch in unserer Gesellschaft als Objekte

zum „Benutzen" angeboten werden, wird es auch weiterhin

Gewalt gegen Frauen geben!

 

Liebe Grüße

Violine