frei? von wegen.
Stimmung: ruhig
Musik: fields of fire - midge ure
heute war mein freier tag, ein tag ohne dissertative herausforderungen...aber eigentlich trifft es ein 'heute hätte mein freier tag sein SOLLEN' sehr viel besser, es hätte so schön sein können, so schön. aber ich schien verdrängt zu haben, dass es neben den eben erwähnten dissertativen herausforderungen auch noch diejenigen des alltags gibt, alltag? a-l-l-t-a-g, hmmm, ein mir derzeit nicht bekannter zustand, viel mehr all tag arbeit, aber gut, wie dem auch sei.
es fing damit an, dass mein nachbar heute morgen um 9 uhr mit der brüllenden bohrmaschine neben meinem bett stand, ging mit nicht vorhandenem kaffee in die nächste runde, erschwert durch zigarretten, die ebenfalls mit abwesenheit glänzten, die bohrmaschine brüllte immer noch, das wetter ließ, ich sags mal so, zu wünschen übrig, sehr zu wünschen, ließ es übrig, das wetter, und ich entschloss mich, um meinen kreislauf wenigstens ein wenig in schwung zu bringen, eine runde mit dem staubsauger gegen die bohrmaschine anzutreten.
leider hatte ich vergessen, dass der beutel schon seit vier wochen ein wenig zu voll ist, und natürlich, an meinem freien tag gibt er seinen geist auf, klar. war nicht anders zu erwarten gewesen. es machte plöpp, was ich aber wegen des lärms nicht sofort wahrnahm, erst die langsam sich im zimmer ausbreitenden staubschwaden ließen mich gewahr werden, dass ich da gerade wirklich ein plöpp gehört hatte und dass dieses dem platzen des staubsaugerbeutels geschuldet war. da war es dann aber auch schon irgendwie zu spät. äh, zu staubig, um genau zu sein. nun gut. man ist ja die ruhe in person, es war ja auch erst irgendwie später morgen, mütze auf, jacke an, und ab zum baumarkt um die ecke. staubsaugerbeutel gekauft, heim geflitzt...ähhh, kaffee und kippen hätte ich jetzt wahrlich auch gleich mitbringen können...staub gesaugt, diesmal mit funktionierendem beutel, wohnung sauber. gesaugt zumindest. und wenn man schon dabei ist, kann man den rest auch gleich machen, geschirr, bad, balkon. gut. bewegung. mittlerweile war es irgendwas um die mittagszeit, ich immer noch ohne kaffe und kippen, dafür mit blitzeblanker wohnung.
hunger. damit ging es weiter. mit hunger und den sich anschließenden unternehmungen, besagten zu stillen. kühlschrank auf, blick rein, salat. großartig. noch dazu romana. der feldsalat lässt ja mittlerweile schon schwer zu wünschen übrig, geschmacklich, hier zumindest, denn er kommt nicht aus holland oder ghana oder südosthinterasien, nein, unser feldsalat ist von hier. eigenhändig von der bäuerin von umme-ecke gepflückt (eigentlich könnte sie ihn ja auch gleich waschen...), und weil er von hier und daher (vermutlich) noch nicht gen-getuned ist, schmeckt er um die jahreszeit nicht mehr wirklich. aber gut, romana wie gesagt vorhanden, und auch alle zutaten.
zupf, salatblätter, zupfzupf, im tran, weil zupf ja ohne zupf kaffee, ließ ich zupf die großen und kleinen salatblattteilchen zupf in die spüle fallen, zupf, nur um die goßen dann wieder zupf, herauszuklauben, um sie in den mülleimer zu verfrachten. die kleinen futzel, so dachte ich mir - und hier beging ich den wirklich folgenschwersten fehler des tages - spüle ich der faulheit halber runter.
gedacht getan, das wasser gurgelte, die salatteilchen drehten sich im, ähhh, nee, im gegen, also gegen den uhrzeigersinn (oder doch andersrum?) in richtung ausfluß, nee, das ist was anderes, abfluß mein ich, verschwanden...und blieben stecken. die slatblätter blieben im aus-herrgottneeabfluß stecken, sie flossen einfach nicht ab, und hinderten sehr fröhlich und sehr effektiv das wasser am ablaufen. und nicht nur das, irgendwie dachte sich weiterer schmutz, der sich im rohr da wohl festgesetzt hatte, wie konnte das bloß passieren, er könne ja mal die gunst der stunde nutzen, um wieder ans tageslicht zu kommen. scheiße. ja, genau, im wahrsten sinne des wortes, denn genau so roch meine frisch geputzte wohnung nach 2 minuten. ich also alles stehen und liegen gelassen und ab zum baumarkt um die ecke, den ätzendsten (und natürlich teuersten) rohrreiniger gekauft, heim geflitzt und...scheiße, kaffee und zigarretten....wasser abgeschöpft, dreck weitgehend entsorgt und das ätzend-blubbernde zeug in den ausguß gegossen, bzw. eher versucht, es reinzupressen...o.k. ich geb zu, der kauf hat sich gelohnt, das zeug ist geil. innerhalb von nullkommagarnichts war der abfluß frei, ich weitgehend glücklich (nein, nicht befriedigt, zigarretten und kaffee fehlten ja immer noch), und...
...und jetzt hab ich keinen bock mehr. ich habe heute frei und was mach ich? ich sitze am schreibtisch und schreibe. blöd, nä?
was bleibt?
das übliche.
zu viel:
salat im abfluß, schnee
zu wenig:
kaffee, zigarretten, frei
gar nicht:
ein tobendes unterbewusstsein (großartig)
erkenntnis des tages:
die blumen auf dem balkon sind letzte nacht erfroren
soviel also zu meinem freien tag...
