Kleine Erdnuss

20.02.2016 um 11:36 Uhr

Unnormal klein

"Findet ihr, dass ich unnormal kleine Ohren habe?"

Die Erdnuss schaut uns, die Patentante, die Hummel und mich mit einem Ernst an, den wahrscheinlich nur Teenager in einen solchen Satz legen können.

Wir schauen uns an. Die Hummel fummelt weiterhin ungerührt in ihrer Eimatsche auf dem Teller rum. Aber Imke und ich schauen abwechselnd auf die Ohrmuscheln der Erdnuss und hilf- und ratlos in unsere Gesichter. Ja. Die Erdnuss hat winzige Ohren. Sie sind perfekt geformt. Model-Ohren. Ohr-Model. Die Erdnuss könnte mit Leichtigkeit als Ohren-Model herhalten. Sie sind zierlich, filigran, rundlich, rosig, das Ohrläppchen schön ausgeprägt, alles ist zart und schön.

"Unnormal klein?", frag ich, und gebe gleich die Antwort: "Nein." "Aber klein sind sie." sagt Imke. Die Erdnuss beißt versonnen in ihr Brötchen. "Ich werde ständig darauf angesprochen." sagt sie. "Ja-ha", antworte ich. "DAS kann ich mir vorstellen. Solche Ohren sind selten. Sie sind einfach so schön." "Mmmh." DIe Erdnuss ist nicht überzeugt. "unnormal klein ist nicht schön." Imke versucht wie immer mit einem pragmatischen Argument zu retten: "Sei froh! Ohren und Nase wachsen dein Leben lang. Da ist eine winzige Startposition praktisch."

"Mpf." Die Erdnuss ist immer noch weit weg von überzeugt.

Wir haben es noch ein bisschen weiter besprochen. Wirklich belastet hat es sie nicht, die Erdnuss. Sie setzt sich gerade mit allem möglichen Äußerlichen auseinander. Und ich fass es nicht, wie stilsicher und souverän sie gerade auf eine Mischung zwischen Punk und Rockabilly zulatscht.

Heute stand sie am Kleiderschrank. Und unter ihrem Bandana, das ihre blonden wirren Haare zusammenhält, schaute ihr wirklich winziges Ohrläppchen hervor. Hinter dem Ohrläppchen hat sie, seit sie ein Baby ist, eine Falte. Diese Falte rührt mich zu Tränen. Sie schaut mich von der Seite an: Mama? Alles in Ordnung?

Ja. Sag ich. Und geb ihr eien Kuss. Genau auf die kleine Falte hinter ihren Ohren. Ich kann es nicht fassen und freu mich, dass noch etwas so kleines, so zartes, so kindliches an ihr gibt.

Ein Kuss auf die kleine Falte hinter deinen Ohren....

Ich kann mir schon vorstellen, dass Eltern ab einem gewissen Zeitpunkt furchtbar nerven...

21.12.2015 um 00:38 Uhr

Der schönste Moment

Ich versuche herauszufinden, welches der schönste Moment war auf dem Weihnachtskonzert in der Schule. Die Erdnuss ist voll involviert, integriert und inspiriert. Big Band, Orchester, Chor, sie lässt nix aus. Überall dabei. Jeder kennt sie. Überall Shake Hands, Umarmungen, die Erdnuss wuselt vor dem Konzert von rechts nach links, schleppt Stühle, Kisten, Gitarren, grinst, spricht, ruft und ist so selbstverständlich Teil der Gruppe - Schulterklopfen, Umarmungen, sie wird angegrinst, geknuddelt und abgeklatscht. Und ich habe da gesessen in der fünfzehnten Reihe und während ich auf das Hummelchen warte, überlege ich, ob das vielleicht der schönste Moment sein wird. Zu sehen, wie zuhause die Erdnuss in ihrer Schule ist, wie wohl sie sich fühlt, wie cool sie da mit ihren 12,9999 Jahren durch die Aula rennt und wie glücklich sie dabei aussieht.

Als das Konzert anfing, war klar, dass das auch der Beginn der Hummelquengelei ist. "Wann singt die Erdnuss?" fragt sie jede Minute und na klar findet eine Vierjährige ein Orchester und eine große Schwester in der zweiten Reihe nicht so spannend. Sie wartet (wie ich) extrem gespannt auf das ....

tamtamtam (TROMMELWIRBEL)

...

Gesangssolo.

Streng genommen zwei Soli. (Solanten?)

Ich versuch also mitzufiebern und die Hummel bei Laune zu halten. Nein. Ich schaffe beides spielerisch: Ich fieber mit. während ich die Hummel bei Laune halte.

Und dann kommt der nächste Moment, der in Verdacht gerät der schönste zu sein. Der Chor singt "Can't help falling in love", die Hummel wiegt sich rhythmisch hin und her und beginnt mitzusummen. Sie summt und summt und macht einen durch und durch friedlichen und fröhlichen Eindruck. Und diese drei Minuten habe ich tief in meinem Herzen genossen. Ein wunderschöner Jetzt-Augenblick.

Zwei Lieder später.

Die Erdnuss geht einen Schritt nach vorn.

Die Chorleiterin raunt ihr etwas zu.

Die Erdnuss geht einen weiteren Schritt nach vorn.

Sie ist aufgeregt. Und sie macht keinen Hehl daraus.

Es dauert ewig.

Warum dauert es denn so lange?

Sie steht da vorne und hält es kaum noch aus. Endlich grinst sie ein bisschen. Und klopft sich räuspernd gegen die Brust. Das Publikum lacht. Sie auch. Und dann...

...Einsatz.

Ihre Stimme hebt sich.

Und einen furchtbaren Augenblick denke ich, dass sie mit dem falschen Ton begonnen hat. Aber es läuft alles nach Plan. Und es purzeln alle schönsten Momente durcheinander.

I don't want a lot for Christmas
There is just one thing I need

leise noch und sanft...

I don't care about the presents
Underneath the Christmas tree

Sie wird lauter und selbstbewusster.

I just want you for my own

Sie lächelt beim Singen.

More than you could ever know

Sie lächelt immer noch.

Make my wish come true-hue....

Die hohe Stelle, vor der sie Angst hatte. So süß.

All I want for ....

Kunstpause

Christmas

Lange Töne, sie füllt die Aula von oben bis unten aus.

 i-hi-hi-hi-hi-his (Jeder Ton ein Treffer)

Kunstpause

you - hou.......

Und da ist er. Der allerschönste Moment. Das Publikum jubelt. Die Herzen fliegen ihr zu. Alle trampeln und klatschen, der Chor stimmt ein, die Freundinnen strahlen beim Singen und die Erdnuss macht etwas ganz zauberhaftes. In unfassbarem Glück reißt sie die Arme hoch und hält sich kurz den Kopf fest. Sie dreht sich zu ihren Freunden um und schüttelt den Kopf, sie verbeugt sich und das Jubeln wird lauter. Die Hummel hält sich die Ohren zu. Und als die Erdnuss nochmal hochschaut, glitzern Tränen in ihren Augen.

Es gab an diesem Abend noch ein Solo und noch einen jubelnden Applaus und noch 100 Szenen, die wunderschön waren, aber dieser, dieser Augenblick war mit Abstand der schönste.

