Man hört nur mit dem Herzen gut.

13.03.2008 um 12:08 Uhr

Grün und Grau, Teil I

von: sunnysightup   Kategorie: Generationen

Stimmung: 1989

Bezeichnenderweise während eines Sturms auf der Fähre von Deutschland nach Dänemark lernte ich einen ärgerlichen jungen Mann, namens Justin Sullivan, kennen. Nein, vielmehr lernte ich einen harmlosen jungen Mann, namens Silvio Kowalski, kennen, der Justin Sullivan bei sich trug.

Wir hielten uns mit unserer Gruppe (evangelische Jugendfreizeit, Ferien in Schweden sollten gemacht werden) unter Deck auf. Andere Jugendtruppen tummelten sich da und weil man mit 16 schließlich immer auf Brautschau ist, hielten wir alle nach akzeptablen Mitgliedern des anderen Geschlechts Ausschau. Silvio war wirklich akzeptabel und dachte das Gleiche von mir. Als wir uns dann ansprachen, waren wir uns schnell einig, dass man möglichst schnell alkoholische Substanzen erwerben müsste, um sie dann heimlich und nutzbringend zu vernichten.

Es gab Schnaps, leider wirklich nur Schnaps, im Dutyfree-Shop, Asbach Uralt kannten wir aus der Werbung und war auch recht günstig, entsprechend wurden die ersten zwölf DM fünfundneunzig der Reise ausgegeben. Mit unseren 16 Lenzen ja sogar illegal. Was waren wir evil.

Heimlich saufen ging nur an Deck, wo sich nur einige einsame Gestalten aufhielten, die gegen den Wind kotzten. Es war stockenduster, roch nach Motoröl, der Regen peitschte uns ins Gesicht, der Wind zerrte an unseren Haaren, die Wellen schlugen lautstark immer und immer wieder gegen das Schiff, das sich spürbar hob und senkte. Silvio und ich schlitterten in eine Nische, wo wir zitternd unsere Beute öffneten und immer wieder lachend an den Mund setzten.

Silvio hatte sicher nicht Max's Klasse, aber er besaß ebenfalls ein Walkman, und offensichtlich besaß er auch einen Sensor für die Situation, denn er spulte wie wild, während ich (nass wie eine gebadete Katze) schon bereute, nicht doch der dunkelhaarigen Alternative zugelächelt zu haben. Naja, was solls, jetzt stand ich hier, drücken gilt nicht, sagte ich mir. Über Silvios Gesicht ging ein strahlendes Lächeln, als er endlich fand, was er suchte.

"Das passt jetzt.", sagte er und setzte mir die Kopfhörer auf.

Donner. Leiser zorniger Dorner. Regengeprassel. Ein Blitz. Wieder Donner. Ein Gewitter ertönt in meinen Ohren. Ein Ruf. Gitarre. Die Gitarre spielt gegen den Regen. Und mit ihm. Kämpft mit dem Donner. Bricht ihn, verstärkt ihn, umschmeichelt ihn. Während ich in die regennasse Nacht blicke, das Meer höre, die Gischt sehe, die über die Reeling spritzt, erreicht Justins verärgerte Stimme mein Herz. Eine zornige Traurigkeit, die auf direktem Wege meinem Herzen hätte entrissen sein können.

Vom Wind umwirbelt, vom Regen- und Meerwasser durchnässt, vom Asbach beduselt, stand ich auf einem bebenden, ächzenden Schiff, den Duft nach Öl in der Nase und die Ohren voll von betörender Musik.

No, not for one second did you look behind you
As you were walking away
Never once did you wish any of us well
Those who had chosen to stay
And if that's what it takes to make it
In the place that you live today
Then I guess you'll never read these letters that I send
From the valleys of the green and the grey

 

 

08.02.2008 um 22:04 Uhr

When you worry you make it double...

von: sunnysightup   Kategorie: Generationen

Stimmung: 1988

Es wirkt wie ein makaberer Scherz auf mich, dass 'Don't Worry Be Happy' zu den Lieblingsliedern meiner depressionsgebeutelten Mutter gehörte.

