Mi Kasi e su Kasi

13.11.2011 um 01:01 Uhr

Häää?

von: Kasi

Warum die Schriftart im letzten Posting anders aussieht also sonst? Keinen blassen Schimmer, man hat nicht nach meiner Meinung gefragt.

12.11.2011 um 23:14 Uhr

Stehschlaf

von: Kasi

Eigentlich bin ich kein großer Tierfreund. Gut, als Kind wollte ich unbedingt ein Pony haben. Oder einen Hund oder Hasen oder Urzeitkrebs aus dem Yps-Heft. Und eine fleischfressende Pflanze.

Aber darüber hinaus fasziniert mich die Flora und Fauna eher weniger (mein Biologieprofessor aus alten Studienzeiten und meine Zimmerpflanzen würden diese Einschätzung teilen).



Was ich aber gerade über das Schlafverhalten von Mensch und Tier aus der Zeitung meines Vertrauens gelernt habe, interessiert mich nun doch. Schlaf ist nicht gleich Schlaf, neineinein.

 

Jeder - Mensch und Tier oder vielmehr Tier und Tier – hat seine eigenen Schlafrituale. Und da gibt es wirklich ausgefallene:

 

 

Manche, meine Katze zum Beispiel, drehen sich fünf- bis fünfzehnmal um ihre eigene Achse, bevor sie sich auf ihrer Bettstatt niederlassen (im Falle meiner Katze ist die liebste Bettstatt übrigens das eigene Frauchen). Manche buddeln sich ein Loch und schnorcheln in aller Einsamkeit im Schlamm vor sich hin. Manche können nur im Kollektiv. Einige schlafen auf einem Bein, andere mit einer Gehirnhälfte (nicht zu verwechseln mit einigen Menschlein, die eigentlich alles mit nur einer einer Gehirnhälfte tun).



Ich persönlich schlafe zum Beispiel höchst ungern. Schlaf ist Zeitverschwendung. Schlafen bedeutet in der Regel, dass der Tag zu Ende ist. Und direkt im Anschluss ein neuer Tag beginnt. Einfach so. Schnitt, Zeitraffer, neuer Tag. In 5 von 7 Fällen ein Arbeitstag. Pfui.



Hast Du Dir schon einmal ausgerechnet, was von Deinem Tag übrig bleibt, wenn Du im Schnitt acht Stunden in der Pofe verbringst? Ich schon: nix bleibt übrig!

Geht man davon aus, dass ein kompletter Arbeitstag inklusive an- und abhübschen, an- und abreisen und an- und abarbeiten rund 11 Stunden dauert, ist schonmal fast die Hälfte des Tages futsch. Kommen dann noch die acht Stunden Augenpflege dazu, bleiben summa summarum vom Tag lumpige fünf Stunden übrig, um das Leben zu genießen. Oder in anderen Worten: Nix. Und da es der Chef meistens gar nicht gerne sieht, wenn man das Freizeitkonto zu Lasten der Arbeitsstunden aufbessert, bleibt also nur noch die Möglichkeit, am Schlaf zu sparen. Leuchtet ein, oder?



Der Nachteil an dieser Theorie liegt natürlich auf der Hand. Hin und wieder während der wertvollen Freizeit oder auch im Arbeitsleben im Zusammenhang mit Koffeinentzug begehren dann einige Zellhaufen auf und fordern ihr Recht auf Nachtschlaf ein. Sehr ungünstig, manchmal.

Besonders gern genommen ist dieses Phänomen auf Parties, wenn gerade mal kein koffeinhaltiges Ausgleichsgetränk zu bekommen ist, sondern bestenfalls Bier. Und das macht die Sache ja bekanntlich noch schlimmer. Also was tun, wenn nachts um drei beim Schwofen zu so chilligen Songs wie „No sleep“ von Wiz Khalifa die Müdigkeit auf Deine Schultern hüpft und Dir die Augenlider Richtung Zehen zieht?

Ist die Party schlecht, ist der Fall relativ einfach zu lösen. Taxi, Bahn oder Fahrrad und ab nach Hause in die Koje. Ist die Party allerdings gut, hilft nur eins: Vorübergehender Stehschlaf.

Das Ganze ist eigentlich relativ simpel: Du tanzt – die Bierpulle in der Rechten und die Kippe in der Linken zur Balance gut festhalten – und dann schließt Du die Augen und ruhst Dich aus. Nur kurz. Merkt bestimmt auch keiner. Einfach weiterschunkeln, weiter rauchen und weiter trinken dabei, dann fällt auch niemandem drumrum auf, dass Dein Kinn mittlerweile auf Deiner Brust ruht und Deine Bewegungen nicht mehr synchron zur Musik sind – sofern sie es denn vorher waren.

