Synapsensalat

10.06.2009 um 15:40 Uhr

Abschied

von: Kiddolu

So, nach einigem Ausprobieren verlasse ich nun Blogigo, und bin stattdessen hier anzutreffen. War nett hier, aber Google hat mich letztendlich überzeugt (und dass ich Google liebe, ist nichts Neues für den aufmerksamen Blogleser der letzten Jahre).

In diesem Sinne: Adios! Fröhlich

07.06.2009 um 20:48 Uhr

Twittern

von: Kiddolu

Zunächst mal in eigener Sache: Das Blog wurde soeben einer radikalen Umgestaltung unterzogen, allein weil sich einiges geändert hat. Es schimpft sich nun "Tiefkühlkost", weil ich so oft darauf zugreife, wie auf tiefgefrorenes Essen, also eher selten. Und selbst dann stellt sich die Frage:  Schmeckt das Aufgewärmte wirklich?
Es gibt durchaus Zeiten, da esse ich sehr häufig Tiefkühlkost, und so werde ich es auch in Zukunft mit diesem Blog handhaben, also darauf zugreifen, wenn ich Lust habe auf eine virtuell-textuelle Pizza.
Fröhlich 

Übrigens vergleiche ich das Bloggen bewusst mit dem Vorgang des Pizzaessen, weil das meistens lecker ist und satt macht. Damit schlage ich direkt die Brücke zu Twitter, was ich eher mit Nasi Goreng vergleiche, einem wie ich finde nicht schmackhaften Tiefkühlgericht, das höchstens sättigt, aber mir persönlich ansonsten wenige Vorzüge bietet. Geschmackssache, wie immer.

Dennoch die Frage an alle Twitterer: Wieso twittert man? Bei Zapp sah ich neulich, dass u.a. Bundestagsabgeordnete dieses Medium benutzen, um den Wähler zeitnah z.B. über Parteitage und deren Inhalte zu informieren. Dennoch schrieben auch diese Politiker, dass sie abends ne fette Currywurst aßen. Was hat das dann noch mit relevanten Informationen zu tun? Ein Blog ist in diesem Sinne auch irrelevant, aber es fördert wenigstens nicht die Sprachverarmung, weil man nicht gewzungen ist, sich im SMS-Stil auf 140 Zeichen zu beschränken.
Sind beide virtuellen Kommunikationsmittel komplett überflüssig? Womöglich ja. Aber ist man als Twitterer nicht stärker an die Leser bzw. Abonnenten gebunden? Wahrscheinlich auch eher nicht, wie beim Bloggen auch. Also, liebe Twitterer, belehrt mich, denn es interessiert mich wirklich: Wieso twittert ihr? Fröhlich

04.03.2009 um 14:10 Uhr

Einstürzende Altbauten

von: Kiddolu

Den Einsturz des Kölner Stadtarchivs halte ich wie ungefähr der Rest der Bevölkerung für eine Katastrophe. Nicht zuletzt wegen des vermissten Ehepaars. Allerdings schäme ich mich etwas, dass ich den möglichen Verlust der ganzen unersetzlichen Dokumente für genauso schlimm erachte! 

"Das Kölner Stadtarchiv umfasst Dokumente aus mehr als tausend Jahren Kölner und rheinischer Geschichte, unter anderem 65.000 Urkunden, 104.000 Karten und eine halbe Million Fotos. Auch zahlreiche Nachlässe, darunter des Schriftstellers Heinrich Böll befinden sich in dem Archiv. Die früheste Urkunde stammt aus dem Jahr 922. "Wir wollen retten, was noch zu retten ist", sagte der Kölner Oberbürgermeister. Dies werde aber noch einige Tage dauern."

Tjo.

