K F M

28.10.2006 um 17:43 Uhr

Kleine Reiseanekdote

von: KFM

Der KFM checkte vorabendmässig ein, stellte das Reisegepäck
auf die Waage und beantwortete dem daneben aufgestellten
schmächtigen Jüngling dessen routinierte Frage
"Haben sie brennbare Materialien im Gepäck?"
wahrheitsgemäß mit einem sicheren "Aber ja!".
Das riss diesen abrupt aus seinen vertrauten Handlungsabläufen ...

"Ja? ... Was denn da???"
tönte es 3 Schrecksekunden später überrascht aus
seinem nun etwas bleicheren Gesicht.
"Na, 5 Zigarren für die Reise!"

Da hat das Büblein aber geschaut!

Zugegeben, in der Schlange zum Check konnte sich der KFM
seine Antwort auf die gebetsmühlenartig abgespulte Frage
in aller Ruhe zurecht legen, aber seine 5 Dannemann Tubos
entsprachen durchaus der Wahrheit.

Jedoch, - die Havanna verschwieg er ihm!

Oh dear!

24.10.2006 um 17:48 Uhr

Einspruch Euer Oehren!

von: KFM

Einspruch Euer Oehren!

Zwar hat der Beklagte, der es bisher verabsäumte die
ordnungsgemäße Verbringung unter Vorbehalt der
rechtswirksamen Mittel und in Tateinheit mit bzw. unter
Vorlage der in Bezug auf die, hinsichtlich seiner
unter diesen Umständen jedweden Widerspruch ausschließenden,
jedoch durchaus herleitbaren, wenn auch aufgrund des
Kausalzusammenhangs verständlicherweise unzumutbaren
und im Abschließenden als nicht nur verwerflich, sondern als
unentschuldbar anzusehenden Handlungsweise ...
quod erat demonstrandum!

Freispruch, Euer Oehren!

Oder 24 Tages-Sätze und 38 Nacht-Worte!

20.10.2006 um 22:34 Uhr

Die Bierlüge

von: KFM

Von klein auf hat man uns erzählt,
Bier sei etwas Lebendiges,
ein Gärprodukt, und das mache seine Qualität aus.
Dann kamen die Bierdosen auf
und während die Brauerei-Industrie
das Hohelied vom PREMIUM sang
wurde das Bier still und heimlich totgekocht
(homogenisiert),
damit es in der Dose haltbar bliebe.
Und totgekocht wurde totgeschwiegen!

Von klein auf hat man uns erzählt,
das Bier brauche eine dunkle Flasche
weil das Licht der ärgste Feind des Bieres sei
und nur der Lichtschutz seine Qualität erhalte.

Schon längst aber sind die Märkte
mit Bieren in modischen Weißglasflaschen überzogen
die ihm den Charme einer Urinprobe verleihen
und teure Reklamefilme in Premium-Sendezeiten
haben dafür gesorgt, dass es für hippes Lifestyle gehalten wird,
dieses Zeug zu konsumieren!

Was aber ist mit dem Bier,
das nun so schutzlos der Verderbnis des Lichts ausgeliefert ist?
Sind geheime Zusätze darin, die es lichtecht konservieren?
Und entspricht dieses seltsame Flaschenbier
also noch unserem hoch gelobten, heiligen und
viel gepriesenen deutschen Reinheitsgebot?

Fragen Sie mal den Marktleiter
im Getränkemarkt Ihres Vertrauens.
Er bleibt Ihnen die Antwort schuldig.

Und überhaupt:
Wie verträgt sich der Kult um Bier und Brautradition eigentlich
mit der Tatsache, dass es mittlerweile immer öfter
wie Zucker-Limo in schnöde Plastikpullen gefüllt wird
und es wohl nur noch eine Frage der Zeit ist,
bis auch dort der Nuckelverschluss kommt,
der heute schon trendbewusste Wasserfetischisten
zu adulten Säuglingen degradiert.

Wer wendet sich angewidert ab,
wenn sich in der Bierabteilung
die sogenannten "Biermischgetränke"
auf breitester Regalfront dem Verbraucher präsentieren?

Sehen wir den Dingen ins Gesicht:
Der Untergang des Bieres ist besiegelt
und schon bald werden auch die kleinen regionalen Brauereien aufhören,
der Brauerei-Industrie Widerstand zu leisten
und mitschwimmen
im breiten Strom der morallosen Bierverderber.

Wie, ja, wie nur
sollen wir uns dann noch stilvoll, echt und ehrlich
berauschen können?