Meistens wird aus der kurzen Ruhepause eine längere, in der Du völlig das Zeitgefühl verlierst. Minuten kommen Dir wie wenige Sekunden vor. Aber spätestens wenn der Zigarettenfilter anschmort und die Flens-Flasche bis zum Bügelverschluß durch Deine Finger gerutscht ist, solltest Du das kleine Päuschen beenden. Glaub' mir, das kurze Power-Napping wirkt Wunder. Und Gelächter von den Umstehenden. Eine Win-Win-Situation für alle Anwesenden. Du wünschst Dir beim DJ einen neuen Song, zum Beispiel „No time for sleeping“ und begibst Dich zurück in die Schlaflosigkeit, denn wer braucht schon Schlaf?!

03.11.2011 um 23:50 Uhr

Kasi blockiert

von: Kasi

Liebe Freunde und Klassenkameraden,

sehr lange herrschte hier in meinem kleinen Blog traurige Stille. Die Sonne brannte heiss auf die wortkarge Wüste, einzig ein paar kleine Schriftgerippe gammelten im Staub vor sich hin, vereinsamt, verwüstet, vernachlässigt.

Ich bin darüber sehr betrübt (ich hoffe, so betrübt wie Ihr). An jedem einzelnen Tag der vergangenen Wochen - ach, Monaten! - war mir das Herz ganz schwer, weil ich einfach nicht konnte. Also, schreiben. Es ging nicht. Kopflähmung. Denkparalyse. Kreativitätshavarie. Mein Kopf war voller Dinge - wichtiger, unwichtiger und äußerst lästiger - und all diese Dinge haben von innen eine Mauer in meinen Schädel gezimmert. Nix ging da mehr raus - und irgendwann ging nicht einmal mehr etwas rein.

Hin und her überlegt habe ich, wie ich wieder in Form kommen könnte? Gehirnjogging vielleicht? Ein Bad in Buchstabensuppe? Eine Kreativitätskur? „30 Minuten einwirken lassen, gründlich ausspülen, und Ihr Gehirn ist wie neu!“ Ich weiß nicht….

Schließlich fiel mir nur noch eine Möglichkeit ein, meine mentale Mauer einzureissen: Schreiben. Einfach schreiben. It’s as simple as that.

Wir werden sehen.

27.07.2011 um 21:00 Uhr

Das große Blog-Freßfest

von: Kasi

Blogigo ist eine Freßmaschine.

Mein letzter Blogeintrag wurde einfach aufgefuttert, ist auf Nimmerwiedersehen im großen Bauch des Internet verschwunden. Dabei ist das Internet doch sonst wie ein Elefantengehirn, das nichts vergisst.

Schade.

06.07.2011 um 16:18 Uhr

Von Schaum- und anderen Küssen

von: Kasi

"Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf" - Daniel Glattauer

Liebe Leute, heute ist der internationale Tag des Kusses, also ran an die Ripp - ähhh Lippchen. 

Kasi küsst derweil ein bißchen mit dem Kopf und wünscht allseits fröhliche Lippenbekenntnisse.

04.05.2011 um 23:03 Uhr

Kasivolutionär

von: Kasi

Als ich so ungefähr 16 Jahre alt war, habe ich mich revolutionärerweise an einer Demonstration beteiligt. Der Hamburger Senat hatte massive Kürzungen im Schulbudget oder irgendeinen anderen Schmuh angedroht – keine Frage, dagegen musste etwas unternommen werden, denn wir wollten nicht auf die Franzbrötchen in der großen Pause verzichten! Meine Klassenkameraden und ich blieben also dem Unterricht fern, holten die Trillerpfeifen raus und malten provokante Protestplakate. Ganz schön wilde Zeiten waren das!


Genau genommen bin ich aber damals nicht auf die Straße gegangen, weil ich empört war. Auch nicht, weil ich revolutionär sein wollte oder gar davon geträumt hätte, einmal in meinem Leben in eine Plastiktüte gekleidet ein Transpi durch die Innenstadt zu schleppen - mein persönlicher, höchst geheimer Lebenstraum bis heute ist vielmehr, einmal als Zuckerstange verkleidet in der Hamburger Weihnachtsparade mitzuwirken. Aber das ist ein anderes Thema.