Entsprechend oft habe ich es gehört. Das Lied war auf der Ronny's Popshow, eine Schallplatte (!), neu (!), ein Geschenk (!), auf der glaub ich sonst nur Schrott war. Aber die Platte war so schön neu, in leuchtenden Farben, mit diesem Affen vorne drauf und ich empfand einen pubertären Stolz, dass diese Platte mir gehörte, auch wenn ich lediglich die erste Seite mit besagtem Lieblingslied hören durfte, schließlich war es nicht mein Plattenspieler...

 

Ronny

 

Ronny's Popshow. Mein Schatz. Aus jungen Jahren...

Aber wenn ich es mir recht überlege, war an den folgenden Zeilen echt was dran:

 

Put a smile on your face
Don't bring everybody down like this
Don't worry, it will soon past
Whatever it is
Don't worry, be happy

 

 

17.01.2008 um 21:48 Uhr

Yentl

von: sunnysightup   Kategorie: Generationen

Stimmung: 1987

Besagte Englischlehrerin hatte einen seltsamen Narren an mir gefressen. Seltsam darum, weil sie so zuckersüß und glatt war. Zuckersüße und glatte Menschen mögen mich normalerweise nicht. Das war seit Anbeginn meiner Kindheit so. Ich war selbst immer weit entfernt davon zuckersüß und glatt zu sein.

Naja, als Baby vielleicht, so als ganz kleines, aber dann wurde ich recht schnell dick, danach kräftig und irgendwie habe ich es nie geschafft sauber zu sein, ich hatte stets feuchte Rotze an der Nase und eingetrocknete am Ärmel. Das hörte zwar zu Schulzeiten auf, aber ab da hatte ich immer verfilzte HAare und gelächelt wurde nicht, das war strengstens verboten.

Frau Bachtal lächelte häufig, was rede ich, sie lächelte immer. Sie lächelte dieses amerikanische Lächeln. Sie hatte amerikanische Haare und amerikanische Zähne und eine amerikanische Figur hatte sie auch.

Frau Bachtal kam zum ersten Mal zu uns in die Klasse und hatte eine gelbe bommelige Handpuppe namens Larry in ihren manikürten Händen. Larry sprach zu uns mit einem zuckersüßen glatten Stimmchen, er stellte sich vor, wollte von einzelnen Schülern ihren Namen wissen. Man bedenke: Wir waren alle so gut wie 13 Jahre alt. Diese Art von '13 Jahre alt', wo man über jeden Scheiß kichert und trotzdem cool bleiben muss. Wie konnte von uns erwartet werden, dass wir mit einer Handpuppe sprachen? Für mich, die ich damals schon hart an meinem Coolnessfaktor gearbeitet hatte, eine absolute Katastrophe. Ich starrte Larry böse an und gab ihm keine Antwort. Er hakte nach, genauer, Frau Bachtals süßes und glattes Stimmchen fragte nach: "Hey, I am Larry, and I'm talking to you." "Du nervst." gab ich zur Antwort. "Pardon? I don't understand you. Could you please answer in English?" Schweigen auf der Teenagerseite. "Oh. She is a shy girl. But I like you. I really do." Schweigen. Kein Lächeln.

Frau Bachtal aber schien Larry's Überzeugung zu teilen, sie hielt mich für schüchtern und beschloss wohl, mich darum besonders in ihr Herz zu schließen. Zwei Jahre später war sie zum sechsten Mal in diesem Halbjahr mit uns auf dem Weg zum Filmraum. "Sunny, ich glaube, du wirst diesen Film mögen. Und weißt du, was ich noch glaube?" Haaaaaah, dieses semiseriöse Lehrerinnenlächeln, dieses pseudovertrauliche Herabbeugen, dieses unerschütterliche Timbre in der Stimme, ich hasste es und schwieg. "Ich glaube nämlich", fuhr Frau Bachtal unerschüttert fort, "dass du Musik sehr magst. Und dieser Film geht auch um Musik. Kennst du Barbara Streisand?" Schweigen. "Mmh?" Aufmunterndes Stubsen. Herrje, dann schüttel ich halt mit dem Kopf, wenn ihr das gefällt. "Dann wirst du sie heute kennen lernen. Es wird dir gefallen. Da bin ich mir sicher."