Wofür ich mich allerdings wirklich schäme, sind meine zweiten Gedanken, nachdem ich von dem Einsturz hörte! Diese beschränken sich auf die Zeilen meines Lieblings-Punk-Songs von der Band S.Y.P.H. mit dem Titel "Zurück zum Beton". Ich hoffe, dass die Vermissten noch geborgen werden, so dass sich meine Scham über folgenden Ohrwurm auflöst:

[...]
Zurück zum Beton
Zurück zum Beton
Zurück zur U - Bahn
Zurück zum Beton
Da ist der Mensch noch Mensch
da gibt's noch Liebe und Glück
Zurück zum Beton
Zurück zum Beton

Ekel Ekel Natur Natur
Ich will Beton pur
Blauer Himmel Blaue See
Hoch lebe die Beton Fee
Keine Vögel Fische Pflanzen
Ich will nur im Beton tanzen
Fröhlich

 

16.02.2009 um 18:52 Uhr

Buddenbrooks, oder: "Wie beliebt?"

von: Kiddolu

Ui, dieses Blog hier liegt schon viel zu lange brach. So ist das mit der Schreibfaulheit. Eventuell ändert sich das nach meinem Aufenthalt in der Hauptstadt wieder; ich weiß es nicht.
Dennoch möchte ich über die vierte Buddenbrooks-Verfilmung schreiben, die ich direkt an deren Startwochenende geschaut habe. Um die Rezension zu verkürzen, liste ich alles, was mir jetzt noch einfällt, in Stichpunkten auf. Vorab soll aber schon einmal resümierend gesagt sein, dass ich natürlich weiß, dass man in einen knapp 150 Minuten dauernden Film keine 1000 Seiten Roman packen kann. Dennoch wunderte ich mich anschließend, dass ich mich streckenweise gelangweilt habe, denn meine Erwartung war, dass der Film im Schweinsgalopp alles wichtige ankratzt und abhandelt. Der Schweinsgalopp wurde durch die Erfindung der Langatmigkeit ausgetauscht, d.h. einige wenige Motive wurden wortwörtlich in epischer Breite dargestellt. Langweilig. Teilweise. Übrigens war meine Begleitung eine Nicht-Buch-Kennerin und fand es laut eigener Angabe "gar nicht wirklich übel". Was soll ich dazu sagen? Keine Erwartungen, keine Enttäuschung? Literaturverfilmung einfach nicht mehr ansehen? Letzteres mag wahr sein, wenn man sich hinterher nicht schwarz ärgern möchte. Schwarz geärgert habe ich mich schließlich nicht, maximal hellgrau. Aber, sei es drum, erstmal das Positive, denn so fängt man Kritik doch geschickterweise an, oder nicht?

+ Dass Hanno Buddenbrook aussah wie ein Mädchen, fand ich toll und sehr passend!
+ Thomas' Sterbeszene war bis auf ein winziges Detail perfekt! Ich war sehr gerührt und auch die Verabschiedungsszene an seinem aufgebahrten Körper war toll.
+ Gerda! Meine Güte, wo hat Dr. Breloer diese wunderschöne Frau aufgetan? Wegen ihres Äußeren steht sie unter den Positiv-Anmerkungen.
+ Christians Verfall! Sah man nicht nur äußerlich. August Diehl war schon ein guter Christian, aber teilweise zu harmlos.
+ Lübeck, die gesamte Kulisse und die Kostüme waren traumhaft. 

- Zuviele Personen haben gefehlt! Wo waren Sesemi Weichbrodt, Clara, die nervigen Nichten und der alte Konsul? Den alten Konsul hat man schon mal in dem 50er Jahre Film ausgespart und jetzt frage ich mich: Wieso? Der ist nicht nur witzig, sondern vor allem mal wichtig.
- Tony! Jessica Schwarz ist toll, aber sie war fehlbesetzt als naive Tony. Diese Film-Antonie war in allen Hinsichten zu scharf. Und viel zu emanzipiert. Von Naivität überhaupt keine Spur. Da man sonst leitmotivisch alles wie im Roman belassen hat, frage ich mich, warum ausgerechnet an ihrer Figur gekaspert wurde? Und viel nerviger: Die ganze Tony-Handlung hat Zweidrittel des Films ausgemacht. Dennoch wurde das Lustigste auch wieder ausgespart: Die bayrische Beleidigung sowie Tonys Tochter, der bekanntlich genau das gleiche passiert wie ihrer Mutter! Tony bekam also niemals ein Kind, war aber konstant in Morten veknallt (daran wird immer wieder erinnert...).
- Der Brüderstreit war viel zu harmlos. Sehr schade, das sind meine Lieblingsstellen im Buch.
- Warum schlägt Thomas seinen Sohn? War eine Übertreibung, die nicht sein musste.
- Gerda! Äußerlich top, schauspielerisch so nichtssagend wie ein Stück Fleischwurst.
- Iris Berben war in der Tat schrecklich. Eine kaltherzige Kuh in schicken Kleidern. Aber, ihre Rolle war klein und einmal hat sie mich zum Lachen gebracht: Als Tonys zweiter Ehemann nach Lübeck kommz und bei Tonys Mutter vorspricht, redet er in tiefstem Bayrisch mit ihr, worauf sie nur jedes Mal hilflos fragt: "Wie beliebt?" Sowas in der Art geht mir auch durch den Kopf, wenn ich Bayern reden höre.
- Andauernd gab es Rückblenden, damit man bloß daran erinnert wird, was vor einer Stunde passierte. Hielt Dr. Breloer den Zuschauer für so blöd, dass er ihm nur eine Gedächtnis von zehn Minuten Dauer zuschrieb?
- Thomas' Macken bzw. Ticks bzw. Neurosen sein äußeres Erscheinungsbild betreffend wurden auch nicht erwähnt/gezeigt, was doch sehr, sehr schade ist.

