grenzwandel

05.08.2008 um 21:02 Uhr

schmerzlich vermisst

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

oh mann, die frau fehlt mir so sehr, so sehr. es vergeht keine minute, keine situation mehr in der ich nicht denke, ich bräuchte sie. jetzt und hier, ich habe keine ahnung, was ich tun, was ich lassen soll, bin halt- und hilflos, weiß weder vor noch zurück. egal an was ich denke, was zu tun ist, zu tun wäre, ist untrennbar verbunden mit dem gedanken 'ist das gut so?', 'kann/soll/darf ich das so machen/planen' oder 'was ist, wenn das alles hinten und vorne nicht passt und ich was falsch mache?'. ich weiß einfach überhaupt nicht, was ich tun soll. bleibe ich stehen, bewege mich nicht, dann erstarre ich in dieser angstvollen bewegungslosigkeit, gehe ich weiter, mache, dann packt mich die nackte angst, es falsch zu machen. ich stehe an einem punkt, an dem so viel zu erledigen, zu planen, zu organisieren wäre, mein leben, meine zukunft, aber ich kann nicht. ich kann nicht, bin wie gefesselt, bewegungsunfähig, von außen und innen und egal, was ich tue, es nimmt mir die luft. ich weiß nichtmal, ob es besser wird, wenn sie wieder da ist, aber ich hoffe es so sehr. sie war und ist ein halt, auch wenn ich das manchmal verdränge oder nicht sehen will, auch wenn ich dennoch letztendlich alles alleine mache, alleine entscheide, für und wider abwäge, sie ist da, aktiv insofern, als dass sie mir sicherheit gibt, ich mir selber sicherheit gebe, gehalten werde und mich selbst halte wenn sie da ist, sie ist struktur, sie mag mich und ich mag sie, wir können grandios miteinander und sie fehlt mir so sehr. zugleich bin ich so unendlich wütend auf sie, dafür, dass sie eben nicht da ist, ausgerechnet jetzt, wo ich sie bräuchte wie nie zuvor, jetzt lässt sie mich alleine und ich hab solche sehnsucht nach ihr, nach unserem wir, nach der zeit, in der sie für mich da ist. wie in aller welt soll ich die nächsten 25 tage überstehen. wie?

05.08.2008 um 17:42 Uhr

bewegung, ein kleines bisschen bewegung

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

bewegung hilft. nicht bewegung im sinne von sport, sondern bewegung im sinne von bewegung eben, der erstarrung entkommen, vor die türe, raus aus dem haus. wenn man ein ziel hat, umso besser. noch mehr hilft es allerdings, die stimme von vertrauten personen zu hören, von personen, von denen man weiß, dass sie einen durch und durch kennen, einem beistehen und himmel und hölle in bewegung setzen würden, um einem zu helfen. am meisten half heute jedoch, vorhin meinem doc gegenüber zu sitzen. er schaute mich bloß an und endlich, endlich fingen die tränen an zu laufen. zugehört hat er, nicht viel gesagt, zum telefon gegriffen. ein anruf, alles geklärt. morgen 13 uhr, psychosomatik der hiesigen uniklinik. wahrscheinlich keine möglichkeit, die drei wochen bis zum 1.9. stationär zu überbrücken, weil urlaubszeit, aber einen ki-plan, den kann man aufstellen.

durchatmen, einmal tief durchatmen. ein ganz leichtes, vorsichtiges lächeln hab ich auf den lippen und vorhin für einen winzigen moment das gefühl gehabt, dass alles vielleicht doch irgendwie gut wird. letzte nacht fiel mich für ebenfalls einen winzigen moment das gefühl an, dass ich meine seele sehr lieb habe und sie mir unendlich leid tut. ich bin es ihr einfach schuldig, auf sie aufzupassen, für sie zu sorgen. sie hat es verdient. sie kann nichts dafür. 

05.08.2008 um 17:41 Uhr

bewegung, ein kleines bisschen bewegung

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

bewegung hilft. nicht bewegung im sinne von sport, sondern bewegung im sinne von bewegung eben, der erstarrung entkommen, vor die türe, raus aus dem haus. wenn man ein ziel hat, umso besser. noch mehr hilft es allerdings, die stimme von vertrauten personen zu hören, von personen, von denen man weiß, dass sie einen durch und durch kennen, einem beistehen und himmel und hölle in bewegung setzen würden, um einem zu helfen. am meisten half heute jedoch, vorhin meinem doc gegenüber zu sitzen. er schaute mich bloß an und endlich, endlich fingen die tränen an zu laufen. zugehört hat er, nicht viel gesagt, zum telefon gegriffen. ein anruf, alles geklärt. morgen 13 uhr, psychosomatik der hiesigen uniklinik. wahrscheinlich keine möglichkeit, die drei wochen bis zum 1.9. stationär zu überbrücken, weil urlaubszeit, aber einen ki-plan, den kann man aufstellen.