Das war natürlich sehr unangenehm, dass Frau Bachtal damit so ungeheuer Recht hatte. Und noch viel unangenehmer war es mir, als Frau Bachtal ein triumphierend mitfühlendes Lächeln aufsetzte, als sie die Tränen in meinen Augen sah, als Barbara Streisand eine Ode an ihren Papa sang.

Ich hatte keinen Papa , das wusste Frau Bachtal schließlich auch.

Ihr Lächeln wurde noch breiter, als ich mir nach der Stunde ein Herz fasste und sie nach der Musik fragte. Oha. Der Durchbruch. Sie zog, als hätte sie damit gerechnet, eine Kassette aus ihrer Tasche. "Schau! Die schenk ich dir. Viel Spaß damit." Breite, weiße, gerade Zähne versuchten, mich mütterlich anzulächeln. Und selbst wenn es ihr gelungen wäre (und vielleicht ist es das ja auch, und mein mürrisches Teenager-Ich verweigerte nur die Anerkennung), ja, selbst wenn mir von Frau Bachtal ein richtig liebevolles, warmes und fürsorgliches Mutterlächeln dargebracht worden wäre, es wäre nicht das gewesen, was ich gebraucht hätte.

 

The trees are so much taller
And I feel so much smaller.
The moon is twice as lonely
And the stars are half as bright.

Papa, how I love you.
Papa, how I need you.
Papa, how I miss you
Kissing me goodnight

 

 

14.01.2008 um 12:01 Uhr

Rocky Horror

von: sunnysightup   Kategorie: Generationen

Stimmung: 1987

"Filmraum! Filmraum!", das war immer der alles erlösende Ruf. Ob im Englisch oder Deutschunterricht, Musik oder Erde, selbst Bio und Geschi ab und an, manchmal wurde überraschend ein Film gezeigt. Heute meine ich zu wissen, dass das für Lehrer ein ebenso schöner Joker war. Mal nicht vorbereitet? Filmraum! Mal keinen Bock? Filmraum! Mal verkatert? Filmraum!

Wir fanden's toll. Selbst so ein Schnulz wie Emilia Galotti oder Effi Briest war immer noch besser, als dieses alte Frage-Antwort-Spiel in der Klasse. Ich zählte dann entweder die Sekunden und machte eine Minutenstrichliste mit dem Ehrgeiz, bis zum Klingeln möglichst nahe an die 45 zu kommen, oder ich zählte die Marotten der Lehrer. Bei dem Religionslehrer des Schnurrbartzwirbeln, bei der Deutschlehrerin das Rock oder Pullover zuppeln und bei der Englischlehrerin war es die Verwendung von 'definitly', die mich beim Zählen mal so aus der Fassung brachte (nach zehn Min über 18!!!), dass ich den Raum verlassen musste.

Aber eben jene Englischlehrerin hatte gute Ideen, was den Filmraum anbelangte. Sie ging oft mit uns, wahrscheinlich weil sie so eine heiße Biene war, ich denk, die hat viel gefeiert in ihrem Leben, irgendwann ist sie mit dem Bürgermeister der Nachbarstadt durchgebrannt - gewundert hat es mich nicht...

Eines Tages, nachdem sie schon Amadeus, Life of Brian, Little Shop of Horror, Oliver Twist und Dead Men don't wear Plaid (GANZ UND GAR GROSSARTIG; EIGENTLICH MÜSSTE ICH NOCH EINEN FILMBLOG ANLEGEN) angeschleppt hatte, kamen wir auch irgendwann an der Rocky Horror Picture Show nicht mehr vobei. Und die hat mich RICHTIG umgehauen. Mich hat in dem Alter eigentlich nichts so wirklich berührt. Am wichtigsten war, einen möglichst mürrischen und gleichgültigen Gesichtsausdruck aufzusetzen und so auszusehen, als sei man kein Teil dieser Gesellschaft, aber hier in dieser Englischstunde im Herbst 1987, da wippte ich mit, strahlte, lachte, schnippte und summte mich um mindestens zweikommafünf Punkte meines Coolnessfaktors. Aber egal. Gegen Ende sah ich Frank'N'Furter mit zerlaufener Wimperntusche im Swimming Pool liegen und "Don't dream it" zum besten geben...