Ich war jung, egoistisch und der festen Überzeugung, dass die aktuellen Schuletatkürzungen meinen persönlichen Schulhorizont nicht verzerren würden, sondern höchstens für die folgenden Generationen der Schulbankdrücker unangenehm werden könnten, und somit für mich politisch völlig uninteressant seien. Ich hatte eigentlich andere, ganz persönliche Sorgen: Christian, den Typen aus der Parallelklasse, an dem meine Existenz bis dahin völlig vorbeigegangen war. Die Bravo-Fotolovestory. Und nicht zuletzt die immer noch tiefen Wunden angesichts der Trennung meiner großen Idole, Take That. Kurz, ich hatte besseres zu tun, als mich um Politik und Revolution zu kümmern. Meine Motivation, an diesem Tag den Lamy-Füller niederzulegen, war schlicht und schnörkellos: Demo machen bedeutete schulfrei haben!


Ich war kein Querulant und bin es auch bis heute nicht – oder nur selten. Ich werfe nicht mit tierischen Beiprodukten nach Politikern und kette mich nicht nackt an Bahnschienen fest – oder nur selten. Es ist ja nicht so, dass ich keine Meinung zu umwelt- und sonstwie politischen Themen hätte. Aber meine politischen Überzeugungen sind nicht extrem genug, als dass sie mir das Gehirn vernebeln und mich dazu verleiten würden, fragwürdige Parolen an Hauswände zu schmieren oder mit Steinen auf Uniformierte zu zielen (zumal viele Gesetzeshüter in ihren neuen dunkelblauen Uniformen bei mir eher vermehrten Speichelfluß auslösen.)


Bis gestern.


Dazu müsst Ihr – die Ihr die Kasi und ihre Proportionen vermutlich nicht bis ins Detail kennt – wissen, dass ich großes Füße habe. Ziemlich große Füße. Schuhgröße 42. Für eine Frau RIESIG! Die schuhproduzierende Industrie hat ganz offensichtlich keine Freude an Füßen von meinem Kaliber. In meinen Zehennägeln spiegelt sich nicht der Profit. Vermutlich steht der Verbrauch von Materialien zur Produktion eines hübschen Pumpspaares in Größe 42 in keinem vernünftigen Verhältnis zum späteren Verkaufspreis, sodass es sich für die Schuhindustrie nicht lohnt, meine Füße zu befriedigen. Und das ist frustrierend für die Fußbesitzerin.

Ich kaufe nicht gerne Schuhe – ich finde eh keine vernünftigen – und hüte die wenigen, die ich besitze, wie einen Schatz. Und genau da bestand das Problem, gestern.


Ich hatte einen Termin. Keinen Schlabberjeans-Termin, sondern einen Pumps-Termin. Einen Röckchen-Termin. Einen Blüschen-Termin. In der Stadt.


Dazu müsst Ihr – die Ihr Kasis Arbeitsstätte vermutlich nicht bis ins Detail kennt – wissen, dass ich in einem kleinen Speckgürtelstädtchen arbeite. Viele grüne Wiesen, ein hübsches Schlößchen, kleine Lädchen mit so heile-Welt-Namen wie „Monis Blumenparadies“, „Rosis Bücherkiste“ und „Lolas Stoffbüdchen“ in einem mit filigranen Steinchen gepflasterten verkehrsberuhigten Innenstädtchen. Hübsch ist das, die Heimat des Kleinstadtgossip und das Paradies für alle Kleinfamilien und Viebrockhäuser (ich hoffe, die Viebrockhäuser werfen nicht gleich demonstrativ mit Steinen nach mir).

Und durch dieses Kleinstadtidyll tippelte ich nun zu meinem Pumpstermin, zog gekleidet in Röckchen und Blüschen meinen kleinen Kurztriptrolley hinter mir her. Und scheiterte an der filigranen Pflastersteinigung.


Filigrane Pflastersteine sind der Tod für Pumps.


Klar, sie sind schön anzusehen, viel niedlicher als diese klobigen großen Steinplatten. Aber verdammt unpraktisch.

Ich tippelte über den Asphalt, mein Trolley knatterte hinter mir her und sprang von Steinchen zu Steinchen. Abwechselnd knickte ich mit dem rechten und dem linken Fuß zur Seite, sobald meine Absätze einen Zwischenraum zwischen den Steinen erwischten. Tipp knick autsch tipp knick autsch. An einem besonders fiesen Steinchen war es dann um meinen Schuh geschehen. Kasi ging, der Schuh blieb. Der Absatz war zwischen zwei Steinen steckengeblieben, mein Fuß durch die Vorwärtsbewegung aus dem Schuh geschlüpft, ich stand halb-(fuß-)nackt bis auf die Nylonsocke mitten in der Stadt. Fluchend rupfte ich den Absatz aus der Steinchenlücke und tippelte beleidigt mit dem knarzenden Trolley im Schlepptau weiter.