So, momentan fällt mir nicht mehr ein. Alles in allem überwiegen die negativen Eindrücke, aber das ist nicht so schlimm.
Neulich sah ich diese 80er Jahre Verfilmung von Der Zauberberg. Seltsamerweise war der kaum länger als Buddenbrooks, hatte aber dennoch mehr vom Roman umgesetzt. (Der Zauberberg ist länger als Buddenbrooks). Dafür war Hans Castorp unerträglich und mindestens so talentiert wie...ich, nämlich gar nicht. Er klang so, als würde er alles stur ablesen und hatte dabei eine Mimik wie Til Schweiger (=einen Gesichtsausdruck). Im Theater war ich auch noch und habe Der Zauberberg gesehen, aber das war von ganz anderem Kaliber...

Als nächstes gucke ich Effi Briest!

23.12.2008 um 17:50 Uhr

Dem Helmut zum 90.

von: Kiddolu

Herzlichen Glückwunsch, Helmut Schmidt! Ich wünsche dem Politiker a.D., den ich verehre (eventuell sogar vergöttere), dass sein Kopf seinen lädierten Körper weiterhin und noch lange Jahre am Leben erhält bzw. zum Durchhalten zwingt.
Momentan wird Helmut Schmidt bereits seit Wochen medial bejubelt und geehrt und irgendwie bekommt das Gefühl, dass es aktuell "in" ist, Helmut Schmidt toll zu finden. Das finde ich doch recht seltsam, aber nun gut, sei es drum. Ich finde Helmut Schmidt schon etwas länger toll, und warum? Das erste, was mir an ihm auffiel, als ich ihn gesehen/gehört habe, war/ist seine brillante Rhetorik. Das ist der ausschlaggebende Grund, weswegen ich Helmut Schmidt grandios und inspirierend finde. Also nochmal, lieber Helmut Schmidt:
Ick wünsch Di allns Gode ton Geburtsdach!

17.12.2008 um 18:35 Uhr

Weiße Hosen aus Athen...

von: Kiddolu

Lange Zeit lag das hier brach und eventuell blogge ich auch demnächst mal über die verflogene Zeit, das Praktikum etc. Aber jetzt geht es darum, eine eminente Tatsache niederzuschreiben:

Männer, die in ihrer Freizeit weiße Hosen tragen, gehen gar nicht! Gegen berufsbedingtes Tragen des weißen Beinkleides wie beispielsweise bei Ärzten würde ich nie etwas sagen. Gegen Männer, die weiße Jeans oder viel schlimmer: weiße Stoffhosen tragen, weil sie denken, es sähe schön aus, erhebe ich dennoch meine mahnende schriftliche Stimme und sage: Nein, schön ist anders. Jedem so, wie es ihm gefällt, schon klar, dennoch habe ich gegen Kerle in weißen Hosen eine gewisse abstoßende Befremdlichkeit entwickelt (vor allem, wenn solch eine Weißhose solariumbraun gebrannt ist und in seinem Muskelshirt seine Mitgliedschaft im Dorf-Fitnessclub beweist). Wem's gefällt, bitteschön.
Zu Frauen in weißen, hautengen (Hüft)Hosen (in denen man wahlweise den knallfarbenen Tanga sieht, natürlich unabsichtlich) fällt mir nur ein gemeiner Kommentar ein, den ich mir hiermit erspare. Über weiße Stiefel habe ich mich schon einmal geäußert, glaube ich, in Zusammenhang mit den Nutten.