Das hat mich dann noch eigenartiger berührt als all die anderen schönen Songs, die ich kurz darauf alle auswendig konnte. Eine Erkenntnis wühlte sich durch mein pubertäres Bewusstsein, aber sie drang nicht ganz durch. Doch immerhin war mir der Satz: "Don't dream it, be it." so wichtig, dass ich ihn neben den Namen 'Max' auf mein Mäppchen pinselte. Mit Blumen und schnörkeligen Linien drum herum (Tribals würde man heute dazu sagen).

Was er bedeutet, war mir nicht klar. Dass er etwas bedeutet, wusste ich. Wenn ich zurückschaue und mir vorstelle, was ich damals mit seiner eigentlichen Bedeutung hätte anfangen können, wird mir ganz schwindelig.

"It's beyond me, help me Mommy!"

Es ist nie zu spät...

 

 

06.01.2008 um 22:23 Uhr

Andrew L.

von: sunnysightup   Kategorie: Generationen

Stimmung: 1986

"Der alte Schleimbeutel Andrew Lloyd Webber", so pflegte Helge Schneider schon vor 10 bis 15 Jahren zu sagen. Tja. Da hatte ich den Salat. Ich fand und finde jemanden gut, den Helge Schneider für einen Schleimbeutel hält. Für einen ALTEN Schleimbeutel, wohlgemerkt.

Das ist ein Konflikt.

Gut ist, dass ich im zarten Alter von 14 von Helge Schneider noch keinen blassen Schimmer hatte und dieser erst fünf Jahre später in mein Leben trat. Vielleicht hätte ich mich sonst geweigert, im Musikunterricht auch nur eine Silbe zu dem Thema Rockoper zu sagen.

Unser Musiklehrer war knorke. Er war unsagbar hässlich. So hässlich -- das kann man sich kaum vorstellen. Seine Lippen waren irgendwie immer nass und dunkel und er hatte eine Brille, die seine Augen vergrößerte, von denen das eine nach links, das andere nach rechtsblickte, das ganze wohl abgerundet durch einen fusseligen Bart - uiuiui, der Mann war geschlagen. Dazu kam, dass er nicht ein Milligramm Autorität in seinen Genen hatte. Aber wir mochten ihn. Er war die Art von Lehrer, bei dem man machen konnte, was man wollte - unter Note 3 ging er nie.

Eines Tages hatte aber Herr Drosselbart eine gute Idee. Eine Idee, die meine Note für ein Quartal von 3 auf 1- hochschnellen ließ, wobei das Minus lediglich der Tatsache geschuldet war, dass man solche Leistungen von mir nicht gewöhnt war.

Herr Drosselbart brachte Jesus Christ Superstar mit. Und als ich die Apostel hörte, wie sie sich leicht angetrunken im Garten Gethsemane gegenseitig beweihräucherten und einschliefen, und dann den Jesus, wie er dem lieben Herrn Vater zornig eine verzweifelte Ode an die Angst darbrachte - da war es um mich geschehen. Wie wild interpretierte ich die Texte, lernte alles über die Art von Musik, Assonanzen, Rhythmus und Jazz und Rock und Andrew L. und alle andren Stücke und überhaupt konnte ich innerhalb weniger Wochen die ganze Rockoper auswendig. Mit meiner besten Freundin Annabell grölte ich "I don't know how to love him" auf dem Mädchenklo, womit ich im Zweifelsfall Max meinte und alle anderen Jungs, die gerade akut waren.

Aber wirklich berührt, so richtig tief, mitten ins Herz getroffen, hat mich Ian Gillan mit der ungeheuren Wut und dem Zynismus und dieser resignativen Gelassenheit, die er der Stimme Jesu verlieh. Mal wieder passte eine Stimmung in mein Leben wie der Arsch auf den Eimer.


Can you show me now that I would not be killed in vain?
Show me just a little of your omnipresent brain
Show me there's a reason for you wanting me to die
You're far to keen on where and how and not so hot on why
Alright I'll die!
Oh just watch me die!
See how, see how I die!