durchatmen, einmal tief durchatmen. ein ganz leichtes, vorsichtiges lächeln hab ich auf den lippen und vorhin für einen winzigen moment das gefühl gehabt, dass alles vielleicht doch irgendwie gut wird. letzte nacht fiel mich für ebenfalls einen winzigen moment das gefühl an, dass ich meine seele sehr lieb habe und sie mir unendlich leid tut. ich bin es ihr einfach schuldig, auf sie aufzupassen, für sie zu sorgen. sie hat es verdient. sie kann nichts dafür. 

04.08.2008 um 17:57 Uhr

tage wie dieser...

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

...sind erfolgreich wenn man es schafft, brötchen zu backen, für die man nur eine lupe und nicht das rasterelektronenmikroskop braucht.

aufgestanden. den klauen des betts entflohen quasi, im zeitlupentempo zwar und mit einem gefühl wie eine hundertdreißigjährige in den gliedern, aber aufgestanden. erstmal. den doc angerufen, am donnerstag kann ich kommen. ich werde die überweisung mitnehmen, egal, wie es mir geht, nur für alle fälle. wieder hingelegt, zu müde zum schlafen. ein ätzendes gefühl. irgendwann ging es doch, bis halb zwei. wieder aufgestanden, diesmal mit ein wenig mehr elan. naja, in die kategorie elan fällt das nicht, eigentlich gar nicht, aber man ist ja zweckoptimistin. angezogen. den gelben sack voll gemacht, ihn verschnürt. grübelnd vor dem papierberg im badezimmermülleimer gestanden. der müsste mal geleert werden. kurzerhand verschoben. zu anstrengend. haustür geöffnet. ein schritt, zweiter schritt und ich stand im hausflur. ungläubiges staunen meinerseits. ich hatte tatsächlich die wohnung verlassen.

von da an ging es besser. geld geholt, einkaufen gegangen, den brief an die krankenkasse endlich eingeworfen. wieder nach hause. gegessen. dann hat mich der aktionismus gepackt und ich habe wäsche gewaschen, die bude komplett aufgeräumt und gesaugt, das bad in schuß gebracht, den küchenfußboden gewischt und nochmal geduscht. übrigens: die beste bodylotion auf dem derzeitigen creme-markt ist die orangenblüten-ingwer pflegelotion von dm. die hatte ich gekauft, und ich habe sie nach all der anstrengung (..., wie gesagt, kleine brötchen) mit freuden benutzt. jetzt rieche ich wie ein überreifer orangenbaum, der auf einem getrockneten und gezuckerten ingwerfeld wächst.

und nun werde ich mich den bisswunden widmen. nein, nicht meinen. den von greg iles. ein großartiger psychothriller, der es als einer der wenigen verdient hat, ein zweites mal gelesen zu werden. 

03.08.2008 um 21:59 Uhr

kommentarventil

 

herr z., extra für sie!!!

 

03.08.2008 um 20:52 Uhr

comme toujours

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

telefonat mit der werten frau mama. die derzeitige situation angerissen. 

"kind, mach dir keine sorgen, du schaffst das schon, du bist toll, die anderen sagen das auch. und im übrigen, bei allen anderen ist das auch so, alle tragen eine maske und bei fast niemandem stimmen außenwirkung und innen überein. das war mein ganzes leben so. und wird mit dem alter besser. geh zum arzt und lass dir eine aufbauspritze geben. deine oma hat auch eine bekommen, und der geht es jetzt viel besser."

gnarf.

mutter, ich brauche keine verfickte aufbauspritze. und wenn ich zum arzt gehe, dann um mich in die psychosomatik überweisen zu lassen.

hab ich natürlich nicht gesagt, nur gedacht. am arsch lecken.

ich geh mir jetzt ne packung kippen und ein magnum kaufen und dann setze ich mich auf den balkon in die abendsonne und freue mich drüber, dass es mir ein bisschen besser geht.

