Alles ist Nichts...
Ich muss unbedingt dieses Gefühl aufschreiben, das mich als Kind häufig überkam – auch wenn es kaum beschreibbar ist.
Die Welt steht still und ich verlasse mein Ich.
Ich sehe mich irgendwie von außen. Ich schaue an mir herunter, begutachte meine Hände und die dazugehörigen Bewegungen oder stehe vor dem Spiegel, beobachte dieses bekannte Gesicht eingängig und sage mir innerlich immer wieder: Aha. DAS bin also ich. Dieser für mich so übersinnliche Vorgang dauerte nur wenige, kaum festhaltbare Sekunden, dennoch sind diese Sekunden in meinem Erinnerungsvermögen nachhaltig eingebrannt. Und dann und wann huschen sie wieder in mein emotionales Bewusstsein.
Heute umso mehr.
Meine Wahrnehmung ist mal wieder verschärft. Wie ein Luchs des nächtens auf der Jagd nach Beute. Nur das ich nicht auf Beutefang bin. Alles um mich herum ist doppelt so laut, das Licht brennt sich dreimal mehr in mein empfindliches Augenlicht und ich neige zu Kopfschmerzen. Der Bildschirm verschwimmt häufiger, aufgrund meiner abwesenden Ansaugaugen. Ich habe meinen Körper heute schon 2 Mal für Sekunden verlassen. Und das ist eigentlich eher Kindheitstalent. Ich bin überall in meinen Gedanken. Im Urlaub, in der Vergangenheit, im Urlaub in der Vergangenheit, in der Zukunft im Urlaub, aber leider auch vermehrt im Krankenhaus. Und an Tagen wie diesen sind diese OP-Gedanken sehr schädlich. An Tagen wie diesen, bin ich überempfindlich, was Schnipseleien an meinem Kopf betreffen. Ich träumte, die Narkose wirkt nur in den Beinen. Was soll die da denn? Ich hab immer noch weiche Knie. Die Narkose wirkt nicht… ich hab Angst vor der Narkose… Ich hab Angst danach wieder aufzuwachen…. Ich bin ein Weichei….
Und wenn ich nicht von der OP träume, dann träume ich jede Nacht von meiner Freundin… das Loslassen fällt mir schwerer als geplant. Und wenn ich nicht gerade loslassen muss, dann versuche ich einen geeigneten Geldgeber ausfindig zu machen, was sich auch schwieriger gestaltet, als ich mir vorstellte. Ich möchte kein Junior-Sales-Manager mit Erfahrung in der Kühlaggregatbranche und kein Key-Account-Manager mit Erfahrung in der japanischen Sägeindustrie sein… überhaupt möchte ich keine Führungsposition. Gibt’s denn niemanden mehr, der ein nettes, intelligentes, bei Bedarf zurückhaltendes, kleines Bürotigerchen sucht? Ich bin recht anpassungsfähig… aber ich verbieg mich doch nicht. Na klar tue ich das. Die ganze Zeit biege ich wie wild an mir herum. Ich bin nicht fürs Büro geboren. Aber gelernt ist gelernt. Und umlernen kost Geld, der wo ich nix hab. Auch die Zeit ist mir gerade abgehauen. Obwohl Zeit eigentlich eine Illusion ist. Trotzdem springe ich von einem Termin zum nächsten und hätte viel lieber ausgedehnte Briefschreiberzeit.
Nun muss ich schon wieder los… zum Physiotherapeuten… der biegt mir meinen Kiefer zurecht…
Ich grüße alle die mich kennen und alle anderen, die mich kennen lernen wollen *wink* ;)

Schön mal wieder von Dir zu lesen!!
Ich drück Dich ((@))
Schön, dass Du da bist! *knuddel*