Anleitung zum Entlieben

28.06.2005 um 21:27 Uhr

Gute Nacht

von: Lapared

Das mit den Job-Anfragen hat sich zerschlagen. Ganz ehrlich? Erleichterung und Bedauern halten sich so in etwa die Waage. Ganz, ganz ehrlich? Ich bin heilfroh! Ich hatte schon wieder so dermaßen Angst, dass ich das nicht hinkriege... konnte den ganzen Tag nichts essen (obwohl mein Nachbar - der, der immer meine Zeitung klaut - mich - vermutlich zur Verschleierung seines wahren, hundsgemeinen Charakters - auf einen Crumble eingeladen hatte). Aber so... So kann ich mich ja wieder ungestört von irgendwelchen einträglichen Jobs der Sorge widmen, wo ich Geld herkriegen soll. Und die restlichen circa 99,9 Prozent meiner Hirnkapazität um Lieblingskummer 119 kreisen lassen. Prima, ganz prima. Aber man muss auch das Positive sehen: Erfreulich, dass 119 kein Monopol darauf hat, mein hochneurotisches Appetitzentrum zu manipulieren.

Momentan treibt mich in dem Zusammenhang übrigens eine sehr interessante, natürlich rein theoretische Frage: Was ist besser, ein Mann, der Dich gut behandelt aber nicht liebt? Oder ein Mann, der Dich liebt aber scheiße zu Dir ist? (Den Fall: Mann, der Dich nicht liebt und scheiße zu Dir ist, lassen wir mal außen vor, darüber sprachen wir bereits. Und den Fall: Mann, der Dich liebt und Dich gut behandelt, auch - wen interessieren schon Märchen?!) Und was, wenn ein Mann vielleicht gar nicht scheiße zu Dir war, Dir aber scheiße vorkam, weil Du wußtest, dass er Dich nicht liebt? Wie gesagt, alles rein theoretisch...
Irgendwie dreht sich mir im Moment der Kopf. Ich glaube, ich gehe mal besser ins Bett, da war ich nämlich schon länger nicht mehr.

28.06.2005 um 14:37 Uhr

Ab heute: CURD ROCK!

von: Lapared

Als hätten sie´s gelesen. Kaum beschließe ich, wieder tüchtig „in Werbung“ zu machen, schon gibt es von zwei Agenturen Anfragen. Beides nur Optionen, aber immerhin. Die wollen mich (mich!), mit oder ohne Olli, das tut schon mal gut. Hauptsache, ich versemmel es dann nicht wieder, das wäre... also, wenn ich bei einer dieser beiden Agenturen Müll abliefere, dann könnte ich... ich könnte abdanken. Ja, so bin ich. Vorausschauend. Immer auf Zack. Ich weiß zwar noch nicht mal, ob ich einen der Jobs kriege, aber ich fange schon mal an, mir in die Hosen zu scheißen. Damit sie im Falle des Falles auch richtig schön randvoll sind. Volle Hosen, der ideale Humus für die mutigen, verrückten Ideen, die man von mir erwartet. Super. Das kann ja nur schief gehen...

Um mich zu beruhigen, mache ich ein kleines Polaroid-Shooting mit Curd. Heute posiert er vor zwei Fotografien von Stefanie Schneider. Sein Grinsen war nie breiter. Mit Weibern fotografieren lassen, das gefällt ihm. Er nennt sich jetzt übrigens Curd Rock, der Vorname Curd allein, fand er, würde seiner Persönlichkeit nicht gerecht. Na denn. Hier also noch mal: CURD ROCK...



Und hier Stefanie Schneiders RHADA DOING HER NAILS BY THE POOL, 1999...



Und das ist ein unbetiteltes Foto aus ihrer Serie LONG WAY HOME 1999...



Nicht schlecht, was?! Hach, zu schade, dass ich die Polaroids nicht einstellen kann. Curd zusammen mit den Mädels, das passt ehrlich perfekt. Auch die Farben. Und Curd fühlt sich unübersehbar sauwohl. Hm. Manchmal habe ich den Eindruck, ich werde ein bisschen infantil...

28.06.2005 um 08:07 Uhr

Telefon!!!

von: Lapared

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Er hat angerufen. Und jetzt die gute: Er hat angerufen. Ach, was soll ich sagen. Ich weiß doch, dass es schlecht für mich ist. Warum nur fühlt es sich so verdammt gut an? Ich will nicht lügen, ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig. Mein Herz hüpfte bis unter die Decke. Zumindest blieb mein Kopf einigermaßen bei Verstand und als er fragte, ob er denn noch vorbei kommen soll, hörte ich mich sagen: „Nee, ich kann nicht!“ Okay, das scheint auf den ersten Blick vielleicht keine dolle Leistung, keine Abfuhr, die in die Annalen eingehen wird, dennoch... ich sagte nicht: Nee, ich kann heute nicht. Auch nicht: Nee, ich kann leider nicht. Nur: Nee, ich kann nicht. Und das ist fast so viel wie: Nee, ich will nicht. Fast so viel wie: Nee, ich will Dich nicht. Und ganz nah an: Nee, fick Dich doch selbst. Teufel, bin ich gut!!!

Die Auseinandersetzung von Samstag (guck an, schon schrumpft das „Aus!“ zu einer „Aus-einandersetzung“) wurde übrigens mit keinem Wort erwähnt, von keinem von uns.

Eine halbe Stunde später ging das Telefon wieder. Ich bin nicht dran gegangen. Hihi. Jetzt wo ich das Gefühl habe, es könnte, wenn ich wollte, doch noch weiter gehen, ist es viel leichter, nicht zu wollen, dass es das tut. So ist das. Auch die größte Scheiße wirkt ein bisschen freundlicher, wenn man sie sich selbst aussuchen darf. Komm an mein Herz, verdammte Scheiße.