Mein Schuh hatte ernsthafte Verletzungen an seinem besten Stück davon getragen, und Kasi eine Stinkwut. Ich wollte zurückgehen, einen Hammer nehmen und die verdammten Steinchen noch kleiner hacken, als sie sowieso schon waren. Im Anschluß daran zum Rathaus ziehen, die Steinchen davor abkippen und den Bürgermeister via Megaphon darüber informieren, dass ich seine Ansichten von Stadtplanung nicht gutheißen konnte. Ich wollte Flyer verteilen und alle Kleinstädtler zum Protest aufrufen. „Große Steine für große Bürger!“ Oder „Mehr Sicherheit für den Absatzmarkt!“ Oder „Steinchenausstieg jetzt!“


Die Steinchen hatten Glück, dass ich so in Eile war, sonst hätte ihnen Schlimmes geblüht. Dennoch kann ich das nicht auf mir sitzen lassen. Ich werde eine Petition aufsetzen, ein Bürgerbegehren anstreben, Ihr könnt Euch alle beteiligen, in stillem Gedenken an meinen Schuh.


Viva la Revolución!

01.05.2011 um 11:00 Uhr

Smile though your heart is aching...

von: Kasi

1. Mai. Tag der Arbeit. Tag der Steinewerfer. Tag der Trillerpfeifen, eindrucksvoll zu beobachten im Schanzenviertel.

Mir sind Trillerpfeifen und Steine egal. Ich mag den 1. Mai aus einem anderen Grund:

Er ist nicht nur Tag der Arbeit, sondern auch internationaler Tag des Lachens. Die Sonne hat mich heute morgen schon mit ihrem schönsten Lachen geweckt, und auch das kleine Scheißerchen hat heute ganz besonders gute Laune.

Ich trinke meinen Morgenkaffee aus einem Becher mit einem riesigen gelben Smiley drauf. Unter der Dusche unterhält mich meine kleine grinsende Radioente.  Und siehe da: Auf einem der 2399 Fernsehkanäle, die ich seit Neuestem aus aller Welt empfange, läuft Mister Bean - auf slowenisch zwar, aber die nonverbale Kommunikation steht ja eh im Vordergrund.

Kasi schnappt sich jetzt - brave Studentin, die sie ist - den großen Stapel Wissen, den sie sich noch in die Omme prügeln muss, und geht im Stadtpark mit der Sonne um die Wette grinsen. Lachen geht immer, even though your heart is aching. Sagte schon Nat King Cole.

Macht's gut, meine Lieben, und genießt die Sonne!

 

15.04.2011 um 20:41 Uhr

Rimpfgeläut, Baby!

von: Kasi

Freitag Abend. Ausgeh-Abend. Frau P. und Frau Kasi haben diese Partynacht schon lange geplant, dies wird sicher ein unvergesslicher Abend.

Als der große Tag kommt, habe ich aber plötzlich keine Lust mehr. Eigentlich wäre es viel schöner, jetzt auf der Couch liegen zu bleiben, den Akku aufzuladen und bei selbstbestellter Pizza das Unterschichtenfernsehprogramm abzuspulen.

Aber kneifen gilt nicht. Frau P. kommt pünktlich in 2 Stunden zum Warm-Up, und fürs Kleiderkonzept wird’s langsam schon eng. Ich stecke also meinen Ökoakku an die Ladung und starte schwerfällig die Kasimorphose.

Als Frau P. 2 Stunden später wie aus dem Ei gepellt auf meiner Schwelle steht, habe ich gerade einmal die Dusch- und Make-Up-To-Do's abgehakt. Bezüglich der Kleiderfrage ist mein Panikwert derzeit bei 7,7/10, denn der zum Bersten gefüllte Kleiderschrank hat wieder einmal überhaupt nichts passendes zu bieten. Zu groß, zu grün, zu schwarz, zu kurz, zu lang oder zu AchDuLiebeGüteEsWirdZeitFürNeDiät!