 

02.11.2008 um 18:21 Uhr

Transennutten

von: Kiddolu

Vorgestern: Lange, urinblonde Extentions, kein Hintern in der Hose, Stöckelschuhe, langer drahtiger Rücken, insgesamt sehr groß - mein erster Berliner Transvestit, dachte ich! Dann drehte sich das menschliche Wesen um und ich versank erstmal im weit ausgeschnittenen Dekolleté mit Titten (ich benutze bewusst den saloppen Ausdruck!), die mich hoch aufgerichtet anstarrten. Bei diesem Anblick dachte ich zuerst noch: Die sind gemacht, also wirklich eine Transe. Aber nein, Pustekuchen, es war wohl doch eine Frau, wie mir Gesicht und Stimmlage verrieten. Die vermeintliche Transe unterhielt sich nämlich beim Umdrehen mit ihrer Doppelgängerin, was mich verwirrte, denn eine hässliche 'Frau' in dem Format müsste genug sein für die Menschheit.
Jedenfalls kam ich von meinem Transvestiten-Gedanken nicht los und teilte meiner Begleitung auch mit, dass ich diese Damen für männlich halte. Die Begleiter urteilten anders über die zwei: "Sieht doch geil aus!" Noch geiler wurde es, als plötzlich alle fünf Meter Frauen in derart Outfit (=Stöckelschuhe, schlecht angeklebte Extentions, Lack-Corsage, extremes Make Up made in Ostblockländern) auf dem Gehweg standen: NUTTEN! Yeah, Nutten! Nutten, die aussehen, wie Männer, die aussehen wollen wie eine Frau- Doppel-Yeah!
Allerdings sahen diese Prostuierten leider alle sehr, sehr billig aus, die aber ihre Wirkung auf ihre Zielgruppe nicht verfehlt haben (wie das Urteil meiner Begleiter bewiesen hat). Im Vergleich zu den Hamburger Reeperbahnnutten sah man hier deutlich diesen östlichen Einschlag im Gesicht - mir gefielen die Hamburger Huren besser! Allerdings, wenn die Berliner Schau- und Spaßobjekte doch männlich sind (ich halte an dieser These fest), dann steht es unentschieden im "Wer hat die schöneren Nutten"-Kampf.

Alles in allem warte ich immer noch auf meinen ersten Berliner Transvestiten! Ich habe hier schon soviel Verschiedenartiges (Menschliches) gesehen, nur das (noch) nicht. 

12.10.2008 um 18:39 Uhr

Neulich am Ku'damm

von: Kiddolu

Ich befand mich neulich in der wabernde Shopping-Masse ohne klar definiertes Ziel, außer vielleicht gemütlich über den Ku'damm zu flanieren, wie der Rest der namen- und gesichtslosen Menschenschar. Plötzlich sah ich vor mir an einen der alle zehn Meter auf dem Gehweg stehenden Bäume (, die womöglich den Kurfürstendamm wie eine Allee aussehen lassen sollen) angelehnten Mann, der offensichtlich in einen Hundescheißhaufen getrampelt ist. Baum und Tretminenopfer befanden sich parallel zu irgendeinem Designer-High Fashion-total überteuert-Geschäft und das sich ergebende Gesamtbild könnte nicht metaphorischer für Berlin sein! Reich ist direkt neben arm angesiedelt, oder bildlicher: Wohlhabend und Würstchen vereint.
Was die Grenze zwischen Arm und Reich betrifft finde ich, dass Berlin eine Stadt der Extreme ist. Hier bekommt Hartz IV mannigfaltige Gesichter, genauso wie die oberen Zehntausend. Aber, so ist das nunmal in Großstädten. Meine Heimat ist eher geprägt durch eine gesunde Mittelschicht, die ich hier beispielsweise noch nicht direkt ausmachen konnte. Gut, das mag daran liegen, dass ich jetzt jeden Morgen Richtung Neukölln fahre und dort schließlich umsteige. Meine Güte, dort am Bahnhof sehen die Menschen übrigens aus wie aus dem Prime-Time-Programm von RTL II! Um mich nicht falsch zu verstehen: Ich habe keine Neukölln-Aversion, aber mein Mitleid für diese sozialschwachen Menschen hält sich auch in Grenzen, allerdings in weit gezogenen.
Ich hoffe nur, dass ich niemals in die Tretmine der 'sozialen Schwäche trete!

