Innere Verarbeitung!

18.04.2009 um 13:53 Uhr

Über mich und dieses Blog!

von: Spatzi

Stimmung: nicht so gut!

Dieses Blog führe ich ohne das es irgendjemand aus meinem Umfeld weiß. Es ist für mich! Ich möchte hier meinem Vater Auf Wiedersehen sagen. Ich muss mich von ihm trennen und ich weiß nicht wie. Er zieht sich wie ein roter Faden, der mich ständig unter Kontrolle hat, durch mein Leben. Ich muss lernen ein eigenständiger Mensch zu werden. Ich möchte ich sein, mein Leben führen, Dinge für mich entscheiden ohne dabei irgendwelche Kommentare einzufangen oder als der Looser der Nation da stehen, als der Versager schlechthin, denn dieses Gefühl hat er mir schon immer gegeben, seit ich denken kann.

Wo soll ich nur anfangen? Ich kam an einem verschneiten Sonntag zur Welt und laut Frauenarzt sollte ich ein Junge werden. Das freute die Familie meines Vatersnatürlich sehr. Meine Großeltern hatten einen richtigen kleinen Bauernhof mit Kühen, Schweinen und Hühnern, dazu noch einen Laden in dem die geernteten Dinge verkauft wurden. Mein Vater arbeitete Nebenberuflich auch auf dem Hof. Und mit einem Jungen war die Nachfolge gesichert. Das ist wie bei Königs, derMann besteigt den Thron. Meine Mutter erzählte mir später über meine Geburt. Ich war wohl ein richtiger Wonneproppen, ja und als ich danngeschlüpft war und die Hebamme meine Eltern fragte wie denn ihre Tochter heißen soll, meinte mein Vater wohl nur: "Das kannnicht sein, schauen sie noch mal genau nach!" Ab da war mein Weg schon vorgezeichnet, denn ich war NUR eine Mädchen! Laut meinem Vater haben seine Eltern das auch so gesehen. Schade, denn ich damals noch ein kleiner Wurm konnte ja am wenigsten dafür, aber das schien egal zu sein. Ausser meiner Mama, sie liebte mich vom ersten Augenblick an ganz bedingungslos und das ist auch heute noch so. Ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, das meine Mutter mir nicht wichtig ist oder ich sie nicht lieben würde, weil ich sie hier nicht so oft erwähnen werde, ich liebe sie abgöttisch aber hier geht es um mich und meinen Vater. Auch die Eltern meiner Mutter liebten und lieben mich so wie ich bin, bis heute!
Nun aber wieder zu seinen Eltern. In einem hatte mein Vater recht, für meine Oma war ich "nur" das Mädchen aber nicht für meinen Opa. Er verwöhnte mich wie "seine" Prinzessin. Ich war immer sehr gerne mit ihm zusammen, er hat mich auf dem Traktor mit genommen, er hat mir extra einen Kindersitz drauf gebaut, ich konnte 1000ende von Fragen stellen und er hat sie alle beantwortet. Er war so wie man sich einen richtigen Opa vorstellte! Bei meiner Oma war das leider nicht der Fall. Es gab da noch einen Jungen, der auch immer da war, fast dort wohnte und meinem Vater und Opa immer auf dem Hof half.Als ja dann "nur" ein Mädchen kam wurde er für meine Oma zu einer Art "Ersatzenkel" und das ließ sie mich immer spüren. Er bekam jeden Wunsch von den Augen abgelesen, durfte Pudding einfach so ohne zu fragen aus dem Kühlschrank nehmen, wollte ich das tun hieß es immer, der ist für M. Irgendwann fragte ich nicht mehr sondern ließ es gleich bleiben! Sie sagte es mir auch immer ganz direkt, das ich nur ein Mädchen bin. Komisch dabei war sie auch mal eins! Aber das war immer der Satz, der mir innerlich so weh tat! Sie wußte genau wie sie mich am besten treffen konnte, leider heute noch, doch dazu später mehr!
Auch mein Vater hatte M. scheinbar mehr gern als mich, er durfte alles auch alles fragen, bei mir hieß es immer nur: "Du nervst!" Was ist das für ein Gefühl für ein Kind? Ich weiß es, es ist ein Gefühlals würde man nicht geliebt werden. Man fühlt sich jeden Tag ungeliebter. An machen Tagen kommt man sich vor wie ein ungeliebter Schwarzer Schwan, denn wo gibt es schon schwarze Schwäne? Als Kind war dieses Gefühl noch nicht so ausgeprägt, aber wenn man über sein Leben nach denkt, dann merkt man es und kann Gefühle besser zu ordnen!

Ich hatte neben meiner eigenen Familie noch eine "Ersatzfamilie". Wenn meine Eltern auf dem Feld waren, bin ich zu einer Bekannten meiner Mutter gebracht worden, sie wohnte 2 Häuser neben meiner Oma und hatte auch eine Tochter die 4 Jahre älter ist als ich. Wir haben immer zusammen gespielt und ich war sehr gerne bei ihnen.

Und dann begann die schönste Zeit meines Lebens, die Kindergartenzeit...