03.08.2008 um 12:45 Uhr

kleine brötchen und ein ventil

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

blog-motiv nummer eins ist klar. glasklar. das schreiben ist ein ventil. und ich habe ruhe dabei, dann, wenn ich auf mich schaue und höre und nicht die außenperspektive auf mich einnehme. alleine die tatsachen, dass ich nach dem eintrag von vorhin nochmal eingeschlafen bin und tief und fest geschlafen habe, einen traum hatte, in dem meine mutter auf einer sehr bezeichnende weise vorkam, dass ich mich nach dem aufwachen einigermaßen erholt gefühlt habe und in der lage war, ein paar dinge zu erledigen und vor allem die tatsache, dass ich klar denken kann und auf einmal weiß, wo die probleme liegen und wie ich sie in den griff bekomme, alleine - hmmm, alleine ist untertrieben - das reicht aus um zu wissen, dass das bloggen unglaublich wichtig ist, weil es eben diese ventilfunktion hat. ich bin niemand, der mit einem tennisschläger auf die matratze einprügelt, oder wütend wird und schreit, nein, mein inneres findet den besten ausdruck nun einmal in form von worten. erst recht, wenn ich bei mir bin, und wenn ich das eben nicht bin, dann ist das schreiben ein weg zurück zu mir.

so. die erkenntnis folgte auf den fuß. es ist wichtig zu wissen, was man kann. richtig. aber das alleine reicht nicht aus, man muss wissen, was man will, auch richtig und sehr wichtig und vor allem muss man wissen, was man leisten kann, zu leisten imstande ist. und zum leisten können gehört eben nicht nur die fachliche kompetenz, zum leisten können gehören auch der körper und vor allem die psyche. außerdem der faktor zeit. nicht in jeder phase des lebens ist man in der lage, das selbe leisten zu können, es gibt zeiten, in denen müssen eben kleinere brötchen gebacken werden. was bringen mir riesen brötchen, wenn ich nicht in der lage bin, sie aufzuessen. richtig. nichts. ergo: keine kompromisse mehr bezüglich der zukunftsplanung, kein 'das könnte ok sein', 'ich werde das schon irgendwie schaffen', kein 'ich könnte/sollte das vielleicht mal ausprobieren', nein. schluß. aus. finito. ich weiß was ich fachlich kann und ich weiß was ich will und ich kann auch realistisch einschätzen, was ich momentan zu leisten imstande bin. danach, und nur danach, nach dieser kombination, werde ich in zukunft handeln, wie gesagt, ohne kompromisse. nur das ist der weg, mein weg und ist vor allem der weg, den ich gehen will. nicht muss, nein, ich muss gar nichts (nä, frau psychoanalytikerin, das hab ich nun endlich kapiert). ich kann und ich will.

es ist mein leben, meine gesundheit, meine psyche. es sind meine entscheidungen.

meine.

ich.

03.08.2008 um 08:11 Uhr

pause auf unbestimmt verschoben

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

die blogmotivreflektionspause ist verschoben. das nicht-schreiben engt mich nur noch mehr ein, als ich es eh schon bin, als ich mich selbst einenge, mich von allen seiten angegangen und eingeengt fühle. es ist kein schritt möglich, ohne dass ich nicht gegen eine wand krache, eine wand erstarrter emotionen, keine gefühlsregung ist mehr möglich, wie tot. wenn ich wenigstens weinen könnte wäre das eine unendliche erleichterung. aber so: ein unerträglicher zustand, kein vor und zurück, kein rechts und kein links, vergangenheit, gegenwart und zukunft ein einziger brei. die albträume sind zurück, und immer, immer immer wieder tauchen die selben bezüge auf, immer und immer wieder mit den selben gedanken und gefühlen meinerseits verbunden, immer und immer wieder, zum kotzen. im wahrsten sinne des wortes. ich will den rückwärtsgang einlegen, nur zurück, weg von allem, aber auch das ist nicht möglich, der weg verbarrikadiert durch selbstvorwürfe, autoaggressionen und schuldgefühle. schuldgefühle existenziellster natur, dafür dass ich da bin, so bin wie ich bin, es nicht erklären, es nicht begreiflich machen kann. unverständnis, nur unverständnis und kompensation eben jener.

heute morgen fiel mir ein, dass meine mutter mir mein leben lang vorgeworfen hat, ich sei ein unglaublich humorloser mensch, man müsse doch humor haben, über sich selber lachen können und blablabla. ha-ha-ha, wie witzig. wäre ich humorlos, würde ich nicht mehr leben. nur weil ich einen humor habe, den du nicht verstehst, nicht begreifst, der deinen gerasterten und schablonierten horizont übersteigt, ein humor von dem du glaubst, auch die anderen verstehen ihn nicht, die anderen, die anderen immer wieder die verfickten anderen, nur weil das so ist heißt das noch lange nicht, dass ich keinen humor habe. schau hin, schau verdammt nochmal ENDLICH hin, schau mich an, MICH, verdammt nochmal. ich! bin! hier! HIER, verfickte scheiße, hier hier hier hier hier hier.und du schaust schon wieder in die andere richtung.