12.10.2008 um 18:25 Uhr

Aktuelles zu Reich-Ranicki

von: Kiddolu

Dass ich den Grand Segnieur der Literaturkritik verehre, ist dem Stammleser nicht unbekannt. Dass sich Marcel Reich-Ranicki bald aufgrund seines fabulösen Auftritts beim Fernsehpreis nun auch TV-Kritiker nennen darf, ist noch grandioser. Herrlich, er ist im TV in hoffentlich alter gehobener Motz-Manier zurück! Ich freu mich!

09.10.2008 um 17:29 Uhr

Berliner Eindrücke

von: Kiddolu

Tja, was soll ich zu der Stadt sagen, die jeder mindestens vom Hörensagen kennt und deren Sehenswürdigkeiten auch keine besondere Neuigkeit darstellen? Nicht viel.
Empfangen wurde ich letzte Woche von Regen und Sturm, der sich auch bis Donnerstag hielt. Dann ging das Sightseeing-Programm los. Bisher wurde alles mal begafft; die Museen fallen in die jeweiligen trüben, kalten Wochenenden.

Viel "spannender" ist sowieso meine neue Wohnung! Zwischengemietet von einem Paar, das sicherlich seit der zehnten Schulklasse zusammen ist. Meine Güte, hier steht bzw. stand überall Dekokram: kleine Schalen gefüllt mit Duftblättertrockenkitsch beispielsweise. Wirklich grandios finde ich allerdings die große Uhr, die auf der Toilette hängt. Man stelle sich eine große Wanduhr vor - so eine, die normalerweise in Küchen hängt -, wobei auf dieser ein Foto vom besagten Vermieterpärchen das Ziffernblatt ziert. Ich finde, dass das 'Scheißhaus' der absolut perfekte Ort für solch kreative, niedliche Uhren ist! Jedenfalls halte ich eine solche Eigenmotiv-Uhr mal als behinderte Geschenkidee im Kopf - nicht!

Die Waschmaschine! Die hiesige Waschmaschine quält mich ganz aktuell, weil sie sich weigert abzupumpen! Ein Modell anno dazumal, das schon undicht ist. Ich hoffe, dass das nervige Ding das halbe Jahr durchhält, ansonsten??? Immerhin habe ich den Vermiertern letzte Woche bereits mitgeteilt, dass die Waschmaschine undicht ist und darauf kam natürlich der zu erwartende, geschockte Ausspruch: "WAS? Das hat die ja bei uns noch nie getan, komisch..." Ja klar.
*Brandaktueller Zwischenstand: Sie rührt sich gar nicht mehr*

Und sonst? Am Montag geht's mit der Arbeit los. Heute war ich mal zum ersten Kennenlernen da und ich weiß noch nicht, ob das gut oder schlecht wird. Das kleine, sehr überschauliche Team scheint nett zu sein. Vier Frauen und - selbstverständlich - ein Chef. Der Chef, der optisch immer noch in seinen Mitzwanzigern hängt, hat auf mich auch direkt wie der typische Chef gewirkt: Hört sich selbst am liebsten reden und scheint trotzdem etwas verpeilt zu sein. Aber durchaus sympathisch. Ich bin gespannt! Es gibt wenigstens ein bisschen Geld, juhu.

So, jetzt muss ich mich noch mal um das Blödteil namens Quälmaschine kümmern.