Ich saß da wie vom Donner gerührt.

Es ist nun drei Tage her.

Und ich frag mich heute noch, womit ich das verdient habe...

Eines steht fest: Die Erdnuss hat es verdient. So viel Glück. So unfassbar viel Glück....

 

 

29.11.2015 um 01:34 Uhr

Orientierung

Oh mein Gott, ein Geistereintrag aus vergangener zeit der Verbitterung! Ich schäme mich. Vielleicht genauso wie der Herr Papa sich in der Vergangenheit hätte schämen müssen. Naja, wir lernen, wir leben. Und wir verändern uns... Ich wollte das hier nicht veröffentlichen. Trotzdem Danke für eure Kommentare.

Der Erdnuss geht es gut. Ihr geht es wunderbar. Sie singt bald zwei Solos in der Big Band. Und sie ist so unfassbar lässig. Das hat sie mit der nach wie vor unbekümmerten Hummel gemeinsam. Sie haben eine gestresste Mutter, da ist das vielleicht auch notwendig :-)

Wir lieben leben und lachen.

Es ist nicht alles gut. Aber es wird.

13.03.2014 um 00:26 Uhr

Die Hände meiner Töchter

Und die Hand der Hummel lag in der meinen. Es war dunkel, man hörte ihr leises Schmatzen und die Schlückchen der Milchflasche, ich wusste, dass ihr kleiner Mund sich um den Schnuller der Flasche geschlossen hatte, sah im winzigen Lichtschein, wie die Unterlippe sich beim Saugen bewegte, und überlegte zum bestimmt 100. Mal in diesem Jahr, wann wir ihr das Milch trinken zum EInschlafen abgewöhnen würden.

Ihre Hand umschloss meine zwei Finger, warm und weich. Hinter mir ein Tapsen. Leise, fast lautlos. EIn Schatten, der sich hinter mir zusammenkauert und seinen Kopf gegen meinen Rücken schmiegt. Die Hand der Erdnuss streichelt meine Wange.

"Du riechst gut." wispert sie.

"Wonach denn?" Wisper ich zurück.

"Nach Geborgenheit." flüstert sie, schmiegt ihren Kopf noch ein wenig fester an meinen Rücken und geht aus dem Zimmer.

Ich saß da noch, mit der weichen Hand der Hummel in der meinen, eine Träne aus dem Knopfloch schleicht sich in mein Auge und rollt leise, ja lautlos hinunter zu meinem Kinn und wird schlussendlich von meinem Pullover aufgesaugt.

Fort ist sie die Träne.

Die Erinnerung ist noch da.

02.06.2013 um 11:20 Uhr

Schon wieder Gott

Nach dem Kino laufen wir einhellig nach Hause. Das Gespräch plätschert, die Wolken halten dicht, es ist windig und irgendwie feucht, aber wir sind schön eingemummelt und genießen uns.

"Mama?"

"Muss ich zur Konfirmation gehen?"

"Nö." Ich überlege kurz, ob ich noch was nachsetzen soll. Sie schweigt. "Willst du denn?" frag ich sie.

"Ich weiß es nicht. Es ist schwer über Gott zu reden, wenn man nicht an ihn glaubt." Sie seufzt und hebt beiläufig mitten im Laufen eine kleine Schnecke auf und setzt sie vorsichtig im Gebüsch ab.

"Das kann ich verstehen." Ich nicke mit dem Kopf und speichere dieses wundervolle Bild der Schneckenrettung an einem besonders kuschligen Platz in meinem Herzen

"Warum?" fragt sie.

"Warum was?" frag ich zurück, die ich schon wieder vergessen hatte, was ich gesagt hab.

"Warum du das verstehen kannst."

"Weil es schwierig ist, etwas kontroverses zu sagen."

"Was ist kontrovers?"

"ich würds als 'einer menge entgegengesetzt' umschreiben."

"Mmmh. Ich glaub eben nicht mehr an Gott. So isses nun mal."

"Jipp, und ich gratulier dir zu deinem kritischen Geist." ich stups sie ein klein wenig auf die Schulter und lächle sie an.

"Aber DU glaubst an Gott."

"Nun. Einen kritischen Verstand haben, heißt nicht, dass man nichts mehr glauben darf, oder?"

"Was heißt es denn dann?"

"Dinge in Frage zu stellen, die einem persönlich nicht plausibel vorkommen."

"Was ist daran so toll?"

"Nunja. Meiner Meinung nach tun es relativ wenig."

"Ja?"

"Naja. Es gibt ne Menge Leute, die sagen: Alle glauben an Gott, dann glaube ich eben auch an Gott."

"Meine Freunde machen das aber anders."

"Wie denn?" frage ich ehrlich neugierig.

"Die sagen: Die Erdnuss glaubt nicht an Gott, dann glauben wir eben auch nicht mehr an Gott."

Sie grinst mich an.

Ich schau verblüfft.

Sie grinst noch breiter.

"Glauben deine Freunde nicht mehr an Gott?"

"Sie sagen es zumindest."

Ich bin fassungslos. Ich gebe ehrlich zu, dass ich hoffe, dass es nur ein Trend der Lippenbekenntnisse ist und zuhause noch alle Erdnussfreunde an Gott glauben. Sie hat damals schon den dreijährigen Louis über das Wunder der Geburt aufgeklärt, und seine Mama war NICHT amüsiert.

Und jetzt noch die Sache mit Gott...

Aber egal. Ich hab die kleine Schnecke in meinem Herzen, die glücklich unter einem hellgrünen saftigen Blatt sitzt und dort einen wunderschönen Schneckerich trifft (die Biester sind eh bi, oder? egal, das Bild ist so schön) - jedenfalls legt sie ganz viele Eierchen und 100 bis 200 Schneckchen schlüpfen und die sollten zwar auf KEINEN Fall in unseren Garten kriechen, weil dort Schneckengift gestreut ist, aber für heute Abend soll sich die kleine Schnecke keine Sorgen machen und den nasskalten Sommer genießen. Amen.

12.05.2013 um 01:03 Uhr

Zwischenwelten

Heute war das DSDS-Finale. Und natürlich wars grottig. Und inzwischen ist die Erdnuss alt genug, das zu wissen. Nur noch nicht alt genug, um es deswegen auch vernünftig sein zu lassen. Genau wie ich. Höm. Aber das ist nur nebensächlich. Die Hauptsache ist, dass die Erdnuss einschlief. Nein. Die Hauptsache ist eigentlich, dass sie wieder aufwachte. Ich wollte ihr gerade sanft die Fernbedienung aus der Hand ziehen, um dem unsagbar fröhlichen Geträller dieser Schweizer Schlageruschi zu entgehen, als sie plötzlich die Augen aufschlug, sich lebhaft aufrichtete und mich nahezu hellwach ansah:

"Was machen wir denn nun mit dem Aussehen?" Nur ein leichtes Nuscheln verrät, dass sie gerade aus einem tiefen Schlaf erwacht.

"Mit dem Aussehen?" Ich bin verwirrt. Versuche es mit dem Finale, mit dem Tag oder mit irgendwas logisch zuordnbaren in Verbindung zu bringen.