Ich lege eine vorläufige Outfitpause ein und kümmere mich erst einmal um die Verköstigung meines Besuchs. „Prosecco oder Erdbeer Limes?“, frage ich. Frau P. lächelt verschmitzt und antwortet „Wir wärs mit beidem zusammen? Ist 'ne super Kombi!“ Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass Erdbeerzeugs und Sprudelbrause sich zusammen gut machen, aber der Gast ist ja bekanntlich König. Also gehe ich in die Küche – mein Ökoakkukabel hinter mir her ziehend – und kippe die fragwürdige Mische in zwei Gläsern zusammen. Heraus kommt ein erstaunlich homogenes Getränk, das absolut zu Anlass und Stimmung passt. Prösterchen!

Jetzt, wo ich in Frau P. eine kompetente Beraterin gefunden habe, klärt sich das Klamottenproblem relativ schnell. Ich führe Frau P. nochmals alle 27 in Frage kommenden Outfits vor und sie entscheidet. Fertig ist die Party-Kasi.

Vom Erdbeersecco schon ordentlich angehauen, machen wir uns gegen Mitternacht in Richtung Partyepizentrum auf. Die Jacken werden im erstbesten Club abgekippt und der erste Kiezcocktail geordert. Prösterchen – nochmal!

Und dann ziehen wir von Kneipe zu Kneipe. Hier ein Tänzchen, dort ein Gläschen, prösterchen, prösterchen!

Als wir im 6. Club des Abends ankommen, registrieren meine Füße einen bekannten Beat. Donna Summer „On the Radio“. Jippieh, sie spielen mein Lied! Die Blasen in den winzigen Pfennigabsatztretern sind vergessen, Kasis Füße tanzen ganz automatisch mit. Tiptiptippelip. In einer mehr oder weniger eleganten Linksdrehung drückt mir jemand ein Bier in die Hand. Danke, thank you, tak, merci, man ist hier international, Rechtsdrehung.

Als der Song vorbei ist, regt sich ein Bedürfnis. Glimmstengel. Ich wanke in die Raucherabteilung und knibble eine Zigarette aus der zerdrückten Verpackung. Mein Feuerzeug ist auf der Toilette dem Keramikmonster zum Opfer gefallen, daher frage ich den erstbesten Raucher: „Haste mal Früher – äh Feuer?“ Er mustert mich mit glasigen Pupillen von oben bis unten und bestätigt meine Anfrage: „Kling – äh klar!“. „Dronke.“

Er hält mir seine Feuermachmaschine hin und ich versuche mit der wiiiinzigen Zigarette die wiiiinzige Flamme, die zudem in des Feuermachers Hand gefährlich hin und her wankt, zu erwischen. Nach 5 Minuten ist der Glimmstengel immer noch nicht an, der Flammenhalter und die Möchtegernraucherin dafür aber eifrig im Gespräch.

„Und was machst Du so beruflich?“ fragt der Feuerdrache, der sich, wie ich erfahren habe, beruflich mit grünen und blauen Flüssigkeiten beschäftigt.

„Rimpfgeläut“ sage ich souverän, zum einen, weil ich mich interessant machen will und zum anderen, weil mir meine eigentliche Profession sowieso gerade partout nicht mehr einfallen will.

„Rimpfgeläut, soso. Das ist doch bestimmt sowas Neumodisches. Wie Röst-Bandita oder KlingKlong Manager. Kann ich den Begriff im Duden finden?“

„Noch nicht“, antworte ich mit ernster Mine „Der Antrag für das Potenzamt liegt noch auf meinem Schropftisch.... äh, Schuppfisch.“

Der Feuerdrache erläutert mir sodann eindrucksvoll, dass die Vermischung von grün und blau nicht immer unbedingt türkis ergibt, sondern – wenn's schlecht läuft – eine tüchtige Explosion auslösen kann. Seine Schilderungen untermalt er mit ausladenden Bewegungen und explosiven Geräuschen: Pcchhhuuuaschbummm! Soso, gefährlicher Job.

Als Frau P. mich Stunden später in der Raucherecke aufgabelt und wir den Heimweg antreten – die Telefonnummer des blonden Giftmischers ist undeutlich auf Kasis Handfläche gekritzelt - himmelt die Morgensonne bereits den Horizont an. Unser Rückweg führt uns am Pizzamann („Einmal Salmen mit Plötze, bitte.“) und am Klamottenlagerungsclub vorbei, der uns die Herausgabe unserer Kleidung verweigert, denn er hat seine Tore bereits vor Stunden geschlossen. Frierend wanken wir gen Taxistand und purzeln auf die Rückbank: „Einmal nach Hause, bitte.“. „Wo genau ist denn Zuhause?“, fragt der Taxifahrer irritiert. Er ist offensichtlich neu hier in der Gegend. „Rimpfgeläut 115, drüben im Osten.“, sage ich souverän, zum einen, weil ich mich interessant machen will und zum anderen, weil mir meine eigentliche Adresse sowieso gerade partout nicht mehr einfallen will. Ich lehne mich zurück und schließe die Augen. Rimpfgeläut, der Taxifahrer wird’s schon finden.

