stop-schild #3
hach ja. jetzt sitze ich hier, habe einigermaßen gut geschlafen und denke darüber nach, was das gestern in der therapie schon wieder war.
auf jeden fall war es die ausgleichsbewegung zu den letzten zwei stunden, die sehr nah und vertraut waren, weil unmittelbar vor und nach der abgabe meiner diss, da war an analyse nicht zu denken. wir haben geredet, gelacht und spaß zusammen gehabt, die frau analytikerin und ich. und vor allem: ich habe mich in ruhe gelassen. und jetzt, kaum bin ich auf dem weg zurück zur normalität, schon geht es wieder los.
abwehr, ich schaffe es kaum, bei den wirklich wichtigen dingen zu bleiben, nicht immer natürlich, aber häufig, lenke ab, komme nicht in die tiefe, bin am pendeln was das zeug hält, hochfrequent quasi. aber irgendwie habe ich das gefühl, ich komme dennoch näher, da ist was, ein schritt steht bevor - einer vor, einer zurück, ich weiß es nicht, und ich habe angst. massiv sogar. das fühle ich, und sie wird immer deutlicher, immer greifbarer, die angst. aber vielleicht ist es ja genau das. ich muss die angst erst einmal zu fassen kriegen, sie anschauen, beleuchten, sezieren (meine therapeutin würde bei diesem wort schon wieder einen 'anfall' bekommen), bevor ich um sie herum komme, und dahinter schauen kann. angst ist abwehr, bei mir zumindest. einer meiner zahlreichen abwehrmechanismen.
was daher wirklich wirklich wichtig ist: das dabeibleiben, NICHT weglaufen. sonst wird das nichts. es wird sich erst zeigen wenn ich in der lage bin stehen zu bleiben, es auszuhalten, was auch immer da kommen mag.
ich brauche ein stop-schild. ein weiteres. eines habe ich schon für die selbst- bewertungs-situationen, eines für das nicht-bekommen, und jetzt brauche ich eines für's nicht-weglaufen, für's stehenbleiben. wie das aussehen wird? ich weiß es noch nicht. es wird sich mir zeigen.