Die Erdnuss nickt heftig und ernst mit dem Kopf: "Na klar!" sagt sie eindringlich und macht eine nahezu inständige Geste mit beiden Händen zu mir. "Unser Aussehen!"

Ich runzel die Stirn und schaue völlig verständnislos. Fieberhaft überlege ich: "Ausziehen? Meint sie vielleicht Ausziehen? Und will sie nicht ins Bett oder hat sie keine Lust zum Schlafanzug anziehen? Oder meint sie vielleicht Umziehen? Hat sie vom Auszug oder einer neuen Wohnung geträumt?

Die Erdnuss merkt inzwischen, dass etwas nicht stimmt. Sie reibt sich die Augen und versucht angestrengt wieder zu sich zu kommen.

Sie setzt sich endgültig auf die Sofakante und streicht sich durch die Haare. Ihr Mund geht auf und zu, sie sucht nach Worten. "Mama," sagt sie voller Nachdruck und Konzentration. "Du weiiiißt schon. Das... Das... Da ist dieses... Jetzt sag doch mal... Ich mein... Weißt du nicht, was ich meine?"

Hilflos schau ich sie an: "Nein. Tut mir leid."

Und endlich taucht so etwas wie Erlösung in ihrem Blick auf. Erleichtert formuliert sie den folgenden Satz;

"Aber wir müssen doch das Bällchen treffen."

Um sicher zu gehen, wiederhole ich: "Wir müssen doch das Bällchen treffen?"

"Na klar!" raunt sie verschwörerisch. "Der Ball! Es ist der Ball."

"Der Ball...." Inzwischen umarm ich sie einfach. Sie träumt. Im Grunde träumt sie noch. Und im nächsten Moment ist sie wach und schaut mich an. Ich schau sie lächelnd an: "Weißt du noch, was du mir grade erzählt hast? Vom Bällchen?"

Sie schüttelt den Kopf, streicht ihr wirres Haar beiseite, schnappt sich ihre Bettdecke und wandert lakonisch in ihr Zimmer.

Das Bällchen könnte wirklich die Antwort auf alle Fragen sein.

 

06.04.2013 um 12:46 Uhr

Kurz und bündig

"Ich habe drei Ziele:

Erstens: Eine Begegnung mit einem Affen.

Zweitens: Johnny Depp knuddeln.

Drittens: Schauspielerin werden."

 

... 

 

Sie ist auf einem guten Weg...

01.01.2013 um 23:42 Uhr

Alltag zwischen den Tagen

Am Sylvestermorgen wurde die Hummel schon um halb acht wach. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals 'schon halb acht' denken, geschweige denn schreiben würde. Aber sie hatte sich kurz vor Weihnachten einen Rhythmus angewöhnt, der ca. von 21 Uhr bis 9 reichte, nachdem wir in den Weihnachtstagen auch noch den Gutenachtkuss nach hinten verschoben hatten, kam es sogar vor, dass sie bis 10 oder halb 11 schlief. Genial. Die Erdnuss schläft sowieso länger in den Ferien. Es war himmlisch.

Jedenfalls brummte nun am Sylvestermorgen ein unausgeschlafenes Hummelchen durch die Wohnung. Gut gelaunt, aber unausgeschlafen sang sie laut LOOOLOOOLOO und ließ nicht locker, wenn sie was wollte. Irgendwann nach ein oder zwei Stunden gesellte sich auch die Erdnuss zu uns. Sie schmiss den Fernseher an und schaute Pumuckl, mummelte sich in die Sofadecke und grinste zufrieden. Der Erdnusspapa durfte ausschlafen und ich suchte Schuhe, Mütze und Jacke zusammen, um mit der Hummel zum Bäcker zu traben.

"Puppe?" Fragt sie mich mit diesem kleinen pausbäckigen Gesichtchen unter der wollig weichen Pudelmütze.

Ja. Die neue Stoffpuppe muss natürlich mit. Aber wo ist sie bloß? Wir tappeln also beide unbeholfen durch alle Zimmer, suchen unter Kissen, Tischen und Schränken nach der schreiend bunten Puppe, werden erleichtert fündig und stehen schon an der Tür.

"Buggy?"

"Ja. Wir fahren mit dem Buggy."

"Ne."

Die Hummel hat eine herrlich lakonische Art mitzuteilen, wenn sie etwas nicht möchte. "Ne." Schüttelt sie nochmal energisch den Kopf. Sie schaut mich ernst an: "Puppen ... Buggy." Längere Komposita werden mit einer schönen Pause versehen. Ich verstehe. Sie möchte also mit dem Puppenbuggy ausfahren, der übrigens an Weihnachten der absolute Renner war. So möchte man das haben. Geschenke werden ausgepackt und sind dann gleich 2 h in Gebrauch. Und auch den folgenden Tag noch. Und den folgenden.

Puppenbuggy. Ich beschließe, die Route zu verändern. Brötchen gibt es auch beim näher gelegenen Kiosk. Wir schieben die Puppe nach draußen. Und schieben erstmal locker 5 min um das kleine Rasenstück vor unserem Haus herum. "Komm hierlang, Hummelchen." versuch ich sie zu locken. Keine CHance. Nach weiteren 5 min haben wir uns ca 20 m von der Haustür wegbewegt. Ich bin entspannt. Es sind Ferien. Ich habe Zeit und auch irgendwie nach den Fressorgien an Weihnachten und um Weihnachten herum keinen Hunger. Nach weiteren 10 m seh ich plötzlich ein blondes Mädchen mit wirren Haaren den Bürgersteig entlanghetzen. Sie rennt auf der anderen Straßenseite in einem Affenzahn an uns vorbei, während sie sich einen etwas zu kleinen roten Anorak anzuziehen versucht.
"Erdnuss?" ruf ich überrascht. Sie stoppt abrupt. Schaut sich freudestrahlend nach uns um. Ich runzel die Stirn. "Alles klar zuhause?" Sie nickt außer Atem: "Ja, aber ich wollte mit!" Das freut mich so doll, dass in meinem Bauch ein Glucksen entsteht. Ich hab sie öfter gefragt, ob sie die Hummel und mich begleitet, aber sie hat sich dann immer ganz shcrekclich gewunden, weil sie das Sofa gemütlicher fand -also hab ich irgendwann nicht mehr gefragt.

"Ihr saht so süß aus, als ihr aus der Tür seid, da hab ich mich schnell angezogen und hab gehofft, dass ich euch noch finde."

Glücklich stiefeln wir Mädels zum Kiosk. Ich bin so glücklich, dass ich für sage und schreibe 10 Euro Rubbellose kaufe. Rubbellose sind meine absolute Schwäche. Neben den Zigaretten natürlich. Aber es ist gelinde gesagt noch viel schwachsinniger, sich für viel Geld seltsam bedruckte Papierchen zu kaufen, die in Nullkommanix ihre Wertlosigkeit offenbaren, aber ich liebe es nun mal. Ich rubbel wie doof rum und nach ein paar Sekunden ist der Spaß auch shcon vorbei. Immerhin ist es nicht ungesund, müsste das mit den Zigaretten dringend überdenken.