03.04.2011 um 03:24 Uhr

Erkenntnisse zu Vogelgebrüll

von: Kasi

3 Uhr nachts. Der Vogel vor meinem Fenster ist entweder Frühaufsteher oder Nachtschwärmer - jedenfalls brüllt er mich aus seiner Baumkrone heraus höhnisch an - und Kasi hat verschiedene Erkenntnisse gewonnen:

 

1. Wenn Dein Hals sagt, bleib' im Bett - glaube ihm, er hat recht.

2. Singleparties haben ihren schlechten Ruf zu Recht. quod erat expectandum.

3. Wilhelm Busch: "Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut..." quod erat demonstrandum.

24.03.2011 um 00:17 Uhr

Kasis Präservativproblem

von: Kasi

Ja ja, ich habe gerade ein kleines Kreativitätsmotivationstief.

Ich sitze vor meinem blubbernden Netbook (sind blubbernde Geräusche in einem elektrischen Gerät eigentlich normal?), starre auf den Ideenblock zu meiner Linken, den ich überallhin mitschleppe und der bis in die kleinste Ecke mit Blogideen vollgekritzelt ist - und in meinem Kopf passiert gar nichts. Blank, nada, nöx. Wäre ich eine Autorin, würde man diesen Zustand ganz professionell Schreibblockade nennen. In meinem Fall quasi eine Schreibblogade. Ha ha, Schenkelklopfer, Kasi läuft auf kreativen Hochtouren!

Also habe ich mir gedacht, ich überbrücke diese kleine Zwangspause mal mit einem Gedanken, der mir seit ein paar Tagen durch den Kopf geht. Einfach mal so, vielleicht fließt das Chi dann ja bald wieder...

Der Hintergrund: Kürzlich musste ich ein Präservativ kaufen. So ein milchig durchsichtiges Silikonodersonstwelchesgummiding, das man überzieht, um empfindliche Teile zu schützen. In meinem Fall ist das wertvolle Stück mein Neuer. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Es gibt einen Neuen in meinem Leben.

Er ist schlank, rot und von Sony. Er macht Musik, er spielt bewegte Bildchen, und ich liebe ihn heiß und innig. Da ich immer noch im Jungs-rutscht-mir-doch-alle-den-Buckel-runter-Modus bin, verschenke ich mein Herz jetzt eben an Unterhaltungselektronik. Das hat durchaus seine Vorteile.

Unsere Liaison begann, als vor einigen Wochen mein kleiner pinker MP3-Player in einem schwarzen Loch meiner Handtasche oder der Wohnung oder einfach der Großstadt verschwand. Puff, weg, einfach aufgefressen. Es musste dringend ein neues Beschallungsgerät für meine Ohren her. Denn ohne bin ich nur ein halber Mensch. 

Dieses Mal habe ich es ganz erwachsen angestellt. Sonst eher bekannt für unüberlegte Impulskäufe ("Wie, die Schuhe gibt's nicht mehr in meiner Größe? Ok, dann nehm' ich eben diese Digitalkamera!"), habe ich mich diesmal intensivst auf den Kauf meines neuen Begleiters vorbereitet: Budget und Mindestanforderungen definieren, Testberichte lesen, Preise vergleichen. Strategische Partnersuche braucht halt ihre Zeit.

Ein paar Tage später bin ich dann auf Beutezug gegangen. Guten Tag ich hätte gern den da ja in rot nein keinen anderen nein auch keine Versicherung bitte keine Diskussion ich bin wohlinformiert über das Produkt das ham'se wohl nicht erwartet und ja Kassenbon bitte danke und schönen Tag noch.

Und nun gehört er mir. Der Gute. NWZ-E453R heißt er. Schön, fast schon poetisch, so melodisch, in gewisser Weise. Und diesmal geht er mir nicht mehr verloren, der Süße. Und kaputt geht er auch nicht, der Süße. Das habe ich mir – und ihm - geschworen.

