teile von mir
es gehört zu meinem schicksal, ihnen begegnet zu sein und auch, dass sie nun weg sind - vorübergehend, wie sie nicht müde wurden, im vorfeld ihrer abreise zu betonen - und ich hier blieb, mit meinen gedanken, meinem herzen bei ihnen. sie waren da, letzten sommer, haben mich aufgefangen, sind geblieben, und sie sind da, noch immer und werden bleiben.
die wolken hängen tief - seit gestern - an den bergen und es regnet. es ist ein wenig düster, draußen wie drinnen, letzteres schon ein wenig länger, genaugenommen seit anfang der woche. es ist eine ausgleichsbewegung, der ausgleich der manischen kompensation unseres abschieds, ein abschied, der keiner war. gefühlt jedoch bin ich alleine, haltlos und traurig, möchte mich verkriechen, wegsehen, wegfühlen. ich bin des hinguckens müde, möchte die augen schließen und den flaschengeist herbeirufen, der mir vor langer zeit einen wunsch zu erfüllen versprach. ich solle warten, hatte der flaschengeist gesagt, als ich anhob, mir unüberlegterweise etwas zu wünschen, dessen ich niemals bedurft hätte; ich habe gewartet, bis jetzt, aber der geist ist nicht hier, ich kann ihn nicht finden, und herbeirufen lässt er sich nicht.
ich würde jeden wunsch der welt dem ihrer sofortigen rückkehr opfern, nein, es wäre kein opfer, es wäre ein geschenk.
trotz aller mühe und all der energie, die mich das stehenbleiben, das hinsehen und das aushalten kostet und so gerne ich die augen verschließen und wegrennen, flüchten würde vor mir, etwas hält mich davon ab, es schiebt und zieht mich weiter, nach vorne, hindurch. die zeit bleibt nicht stehen und mit jeder sekunde, die vergeht, kommen sie näher, zurück. sie sind nicht weg, nur abwesend, ich weiß, der kopf weiß das, mein herz und das unterbewusstsein jedoch signalisieren etwas anderes, großes, einsamkeit und verlassenheit.