Wir treten den Rückzug an, lästern noch ordentlich über den Kioskverkäufer, die Hummel spricht uns alles nach. "Doof." "Magigaaanich." Wir kichern und spielen für den Rückweg Engelchen flieg. Die letzten fünfzig Meter trag ich den Buggy, die Puppe und die Hummel und kann mein Kinderglück kaum fassen.

Papa Erdnuss rümpft zwar die Nase, als er die Rubbellose sieht, grinst aber auch ein bisschen. Ich weiß. Ich weiß. Es hat keinen Sinn. Und die Erdnuss führt das auch gleich sehr plakativ vor. In noch nicht mal einer Sekunde zerrubbelt sie das teuerste Los. Man muss fünf Wege freirubbeln. Wenn ich so ein Los habe, rubbel ich fein säuberlich Weg für Weg, kuck, ob ich beim nächsten Feld noch einen Pfeil habe oder schon ein Stoppschild, aber die Erdnuss zieht ehfurchtslos quer über alle Felder. "War nix!" und schmeißt den Schein über die Schulter ins Katzenfutter hinter sich. (Ja. Ich hab ihr gesagt, dass sie es sofort wieder aufheben soll.)

Gottseidank habe ich noch so eins. Ich rubbel die ersten Felder frei. Die nächsten. Ziel isses, Pfeile bis zum obersten Feld zu bekommen und den Betrag darunter hätte man dann gewonnen, vorausgesetzt, es begegnet einem kein Stoppschild. Mit der Zunge im Mundwinkel rubbel ich also unter den spöttischen Blicken meiner Familie (ja, auch die Hummel hatte einen, wenn auch noch ein bisschen verwunderten, so doch misstrauischen Blick für mich übrig) den dritten Weg. Pfeil. Pfeil. Pfeil. Pfeil. Pfeil. Ich fass es nicht. "Der Geldbetrag is mir!!" ruf ich und ernte mitleidiges Gelächter. Es sind schließlich meistens lächerliche Geldbeträge wie 2 oder 5 Euro. Ich rubbel vorsichtig. Vorne eine 1, danach eine 0 und noch eine 0. 100!!! HAHA! Ich habe Hundert Euro gewonnen. Triumphierend schmeiße ich das Los in den Brötchenkorb. Papa Erdnuss beugt sich interessiert nach vorne. "Die anderen zwei Wege" Er weist mit dem schokoverschmierten Brötchenmesser auf das Los. "Guck da doch auch mal nach." "Neee" sag ich gedehnt. "Zwei Mal ist da doch nix zu holen." "Doch guck mal nach" sagt auch die Erdnuss.

Und glaubt es oder glaubt es nicht. Auf dem fünften Weg wieder nur Pfeile. Geil. Ich rubbel das Beträgefeld frei. NOCHMAL 100 Euro!!!

200 Steine gewonnen. Na? Ist das ein Glückstag? Ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. Wir haben das Geld im Grunde schon 10 Mal ausgegeben. Das Los hängt an der Pinnwand und weiß nicht, dass es uns einen neuen Fernseher, einen Verstärker und die Anzahlung für den Urlaub finanzieren soll. Weiteres war vorgeschlagen und jetzt schon wieder vergessen. Wenn wir es halten wie sonst mit den Gewinner-Rubbellosen, dann verschwindet es in ein bis zwei Wochen in einer Schublade und wir stolpern in regelmäßigen Abständen Jahr für Jahr darüber.

Aber was solls. Schnöder Mammon. Mit meinen Mädels Brötchen holen gehen, war eines der ab-so-luten Highlights 2012.

Wer braucht schon einen Flachbildfernseher?

19.12.2012 um 19:26 Uhr

Es gab perfekte Tage und eine Menge mäßige...

Manchmal... Da stell ich mir vor, wie du größer und größer wirst, wahrscheinlich irgendwann größer als ich. Und wenn du dann größer bist als ich, vielleicht schon aus dem Haus, in einer kleinen Bude wohnst, studierst oder arbeitest oder sonstwas machst, wer weiß das schon, vielleicht aber auch schon, wenn du noch bei uns wohnst, da wirst du mich und auch deinen Vater ganz anders sehen.

Du wirst Entscheidungen von uns in Frage stellen. Unsere Art zu leben. Wie wir aussehen und reden. Und natürlich wie wir mit dir umgegangen sind und umgehen. Früher und jetzt. 

03.07.2012 um 01:46 Uhr

Hop und Top

Habe ich erzählt, dass die Erdnuss Kung Fu macht? Sie macht Kung Fu. Seit drei Jahren. Eine Sportart, bei der es absolut klick gemacht hat. Etwas, das sie auch ohne Freundin durchzieht. Etwas, wofür sie freiwillig übt. Etwas, wo sie nachher mit geröteten Wangen und leuchtendem Blick nach Hause kommt und begeistert mit dem Kopf nickt, wenn wir sie fragen, wie es war.

Sie durfte dieses Jahr zu den Fortgeschrittenen wechseln. Ist zwei bis drei Jahre jünger als die anderen, ein Kopf kleiner. Und beißt sich da mit Konzentration und Kraft durch die vielen älteren Jungs und die wenigen älteren Mädels. 

Wir? Papa und Mama Erdnuss? Wir schlagen uns nahezu darum, zuschauen zu dürfen, sie zu begleiten bzw. haben schwer daran zu knabbern, dass es gar nicht mehr so angesagt ist, wenn die Eltern zu lange dabei bleiben. ABer es ist unglaublich schön, dort zuzuschauen. Der Trainer (darf man beim Kung Fu 'Trainer' sagen? Sifu ist noch nicht so in meinem Sprachgebrauch angekommen), also der, nennen wir ihn Lehrer, der Lehrer gibt den Kindern (und Jugendlichen) mit seiner Ernsthaftigkeit und, ja, seinem Charisma so viel auf den Weg. Ich steh dann immer da und staune. Er behandelt sie alle gleich. Und doch geht er auf jeden ein. Er lobt, wenn er Fortschritte sieht. Und tadelt, wenn sich Fehler einschleichen oder die Disziplin nicht da ist.

Disziplin. Ich hab große Schwierigkeiten mit dem Wort. Seit ich denken kann gehabt. Es hat für mich mit Fremdbestimmung und  Druck von außen zu tun. Mit Regeln. Und Maßnahmen. Und Konsequenzen.

Aber dort. Da ist es Selbstbestimmung. Und Konzentration auf sich. Und Kraft, Stärke und Gruppengeist. 

Klar hat diese Kampfkunst Regeln. Sie ist durchwirkt von Ritualen. Von Hierarchien. Klar strukturiert. Aber ganz und gar respektvoll.

Ich bin nicht besonders ausdrucksfähig im Moment. Merke, dass ich grad kläglich daran scheitere auszudrücken, was mich daran so begeistert. Trotz Widersprüchlichkeiten.