.

17.10.2006 um 21:47 Uhr

Kratz Fatz

von: KFM

Fratzenkatzen

kratzen mit

Fratzenkatzentatzen

Katzenfratzen

in Matratzen! 

12.10.2006 um 22:00 Uhr

Unser Fleischermeister empfiehlt

von: KFM

[Ding Dong!]

"Meine Damen und Herren,
in der Fleischereifachabteilung heute wieder
großes Schauschlachten mit Kuno Knacker,
dem Erlebnisschlachter Ihres Vertrauens.

Um das Wohl der Schweinelendchen kümmert sich
anschließend unsere esoterische Tierärztin und bietet Ihnen
heute als echte MINUS-Markt-Preisleistung die beliebte
Froschschenkelmassage mit Blutwurst für besonders günstige
14,95 an!

Da heißt es zugreifen und zugreifen lassen!"

[Ding Dong!]

06.10.2006 um 13:52 Uhr

Ode an die Jacke

von: KFM

In der Jacke leben oder: Das Leben in der Jacke


Der Sommer geht zu Ende. Und man kann endlich wieder Jacke tragen.

Nicht, das wir etwas gegen den Sommer hätten. Ganz im Gegenteil!
Der Sommer gehört ordentlich verlängert.

Auf 365 Tage im Jahr. 24 Stunden am Tag.

Das ist gut für die Stimmung, besser für die Laune und
hervorragend für alles andere.

Aber leider nicht gut für das Leben in der Jacke.
Für das Leben in der Jacke braucht es Jackenwetter:
gemäßigte Temperaturen und ab und an etwas Niederschlag.

Jackenwetter ist ein Segen für Menschen, die immer viele Dinge
des alltäglichen Lebens einfach bei sich haben, aber keine Taschen
mit sich herumtragen wollen.

Taschen zum Umhängen,
Taschen zum in der Hand tragen,
Taschen zum irgendwo liegen lassen.
Taschen zum immer drauf aufpassen müssen.

Wie überaus hilfreich hingegen ist da eine gute Jacke.

Nicht so eine Körperbetonte, mit optimiertem Materialeinsatz
und Taschen die nur modische Applikationen sind ...

Sondern eine von der generös geschneiderten weiten und bequemen Sorte
mit reichlich Stauraum und Ablagefächern.

Für die Schlüsselsammlung und das Telefon. Für das Zettelarchiv,
die Hustenbonbons und die Lesebrille. Für Notizbuch, Kamm und Schreibgerät,
für Werbepostkarten, die es kostenlos in Kneipen gibt und für Ansichtskarten,
die man noch in den Briefkasten werfen muss.
Für den Einkaufswagen-Euro, für den Ersatz-Akku, für das Multifunktionswerkzeug.
Für Einkaufsgutscheine, Taschentücher, Kundenrabattkarten und die kleine Apotheke.
Für alles, was der moderne Mensch heute zum Überleben
im Dschungel der Großstädte braucht.

Wer in seiner Jacke lebt, der ist sich seiner Sachen sicher.
Er hat Zugriff auf alles und in jeder Situation.
Das gibt ein gutes Gefühl und enthebt von banalen Zwängen wie
Tagesplanung und Vorbereitung. Was immer der Tag bringt, man ist gewappnet.
Kann von jetzt auf gleich Standorte und Abläufe verändern und an jedem Ort
der Welt aus der eigenen Anwendungsumgebung heraus agieren.

Menschen, die in ihrer Jacke leben, haben eine stabile Basis.
Die Jacke ist Festung und Schneckenhaus. Sie birgt und behütet.
Sie ist Heimat.

02.10.2006 um 16:16 Uhr

Wie ich einmal Klaus Löwitsch begegnete

von: KFM

Es war mitten in der Nacht, irgendwo in Berlin.

Mit einem Musikwissenschaftler durchwanderte ich
die Straßen auf der Suche nach der nächsten Gastwirtschaft.
Auf dem breiten Bürgersteig kam uns ein Mann im Mantel entgegen,
wankend und an Schilderstangen, Laternenmasten und Schaukästen
immer wieder Halt suchend.

Als er an uns vorbei war sagte der Musikwissenschaftler:
Das war er, der Klaus Löwitsch.
Ich schaute mich um und sah ihm nach. Ja, das war er, der Klaus Löwitsch.

Wir setzten unseren Weg fort und wir wussten:
Der Klaus ist einer von uns. Ein ganz Großer!

Ja.

Das ist lange her.