Then I was inspired
Now I'm sad and tired
After all I've tried for three years seems like ninety
Why then am I scared to finish what I started
What you started - I didnt start it
God thy will is hard
But you hold every card
I will drink your cup of poison, nail me to your cross and break me
Bleed me beat me kill me take me now -
before I change my mind

18.12.2007 um 00:52 Uhr

a-ha - nachtrag

von: sunnysightup   Kategorie: Generationen

Stimmung: 1985

ich geb das jetzt einfach mal zu. mach ich jetzt. so ganz ohne blatt vorm mund, einfach raus damit, frei heraus, also öhm, äh, also ich hatte ein kleines poster von thomas anders in meinem zimmer hängen und konnte, mh, ja wie soll ich mal sagen, ich konnte you're my heart, you're my soul auswendig...

tja.

jetzt isses raus.

 

17.12.2007 um 23:58 Uhr

a-ha

von: sunnysightup   Kategorie: Generationen

Stimmung: 1985

Roland Kaiser, äh Ronald Keiler, oh Gott, ich könnt mich immer noch beeimern, wurde von Morten Harket verdrängt. Das ist gut. Ungut ist, dass auch Elvis Presley und John Lennon dabei auf der Strecke blieben.

In der Schule habe ich immer behauptet, dass ich Pal am süßesten fand. Weil alle von Morten schwärmten und ich was besonderes sein wollte. Oha. Da hätte ich gleich sagen können, dass Marillion bessere Musik machen (ja, und das wusste ich damals schon - aber, na eben eine andere Geschichte), aber nee, auch ich trällerte Take on me rauf und runter, hatte es in der Hitline aufgenommen, damals mit Elmi und es befand sich auf meiner Kassette an vierter Stelle und ich dachte des Nachts nur noch an Morten (wofür sich Fish oder der Harlekin von Marillion zugegebenermaßen nicht eignen). In Steckbriefbücher wollte ich wenigstens eine winzige Abweichung haben, deshalb Pal und nicht Morten, aber diese Steckbriefbücher sind nun wirklich ein Thema für sich und für eine aus dem Osten, die nur Poesie-Alben kannte, ein wahres Mysterium. Unter 'was ich nicht mag' stand bei uns immer: Nena und Heino. Ein Muss. Ohne das zu schreiben, kam man nicht weiter. Hallo? Nena war doch großartig, oder?

Jedenfalls zur Musik: Um ehrlich zu sein, ich hör die heut noch gerne. Ich habe das legendäre Video von Take on me damals nicht gesehen. Meine Mutter hatte zwar nichts dagegen, dass ich mir als 4-Jährige lange Abende um die Ohren schlug, um Elvis-Filme zu sehen, aber mit Formel 1 als 12-Jährige hatte sie echte Probleme, aber sie war um es positiv auszudrücken recht verschroben, das kann man wirklich nicht anders sagen.

Aber back to the music. Eines der schönsten Lieder, die es von a-ha gibt, ist Hunting High and Low, und immer wenn ich das heute höre, werde ich nostalgisch und ein wenig melancholisch, denn es erinnert mich an eine sehr wirre Zeit, an eine Zeit, in der ich wie viele Pubertierende völlig vergaß, wer ich war, wo ich stand, wo ich hingehörte. Und eine Entwurzelung hat da nicht wirklich bei dem ohnehin schwierigen Prozess geholfen. Hunting high and low war genau die Stimmung, die ich damals brauchte. Weder Take on me noch The Sun Always Shines on TV waren so gut dafür geeignet. Ich habe dann depressivere Musik entdeckt, so richtig schöne Depri-Mucke. Alles wurde ein wenig erträglicher, als ich mich schwarz zu kleiden begann und mit mürrischen Gesicht durch die Schule stiefelte, ein Walkman auf den Ohren, sprecht mich bloß nicht an, ich höre Script for a Jester's Tear, bitte nicht stören, aber das erzähl ich morgen...

P.S.: Was man ja sagen muss: Morten sieht auch heute noch bombastisch aus. Und Pal, ganz ehrlich, Pal war mir immer wurscht gewesen. Morten. Ach Morten.

P.P.S.: Was mir neulich bei Youtube über den Weg lief, war dies hier. Das gefällt, das ist ehrlich, das ist norwegische Solidarität.