Aber das ist auch überhaupt nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass die Erdnuss in der letzten Woche die Prüfung zum nächsten Grad nicht bestanden hat. Und da stand ich. Mit der Hummel auf dem Arm. Und musste beobachten, wie sie, die immer Lob und Anerkennung für ihre Technik, ihre Intuition und ihren Fleiß bekommen hat, mit Pauken und Trompeten durch die Prüfung sauste. Wie sie untröstlich weinte, während alle anderen Jungs sich grinsend aus dem Raum verzogen. DIe ganze Gruppe hatte vergeigt. Jeder hatte nach dem anderen geschaut und eine Technik dabei rundweg vergessen. Die Folgefehler hätten sie allesamt nicht mehr eingeholt.

Naja. Zusammen durchfallen ist vielleicht besser als alleine. Aber durchfallen ist nicht schön. Vor allem, wenn man es zum ersten Mal erlebt. Wie gesagt. Die Erdnuss versuchte tapfer nicht zu weinen und tat es doch. Als sie weiter trainieren sollte, tat sie auch das. Mit immer wieder laufenden Tränen. Und als sie abschließend noch einmal vor ihren Lehrer treten sollte, schaute sie ihm mit rotgeweinten Augen tapfer in seine unergründlich sachlich blickenden.

Sachlich. Die Prüfung wurde sachlich abgebrochen. Der Wiederholungstermin sachlich durchgegeben. Der Fehler sachlich erklärt. Kein Tätscheln. Kein Differenzieren. Ihr habt es nicht geschafft. Bumms. Aus. Kein: Ihr ward trotzdem alle gut.

Ich hab mit Grauen zugeschaut. Es tat schrecklich weh, sie so verzweifelt zu sehen. Und trotzdem war ich im Reinen damit. Ich bin im Grunde keine Mutter, die Leistungsdruck wohlwollend gegenüber steht. Und doch hatte ich das Gefühl, dass das der Erdnuss zwar weh tut. Dass ihr aber die Ernsthaftigkeit und die Bedeutung dessen, was sie tut, klar wurde. Dass da eine Klarheit in ihren Augen war. Die nichts mit uns zu tun hatte. Oder mit den Zuschauern. Oder den anderen in der Gruppe. Es war etwas in ihr.

BAH! Kling ich pathetisch. BAH! Wie komm ich aus der Nummer wieder raus? Gar nicht. Und löschen tu ich jetzt auch nicht mehr. Wir haben letzten MOntag noch lange zusammengesessen und über Angst geredet. Über den Willen. Über Ehrgeiz. Über Grenzen. Und über Mut. Wir haben davon geredet, was wichtig ist. Und was unwichtig. Und dass man unterscheiden kann, darf, soll, welche Ziele man selbst verfolgen will und in welche man gedrängt wird. Dass es nicht schlimm ist, ein Ziel nicht zu erreichen. Viel schlimmer, wenn man aus Angst aufgibt. Dass die Angst kleiner wird, wenn man auf sie zugeht. Und dass sie gegen die Angst nur trainieren kann. Verstecken oder Stehenbleiben würde sie nur größer machen. Die Angst. Nicht die Erdnuss...

Tja. Dieser ganze durchgenudelte Angstüberwindungskram. Es war ein langes Gespräch. Ein gutes. So komplex, dass es in keinen Blogeintrag passt und Auszüge hätten auf die falsche Fährte geführt, vielleicht ebenso wie die Zusammenfassung. Mein grundsätzliches Schreibdilemma, je größer sie wird. Dat wird nich besser werden...

Aber ach, was red ich denn nur? Sie hat Tag für Tag die Übungen gemacht. Eine halbe Stunde. Und ich konnte zuschauen, wie sie von Tag zu Tag sicherer wurde. Die Übungen flüssiger. Die Technik kraftvoller. Die Bewegungen souveräner.

"Du staunst." grinste sie Sonntag Abend noch. "Das kann ich in deinen Augen sehen."

Wahhh! Mehr als das. Ich platzte fast vor Stolz. Und dann kam der Termin. 17.30. Sie steht da. Schaut dem Meister in die Augen. Und legt los. Mit  einer Energie. Mit einer Sicherheit. Mit ganz viel Trotz in den Augen. Und verrückterweise Ruhe und Gelassenheit. Und Kraft. So viel Kraft. 

Ich konnte die Prüfung auswendig und habe in dem MOment alles wieder vergessen. Sie weiß noch alles. 

Sie muss noch eine Stunde auf ihr Ergebnis warten. Andere Prüfungen noch. Wiederholungen aus der anderen Gruppe. Prüfungsergebnisse hier. Und andere Angelegenheiten da. Und dann der Moment, wo sie nach vorn gerufen wird. Mit ihren vier Mitprüflingen. Allesamt rotwangig und teils verlegen lächelnd, teils mit angespannten kleinen Gesichtern.

"Ihr bekommt euer Ergebnis." sagt er mit seinem chilenischen Akzent. "Ihr habt alle bestanden. Letzte Woche war kein guter Tag." Er schüttelt ernsthaft den Kopf. "Diese Woche habt ihr es ganz gut gemacht. Besonders... " Er macht eine Pause. Ich halte die Luft an. "... die Erdnuss." Ich atme wieder aus und freu mich so für sie, da redet der Typ weiter, der so selten lobt und ich kanns kaum fassen, was er da sagt: "Erdnuss." sagt er. "Du hast eine extrem gute Technik. Das ist etwas, wo die Anderen noch viel abschauen können." 

Er redet noch weiter. Zwei Prüflinge bekommen noch etwas gesagt, und ich schau wie gebannt nach vorn und seh mein Mädchen vor Stolz glühen, obwohl sie mit dem Rücken zu mir steht. Und dann tut sie etwas Bezauberndes: Sie dreht sich zu mir um. Und alles Glück der Welt tanzt in tausenden von kleinen Sternchen in ihren Augen. Und auch wenn sie 25 Meter von mir entfernt steht, ich kann es sehen und fühlen und hoffentlich zurücksenden.

Ich halt es wie Forrest: Und das ist alles, was ich darüber sagen kann.

(Obwohl das beileibe nicht stimmt. Es ist nur spät. Und die Schreibblockade. Und die ganzen Zweifel. Und die Perspektiven. Und das Hinundher. Und die Metaebene und der Subtext. Ach egal, ich bin schrecklich müde und ganz unglaublich glücklich.)

 

 

04.06.2012 um 20:23 Uhr

Eben noch überrascht, jetzt entgeistert!

"Und?!" Frag ich natürlich gleich, als ich von der Arbeit nach Haus kam.

"Och." zuckt die Erdnuss die Schultern. "Nix und."

"Wie, nix und?"

"War das falsche Gedicht." Gleichmütig beißt die Erdnuss in einen Apfel.

"Hö?" Ich schau sie verblüfft an. "Welches war denn das richtige?"

Sie kichert kurz. "Du hast doch gestern selbst gesagt, dass das viel zu schwer ist. Das einfache auf der Seite davor, das wo du gesagt hast, dass es sich besser reimt, DAS wars."

"Und? Hast dus Frau Breuler gesagt?"

"Nö. Bin nicht dazu gekommen."

"War das blöd für dich?"

"Nö. Nicht so richtig. DIe anderen haben das andere so oft aufgesagt, dass ich es jetzt auch kann."

"WAS?"

