dreist
das wort des tages ist keto-enol-tautomerie. nur so am rande.
bisweilen wundere ich mich schon sehr über die dreistigkeit gewisser mitmenschen, genauer: mitkommilitonen. da bin ich doch heute mal wieder knapp an einer kompletten gesichtszug-entgleisung vorbeigeschrammt, nämlich als mir die dritte kommilitonin im bunde des patientenverfügungsreferates ohne mit der wimper zu zucken erzählte, dass sie sich mit einem abischnitt von 2,9 - in worten: zweikommaneun - ins medizinstudium eingeklagt hat. da warten horden von studenten mit einer eins vor dem und vielleicht einer zwei oder drei NACH dem komma und zusätzlich guten ergebnissen aus dem medizinertest semesterlang auf ihren studienplatz (an der hisigen uni lag der nc fürs wintersemester 0809 mal wieder bei 1,0) und dann kommen derartige zeitgenossen mit derart schlechten abinoten des weges und klagen sich mal flugs ein und die uni kann nichts dagegen tun. dreister geht es wohl kaum. anstatt sich die letzten beiden jahre in der schule auf den arsch zu setzten, nimmt man sich mal schnell einen anwalt - es gibt schon anwälte, die auf derartige klagen spezialisiert sind - und verklagt die wunschhochschule, und wenn schon, dann auch noch gleich die eliteuni, und keine zwei monate später kann man anfangen, medizin zu studieren. ganz ehrlich, ich würde mich in grund und boden schämen, mal ganz davon abgesehen, dass ich niemals auf solch eine idee gekommen wäre. aber mit dem verantwortung für eigenes tun, bzw. nicht-tun - nichtlernen in diesem fall - zu übernehmen scheint es heutzutage nicht mehr wirklich weit her zu sein. anything goes. ganz offensichtlich. und ich finde es zum kotzen, geschweige denn, dass ich respekt vor solchen leuten habe.
themawechsel. ich habe ein freies wochenende vor mir. jawoll. keine arbeit. statt dessen ausschlaf- und inruhelernaussichten. neben dem üblichen chemiegeraffel stehen lateinische deklinationen, präfixe und suffixe, adjektive etc. auf dem programm, denn die klausur im fach lernen-sich-systematisch-unverständlich-auszudrücken, sprich medizinische terminologie, steht an. und zudem gedenke ich, es mir einfach gutgehen zu lassen und mich für die nächste woche zu wappnen.