21.09.2008 um 18:31 Uhr

Hauptstadt

von: Kiddolu

In genau acht Tagen verlasse ich für gute fünf Monate meine Heimat, meine Studentenstadt und mein gewohntes Leben, wenn man so will. Projekt: Praktikum geht in die zweite Runde und dient dem übergeordneten Ziel Mission: Job, später, nach dem Abschluss. Denn ohne Berufserfahrung sieht es mies aus für Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt, da kann die Magisternote noch so toll sein!
Dieses Mal geht's in die Hauptstadt, in der ich noch nie war! Unglaublich, oder? Aber ich bin einfach noch nicht dazu gekommen Berlin zu besuchen. Das wird dann bald ein ausgedehnter Besuch, auf den ich mich freue, da ich meine Wahlheimat mittlerweile leiden kann wie Fußpilz.

Kommende Woche ist demnach vollgestopft mit Orgakram, Stress, Leute verabschieden und natürlich Panik! Trotzdem wird bestimmt alles gut. Ich freue mich! Fröhlich

21.09.2008 um 18:19 Uhr

MIA. - Mein Freund: Eine Korrektur!

von: Kiddolu

Ich nehme meine ursprüngliche Aversion gegen das Lied zurück und ganz MIA.-typisch finde ich es nun doch gut. So ging es mir bisher bei fast allen neuen MIA.-Sachen, einzig die "Zirkus" kann mich immer noch nicht überzeugen.
Das neue Album "Willkommen im Club" ist besser als "Zirkus", aber lange nicht so grandios wie "Hieb&Stichfest". Gut, das ist auch schwer...Tanzbar ist die neue CD, aber mir fehlt leider immer noch das verrückte Moment und das Elektro-Bumm Bumm.

Letzte Woche hörte ich das 1Live Radiokonzert von MIA. und: ES GEHT DOCH WIEDER!! Nachdem die Band sich ja auf der Zirkus-Tour grundlos, aber eisern geweigert hatte, "Kreisel" oder "Machtspiele" live zu spielen - was ich wirklich für das Allerletzte hielt und was meinem Fan-Status einen Knacks verpasst hat -, haben MIA. letzte Woche immerhin "Machtspiele" wieder zum Besten gegeben! Das hat mich wirklich sehr gefreut, zumal das zu meinen absoluten Lieblingsliedern gehört. Witzig auch, dass das sonst stets hörbare Publikum bei diesem Song absolut stumm blieb - hallo, Modefans!
Jetzt überlege ich mir, ob ich sie bald noch einma live gucken will. Am liebsten aber wieder mit der Begleitung von 2004, denn das Konzerterlebnis war einzigartig!

05.09.2008 um 20:49 Uhr

"Bildungsabschluss und Arbeitslosigkeit hängen zusammen"

von: Kiddolu

So hieß es heute in meinen hiesigen Radionachrichten. Mein spontaner Kommentar dazu, welchen ich dem leblosen Radio erwiderte, war: "Nee, echt??!!"
Mal ehrlich: Was genau an dieser Erkenntnis ist neu? Nichts, oder? Vielleicht ist diese nun offensichtlich empirisch belegte Tatsache lediglich für diejenigen mit niedrigem oder keinem Bildungsabschluss neu? Trotzdem, sowas muss doch nicht in den Nachrichten erwähnt werden (in der Tagesschau anscheinend auch)? Wer einen niedrigen Schulabschluss oder gar keinen hat, ja, was kann der vom Arbeitsmarkt erwarten? Bzw.: Was kann der Arbeitsmarkt von diesem erwarten? Schweres Thema. Leidiges Thema. Unfaires Thema für die Betroffenen? Ich weiß nicht, mein Mitleid für geistig faule Menschen hält sich in Grenzen. Denn kein Schulabschluss bedeutet ja nicht gleichzeitig Dummheit. Hat auch viel mit Faulheit zu tun.
Dennoch, die mediale Erkenntnis des Tages hätte ich auch ohne Empirie mit Sicherheit gewusst, dank des gesunden Menschenverstands. Oder hat schon mal jemand einen Hauptschulabsolventen ohne Mittlere Reife in der beruflichen Position "Ministerialbeamter" gesehen?

02.09.2008 um 23:50 Uhr

Til und Daniel

von: Kiddolu

Was haben Til Schweiger und Daniel Brühl gemeinsam?