"Mh-mh." Abwesend schaut sie wieder auf den Fernseher,

Ich lass sie also bis Acht fernsehen. Dann frag ich nochmal nach. Und dann sagt sie völlig beiläufig das folgende Gedicht auf:

Das Wasser

Vom Himmel fällt der Regen,
und macht die Erde nass,
die Steine auf den Wegen,
die Blumen und das Gras.

Die Sonne macht die Runde
in altgewohntem Lauf
und saugt mit ihrem Munde
das Wasser wieder auf.

Das Wasser steigt zum Himmel
und wallt dort hin und her,
da gibt es ein Gewimmel
von Wolken grau und schwer.

Die Wolken werden nasser
und brechen auseinander
und wieder fällt das Wasser
als Regen auf das Land.

Der Regen fällt ins Freie
und wieder saugt das Licht.
Die Wolke wächst aufs neue
bis das sie wieder bricht.

So geht des Wassers Weise:
es fällt, es steigt, es sinkt
in ewig gleichem Kreise
und alles alles trinkt.

James Krüss

Kichernd zeigt sie mit dem Finger auf meinen offenen Mund. 

"Haha! Mama, du solltest dich jetzt sehen!"

Ich lach auch, aber ich kanns nicht so richtig fassen.

"Und das hast du vom ZUHÖREN auswendig gelernt."

"Yipp."

Sie grinst nochmal schelmisch und zeigt dabei ihre bezauberne Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen.

"Glaub nicht, dass ich das ANDERE verlernt habe." 

Und dann legt sie von vorne los: "Hinter dem Schlossberg kroch es herauf..."

Ich hab mir ja eine gewisse Coolness angewöhnt, aber für heut bin ich wirklich entgeistert...

04.06.2012 um 09:06 Uhr

Lyrisches

"Hattest du Hausaufgaben auf?"

Zugegeben. Ichfrag oft zu spät. Heute viel zu spät. Es ist Sonntag. Viertel nach Acht. Die Frage ist im Grunde obsolet. Aber so oft hat sie am Wochenende KEINE Hausaufgaben. 

DIe Erdnuss schaut beschämt. Zuckt ein bisschen die Schultern. Kratz sich verlegen am Kopf. Und nickt und schüttelt dabei gleichzeitig den Kopf. "Ähm, ja, also, da ist dieses Gedicht."

"Aha?"

"Ja. WIr sollen es möglicherweise auswendig lernen."

"Möglicherweise?"

"Ja, Frau Breuler würd sich freuen, wenn wir es auswendig können."

"Sie würde sich freuen?"

"Ja-ha." Bestimmt nickt die Erdnuss mit dem Kopf.

"Habt ihr es nun auf oder nicht?" Ich muss ein bisschen lachen, weil ich das Gesicht des verzweifelnden Papa Erdnuss hinter ihr entdecke. 

"Das ist nicht lustig!" Sie schaut mich auf dem halben Wege zum Schmollen an.

"Nee."Jetzt ist es an mir, etwas Ärger in die Stimme zu legen. "Hausaufgaben vergessen ist NICHT lustig."

"Es ist halbwegs freiwillig..." grummelt die Erdnuss und fügt mit erhelltem Gesicht hinzu: "UND es ist noch ZEIT!"

"Nee." 20.15 ist nämlich Bettzeit, 21.00 Schlafenszeit. Das weiß sie genau, die Schlumpfine. Trotzdem muss ich grinsen. "Zeig mir doch mal das Gedicht." Ich liebe Gedichte. Ich finds auch toll, sie auswendig zu lernen. Sie schleppt ihr Lesebuch an, aufgeschlagen auf Seite 32. Ich rechne mit 6 bis 8 Zeilen, aber nö, es sind mindestens 30.

Ich lese. Und es reimt sich kaum. Zumindest unregelmäßig. Ich scanne die Zeilen nach irgendeinem System. Und es kommt nix bei raus. Betreten schau ich die Erdnuss an. "Das ist schwer." sag ich.

"ja." Sie nickt strahlend. "Aber ich schaff das!" Sprichts und dackelt mit dem Riesenbuch davon.

Und dann hör ich ihr aus dem Wohnzimmer grinsend beim Brabbeln zu. Hab ich schon von ihrer bezaubernden Stimme erzählt? Sie ist tief für ein Kind, ein Mädchen, ein bisschen heiser, ein süßer Belag auf einer knusprigen Scheibe Roggenbrot.

EIne halbe Stunde brabbelt es. Dann: "MAMA!" 

"Ja-ha?"

"Kommst du mal?"

"Ja-ha."

Ich setz mich auf ihr Bett. Und strahlend, wenn auch ein bisschen zittrig und zögerlich trägt sie es mir vor. Sie kommt bis dreiviertel. Dann hakt es. Ich helf ihr aus. Dann fluppt es wieder. 

"Darf ich nochmal?"

"Klar."

Und dann sprudelt es laut und deutlich aus ihr  heraus. Mit feinen, witzigen Betonungen und süßen Gesten begleitet.

Das Gewitter

Hinter dem Schlossberg kroch es herauf:
Wolken – Wolken
Wie graue Mäuse,
ein ganzes Gewusel.

Zuhauf
jagten die Wolken gegen die Stadt
Und wurden groß
und glichen Riesen
und Elefanten
und dicken, finsteren Ungeheuern,
wie sie noch niemand gesehen hat.

„Gleich geht es los!“
sagten im Kaufhaus Dronten
drei Tanten
und rannten heim,
so schnell sie konnten.

Da fuhr ein Blitz
mit helllichtem Schein,
zickzack,
blitzschnell
in einen Alleebaum hinein.
Und ein Donner schmetterte hinterdrein,
als würden dreißig Drachen
auf Kommando lachen,
um die Welt zu erschrecken.
Alle Katzen in der Stadt
verkrochen sich
in die allerhintersten Stubenecken.

Doch jetzt ging ein Platzregen nieder!
Die Stadt war überall
nur noch ein einziger Wasserfall.
Wildbäche waren die Gassen.

Plötzlich war alles vorüber,
die Sonne kam wieder
und blickte vergnügt
auf die Dächer, die nassen.

Josef Guggenmos

Natürlich war ich stolz. Natürlich haben wir noch geknuddelt. Auch ich gab noch eine Version dieses Gedichts zum besten und natürlich haben wir noch bis halb zehn zusammen gekichert.

Doch heut morgen werde ich davon überrascht, dass sie am Frühstückstisch das Gedihct IMMER noch von vorne bis hinten aufsagen kann.

"Weißt du, wie ich das gemacht habe?"

"Nee." sage ich ehrlich.

"Ich habe nachgedacht."

"Über das Gedicht?"

"Nee. Über Frau Breuler."

"Aha?"

"Ja." Sie schaut nachdenklich an die Wand. "Warum sie das Gedicht mag. Und warum sie es aufgegeben hat. Und ob sie es wirklich freut, wenn ich es kann."

"Und dadurch ging das Lernen besser?"

"Na klar." Sie nickt. "Zwei Dinge: Ich wusste, WARUM ich es lerne. UND: Ich habe das Gedicht verstanden. Dinge, die man verstanden hat, kann man sich doch viel besser merken, oder Mama?"