nur weil ich nicht ins raster passte und passe, sieht man mich nicht, anstatt hinzugucken wird immer und immer wieder die schablose des "man macht das so" oder jene des "was sollen die anderen denken" angelegt, alles was darüber hinausguckt, wird entweder ignoriert oder bekämpft. egal was ich mache, egal was, immer und immer wieder dieses "schau mal da ist dir dieses und jenes passiert...", "das hättest du so und so machen müssen", "du hast das so gemacht aber so und so muss es gemacht werden", "schade, dass du es so gemacht/genannt hast", "ich hab dir da mal was zu lesen hingelegt ich finde, das muss man wissen", ... und so weiter, bis heute, immer und immer weiter, weiter, weiter, weiter, marionette, baumelnde arme und beine, im geiste lang geflüchtet, weg, weg, bloß weg, kein rankommen, dicht gemacht und immer weiter wurde  und wird gezerrt, gezogen, gebogen, gefeilt und gehobelt, aber immer weniger kam und kommt das zum vorschein, was man sehen wollte, und will, haben wollte und will und als man das feststellte, dass das vielleicht gar nicht vorhanden ist, was man gerne hätte, da wurde und wird ignoriert, wird sich im kopf was zurechtgezimmert, eine schablone, die wird übergestülpt und der rest des menschen tochter wird ignoriert. und das ist so verdammt viel. so. verflucht. verdammt. viel.

wo sind meine grenzen, wo bin ich, sind wir, bin ich? was ist ich? wie fühlt sich EIN ich an, wie fühlt sich eine heile seele an, eine, die nicht eingemauert ist, eine, die nicht immer nur zieht und zerrt und dabei doch nicht weiß, wohin? wie fühlt es sich an, wenn man sich genießt, genießen kann, wenn man gerne lebt und nicht immer und immer nur kämpft, wie, verdammt nochmal wie?

ich kann nicht mehr. und ich will nicht mehr. nicht so.

02.08.2008 um 10:05 Uhr

pause

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

gerade eben lief mir folgender satz bei taschenlampe über den weg:

"...weil durch das Nachaußenwerfen von privatesten Dingen fluide Elemente des wandelbaren Inneren verfestigt werden. Die Wirkung im öffentlichen Raum wirkt erstarrend zurück: Man wird, wie man wirkt."

dieser satz hat mich sehr, sehr nachdenklich gemacht und ich werde dem diesbezüglichen gefühl entsprechenden raum geben. bis ich herausgefunden habe, ob ich beim bloggen jemals wieder die 'ruhe' haben werde, die ich mal hatte, ist hier bis auf weiteres sendepause.

ich bin alleine und will es momentan sein und ich kann, will und werde für nichts und niemanden die verantwortung übernehmen. ich bin froh und dankbar wenn ich die kraft habe, dies für mich zu tun und mich um mich zu kümmern. ich rede, wenn ich reden will und ich rede nicht, wenn ich nicht reden will und ich kann, will und werde mich dafür nicht rechtfertigen geschweige denn stellung dazu nehmen, wann ich zu was gerade lust habe oder eben nicht. ich brauche meinen eigenen rhytmus, sonst nichts. ich selbst bin die einzige, auf die ich momentan schaue, um die ich mich zu kümmern versuche. das ist so und wird auch noch eine weile so bleiben. das hat seine gründe, und auch die werde ich nicht darlegen, geschweige denn sie mir vorwerfen lassen. die menschen, die sie kennen wollen und kennen müssen, kennen und akzeptieren sowohl diese gründe als auch mich. alles andere zählt nicht.

01.08.2008 um 16:06 Uhr

müde

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin so müde, so verdammt müde, körperlich als auch psychisch. vier stunden wie ein stein geschlafen und ich könnte mich gerade wieder ins bett legen und weiterschlafen, einfach schlafen, den ganzen scheiß, das ganze toben, alles, einfach alles einfach wegschlafen. minute um minute, stunde um stunde, tag für tag und woche für woche einfach schlafen. nichts wahrnehmen, keine kraft brauchen, einfach nur schlafen. weg sein, irgendwo, nur nicht bei bewusstsein. es ist so anstrengend, ich bin mir so anstrengend. ich kann nicht mehr. und ich will nicht mehr. 