Die ersten Wochen waren so wunderschön mit meinem neuen Schatz. Was wir alles unternommen haben! Gelacht haben wir - na gut, nur ich habe gelacht, und das nicht zu knapp! Melancholische Stunden haben wir geteilt. Unzertrennlich sind wir, mein Schnuffelhase und ich. Aber ein Problem gibt es mit dem Mausezähnchen: Er ist empfindlich, äußerlich. Kaum war eine Woche in Kasis wohlbehütenden Armen vergangen, da hatte er schon ein kleines Kratzerchen im Gesicht. Sorry, Hase!

Und weil ich das Bärchilein zukünftig vor weiteren Verletzungen schützen will, habe ich ihm einen Überzieher gekauft. Ein Markenprodukt, schweineteuer, aber perfekt zugeschnitten auf den schlanken Körper meines Hasenherzens. TÜV-geprüft und mit Sicherheitssiegel, der MaxiCosi der Musikelektronik. Der MP3-Präser ist aus schmeichelweichem Silikongedöns, hübsch anzusehen, sehr flexibel, aber leider ein Dreckmagnet. Flusen, Stäubchen und Härchen, was immer ihm in die Quere kommt, zieht er an wie eine Oase den Büffel... oder so. Die einzige Möglichkeit, dem zu entgehen und zukünftig nicht nur einen intakten, sondern auch dreckfreien Liebling zu haben ist, für den Player-Präser noch einen Präser zu kaufen. Ein Hartschalenprodukt, stoßfest, schmutzabweisend und mit hohem UV-Filter. Aber sowas gibt’s natürlich mal wieder nicht. Und das ist nicht in Ordnung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die einzige bin, die sich mit solchen Problemen rumplagt. Das ist doch eine Marktlücke!! Oder nicht?

Hase und mir würde so ein Überüberzieher jedenfalls zu einer wesentlich stabileren Beziehung verhelfen. Und wie alle Liebenden auf dieser Welt wäre ich bereit, für das Wohl meines Geliebten eine Menge zu tun. Und daher geht mein Aufruf heute an die Schutzhüllenindustrie: Baut mir einen Überzieher, denn All You Need Is Love!

25.02.2011 um 18:07 Uhr

Tatatataaausend...undeins.

von: Kasi

Nu isses passiert, die Schallgrenze ist durchbrochen.

Den Blumentopf hat der einzige Leser an sich gerissen... über Steak oder Hybridmöhren diskutieren wir nochmal... vielleicht wird's auch ein Nudelauflauf, ne? :o)

Danke, dass Ihr alle da seid. Bleibt doch noch ein bißchen, es ist so schön mit Euch.

 

25.02.2011 um 13:09 Uhr

Das große M

von: Kasi

Liebe Leute,

die Knallkörper liegen bereit, der Sekt ist gekühlt, die Hybridmöhren sind geschält... nun liegt es an Euch! Wir sind noch 9 Besucherchen von der 1000 entfernt, und Frau Kasi ist aufgeregt wie ein Teenager vor dem ersten Date. Nachdem das Silvesterfest schon schweinegrippenmäßig ins Wasser gefallen ist, freue ich mich, jetzt doch noch die Korken knallen lassen zu können.

Damit ich den 1000sten vom 999sten und 1001sten unterscheiden kann, möchte ich Euch bitten, mir einen kleinen Kommentar zu hinterlassen. 

Also, 9,8,7,6....

Viele Grüße von

der den Zählerstand gebannt beäugenden Kasi

 

 

22.02.2011 um 00:16 Uhr

Millennium

von: Kasi

Übrigens, liebe Leute - Kasis Blog braucht nur noch 68 Besucher, bis endlich die 1000 voll sind.

Dem 1000sten koch' ich 'ne Karottensuppe, also, wiederkommen und weitersagen! :o)

21.02.2011 um 23:50 Uhr

Latte Aggressione

von: Kasi

Es ist 6 Uhr morgens und die Kälte draußen ist stockfinster. Ein Umstand, der eigentlich nicht weiter erwähnenswert wäre, denn um 6 Uhr morgens ist sowieso nicht die richtige Zeit, um das Haus zu verlassen – höchstens die richtige Zeit, um nach Hause zu kommen.


Ich bin nur selten morgens um 6 schon unterwegs. Auch nicht um 7. Höchstens um 8. Aus gutem Grund.

Ich lebe ökologisch bewusst und laufe daher auf Solarenergie. Kein Licht, keine Kasi. Ganz einfache Rechnung.


Heute aber muss es sein. Mein Flug in den Kurzurlaub geht pünktlich um 7:40 Uhr. Pfui, wer bucht denn sowas?!