Sie hat an meinem Blick gesehen, dass ich ihr zustimme.

15.02.2012 um 08:06 Uhr

Männerunterhosen

Auf dem Heimweg kommen wir an dem Werbeplakat für ein bekanntes Modeunternehmen vorbei. "Mann!" denk ich. "Männerunterhosen braucht doch kein Schwein." Naja. Irgendwie ja schon. Die Männer eben. Aber deshalb muss ich sie ja nicht sehen. Bin ich prüde? frag ich mich. Oder hab ich da ästhetisch irgendwie keinen Zugang? Müsste ich mich nicht als Frau deutlich angesprochen fühlen von einem gut gebauten Mann in hautengen Boxershorts? Müsste ich nicht?

"Mama?" Die Erdnuss reißt mich aus meinen Gedanken.

"Ja-ha?"

"Findest du Männer in Unterhosen nicht auch..." Sie macht eine längere Pause und sucht nach Worten.

Ich warte. Will ja auch nicht projizieren...

"Mama, ich FIND da einfach keinen Ausdruck dafür."

"Mh." Jetzt also doch projizieren. "Erbärmlich vielleicht?"

"Nö."

"Eklig?"

"Nö."

"Peinlich?"

"JA-HA!" Erleichtert ruft sie dieses Ja und nickt vehement mit dem Kopf.

Ich kicher.

Sie auch.

"Mama?"

"Ja?"

"Welche Stelle findest du am peinlichsten?"

"Ach komm." antworte ich und grinse auch ein bisschen peinlich berührt. "Das kannst du dir doch denken, oder?"

Wir haben inzwischen das Plakat erreicht. Die Erdnuss schaut auf 'die Stelle'.

"Mama, sag doch mal!"

"Neee."

"Den Pänis, nä?"

"Na, den Penis nicht, aber die Stelle sieht doof aus."

"Ja." Wieder nickt die Erdnuss mit Nachdruck. "Die Unterhose ist auch zu eng, oder?"

"Find ICH auch, aber andere finden das nicht. Vielleicht ist sie auch bequem so? Ich weiß es ja nicht."

Die Erdnuss schweigt nachdenklich. Wir lassen das Plakat hinter uns.

"Mama?"

"Ja?"

"Beim Papa ist die Stelle nicht so dick."

Ich kann nicht anders. Ich muss lachen.

"Was ist denn los?" Die totale Unschuld. Sie hat keine Ahnung, dass das eventuell komisch klingen könnte.

"Naja." sag ich immer noch lachend. "Der Papa trägt auch nicht so enge Unterhosen."

"Na Gottseidank!" Die Erdnuss freut sich.

Ich mich auch. Verstohlen schau ich mich um, ob irgendwelche Nachbarn unser Gespräch belauscht haben könnten.

Niemand da.

Männerunterhosen...

Tsss.

 

09.02.2012 um 23:30 Uhr

Ding-Dong!

Na, wie gut, dass ich vor der Fortsetzung noch eine Nacht geschlafen habe. Wie gut, dass dazwischen noch ein Morgen lag, an dem ich mich ein bisschen reflektieren durfte.

Der Morgen beginnt bei uns meistens mit der Hummel. So auch diesen Morgen um halb sechs. Bis halb Acht, die erste Stunde war frei, vergingen (wer rechnen kann weißes schon) zwei Stunden und ich war TOTmüde. 

"Mäusschen?" flüster ich der Erdnuss ins Ohr. Sie erwacht, fast wie immer lächelnd, und freut sich, dass die Hummel auch da ist. Wir umarmen uns, und es ist einer dieser Momente, an denen ich eine tiefe Dankbarkeit fühle, dass die Dinge sind, wie sie sind. 

Sie mümmelt ein paar Minuten später ihren Toast, und während ich zwischen Küche und Esszimmer hin- und hertingel, hör ich ihn.

Den Dingdong-Ton.

"Erdnuss?" Noch ganz normal. "Was möchtest du denn aufs Bro-hot?"

Ich SINGE DAS O!

Ich singe nicht nur das O, sondern auch das U!

Zwanzig MInuten später übernimmt nämlich der Erdnusspapa und ich verabschiede mich folgender Maßen von der Erdnuss: "Soo." (Gesungenes O) "Viel Spaß in der Schuu-le" (Gesungenes U) "Ich geh jetzt duu-schen" (noch ein gesungenes U) "und hol dich um drei a-hab!" (JETZT AUCH NOCH EIN GESUNGENES A!)

Ding-Dong! 

Es ist ja so eine Sache, wenn man jemanden neben sich stehen hat. Einerseits macht man einfach weiter, man kriegt es einfach nicht geändert in dem Moment, andererseits registriert der Kopf, was da abgeht, ich stell mir dann die Frage, ob man es durch das Registrieren noch verstärkt, sozusagen Eskalation durch Sensibilisierung.

Kopf schüttelnd stand ich in der Dusche.

Ding-Dong.

Wie sagt mein Therapeut immer? Beobachten. Nicht werten.

Apropos.

Wie ging unser Gespräch gestern weiter?

Nachdem der Lollipop-Satz raus war, dachte ich eine Millisekunde nach.

Ich fragte mich, ob die Erdnuss sich mehr Grenzen von mir wünscht. Weniger Freundin, mehr Mama. Ich fragte mich, was ich anders machen könnte. Ich fragte mich, ob ich es mit der Guter-Cop-Böser-Cop-Nummer nicht übertreibe. Ich fragte mich auch, ob es meine Konfliktunfähigkeit ist, die mich ins Lollipop-Land treibt. Ich fragte mich, ob ich in solchen Momenten authentisch bin. Ich stellte fest, dass mir zumindest nichts Gegenteiliges bekannt ist.

Ja. So viel kann ich in einer Millisekunde denken.

Eine Millisekunde zu lang.

Das Erdnussgesicht verändert sich. Ihre Unterlippe beginnt zu zittern.

"Hejjj." Sag ich. Wahrscheinlich im Dingdong-Ton, was weiß denn ich. Ich sehe nur, wie sich winzig kleine Seen in ihren Augen bilden. Keine Krokodilstränen. Echte Verzweiflung macht sich auf ihrem Gesicht breit. Mit erstickter Stimme sagt sie: "Mama!"

"Hejj..." Sag ich wieder und breite die Arme aus. Sie kommt um den Tisch geflogen und schmeißt sich rein. "Was ist denn?" Ich ahne es zwar, aber fragen wollte ich schon.

"Ich hab was Dooofes zu dir gesagt!"

"Wie bitte?" Ich horche kurz in mich hinein. Nachdenklich? Ja. Etwas besorgt? Auch. Amüsiert? Bis zu den Tränchen auf jeden Fall. Aber beleidigt? Nein. Null.

"Du hast nichts doofes gesagt. Wir haben doch noch darüber gelacht!"

"Ja. Aber dann am Schluss nicht mehr." 

"Ich hab doch nur nachgedacht."

"Worüüber de-henn?" Sie schnieft.

"Ob du vielleicht manchmal was Anderes brauchst. Ein bisschen mehr Ernst vielleicht. Oder weniger Geplapper von mir. Ob ich vielleicht was anders machen kann. DAS hab ich gedacht."