zu der getroffenen entscheidung stehe ich nach wie vor, das ist es nicht. es ist nur wieder mal der blick auf das chaos, das toben, das selbstzerfleischen davor, im wahrsten sinne des wortes, dieser kontrollverlust, dieses ewige hin und her, das auf und ab, von null auf hundert und zurück innerhalb kürzester zeit. die autoaggressionen fressen mich irgendwann noch auf, und wenn nicht die, dann die hässlichen bilder, die sie in meinem kopf produzieren, die mich lange lange nicht wieder loslassen werden, die ich irgendwie verarbeiten muss, nur auf dass es irgendwann wieder von vorne losgeht.

ich bin so müde. liebes leben, bitte bitte lass mich einfach nur schlafen, du kommst auch ohne mich klar, wir brauchen einander nicht. 

01.08.2008 um 10:09 Uhr

abschluß

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich nehme die aussage aus dem letzten eintrag zurück. mein gefühl hat mich nicht getäuscht, auch wenn's gestern ausgeartet ist. ich habe intuitiv das richtige getan. 

rückblick

1. persönliches vorstellungsgespräch am mittwoch, für eine stelle an einer höchst sensiblen position in der hochschulverwaltung (die seit gerade eben nicht mehr die hochschulverwaltung meines vertrauens ist).

2. das gespräch war grandios gut, viel länger als geplant, sehr diskussions- und ideenentwicklungsreich, insgesamt hatten beide seiten nach beendigung ein sehr positives fazit gezogen. 

3. es gab eine offene flanke meinerseits bezüglich der arbeit mit verschiedenen datensätzen und methoden, die ich mehr als deutlich kommuniziert hatte: ich habe einen überblick in der theorie, in der praxis hatte ich jedoch noch keine gelegenheit, mit eben jenen daten und methoden zu arbeiten. deutlich, wie ich finde.

4. ich scheine sie dennoch überzeugt zu haben.

5. gestern nachmittag der anruf des projektleiters, die frau grenzgängerin ist im finale, man hatte sich nicht zwischen ein paar wenigen kandidaten entscheiden können, probearbeiten ist angesagt.

6. und zwar genau mit eben jenen datensätzen und methoden, von denen die frau grenzgängerin gesagt hatte, sie müsse sich einarbeiten!

7. angesetzt: eine halbe stunde! man setze sich zuvor mit dem projektleiter - der der direkte kollege gewesen wäre - zusammen, bespricht die problematik, und dann läuft die uhr. es geht um die ergebnisse wobei völlig klar sei, dass man das in der vorgegebenen zeit nicht schaffen kann, um die lösungsansätze, die grafische aufbereitung und die interpretation, alle hilfsmittel erlaubt. hallo? halloho??? geht's noch? eine halbe stunde??? wie in aller welt soll ich das schaffen, wenn ich einen datensatz vorgesetzt bekomme, dessen struktur ich theoretisch zwar erahnen kann, in der praxis jedoch noch nicht vor mir hatte???

8. die frau grenzgängerin ist also völlig durchgedreht gestern, hat so ganz nebenbei ein versprehen gebrochen, sich völlig demontiert und eine furchtbare nacht hinter sich gebracht.

9. vorhin hat sie abgesagt. und hier wird's echt mysteriös.

10. ein mir unbekannter mensch am telefon. 

11. ich wollte den herrn projektleiter sprechen (wie gesagt, derjenige, der in der datenanalyse und -interpretation der spezialist und direkter kollege ist bzw. wäre), sagte ich.

12. jaaa, der herr projektleiter ist freitags nicht im haus, hieß es.

13. wie bitte???????

14. einzig zugegen ab 10 uhr, die zeit zu der ich bestellt war, der herr stabsstellenleiter. der allerdings keine ahnung von den daten, geschweige denn  von deren auswertung hat!!!

14,5. man hätte mir was vorgeknallt und mich alleine gelassen.

15. ich kann mir lebhaft vorstellen, was das für ein desaster geworden wäre, weil ich schlicht keinen ansprechpartner gehabt hätte für fragen, niemanden, mit dem zusammen ich im falle aller völligen ahnungslos-fälle einen ansatz hätte entwickeln können, nichts, niemand.

16. sowas nenn' ich ins offene messer laufen lassen.

17. herzlichen dank.

18. ohne mich.

19. und jetzt geht's mir schlagartig besser, ich stehe hinter dieser entscheidung, habe diverse erkenntnisse zu verarbeiten und mir über das ein oder andere nochmal ganz grundlagend gedanken zu machen. 

20. aber als aller erstes gibt's ein super-frühstück deluxe.