1. Beide sind maßlos überbewertete deutsche Schauspieler.
2. Beide kriegen beim Sprechen die Zähne nicht auseinander.
3. Beide sprechen mich persönlich optisch nicht an.
4. Beide können nur einen Gesichtsausdruck vorweisen: den gelangweilten Blick. Konsequenz für den Zuschauer: dementsprechend langweilig und scheiße.
5. Beide spielen in Quentin Tarantinos neuem Film "Inglorious Bastards" mit!
 
Letzteres ist unfassbar, denn Deutschland hat soooooo viele talentierte, wirklich grandiose Schauspieler vorzuweisen, und wer wird von meinem US-amerikanischen Regiegott ausgesucht? Die zwei größten Flaschen! Welch unverdiente Ehre für beide! Nun denn, der Film wird sicherlich trotzdem sehenswert, denn ich habe bisher noch keinen Tarantino-Film für schlecht befunden.

Zudem habe ich durchaus schon Filme mit beiden Herren gesehen, die gar nicht übel waren. Zugegeben, richtig gut wären sie mit anderen männlichen Hauptdarstellern gewesen. Was soll's, ich bin dennoch gespannt auf Tarantinos Film.

P.S.: "Goodbye Lenin" halte ich für einen der schlechtesten deutschen Filme der letzten zehn Jahre!

P.P.S.: Falls jemand denkt, ich meine "Keinohrhasen" mit dem nicht üblen Film mit Til Schweiger, der irrt, denn den habe ich bis heute [leider] noch nicht gesehen.

P.P.P.S.: Bald blogge ich auch noch mal was, was mich persönlich betrifft, aber mir fehlt derzeit etwas die Motivation.

03.08.2008 um 21:53 Uhr

MIA. - Mein Freund

von: Kiddolu

Parallel zu einer anderen nicht weiter nennenswerten Band aus Berlin ist auch meine (ehemalige) Berliner Lieblingsband mit neuer Single und bald auch mit neuem Album zurück: MIA. Mit ihrem letzten, dritten Album Zirkus hatte ich schon Probleme, denn sie hatten bis dato eine Entwicklung von Electro-Techno über Electro-Pop bis nur noch Pop durchgemacht. Daher sind meine Hoffnungen groß, dass Album Nr. 4 wenigstens wieder bei Electro-Pop anzusiedeln ist.
Tja, nun habe ich soeben die neue Single Mein Freund aufmerksam und eingehend gehört und laut Homepage gibt es wohl auch eine Extended-Version von beinahe 20 Minuten. Vielleicht sollte ich die auch mal hören? Denn diese Single-Version gefällt mir nur partiell, d.h. den seltsamen Geigenpart ab 1:55 finde ich sehr gut. Aber sonst? Öhm...nee, erstmal nicht. Was mich annervt, ist die Tatsache, dass sie offensichtlich den Wegweiser zur elektronischen Musik wieder vor Augen haben, aber den Weg an sich gehen sie nicht! Stattdessen erkaltet Mein Freund auch wieder in der massenkompatiblen Pop-Suppe wie damals Tanz der Moleküle (bzw. der ganze Zirkus). Der Band bringt so etwas natürlich (komerziellen) Erfolg und das Geld Verdienen sei ihnen wahrhaft gegönnt. Trotzdem schade. Eventuell wird das Album dennoch toll; mal sehen. Wenn nicht, werde ich eben auch zum partiellen MIA.-Fan, also Hieb & Stichfest sowie Stille Post finde ich grandios, aber den Rest eben mittel. Sei es drum. MIA. sind wieder da!

Alle Ampeln stehn auf Rot es leuchtet ein Verbot -
Skandal!
Es funktioniert, es funktioniert,
alles was ich will ist alles was ich kriegen kann, kriegen kann
 
P.S.: A propos kommerzieller Erfolg: Meine erste MIA.-Konzertkarte 2005 kostete 14,10€, die zweite 2006 26€ und würde ich sie jetzt live sehen wollen, müsste ich inklusive VVK-Gebühr 35,10€ zahlen. So ist das, wenn eine Band sich weiterentwickelt.Fröhlich