"Aber das SOLLST du nicht! Es tut mir Leid!"

"Ehrlich Süße, dass muss dir nicht Leid tun. Es ist alles in Ordnung zwischen uns." Lollipop? Ist das schon wieder Lollipop? Egal. es kommt einfach aus mir raus. "Es ist in ORDNUNG; wenn du mir sagst, was dich an mir stört. AB-SO-LUT in Ordnung! Du hast es nett gesagt. UND es war auch noch lustig."

"Aber je-hetzt mu-husst du naaachdenken!" Das Schniefen lässt langsam nach.

"Ja Nu." Kein Lollipop. Jetzt wirds lakonisch. "Das mach ich sowieso ständig."  Ich lache ich in ihre Haare hinein.

"Aber ich hab was Doofes gesagt." wiederholt sie. "Zu DIR!" 

"Nee Süße. Erstens DARFST du doofe Sachen zu mir sagen. Aber in diesem Fall gibt es wahrHAFTig schlimmeres als das Wort 'Lollipop-Mama'. Ich finds auch irgendwie schön..."

"Ja?"

"Ja."

"Und wenn ichs aber nervig finde?"

"Weißt du was?" Ich halt sie ein Stück von mir weg und schau ihr in die Augen. "Das Gute ist: Wenn man über sowas einmal gesprochen hat, dann isses raus. Das ist was GUTES! Und wenn du es das nächste Mal nervig findest, dass ich diesen Tooooonfall", ich singe grinsend das o, "habe, dann darfst du 'Lollipop' zu mir sagen. Dann weiß ich nämlich Bescheid."

"Hihi, und ich weiß Bescheid, dass DU Bescheid weißt."

"Jipp"

"Wie ein Geheimwort, nä?"

"Genau!"

"Mama?"

"Ja."

"Weißt du, was ich komisch finde?"

"Nee-hee?" (Lollipop? Mist, wenn man das Geheimwort auch mit sich selber verwendet...)

"Wenn ich Dinge sage. Und gleichzeitig denke, dass ich die Dinge, die ich sage, auch denke."

 

...

 

Ha!

Neues Thema. Neues Glück.

Schon wieder eine Fortsetzung wert.

Wenn du denkst, du denkst...

Gutnachtallerseits.

 

09.02.2012 um 00:24 Uhr

Lolli-Pop

"Mama?"

"Ja-ha?"

"Ich bin so froh, dass Ihr meine Eltern seid!" Hugh! Die Erdnuss hat gesprochen und beißt gleich ein Stück Käsebrot ab. Kaut zufrieden. Grinst mit Brotkrümeln zwischen den Zähnen.

"Das ist schön" antworte ich und grinse zurück. Ohne Brotkrümel. Nur mit Rapunzelsalat zwischen den Zähnen, ich weightwatche, Punktepunktepunktezählen...

Schweigend kauen wir ein bisschen. Papa Erdnuss ist aus. Die Hummel saugt selbstvergessen und hingebungsvoll an einem Stückchen Gurke. Friedlich isses. Und schön.

Plötzlich überkommt es mich: "Hättest du denn nicht manchmal ein paar Sachen anders an uns?"

"Hö?" Die Erdnuss schaut mich verständnislos an.

"Naja, Familie ist ja nicht immer lustig und toll, manchmal ärgert man sich doch auch mal übereinander."

"Joah..." Ein Fragezeichen bildet sich zwischen ihren Augenbrauen.

Ich will nicht weiter nachhaken. Gespannt bin ich allerdings schon, stopf mir aber lieber schnell noch eine Gabel Rapunzeln mit Zwiebeln in den Mund.

Während ich kaue, denkt sie nach. 

"Mama?"

"Ja-ha?"

"Wenn Ihr beide mit mir streitet, DAS ist doof!"

"Du meinst, wenn wir beide schimpfen?"

"Ja, genau."

"Das ist aber selten, oder?"

Ihr erinnert Euch: Guter Cop, schlechter Cop. Es ist ja nicht so, als hätten wir kein System, oder so. Wenn gemeckert wird, lenk ich meistens ein. Aufgabe ist Aufgabe. Ob das nun richtig ist, hab ich schon oft in Frage gestellt, aber vielleicht liegts ja in meiner Natur. 

Doch tatsächlich gibts Themen, wo wir beide sagen: Bis hierhin und nicht weiter. Fallen mir jetzt natürlich nicht ein, ich erinner mich an Haushaltsdebatten, a lá keine Lust zum Aufräumenhaben...

Nuja. Jedenfalls glaub ich die Situationen zu kennen, und sie sind überschaubar. Innerlich atme ich ein bisschen auf.

"Ja." Die Erdnuss kaut wieder genüsslich und zufrieden. "Das ist nicht oft, aber wenn, dann fühlt's sich ziemlich doof an. Musst du auch mal ÜBERLEGEN: ZWEI..." Sie macht eine Kunstpause und hebt zwei Finger hoch. "...gegen einen!" Anklagend schwebt ihr kleiner Zeigefinger vor meinen Augen. 

"Erdnuss?" 

"Ja-ha?"

"Auch wenns sich manchmal so anfühlt..." Wie formulier ich das jetzt nur? "...wir sind nicht gegen dich."

"Es fühlt sich aber so an."

"Ja, das kann ich mir vorstellen, aber mir ist schon wichtig, dass du das weißt..." Wie erklär ich ihr das nur? Wie soll man denn 'Erziehung' umschreiben? Ach! Ich lasses besser. Ich sag jetzt einfach nix mehr.

Plötzlich kichert sie. Und ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das erleichtert. 

"Mir fällt noch was ein!" Die Erdnuss gluckst in sich hinein. 

"Aha! Ich bin gespannt!"

"Manchmal..." Sie holt tief Luft. "Da nervst DU mich!"

"Ach was!" Ich kann nicht anders. Ich muss mitkichern.

"Manchmal, da hast du diesen Toooonfall." Sie singt das 'o' hoch und runter. 

MIST! Ich erkenn mich wieder. Finds aber auch knallerlustig. Lachend frag ich nach: "Wann denn?" 

"Ach zum Beispiel gestern, als wir spazieren waren, da hast du gesagt: Hach wie schö-hön," schon wieder singt sie, "dass wir hier durch die Sonne laufen, ojö-ojö, ist das schö-hön!"

Wir lachen jetzt beide. Mir bleibt fast der Salat im Hals stecken. GeNAU so hab ichs gesagt. Es ist auch ein bisschen gruselig, aber sie hat mich so perfekt imitiert - ich bin neben amüsiert auch völlig verblüfft.

"Weißt du, Mama, manchmal, da bist du eben voll die Lolli-Pop-Mama. Und DAS nervt." 

Uuh. Jetzt wird es ernst. Sie grinst noch. Aber da ist auch viel Nachdruck dahinter.

Kritik. Echte Kritik. 

Mannometer. 

Wie es weiterging, kann ich erst beim nächsten Mal schreiben. Die Lolli-Pop-Mama muss jetzt ins Bett. Sonst ist sie morgen unausstehlich... 

Plopp! Licht aus!

 

 

Fortsetzung folgt.