Und so wanke ich - für meinen Geschmack mitten in der Nacht - schlaftrunken aus dem Haus und schnurstracks in die Bäckerei, um einen dampfenden Plastikbecher des frischgebrühten Lebenselixiers „Kaffee Marke Togo“ zu erstehen. Doch dort erwartet mich das Grauen.


Ein pubertierender Endteenager begrüßt mich mit einer für diese Uhrzeit unangemessenen Fröhlichkeit. „Einen wunderschönen Guten Morgen, die Dame! Was kann ich Ihnen Gutes tun?“, flötet er. Seine sonnige Melodei schmerzt in meinem Ohr. Wie bitteschön kann jemand in aller Herrgottsfrühe so frisch und ausgeruht sein?

„Kaffee. Bitte“, raune ich ihm mit letzter Kraft zu. Mein ökologisch bewusster Akku blinkt.

„Zum hier trinken oder unterwegs geniessen?“, fragt mich das Grauen des Morgens. Geniessen? GENIESSEN?


Ich überlege, ob ich dem Strahlemann mal Inhaltsstoffe, Dosierung und Anwendungsgebiete von Kaffee erläutern und ihn weiterhin darüber aufzuklären sollte, dass Kaffee für mich keineswegs Genußmittel, sondern Treibstoff ist, aber mein Sprachzentrum ist um diese Uhrzeit noch nicht zu solch sprachlichen Wortgewandheiten in der Lage.

Also sage ich stattdessen mit ausgetrockneter Zunge: „Für unterwegs. Bitte.“ Mein Akku verlangt nach einem Ladekabel.

Ich hatte gehofft, dass damit alle Unklarheiten beseitigt seien und man mir nun einen dampfenden Becher überreichen würde. Falsch gedacht. Meine Hoffnungen auf ein schnelles Ende meiner Qualen werden von dem pickeligen Energiebündel zerstört: „Möchten Sie ein Flavour? Wir haben 'Süßholz', 'Balance' und ganz neu, 'Morgenfrische'.“

Ich starre ihn verständnislos an. Der Akku piept verzweifelt.

„Nur Kaffee. Bitte.“

„Milchschaum?“

„Nein.“

„Zimtpulver?“

Mein Akku liegt in den letzten Zügen.

„Nein.“

„Ein Knusperbrötchen?“

„Nein, nur Kaffee, verdammt!“ Verzweifelte Worte geformt aus dem letzten Saft eines ökologischen Akkus.

Er schaut mich irritiert an. Solch offensichtlichen Widerstand gegen seine vermutlich in den USA patentierte Strahlemanntaktik ist er offensichtlich nicht gewohnt. „Oh man, Sie haben den Kaffee echt nötig!“

EBEN! SAG ICH DOCH!

Endlich – gerade noch rechtzeitig, bevor meine Batterien in Generalstreik treten – reicht er mir das heißersehnte Lebenselixier.

Ich trinke den halben Becher in einem Zug aus, ungeachtet der Tatsache, dass ich meine Zunge vermutlich anschließend in einen Brandwundenverband einwickeln muss. Leben strömt zurück in meinen Körper. Meine Batterien senken die Protestschilder, legen die Trillerpfeifen nieder und nehmen den Betrieb wieder auf.

„So. Und jetzt hätte ich gerne ein Knusperbrötchen. Vielen Dank.“

14.02.2011 um 00:43 Uhr

Ganz oder gar nicht

von: Kasi

Valentinstag. Kasis Begeisterung ist grenzenlos. Jedes Jahr wieder, und dieses Jahr ganz besonders.

Es gibt meiner Ansicht nach nur zwei Möglichkeiten, den Valentinstag zu begehen:

 

1.  Die Liebe bis zum Erbrechen zelebrieren. Rosa Herzchen an den Bildschirm kleben. Rosenblätter um den Schreibtisch herum verteilen. Schwulstige SMS verschicken und jeden seiner Facebook-Freunde mit kitschigen Gedichten vollspamen. Abends ein romantisches Candlelightdinner kochen... mit viel Chili und Artischocken.

 

2. Den Eingang zum Standesamt zumauern, den Liebeswahnsinnigen unauffällig ins Essen spucken, die Herzchenschokolade aufkaufen und zeremoniell im Schokobrunnen versenken.

 

Ihr habt die Wahl. Ich habe meine getroffen.

 

Weiterhin verweise ich auf den 14. Februar 2010.

 

http://www.blogigo.de/Kasi/Valentin-rest-in-peace/3/

 

Nüchterne Grüße

Kasi